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Autotester: Moritz & Weirauch

VW Touareg – Neues Spitzenmodell aus Wolfsburg

VW Touareg    Foto: VolkswagenVW Touareg Foto: Volkswagen

„Der VW Touareg markiert nicht nur die Spitze unserer SUV-Offensive, sondern er ist auch das Flaggschiff der Marke”, sagte VW-Chef Herbert Diess im März 2018 bei der Weltpremiere in Peking. Große Vorschusslorbeeren für die dritte Generation des VW Touaregs. Ob der Oberklassen-SUV die in ihn gesteckten Erwartungen erfüllen kann, soll ein Test mit der 286-PS-Motorisierung klären.

Volkswagen verzichtet beim neuen Touareg auf Vierzylinder-Motoren und bietet aktuell nur einen 3,0-Liter-V6-Diesel-Motor mit 231 und 286 PS an. Es soll aber noch ein V6-Benziner und ein V8-TDI nachgeschoben werden. Der VW Touareg hat alles an Assistenzsystemen mitbekommen (teilweise gegen Aufpreis), was die Wolfsburger im Angebot haben.

Autotester: Moritz & Weirauch

VW treibt es mit dem T-Roc richtig bunt

Der neue Volkswagen T-RocVW T-Roc Foto: VW

Seit Jahren boomt in Deutschland der SUV-Markt und es ist noch lange kein Ende abzusehen. Volkswagen hatte anfänglich diesen automobilen Trend verschlafen, brachte dann aber mit dem Touareg und dem Tiguan zwei erfolgreiche Modelle heraus. Jetzt wird das Duo durch den neuen VW T-Roc erweitert und der VW T-Cross im Polo-Format steht kurz vor der Markteinführung.

Nach der Kompaktklasse sind SUVs das beliebteste Kfz-Segment der deutschen Autofahrer. Der Newcomer VW T-Roc ist dabei auf dem besten Weg, die SUV-Verkaufs-Charts zu erobern. Im Juni 2018 wurden 4.159 und im Juli schon 4.423 Fahrzeuge hierzulande neu zugelassen. Auffallend dabei ist, dass nur rund 10 Prozent der Fahrzeuge mit Dieselantrieb bestellt wurden. Beim VW Tiguan sind es immerhin rund 45 Prozent.

Das liegt zum Einen am Nutzerverhalten in der Kompaktklasse und natürlich auch am verlorengegangenen Vertrauen zum Wolfsburger-Selbstzünder.
Ich habe mich zum Test für einen VW T-Roc 2,0 Liter mit 150 PS TDI-Motor entschieden.

❏ VW T-Roc: Karosserie

VW T-Roc: Für VW-Verhältnisse schick designt    Foto: VW

Der VW T-Roc streckt sich in der Länge auf 4,23 Meter. In der Breite sind es 1,82 Meter (mit Außenspiegeln 1,99 Meter – er kann also im Baustellenbereich auf der Autobahn noch die linke Spur benutzen!) und in der Höhe 1,57 Meter. Die Karosserie liegt 16 Zentimeter über der Straße. Der Radstand ist mit 2,59 Metern nur drei Zentimeter kürzer als beim Golf.

Ihn als einen hochgelegten Golf zu bezeichnen, wäre falsch. Der T-Roc ist ein eigenständiges Fahrzeug, auch wenn die technische Basis vom Golf stammt und er auf dem modularen Querbaukasten von VW steht. Dazu bedient sich der T-Roc aus dem gut bestückten Teile-Regal der Wolfsburger.

Mit der zweifarbigen Lackierung und dem ansprechenden Design sieht der T-Roc auch noch richtig schick aus. Und damit setzt er sich endgültig vom Golf ab.

Die zweifarbige Lackierung macht den VW T-Roc optisch interessant     Foto: VW

Den kompakten Wolfsburger gibt es in den Ausstattungsvarianten T-Roc, Style und Sport. In der getesteten Style-Variante rollt der T-Roc serienmäßig auf 17-Zoll-Alus vor. Gegen Aufpreis sind bis zu 19-Zoll-Räder möglich.

Für die Karosserie stehen neun Farben und 24 zweifarbige Lackvarianten zur Verfügung. Die Uni-Farben Uranograu, Flash-Rot und Pure-White sind ohne Aufpreis. Und auch die zweifarbige Kombination Uranograu/Pure-White gibt es gratis. Alle anderen Farben kosten zwischen 230 und 745 Euro extra.

VW T-Roc: Die Auspuffblenden sind leider nur Fake    Foto: VW

Ist der T-Roc im Frontbereich noch deutlich als Volkswagen zu erkennen, ändert sich das schon ein wenig bei der Seitenansicht. Untypisch für VW sind die breite C-Säule im Haifischflossen-Design und die dreieckigen Fenster in den hinteren Türen. Den Heckbereich empfinde ich zwar nicht als Design-Revolution, aber durchaus als optisch gelungenen Abschluss.

Aber warum zwei hübsche Auspuffblenden einbauen, die dann ohne jegliche Funktion sind? Das Auspuffende befindet sich nämlich am Unterboden. Der angedeutete Unterfahrschutz soll den VW T-Roc als “Geländegänger” optisch unterstreichen.

❏ VW T-Roc: Kofferraum

Der Stauraum im VW T-Roc beträgt bei dem getesteten Allradmodell 392 Liter und werden die Sitzlehnen im Verhältnis 60:40 umgeklappt (das geht nur von innen), vergrößert sich das Stauvolumen auf 1.237 Liter (Ohne Allrad sind es 445 l und 1.290 l). Bei der Zuladung sind je nach Modell maximal zwischen 421 und 585 Kilogramm möglich.

Der Kofferraum im VW T-Roc ist nicht riesig, aber ausreichend      Foto: VW

Die Kofferraumklappe schwingt ausreichend in die Höhe. Sie kann manuell vom Fahrersitz aus, mit der Fernbedienung oder am hinteren VW Logo geöffnet werden. Wer es lieber elektrisch mag, der ist mit 395 Euro dabei. Unter dem Kofferraumboden lag beim Testwagen neben dem Standard-Werkzeug, das Tirefit und ein Subwoofer. Etwas Platz für Kleinkram gibt es da auch noch. Die Durchladeluke beim VW T-Roc in der hinteren Sitzlehne ist praktisch und serienmäßig.

❏ VW T-Roc: Innenraum + Ausstattung

Über die ausreichend weit öffnenden Türen schiebt man sich lässig auf die bequemen Sitze. Der Testwagen hatte die Lederausstattung Vienna für 2.295 Euro Aufpreis mit bequemen Sportsitzen. Farblich passte das zweifarbige Leder perfekt zur Außenlackierung “Energetic Orange Metallic Schwarz” und den Dekoreinlagen “Energetic Orange matt” für Instrumententafel, Mittelkonsole und Türverkleidungen vorn. Leider reichten die farblichen Akzente nicht mehr für die hinteren Türen.

Die hintere Reihe bietet für zwei Erwachsene genügend Sitzkomfort. Kopf- und Beinfreiheit passen und die Übersicht ist dank der erhöhten Rückbank recht ordentlich. Und das trotz dem im Testwagen für 1.230 Euro verbauten Panorama-Ausstell-/Schiebedach mit Panoramadach hinten.

Es kann bunt zugehen im T-Roc     Foto: VW

Die vorderen Passagiere bekommen ein eingenständiges Interieur geboten, obwohl das VW-Feeling überall sicht- und fühlbar ist. Im T-Roc steckt die über Jahrzehnte gereifte Wolfsburger-Technik, gepaart mit modernsten Assistenzsystemen und klar strukturierten Flächen. An der Verarbeitung und den meisten Materialien gibt es nicht zu meckern. Die individuellen Gestaltungsmöglichkeiten des VW T-Roc sind schon beeindruckend, haben allerdings auch ihren Preis.

