Reise

Aschersleben – älteste Stadt Sachsen-Anhalts

AscherslebenBlick auf das Kino von Aschersleben

Mit Aschersleben verbindet mich eine Menge. Diese Stadt ist mein Geburtsort. Lange war ich nicht dort. Bei meinem Besuch im Mai 2019 bin ich erstaunt. Überrascht regelrecht. Viel ist geschehen seit dem letzten Besuch vor vielen Jahren. Damals herrschte Verkehrschaos in Aschersleben. Überall waren Baustellen. Die stadt präsentiert sich mir jetzt völlig entspannt. Aschersleben, die älteste Stadt-Sachsen-Anhalts, lädt zum Besuchen und Entdecken ein. Die Internationale Bauhausstellung, die Landesgartenschau 2010 und nicht zuletzt über 20 Jahre alte Stadtsanierung haben dem historischen Aschersleben neues Leben eingehaucht. Verwoben mit Architektur des 21. Jahrhunderts macht diese besondere Mischung Ascherleben heute so sehens- und lebenswert.

Aschersleben – älteste Stadt Sachsen-Anhalts

Dem Gast wird es einfach gemacht. Er muss nur den ausgeschilderten Routen rund um die Stadtbefestigung, durch Gärten und Parks oder quer durch die Altstadt mit ihren wertvollen Architekturdenkmalen folgen. Dank eines übersichtlichen Fußgängerleitsystems entgeht ihm keine Sehenswürdigkeit. Aschersleben biete jede Menge Attraktionen. Und ich lerne engagierte und sympathische Menschen kennen, wie den Chef der Kulturanstalt, Matthias Pöschel, ein gebürtiger Aschersleber, der viel in der Welt herumkam undn un dabei ist die Stadt auch überregional wieder bekannt zu machen. Denn Aschersleben hat es verdient, dass mehr Touristen in diese schöne Stadt kommen. Er empfängt uns am Rande der mittelalterlichen Stadt, am Kriminalpanoptikum. Zeit um hineinzuschauen haben wir nicht. Nächste Station ist das Graue Kloster. Liebevoll wurde das Areal hergerichtet. Man kann gut essen und trinken in den alten Gemäuern.

Matthias Poeschel ist Chef der Kulturanstalt
Matthias Poeschel ist Chef der Kulturanstalt
Kriminal-Panoptikum in Aschersleben
Kriminal-Panoptikum in Aschersleben
Im Veranstaltungssaal des Volkshauses wird geprobt
Im Veranstaltungssaal des Volkshauses wird geprobt

Rund um die Altstadt an einem grünen Promenadenring erheben sich die Türme der früheren Stadtbefestigung und wenige Meter weiter am kleinen Fluss Eine locken die ehemaligen Parks der Landesgartenschau 2010, die seitdem zu den „Gartenträumen“, den historischen Parks in Sachsen-Anhalt, gehören.

Die architektonische Vielfalt von der Gotik über Fachwerkbauten, Barock, Renaissance, Jugend- und Heimatstil von Hans Heckner bis hin zu moderner Architektur des 21. Jahrhunderts verleihen der Altstadt von Aschersleben ihr besonderes Erscheinungbild und machen Lust zum Flanieren.

 

Kreativwerkstatt im Museum Aschersleben
Kreativwerkstatt im Museum Aschersleben

Das Wahrzeichen der Stadt, die 500 Jahre alte Sankt Stephanikirche, hat ihre Türen für Besucher geöffnet. Wir gehen hinein und kommen aus dem Staunen nicht heraus. Die St.-Stephani-Kirche (15./16. Jahrhundert) ist eine gotische Hallenkirche und beherrscht das Stadtbild. Sie ist Hauptsehenswürdigkeit und Wahrzeichen der Stadt.

Aschersleben

Markt mit den Ziegenböcken

Am Markt beeindruckt das Rathaus mit seinen Giebeln und Türmen aus drei Jahrhunderten.Den letzten Anbau errichtete man 1935 auf der Marktseite. Der Entwurf stammte vom Stadtbaumeister Hans Heckner. Der Kern der ganzen Anlage ist der aus gotischer Zeit stammende Hauptturm, der nach 1518 erhöht wurde.

Das Uhrwerk im Turm des Rathauses stammt von 1580. Es stellt eine Besonderheit dar. Zwei vergoldete Ziegenböcke, die bei jeder Viertelstunde mit den Hörnern zusammenstoßen, sollen dem Stadtrat symbolisieren, dass man sich bei Ratssitzungen nicht die Hörner abstoßen solle. Im Neubau von 1935 an der Marktseite wurden Dachgiebelfenster mit Fresken und Darstellungen aus der Stadtgeschichte eingearbeitet.

Ein Kultur-Juwel mitten in der Altstadt ist der Graue Hof – ältester Profanbau der Stadt. Hier kann man unter der Woche recht gut und preiswert speisen.

