Volvo

Autotester: Moritz & Weirauch

Volvo XC40 D4 AWD Momentum

Seit Ende 2017 kann der Volvo XC40 bestellt werden. Den Schweden liegen bisher rund 80.000 Vorbestellungen für das kompakte SUV vor. Um die große Nachfrage zu befriedigen, muss das Volvo-Werk im belgischen Gent seine Kapazitäten erweitern und im chinesischen Luqiao wird ab 2019 zusätzlich produziert. Was der kleine SUV-Neuling kann, soll ein Test klären.

Die schwedische Premium-Marke Volvo macht mit seinen Fahrzeugmodellen schon seit längerem alles richtig. Waren frühere Volvo-Modelle von der Sorte Quadratisch-Praktisch-Gut, ziehen heutige Fahrzeuge mit ihrem schicken Karosserie-Design die Blicke auf sich. Gerade im puncto Design hat sich bei Volvo sehr viel getan – innen wie außen.

Volvo gehört seit 2010 zum chinesischen Automobilhersteller Geely, und mit dem wurde die neue CMA-Plattform entwickelt. Der Volvo XC40 baut als erstes Modell auf dieser Plattform auf.

❏ Karosserie – Volvo XC40

Der Volvo XC40 streckt sich in der Länge auf 4,43 Meter. In der Breite sind es 1,86 Meter (mit Außenspiegeln 2,03 Meter) und in der Höhe 1,65 Meter. Zum Vergleich, ein VW Tiguan misst 4,48 x 1,84 x 1,70 Meter. Der XC40 ist aktuell der kleinste SUV von Volvo, passt aber mit seinem Karosseriedesign zur Markenfamilie von XC60 und XC90. Der kleine Schwede erreicht aber nicht ganz ihre Eleganz.

Volvo XC40 mit Schweden-Flagge als nettes Detail     Foto: Volvo

Kurze Überhänge, zweifarbige Lackierung (540 Euro extra) und eine kleine Schweden-Flagge am linken Kotflügel sind nur drei Details, die den kompakten Premium-SUV optisch von anderen Herstellermodellen in dieser Klasse unterscheiden. Der kleine Hochbeiner wirkt schon im Stand sehr edel, und das will Volvo auch mit seinem kleinsten SUV sein. Die Leuchtengrafik im „Thors-Hammer-Stil“ hat er von seinen Brüdern geerbt, und es steht ihm gut. Ambientebeleuchtung, LED-Nebelscheinwerfer und Voll-LED-Scheinwerfer kosten im Paket 700 Euro Aufpreis. Dazu die Heckleuchten in Form von Elchgeweihen, die Außenstehende zum Hinterherschauen animieren.

Volvo XC40 Momentum: Ein Heck zum Hinterherschauen       Foto: Volvo

Volvo bietet den XC40 in den Ausstattungslinien XC40, Momentum, R-Design und Inscription an. Der Testwagen war ein Volvo XC40 in der Momentum-Ausstattungslinie. Der Auspuff verschwindet unter dem in Hochglanzsilber gehaltenen Unterfahrschutz. Danke Volvo, dass ihr auf Fake-Blenden verzichtet habt! An die Anhängerkupplung kann der XC40 eine gebremste Last von 2,1 Tonnen hängen. Serienmäßig sind 18-Zoll-Alus mit der Bereifung 235/55 aufgezogen. Die vier Bügelgriffe sind beleuchtet und die Türen ziehen sich weit um die Schweller herum. Verschmutzte Hosen sind kein Thema mehr beim kleinsten Volvo-SUV.

❏ Kofferraum – Volvo XC40

460 Liter passen in den Kofferraum vom Volvo XC40          Foto: Volvo

Die Heckklappe ließ sich beim Testwagen elektrisch öffnen. Das kostet aber 1.050 Euro Aufpreis. Dann gibt es aber noch ein Gepäckraum-Trennnetz, elektrisch umlegbare Rücksitzlehen und Kopfstützen, die Schublade unter dem Fahrersitz und eine 12-Volt-Dose im Gepäckraum dazu. Die manuelle Methode zum Öffnen funktioniert natürlich auch. 460 Liter passen ins Heckabteil und fallen die Sitzlehnen (60:40 Verhältnis) um, sind es 1.336 Liter. 426 Kilogramm beträgt die maximale Zuladung. Das sind keine Spitzenwerte in dieser Klasse. Der Kofferraumboden lässt sich praktischerweise zum Raumteiler aufstellen.

❏ Innenraum + Ausstattung

Das Interieur vom Volvo XC40 zielt schon in Richtung Premium, obwohl auch Hartplastik an der einen oder anderen Stelle zu finden ist. Die verwendeten Materialien (Leder, Aluminium und aufgeschäumter Kunststoff) sind gut verarbeitet und eingepasst. Das Layout vom Armaturenbrett mit seinen klaren Linien ähnelt dem der großen Brüder XC60 und XC90.

Unterschiede gibt es z.B. bei der Form der Lüftungsdüsen, die Platzierung des Drive-Mode- und Starterknopfs und die Gestaltung rund um den Schalthebel. Der Fahrer blickt auf ein 12,3 Zoll großes digitales Cockpit mit Kartenansicht und natürlich auf das serienmäßige 9,2-Zoll große Touchscreen in der Mittelkonsole.

Volvo XC40: Schickes und klares Design       Foto: Volvo

Bedient wird der Screen wie ein iPad: Rein- und rauszoomen, wischen und tippen. Das lenkt aber teilweise auch ab. Über das große Display können verschiedenste Fahrassistenzsysteme angesteuert werden. Das ist schon großes Kino, wobei Grobmotoriker mit der Bedienung einige Probleme haben werden. Aber es gibt zur Not ja noch die Sprachsteuerung. Und man sollte Fingerabdrücke auf dem Display mögen.

Ansonsten ist der Volvo XC40 eine rollende Design-Box und begeistert die Insassen mit seinen schönen Details. Das Leder-Lenkrad lag angenehm griffig in der Hand und mit ein wenig Eingewöhnung, kommt man auch mit den Knöpfen klar.

Volvo XC40: Bequeme Sitze mit verlängerbarer Beinauflage     Foto: Volvo

Die Sitzposition auf der Lederbestuhlung ist für große und kleine Personen gut einstellbar. Gefallen hat mir die großzügige Breite des Innenraums. Und auch in der zweiten Reihe sitzt man recht ordentlich. Der XC40 ist vom Sitzkomfort her ein absolut langstreckentaugliches Fahrzeug. Weil die Lautsprecher in den vorderen Türen weit nach oben gewandert sind, hat der Volvo XC40 riesige Türtaschen. Hinten fallen sie deutlich kleiner aus. USB-Anschlüsse und Smartphone-Ladesystem erhöhen den Komfort für die Insassen. Für den guten Klang sorgte im Testwagen ein Soundsystem von Harman Kardon.

❏ Assistenzsysteme – Volvo XC40

Auch der kleinste Volvo-SUV kann beim Thema Sicherheit und Assistenzsysteme punkten. Zur Serienausstattung des XC40 gehören das Oncoming Lane Mitigation (greift bei drohenden Zusammenstößen mit entgegenkommenden Fahrzeugen ein), die Road Edge Detection (unbeabsichtigtes Verlassen der Fahrbahn wird durch Lenk- und Bremseingriffe verhindert) und das Run-off Road Protection. Außerdem ist das Volvo Safety Notbremssystem an Bord, das Kollisionen mit anderen Fahrzeugen, Motorrädern, Fußgängern, Fahrradfahrern und Tieren vermeiden soll. Ein Kreuzungs-Bremsassistent ist Bestandteil dieses Systems.

Optional bietet Volvo für den kleinen SUV das BLIS-System zur Überwachung des toten Winkels und den Park Assist Piloten mit 360° Kamera (1.880 Euro) an. Für die Sicherheit sorgen u.a. Kopf- und Schulterairbags für alle Insassen.

Motor + Fahrleistung

Volvo setzt bei seinen Modellen ausschließlich nur noch Vierzylinder-Motoren ein. Unser XC40-Testwagen hatte einen 2,0-Liter Reihenvierzylinder-Bi-Turbo-Diesel-Motor mit 190 PS. Ein SCR-Kat mit AdBlue-Einspritzung sind an Bord und der SUV erfüllt die Norm Euro-6d-Temp. Die maximale Leistung liegt bei 4.000 U/min an und das Drehmoment beträgt 400 Nm. Es liegt in einem schmalen Drehzahlband zwischen 1.750 und 2.250 U/min an. In 7,9 Sekunden beschleunigt der Hochbeiner auf 100 km/h und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 210 km/h. Der Motor wirkt beim beschleunigen weder angestrengt, noch ist er für die Insassen akustisch störend. Die 8-Gang-Automatik schaltet harmonisch und unaufgeregt und passt gut zum 1,8 Tonnen schweren SUV.

Der Volvo XC40 erfüllt die Euro 6d-Temp-Norm    Foto: Volvo

Über die Drive Mode Funktion kann der Fahrer sich zwischen den Modis Comfort, Eco, Dynamic und Off-Road entscheiden. Geregelt werden dabei jeweils die Steuerungssysteme für Motor, Automatikgegtriebe, Lenkung, Bremsen, Fahrdynamikregelung und Start-Stopp-Funktion. Für mich war der Comfort-Modus die optimale Einstellung während der Testfahrt. Im Dynamic-Modus geht der Volvo XC40 zwar entschlossener zur Sache, er ist aber vom Charakter her doch mehr Cruiser als Racer.