Das Active Info Display, mehrfarbig und mit verschiedenen Info-Profilen kostet zum Beispiel 500 Euro. Dazu muss man dann aber noch das beheizbare Multifunktionslenkrad in Leder und mit Schaltwippen wählen. Macht noch mal 435 Euro extra. Und das Radio “Composition Media” muss dann auch noch für 235 Euro angekreuzt werden.

VW T-Roc: Der Modellname ist jetzt auch mittig platziert worden      Foto: VW

Doch damit nicht genug. Ein Assistenzsystem verlangt VW auch noch anzukreuzen. In unserem Fall das günstigste für 320 Euro, die Automatische Distanzregelung ACC inklusive City-Notbremsfunktion und “Front Assist” und Fahrzeugstopp-Funktion. Ich kann das Active Info Display nicht empfehlen. Nicht wegen den Kosten, sondern weil es mir einfach vom Layout und von der Grafik her nicht zusagt. Analoge Instrumente sind heutzutage längst nicht das Schlechteste.

Neben dem Multimediasystem mit den beiden Drehknöpfen (Toll!) stammen noch viele andere Teile aus dem VW Polo. Die Regeleinheit für die “Air Care Climatronic” (390 Euro) sitzt perfekt. Überhaupt ist die Bedienung des T-Roc Volkswagen-typisch einfach und alle Schalter sitzen da, wo man sie vermutet.

Weniger schön ist der rundum verwendete harte Kunststoff im Interieur. Nicht mal wegen der Optik, sondern der passt einfach nicht zum Anspruch von VW und zu dem aufgerufenen Preis des T-Roc.

Beim Thema Fahrerassistenzsysteme kann der VW T-Roc aus den Vollen schöpfen. Der Testwagen hatte das geamte Wolfsburger Hightech-Programm an Bord. Allerdings nimmt Volkswagen für die meisten Systeme einen Aufschlag. Das Umfeldbeobachtungssystem “Front Assist” mit City-Notbremsfunktion gibt es gratis von Wolfsburgern.

❏ VW T-Roc: Motor + Fahrleistung

Der Testwagen hatte mit seinem 2,0 Liter TDI-Motor die perfekte Maschine unter der Haube. Die Allzweckwaffe von VW bringt es auf 340 Newtonmeter, die ab 1.750 U/min anliegen. Mit seinen 150 PS ist er kräftig genug für alle anfallenden Aufgaben in der Stadt, Überland und auf der Autobahn. In 8,4 Sekunden geht es für den 1.270 – 1.530 Kilogramm (Leergewicht je nach Modell) schweren Kompakt-SUV auf 100 km/h und bei 200 km/h ist der Spaß vorbei. In der Stadt gönnte sich der Testwagen zwischen 5,6 und 6,1 Liter Diesel.

Mit dem 55 Liter Tank kann der VW T-Roc in der 4Motion-Variante gut 900 Kilometer im Stück abspulen. SCR-Kat und AdBlue sind vorhanden. Und auch als Zugfahrzeug besitzt der T-Roc einige Talente. Bis zu 1.900 Kilogramm kann er maximal an den Haken nehmen. Allerdings erreicht er im Anhängerbetrieb nicht die Souveränität eines ausgewachsenen SUVs.

Der 150 PS TDI-Motor ist im VW T-Roc eine gute Wahl    Foto: VW

Die Akustik des Motors ist zwar nicht vorlaut, aber die Insassen nehmen sie wahr. Ein gleich stark motorisierter VW Tiguan ist deutlich leiser. Den 150 PS TDI-Motor gibt es in der Style-Aussttattung immer nur in Verbindung mit dem 7-Gang-DSG und mit Allrad. Der Testwagen konnte mich mit dieser Konfiguration beim Handling, Komfort und mit seinen Fahreigenschaften überzeugen.

Der VW T-Roc passt mit seinen Außenmaßen in die Stadt    Foto: VW

Das Lenkrad gibt sehr gute Rückmeldung an den Fahrer. Lenkwinkelkorrekturen waren kaum nötig. Der Wendekreis von 11,1 Metern macht den T-Roc noch handlich. Die Übersicht beim Einparken wird durch die breite C-Säule beeinträchtigt. Dank Parkpiepser und Rückfahrkamera findet man sehr schnell den idealen Einschlagwinkel und Bremspunkt.

Trotz seiner fünf verschiedenen Fahrmodis (Eco, Comfort, Normal, Sport und Individual) ist das Fahrwerk eher härter als weich abgestimmt. Der VW T-Roc ist aber kein bretthartes Fahrzeug. Das DSG im Testwagen ruckelte beim Anfahren nur ganz leicht. Noch ein wenig Feinabstimmung und es wäre optimal.

VW T-Roc      Foto: VW

Auch der VW T-Roc ist trotz Allrad kein talentierter Wühler im Gelände. Sicherlich hat der Allrader auf nasser und verschneiter Straße gegenüber einem Frontriebler Vorteile bei der Traktion. Ich könnte im Flachland getrost auf den 4Motion-Antrieb verzichten. Zumal der Waldweg oder die Schotterpiste die Ottonormal-Fahrer manchmal “bezwingen” muss, nicht wirklich unter die Kategorie Gelände fallen.

❏ VW T-Roc: Fazit + Preis

Die SUV-Erfolgsgeschichte geht bei Volkswagen weiter. Diesmal in der Kompaktklasse mit dem VW T-Roc. Optisch hat er für Wolfsburger Verhältnisse richtig schicke Züge. Innen ist er ein durchdachtes Fahrzeug aus dem Volkswagen-Teilelager, das aber seine Eigenstängigkeit bewahrt. Platzverhältnisse, Kofferraum, Fahrverhalten und die individuellen Gestaltungsmöglichkeiten sind seine Talente. Dazu die modernsten Assistenzsysteme und Abmessungen, die in die Zeit passen. Er ist alles andere als ein hochgelegter VW Golf. Er ist besser.

Sind die Versicherungseinstufungen und die Werkstattkosten beim VW T-Roc noch überschaubar, ist die Preispolitik für mich nicht gerade kundenfreundlich. Der günstigste T-Roc kostet ab 20.390 Euro. In der zweithöchsten Ausstattungslinie Style mit 150 PS TDI-Motor, 7-Gang DSG und 4Motion kostet er ab 31.825 Euro. Bei meinem Test-VOLKS-wagen war die mit vielen nützlichen Dingen ausgestattete Style-Variante locker über der 40.000 Euro-Schallmauer.

Der Testwagen VW T-Roc wurde von Volkswagen zur Verfügung gestellt.

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VW Polo GTI – Das alltagstaugliche Spaßmobil

Der neue Volkswagen Polo GTIVW Polo GTI Foto: Volkswagen

Den Kleinwagen VW Polo gibt es mittlerweile in der sechsten Generation. Wobei Kleinwagen mächtig untertrieben ist. Denn über die Jahre hat der Polo an seinen Abmessungen, der Technik und seinem Benehmen mächtig gearbeitet. Angefangen hat der VW Polo GTI mit 120 PS aus 1,6 Litern Hubraum. Aktuell ist der Kraftzwerg aus Wolfsburg bei 200-Turbo-PS angekommen. Und damit ist der Polo GTI auch zu einer echten Alternative zum Konzernbruder Golf GTI herangewachsen.

