UNESCO Welterbe:

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Überraschend: Magdeburg und die Moderne

Beimsplatz_Hermann-Beims-Siedlung©Magdeburg Marketing, Conrad EngelhardtBeimsplatz_Hermann-Beims-Siedlung©Magdeburg Marketing, Conrad Engelhardt

Von Berlin ist es nicht weit bis Magdeburg: rund 1,5 Stunden von Berlin aus mit dem Zug. Und doch runzeln manche immer wieder die Stirn, wenn ich ihnen Magdeburg als Reiseziel empfehle. Die Landeshauptstadt von Sachsen – Anhalt ist mehr als Kaiser Otto und “Straße der Romanik” mit dem berühmten Magdeburger Dom.  Darüber haben wir hier schon oft berichtet. Aber Bauhaus und Moderne in Magdeburg ? Es ist eine Überraschung.

Grand Tour der Moderne

Wir sind unterwegs auf der bundesweiten Grand Tour der Moderne. Sie führt auf einer eigens konzipierten Route durch die Geschichte der Moderne in Deutschland. 100 Orte vereinen sich hier mit einer Vielzahl spektakulärer, spannender und über die Zeiten erhalten gebliebener Gebäude. Dabei ist unter den für das Bauhausjubiläum besonders relevanten Bauten der 1920er Jahre Sachsen – Anhalt  so stark vertreten wie kein anderes. So zeichnet sich ein Bild von Sachsen-Anhalt als dem Land der Moderne. Diesmal geht es aber nicht nach Dessau, wo das Bauhaus wie eine Inkunabel bewundert wird.

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Moderne in Sachsen-Anhalt

Bauhaus Dessau

Dessau ist das Herz des Bauhauses – nirgendwo sonst auf der Welt gibt es so viele authentische Bauwerke der bekannten Architektur- und Design-Künstler: Das Bauhausgebäude, die Meisterhäuser und die Siedlung Dessau-Törten – jeder Bau ist für sich ein architektonischer Prototyp der Moderne. Zum Jubiläum werden sie erstmals zu einer gemeinsamen Ausstellung zusammengefügt. Der Besucher erfährt, wie experimentell, radikal und utopisch die Bauhäusler dachten, wenn es um Architektur als angewandte Gestaltung für ein neues, modernes Leben ging.

Meisterhaus in Dessau
Meisterhaus in Dessau, Foto: Weirauch
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Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří ist UNESCO-Welterbe

ErzgebirgeAussengelände des Besucherbergwerkes Markus-Röhling-Stolln, Foto: Weirauch

Jubel, Freude und Erleichterung verbreiten sich, als heute das UNESCO-Welterbekomitee zur 43. Tagung in Baku, Aserbaidschan seine Entscheidung verkündet: die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří wird zum Welterbe erklärt. Damit finden über 20 Jahre Bemühungen auf dem Weg zum Welterbe ihren ersehnten Höhepunkt. Über 800 Jahre Bergbau führten im Erzgebirge zu einer einzigartigen Beziehung zwischen Mensch und Natur, die eine montane transnationale Kulturlandschaft von universellem Wert hervorbrachte. Die Stätte gilt als herausragendes Zentrum wissenschaftlich-technologischer Bergbauinnovation und als einzigartige montane Kulturlandschaft.

Noch heute erzählen traditionelle Bergparaden überall in der Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří von der jahrhundertelangen Bergbautradition.

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UNESCO-Welterbe: Ephesus

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In Ephesus an der türkischen Ägäis kann man durch vergangene Jahrtausende wandern. Die Stadt war schon eine Weltstadt, als das griechische Athen noch tiefste Provinz war. Und Rom gab es noch nicht. So weiß es der kundige Reiseführer. Als reichste Stadt Asiens galt  Ephesus einst, die antike Großstadt war Tor zu den Schätzen Anatoliens und Persiens. Der heute nicht mehr vorhandene Artemistempel zählte gar zu den sieben Weltwundern. Ephesus war Wallfahrtsort und beherbergte eine Viertelmillion Einwohner in ihren Mauern. Apostel Paulus hielt sich in der Stadt auf und predigte . “Groß ist die Diana von Ephesos” heißt es unter anderem. Wie es oft mit berühmten Städten ist: der Hafen versandete und die Stadt verschwand. Heute ist das Meer kilometerweit entfernt.  Archäologen gruben das antike Ephesus zwischen 1866 und 1922 aus. Noch hätten die Forscher viel zu tun. Überall verweist unser Reiseführer Suleyman Cetin Akcali, werden noch Bauten vermutet. Der türkische Name des heutigen Ausgrabungsortes ist Efes. Man kann auch Ephesos schreiben. Mich hat der Besuch dort beeindruckt, dass ich hier einen ersten Überblick geben will. Weitere Eindrücke folgen.