Bei zügiger Fahrweise steigt außerdem der Verbrauch extrem an. Auf der Autobahn kam ich laut Bordcomputer locker über 11 Liter. Bei einem Tankinhalt von 54 Litern kommt man da nicht weit. Dank serienmäßigem Allradantrieb war Traktion kein Problem und in zügig gefahrenen Kurven blieb die Wankneigung zurückhaltend.

Volvo XC40     Foto: Volvo

Der Volvo XC40 hat eine Bodenfreiheit von 31 Zentimetern. Damit schafft er leichtes Gelände, aber ein echter Wühler ist er nicht. Der Wendekreis von 11,8 Metern machte sich manchmal in der Stadt negativ bemerkbar. Ansonsten arbeitet die Lenkung leicht und zielgenau. Die Bremsen sind für das Fahrzeuggewicht ordentlich dimensioniert und der Bremsdruck lässt sich gut dosieren. Obwohl der Volvo XC40 an der Hinterachse eine komplett neue Multilenker-Konstruktion erhalten hat, polterte der Test-SUV gelegentlich über Gullydeckel und Querfugen. Das kann natürlich auch an den 19-Zoll-Rädern gelegen haben. Ansonsten fährt er sich sehr komfortabel.

❏ Fazit + Preis vom Volvo XC40 D4 AWD

Der Volvo XC40 D4 AWD Momentum punktet mit seinem Karosserie- und Innenraumdesign. Die Technik hat mich genauso überzeugt, wie die umfangreichen Assistenzsysteme und sein Komfort (mit kleiner Einschränkung). Der Grundpreis für den kleinen SUV beträgt 44.800 Euro. Dabei ist er schon ordentlich ausgestattet. Natürlich bieten die Schweden optional noch eine ganze Reihe an Ausstattungspaketen an, damit sich jeder sein Fahrzeug so individuell wie möglich konfigurieren kann.

Der Testwagen kam mit Sonderausstattungen auf 55.490 Euro. Viel Geld für einen kompakten SUV, zumal nur zwei Jahre Garantie gewährt werden und der Volvo XC40 jedes Jahr zum Service in die Werkstatt muss.

Der Testwagen wurde von Volvo zur Verfügung gestellt.

Autotester: Moritz & Weirauch

Volvo V90 Cross Country “Ocean Race”

Volvo Ocean Race_17Volvo V90 Cross Country Ocean Race Foto: Volvo

Den Volvo V90 Cross Country gibt es in Deutschland seit Februar 2017 zu kaufen. Die Schweden haben von ihrem hochgelegten V90-Kombi anlässlich der gerade stattfindenden Hochsee-Regatta “Volvo Ocean Race” ein Sondermodell auf den Markt gebracht, den Volvo V90 Cross Country “Ocean Race”.

Das “Volvo Ocean Race” findet alle drei Jahre statt und ist eines der härtesten Bootsrennen der Welt. Die Regatta startete am 22. Oktober 2017 im spanischen Alicante und führt die Teilnehmer in rund acht Monaten über 45.000 Seemeilen rund um den Globus. Der Zielhafen ist im Juni 2018 Den Haag. Und da Volvo auch für den aktiven Umweltschutz steht, wurden die Rennyachten mit Sensoren ausgestattet. Sie sollen während der Wettfahrt u.a. die Verschmutzung der Weltmeere erfassen.

❏ V90 CC “Ocean Race” – Karosserie

Volvo V90 Cross Country “Ocean Race” mit 21 cm Bodenfreiheit     Foto: Volvo

Mit Sensoren ist auch der Volvo V90 Cross Country “Ocean Race” ausgestattet. Diese dienen unter anderem der Insassen-Sicherheit. Die Schweden haben die Vision, dass keine Person in einem Volvo-Fahrzeug mehr bei einem Unfall getötet oder schwerverletzt werden soll. Sicherheit war und ist schon immer ein großes Pfund der Marke Volvo.

Die Karosserie des Volvo V90 CC “Ocean Race” hat gegenüber dem normalen V90-Kombi mehr Bodenfreiheit (plus 6 cm) und eine  rundum graue Kunststoffbeplankung. Mit der leicht angedeuteten Coupé-Form und den ausgewogenen Proportionen wirkt der Volvo für meinen Geschmack richtig schick. Optisch ist er jedenfalls schon Mal eine echte Alternative zu seinen Mitbewerbern wie z.B. Mercedes E-Klasse All-Terrain, VW Passat All-Treck oder auch den Audi A6 Allroad.

Volvo V90 Cross Country “Ocean Race”: Scheinwerfer in “Thors-Hammer”-Optik      Foto: Volvo

Der Volvo V90 Cross Country “Ocean Race” hat eine Länge von 4,94 Metern, eine Breite von 1,88 Meter (mit Außenspiegeln 2,05 Meter) und in der Höhe sind es 1,54 Meter. Beim Radstand kommt der Schwede auf 2,94 Meter, was für ordentliche Platzverhältnisse der Insassen reichen sollte. Die Volvo V90-Edition gibt es ausschließlich in der Metallic-Sonderfarbe Chrystal White Pearl.

Zwischen den Voll-LED-Scheinwerfern Active High Beam in “Thors-Hammer”-Optik (980 Euro extra, LED-Scheinwerfer sind Serie) dominiert der Kühlergrill mit seinen senkrechten Streben in mattem Silber die Front des robusten Schweden. Das Sondermodell “Ocean Race” erkennt man auch an den orangefarbenen Applikationen am Unterfahrschutz, den Radhäusern und Seitenschwellern.

Der Volvo V90 Cross Country “Ocean Race” fährt serienmäßig auf 20-Zöllern      Foto: Volvo

Der Volvo V90 CC “Ocean Race” fährt serienmäßig mit 20-Zoll-Rädern in der Dimension 245/45 in 5-Speichen-Diamantschnitt-Design vor. Damit kann der Schwede kleinere Ausflüge auf Wald- und Feldwegen unternehmen. Für den harten Offroad-Einsatz sind diese Reifen nicht geeignet, aber da will der Volvo ja auch gar nicht hin.

Die Fenster werden von einer umlaufender Chromleiste eingerahmt und die Antenne in Haifischflossenform sitzt auf dem Dach. Beleuchtete Türgriffe, Bodenbeleuchtung, Dachreeling und die elektrisch anklappbaren Außenspiegel in Wagenfarbe sind Serie – die verdunkelten Scheiben kosten Aufpreis.

Volvo V90 Cross Country “Ocean Race”      Foto: Volvo

Den Heckbereich prägen die bis zum breiten Dachkantenspoiler hochgezogenen Rückleuchten und die beiden Chromblenden der Auspuffanlage. Warum allerdings die Blinkleuchten bei einem Premiumfahrzeug nicht in LED-Technik leuchten, ist mir unverständlich. Das Cross-Country-Logo ist in die Stoßstange eingearbeitet. Die Ladekante hat eine Höhe von 68 Zentimetern und die Heckklappe schwenkt bis auf über zwei Meter in die Höhe.

❏ V90 CC “Ocean Race” – Kofferraum

Geöffnet werden kann die elektrische Heckklappe (mit Einklemmschutz) per Knopf neben dem Lenkrad, mit einem Klick auf den Zündschlüssel oder an der Heckklappe selbst. Auf Wunsch geht es auch per “Fußschwenktechnik”. Die Anhängerkupplung sitzt unsichtbar unterm Heck und kann bei Bedarf elektrisch ausgeklappt werden.

Volvo V90 Cross Country “Ocean Race”: Die Ladekante ist 68 cm hoch      Foto: Volvo

Im Kofferraum des Volvo V90 CC “Ocean Race” ist Platz für 560 Liter Gepäck und maximal 477 Kilogramm Zuladung (Zum Vergleich die Limousine Volvo S90: 500 Liter und 468 Kilogramm Zuladung). Bei umgeklappten Sitzlehnen (im Verhältnis 60:40) erhöht sich der Platz auf 1.526 Liter. Das Umklappen erfolgt elektrisch über einen Schalter im Kofferraum. Netter Nebeneffekt beim Umklappen: die Kopfstützen fallen gleich automatisch mit um.

Volvo V90 Cross Country “Ocean Race” mit wasserabweisenden Gepäckboden    Foto: Volvo

Ein Teil des Ladebodens lässt sich als eine Art Raumteiler aufstellen. Den gesamten Ladeboden kann man natürlich auch öffnen. Der wird dann von einem Gasdruckdämpfer gehalten. Viel Platz findet man in der Ablage aber nicht vor. Das Notrad nebst Werkzeug liegt unter dem Ladeboden verstaut.

Volvo V90 Cross Country “Ocean Race”      Foto: Volvo

Der Volvo V90 CC “Ocean Race” bietet auch im Kofferraum ein paar nette Features. Da wären z.B. der wasserdichte Gepäckraumboden in Teak-Optik, eine zusätzliche LED-Leuchte in der Heckklappe oder auch eine robuste LED-Taschenlampe mit drei Dimmstufen, die aus Aluminium für die Luft- und Raumfahrt gefertigt wurde. Ein Trennnetz ist genauso serienmäßig, wie die Laederaumabdeckung (beides leicht auszubauen), Verzurrösen, USB- und 12-Volt-Anschlüsse.