❏ VW Polo GTI – Karosserie

Das Außendesign vom Polo GTI unterscheidet sich nur unwesentlich von seinen “normalen” Polo-Brüdern. Die Polo GTI-Karosserie misst in der aktuellen Version 4,07 Meter in der Länge, 1,75 Meter in der Breite (mit Außenspiegeln 1,96 Meter und damit für die linke Spur im Autobahn-Baustellenbereich zugelassen!) und in der Höhe 1,44 Meter. Der Radstand beträgt 2,55 Meter. Auffälligstes Unterscheidungsmerkmal beim GTI ist die um 15 Millimeter tiefergelegte Karosserie mit dem serienmäßigen Sportfahrwerk.

VW Polo GTI Foto: Volkswagen
Den VW Polo GTI gibt es nur als Fünftürer       Foto: Volkswagen

Es gibt den Polo GTI nur als Fünftürer und mit fünf Außenlackierungen. Flash-Rot und Pure-White sind ohne Aufpreis und die anderen Farben kosten 495 Euro extra. Das GTI-Logo prangt an allen vier Seiten der Außenhaut und der obligatorische rote Lidstrich in den Scheinwerfern und im Kühlergrill mit seiner Wabenstruktur darf natürlich nicht fehlen. Halogen-Hauptscheinwerfer sind serienmäßig. LED-Scheinwerfer gibt es für 985 Euro Aufpreis.

VW Polo GTI Foto: Volkswagen
VW Polo GTI mit dem roten Lidstrich in den Scheinwerfern und im Kühlergrill       Foto: Volkswagen

Äußerlich unterstreichen rote Bremssättel, 17-Zoll-Alus, ein verchromtes Doppelauspuffendrohr und ein zweigeteilter, zweifarbiger Heckspoiler dezent die sportlichen Ambitionen des VW Polo. Ein Polo GTI ist optisch weder prollig noch ein Design-Exemplar. Man erkennt ihn als Polo, ahnt aber nicht unbedingt, welche sportlichen Gene in ihm stecken. Es sei denn, man erblickt das GTI-Logo.

❏ VW Polo GTI – Kofferraum

Der Kofferraum des Polo GTI mit doppeltem Boden ist solide verkleidet. Dieser schluckt 305 Liter und wenn die Rücklehnen im Verhältnis 60:40 umgeklappt werden, erweitert sich das Volumen auf bis zu 1.079 Liter. Bei 435 Kilogramm Zuladung ist das Maximum erreicht. Das reicht für das Urlaubsgepäck von zwei Personen. Als Lastesel ist der VW Polo nicht zu gebrauchen. Aber er ist ja schließlich auch ein GTI.

VW Polo GTI Foto: Volkswagen
VW Polo GTI mit sportlicher Schürze in Waben-Optik       Foto: Volkswagen

Der Kleine Kraftzwerg könnte wenn er wollte bis zu 1.200 Kilogramm (gebremst) an den Haken nehmen, aber wer macht das schon. Im unteren Teil des Kofferraums ist die Batterie für eine bessere Gewichtsbalance untergebracht und das Bordwerkzeug inklusive Tirefit. Für ein paar Kleinigkeiten ist hier auch noch Platz.

❏ Innenraum + Ausstattung

Volkswagen hat sich beim Innenraum richtig Mühe gegeben, dem gängigen GTI-Klischee zu entsprechen. Durch große Türen und über Einstiegsleisten mit GTI-Schriftzug gelangt man auf gut ausgeformten Sportsitze mit “Clark”-Karo-Muster. Die Seitenwangen mit schwarzem Stoff bieten ordentlichen Seitenhalt und die Bestuhlung empfand ich insgesamt bequem. Der schwarze Dachhimmel, ein abgeflachtes Leder-Sport-Lenkrad mit Schaltpaddle und GTI-Prägung, Laptimer im Bordcomputer, Alu-Pedalen und die rote Ziernaht an verschiedenen Stellen unterstreichen das Polo-Sport-Studio.

VW Polo GTI Foto: Volkswagen
Rot und Schwarz dominieren im VW Polo GTI          Foto: Volkswagen

Im Testwagen dominierten die Farben Rot und Schwarz das gesamte Armaturenbrett und die Mittelkonsole. Trotz der sportlichen Akzente bleibt der VW Polo GTI im Innenraum absolut alltagstauglich. Das Platzangebot auf den vorderen Plätzen im VW Polo GTI empfand ich als völlig ausreichend. Im Gegensatz zur zweiten Reihe, wo zwei Erwachsene nur für kürzere Strecken platznehmen sollten.

Ablagemöglichkeiten für die täglichen Dinge sind im VW Polo GTI ausreichend vorhanden und befinden sich in den Türen, der Mittelarmlehne, auf der Mittelkonsole und im Handschuhfach. Dazu noch ein Brillenfach im Dachhimmel. USB-Anschlüsse sind genauso vorhanden, wie eine 12-Volt-Dose und ein Fach für die induktive Ladestation unter den Klimareglern.

VW Polo GTI Foto: Volkswagen
Das aufpreispflichtige Active Info Display (400 Euro) im VW Polo GTI          Foto: Volkswagen

Der verwendete Materialmix und die -qualität können durchaus überzeugen, ohne jedoch in Richtung Premium zu tendieren. Dafür wird im VW Polo GTI zu viel Hartplastik verbaut (der komplette Türbereich, Mittelkonsole). Es ist alles VW-typisch gut verarbeitet. Die Anordnung der Schalter und Knöpfe ist perfekt gelöst und gibt, wen wunderts, keinerlei Rätsel auf. Und er hat noch einen richtigen Handbremshebel!

Wer analoge Anzeigen nicht mehr für zeitgemäß hält, der kann sich das aufpreispflichtige Active Info Display (400 Euro) für den VW Polo GTI bestellen. Der 8-Zoll Multimedia-Touchscreen für Radio, Navi, Telefon usw. wurde perfekt in der Höhe verbaut. Klimaanlage ist Serie, Klimaautomatik kostet 375 Euro Aufpreis. Parkpiepser vorne und hinten, sowie die Sitzheizung vorne sind im Grundpreis enthalten. Was fehlt, ist garantiert in der Aufpreisliste zu finden.

❏ Motor + Fahrleistung

Der erste Blick unter die Motorhaube fällt nicht auf den Motor, sondern sucht die Haltestange für die Haube. Gasdruckdämpfer gibt ist nämlich nicht. Also fällt erst der zweite Blick auf den neuen 2,0 Liter TSI Turbo-Motor, der auch im Golf GTI verbaut wird. Im Polo GTI  leistet das Aggregat 200 PS bei 4.400 bis 6.000 U/min und liefert 320 Nm zwischen 1.500 und 4.400 U/min ab. Das reicht für den Sprint in 6,7 Sekunden bis zur Marke von 100 km/h und zur Höchstgeschwindigkeit von 237 km/h.

VW Polo GTI Foto: Volkswagen
Der neue TSI-Motor leistet im VW Polo GTI 200 PS     Foto: Volkswagen

Für den VW Polo GTI gibt es aktuell nur ein Sechsgang-Doppelkupplungs-Getriebe. Eine manuelle Version soll noch 2018 nachgeschoben werden. Für die meisten Aufgaben in der Stadt oder auf der Landstraße reicht das DSG völlig aus und bringt die Kraft harmonisch an die Vorderräder. Und wer wirklich mal auf die Rennstrecke gehen möchte, der kann ja mit den Paddles arbeiten.

Trotz seiner 200 PS ist der VW Polo GTI keine Rennsemmel, sondern mehr ein hochmotorisierter Kleinwagen mit sehr guten Manieren. Auf der linken Spur der Autobahhn kann er lange mithalten, aber Angstschweiß oder nasse Hände bereitet er dem Fahrer dabei nicht.

