Tschechien

Reise

Auch im Herbst und Winter kuren in tschechischen Heilbädern

franzensbad_trinkhalle_ladislavrennertschechienTrinkhalle in Franzensbad, Foto: LadislavRenner (czechtourism)

Die berühmten tschechischen Kurstädte, ein Großteil wie Karlsbad, Marienbad und Franzensbad im Böhmischen Bäderdreieck gelegen,  laden nicht nur zur Erholung und Entspannung ein, Kurgäste erhalten hier vor allem ärztliche Versorgung von hoher Qualität.

Mehrere Hotels haben auch große Pools, Foto: Czechtourism
Mehrere Hotels haben auch große Pools, Foto: Czechtourism

Moderne medizinische Einrichtungen bieten dank Zusammenspiel der modernen Technik und der traditionellen, bewährten Weisheit ausgezeichnete Erholung!

Das Juwel des Bäderdreiecks: Karlsbad

Eleganz, prächtige Kurkolonnaden, exklusive Kurhäuser und eine wunderschöne Lage inmitten eines bewaldeten Tals – all das und noch viel mehr erwartet Sie in Karlsbad (Karlovy Vary), der beliebtesten Stadt des weltberühmten Bäderdreiecks. Viele berühmte Persönlichkeiten waren hier schon zur Kur und auch heute noch ist die Stadt das zweitbeliebteste Touristenziel Tschechiens.

Blick auf Karlovy Vary, Foto: LadislavRenner, czechtourism
Blick auf Karlovy Vary, Foto: LadislavRenner, czechtourism
An der Tepl im Zentrum von Karlsbad, Foto: Klaus Klöppel
An der Tepl im Zentrum von Karlsbad, Foto: Klaus Klöppel

Wegen seiner einzigartigen Architektur gehört Karlsbad zu den schönsten Kurstädten Europas.  Auch die umgebung ist sehenswert.

Im Schloss von Bečov nad Teplou wird das wunderschöne Reliquiar des heiligen Maurus aufbewahrt – eine Perle europäischer Mittelalterkunst, Foto: Dagmar Veselkova, Czechtourism
Im Schloss von Bečov nad Teplou wird das wunderschöne Reliquiar des heiligen Maurus aufbewahrt – eine Perle europäischer Mittelalterkunst, Foto: Dagmar Veselkova, Czechtourism

Wer den zweitwichtigsten Schatz Tschechiens mit eigenen Augen sehen möchte, dann ist er in Bečov nad Teplou richtig.  Im dortigen Schloss wirddas wunderschöne Reliquiar des heiligen Maurus aufbewahrt – eine Perle europäischer Mittelalterkunst.

 

Besonders lohnt sich auch ein Ausflug in das herausgeputzte Städtchen Loket (Ellnbogen) mit seiner Altstadt und gotischen Burg, auf der man eine Ausstellung zum Thema Folter sowie eine Porzellanausstellung besichtigen kann.

Auf der Burg kann man eine Ausstellung zum Thema Folter sowie eine Porzellanausstellung besichtigen. Foto: Libor-Sva¦üc¦îekT(Czechtourism)
Auf der Burg kann man eine Ausstellung zum Thema Folter sowie eine Porzellanausstellung besichtigen. Foto: Libor-Sva¦üc¦îekT(Czechtourism)

Balsam für Seele und Leib: Marienbad

Wer durch das Zentrum von Marienbad (Mariánské Lázně) läuft, hat das Gefühl, eine Zeitreise ins beginnende 20. Jahrhundert zu unternehmen: prächtige Kurhäuser, blühende Parks, in denen Kurgäste gemütlich entspannen und das berühmte Heilwasser trinken.

Die"singende Fontäne" in Marienbad, Foto. Czechtourism
Die”singende Fontäne” in Marienbad, Foto. Czechtourism

Die Stadt hat viel Geschichte, aber auch moderne Hotels. Dazu gibt es hier mehr informationen.