❏ Innenraum + Ausstattung

Der Kunde kann bei der Innenausstattung des Volvo V90 CC “Ocean Race” zwischen den Farben Anthrazit oder Hell Beige inklusive Türverkleidungen mit Kontrastnähten und Anschnallgurten in Orange wählen. Die vorderen Türen lassen sich weit öffnen. Über die beleuchteten Aluminium-Einstiegsleisten mit dem “Volvo Ocean Race”-Schriftzug gelangt man auf die großzügig geschnittenen und komfortablen Sportsitze. Übrigens sind die Materialien im Innenraum wasserabweisend.

Volvo V90 Cross Country “Ocean Race”: Auffällig die farbigen Akzente       Foto: Volvo

Das Platzangebot für die Passagiere ist vorne wie hinten tadellos und dazu kann auch noch die Rundumsicht überzeugen. Trotz Panorama-Glasschiebedach war die Kopffreiheit im Testwagen ausreichend. Der Volvo ließ sogar einen halbwegs vernünftigen Blick nach hinten zu, aber auf Parkpiepser und Rückfahrkamera würde ich trotzdem nicht verzichten wollen. Hinten gibt es für 350 Euro extra integrierte Kindersitze. Den Test mit Nachbars Kindern haben die Sitze bestanden und wurden von den Jungs als cool bewertet.

Das Cockpit ist optisch und haptisch eine Sünde wert. Vorbei die Zeiten wo der Volvo-Fahrer auf eine Trutzburg schaute. Jetzt regiert das digitale Zeitalter im Armaturenbrett. Der Testwagen hatte das 12,3-Zoll große digitale Cockpit, dass zwischen dem Tacho und Drehzahlmesser auch eine Navigationskarte darstellen kann.

Volvo V90 Cross Country “Ocean Race” mit digitalen Anzeigen     Foto: Volvo

Auffällig sind die wenigen Knöpfe und Schalter zur Bedienung des Volvo. Die Schweden haben jetzt in allen ihren Modellen einen aufrechten 9-Zoll Touchscreen im iPad-Design als zentrales Bedienelement verbaut. Hierüber wird so gut wie fast alles im Auto gesteuert und geregelt. Allerdings habe ich auch festgestellt, dass so faszinierend diese Technik ist, sie auch Nachteile hat.

Volvo V90 – Touchscreen
Volvo V90 Cross Country “Ocean Race” mit 9-Zoll Touchscreen      Foto: Volvo

Da wären die ständigen Finger-Abdrücke auf dem Touchscreen, die nicht nur störend wirken, sondern vor allem unschön aussehen. Und was mich persönlich noch viel mehr störte, war die teilweise sehr umständliche und unklare Bedienung auf dem Touchscreen. Das Einstellen dauerte teilweise zu lange und lenkte vom Straßenverkehr ab. Da wünscht man sich zumindest für häufig zu benutzende Anwendungen den guten alten Knopf wieder.

Was aber überhaupt nicht ging, war der große schwarze Kasten mit den Kameras hinter dem Rückspiegel, der die Sicht auf Ampeln fast komplett versperrte.

Fußmatten aus recycelten Fischernetzen im “Ocean Race”      Foto: Volvo

Aber das Positive überwiegt beim Volvo V90 ohne Frage. Echtkarboneinlagen findet man im Volvo-Interieur genauso vor wie Leder, Chrom und Aluminium. Die Kombination daraus im Innenraum ist wirklich sehenswert und die Verarbeitung war beim Testwagen tadellos. Erwähnen möchte ich noch das Premium-Audiosystem “Sound by Bowers & Wilkins”. Neben der eleganten Metallverkleidung für die Lautsprecher, kann man seinen Lieblingssong akustisch so wahrnehmen, als sitze man in der Konzerthalle von Göteborg. Genial!

Volvo V90 Cross Country “Ocean Race”: Es gibt auch Elche in Deutschland!       Foto: Volvo

Beim Thema Sicherheit und Assistenzsysteme kann man mit dem Volvo V90 Cross Country “Ocean Race” nichts falsch machen. Er setzt Maßstäbe bei der serienmäßigen Sicherheitsausstattung und was fehlt, kann optional geordert werden. Und dann hat der Volvo-Käufer wirklich das komplette Programm vom teilautonomen Fahren bis zum Erkennen von großen Tieren, wie Elche, Kühe oder Pferde, bei Tag und Nacht. Und selbsttätig bremst der Geländekombi im Notfall dann auch noch. Connectivität ist natürlich dem Volvo V90 kein Fremdwort.

❏ Motor + Fahrleistung

Für den Volvo V90 CC “Ocean Race” gibt es insgesamt vier Motorisierungen: zwei Benziner und zwei Diesel. Alle haben einen Vierzylinder-Motor, serienmäßig Allrad und die 8-Gang-Geatronic an Bord. Der Testwagen hatte die schwächere Diesel-Motorisierung, die 190 PS leistet. Das maximale Drehmoment von 400 Newtonmetern liegt zwischen 1.750 und 2.500 U/min an. Die Höchstgeschwindigkei erreicht der knapp zwei Tonnen schwere Kombi bei 210 km/h und den Sprint von 0 auf 100 km/h absolviert er laut Datenblatt in 8,7 Sekunden.

Dick gepolsterte Motorabdeckung im Volvo-Testwagen     Foto: F. Moritz

Gestartet wird der Volvo V90 CC “Ocean Race” über einen hübschen Drehknopf (nach rechts starten, nach links abschalten), der den Motor zum Leben erweckt. Der Vierzylinder-Diesel-Motor bleibt für die Insassen jederzeit auf einem angenehmen Geräuschniveau und fährt sich sehr nervenschonend. Die Achtstufenautomatik schaltet in den meisten Situationen sehr souverän und die Leistung des Motors reicht im Stadtverkehr wie auf der Autobahn völlig aus.

Volvo V90 Cross Country “Ocean Race”       Foto: Volvo

In der Stadt genehmigte sich der Testwagen laut Anzeige gute 8 Liter Diesel. Die elektrische Servolenkung arbeitet leicht, präzise, gefühlvoll und macht genau das, was sie soll. Der Wendekreis beträgt knapp 12 Meter und das merkt man in der einen oder anderen Situation doch deutlich. Vier Fahrprogramme bietet der Volvo: Eco, Dynamic, Gelände und Comfort. Letzterere Einstellung ist für meinen Geschmack auf befestigten Straßen die beste Variante.

Der Fahrkomfort war mit den 20-Zoll-Bereifung recht komfortabel und durch das Allradsystem waren Traktionsprobleme beim Testwagen kein Thema. Beim Thema Offroadtauglichkeit ist der Geländekombi Volvo V90 trotz seiner Bodenfreiheit, wie auch die meisten modernen SUVs, für den leichten Wald- und Wieseneinsatz geeignet, aber für mehr reicht es nicht.

❏ V90 CC “Ocean Race” – Fazit + Preis

Den Schweden ist wieder Mal ein großer Wurf gelungen. Mit dem Volvo V90 Cross Country “Ocean Race” haben sie ein optisch, fahrtechnisch und sicherheitstechnisch hochwertiges Fahrzeug in einem Nischensegment gebaut. Der Kompromiss zwischen leichter Geländetauglichkeit und komfortablen Reisewagen ist perfekt umgesetzt worden. Auch wenn der Volvo V90 Cross Country “Ocean Race” ein tolles Auto mit nur wenigen Kritikpunkte ist, so habe ich zumindest beim Blick in die Preisliste Probleme.

Der Grundpreis liegt trotz umfangreicher Ausstattung schon bei stolzen 69.950 Euro. Der Testwagen mit Vollausstattung kam dann auf 86.329 Euro. Und das bei nur zwei Jahren Garantie. Alter Schwede!

Der Testwagen wurde bereitgestellt von VOLVO.

Autotester: Moritz & Weirauch

Neuer Volvo XC60 D5 AWD im R-Design

Volvo XC60Volvo XC60 R-DESIGN Foto: VOLVO

Neun Jahren fuhr die erste XC60-Generation über Europas Straßen. Volvo verkaufte in dieser Zeit knapp eine Million Fahrzeuge vom XC60. Höchste Zeit für die Schweden 2017 einen Nachfolger auf den Markt zu bringen. Der alte Volvo XC60 war schon ein SUV von der schicken Sorte und punktete u.a. mit seinen Langzeitqualitäten und der Sicherheitsausstattung. Der Neue soll alles noch besser machen. Um es vorweg zu nehmen: Er macht vieles besser.

Die Marke Volvo hat in den letzten Jahren viele interne Veränderungen durchleben müssen und es sah nicht immer zum Besten für die Traditionsmarke aus. Doch die Schweden haben es mit den neuen Modellen geschafft. Der Volvo XC90 war schon eine Ansage und jetzt dreht der Bestseller XC60 so richtig auf. Seine Verwandtschaft zum großen XC90-Bruder kann und will der Volvo XC60 gar nicht verheimlichen. Warum auch. Chef-Designer Thomas Ingenlath hat ein Meisterstück geschaffen.

❏ Karosserie – Volvo XC60

Der Volvo XC60 hat fünf Zentimeter in der Länge zugelegt und misst zwischen Kühlergrill und Heckleuchten exakt 4,69 Meter. Dazwischen haben die Schweden eine Karosserie gefräst, die ein klares skandinavisches Design aufweist und mich ins Schwärmen bringt. In der Breite misst der Volvo XC60 jetzt 1,90 Meter und von Außenspiegel zu Außenspiegel sind es 2,11 Meter. Das bedeutet im Baustellenbereich auf der Autobahn immer schön die rechte Spur benutzen! Die Höhe hat Volvo mit 1,66 Meter angegeben.