VW Polo GTI Foto: Volkswagen
VW Polo GTI: Gibt es nur mit Sechsgang-DSG      Foto: Volkswagen

Ein elektronisches Vorderrad-Differential sorgt im Zusammenspiel mit dem ESP dafür, dass der VW Polo GTI die Bodenhaftung nicht verliert. Der Testwagen hatte das aufpreispflichtige Adaptivfahrwerk verbaut. Eco, Normal, Sport und Individuall sind die einstellbaren Modis. Im Sport-Modus liefert der Wolfsburger sogar eine Soundshow aus den Doppelendrohren. Die Lenkung macht genau das, was eine Lenkung machen soll und mit 10,6 Metern gibt es beim Wendekreis nichts zu meckern.

Die roten Bremssättel sehen nicht nur gut aus, die können auch kräftig zupacken. Im Datenblatt wird der Stadtverbrauch des VW Golf GTI mit 7,7 Litern angegeben. Den erreicht man nur im Eco-Modus, aber nicht, wenn die Sport-Taste gedrückt ist. Der Wolsburger hält keine bösen Überraschungen für den Fahrer bereit, und bleibt sehr lange neutral in der Spur.

Der GTI wird vielen Polo-Kunden gefallen, weil die Kombination aus komfortablen, gutmütigen Alltagsauto und GTI-Feeling nur einen Knopfdruck entfernt liegt.

❏ VW Polo GTI – Fazit + Preis

Die saubere Verarbeitung, eine präzise Lenkung, tolle Straßenlage, ein hoher Fahrkomfort und bei Bedarf ein Kleinwagen mit reichlich Power. Das ist der neue VW Polo GTI. Dazu eine Portion serienmäßiger Assistenzsysteme und eine lange Aufpreisliste. Das alles zum Preis von 23.950 Euro und damit fast 9.000 Euro günstiger als der große Bruder Golf GTI.

 

Der Testwagen wurde von Volkswagen zur Verfügung gestellt.

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VW Arteon Elegance 2.0 TDI:240 PS

Der neue Volkswagen Arteon EleganceVolkswagen hat dem Arteon ein schickes Karosseriedesign verpasst Foto: VW

Die Marketing-Abteilung von Volkswagen wird nicht müde zu betonen, dass der Arteon kein Nachfolger vom Passat CC oder vom Phaeton ist, sondern ein völlig neues, eigenständiges Modell. Die Wolfsburger positionieren den VW Arteon als ihr aktuelles Spitzenmodell in der oberen Mittelklasse. Die Karosserie ist sicherlich keine Design-Revolution, doch für VW-Verhältnisse ist das schon ein großer Wurf. Gebaut wird das viertürige Coupé in Emden. Zum Test stand ein VW Arteon Elegance mit dem 240-PS-TDI-Motor, DSG und serienmäßigem 4Motion zur Verfügung.

Das Volkswagen gute Autos baut, ist kein Geheimnis. Golf, Polo, Passat oder auch der Tiguan sind bei den Kunden beliebte Modelle. Nur in der Oberklasse konnte Volkswagen bisher noch nicht richtig Fuß fassen. Das letzte Wolfsburger Flaggschiff, der VW Phaeton, hatte mit seinen Verkaufszahlen keine Chance gegen die deutsche Konkurrenz. Mit dem Arteon soll nun ein neues Volkswagen-Kapitel im Premiumsegment geschrieben werden.

❏ VW Arteon – Karosserie

Ich finde, dass der Arteon für ein Volkswagen-Modell richtig schick aussieht. Die neue Designsprache lässt sich besonders gut an der Front erkennen. Sie besteht fast nur aus Grill. Die horizontalen, verchromten Streben lassen den Wagen sehr breit wirken. Die Motorhaube hat schöne ausgearbeitete Kanten und zieht sich seitlich bis auf die Radhäuser hinunter. Serienmäßig spendiert Volkswagen dem Arteon die LED-Scheinwerfer, -Tagfahrlichter und -Blinkleuchten. VW bietet das Auto in drei Ausstattungsvarianten an: Arteon (Basis), Elegance und R-Line. Bei den beiden letzteren Versionen sind 18-Zoll-Alus serienmäßig, in der Basisausstattung sind es 17-Zöller. Aus zehn verschiedenen Farben kann der Kunde auswählen.

VW Arteon
Die Front des VW Arteon besteht fast nur aus Grill     Foto: F. Moritz

In der Seitenansicht fällt beim Arteon die lang gestreckte Motorhaube und die gelungene coupéhafte Dach-Form ins Auge. Aber musste die Stummelantenne aus dem VW-Teile-Regal wirklich sein? Die elegantere Lösung wäre hier die Antenne im Heckfenster zu integrieren. 4,86 Meter ist der VW Arteon lang, 1,87 Meter breit (von Außenspiegel zu Außenspiegel sind es 2,13 Meter) und in der Höhe bringt er es auf 1,45 Meter. Die gestreckte Silhouette mit dem 2,84 Meter langen Radstand lässt viel Platz im Innenraum erwarten.

VW Arteon
Rahmenlose Scheiben vorne und hinten im VW Arteon     Foto: F. Moritz

Die vier Türfenster werden rahmenlos geführt. Trotz seines modernen Außendesign lässt sich der Arteon noch immer klar als ein Volkswagen identifizieren. Vom technischen Aufbau her ist die Karosserie, wie auch z.B. der Golf, auf dem Modularen Querbaukasten aufgebaut.

VW Arteon

Die Chrom-Endrohre sind beim VW Arteon Elegance mit 2,0-Liter TDI-Motor und 240 PS nur Fake     Foto: F. Moritz

Den neu gestalteten Heckbereich zieren umlaufende, zweigeteilte LED-Rückleuchten mit dynamischem Blinklicht. Dazu breite, ausgearbeitete Schultern, die dem VW Arteon einen stämmigen Auftritt verleihen. Unterhalb der großen, getönten Heckscheibe sitzt das VW-Logo. Es beherbergt die Rückfahrkamera (verschmutzt dadurch kaum) und dient auch noch als Öffner für die Heckklappe. Neu ist auch, dass der Modellname Arteon jetzt in großen Lettern unterm VW-Logo steht. Beim Testwagen waren die beiden Chrom-Endrohre ein Fake. Der Auspuff befindet sich auf der Fahrerseite und endet dahinter. Das gibt es leider immer öfters als Designspielerei bei allen Fahrzeugherstellern.

VW Arteon
Hinter dem VW-Logo sitzt die Rückfahrkamera schmutzgeschützt    Foto: F. Moritz

❏ VW Arteon – Kofferraum

Die elektrische Kofferraumklappe ist weit oben am Dach angeschlagen und öffnet sich dementsprechend großzügig. Dahinter ist Platz für 563 Liter Gepäck. 73 Zentimeter misst die Ladekantenhöhe und dahinter muss das Gepäck wieder 21 Zentimeter nach unten auf den Ladeboden gehievt werden. Mit den umgeklappten Rücksitzlehnen im Verhältnis 60:40 erhöht sich das Kofferraumvolumen dann auf 1.557 Liter. Die maximale Zuladung ist bei 607 Kilogramm erreicht.

VW Arteon
Weit öffnende Heckklappe und dahinter ist Platz für 563 Liter Gepäck    Foto: VW

Hoch stapeln kann man auf Grund der Karosserieform im Gepäckabteil nicht. Dafür passen aber Gegenstände von gut zwei Metern Länge bei vorgeschobenen Beifahrersitz locker rein. Leider lässt sich die Lehne vom Beifahrersitz nicht komplett nach vorne umlegen. Ein Fahrrad ist für den Arteon-Kofferraum kein Problem. Bei der Urlaubstour mit zwei Personen passen auch unnötige Dinge noch in den Arteon-Kofferraum. Doch für den Einkauf aus dem Möbelhaus sollte man lieber ein anderes Kfz benutzen.

