Tschechien

Reise

Wasser trinken in Marienbad

rela-169-marianske_laznetschechienDie"singende Fontäne" in Marienbad, Foto. Czechtourism

Im südlich von Karlsbad im tschechischen Bäderdreieck gelegenen Marienbad (Mariánské Lázně) erinnert heute nichts mehr daran, dass sich hier noch Anfang des 19. Jahrhunderts Sumpfgebiete erstreckten. Bei meinem Besuch traf ich auf einen höchst lebendigen Kurort.

Wasser trinken in Marienbad

Nicht so mondän wie Karlsbad, aber schicker als das ebenfalls zum Bäderdreieck gehörende Franzensbad.

2019 berühmter Badetourismus

Nach der Entdeckung einer Heilquelle wurden die Sümpfe um 1800 trocken gelegt und ein mondäner Badetourismus begann. Heute besuchen die Gäste den Kurpark und die mittlerweile nach umfangreichen Sanierungen in neuem Glanz erstrahlenden Kuranlagen. Das Kurzentrum mit den vielen Zuckertortenbauten und Pavillons, in denen die Quellen sprudeln, nimmt wohl jeden Gast gefangen.

Beim Spaziergang durch das überschaubare Zentrum hat man das  Gefühl, eine Zeitreise ins beginnende 20. Jahrhundert zu unternehmen: prächtige Kurhäuser, blühende Parks, in denen Kurgäste gemütlich entspannen und das weithin auch hier berühmte Heilwasser trinken. Überall ist zu spüren: Marienbad will wieder an seine Blütezeit um die Jahrhundertwende anknüpfen. Derzeit läuft das mondäne Karlsbad, auch überregional durch sein berühmtes Filmfestival überregional bekannt, der Stadt Marienbad den Rang ab. Es ist vielleicht ganz gut. Denn in Marienbad können auch weniger betuchte Menschen, darunter viele Deutsche, kuren.

 „Marienbad ist unbegreiflich schön“

„Marienbad ist unbegreiflich schön“, schwärmte einst Franz Kafka. Auch heute noch gehört der Ort zu den wohl schönsten Kurstädten Europas. Gemeinsam mit Baden Baden, Bad Kissingen, Bad Ems und weiteren Kurorten in England, Italien und  Frankreich bewerben sich Franzenbad, Marienbad und Karlsbad als Europäische Heilbäder für die Aufnahme auf die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Bei einer Fahrt mit der Pferdekutsche durch die Alleen und entlang der prächtigen Kolonnaden kann man die alten Zeiten erahnen. Spürt aber auch, sobald man die aufwändig sanierten Kurhäuser betritt, moderne Eleganz. Die Häuser der ungarischen Danubius-Gruppe sind mit einem Netz von unterirdischen Gängen verbunden. Für die Gäste von unschätzbaren Vorteil.

Blick auf das traditionsreiche Health Spa Resort in Marienbad, Foto: D. Weirauch
Blick auf das traditionsreiche Health Spa Resort in Marienbad, Foto: D. Weirauch

Wasser trinken in Marienbad: Mehr als 40 Quellen

Seinen Wohlstand verdankt Marienbad zuvorderst den Heilquellen, die im Gegensatz zum benachbarten Karlsbad hier als sogenannte kalte Quellen aus der Erde kommen. Johann Josef Neher, der als Arzt im Kloster in Tepl (Teplá)  tätig war, bewies die Heilkraft der Quellen. Die Mineralquellen sind reich an Kohlensäure und Mineralsalzen. Empfohlen werden noch heute Trinkkuren, Moorpackungen und andere Behandlungen gegen Atmungs-, Stoffwechsel- und Nierenerkrankungen, Verspannungen und Schmerzen im Bewegungsapparat. In der Umgebung von Marienbad gibt es etwa 160 Quellen, in Marienbad selbst sind es über 40 kalte, mineralhaltige Quellen. Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe weilte 1820 zum ersten Mal in Marienbad. Ihm zu Ehren wurde in dem Haus, in dem er wohnte, der Pension „Zur Goldenen Traube“, das heutige Stadtmuseum eingerichtet. Auf dem Platz vor dem Museum (dem Goetheplatz) ist ein Denkmal für den Dichterfürsten errichtet. Goethe, der sich als 76-jähriger in Marienbad in die damals 17 Jahre alte Ulrike von Levetzow verliebte, schrieb die “Marienbader Elegien” als wehmütige Reminiszenz an die Aufenthalte.

