Reise

Unterwegs mit Küchenchef A-Rosa Luna in Avignon

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Wieder ist es der vorabendliche Abendtalk für das Ausflugsprogramm des nächsten Tages, der mich auf eine Tour mit dem Küchenchef der A-Rosa-Luna aufmerksam macht. Wir sind in Avignon angekommen, über Nacht haben wir mehrere Schleusen passiert. Dank des Kapitäns verlief alles ruhig. Berührungen während der Schleusenpassagen haben wir nicht bemerkt. Vorstellbar wäre es aber, denn oft lagen nur wenige Zentimeter zwischen Schiff und Schleusenwand.

Kapitän Claude Grard steuert souverän die A-Rosa Luna
Kapitän Claude Legard steuert souverän die A-Rosa Luna

Nach einem – wie immer sehr guten – Frühstück, wobei Obst, Gemüse, Müsli und sofort zubereitetem Spiegel- oder Rührei mit frischen Kräutern unsere Favoriten sind, treffen wir uns um 9 Uhr vor dem Schiff.

Hotelmanager Gerhard A. Schütz verabschiedet uns zum Ausflug
Hotelmanager Gerhard A. Schütz verabschiedet uns zum Ausflug

Nicht ohne die zuvor geäußerten freundlichen Wünsche der Schiffscrew für einen „wunderschönen Tag“ mit auf den Weg zu nehmen.

Markthalle von Avignon – grüne Oase

Der Chefkoch Vasile Gaman wartet bereits vor der A-Rosa Luna auf die kleine Gruppe. Er erkundigt sich nach unserem Befinden: „Geht´s allen gut?“ Nachdem niemand von den zehn Anwesenden etwas zu monieren hat, geht es mit zügigen Schritten los. Ziel ist in Avignon die Markthalle. Zunächst passieren wir die sehr gut erhaltene rund  4,5 Kilometer lange Stadtmauer, ehe wir nach einer kurzen Unterführung schon auf der Ziel-Straße sind, die uns zur Markthalle führen wird.

Stadtmauer von Avignon
Stadtmauer von Avignon

Nach etwa 10 Minuten erreichen wir unser Ziel. Die im Herzen von Avignon gelegene Markthalle ist nicht zu übersehen. Die Eingangsfront des großen Baukörpers ist mit grünen Kletterpflanzen voll berankt.

Begrünte Markthalle von Avignon
Begrünte Markthalle von Avignon

Einige weiße Blüten sind in der wunderschönen grünen Oase am Pie-Platz zu erkennen. Hier wird gerade ein kleiner Trödelmarkt aufgebaut. Der Chefkoch führt uns jedoch erst einmal  zu den Fischständen.

Unterwegs mit dem Küchenchef der A-Rosa Luna

Chefkoch freut sich über die frischen Austern
Chefkoch Vasile Gaman freut sich über die frischen Austern

Denn für ein kleines Event auf der A-Rosa Luna auf dem Sonnendeck will er heute Austern kaufen. Im täglichen gedruckten A-Rosa Journal ist zu lesen, dass die Gäste sich beim Genuss der vom Chefkoch persönlich ausgesuchten Austern beim Auslaufen der A-Rosa-Luna von Avignon wie „Gott in Frankreich“ fühlen sollen. Sechs frische Austern und ein Glas Champagner (für Premium Gäste 19 Euro; für Basic-Gäste 24 Euro) sollen in den kulinarischen Himmel führen. Gewarnt „vor dem Genuss“ von einer guten Freundin, lass ich mich nicht verführen. – Vielleicht ein Fehler, doch ich möchte meine gute Laune nicht durch einen verkorksten Magen verlieren. Unser Chefkoch bekommt mehrere Sorten Austern vom Fischhändler vorgeführt.

Alle Fischwaren in der Markthalle von Avignon sind sehr gut präsentiert, sehen frisch aus, es riecht auch nicht nach altem Fisch. Der Händler selbst lässt es sich nicht nehmen und probiert seine Austern vor uns. Schon das Öffnen der Austernmuschel scheint nicht ganz einfach zu sein. Doch er schafft es und genießt seine Auster – ohne Zitrone oder andere Zutaten.