Prächtige Kurhäuser in Marienbad, Foto: Czechtourism
Prächtige Kurhäuser in Marienbad, Foto: Czechtourism

Verwöhnen in Franzensbad

Als Johann Wolfgang von Goethe in Franzensbad (Františkovy Lázně) weilte, bezeichnete er die Stadt als das „Paradies auf Erden“. Die kleinste Stadt des südböhmischen Bäderdreiecks, zu dem neben Franzensbad auch Karlsbad und Marienbad gehören, besticht durch ihre eleganten klassizistischen Kurkolonnaden, gepflegten Parks und eine angenehme, entspannte Atmosphäre.

Franzensbad bei Nacht, LadislavRenner (czechtourism)
Franzensbad bei Nacht, LadislavRenner (czechtourism)

In Franzensbad wurde übrigens das weltweit erste Moorbad gegründet.

Kuren in schöner Umgebung bietet Franzensbad, Foto: LadislavRenner (czechtourism)
Kuren in schöner Umgebung bietet Franzensbad, Foto: LadislavRenner (czechtourism)

Bad Lednice (Eisgrub)

Den Körper sowie die Seele heilt nicht nur die Kurbehandlung, sondern auch die märchenhafte Landschaft der Kulturlandschaft Lednice-Valtice. In  Lednice (Eisgrub), einer Stadt mit einem märchenhaften Schloss und wunderschönen Gärten, die früher das Zentrum des Lichtensteinschen Gutsbesitzes waren, lohnt ein Spaziergang durch Kurgelände. (Mehr Infos unter www.lednice.cz).

Hier geht es zu Marienbad, Karlsbad und Franzensbad.

Reise

Elberadweg Tschechien: Barocke Pracht

SONY DSCFähre in Decin, Foto: Klaus Klöppel

Schon seit Jahren führt der Elberadweg die Beliebtheitsskala der Radfernwege in Deutschland an. Doch wenn die Elbe das sächsische Bad Schandau erreicht, hat sie bereits ein knappes Drittel ihres Wegs zur Nordsee zurückgelegt und ist dabei vom Rinnsal zum mächtigen Fluss gewachsen. Ihr Werden kann man auf dem tschechischen Teil des Elberadwegs miterleben.

Pause am Elbufer, Foto: Klaus Klöppel
Pause am Elbufer, Foto: Klaus Klöppel

Wo die Labe entspringt

“Sssst”. Mit einem leichten Summen zieht die Dame auf ihrem E-Bike scheinbar mühelos vorbei. Den anderen Radlern verlangt die steile Asphaltstrecke die letzten Kraftreserven ab. Dabei fing es ganz entspannt an: Ein Sessellift brachte Fahrer und Räder vom Touristenzentrum Špindlerův Mlýn (Spindlermühle) zur Bergstation Medvědín. Von dort geht es nun mit vielen Aufs und wenig Abs zur futuristisch wirkenden Elbfallbaude. Auf den Wiesen oberhalb entspringt die Elbe, die hier Labe heißt. Schon kurz danach stürzt sie sich mit Getöse erst einmal 40 Meter in die Tiefe.

Wegweiser zur Elbquelle, Foto: Klaus Klöppel
Wegweiser zur Elbquelle, Foto: Klaus Klöppel

Tour zur Elbquelle ist anspruchsvoll

Die Tour zur Quelle ist die Königsetappe – empfehlenswert eher für sportliche Fahrer. Der offizielle Radweg beginnt erst 20 Kilometer talabwärts im Ferienort Vrchlabí (Hohenelbe). Gelbe Schilder mit der Nummer 2 weisen den Weg, der ohne große Höhenunterschiede den vielen Windungen des Flusses folgt. “Erst im Jahr 2008 hat Tschechien damit begonnen, den Radweg entlang der Elbe zu entwickeln”, sagt Marketingkoordinator Daniel Mourek. Schritt für Schritt wurden seitdem Wege erneuert oder neu angelegt.