Ascherslebens Treffpunkt: Weltzeituhr

Galerie Neo Rauch

Ein besonderer Tipp für Kunstinteressierte: Im Riegelbau des Bestehornparks ist das grafische Werk des in Leipzig geborenen und in Aschersleben aufgewachsenen Malers Neo Rauch zu sehen. Außerdem einen Besuch wert ist der Zoo mit den weißen Tigern, das Kriminalpanoptikum, Das Museum mit dem Tempel einer Freimaurerloge, das Bestehornhaus sowie das Ballhaus mit Schwimmbad, Saunalandschaft und Kletterfelsen.

Blick auf Kulturzentrum mit Schulteil und Neo-Rauch-Galerie
Blick auf Kulturzentrum mit Schulteil und Neo-Rauch-Galerie

Eine Stadt – Dein Museum

Das Projekt „Eine Stadt – dein Museum“ macht durch einzigartige Aktionen auf die Sammlungen im Museum in Aschersleben aufmerksam. Ein Projektbaustein sind die Pop-up Schaufenster. Dazu verlassen ausgewählte Fundstücke das Museum und werden in den Schaufenstern leerstehender Läden der Stadt ausgestellt. Die Schaufensterfläche wird zur Pop-up Vitrine, die Bevölkerung wird zum spontanen Museumsbesucher.

Ein leerstehender Laden öffnet seine Türen, ist mit altem Werkzeug bestückt und bietet die Möglichkeit traditionelles Handwerk selbst auszuprobieren, Das Projekt „Eine Stadt – dein Museum“ wird gefördert aus dem Fonds Stadtgefährten der Kulturstiftung des Bundes.

Kreativwerkstatt im Museum Aschersleben
Kreativwerkstatt im Museum Aschersleben
Blick in die Freimaurerloge im Museum von Aschersleben
Blick in die Freimaurerloge im Museum von Aschersleben

Ausstellungsdauer: 28. April bis 30. September 2019

Sehendswert Museum Aschersleben (direkt neben dem Kino)
Markt 21, 06449 Aschersleben
Tel. 03473 958430
www.aschersleben-tourismus.de

geöffnet:
Dienstag – Freitag: 10 – 16 Uhr, Samstag: 14 – 17 Uhr, Sonntag: 10 – 16 Uhr

Filmpalast Aschersleben

Sehenswert ist der „Filmpalast Aschersleben“, der am 14. November 1930 mit einer Gala-Vorstellung des Tonfilms „Die Drei von der Tankstelle“ eröffnet wurde und auch heute noch als Kino genutzt wird.

Die sanierte Fassade ist vom streng komponierten und gegliederten Architekturstil der Moderne geprägt, das Foyer und Treppenhaus im Inneren sind im Art-Déco-Stil gehalten.

Die vielen Brunnen von Aschersleben

Die Stadt verfügt im Stadtkern über mehrere bemerkenswerte Brunnenanlagen. Als 1902 der Ratsherr Henne für die Stadt eine Stiftung gründete, war ein Teil des Geldes für einen Brunnen auf dem Markt bestimmt. Dieser Hennebrunnen zeigt eine durch einen Baldachin überdachte gegliederte Säule, auf der acht eigenartige Bronzeputten sitzen. Das Ganze wird von einer becherartigen Brunnenschale umrandet. Der Brunnen wurde von Georg Wrba aus Dresden entworfen und im Mai 1906 feierlich eingeweiht.

Der Holzmarktbrunnen steht auf dem Holzmarkt und zeigt einen kleinen Mann mit einer Holzkiepe auf dem Rücken. Am Rande der mittelalterlichen Stadt lag der Holzmarkt. Auf diesem kleinen Platz wurde der gesamte Brennholzverkauf durchgeführt. Daran erinnert der kleine Brunnen, der 1914 vom Berliner Bildhauer Frydag geschaffen wurde.

Als man zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf dem Platz Vor dem Hohen Tor die Häuser abriss, empfand man den Platz als zu leer. So entschloss man sich im Jahre 1904 zum Bau eines Brunnens, den der Seifenfabrikant Kuntze spendete. Weiterehin gibt es den Kuntzebrunnen, nach dem Beruf des Stifters und dem stöpselartigen Aussehen wurde der Brunnen im Volksmund Seifenstöpsel genannt. So weiß es jedenfalls wikipedia. Noch zwei weitere Brunnen befinden sich im Stadtgebiet. Als Margarethenbrunnen wird der kleine, 2003 aufgestellte Brunnen unweit der St.-Margarethen-Kirche bezeichnet. Er besteht aus einem Bronzeguss und zeigt die Figur der heiligen Margarethe. Der Brunnen auf der Herrenbreite ist in Form eines Dreiecks angelegt und bildet das Zentrum der Herrenbreite. Er wurde in den 1970er Jahren gebaut und hat verschiedene Wasserspiele.

Wer mehr über die alte und dennoch moderne Stadt Aschersleben in Sachsen-Anhalt erfahren will, der klicke auf diesen Link.

Die Recherche in Sachsen-Anhalt wurde unterstützt von der IMGS Sachsen-Anhalt.

Hier geht es zu weiteren Stationen der Moderne in Sachsen-Anhalt:

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Magdeburg

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Elbingerode

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Bernburg

 

 

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