❏ Innenraum + Ausstattung

Die vier Türen lassen sich weit öffnen und schließen mit sattem Klang. Wer hinten einsteigt, sollte auf seinen Kopf achten. Durch die coupéhafte Dachform kann man sich schnell eine Kopfnuss einfangen. Bleiben wir gleich hinten. Das Platzangebot vor den Füßen ist fürstlich dimensioniert. Auch in der Breite kommt keine Kuschelatmosphäre zwischen den Passagieren auf. Für Leute über 1,85 Meter Körpergröße ist der Himmel aber näher als man denkt – also der Dachhimmel. Außerdem empfand ich die Kopfstützen als zu kurz.

VW Arteon
Reichlich Platz im Fußraum. Die Kopffreiheit dagegen ist eingeschränkt     Foto: VW

Anders sieht es in der ersten Reihe aus. Komfortabler Einstieg und Platz in alle Richtungen. Hier sitzt man gerne, zumal ich den Sitzkomfort als sehr angenehm empfand. Mir fehlte im Testwagen nur die Verlängerung für die Oberschenkelauflage. Vier Plätze können beheizt werden und die vorderen Sitze haben die üblichen Gimmicks in dieser Klasse. Die Übersicht auf die Straße ist vom Fahrersitz aus recht ordentlich. Bauartbedingt ist der Blick durch das Heckklappenfenster mehr einem Sehschlitz gleich. Dafür schaut man in einen sehr schönen rahmenlosen Rückspiegel.

Beim genauen Blick auf das Cockpit, fiel mir spontan das Sprichwort ein: “Kennst du Einen, kennst du Alle.” Was das bedeuten soll? Die Wolfsburger haben sich beim VW Arteon aus ihrem Teilesortiment bedient. Das muss ja nicht unbedingt schlecht sein, denn die einzelnen Komponenten wie zum Beispiel das Multifunktionslenkrad, der 9,2-Zoll-Touchscreen, das Active Info Display, eine analoge Uhr, die Bedieneinheit für die Klimatisierung, die DSG-Schaltkulisse oder auch die Schalter für die Fensterheber und Lüftungsdüsen sind ohne Frage sehr hochwertig und funktional.

VW Arteon
Das Cockpit vom Arteon ist funktional und typisch Volkswagen     Foto: VW

Aber diese Komponente werden auch in anderen VW-Modellen reichlich verbaut und deshalb wirkt der Arteon für mich bei der Innenarchitektur zu normal. Der verwendete Materialmix und die -qualität können durchaus überzeugen, ohne jedoch Premiumduft zu versprühen. Dafür wird im Arteon noch zu viel Hartplastik verbaut (unterer Türbereich, Mittelkonsole). Es ist alles VW-typisch gut verarbeitet und lässt bei der Bedienung keine Fragen aufkommen. Was mir im Testwagen (in Elegance-Ausstattung) zum Premiumfeeling aber zum Beispiel fehlte, waren wertige Nuancen wie feine Nähte oder auch nur schön gestaltete Regler und Knöpfe. Der billig wirkende “ausfahrbare Eiskratzer”, also ich meine das Head-up-Display (565 Euro extra), ist in dieser Fahrzeug- und Preisklasse einfach nicht vermittelbar. Vielleicht sollte Volkswagen mal einen Blick zu Volvo werfen, denn die haben auch beim Innendesign gerade einen Lauf.

Beim Thema Sicherheit und Assistenzsysteme kann man mit dem VW Arteon nichts falsch machen. Er hat von Hause aus schon einige Dinge serienmäßig an Bord. Alles andere kann optional bestellt werden. Möglich sind zum Beispiel die automatische Distanzregelung ACC mit vorausschauender Geschwindigkeitsregelung, der Spurhalteassistent, ein Stau- und Parkassistent, “Area View” (liefert die Außenansicht rund um das Fahrzeug), Totwinkelwarner oder auch ein Frontassistent mit Fußgängererkennung. Auch bei der Konnektivität ist der VW Arteon mit seinem hauseigenen “Car-Net-System” recht gut vernetzt.

❏ Motor + Fahrleistung

Volkswagen bietet aktuell zwei Benzin- (190 und 240 PS) und drei Dieselmotoren (150, 190 und 240 PS – alle mit SCR-Kat) an. Bisher sind nur 2,0 Liter Vierzylinder-Motoren für den VW Arteon vorgesehen. Der Testwagen hatte die 2,0-Liter-TDI-Maschine mit 240 PS, Allradantrieb und 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe unter der Haube. Die Fahrwerte, das Handling und der Fahrkomfort haben mich beim Arteon mit seinen über 1,8 Tonnen Leergewicht positiv überrascht.

VW Arteon
Kräftiger und leiser 2,0 Liter TDI-Motor mit 240 PS im VW Arteon     Foto: F. Moritz

Gestartet wurde der Testwagen über einen Startknopf auf der Mittelkonsole. Das maximale Drehmoment von 500 Newtonmetern liegt in einem schmalen Drehzahlband von 1.750 bis 2.500 Umdrehungen pro Minute an. Das reicht für den Sprint von 0 auf 100 km/h in 6,5 Sekunden und für eine Höchstgeschwindigkeit von 245 km/h. Das 7-Gang-DSG machte seine Arbeit ordentlich und ohne hektische Allüren.

Der Vierzylinder-Motor brummt angenehm leise und verbrauchte in der Stadt 8,1 Liter. Mit dem 66 Liter Tank wäre somit eine theoretische Reichweite von gut 800 Kilometern in der Stadt möglich. Überhaupt hat VW bei der Dämmung nicht gespart, was die Insassen zu schätzen wissen. Die serienmäßige Progressivlenkung lässt den Arteon leicht rangieren und auch zielgenau durch Kurven zirkeln. Den Wolfsburger kann man recht flott fahren (fast schon sportlich), weil er sich spielerisch leicht bewegen lässt und den Fahrer nie vor unlösbare Probleme stellt. Ein typischer Volkswagen eben.

VW Arteon
VW Arteon    Foto: VW

Fünf Fahrprogramme bietet der VW Arteon: Eco, Comfort, Normal, Sport und Individual. Letzteres kann jetzt sogar stufenlos eingestellt werden. Mein Favorit war während der Testfahrt die Einstellung des adaptiven Fahrwerks im Comfort-Modus. Dank dem serienmäßigen und variablen Allradantrieb hatte der Testwagen selbst auf leicht verschneiten Hauptstadtstraßen keinerlei Traktionsprobleme.

❏ VW Arteon – Fazit + Preis

Ob der VW Arteon die zahlende Kundschaft überzeugen kann, wird sich zeigen. Optisch, fahrtechnisch und sicherheitstechnisch ist der Wolfsburger ein gelungenes Auto. Allerdings ist seine Verwandtschaft zum VW Passat doch näher als manch Marketing-Werbung offeriert. Und dann kann der Preis ausschlaggebend werden. Für einen VW Arteon in Elegance-Ausstattungen müssen mindestens 41.275 Euro auf den Tisch gelegt werden. Der Basis-Arteon fängt bei 35.325 Euro an. Volkswagen bietet für den Arteon nur zwei Jahre Neuwagen-Garantie.

Der Testwagen wurde von Volkswagen zur Verfügung gestellt.

Autotester: Moritz & Weirauch

VW Tiguan – Eine Erfolgsgeschichte

Volkswagen TiguanVW Tiguan Foto: VW

Kaum rollt die neue Generation des VW Tiguan über die deutschen Straßen, schon belegt der Wolfsburger in der Zulassungsstatistik des Kraftfahrtbundesamtes Platz zwei. Das schaffte vor ihm noch kein anderer SUV. Sein Vorgänger kam erst 2007 auf den damals schon boomenden SUV-Markt, konnte aber auf Anhieb die Kunden überzeugen und wurde zum Verkaufsschlager. Nun versucht der neue “Tiger” die Erfolgsgeschichte weiter zuführen. 