Anspruchsvoll ist die Bergfahrt hinauf zur Elbquelle, Foto: Klaus Klöppel
Anspruchsvoll ist die Bergfahrt hinauf zur Elbquelle, Foto: Klaus Klöppel

Heute arbeitet Tschechien eng mit der deutschen Seite zusammen, der Elberadweg wird gemeinsam vermarktet, für radfreundliche Unterkünfte oder Gaststätten gibt es vergleichbare Regeln beiderseits der Grenze.

Beeindruckend: Barockbau in Kukus

Ein erster Höhepunkt ist der ehemalige Kurort Kuks (Kukus). Wie aus dem Nichts erscheint am linken Ufer ein monumentaler Barockbau. Er wirkt wie ein Schloss, war aber ein Hospital, in dem Kriegsversehrte gepflegt wurden. Rund 100.000 Radler besuchten im vergangenen Jahr das frisch sanierte Ensemble mit Freskengang, der zweitältesten Apotheke Europas, dem größten Kräutergarten Tschechiens und den meisterlichen Skulpturen von Matthias Bernhard Braun, dem böhmischen Michelangelo.

Schloss Kuks, Foto: L.Renner, Czech Tourism
Schloss Kuks, Foto: L.Renner, Czech Tourism
Die wertvollen Statuen schuf Matthias Bernhard Braun, Foto: Klaus Klöppel
Die wertvollen Statuen schuf Matthias Bernhard Braun, Foto: Klaus Klöppel
Spektakuläre Architektur: Hospital Kukus, Foto: Klaus Klöppel
Spektakuläre Architektur: Hospital Kukus, Foto: Klaus Klöppel

Von Königgrätz nach Pardubitz

Nur 20 Kilometer liegen die Elbstädte Hradec Králové (Königgrätz) und Pardubice (Pardubitz) auseinander und beide pflegen eine ähnlich innige Freundschaft wie Köln und Düsseldorf.

Königgrätz war schon im frühen Mittelalter ein bedeutender Handelsplatz, Pardubitz zog im 16. Jahrhundert nach. Spannungsreich ist der Wechsel zwischen barockem Prunk und den klaren Formen des Kubismus im Zentrum von Königgrätz.

Markt in Hradec Králové, Foto: Klaus Klöppel
Markt in Hradec Králové, Foto: Klaus Klöppel

Die Renaissance ist in der Altstadt von Pardubitz allgegenwärtig, wo der Radweg über das Gelände des Schlosses führt.

Marktplatz von Pardubice, Foto: l. Renner, Czech Tourism
Marktplatz von Pardubice, Foto: l. Renner, Czech Tourism

Wer genügend Zeit hat, macht beide Städte zum Etappenziel. Bei jeweils rund 10.000 Studenten ist für Unterhaltung am Abend gesorgt.

Schönster Marktplatz Böhmens in Leitmeritz

Weiter nördlich überragt ein mächtiger Kelch den Marktplatz von Litoměřice (Leitmeritz), der zu den schönsten Böhmens gehört. Der ungewöhnliche Turm des Kelchhauses soll an die hussitische Tradition der Kommunion erinnern. Doch er könnte auch ein Symbol dafür sein, dass rund um die Stadt schon seit Jahrhunderten Wein angebaut wird.

Marktplatz von Leitmeritz, Foto: l. Renner, Czech Tourism
Marktplatz von Leitmeritz, Foto: l. Renner, Czech Tourism

Ein Gang durch die Geschichte des böhmischen Weinbaus bietet sich nur wenige Kilometer elbabwärts. Bis heute werden die mittelalterlichen Keller von Velké  Žernoseky (Groß Tschernosek) genutzt, die Zisterziensermönche um 1250 erbauten. Was in den mächtigen Holzfässern reift, lässt sich vor Ort probieren.

Hinweisschild für den Elberadweg in Tschechien, Foto: Klaus Klöppel
Hinweisschild für den Elberadweg in Tschechien, Foto: Klaus Klöppel

Durch die romantische Landschaft von Aussig

Durch das böhmische Mittelgebirge mit seinen zahllosen erloschenen Vulkankegeln bahnt sich der Fluss seinen Weg weiter nordwärts nach Ústí nad Labem (Aussig).