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Wasser trinken in Marienbad: Wagner und Chopin

Auch Richard Wagner fand in der Abgeschiedenheit und Ruhe des Marienbader Tales Inspiration. Er entwarf dort u.a. den „Lohengrin“ und „Die Meistersinger von Nürnberg“. Den internationalen Durchbruch für das Ansehen als Kurort brachte der Kuraufenthalt des späteren britischen Königs Edward VII. im Jahr 1897. Der Behandlungsraum, in dem der König seine Bäder nahm, wird heute noch genutzt.

Auch Frédéric Chopin besuchte Marienbad, um in der Nähe seiner Liebe, der jungen Künstlerin Maria Wodzinská, zu sein. Im malerischen Kurort, umgeben von tiefen Wäldern, hat er mehr als einen Monat verbracht und hatte dabei auf eine Vermählung gehofft. Diese haben jedoch Marias Eltern untersagt und Chopin blieb nichts anderes übrig, als dies zu akzeptieren. Marienbad pflegt die Erinnerung an ihren berühmten Besucher in Form eines Chopin-Denkmals und veranstaltet jedes Jahr Festspiele zu seinen Ehren. Der polnische Komponist war natürlich nicht der einzige, der Marienbad besuchte. Auf der Liste der berühmten Gäste stehen auch Franz Kafka, Sigmund Freud oder Thomas Alva Edison.

„Singende Fontäne“

Eines der Wahrzeichen Marienbads sind die herrlichen Parks, dank derer die Stadt als eine der schönsten „grünen Städte“ Europas gilt. Man kann hier gemütlich spazieren und die vielen Springbrunnen beobachten. Der berühmteste ist die „Singende Fontäne“, ein computergesteuerter Springbrunnen in Form einer Blume. Zu den Lieblingsbeschäftigungen gehört auch der Genuss der leckeren Marienbade  Oblaten.

Marienbad, Tschechien Die „Singende Fontäne“ sprüht zu jeder vollen ungeraden Stunde ihr Wasser aus unzähligen feinen Düsen, untermalt von klassischer Musik. © - / Dieter Weirauch
Die „Singende Fontäne“ sprüht zu jeder vollen ungeraden Stunde ihr Wasser aus unzähligen feinen Düsen, untermalt von klassischer Musik. © – / Dieter Weirauch

Der eigentliche Aufschwung des Kurbetriebs kam ab 1872 mit dem Anschluss an die Eisenbahn, wodurch eine direkte Verbindung nach Wien und Prag geschaffen wurde, ab 1898 auch nach Karlsbad.

Neoklassizistische Kurkolonnade

Zu einem Besuch Marienbads gehört unbedingt auch ein Spaziergang durch die elegante, neoklassizistische Kurkolonnade aus dem Jahr 1899. Sie zählt zu den schönsten in Tschechien. Während der Kursaison finden hier regelmäßig Klassikkonzerte und im August das Internationale Frédéric-Chopin-Festival, sowie Konzerte des Marienbader Sinfonieorchesters statt. Ob der Berliner Eisenhändler Louis Ravene´ seine Hand beim Bau der gusseisernen imposanten Kolonnade im Spiel hatte, konnte ich nicht erfahren. Ravenè jedenfalls war oft in Marienbad zur Kur, letztlich verstarb er dort auch wärend eines Kuraufenthaltes. Seinen Sommerwohnsitz hatte er im Schloss Marquardt, einem Ortsteil von Potsdam.

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Schnabeltassen können an der Rezeption der Quellen verwahrt werden.
Schnabeltassen können an der Rezeption der Quellen verwahrt werden.