Ein Rundgang durch Ephesus

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UNESCO-Welterbe: Matera – Europäische Kulturhauptstadt 2019

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Matera in der süditalienischen Region Basilikata ist Europäische Kulturhauptstadt 2019 und das zu Recht! Die lukanische Stadt beeindruckt vor allem mit ihren jahrtausendealten Felsenkirchen und den Sassi, in den Felsen gehauene Höhlen. Diese waren bis hinein in die 1960er Jahre bewohnt. 1993 wurden die Sassi von Matera in die  Weltkulturerbeliste der UNESCO aufgenommen. Damit stehen sie auf der gleichen Stufe wie die Schlösser und Gärten von Berlin und Potsdam (Schloss Sanssouci, der Kölner Dom, die Völklinger Hütte im Saarland oder das Bergwerk im schlesischen Tarnowitz.

Ein Spaziergang durch Matera ist wie eine Reise in eine vergessene Vergangenheit und die Stadt wird auch nicht zufällig das “zweite Bethlehem” genannt. Matera war Schauplatz der Inszenierung der Filme „Die Passion Christi“ von Mel Gibson und „Das 1. Evangelium nach Matthäus“ von Pier Paolo Pasolini.

Was man in Matera erleben sollte 

Wir waren unlängst in Matera. Die Stadt steht als Symbol einer Bevölkerung, die es schafft ihre Traditionen aufrechtzuerhalten. In den 50er Jahren wurde die Bevölkerung wegen der damals herrschenden unhaltbaren hygienischen Verhältnisse umgesiedelt. Später kamen vor allem junge Leute, Künstler und Architekten zurück.

Die schönsten Beispiele der in den Tuffstein gehauenen Denkmale sind die  über Jahrhunderte entstandenen Kirchen, viele von ihnen mit kunstvollen  Fresken ausgeschmückt. Einige der Kirchen sind in der Hochebene verteilt oder befinden sich im Innern des engen Straßennetzes von Matera.

Ein Spaziergang im historischen Zentrum von Matera ist eine Reise in das Dunkel der Vergangenheit. Dieses Gebiet war bereits im Paläolithikum bewohnt, als die ersten Höhlensiedlungen entstanden. Die Menschen schlossen einen unsichtbaren Pakt mit der Natur. Die Natur bestimmte das Leben. So erleben wir bei einer Stadtführung sowohl die unterirdischen Siedlungen, aber auch ausgeklügelte Steinbauten, die von einer effektiven Nutzung der natürlichen Ressourcen zeugen.  Matera ist auch als Filmkulisse berühmt. Pier Paolo Pasolini drehte die Szene der Geburt Christi in seinem Matthäusevangelium (1964) in den Sassi von Matera. Mel Gibson drehte den Großteil der Außenszenen seines Filmes Die Passion Christi (2004) in den Sassi, in der Schlucht und auf dem Hügel auf der gegenüberliegenden Seite der Materaschlucht. Es gibt einen Filmpfad quer durch die Stadt.

Man sollte unbedingt den Parco Archeologico Storico Naturale della Murgia e delle Chiese Rupestri del Materano (Archäologisch-Historischer Naturpark der Murgia und der Felsenkirchen von Matera) besuchen. Das ist ein regelrechtes Freilichtmuseum, das sich über eine Fläche von 8.000 Hektar, zwischen den Gemeinden von Matera und Montescaglioso ausdehnt und auf den ersten Blick wie eine felsige Wüste, durchsetzt von tiefen Canyons, erscheint.

 

Weitere Infos:
www.matera-basilicata2019.it/en/
www.aptbasilicata.it
www.basilicataturistica.it

Übernachtungstipp in einer Höhle: Thymius Residenz Matera
am Rande der Höhenstadt, unterhalb des Domes
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UNESCO Welterbe: Rhätische Bahn

RHAETISCHE BAHN: Bernina Express- AlbulalinieRHAETISCHE BAHN: Bernina Express- Albulalinie
Rhaetische BahnBerninaExpressFoto: Rhaetische Bahn
Rhaetische BahnBerninaExpress Foto: Rhaetische Bahn

Ein Fest der Bahn-Kultur: Anlässlich des zehnjährigen UNESCO Welterbe-Jubiläums feiert die Rhätische Bahn am 9. und 10. Juni 2018 ihr erstes Bahnfestival. Im Rahmen der Jubiläumsfeier in den Orten Samedan und Pontresina vereinen sich sämtliche verfügbaren historischen Fahrzeuge zur größten RhB-Zugparade aller Zeiten. Das Bahnmuseum Albula zeigt eine Sonderausstellung, ein Welterbemarkt präsentiert UNESCO Welterbestätten für alle Sinne. Schienen zersägen, menschliche Viadukte bauen oder das Balancieren auf Gleisen lauten die Aufgaben der ersten TrainGames. Für junge Festival-Besucher heißt der Star Clà Ferrovia, seines Zeichens Kinder-Schaffner.