Markthalle von Avignon: FRISCHE und BIO

Einen Espresso und Cammele (kleiner süßer Kuchen, einem Muffin ähnlich) später, wird er die Austern auch kaufen. Vorher geht er mit uns noch an einige Stände, weist uns auf die frischen lokalen Produkte hin. Biofleisch steht hoch im Kurs. Alles, was zu einem guten Essen gehört, kann man hier in der Markthalle kaufen. Fleisch, Fisch,Geflügel, Käse, Wein, Gewürze, Backwaren und natürlich frisches Gemüse. Auf einen gut gedeckten Tisch dürfen auch Blumen nicht fehlen. Alles ist sehr gut präsentiert, farbig, frisch, ein Festival für die Augen. Nette, freundliche Verkäufer locken an ihre Stände, machen auch mal ein Späßchen für die Besucher der Markthalle. Eine schöne lockere Atmosphäre – schon das Beobachten macht Spaß. Nach einer guten Stunde verabschiedet sich der Chefkoch von uns, er muss schnell zurück auf’s Schiff. Die nächste Veranstaltung wartet auf ihn, es ist für ihn nicht die letzte an diesem Tag.

Spaziergang durch Avignon – Stadt der Päpste

Ich schlendere gemütlich allein zurück zum Schiff. Über den Trödelmarkt auf dem Pie-Platz, vorbei am Turm Saint Jean geht es über das Rathaus, das seine Besucher über dem Eingangstor mit den in Stein gehauenen Zielen der französischen Revolution „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ empfängt, zurück zum Schiff. Zwischendurch noch kurze Abstecher zum Kongresszentrum Avignon (Le Petit Louvre) und zur Kirche Saint-Agricol und natürlich zum 100 Meter entfernten Papstpalast.

Blick auf den Papstpalast
Blick auf den Papstpalast

Der Papstpalast gehört mit der Altstadt von Avignon zum UNESCO-Weltkulturerbe. Es ist eines der größten und wichtigsten mittelalterlichen gotischen Gebäude in Europa. Im Sommer ist der Palast Schauplatz für Kunstausstellungen und der Ehrenhof des Palasts eindrucksvolle Bühne für Theateraufführungen im Rahmen des 1947 erstmalig von Jean Vilar inszenierten Festivals d’Avignon.

Zum Komplex gehört außerdem die Kathedrale Notre-Dame des Doms mit ihrer schlichten romanischen Kuppel und einer 1859 aufgesetzten Marienstatue.

Kathedrale Notre-Dame mit Marienstatue
Kathedrale Notre-Dame mit Marienstatue

Brücke Pont Saint-Béné

Brücke Pont Saint-Béné
Brücke Pont Saint-Béné

Für die schöne mittelalterliche Stadt, die im Jahr 2000 Kulturhauptstadt Europas war, hätte man gern mehr Zeit gehabt. Doch mit der Ausfahrt von Avignon ab 11.45 Uhr gibt es die nächsten Höhepunkte. Der Kapitän steuert die A-Rosa-Luna zur berühmten Brücke Pont Saint-Béné, die ebenfalls auf der UNESCO-Weltkulturerbeliste steht. Mir kommt der Schlager von Mireille Mathieu in den Sinn: „An einem Sonntag in Avignon spielt la musique in Avignon. Da brennen tausend Laternen am Fluss und alle Mädchen, die träumen heut‘ von einem Kuss.“ Ein bisschen Romantik muss sein …

Vasile Gaman reicht Flammküchle
Vasile Gaman reicht Flammküchle

Und auch der Chefkoch gibt alles. Auf dem vorderen Sonnendeck serviert er uns einen Flammküchle, der Maître Anze kredenzt dazu seinen legendären Crémant Surprise! (5 Euro). Ein wenig fühle ich mich wie Gott in Frankreich, bei herrlichem Sonnenschein mit Blick auf die berühmte Brücke und den Papstpalast. – Und den Kuss bekomme ich heute auch noch.

A-Rosa Luna: Kein Sturm auf das Büfett

Während ich noch in Gedanken schwelge, ist der Chefkoch schon unterwegs zur nächsten Runde, der Mittagstisch muss angerichtet werden. Als Vorspeise gibt es Französische Zwiebelsuppe, als Starter Paprika-Ziegenkäse Terrine mit Pistou, als Hauptgänge: „Wild Bourguion“ oder Kabeljaufilet „Bordelaise“ oder Spaghetti mit Basilikumpesto oder Linsen-Kartoffelragout oder Rosa gebratenes Rinder-Entrecôte mit Pfeffersoße oder Le Cordon Bleu. Dazu Beilagen wie Kartoffelgratin, Reis, Karotten, Zuckerschotengemüse, Mixgemüse.