Der VW Tiguan ist der erfolgreichste Vertreter seiner Klasse in Deutschland. Seinen Namen verdankt er einer Leserumfrage und der setzt sich aus den beiden Wörtern Tiger und Leguan zusammen. Und in Zeiten von Globalisierung möchte ich auch noch erwähnen, dass der VW Tiguan tatsächlich komplett in Wolfsburg zusammengebaut wird. Zum Test stand ein VW Tiguan 2,0 Liter TDI 4Motion DSG mit 150 PS zur Verfügung.

❏ VW Tiguan: Karosserie

VW Tiguan Foto: VW
VW Tiguan II   Foto: VW

Der erste Eindruck ist ja meistens entscheidend und beim neuen VW Tiguan fällt dieser für mich sehr positiv aus. Er ist durch die neuen Proportionen und schärferen Karosserielinien sogar zu einem kleinen Hingucker geworden und hat sein Langeweile Image jetzt endgültig abgelegt. Das liegt unter anderem auch an den neuen Karosseriemaßen.

In der Länge bringt es der Tiguan auf 4,49 Meter (plus 6 cm), in der Breite sind es 1,84 Meter (plus 3 cm, mit Außenspiegeln 2,10 Meter) und in die Höhe reckt sich der VW auf 1,65 Meter (minus 3 cm). Den Radstand von jetzt 2,67 Metern (plus 8 cm) bekommen besonders positiv die Passagiere im Innenraum zu spüren und das Kofferraumvolumen legt auch noch mal ordentlich zu.

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VW Tiguan II   Foto: VW

Den Tiguan gibt es in den VW-typischen Ausstattungsvarianten Trendline, Comfortline und Highline. Zusätzlich hat der Neue aus Wolfsburg auch eine R-Line-Variante für innen und außen zu bieten. Serienmäßig rollt der Tiguan auf 17-Zoll-Alus und ab der höchsten Ausstattungsstufe Highline sind es 18-Zöller.

Sicherlich ist die Highline-Ausstattung einige tausend Euro teurer als die beiden anderen Ausstattungslinien, aber dafür bekommt dann man auch viele nützliche Dinge mitgeliefert. Da wären zum Beispiel die LED-Scheinwerfer und die Top-Komfortsitze. Beides war im Testwagen vorhanden und kann von mir nur wärmstens empfohlen werden.

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VW Tiguan II   Foto: VW

Den Heckbereich bestimmen der oben angesetzte klassische Heckspoiler mit der dritten Bremsleuchte, dazu Voll-LED-Rückleuchten und die beiden dezenten Endrohre (zum Glück keine Fake-Blenden, wie es heute ja immer öfter zur Mode wird). Ein VW Tiguan ist kein Auto mit einer übertrieben gestylten Karosserie. Das zeitlose Design des Wolfsburger SUVs lässt ihn auch noch in vielen Jahren nicht altbacken aussehen.

❏ VW Tiguan: Kofferraum

Wer ein Auto für den harten Offroad-Einsatz sucht, wird sich keinen SUV kaufen. Deshalb sind für mich Watttiefe oder Böschungswinkel auch beim neuen VW Tiguan nicht wirklich interessant. Eher schon die Ladekante und die ist 74 Zentimeter hoch. Das Kofferraumvolumen beträgt mehr als ausreichende 615 Liter.

Die Rücksitzlehnen können vom Kofferraum aus im Verhältnis 60:40 umgeklappt werden. Dann kommt man auf ein Volumen von 1.655 Litern und bei umgeklappter Lehne des Beifahrersitzes, sind auch längere Gegenstände einfach zu transportieren. Das klappt übrigens nicht, wenn Ergo-Active-Sitze bestellt werden.

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VW Tiguan II mit einem Kofferraumvolumen von 615 bis 1.655 Litern   Foto: VW

Sind die Rücksitzlehnen umgeklappt, entsteht keine ebene Ladefläche. Aber mal ehrlich, welches Auto hat das schon und vor allem wen stört das wirklich? Unter dem Ladeboden befindet sich das Reserverad bzw. wenn es nicht mitbestellt wird, steht zusätzlicher Stauraum zur Verfügung. Die hintere Rückbank kann verschoben werden, um damit den Platz im Kofferraum zu vergrößern. Der neue VW Tiguan verträgt eine maximale Zuladung von 584 Kilogramm. Diese großzügigen Platzverhältnisse für das Gepäck im neuen “Tiger” haben mich restlos begeistert und die Frage nach einem Kombiauto fast überflüssig gemacht.

❏ VW Tiguan: Innenraum + Ausstattung

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VW Tiguan II   Foto: VW

Die großen Türen öffnen beim neuen VW Tiguan vorne wie hinten in einem sehr großen Winkel und SUV-typisch schiebt man sich bequem auf die sehr gut ausgeformten und gepolsterten Top-Komfortsitze. Der erste Eindruck: alles sehr luftig und der Platz in der ersten Reihe ist mehr als großzügig ausgefallen. Einige Komponente des Armaturenbretts kennt man schon aus anderen VW-Modellen und die Materialien wirken insgesamt sehr wertig und handwerklich perfekt verarbeitet.

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VW Tiguan II mit sehr viel Platz für die Fondpassagiere und verschiebbarer Rückbank    Foto: VW

Auf den zweiten Blick überraschen das gelungene Ambiente und die gute Rundumsicht. Das Armaturenbrett überzeugt mit seinen Materialien, zumindest bis auf Höhe der Mittelkonsole, denn ab dort regiert das Hartplastik. Die Ergonomie ist für meinen Geschmack perfekt gelöst. Die Erreichbarkeit der Schalter und Knöpfe ist von der Fahrerseite aus fast optimal und die Bedienung VW-typisch einfach und narrensicher. Ablagemöglichkeiten sind reichlich vorhanden und es gibt sogar zwei größenverstellbare Becherhalter in der Mittelkonsole.

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VW Tiguan II mit Active Info Display    Foto: VW

Volkswagen bietet gegen Aufpreis jetzt auch für den Tiguan das hochauflösende virtuelle Cockpit “Active Info Display” mit einer Bilddiagonalen von 12 Zoll an. Berührungsängste sind hier fehl am Platz, denn nach wenigen Fahrkilometern möchte man es nicht mehr missen. Ob Drehzahlmesser, Tachometer, Routenplaner, Kilometerzähler oder auch Daten des Infotainmentsystems vom großen Touchscreen können hier dargestellt werden.

Es gibt gegen Aufpreis auch ein Head-up-Display, welches per Knopfdruck auf der Instrumententafel ausgefahren wird. Es zeigt auf einer Plastikscheibe Informationen zur Geschwindigkeit, Navigationsdaten oder auch Verkehrszeichen an. Mich konnte diese Head-up-Display-Version nicht überzeugen und ich empfand sie im Blickfeld nach vorne eher störend. Sie blieb während meiner Testfahrt in den Tiefen der Armaturentafel versenkt.

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8-Zoll-Touchscreen im VW Tiguan II   Foto: VW

Die funktionale Mittelkonsole mit der übersichtlich gestalteten Leiste für die Klimafunktionen und der darunterliegende Schalthebel für das 7-Gang-DSG-Getriebe mit den Drumherum drapierten Knöpfen kennt man aus anderen VW-Modellen. Aber warum auch Bewährtes neu erfinden? Der 8-Zoll große TFT-Touchscreen mit Annäherungssensorik dient im VW Tiguan als Schaltzentrale und Entertainmentsystem. Hier werden zum Beispiel das Navigationssystem mit eingestellt, die Radiosender gewählt oder auch die Online-Dienste verwaltet.

