Reise

Fünf Gründe, warum nicht nur Hobbyarchäologen in die Prignitz fahren sollten

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Auf dem Schlachtfeld von Freyenstein: D.Weirauch

Irgendwo da oben im Nordwesten des Landes Brandenburg liege die Prignitz, höre ich beim Nachfragen. Und dass die Elbe ihre eine Flanke begrenzt. Auch soll es dort in der Prignitz mehrere Städte wie Wittenberge, Perleberg, Pritzwalk, Wittstock und Kyritz geben. Aus dem  Landstrich, wo in einigen Dörfern noch gelegentlich Plattdeutsch gesprochen wird, sind nach 1990 sehr viele Menschen weggezogen. Wie die benachbarte Uckermark zählt die Prignitz zu den am dünnsten besiedelten Teilen Deutschlands. Archäologische Orte in der Prignitz. Auf der Grünen Woche ist jedes Jahr der Stand mit Knieperkohl immer dicht umlagert. Denn diese kulinarische Spezialität gibt es nur in der Prignitz. Soweit so gut… Fünf Gründe, warum nicht nur Hobbyarchäologen in die Prignitz fahren sollten

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Einstieg in die Grabkammer des Königsgrabes von Seddin. (C): D.Weirauch

Gut erläutert: Das Königsgrab von Seddin
Gut erläutert: Das Königsgrab von Seddin (C): D.Weirauch

Einmalige archäologischen Orte in der Prignitz

Doch die Prignitz hat viele Besonderheiten. Dazu gehören neuerdings die  Zentralen Archäologischen Orte (ZAO) der Prignitz. Hört sich erstmal sperrig an, ist es aber nicht. Höchst lebendig. Auch für Nicht-Hobbyarchäologen.

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Wittstocks imposante Stadtbefestigung mit dem Museum des 30-jährigen Krieges  (C): D.Weirauch

Auf halber Strecke zwischen Berlin und Hamburg liegen sie zusammen mit weiteren rund 3.000 archäologischen Fundstellen und zeugen vom reichen geschichtlichen Erbe der brandenburgischen Reiseregion. Wie kaum eine andere Region in Deutschland weist die Prignitz eine außergewöhnlich hohe Dichte an historischen Schätzen auf.

Leuchttürme der Landesgeschichte

Es sind authentische Orte mit außerordentlich hohem Anschauungswert. Experten sprechen gar von „Leuchttürmen der Landesgeschichte“. Einige der Orte, so das Schlachtfeld 1636 des Dreißigjährigen Krieges auf dem Scharfenberg  bei Wittstock, sind bereits touristisch erschlossen. Andere Orte wie das tausende Jahre alte Großsteingrab bei Mellen gilt es noch auszubauen. Doch Touristen finden mittlerweile gute Ausschilderungen zu den Sehenswürdigkeiten. Für ihre Radwege, darunter den Elbe-Radweg, ist die Prignitz berühmt.

Im Museum Perleberg kann man sich eine Kopie der Grabbeigaben von Seddin anschauen.
Im Museum Perleberg kann man sich eine Kopie der Grabbeigaben von Seddin anschauen. (C): D.Weirauch

Neben einem Logo wurde eine Broschüre entwickelt, welche die sechs archäologischen Orte hinsichtlich ihrer geschichtlichen, archäologischen und touristischen Bedeutung vorstellt. „Ziel der Broschüre ist es, anhand von Sagen, Erzählungen und Mythen den Reiz und das Geheimnis dieser ZAO deutlich zu machen“, erklärt Mike Laskewitz, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Prignitz e.V. „Die Broschüre soll sowohl die Zielgruppe des geschichtsinteressierten Kulturliebhabers als auch Familien und Großeltern mit Enkeln ansprechen. Neben den touristischen Highlights bei den ZAO selbst werden nämlich auch spannende Aktivitäten, Naturerlebnisse und kulinarische Tipps am Wegesrand vorgestellt.“

Hier nun, bevor wir die einzelnen Orte näher vorstellen, eine erste  Übersicht zu den Archäologischen Orten in der Prignitz

Großsteingrab Mellen:

Das imposante Hünengrab von Mellen zeugt von einer weit verbreiteten Bestattungskultur der Jungsteinzeit. Als letztes erhaltenes Großsteingrab der Prignitz steht die 22 mal 8 Meter große Anlage bereits seit 1887 unter Denkmalschutz.