Blick zum Schreckenstein, Foto: Klaus Klöppel
Blick zum Schreckenstein, Foto: Klaus Klöppel

Die romantische Landschaft begeisterte schon Caspar David Friedrich. Burg Střekov (Schreckenstein), am Rande von Aussig und 100 Meter hoch über der Elbe gelegen, faszinierte den Maler Ludwig Richter und inspirierte Richard Wagner zu seinem “Tannhäuser”. Heute kann man im Lokal Wagnerka den Blick ins Tal genießen. Die ehemalige Industrieregion zwischen Aussig und Děčín (Tetschen) sieht ihre Zukunft im Tourismus.

Elberadweg steht für Strukturwandel

Der Elberadweg ist ein wichtiger Baustein des längst begonnenen Strukturwandels und so findet man hier bestens ausgebaute Wege. Kleine Yachten liegen am Ufer vor Anker, Ausflugsschiffe verkehren auf dem breiten Strom.

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Wiedererstanden: Barockschloss von Tetschen

Das barocke Schloss von Děčín, in dem Fréderic Chopin 1835 seinen Tetschener Walzer komponierte, war fast eine Ruine, als es die sowjetischen Truppen 1991 verließen. Heute ist es zusammen mit dem verwunschenen Rosengarten wieder die Visitenkarte der Stadt.

Tipp zum Ausspannen: Gaststätte Dolní Grund

Die urige Gaststätte Dolní Grund kurz hinter Tetschen ist ein beliebter Radlertreff. Zwei Paare aus Hamburg stärken sich dort vor der Etappe durch das Elbsandsteingebirge. Vor 15 Jahren haben sie bereits die Tour von Prag nach Dresden entlang von Moldau und Elbe. “Kein Vergleich zu damals”, schwärmt eine ältere Dame: “Früher waren die Orte noch grau und richtige Radwege gab es gar nicht.” Heute sei die Strecke fast überall in einem guten Zustand. Mit dem charakteristischen “Sssst” begeben sie sich auf den letzten Abschnitt zur Grenze, wo nur noch ein Pfosten mit dem Wappen der Tschechoslowakei an frühere Zeiten erinnert.

Wegweiser am Elberadweg, Foto: Klaus Klöppe
Wegweiser am Elberadweg, Foto: Klaus Klöppel

Infos zum Elberadweg

  • Rund 370 von insgesamt 1270 Kilometer des Elberadwegs führen durch Tschechien. Für die gesamte Tour sollte man mindestens acht Tage einplanen. Informationen zum Verlauf gibt es unter www.labska-stezka.cz, Knapp 200 km lang ist die Strecke von Prag entlang von Moldau und Elbe bis zur Grenze.
  • Der Veranstalter Enthusia in Děčín bietet Tourenräder und E-Bikes, organisiert Unterkünfte, Gepäck- und Personentransfers, zu Beispiel ab/bis Dresden. Infos: www.enthusia.cz.
  • Buchtipp: Elbe-Radweg Tschechien, Von der Elbquelle im Riesengebirge nach Bad Schandau, Bikeline – Radtourenbuch, Verlag Esterbauer, 13,90 Euro
  • Allgemeine Auskünfte zu Reisen nach Tschechien bei CzechTourism in Berlin, www.czechtourism.com

Elberadweg beiVelke Zernoseky, Foto: Petr-Polák.jpg, Czech Tourism

 

Als Begleittourenbuch im handlichen Format für die Lenkertasche auf reißfestem, wasserfestem Papier geeignet: „Berliner Mauer-Radweg“ von Michael Cramer, Reihe Bikeline im Verlag Esterbauer, 212 Seiten mit Karten, Streckenbeschreibung, detaillierter Schilderung der Geschichte und Hinweisen auf weitere Fahrradstationen, 13,90 Euro.

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