Titanic im Panometer Leipzig

im Mai vor 15 Jahren begann die Geschichte der Groß-Panoramen von Yadegar Asisi – in einem denkmalgeschützten Gasometer in Leipzig, aus dem das Panoramahaus ‚Panometer Leipzig‘ wurde. Seitdem werden ununterbrochen (abgesehen von Umbauphasen) die riesigen Riesenrundgemälde von Yadegar Asisi gezeigt. Mit etwa 32 Metern Höhe und 110 Metern Umfang gehören sie sicher mit zu den größten Arbeiten eines zeitgenössischen Künstlers.

Am Wochenende des 26. und 27. Mai 2018 finden aus diesem Anlass verschiedene Aktionen im Panometer Leipzig statt.

Angefangen hatte 2003 alles mit dem Panorama EVEREST, das 2003 bis 2005 und noch einmal 2012 und 2013 für ein halbes Jahr gezeigt wurde. Seitdem waren zahlreiche weitere Arbeiten in Leipzig und in mittlerweile sieben weiteren Panorama-Rotunden im In- und Ausland zu sehen. Darunter zählen unter anderem die 360°-Panoramen LEIPZIG 1813, PERGAMON, DRESDEN 1945, AMAZONIEN, DIE MAUER oder ROUEN 1431.

Ein neuer Werkstoff ermöglichte im 19. Jahrhundert gigantische Ingenieursleistungen. Der aus dem Eisen gewonnene Stahl führte Ende des 19. Jahrhunderts zur Herstellung von gigantischen Maschinen, Brücken, Hochhäusern usw.. Im Panometer von Leipzig stellt Yadegar Asisi ein Produkt des modernen Zeitalters vor: Die Titanic. Das Schiffsunglück der Titanic ist bis heute durch Film und Fernsehen unvergessen.

Panometer Leipzig “Titanic” Foto Tom Schulze/asisi

Seit 2017 erinnert auch das einzigartige 360 Grad Panorama von Yadegar Asisi an das größte Passagierschiff der britischen Reederei White Star Line.  Mehr als 300.000 Gäste besuchten das spektakuläre und doch so tiefgründige Bild. In Belfast auf der Werft von Harland & Wolff gebaut, war die Titanic bei seiner Fahrt am 2. April 1912 das größte Schiff der Welt. Doch nicht das Schiffsunglück an sich wird im Rundbild auf einer Panoramafläche von 3500 Quadratmetern thematisiert. Yadegar Asisi geht eher den Grenzen menschlichen Schaffens gegenüber den Kräften der Natur auf den Grund. Von einem 15 Meter hohen Turm schaut der Besucher auf die beiden am Meeresboden liegenden Wrackteile.

Die Versprechen der Moderne

In 4000 Meter Tiefe dringt kein natürliches Licht mehr. Doch dank eines künstlichen Lichtszenarios kann der Betrachter auf die Trümmer des einst gewaltigsten Schiffes der Welt schauen. Zum Zeitpunkt ihrer Jungfernfahrt war die Titanic das größte bewegliche Objekt, das je von Menschen gebaut wurde – die größte Maschine der Welt.“ In der dem Panoramabild vorangehenden Ausstellung kann der Besucher einen Teil des riesigen Schiffes wahrnehmen. Die Spitze des insgesamt 269 Meter langen Stahlkolosses ist hier auf 18 Meter Länge im Maßstab 1:1 nachempfunden. Mit einer Gesamthöhe von 23 Metern überragt die Installation ein fünfstöckiges Haus. Der Mensch kann den nachgebauten Teil des Bugs der Titanic auf sich wirken lassen. Die genieteten Stahlplatten sind wie ein Kunstwerk, das in Flammen steht, in Szene gesetzt. Ich empfinde Ehrfurcht vor der außergewöhnlichen Ingenieurleistung der Erbauer. „Nicht einmal Gott könnte dieses Schiff zum Sinken bringen“, so ein Besatzungsmitglied zu den Passagieren am 10. April 1912. Etwaige Bedenken gegen das Schiff wurden wegdiskutiert. Für Asisi steht die Titanic „einerseits für eine außergewöhnliche Ingenieursleistung, andererseits ist ihr Schicksal ein Sinnbild für die Hybris des Menschen. Ich denke, wir sollten den uneingeschränkten Glauben an den Fortschritt immer wieder diskutieren.“

Einzigartiges 360°-Panorama von Yadegar Asisi

Seit 2003 realisiert Asisi die weltgrößten Panoramen. In Wien geboren, in Sachsen aufgewachsen und seit 1979 in Berlin lebend hält er als Künstler, der das historische Panoramabild aus dem 19. Jahrhundert in das digitale Zeitalter überführt hat, eine singuläre Position inne.