Volvo XC60 R-DESIGN
Volvo XC60 R-Design mit kurzen Überhängen vorne und hinten   Foto: VOLVO

Der Testwagen mit Chrystal-White-Pearl-Lackierung (1.250 Euro) hatte die Ausstattungslinie R-Design, was dem Volvo XC60 einen Tick sportlicher wirken lässt. Der Frontgrill ist im hochglänzenden Schwarz gehalten und hat eine seidenmatte Chromeinfassung. Die Voll-LED-Frontscheinwerfer haben das für Volvo typische Thors-Hammer-Leuchtenlayout, dass im Gegensatz zum XC90 am Kühlergrill des XC60 abschließt. Auch die Außenspiegel sind bei dieser Ausstattungsvariante in seidenmatter Optik gehalten. Optional waren 21-Zoll-Alus im 5-Dreierspeichen R-Design für 1.970 Euro montiert (Serie sind 19-Zoll). Die sahen nicht nur schick aus, sondern machten ihre Arbeit auch sehr ordentlich.

Volvo XC60 R-DESIGN
Volvo XC60 R-Design mit sportlicher Heckansicht      Foto: VOLVO

Am Volvo XC60-Heck dominieren die großen sichelförmigen Voll-LED-Rückleuchten. Die Auspuffanlage mit den zwei verchromten Endrohren in Trapezform ist in die speziell für die Ausstattungslinie R-Design gestaltete Heckschürze integriert. Der Volvo XC60 kann Anhänger bis zu 2,4 Tonnen (gebremst) an den Haken nehmen. Die Anhängerkupplung liegt unterm Heck versteckt und fährt auf Knopfdruck elektrisch nach vorn.

❏ Kofferraum – Volvo XC60

Kofferraum im Volvo XC60    Foto: F. Moritz

Die Heckklappe beim Volvo XC60 lässt sich elektrisch öffnen – die manuelle Methode funktioniert natürlich auch. Dabei hätte ich gleich eine Anmerkung zum Schlüssel. Positiv: Er ist mit dem selben Leder bezogen, welches im Innenraum verwendet wird und sieht edel aus. Negativ: Die drei Knöpfe an der Schlüsselseite sind viel zu klein geraten und ungünstig positioniert. Der Kofferraum hat ein Volumen von 505 Litern und die maximale Zuladung beträgt beim Volvo XC60 530 Kilogramm. Bei geklappten Lehnen entsteht eine glatte Ladefläche mit maximal 1.432 Litern fürs Gepäck. Das ist kein Spitzenwert, aber allemal ausreichend.

Doppelter Ladeboden im Volvo XC60 mit den beiden Druckluftbehältern    Foto: F. Moritz

Sehr praktisch ist das elektrische Umklappen der Sitzlehnen. Dazu drückt man einen Knopf rechts unten im Kofferraum und dann klappen zuerst die Kopfstützen und danach die Sitzlehnen blitzschnell um. Das Laderaumrollo lässt sich beim Volvo XC60 mit zwei Klicks ausbauen. Leider gibt es dafür keine Ablagemöglichkeit im doppelten Boden. Dort befindet sich das Notrad, die beiden Druckluftbehälter für die Luftfederung und das Werkzeug.

Die Kofferraumöffnung hat eine Breite von 1,10 Metern und der Heckdeckel schwenkt auch für größere Personen ausreichend hoch. Mit zwei weiteren Knöpfen im Kofferraum lässt sich die Karosserie anheben oder senken. So kann die Ladekantenhöhe des Volvo XC60 verändert werden und das Beladen erleichtern.

❏ Innenraum + Ausstattung

Über Einstiegsleisten aus Aluminium gleiten Fahrer und Beifahrer bequem auf die Lederbestuhlung mit den festintegrierten Kopfstützen. Die elektrisch-verstellbaren Ledersitze sind äußerst komfortabel und die verlängerbare Oberschenkelauflage bietet sogar Seitenhalt. Klasse! Ein erster Rundblick bestätiget meine Vermutung. Das Interieur ähnelt dem des großen Bruders XC90 und dem vom V90. Der Fahrer blickt auf ein digitales Cockpit mit Kartenansicht und natürlich auf das serienmäßige 9,2-Zoll tabletartige Touchscreen in der Mittelkonsole.

Volvo XC60 R-DESIGN
Volvo XC60 R-Design – Innenraum     Foto: VOLVO

Bedient wird der Screen wie ein iPad: Rein- und rauszoomen, wischen und tippen. Über das große Display können verschiedenste Fahrassistenzsysteme angesteuert werden. Das ist schon großes Kino, wobei ich zwei Schwachpunkte festgestellt habe. Zum einen muss man sich als Grobmotoriker mit der Bedienung beschäftigen und zum Zweiten sollte man Fingerabdrücke auf dem Display mögen. Die Mittelkonsole zwischen den Sitzen ist sehr hoch aufgebaut, bietet aber eine bequeme Armablage für Fahrer und Beifahrer. Das beheizbare Leder-Lenkrad fand ich sehr angenehm griffig in der Hand liegend und mit ein wenig Eingewöhnung kommt man auch mit den Knöpfen klar.

Volvo XC60 R-Design – Soundsystem von Bowers & Wilkins     Foto: VOLVO

Ein Augenschmaus ist die Materialqualität und die -verarbeitung. Leder, Chrom, Aluminiumeinlagen, aufgeschäumter Kunststoff, kleine Schwedenflaggen in den Sitzen und ein wenig Bling-Bling werten den Innenraum zur Wellness-Oase auf. Na gut, etwas Hartplastik findet auch den Weg in den Innenraum. Dazu die Liebe zum Detail wie beim rahmenlosen Innenspiegel, dem Starterknopf oder Fahrmodidrehschalter. Alles großes Kino und in Richtung Premium angelegt. Dazu gehört auch das optionale Infotainmentsystem Sensus Connect mit Premium Sound by Bowers & Wilkins für 2.980 Euro.

Volvo XC60 R-Design mit großem Panoramadach    Foto: VOLVO

Der Türausschnitt ragt in der zweiten Reihe etwas weit nach vorn und ist dem Kopf im Weg. Bei einem Radstand von 2,86 Metern sollten die Insassen viel Platz auch auf den hinteren Plätzen erwarten können. Und sie werden im Volvo XC60 nicht enttäuscht. Neben dem opulenten Platzangebot für Kopf und Beine, überzeugt der Schwede mit viel Licht dank dem Panoramadach und einer guten Rundumsicht. Ablagen in den Türtaschen, eine 230-Volt-Steckdose, beheizbare Außensitze und eine getrennte Klimaregelung runden den Komfort ab.

❏ Assistenzsysteme – Volvo XC60

Volvo preist den XC60 als das sicherste Fahrzeug seiner Klasse an. Und die Liste der Sicherheitsausstattungen ist wirklich sehr lang. Serienmäßig gibt es jetzt ganz neu das City Safety System zur Kollisionsvermeidung inklusive Fußgänger-, Fahrradfahrer- und Wildtiererkennung sowie Kreuzungsbremsassistent mit lenkunterstützung bei Ausweichmannövern. Alles klar? Hier die einfache Variante. Sollte eine automatische Notbremsung nicht ausreichen einen Unfall zu vermeiden, hilft das City Safety System mit gezielten Lenkeingriffen, Hindernisse zu umfahren.

Volvo XC60 R-DESIGN        Foto: VOLVO

Serienmäßig hat der Volvo XC60 Verkehrszeichenerkennung, Lane Keeping Aid, Speed Limiter und den Aufmerksamkeitswarner mitbekommen. Gegen Aufpreis gibt es zum Beispiel den Pilot Assist II für autonomes Fahren bis 130 km/h, ein Head-Up-Display und den Park Assisten.

Motor + Fahrleistung

Volvo setzt bei seinen Modellen ausschließlich nur noch Vierzylinder-Motoren ein. Unser XC60-Testwagen hatte einen 2,0-Liter Reihenvierzylinder-Bi-Turbo-Diesel-Motor mit 235 PS. Die maximale Leistung liegt bei 4.000 U/min an und das maximale Drehmoment von 480 Nm liegt in einem schmalen Drehzahlband von 1.750 bis 2.250 U/min an. Mit seinem 71 Liter Tank und einem Testverbrauch laut Bordcomputer von durchschnittlich 7,5 Litern kann der Volvo XC60 auch längere Urlaubsstrecken ohne Tankstopp absolvieren.

Volvo XC60 – Vom Motor ist dank Plastikabdeckung nicht viel zu sehen       Foto: F. Moritz

Der Volvo XC60 sprintet von 0 auf 100 km/h in 7,2 Sekunden und die Höchstgeschwindigkeit beträgt 220 km/h. Der Motor wirkt weder angestrengt mit dem Leergewicht von knapp zwei Tonnen, noch ist er akustisch störend für die Insassen. Das liegt zum Einen an der sehr guten Dämmung des SUVs und zum Anderen an der optionalen Akustikverglasung für 990 Euro.

Größtes Manko für den Volvo XC60-Diesel-Motor ist aktuell noch, dass er keine Abgasnachbehandlung per AdBlue besitzt und keinen SCR-Kat. Aber laut Volvo werden alle Volvo XC60-Modelle ab Jahresende damit ausgestattet sein.