Hier weitere Informationen zu Marienbad

Info: www.marianskelazne.cz

infocentrum@marianskelazne.cz

https://www.marianskelazne.cz

Information Center Mariánské Lázně, Hlavní 47+420354622474
www.kisml.cz

Übernachten und Kuren:u.a. in den Danubiushotels

  • Buchtipp: Michael Bussmann, Gabriele Tröger: Tschechien, Michael Müller Verlag, 24,90 Euro

Die Recherche wurde unterstützt von der Tschechischen Zentrale für Tourismus – CzechTourism (www.czechtourism.com)

Mineralquellen locken Heilungssuchende nach Franzensbad

Tschechien – Geheimtipps für Euern Urlaub

Reise

Weihnachten in Tschechien

Der Nikolaus in Begleitung von Engel und Teufel, der historisch gewandete Laternenanzünder auf der Prager Karlsbrücke und eine Fischschuppe als Glücksbringer fürs neue Jahr: Es gibt Weihnachtsbräuche im Nachbarland, die sich auf interessante Art von den hiesigen abheben. Doch auch dort gibt es Wohlbekanntes: So prägen auch in Tschechien Weihnachtsmärkte mit Verkaufsständen und Buden mit winterlichen Spezialitäten die festlich geschmückten Stadtkulissen.

Zauberhafte Weihnachtsmärkte in Prag

In der Weihnachtszeit legt sich über die tschechische Hauptstadt Prag mit ihrer historischen Kulisse ein besonderer Zauber, der von zahlreichen Weihnachtsmärkten getragen wird.

Weihnachtsmarkt in Prag, ©CzechTourism, Libor Svacek
Reise

Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří ist UNESCO-Welterbe

ErzgebirgeAussengelände des Besucherbergwerkes Markus-Röhling-Stolln, Foto: Weirauch

Jubel, Freude und Erleichterung verbreiten sich, als heute das UNESCO-Welterbekomitee zur 43. Tagung in Baku, Aserbaidschan seine Entscheidung verkündet: die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří wird zum Welterbe erklärt. Damit finden über 20 Jahre Bemühungen auf dem Weg zum Welterbe ihren ersehnten Höhepunkt. Über 800 Jahre Bergbau führten im Erzgebirge zu einer einzigartigen Beziehung zwischen Mensch und Natur, die eine montane transnationale Kulturlandschaft von universellem Wert hervorbrachte. Die Stätte gilt als herausragendes Zentrum wissenschaftlich-technologischer Bergbauinnovation und als einzigartige montane Kulturlandschaft.

Noch heute erzählen traditionelle Bergparaden überall in der Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří von der jahrhundertelangen Bergbautradition.

Hotels

Im Trend: 50plus Hotels

Parkhotel-Emstaler-Höhebrüderchenundschwesterchen

Wanderurlaube haben bei den über 50jährigen Deutschlands zunehmendes Interesse gefunden. Die aktuelle Reiseanalyse (RA) kennt dabei die Ansprüche der Altersgruppe 50plus, die im Mittelpunkt der Service- und Qualitätsbemühungen der Plattform 50plus Hotels stehen. Bei der „Europäischen Konferenz 50plus-Tourismus“ der 50plus Hotels anlässlich der ITB Berlin präsentierte Bente Grimm neueste Erkenntnisse zum Wandern als beliebtesten Outdoor-Urlaub: „Wer 50 Jahre und älter ist und sich für einen Wanderurlaub interessiert, wünscht sich eine attraktive Landschaft, Einkehrmöglichkeiten und gepflegte sowie gut beschilderte Wege.

Reise

Prachtvolles Kurzentrum Karlsbad

Stitched PanoramaAuch Fontane kurte in Karlsbad, Foto: Weirauch

Von der Schönheit Karlsbads (Karlovy Vary) schwärmen wohl alle, die hier einmal kurten. „Karlsbad ist ein Brillant in einer Smaragdfassung“. So beschrieb beispielsweise einst Alexander von Humboldt das prunkvolle Kurzentrum mit seinen Bauten aus der Zeit der Belle Epoque.

Alt und neu prägen Karlsbad, Foto: D. Weirauch
Alt und neu prägen Karlsbad, Foto: D. Weirauch

Karlsbad (Karlovy Vary) in Tschechien zieht auch heute viele Prominente an. Erholung suchen sie hier immer, in den letzten Jahrzehnten jedoch gibt es auch noch ein anderer Grund, diesen Kurort zu besuchen.

