Warum der VW Passat Variant so beliebt ist

Seit vielen Jahren gehört der VW Passat Variant bei den deutschen Kunden zu den beliebtesten Kombi-Autos. 47.541 Einheiten verkauften die Wolfsburger von diesem Modell hierzulande im ersten Halbjahr 2015. Das entspricht einem Plus von 33,8 Prozent zum Vorjahr. Warum er so beliebt ist, soll ein Test klären.

Blenden wir bei diesem Test einmal die ganze Thematik um manipulierte Abgaswerte von VW-Dieselautos aus. Volkswagen baut nämlich mit dem Passat-Modell ein sehr erfolgreiches Fahrzeug im Mittelklasse-Segment. Wer besonderen Wert auf großzügige Platzverhältnisse für Passagiere und Gepäck legt, der kommt an einen VW Passat Variant einfach nicht vorbei. Seit Ende 2014 glänzt die neueste Passat-Generation (B8) auch mit reichlich technischen Highlights.

❏ Karosserie

Bei der Premiere 1974 betrug die Fahrzeuglänge vom VW Passat noch 4,20 Meter. Aktuell hat der Wolfsburger stattliche 4,77 Meter erreicht. Die maximale Breite beträgt 2,08 Meter und auf 1,75 Meter in die Höhes streckt sich die Karosserie. Das Exterieur übt Zurückhaltung mit einem Schuss Raffinesse. Das geradlinige Karosseriekonzept des VW Passat Variant löst bei mir nicht unbedingt überschwängliche Emotionen aus, bietet aber eine perfekte Verarbeitungsqualität.

VW Passat Variant: Geradliniges Karosseriekonzept auf 4,77 Metern Länge

Der Einstieg in beide Sitzreihen gelingt mühelos durch die weit öffnende Türen. Das Raumgefühl das der VW Passat Variant seinen Insassen vermittelt ist einfach riesig. Selbst sehr große Menschen werden hier glücklich. Das hat der Wolfsburger unter anderem dem Radstand von 2,79 Metern zu verdanken. Die Bewegungsfreiheit ist auf allen Sitzen beeindruckend.

❏ Kofferraum – VW Passat Variant

Die Heckklappe schwenkt bis auf 2,05 Meter in die Höhe und dahinter bietet mit 650 Litern Volumen der Kofferraum schon eine Menge Raum für das Gepäck. Sollen die dreigeteilten Lehnen (40:20:40) der Rückbank umgeklappt werden, zieht man im Kofferraum einfach die dafür vorgesehenen Hebel. Das Gepäckraumvolumen erhöht sich dann auf 1.780 Liter. Eine 12-Volt-Steckdose ist genauso wie Verzurrösen und Taschenhaken im Gepäckabteil vorhanden. Die maximale Zuladung für den 1.735 Kilogramm schweren VW Passat beträgt 650 Kilogramm.

VW Passat Variant 2,0 TDI 4Motion 7-Gang-DSGDer Lademeister: Hinter der Heckklappe ist Platz für 650 bis 1.780 Liter Gepäck

❏ Innenraum + Ausstattung

Mein erster Eindruck im Innenraum: Alles ist penibel aufgeräumt und sehr sachlich gestylt. Keine Anzeichen von übertriebenen Designspielereien oder billigem Materialmix. Das geht schon alles in Richtung Premium. Vielleicht war ich etwas mit den 18 Knöpfen am Leder-Sportlenkrad überfordert. Ansonsten ist der VW Passat Variant sehr bedienerfreundlich eingerichtet.

Fahrer und Beifahrer thronten im Testwagen auf hellen, üppig dimensionierten und sehr bequemen Ledersitzen. Der helle Farbton (St. Tropez) fand sich auch an den Türflächen, am Himmel, den Gurten und den Säulen wieder. Optisch sehr edel anzusehen. Für den Einsatz als Familientransporter allerdings eine ganz schlechte Wahl.

Funktionales Cockpit und blitzsaubere Verarbeitung im gesamten Innenraum

Natürlich ist auch im VW Passat Variant das digitale Zeitalter angekommen. Jetzt kann der Fahrer verschiedenste Informationen auf dem „Active Info Display“ hinter dem Lenkrad ablesen. Die Bildschirmdiagonale des TFT-Displays beträgt 31,2 cm und bildet auch die Navigationsanzeige ab. Zusätzlich wird die Navigation auf dem Display in der Mittelkonsole angezeigt. Aber der Wolfsburger macht auch auf „old school“. Er hat in der Mittelkonsole noch eine runde Analoguhr verpasst bekommen.

❏ Motor + Fahrleistung

Als Motorisierung stand die stärkste Diesel-Version für den Test bereit. Der 2,0-Liter-Vierzylindermotor leistet mit seinen beiden Abgasturboladern 240 PS bei 4.000 Umdrehungen pro Minute. Im Bereich von 1.750 bis 2.500 Umdrehungen pro Minute werden 500 Newtonmeter auf die Kurbelwelle gewuchtet und dann weiter an den serienmäßigen Allradantrieb. Mit dieser Power spurtet der Wolfsburger locker in 6,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h und beendet bei 238 km/h den Vortrieb.

❏ Komfort + Sicherheit

Der Biturbo-Diesel-Motor geht für ein 2,0-Liter-Aggregat sehr drehfreudig und kultiviert an die Arbeit, ohne die Insassen akustisch zu belästigen. Das zackig schaltende Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe leistet seinen Teil zum entspannten Fahrgefühl dazu. Die adaptiven Dämpfer arbeiten schnell und sensibel. Rüttelpisten verlieren da ihren Schrecken und bieten den Insassen hohen Federungskomfort.

Das „Active Info Display“ hat eine Bildschirmdiagonale von 31,2 cm

Traktionsprobleme ließ der Passat auf den Testkilometern nicht erkennen. Allrad sei dank. Die Lenkung war eine von der leichtgängigen Sorte, die außerdem sehr präzise durch die Kurven führte. Und das Handling war für ein so großes Auto problemlos und ging einfach von der Hand. Nur an den Wendekreis von 11,7 Metern musste ich mich gewöhnen.

❏ Fazit + Preis

Beim Thema Assistenzsysteme war im Testwagen so ziemlich alles verbaut, was im Teilelager von Volkswagen zu finden ist. Leider sind viele davon aufpreispflichtig und zusammen mit der sehr langen Liste an Sonderausstattungen, schnellt der VW Passat Variant leicht in Regionen jenseits der 50.000 Euro. Der Grundpreis des Testwagens in Highline-Ausstattung betrug 46.675 Euro.

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