Neu im Tiguan ist ein Dreh- und Drückschalter in der Mittelkonsole, mit dem die vier Fahrprofile des Allradantriebs 4Motion (Onroad, Offroad, Offroad Individual und Snow) gewählt werden können. Ist die aufpreispflichtige adaptive Fahrwerksregelung DCC mit an Bord, gibt es noch einen Knopf für die Fahrwerksabstimmung (komfortabel, sportlich oder normal). Wer hohe Ansprüche an den Federungskomfort legt, für den ist das DCC im neuen VW Tiguan ein MUSS!
Der Tiger hat unter den Knöpfen für die Klimaregelung auch eine USB-Buchse versteckt. Das ist zwar löblich, aber warum nur diese Eine und dann noch so ungünstig platziert?

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Der VW Tiguan II mit Car-Net App-Connect   Foto: VW

Beim Thema Fahrerassistenzsysteme kann der neue VW Tiguan aus den Vollen schöpfen. Der Testwagen hatte das volle Wolfsburger Hightech-Programm an Bord. Natürlich nimmt auch Volkswagen für die meisten Systeme einen Aufschlag. Doch wer zum Beispiel öfters die Tochter samt Pferd im Anhänger zum Reiterhof fahren muss, der lernt schnell die Vorteile des “Trailer Assist” zu schätzen. Daneben gibt es noch unter anderem “Front Assist” mit City-Notbremsfunktion, “Light Assist”, “Side Assist”, “Lane Assist” und vieles für den “Tiger”.

❏ VW Tiguan: Motor + Fahrleistung

Lassen wir hier mal die aktuelle Diskussion über die manipulierten VW-Diesel-Motoren außen vor. Der Testwagen hatte mit seinem 2,0 Liter TDI-Motor die perfekte Maschine unter der Haube. Er bringt jetzt 340 Newtonmeter auf die Kurbelwelle und die liegen zwischen 1.750 und 3.000 Umdrehungen pro Minute an. Mit seinen 150 PS ist er kräftig genug für alle anfallenden Aufgaben in der Stadt, Überland und auf der Autobahn.

In 9,3 Sekunden geht es für den 1.736 Kilogramm (Leergewicht) schweren “Tiger” auf 100 km/h und bei mühelos erreichten 200 km/h ist der Spaß vorbei. VW gibt für den Vierzylinder-Motor einen Durchschnittsverbrauch von 5,7 Litern Diesel an. Beim Test waren es 1,1 Liter mehr. Die Akustik des Motors habe ich als sehr angenehm im Innenraum wahrgenommen und in Verbindung mit dem 7-Gang-DSG ist dieser TDI-Motor mit oder ohne Allrad eine empfehlenswerte Kombination. Der neue VW Tiguan ist überhaupt sehr gut gedämmt und leise.

VW Tiguan Foto: VW
VW Tiguan II   Foto: VW

Bei den Motoren bietet VW für den Tiguan vier Benzin- und vier Diesel-Motoren an, die alle die Euro-6-Norm erfüllen: Die TSI-Benziner leisten 125, 150, 180 und 220 PS, bei den TDI-Dieseln stehen 115, 150, 190 und 240 PS in der Auswahl. Je nach Motorenvariante sind Allradantrieb und DSG optional an Bord. Alle TDI-Motoren haben einen SCR-Katalysator, der mit “AdBlue” betrieben wird. Praktisch ist, dass die “AdBlue”- Öffnung auch hinter dem Tankdeckel platziert wurde.

Traktionsprobleme traten während der Testfahrt nicht auf. Sollten die Vorderräder doch einmal den Grip verlieren, schaltet sich beim 4Motion die Hinterachse über eine Haldexkupplung hinzu. Die Lenkung ist leichtgängig und bei hohen Kurvengeschwindigkeiten untersteuert der “Tiger” leicht, wird aber durch sein ESC (ESP) schnell wieder auf Kurs gebracht. Der Wendekreis beträgt 11,4 Meter.

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VW Tiguan II  Foto: VW

Mit dem neuen Tiguan will Volkswagen eine SUV-Offensive starten. Neben einem Tiguan-Coupé wird es in den nächsten Jahren weitere Versionen vom neuen Tiguan und anderen VW-Modellen geben. Denn der SUV-Boom ist noch lange nicht vorbei.

❏ VW Tiguan: Fazit + Preis

Der neue VW Tiguan wird mit Sicherheit die Erfolgsgeschichte fortführen. Mit seinen Platzverhältnissen, den Assistenzsystemen, der Motorenauswahl und seinem komfortablen Fahrwerk hat er alles, was viele Käufer von einem SUV erwarten. Das gibt es natürlich auch bei Volkswagen nicht zum Discountpreis.

Die billigste TSI-Ausführung mit 6-Gang Handschaltung und 125 PS in Trendline kostet ab 25.975 Euro. Der Testwagen als 2,0 Liter TDI mit 150 PS, DSG und 4Motion in Highline lag schon bei 38.450 Euro. Und ganz oben ist die 42.700 Euro teure 240 PS TDI-Version mit DSG und 4Motion angesiedelt. Allerdings sollte man auch noch beachten, dass Volkswagen eine recht großzügige Liste an Sonderausstattungen für den “Tiger” hat und 10.000 Euro zusätzlich sind da schnell mal angekreuzt.

Autotester: Moritz & Weirauch

Golf GTI – Der begeistert seit 40 Jahren

CIMG0688VW Golf GTI Foto: Frank Moritz

1976 begann die Geschichte des VW Golf, der mit den drei magischen Buchstaben – GTI. Ein Kompaktfahrzeug mit sportlichen Ausstattungsdetails und einem Motor mit reichlich Power. Waren es beim Golf GTI der ersten Generation noch 110 PS, hat die mittlerweile siebte Generation 220 PS unter der Haube. VW plante damals 5.000 Exemplare vom GTI zu verkaufen. Mittlerweile sind weltweit etwa 1,9 Millionen Fahrzeuge an die Kunden ausgeliefert worden.

Seit 40 Jahren begeistert die Abkürzung GTI die Autowelt. Ein Beispiel gefällig? Beim GTI-Treffen am Wörthersee in Österreich feierten auch in diesem Jahr wieder hunderttausende Fans “ihren” Golf GTI. Die Veranstaltung fand übrigens schon zum 35. Mal statt. Aber was ist das besondere an diesem Auto?

❏ VW Golf GTI – Karosserie

VW Golf GTI Foto: Frank Moritz
VW Golf GTI    Foto: Frank Moritz

Von außen hebt sich der aktuelle GTI von einem normalen VW Golf nur in wenigen Details deutlich ab. Die GTI-Karosserie misst 4,27 Meter in der Länge, 1,80 Meter in der Breite und 1,48 Meter in der Höhe. Der Radstand beträgt 2,63 Meter und die Hecktür schwenkt 2,01 Meter weit in die Höhe. Also nichts anderes wie bei den Standard-Gölfen. Dafür ist die Karosserie beim GTI aber um 15 mm tiefer gelegt. Es gibt den Golf GTI als Drei- und Fünftürer.

Im Frontbereich zieht sich der für den GTI typische rote Faden durch die Doppelscheinwerfer und dem Lüftungsgitter mit Wabenstruktur. Nicht zu vergessen das GTI- und VW-Logo. Darunter sitzen seitlich die beiden Finnen, die in den Nebellampen enden. Bi-Xenon Scheinwerfer sind Serie beim GTI und Voll-LED gibt es gegen Aufpreis.