Volvo XC60 R-Design        Foto: VOLVO

Per Rollrad lassen sich im Volvo XC60 die Fahrmodis einstellen. Komfort ist bei jedem Neustart automatisch gewählt. Das ist auch der Fahrmodus, der am Besten zum Schweden passt. Er federt gut und bietet Wellness auf vier Rädern. Das adaptive Luftfahrwerk für 2.270 Euro trägt ein großes Stück dazu bei. Fünf Fahrmodis hat der SUV zur Auswahl: Eco, Individuell, Off Road, Dynamik und Komfort. Der Dynamik-Modus, die Karosserie wird dabei um zwei Zentimeter abgesenkt, bringt eine Veränderung der Lenkung, der Federung und der Getriebeabstimmung. Aber ein Sportler wird der Volvo XC60 deshalb noch lange nicht.

Lange, flotte Autobahntouren und entspannte Überlandausflug sind mit dem Volvo XC60 völlig unproblematisch. Das ich feuchte Hände oder Herzklappenflimmern bei der Leistungsentfaltung bekommen hätte, wäre übertrieben. Ein echter Wühler ist der XC60 natürlich auch nicht. Der Mittelklasse-SUV kann im Off-Road-Modus dank dem serienmäßigen Allradantrieb, Bergabfahrhilfe und Berganfahrassistent aber im leichten Gelände zum Einsatz kommen. Was will man mehr.

Volvo XC60 R-DESIGN
Volvo XC60 R-DESIGN        Foto: VOLVO

Die Achtstufenautomatik passt primat zum Charakter des Motors und schaltet die Gänge weich und dezent. Sehr leichtgängig arbeitet die Lenkung, vielleicht einen Ticken zu indirekt und das Fahrwerk lässt den Insassen wenig Grund zum Klagen. Der Wendekreis beträgt 11,4 Meter, was dem Fahrer besonders in der Stadt und engen Parkbuchten entgegenkommt. Und fürs einparken gibt es ja noch die Parkpiepser und eine 360° Kamera im Volvo XC60.

❏ Fazit + Preis vom Volvo XC60

Der Volvo XC60 D5 AWD überzeugt mit seinem tollem Karosserie- und Innenraumdesign. Die Technik hat mich genauso überzeugt, wie die umfangreichen Assistenzsysteme und sein Komfort. Er ist in der Liga der Mittelklasse-SUV ganz oben angekommen. Leider auch im Preis. Der Volvo XC60 D5 AWD im R-Design hat einen Grundpreis von 55.750 Euro. Beim Testwagen mit voller Ausstattung waren es dann schon 81.910 Euro. Und Volvo gibt auch nur zwei Jahre Garantie auf seine Fahrzeuge.

Autotester: Moritz & Weirauch

Volvo V90 – Das Beste vom Norden

Volvo V90Volvo V90 – Seitenansicht Foto: Volvo

Für mich sind Kombiautos im Vergleich mit ihren Limousinen-Pendants die schöneren Autos. Der Volvo V90 ist dafür ein gutes Beispiel. Obwohl Volvos Stufenhecklimousine S90 schon eine sehr attraktive Erscheinung ist, legt der V90 meiner Ansicht nach beim Design  noch eine Schippe drauf. Als Testwagen stand ein Volvo V90 D5 AWD in der Ausstattungslinie Inscription zur Verfügung.

Beim Oberklassekombi Volvo V90 bestimmt das Design einfach alles. Die schnörkellosen Karosserieproportionen oder die Innenraumgestaltung – es passt alles perfekt. Und die Schweden vernachlässigen beim Volvo V90 auch nicht die bewährten Tugenden wie Sicherheit, Nutzwert und Qualität.

❏ Volvo V90 – Karosserie

Volvo V90 – Seitenansicht
Volvo V90 – Eigenständiges und schickes Karosseriedesign     Foto: Volvo

Die Schweden bauen schon seit fast 90 Jahren Kombiautos. Aber seit langer Zeit war keiner so schön anzuschauen, wie die zweite Generation des Volvo V90 – finde ich jedenfalls ganz persönlich. Volvo-Chefdesigner Thomas Ingenlath hat mit seinen Autos gerade einen Lauf. Mit der leicht angedeuteten Coupé-Form und den ausgewogenen Proportionen wirkt er ausgesprochen schick und wird jetzt auch optisch zu einer echten Alternative zur deutschen Konkurrenz.

Der Volvo V90 hat eine Länge von 4,94 Metern, eine Breite von 1,88 Meter (mit Außenspiegeln 2,10 Meter) und in der Höhe reckt er sich bis auf 1,48 Meter. Beim Radstand kommt der Schwede auf 2,94 Meter. Damit füllt der V90 eine deutsche Normgarage schon recht ordentlich aus.

Volvo V90 – Front
Volvo V90 – Im Frontbereich leuchtet alles in LED-Technik     Foto: Volvo

Zwischen den schmalen Full-LED-Scheinwerfern dominiert der Kühlergrill die Front des Volvo V90 mit seinen senkrechten Streben, die zur Mitte hin gewölbt verlaufen. Im “Thors-Hammer”-Stil sind die LED-Tagfahrlichter gezeichnet und selbst die Nebellampen verfügen über LED-Technik. Die Scheinwerfer mit Kurvenlicht sehen nicht nur stylisch aus, sie werfen auch einen hellen Lichtkegel auf die Straße.

Die Motorhaube lässt sich in einem sehr großen Winkel öffnen und man erreicht dadurch bequem alle Bereiche im Motorraum. Wer diese V90-Frontansicht im Rückspiegel sieht, wird sie eindeutig einem Volvo zuordnen können.

Volvo V90 –  Auch die Seitenansicht kann sich sehen lassen   Foto: Volvo

Von Hause aus fährt der Volvo V90 in der Inscription-Ausstattung auf 18-Zoll-Rädern. Auf den Fotos sieht man aufpreispflichtige 20-Zöller mit Felgen im 8-Speichen-Design Diamantschnitt, für die 1.790 Euro extra fällig werden. Die Fenster werden von einer umlaufender Chromleiste eingerahmt und oberhalb des Schwellers sitzt eine Zierleiste. Im Heckbereich fällt die Dachlinie beim Volvo V90 ganz leicht ab und im Zusammenspiel mit der geschwungenen Kofferraumklappe ergibt sich eine angedeutete Coupé-Form.

Volvo V90 – Heckansicht      Foto: Volvo

Den Heckbereich prägen die bis zum Dachkantenspoiler hochgezogenen Rückleuchten und die beiden mächtigen Chromblenden der Auspuffanlage. Warum allerdings die Blinkleuchten bei einem Premiumkombi nicht in LED-Technik leuchten, ist mir unverständlich. Die Ladekante hat eine Höhe von 63 Zentimetern und die Heckklappe schwenkt bis auf über zwei Meter in die Höhe.

Geöffnet werden kann das Heckabteil per Knopf neben dem Lenkrad, mit einem Klick auf den Zündschlüssel oder an der Heckklappe selbst. Auf Wunsch geht es auch per “Fußschwenktechnik”. Die Anhängerkupplung sitzt unsichtbar unterm Heck und kann bei Bedarf elektrisch ausgeklappt werden.

❏ Volvo V90 – Kofferraum

Volvo V90 – Rückansicht
Volvo V90 – Große L-förmige Rückleuchten betonen das Heck   Foto: Volvo

Hinter der elektrischen Kofferraumklappe des Volvo V90 ist Platz für 560 Liter Gepäck (Zum Vergleich die Limousine Volvo S90: 500 Liter und 468 Kilogramm Zuladung). Das Reserverad nebst Werkzeug liegt unter dem Ladeboden verstaut. Die Rücksitzlehnen lassen sich elektrisch im Verhältnis 60:40 aus dem Kofferraum umklappen, oder an den Lehnen selbst. Netter Nebeneffekt beim Umklappen: die Kopfstützen fallen gleich automatisch mit um.

Mit den umgeklappten Rücksitzlehnen erhöht sich das Kofferraumvolumen auf 1.526 Liter. Die maximale Zuladung ist bei 467 Kilogramm erreicht. Das sind keine rekordverdächtigen Werte für einen Oberklassekombi, aber auch kein Grund zum Jammern.

Volvo V90
Volvo V90 – Selbst die Verzurrösen sehen edel aus     Foto: Volvo

Ein 12-Volt-Anschluß ist im Gepäckabteil des Schweden genauso vorhanden, wie ein Trennnetz, vier Gepäckhaken, das Gepäckraumrollo und eine aus dem Boden hochklappbare Trennwand. Der Ladeboden wird von einem Gasdruckdämpfer gehalten. Ganz nebenbei: Selbst so profane Dinge wie die verchromten Verzurrösen sehen im Volvo V90 richtig schick aus. Gegenstände von gut zwei Metern Länge können im Volvo V90 transportiert werden. Dabei reicht es schon aus, wenn der Beifahrersitz nach vorn geschoben wird.

❏ Innenraum + Ausstattung

Volvo V90 – Vordere Sitzreihe
Volvo V90 – Luxuriöser Arbeitsplatz für den Fahrer    Foto: Volvo

Volvo bietet für den V90 die Ausstattungslinien Kinetic, Momentum, R-Design und Inscription an. Der Kunde kann beim Innenraum zwischen zwei Farbthemen wählen. Dazu gibt es drei Polsterfarben, zwei Farben für den Dachhimmel und diverse Dekoreinlagen. Der Testwagen hatte das volle Programm an Ausstattung und da fehlte mir persönlich nichts.