Das Abendbuffet ist angerichtet auf der A-Rosa Luna
Das Abendbuffet ist angerichtet auf der A-Rosa Luna

Als Desserts stehen Schokolademousse und frische Waffeln mit Sauerkirschenkompot auf der Speisekarte. Alles sieht nicht nur lecker aus, es schmeckt auch sehr gut. Ich entscheide mich für das Kabeljaufilet mit Zuckerschoten und Mixgemüse. Es ist lecker, was die Küchencrew in den beengten Räumlichkeiten unter Deck zaubert.

Das Büfett wird auch nicht „gestürmt“ – wie man es manchmal über Kreuzfahrten liest. Alles verläuft harmonisch, die Crew lässt sich nicht aus der Ruhe bringen, ist sehr aufmerksam, bleibt bei allen Wünschen freundlich und zuvorkommend. Praktikant Niklas strahlt einfach immer, ob beim Frühstück, Mittag oder am Abend.

Transparenz auf A-Rosa Luna

Um 15 Uhr steht für den Chefkoch schon der nächste Termin an. A-Rosa Luna ermöglicht es uns, während einer Schiffsführung auch einen Blick in die sonst nicht öffentlichen Arbeitsräume unter Deck werfen zu können. Das ist nicht selbstverständlich, aber bei A-Rosa gehört es zur Transparenz. So gut wie nichts bleibt verborgen. Natürlich sind wir sehr leise, denn einige Mitarbeiter haben Pause, müssen sich erholen.

Der Chefkoch in der Kombüse während des Schiffsrundganges
Der Chefkoch in der Kombüse während des Schiffsrundganges
Blick in die Küche der A-Rosa Luna
Blick in die Küche der A-Rosa Luna

Und unter Deck scheint jedes Geräusch sich zu verdoppeln. Es ist eng, nicht nur in den Arbeitsräumen wie Küche, Wäscherei oder dem Aufenthaltsraum für die Mitarbeiter. 51 Männer und Frauen umsorgen die Gäste von morgens bis abends, auch nachts ist eine Nachtwache jederzeit erreichbar. Ein Arzt ist nicht an Bord. Wer ärztliche Hilfe benötigt, bekommt sie aber. Jederzeit kann mittels Beiboot ein Arzt an Bord kommen oder ein Patient zum Arzt gebracht werden. Die Wege sind kurz.

Wir freuen uns über den Rundumservice. Die Kajüten werden in der Regel während des Frühstücks oder der Ausflugstouren gereinigt. Abends wird das Bett aufgeschlagen, selbst die Vorhänge werden zugezogen. Die fleißigen Damen vom Hauskeeping haben ein extradickes Lob verdient.

Essen auf A-Rosa Luna

Das Essen ist schmackhaft, ausreichend und abwechselungsreich. Auf Sonderwünsche nimmt die Küchencrew Rücksicht. Wer möchte, kann auch vegetarisch essen. Verführerisch sind auch die Getränke. Jeden Tag gibt es in der Bar ein A-Rosa Selection Cocktail, der nicht im Preis includiert ist. Der Cocktail „Rhône und Saône“ zum Beispiel lässt den Flair Südfrankreichs auf der Zunge zergehen – Lavendel, Rotwein und Cassis sind die Zutaten.

Zum Sonnenuntergang an Deck mit einer wärmenden Decke, dazu den Cocktail und leise Musik, am besten Chanson-Klassiker von Charles Aznavour. „Du lässt dich gehen!“ – ist so ein Chanson, der für mich immer als Warnung vor den Essen-Büfetts gespielt werden müsste. Wer auf seine Figur achten muss, hat es schwer.

Zwar bieten die Ausflüge zu Fuß oder per Rad körperliche Bewegung, den Spa-Bereich mit Fitness-Center, Swimming-Pool und Sauna kann auch jedermann nutzen, ich sah sogar auf dem Schiff Jogger kleine Laufrunden drehen, abends könnte man in der Bar auch das Tanzbein schwingen. Doch immer muss erst einmal der innere Schweinehund überwunden werden. „Der Kopf ist willig, das Fleisch ist schwach.“ – damit muss jeder selbst klar kommen. Ich werde dennoch ein Flussschiffkreuzfahrt-Fan bleiben.