VW Golf GTI Foto: Frank Moritz
VW Golf GTI – Rot lackierte Bremssättel sind Serie. Die 18-Zoll-Räder (Foto) sind optional.   Foto: Frank Moritz
VW Golf GTI Foto: Frank Moritz
VW Golf GTI   Foto: Frank Moritz

Die Rückleuchten des GTI sind Voll-LED und zwischen den beiden verchromten Endrohren sitzt noch ein kleiner Diffusor. Ansonsten ist das Heckdesign sehr sachlich gestaltet und ohne protzige Anbauten. Das gilt übrigens für das gesamte Karosseriedesign. Ein Golf GTI ist optisch weder Macho-Typ noch ein Design-Exemplar. Man erkennt ihn als Golf, ahnt aber nicht unbedingt, welche sportlichen Gene in ihm stecken. Es sei denn, man erblickt das GTI-Logo.

❏ VW Golf GTI – Kofferraum

VW Golf GTI Foto: Frank Moritz
VW Golf GTI   Foto: Frank Moritz

Der Kofferraum des GT I schluckt 380 Liter und wenn die Rücklehnen geklappt werden, erweitert sich das Volumen auf bis zu 1.270 Liter. Bei 445 Kilogramm Zuladung ist das Maximum erreicht. Der Wolfsburger könnte wenn er wollte durchaus einen Hänger an den Haken nehmen, der bis zu 1,6 Tonnen (gebremst) Gewicht haben darf. Die Rücklehnen lassen sich zweigeteilt umklappen und besitzen eine Durchladeluke. Das Warndreieck ist praktischer Weise in der Heckklappe untergebracht. Für den Familienurlaub ist der Golf GTI zu gebrauchen, als Truppentransporter reicht es allerdings nicht. Aber dafür ist ein GTI auch gar nicht gedacht.

VW Golf GTI Foto: Frank Moritz
VW Golf GTI – typisches Karomuster und serienmäßige Mittelarmlehne   Foto: Frank Moritz

❏ Innenraum + Ausstattung

Innenraum betritt man über eine beleuchtete Fußleiste mit, na klar, rotem Faden. Der setzt sich als Ziernaht am Lenkrad, an den Türen und am Schalthebel fort. Der Testwagen hatte die typischen GTI-Karositze in der Stoffversion, die meiner Meinung völlig ausreichen. Es gibt auch noch eine Leder- und eine Alcantara-Variante. Die Sportsitze sehen nicht nur gut aus, sie sind auch sehr bequem. Was ich während der längeren Testfahrten sehr zu schätzen wusste. Auch auf der Rückbank sitzt es sich recht kommod. Vorausgesetzt es sitzen nicht mehr als zwei Erwachsene dort.

Die Materialauswahl und auch die Materialqualität sind auf dem bekannt hohen Golf-Niveau. Genau wie die Ergonomie der Schalter, Knöpfe und Hebel absolut durchdacht ist. Er ist ein Golf, da steigt man ein und findet sich auf Anhieb zurecht. Vielleicht auch ein Geheimnis seiner Beliebtheit. Den sportlichen Part im Innenraum übernehmen die Alupedalerie, das unten abgeflachte Sport-Leder-Lenkrad mit GTI-Logo und natürlich der Schalthebel mit dem Knauf im Golfball-Design.

VW Golf GTI Foto: Frank Moritz
VW Golf GTI   Foto: Frank Moritz

Der Blick nach hinten beim Rückwärtsfahren ist bei aufgestellten Kopfstützen in der zweiten Reihe und der doch breiten C-Säule nicht optimal. Rückfahrkamera und Park-Piepser sollte man an Bord haben. Das mit der Sicht nach hinten ist leider bei den heutigen Autos ein allgemeines Problem. Ansonsten ist die Rundumsicht in Ordnung. Die Rundinstrumente vor dem Fahrer und das große Touch-Screen in der Mittelkonsole lassen sich prima ablesen.

Ablagemöglichkeiten für die täglichen Dinge sind im Golf GTI ausreichend vorhanden und befinden sich in den Türen, der Mittelarmlehne, auf der Mittelkonsole und im gekühlten Handschuhfach. Dazu noch ein Brillenfach im Dachhimmel.

❏ Motor + Fahrleistung

VW Golf GTI Foto: Frank Moritz
VW Golf GTI Foto: Frank Moritz
Kommen wir zu dem, was den wahrscheinlich größten Reiz eines Golf GTI ausmacht, den Motor. Unter der Haube wartet ein 2,0-Liter Vierzylinder-TSI-Motor mit Turboaufladung und Direkteinspritzung auf seinen Einsatz. Der hat eine maximale Leistung von 220 PS bei 4.500 bis 6.200 Umdrehungen. Das maximale Drehmoment von 350 Newtonmetern liegt zwischen 1.500 und 4.400 Umdrehungen pro Minute an. Dazu hatte der Test-GTI ein 6-Gang-Schaltgetriebe. Es gibt auch optional ein 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe für den Golf GTI.

Gestartet wird per Knopfdruck ohne bollernde Klanggewalten aus den Endrohren. Schiebt man die Gänge optimal durch die Box, erreicht der Golf GTI in 6,5 Sekunden die Marke von 100 km/h. Obwohl er nur über die Vorderräder angetrieben wird, bringt er die Leistung ohne Traktionsprobleme auf den Asphalt. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 246 km/h. Verschiedene Fahrmodis stehen zur Verfügung, wobei ich mich nur für Comfort und Sport entschieden habe. Den Comfort-Modus wählte ich hauptsächlich im Stadtverkehr. Entspanntes fahren bei angenehmer Akustik und im fünften Gang mit 50 km/h gleiten – der GTI ist zu 100 Prozent auch für den Alltag geeignet, ein Auto mit feinen Manieren. Dazu trägt auch der Wendekreis von 10,9 Metern bei. Der Fahrkomfort überraschte mich positiv für einen Sportler seines Kalibers.

Im Sport-Modus sieht es etwas anders aus. Nicht das er jetzt kompliziert zu händeln wäre oder gar hart und ruppig wird. Ganz im Gegenteil. Er lässt sich prima durch die Kurven zirkeln, die Lenkung setzt die Bewegungen des Fahrers direkt um und die Karosserieneigung bleibt sehr gering. Beeindruckend aber ist beim GTI, wie er die Gasbefehle spontan umsetzt und mühelos leicht nach vorne stürmt. Besonders wenn man auf der Autobahn von 120 km/h Richtung Höchstgeschwindigkeit beschleunigt, ist es ein wahres Erlebnis. Und dabei bleibt er auch bei 180 km/h noch leiser, als die meisten seiner Konkurrenten.

Das Auto wird auch bei hohen Geschwindigkeiten jederzeit beherrschbar und lässt den halbwegs geübten Autofahrer keine feuchten Hände bekommen. Dazu tragen auch die Bremsen ihren Teil bei, die kräftig zupacken und sich wunderbar leicht dosieren lassen. Leider gönnt sich der Golf GTI bei hohem Tempo einen großen Schluck aus dem 50 Liter Tank. Laut Anzeige waren es teilweise bis zu 16,5 Liter. Im Durchschnitt der etwa 1.000 Kilometer langen Testfahrt kam der GTI auf gut 7 Liter Super und das ist für die Leistung gerechtfertigt.

❏ Fazit + Preis

Beim Thema Assistenzsysteme bringt der Golf GTI von Hause aus schon einiges mit. Alles andere findet man garantiert in der Liste der Sonderausstattungen. Wo wir dann auch gleich bei den Preisen sind. Der Golf GTI mit 220 PS und 6-Gang-Schaltgetriebe kostet ab 29.625 Euro. Zum Vergleich: der günstigste VW Golf kostet knapp 17.000 Euro. Und was ist nun das besondere am Golf GTI? Es ist ein einfach zu fahrendes Auto, mit ausgereifter Technik, hohen Komfort, perfekter Verarbeitung und bietet großen Fahrspaß.