Die vorderen Türen lassen sich weit öffnen und der Einstieg gelingt problemlos. Fondpassagiere steigen etwas weniger komfortabel ein, da könnten die beiden Türen einen größeren Öffnungswinkel vertragen.

Volvo V90 – Rücksitze
Volvo V90 – Wohlfühlatmosphäre auch auf den hinteren Plätzen. Die Fenster lassen sich nicht komplett versenken   Foto: Volvo

Das Platzangebot für die Passagiere ist vorne wie hinten tadellos und dazu kann auch noch die Rundumsicht voll überzeugen. Im Volvo V90 hat man sogar einen halbwegs vernünftigen Blick nach hinten, aber auf Parkpiepser und Rückfahrkamera würde ich trotzdem nicht verzichten wollen.

Die elektrisch verstellbaren Vordersitze mit Memory-Funktion hatten das Sitz-Komfortpaket für 1.500 Euro extra. Wer das mitbestellt erhält als Gegenleistung perforiertes Nappaleder, Massagefunktion, elektrisch einstellbare Seitenwangen und Beinauflagen, beheizte und gekühlte Sitze und ganz nebenbei auch eine sehr komfortable Sitzposition.

Volvo V90 – Driver Display
Volvo V90 – Driver Display Foto: Volvo

Das Cockpit ist optisch und haptisch eine Sünde wert. Vorbei die Zeiten wo der Volvo-Fahrer auf eine Trutzburg schaute. Jetzt regiert das digitale Zeitalter im Armaturenbrett. Der Testwagen hatte das 12,3-Zoll große digitale Cockpit, dass zwischen dem Tacho und Drehzahlmesser auch eine Navigationskarte darstellen kann. Das ist der Trend bei vielen Automarken, die sich gerade von der analogen Anzeigenwelt verabschieden.

Auffällig sind die wenigen Knöpfe und Schalter zur Bedienung des Volvo S90. Das war früher anders, da wurde man im Volvo förmlich erschlagen von den unzähligen Knöpfen. Jetzt haben die Schweden als Highlight einen aufrechten 9-Zoll Touchscreen im iPad-Design als zentrales Bedienelement. Hierüber wird so gut wie fast alles im Auto gesteuert und geregelt.

Volvo V90 – Touchscreen
Touchscreen für Radio, Navi, Temperatureinstellung u.v.m.    Foto: Volvo

Wo Licht ist, ist aber auch Schatten. Da wären die ständigen Finger-Abdrücke auf dem Touchscreen, die nicht nur störend wirken, sondern vor allem unschön aussehen. Und was mich persönlich noch viel mehr störte, war die teilweise sehr umständliche und unklare Bedienung auf dem Touchscreen.

Das Einstellen dauerte teilweise zu lange und lenkte stark vom Straßenverkehr ab. Da wünscht man sich zumindest für die häufig zu benutzenden Anwendungen den guten alten Knopf wieder.

Aber das Positive überwiegt beim Volvo V90 ohne Frage. Erwähnen möchte ich noch das 3.950 Euro teure Business-Paket Pro. Es beinhaltet das Premium-Audiosystem “Sound by Bowers & Wilkins” mit 1.400 Watt Leistung und 19 Lautsprechern. Neben den elegant-coolen Metallverkleidungen für die Lautsprecher, kann man seinen Lieblingssong akustisch so wahrnehmen, als sitze man in der Konzerthalle von Göteborg. Genial!

Volvo V90 – Keine Angst vor Elchen – der V90 erkennt sie rechtzeitig! Foto: Volvo
Volvo V90 – Keine Angst vor Elchen – der V90 erkennt sie!     Foto: Volvo

Beim Thema Sicherheit und Assistenzsysteme kann man mit dem Volvo V90 nichts falsch machen. Er hat von Hause aus schon eine Vielzahl dieser Dinge serienmäßig an Bord. Alles andere kann optional geordert werden. Und dann hat der Volvo-Käufer wirklich das komplette Programm vom teilautonomen Fahren bis zum Erkennen von großen Tieren, wie Elche, Kühe oder Pferde, bei Tag und Nacht. Und selbsttätig bremst der Volvo V90 im Notfall dann auch noch. Connectivität ist natürlich beim Volvo V90 vorhanden.

❏ Motor + Fahrleistung

Gestartet wird der Volvo V90 über einen Drehknopf (nach rechts starten, nach links abschalten), der den Vierzylinder-Motor zum Leben erwacht. Der Vierzylinder-Diesel-Motor bleibt für die Insassen jederzeit auf einem angenehmen Geräuschniveau. Die Achtstufenautomatik schaltet in den meisten Situationen sehr souverän und die Leistung des Motors reicht im Stadtverkehr wie auf der Autobahn völlig aus.

Bei überwiegender Stadtfahrt genehmigte sich der Testwagen laut Anzeige 7,6 Liter im Durchschnitt. Der Tankinhalt beträgt 60 Liter.

Volvo V90 – Schmale Frontscheinwerfer
Volvo V90 – Schmale Frontscheinwerfer Foto: Volvo

Der Volvo V90 ist mit seinen knapp zwei Tonnen Leergewicht kein Rennpferd. Trotzdem sind die Fahrleistungen recht ordentlich für einen Kombi. Von 0 auf 100 km/h vergehen 7,2 Sekunden und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 240 km/h. Der Testwagen hatte den stärksten Dieselmotor unter der Haube. Er leistet 235 PS bei 4.000 U/min und hat ein maximales Drehmoment von 480 Nm. Das liegt in einem recht schmalen Drehzahlband von 1.750 bis 2.250 U/min an. Dank der Power-Pulse-Technik dreht der Volvo V90  leichtfüßig durchs Drehzahlband und man staunt, wie spontan er Gas annimmt.

Die elektrische Servolenkung arbeitet leicht, präzise, gefühlvoll und wie ich finde sogar einen Tick direkt. Also einfach gesagt: Klasse! Drei Fahrprogramme bietet der Volvo: Eco, Dynamic und Comfort. Letzteres reicht für meinen Geschmack in allen Fahrsituationen aus. Der Fahrkomfort war mit der 18-Zoll-Winterbereifung recht komfortabel und durch das Allradsystem waren Traktionsprobleme für den Testwagen kein Thema.

❏ Volvo V90 – Fazit + Preis

Der Volvo V90 mischt bei den noblen Kombis mit und ist eine ernsthafte Konkurrenz für die deutschen Premiumfahrzeuge. Optisch, fahrtechnisch und sicherheitstechnisch ist den Schweden ein großer Wurf mit dem Wagen gelungen. Auch wenn es über das Auto selbst nur wenige Kritikpunkte gibt, so habe ich zumindest beim Blick in die Preisliste Probleme bekommen. Der getestete Volvo V90 D5 AWD Inscription hat einen Grundpreis von 42.4450 Euro. Ich hatte den Volvo V90 mit einer Armada an optionalen Zusatzausstattungen und da kostete der Schweden eben mal locker 85.910 Euro. Und dann auch nur mit zwei Jahren Neuwagen-Garantie.

Autotester: Moritz & Weirauch

10. Volvo Winterfahrt im Volvo V90 Cross Country

Shot with DXO ONE CameraShot with DXO ONE Camera
by Heiko & Sven

Bereits zum 10. Mal startete am 28.01. die Volvo Winterfahrt. Präsentiert wurde der neue Volvo V90 Cross Country, die geländetaugliche Variante des V90 mit mächtigem Offroad-Modus für anspruchsvolle Einsätze außerhalb des Großstadtdschungels. Volvo engagiert sich eifrig um den Ausbau seines Marktanteils im deutschen Premium Segment von aktuell 5% und punktet neben neuen Modellen auch mit einem deutlichen Ausbau der Serviceleistungen, insbesondere für Firmenkunden. Angestrebt wird hier eine deutliche Verkürzung von Wartezeiten für Werkstatttermine.

Die Tour beginnt im Volvo V90

München Flughafen. Kurzes Briefing und Schlüsselübergabe mit angereichtem Espresso (Alternative Bayrisches Frühstück mit Weißbier und Brezn fiel aus). Zum Auftakt testen wir zunächst die sportliche R-Variante des regulären V90 auf schneefreier Straße abseits der samstäglichen Wintersportlerrennstrecke A8. Das sportliche Fahrwerk unterstützt gefällig bei anspruchsvollen Kurvenfahrten durch das noch neblige Hügelland hinter Erding und wir erreichen schon bald den Chiemsee. Hier folgt die obligatorische Einkehr bei „Seewirts Strandhaus“. Wir genießen das nun wolkenfreie Bergpanorama mit zugefrorenem See und gutem Essen.

Der Hunger geht, die Fahrfreude steigt. Nun weichen wir von der vorgeschlagenen Route ab, die das sehr gute Navigationssystem auf dem übersichtlichen DIN A4-Hochkant Display anzeigt. Das System lässt sich als gewohnter Smartphone Nutzer intuitiv bedienen. Antwortzeiten und Berührungsempfindlichkeit sind gut abgestimmt, die Menüführung ist übersichtlich und schnell erlernbar.

Der Zwischenstopp

Die Umgebung wird nun mit jedem Kilometer alpiner und die Schneehöhe steigt kontinuierlich. Wir durchqueren den Wintersportort Reit im Winkl kurz vor der Grenze nach Österreich und finden hier tolle Fotospots inmitten der winterlichen Idylle. Auf den gut präparierten Straßen macht der V90 eine gute Figur und zeigt im kontinuierlichen Berg- und Talfahrten seine Power.