YadegarAsisi im Panorama TITANIC Foto: Tom Schulze/c: asisi
YadegarAsisi im Panorama TITANIC Foto: Tom Schulze/c: asisi

Er entdeckte die Kunstform Panorama 1993, als er an der Ausstellung „Sehnsucht – Das Panorama als Massenunterhalt des 19. Jahrhunderts“ in der Bundeskunsthalle in Bonn mitwirkte. Seitdem entwickelt Asisi die Möglichkeiten dieses Mediums kontinuierlich weiter und schafft durch digitale Bildbearbeitung eine neue Nähe zwischen Fotografie und Malerei.

Weitere asisi-Panoramen gibt es u.a. in Berlin, Dresden, Pforzheim und Lutherstadt Wittenberg.

Gigantisch muten die beiden alten Gasometer an c: asisi
Gigantisch muten die beiden alten Gasometer an c: asisi

Das 32 Meter hohe Rundbild ermöglicht einen einmaligen und seltenen Einblick auf den Grund des Atlantiks in knapp 4.000 Metern Tiefe und zeigt das Wrack der RMS Titanic auf einer Panoramafläche von 3.500 Quadratmetern.

Das Rundbild thematisiert dabei weniger das eigentliche Schiffsunglück von 1912, als vielmehr die Grenzen menschlichen Schaffens gegenüber den Kräften der Natur. In einer Wassertiefe, in die kein natürliches Licht mehr dringt, ermöglicht der Künstler vom 15 Meter hohen Besucherturm die Betrachtung der beiden auf dem Meeresboden liegenden Wrackteile mithilfe eines künstlichen Lichtszenarios.

Blick in den Veranstaltungsraum Foto: Weirauch
Blick in den Veranstaltungsraum Foto: Weirauch

Ausblick 2019

EIN PARADIES AUF ERDEN: ab Ende Januar 2019

Das neue Panorama ab 2019 führt auf eine Reise in die fremde Welt des Mikrokosmos. Vom Stempel inmitten des Blütenkelches einer Kamille erschließt sich die Szenerie eines Leipziger Gartens. Aus Sicht eines Pollenkorns betrachtet man eine gigantische Biene beim Bestäuben der Blüte und kann den Kosmos hinter dem Tellerrand des Blütenkelches entdecken.  Wie durch ein gigantisches Mikroskop eröffnet sich eine bisher vertraute Welt völlig neu. Jedoch anders als in einem Labor befindet man sich selbst inmitten der hundertfach vergrößert dargestellten Welt und ist von ihr rundherum umgeben. Wir sind gespannt kommen sicher wieder nach Leipzig.

Wer ist Yadegar Asisi ?

Seit 2003 realisiert der in Sachsen aufgewachsene und in Berlin lebende Künstler Yadegar Asisi die weltgrößten 360°-Panoramen mit einer Höhe von bis zu 32 Metern und einem Umfang von bis zu 110 Metern. Asisis Wirkungsfeld hat sich seit der Eröffnung des Pilotprojektes EVEREST in einem ehemaligen Gasometer in Leipzig auf Ausstellungshäuser in mehreren Städten im In- und Ausland ausgedehnt.

Hier erfährt man mehr über Yadegar Asisi und sein Team:

asisi.de

Oder lesen Sie über die neuesten Projekte unter:

blog.asisi.de

  • Infos zum Panometer Leipzig
  • Adresse: Richard-Lehrmann-Str. 114
  • 04275 Leipzig
  • Mo-Fr: 10 – 17 Uhr
  • Sa,so,Feiertage: 10-18 Uhr
  • Ticket: 11,50, ermäßigt: 10,00, Kinder: 6 Euro, unter 6 Jahren frei

Übernachten in Leipzig: Nähe Bahnhof im Seaside Parkhotel Leipzig.

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