Das imposante Hünengrab von Mellen zeugt von einer weit verbreiteten Bestattungskultur der Jungsteinzeit.
Das imposante Hünengrab von Mellen zeugt von einer weit verbreiteten Bestattungskultur der Jungsteinzeit. (C): D.Weirauch

Königsgrab Seddin:

Das Königsgrab von Seddin gilt mit seinen wertvollen Schätzen als die bedeutendste Grabanlage des 9. Jhd. v. Chr. im nördlichen Mitteleuropa. Zahlreiche Sagen und Mythen ranken sich um diese geheimnisvolle Grabkammer.

gilt als die bedeutendste Grabanlage des 9. Jh. vor Christus im nördlichen Mitteleuropa.
Archäologe Dr. May am „Königsgrab“,es gilt als die bedeutendste Grabanlage des 9. Jh. vor Christus im nördlichen Mitteleuropa. (C): D.Weirauch
Gedenkstein vor dem Königsgrab von Seddin.
Gedenkstein vor dem Königsgrab von Seddin. (C): D.Weirauch
Eingang zum Königsgrab von Seddin in der Prignitz.
Eingang zum Königsgrab von Seddin in der Prignitz. (C): D.Weirauch
Prignitz interaktiv: Hörstation am Königsgrab von Seddin
Prignitz interaktiv: Hörstation am Königsgrab von Seddin (C): D.Weirauch

Sehenswerte Burg Lenzen:

Der Burghügel der Burg Lenzen birgt die Geheimnisse slawischer Siedler, die sich in der Prignitz niedergelassen hatten.

Der Burghügel der Burg Lenzen birgt die Geheimnisse slawischer Siedler, die sich in der Prignitz niedergelassen hatten
Der Burghügel der Burg Lenzen birgt die Geheimnisse slawischer Siedler, die sich in der Prignitz niedergelassen hatten (C): D.Weirauch

Archäologischer Park Freyenstein :

Das mittelalterliche Freyenstein gehört zu einer der wenigen Stadtwüstungen in Brandenburg. Es ist ein Musterbeispiel für den Bauboom im 13. Jahrhundert – Grundstein für den Aufbau heutiger mitteleuropäischer Städte und Siedlungen.

Archäologe Dr. Wacker erläutert den Archäologischen Park Freyenstein.
Archäologe Dr. Wacker erläutert den Archäologischen Park Freyenstein. (C): D.Weirauch

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Die Stadtwüstung an der heutigen Ortsgrenze zeigt den alten Standort der Stadt um 1287.
Die Stadtwüstung an der heutigen Ortsgrenze zeigt den alten Standort der Stadt um 1287. (C): D.Weirauch

Adelssitz Meyenburg:

Das stolze Schloss Meyenburg diente seit Jahrhunderten herrschaftlichen Familien als Wohnort. Eine mittelalterliche Steinspeicherheizung zeugt vom Alter und von der Bedeutung des Bauwerks. Heute befindet sich hier Deutschlands erstes Modemuseum.

Das Meyenburger Schloss gehört heute zu den herausragenden profanen Baudenkmälern in der Prignitz.
Das Meyenburger Schloss gehört heute zu den herausragenden profanen Baudenkmälern in der Prignitz. (C): D.Weirauch

Schlachtfeld 1636 Wittstock:

1636 tobte der Dreißigjährige Krieg in weiten Teilen Europas. Nahe bei Wittstock kam es in diesem Jahr zu einer wichtigen Entscheidungsschlacht zwischen schwedischen Truppen und der kaiserlich-sächsischen Armee.

Die Archäologin Dr. Eickhoff erläutert die funde auf dem Schlachtfeld Scharfenberg/Bohnencamp
Die Archäologin Dr. Eickhoff erläutert die Funde auf dem Schlachtfeld Scharfenberg/Bohnencamp (C): D.Weirauch

(C): D.Weirauch

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(C): D.Weirauch

Weitere Informationen zur kulinarischen Besonderheit der Prignitz, dem Knieper, gibt es hier.

‘Und hier geht es zum Modeschloss in Meyenburg.

Hier zum neuen Wegbegleiter Prignitz, in dem die Sehenswürdigkeiten von Joachim Nölte besprochen werden.

 

Was und wo: Prignitz

Die zwischen Berlin und Hamburg liegende Prignitz besitzt eine der schönsten und urtümlichsten Naturlandschaften Deutschlands. An Elbe und Stepenitz können hier Gäste die einmalige Landschaft auf ganz besondere Art und Weise erfahren. Die naturbelassene Flusslandschaft des UNESCO-Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe-Brandenburg mit ihren verträumten Dörfern, historischen Städten und altehrwürdigen Kirchen, Schlössern und Burgen machen den ganz besonderen Reiz dieser Reiseregion aus.

Weitere Informationen:

  • Tourismusverband Prignitz e.V.
  • Großer Markt 4
  • 19348 Perleberg
  • Tel: +49 (0) 3876/ 30 74 19 20
  • Fax: +49 (0) 3876/ 30 74 19 29
  • Mail: info@dieprignitz.de
  • Internet:  www.dieprignitz.de
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