Kurz hinter der Grenze im Niemandsland zwischen Kössen und Kirchdorf packt uns der Ehrgeiz: Mutig biegen wir von der Landstraße in einen rustikalen, verschneiten Feldweg ein und überqueren dabei eine Langlaufloipe, die sich im Folgenden als versteckte Falle entpuppen sollte. Ein vermeintlich einfaches Wendemanöver, bei dem wir den Seitenteil der Loipe touchieren führt zu einem unerwarteten Stopp: Der V90 steckt im lediglich gut 15 cm tiefen Schnee fest. Trotz intensiver körperlicher Betätigung lässt sich das Auto nicht mehr auf den Feldweg zurückbewegen.

Das Abenteuer geht weiter beim Versuch, einen bereitwilligen Landwirt mit wintertauglichem Gefährt zu organisieren, der uns aus der misslichen Lage befreien kann. Freundliche Unterstützung ist glücklicherweise nicht weit, die Abschleppaktion wird wahlweise mit einem verschmitzten Lächeln oder auch einem belustigten Kopfschütteln kommentiert: „Fesches Auto, aber aus den Bergen kommt ihr nett…“

Die Ankunft auf dem Obersalzberg

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Die Sonne ist mittlerweile leider hinter den Bergen verschwunden. Es wird nun schnell duster und wir beschließen, die Sightseeing-Abstecher unter dem lebendigen Eindruck der gemachten Erfahrung und dem Gefühl ein echtes Abenteuer mit dem V90 erfolgreich bestanden zu haben für den Rest des Tages auf ein Minimum zu reduzieren.

Gegen 19 Uhr folgt dann die standesgemäße Vorfahrt im Kempinski Hotel Berchtesgaden. Zuvor haben wir das pittoreske und gar nicht so touristisch überladende Städtchen durchquert und haben uns hoch auf den Obersalzberg begeben. Das Hotel empfängt uns mit purem Komfort der feinfühlig in die Winter- und Berglandschaft eingebettet wurde. Der architektonische Mix aus rustikaler und gleichzeitig moderner Atmosphäre wirkt sehr ansprechend und gemütlich.

Nach dem kurzen Briefing lädt Volvo zum Mehrgängemenü im üppigen „Weinkeller“ um über die Erlebnisse des Tages zu reflektieren und die Erfahrungen zwischen den Teilnehmern auszutauschen. Für einige endet der Abend in unterhaltsamer Runde an der Bar, andere ziehen sich zum Kräftesammeln und in Vorbereitung auf den motorsportlich vielversprechenden zweiten Tag zurück.

Der Wechsel zum V90 Cross Country

Der Sonntag beginnt bei tollem Sonnenschein mit einem üppigen und leckeren Frühstück. Der Blick auf die verschneiten Berghänge lässt die Vorfreude auf das Highlight des zweiten Tages steigen: Eine Fahrt mit dem V90 Cross Country auf präparierter Schneepiste unter fachkundiger Anleitung von Rennexperten. Hochwertiges Film-Equipment wird allerorts verstaut. Eine beachtliche Drohnenflotte wird während der Testfahrten über uns kreisen.

Die Anreise ins Österreichische Faistenau vergeht wie im Flug. Wir sind nun mit der Cross Country Variante des V90 unterwegs. Die höher gelegte Sitzposition sagt uns sehr zu, macht sich aber auch erwartungsgemäß hinsichtlich der Sportlichkeit in Kurvenlagen bemerkbar. Dennoch erleben wir den Cross Country als spritzige Sportmaschine, die mit der D5-Motorisierung auch bei signifikanten Steigungen ordentlich Schub bringt.

Der V90 Cross Country im Gelände

Ankunft in Faistenau mit kurzem Briefing durch die Instruktoren. Dann dürfen wir auf den schneebedeckten Rundkurs mit Driftgarantie. Nach Testrunde und vorsichtigem Einfahren folgen dann sportliche und enorm Spaß bringende Runden. Alles bestens medial dokumentiert. Das Team hat außerdem eine angemessene Offroad-Piste vorbereitet, um den Offroad-Modus des Crosscountry in Aktion zu erleben. Steiler Aufstieg, dann Wende auf der Kuppe und rapide abfallendes Gelände meistert der Crosscountry souverän und unterstützt den Fahrer aktiv mit Brems- und Schaltmanövern. Auf diese Weise kommen auch „normale“ Fahrer problemlos durch diesen Parcour. Ein paar Mal tauschen wir zwischen Rundkurs und Offroad-Piste hin und her bis wir vom Geruch der Kupplung und einem drängenden Gefühl aus der Magengegend dazu ermuntert werden, das rustikale Mittagessen im nahe gelegenen Loipenrestaurant zu uns zu nehmen.

Autonomes (Heim)-fahren by Volvo

Nach dem Essen heißt es bereits vom Rest der Gruppe Abschied nehmen und den Cross Country nun noch auf seine Autobahntauglichkeit zu überprüfen. Die Rückreise zum Flughafen München führt uns über die A8, die glücklicherweise noch nicht durch die Wochenendheimkehrer überfüllt ist. Der kurze Stau an der Grenze nach Deutschland bringt wertvolle Erfahrungen mit dem autonomen Fahrerassistenzen. Weitestgehend können wir uns bereits auf dieses Hilfsmittel verlassen, sofern die Licht- und Bodenverhältnisse für die optische Sensorik des V90 nicht zu widrig werden. Der Cross Country hält Spur und Abstand zum Vorderfahrzeug grundsätzlich ein – manchmal aber für das persönliche Gefühl etwas zu knapp. Verbesserungen sind hier sicherlich noch angesagt und sollten aus den mitgeschriebenen Fahrzeugdaten abgeleitet werden. Man lernt schließlich nie aus, auch ein Volvo nicht.

Autobahnfahrten bringen mit dem Cross Country insgesamt große Freude. Auch bei höheren Geschwindigkeiten behält das Fahrzeug die Laufruhe, Vibrationen im Innenraum sind auch in dieser Situation kaum zu spüren.

Pünktlich kommen wir am Zielort an, sehr zufrieden mit den gemachten Erfahrungen dieses neuen Modells und mit dem Vorsatz, diese Geschichte in die Welt hinaus zu tragen.

Fazit:

  • Von Langlaufloipen sollte sich der V90 (zumindest in der Sportvariante) fernhalten
  • Das Raumgefühl innen ist sehr positiv zu bewerten, die verwendeten Materialen in der vorgestellten hochwertigen Ausbaustufe sind ansprechend und vermitteln einen sehr gehobenen Charakter
  • Das Touchpad zur Bedienung von Navigation, Klima, Telefon, etc. reagiert super, die hochwertige Soundanlage hat uns für den angegebenen Preis nicht überzeugt
  • Der Offroad-Modus macht im richtigen Gelände Spaß und ist gerade bei schwierigen Steigungen eine tolle Hilfe.
  • Der Stauraum im Heck kann designverschuldet für größere Familienausflüge zum Engpass werden
  • Der assistierte Fahrmodus muss noch lernen
Autotester: Moritz & Weirauch

Volvo S90: Das neue schwedische Oberhaus

Volvo S90Volvo S90 Foto: Volvo

Die Schweden sind mit dem neuen Volvo S90 zurück im automobilen Oberhaus. Die luxuriöse Stufenhecklimousine möchte an der deutschen Vormachtsstellung in der Business-Liga ein wenig rütteln. Finanzielle Unterstützung erhält Volvo aus dem Reich der Mitte vom Autobauer Geely. Schwedens Auto-Ikone ist auf einen guten Weg, die Kunden wieder von skandinavischer Qualität, Sicherheit und neuerdings auch von gelungenen Karosserieproportionen zu überzeugen. 

Früher waren Volvo-Modelle optisch betrachtet nicht unbedingt ein Blickfang auf unseren Straßen. Die inneren Werte der Autos zählten für die Käufer weit mehr und damit konnte Volvo viele Sympathiepunkte hierzulande sammeln. Spätestens mit dem Volvo S90 ist Schluss mit Karosserie-Langeweile, denn die neue Volvo Designsprache steht der Limousine ausgesprochen gut. Zum Test stand ein Volvo S90 D5 AWD in der der Ausstattungslinie Inscription zur Verfügung.

❏ Volvo S90 – Karosserie

Der Volvo S90 streckt sich in der Länge auf 4,96 Meter, in der Breite auf 1,90 Meter (mit Außenspiegeln 2,02 Meter) und in der Höhe sind es 1,44 Meter. Beim Radstand kommt der Schwede auf 2,94 Meter. Auffallend ist die klare und ruhige Karosseriegestaltung, die ohne Schnickschnack auskommt und viel Eleganz ausstrahlt. Die ab der B-Säule abfallende Dachfläche verleiht der eigentlich klassischen Stufenhecklimousine schon leicht coupéartige Züge. Die optionalen 20-Zoll-Alus, eine Zierleiste oberhalb des Schwellers und die umlaufende Chromleiste an den Seitenscheiben ergänzen die seitliche Silhouette der Volvo S90-Karosserie.