Blick in den Sportbereich der A-Rosa Luna
Blick in den Sportbereich der A-Rosa Luna

Unter Deck der A-Rosa Luna

Aufenthaltsraum der Schiffscrew
Aufenthaltsraum der Schiffscrew

Doch zurück zur „Unter-Deck-Arbeit“ und „Unter-Deck-Wohnwelt“. Trotz der Enge spüren die Gäste über Deck nicht den Druck, unter dem die Crew arbeiten muss. Selbst der Aufenthaltsraum ist klein. Ein Kaktus guckt aus dem Bullauge. Der Fernseher ist in die Küchenzeile integriert. Laut darf es sicher nicht werden, dann wird die Ruhe der in der dienstfreien Zeit befindlichen Crew gestört. Rücksichtnahme wird, muss sicher groß geschrieben werden, wenn man mehrere Wochen lang zusammenarbeiten muss.

Aber auf der A-Rosa Luna scheint das zwischenmenschliche Klima zu stimmen. Mehrere Nationalitäten arbeiten hier gemeinsam, unter 50 Crewmitgliedern gibt es 20 Pärchen, ein Vater arbeitet mit seinem Sohn zusammen in der Küche. Und die Chefs leben es vor. So ist für den Küchenchef nach der Schiffsbesichtigung noch immer keine Pause in Sicht.

Nächster Termin für den Küchenchef

Um 17.30 Uhr wartet ein nächster Termin in der Bar Lounge auf ihn. Hier präsentiert er eigens für A-Rosa zusammengestellte Gewürzmischungen, die die Gäste als kulinarisches Andenken erwerben und zum eigenen Genuss mit nach Hause nehmen können.

Dining Exklusiv auf der A-Rosa Luna

Und wer nun meint, jetzt hat der Chefkoch Feierabend, der irrt. An diesem Abend gibt es das zweite A-Rosa Dining Exklusiv 5 Gang Menü in der Day Lounge. Hier sollte man eine Vorreservierung nicht vergessen. Das Dinner beginnt um 19 Uhr, endet gegen 22 Uhr und wird natürlich auch vom Chefkoch begleitet.

Mir bleibt nur noch, den Hut zu ziehen. Von morgens bis abends auf den Beinen – morgens werden wir gefragt „Geht’s Euch gut?“, abends „Hat’s geschmeckt?“ Wer fragt eigentlich abends den Chefkoch oder die anderen Crewmitglieder, wie es ihnen nach einem solchen Tag geht?

Mithat A. Hasanov mit Nikola L. Vatkow aus BulgarienMithat A. Hasanov mit Nikola L. Vatkow aus Bulgarien
Mithat A. Hasanov mit Nikola L. Vatkow aus Bulgarien

Wie ich schon eingangs bemerkte, die Rose, die wir als Gäste am ersten Tag bekommen, gehört eigentlich der Crew. Ein kleines finanzielles Dankeschön lässt sich aber auch in die am vorletzten Tag der Reise an der Rezeption bereitstehende Kasse stecken. Wir haben es gemacht und hoffen, dass wir nicht die einzigen waren.

Einige der fleissigen Crewmitglieder der A-Rosa Luna
Einige der fleissigen Crewmitglieder der A-Rosa Luna

Hier einige Links zu den Sehenswürdigkeiten

Markthalle Avignon
18 Place Pie, 84000 Avignon
täglich, außer Montag, geöffnet von 6 – 13.30 (in der Woche) 6 – 14 Uhr (Wochenende)
www.avignon-leshalles.com

Le Petit Louvre
23 rue Saint Agricol, 84000 Avignon
www.petitlouvre.fr

Church of Saint-Agricol
23 rue Saint Agricol, 84000 Avignon
www.saintagricol.paroisse84.fr

Palais des Papes
Place du Palais, 84000 Avignon
geöffnet täglich 9 bis 19 Uhr
www.palais-des-papes.com

Die Recherche entlang der Rhône wurde unterstützt von der A-ROSA Flussschiff GmbH. Unsere Meinung über das Leben an Bord sowie zu den einzelnen Stationen des Ausflugsprogrammes wurde dadurch nicht beeinflusst.

Hier geht es zur Seite der A-Rosa Flussschiff GmbH Rostock

und hier einige Erlebnisberichte von unserer Reise mit der A-Rosa Luna

+ durch die Camargue

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