Volvo S90 Foto: Volvo
Volvo S90    Foto: Volvo

Selbstbewusst prangt beim S90 in der Front der große Wasserfall-Kühlergrill (so nennt ihn Volvo) inklusive mächtigem Logo und den Volvo-typischen LED-Scheinwerfern und LED-Tagfahrlichtern im “Thors-Hammer”-Stil. Mit diesem eigenständigen Auftritt unterscheidet er sich optisch von seinen Konkurrenten und bewahrt gleichzeitig die Wiedererkennung als ein Auto der Marke Volvo. Neben der bewährten Volvo-Funktionalität haben die Schweden ihrer Luxus-Limousine jetzt auch noch ein wunderschönes Design verpasst.

Volvo S90 Foto: Volvo
Volvo S90    Foto: Volvo

Bei der Heckgestaltung kann man durchaus geteilter Meinung sein. Das fängt bei den extravagant designten Rückleuchten an und geht über die vielen Falze weiter. Der Volvo-Schriftzug und die Rückleuchten ziehen den Wagen optisch in die Breite. Für meinen Geschmack wurden am Heck die klaren Linien der übrigen Karosserie nicht weiter fortgeführt. Aber vielleicht unterstreicht ja gerade das Heck die persönliche Note eines Volvo S90 und auch die des Fahrers.

❏ Volvo S90 – Kofferraum

Hinter der elektrischen Kofferraumklappe des Volvo S90 ist Platz für 500 Liter Gepäck. Unter dem Ladeboden füllte beim Testwagen ein Reserverad die komplette Mulde aus. Wer möchte, kann statt dem Ersatzrad auch ein Pannen-Set wählen und so die Bodenmulde für zusätzlichen Stauraum gewinnen. Einen 12-Volt-Steckdosen-Anschluss im Gepäckabteil bietet der Schwede auch.

Volvo S90 mit Gepäckraum-Schale Foto: Volvo
Volvo S90 mit Gepäckraum-Schale    Foto: Volvo

Die Rücklehnen im Volvo S90 lassen sich im Verhältnis 60:40 umklappen, wobei sich für mich hier ein Schwachpunkt in der Handhabung auftat. Die Lehnen können nur aus dem Innenraum heraus entriegelt werden. Die dafür benötigten Knöpfe liegen jedoch ungünstig hinter der hinteren linken Lehne versteckt.
Positiv: Bei der Entriegelung klappen auch gleich die Kopfstützen mit um und es entsteht ein Riesenschacht.

Der Volvo S90 hat ein Leergewicht von 1.892 Kilogramm und kann maximal 468 Kilogramm aufnehmen. Das können andere besser in dieser Klasse. Die maximale Dachlast gibt Volvo mit 100 Kilogramm an.

❏ Innenraum + Ausstattung

Volvo bietet für seinen S90 drei Ausstattungslinien an: Kinetic, Momentum und Inscription. Und dann gibt es noch ein R-Design für den Volvo S90. Wie bei Testwagen meistens üblich, hatte unser das volle Programm an Ausstattung. Da fehlte es an nichts und Luxus versprühte das Interieur an allen Ecken und Kanten. Die Türen öffnen weit und geben den Blick auf das sehr eindrucksvolle Design des Volvo S90 frei.

Volvo S90 Foto: Volvo
Volvo S90 – luxuriöser Innenraum   Foto: Volvo

Auch wenn die vorderen elektrischen Leder-Sportsitze mit Memory-Funktion vielleicht etwas “schlank” aussehen, sie sind sehr komfortabel und absolut langstreckentauglich. Außerdem hatten sie die von mir so geschätzte Verlängerung der Oberschenkelauflage. Als nettes Detail ist ein kleines schwedisches Fähnchen seitlich in die Rückenlehnen eingenäht.

Volvo S90 Foto: Volvo
Sehr schöne Materialauswahl im Volvo S90    Foto: Volvo

Drei Polsterfarben, zwei Farben für den Dachhimmel und diverse Dekoreinlagen stehen für einen individuell gestalteten Innenraum zur Verfügung. Das die Verarbeitung der Materialien erstklassig ist, kann man in dieser Auto-Liga erwarten. Auch das Zusammenspiel von Leder, Holz, Aluminium und hochwertigen Kunststoffen ist den Schweden sehr gut gelungen. Für meinen Geschmack ergibt das in der Summe diese typische schlicht-schöne skandinavische Eleganz.

Der Platz für die Passagiere ist vorne wie hinten tadellos und dazu kann auch noch die Rundumsicht voll überzeugen. Das Cockpit ist optisch eine Sünde wert. Vorbei die Zeiten wo der Volvo-Fahrer auf eine Trutzburg schaute. Jetzt regiert das digitale Zeitalter im Armaturenbrett. Der Testwagen hatte das 12,3-Zoll große digitale Cockpit, dass zwischen dem Tacho und Drehzahlmesser auch eine Navigationskarte darstellen kann. Das ist ja ein aktueller Trend bei vielen Automarken, die sich gerade von der analogen Anzeigenwelt verabschieden.

Volvo S90 Foto: Volvo
Volvo S90 mit 9-Zoll Touchscreen   Foto: Volvo

Auffällig sind die wenigen Knöpfe und Schalter zur Bedienung des Volvo S90. Das war früher anders, da wurde man im Volvo förmlich erschlagen von den unzähligen Knöpfen. Jetzt haben die Schweden als Highlight einen aufrechten 9-Zoll Touchscreen im iPad-Design als zentrales Bedienelement. Hierüber wird so gut wie fast alles im Auto gesteuert und geregelt.

Wo Licht ist, ist aber auch Schatten. Da wären die ständigen Finger-Abdrücke auf dem Touchscreen, die nicht nur störend wirken, sondern vor allem unschön aussehen. Und was mich persönlich noch viel mehr störte, war die teilweise sehr umständliche und unklare Bedienung auf dem Touchscreen. Das Einstellen dauerte teilweise zu lange und lenkte die Aufmerksamkeit extrem vom Straßenverkehr ab.

Aber das Positive überwiegt beim Volvo S90 ohne Frage. Erwähnen möchte ich noch das 3.950 Euro teure Business-Paket Pro. Es beinhaltet das Premium-Audiosystem “Sound by Bowers & Wilkins” mit 1.400 Watt Leistung und 19 Lautsprechern. Neben den elegant-coolen Metallverkleidungen für die Lautsprecher, kann man seinen Lieblingssong akustisch so wahrnehmen, als sitze man in der Konzerthalle von Göteborg. Genial!

Beim Thema Sicherheit und Assistenzsysteme kann man mit dem Volvo S90 nichts falsch machen. Er hat von Hause aus schon eine Vielzahl dieser Dinge serienmäßig an Bord. Alles andere kann optional geordert werden. Und dann hat der Volvo-Käufer wirklich das komplette Programm vom teilautonomen Fahren bis zum Erkennen von großen Tieren, wie Elche, Kühe oder Pferde, bei Tag und Nacht. Und selbsttätig bremst der Volvo S90 im Notfall dann auch noch. Connectivität ist natürlich beim Volvo S90 vorhanden.

❏ Motor + Fahrleistung

Volvo S90 Foto: Volvo
Volvo S90    Foto: Volvo

Im Volvo S90 arbeiten nur noch 2,0-Liter Vierzylindermotoren, sowohl als Benziner, wie auch in der Dieselversion. Das Leistungsspektrum reicht hier von 150 PS bis 320 PS. Der Testwagen Volvo S90 D5 AWD hatte einen 235 PS starken Dieselmotor unter der Haube. Sein maximales Drehmoment von 480 Newtonmetern liegt zwischen 1.750 und 2.250 Umdrehungen pro Minute in einem sehr kurzen Drehzahlbereich an. Das reicht aus, um den Volvo S90 in 7 Sekunden auf 100 km/h zu beschleunigen und weiter bis zur Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h.

Volvo S90 Foto: Volvo
Volvo S90    Foto: Volvo

Gestartet wird der Volvo S90 über einen Drehknopf (nach rechts starten, nach links abschalten), der den Vierzylinder-Motor zum Leben erwacht. Der Diesel-Motor bleibt für die Insassen jederzeit auf einem angenehmen Geräuschniveau. Die Achtstufenautomatik schaltet in den meisten Situationen sehr souverän und die Leistung des Motors reicht im Stadtverkehr wie auf der Autobahn völlig aus. Bei der überwiegender Stadtfahrt genehmigte sich der Testwagen laut Anzeige 8 Liter.

Die elektrische Servolenkung arbeitet schön leicht und präzise. Bei einer fast fünf Meter langen Limousine fällt der Wendekreis natürlich etwas größer aus. Beim Testwagen mit 20-Zoll Rädern sind es 11,8 Meter. Der Fahrkomfort entspricht den Erwartungen in dieser Klasse und mit dem Allradsystem waren Traktionsprobleme für den Testwagen kein Thema. Erwähnen möchte ich noch die sehr guten LED-Scheinwerfer, die gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit ein Sicherheitsgewinn waren.

❏ Volvo S90 – Fazit + Preis

Volvo ist mit dem neuen S90 zurück in der Oberklasse und wird weiter Sympathiepunkte sammeln. Die Schweden haben ein überzeugendes Auto auf die Räder gestellt, dass sowohl luxuriös ausgestattet ist, wie auch vom Karosseriedesign sehr erfrischend zur Konkurrenz auftritt. Dabei wurden aber nicht die alten Volvo-Tugenden wie Sicherheit und Funktionalität vernachlässigt. Der Testwagen Volvo S90 D5 AWD Inscription hat einen Grundpreis von 58.350 Euro. Mit der kompletten Ausstattung kam das Auto auf einen Preis von 77.480 Euro. Der Einstieg in die S90-Baureihe beginnt bei 39.400 Euro.