Die Vridelni-Kolonnade mit einer heißen Quelle, Foto: Czechtourism
Die Vridelni-Kolonnade mit einer heißen Quelle, Foto: Czechtourism

Es ist das Internationale Filmfestival– eines der größten Kulturereignisse in der Tschechischen Republik. Im Rahmen dieses Filmfestivals besuchten in den letzten Jahren Karlsbad Anfang Juli zum Beispiel Richard Gere, Sharon Stone, Antonio Banderas, Renée Zellweger, Oliver Stone, Jamie Dornan und viele andere.

Blick auf die von den Wiener Architekten Fellner und Helmer erbaute Marktkolonnade. Foto: D. Weirauch
Blick auf die von den Wiener Architekten Fellner und Helmer erbaute Marktkolonnade. Foto: D. Weirauch

Zwölf Thermalquellen gibt es in Karlsbad

Auch Johann Wolfgang Goethe schätzte die Heilwirkung der zwölf Thermalquellen in Karlsbad, heute Karlovy Vary. Seit dem Spätmittelalter sind die Bäder des sogenannten Böhmischen Bäderdreiecks, also Karlsbad, Marienbad (Marianske Lazne) und Franzensbad (Frantiskovy Lazne) berühmt.

Das Kurzentrum mit seinen teilweise eklektizistischen Bauten ist eine Attraktion, Foto: Czechtourism
Das Kurzentrum mit seinen teilweise eklektizistischen Bauten ist eine Attraktion, Foto: Czechtourism

Im 18. und 19. Jahrhundert gab sich alles, was Rang und Namen hatte, in den benachbarten Bädern, zu denen auch noch Ellbogen (Locket) und Joachimstal zählten, buchstäblich die Klinke in die Hand.

Tipp: Das kleine mittelalterliche Städtchen Loket (Elbogen) ist auf jeden Fall einen Besuch wert. In der einstigen Mälzerei des Brauhauses befindet sich heute ein renoviertes Hotel mit einem stilvollen Restaurant, das mit Gegenständen aus der Herrschaftszeit des Thronfolgers von Österreich-Ungarn, Franz Ferdinand von Österreich-Este, dekoriert ist.

In den Tageszeitungen der jeweiligen Orte gab es eine eigene Spalte, in der über die An- und Abreise der illustren Gästeschar berichtet wurde. Im kleinen Museum von Locket kann man viel über diese Zeit erfahzren.

Mit bis zu 72 Grad kommt das Heilwasser aus den Quellen in Karlsbad, Foto: Weirauch
Mit bis zu 72 Grad kommt das Heilwasser aus den Quellen in Karlsbad, Foto: Weirauch

Carl Maria von Weber, Gustav Mahler, Friedrich Nietzsche – das Gästebuch ist sehr lang. Johann Wolfgang von Goethe weilte im Jahr 1820 zum ersten Mal in Marienbad. Laut Kurbadestatistik reisen heute Besucher aus fast 90 Ländern in Karlsbad an und verweilen im Durchschnitt elf Tage. Für Goethe gehörte Karlsbad nach eigenem Bekunden neben Weimar und Rom zu den drei Orten auf der Welt, in denen er leben möchte. Fast zwei Jahre weilte der Dichterfürst mit Unterbrechungen in Karlsbad, Marienbad und Franzensbad.

An der Tepl im Zentrum von Karlsbad, Foto: Klaus Klöppel
An der Tepl im Zentrum von Karlsbad, Foto: Klaus Klöppel

Internationale Gäste kuren auch heute in Karlsbad

Ein Großteil der Kurgäste kommt heute, wie auch früher schon, aus Russland.  Neben Marienbad gehört Karlsbad auch zu den Zentren für Schönheitsoperationen in Tschechien, wofür Patienten aus vielen Ländern anreisen.

Blick auf Prachtstrasse in Karlsbad, Foto: D. Weirauch
Blick auf eine Prachtstrasse in Karlsbad, Foto: D. Weirauch
Wer Eleganz und Tradition mag, sollte die Luxus-Therme Zámecké lázně im Zentrum von Karlsbad besuchen, die mit ihrem Thermalwasser zu den schönsten in Europa gehört. Über der Therme wacht das steinerne Relief „Geist der Quellen“ („Duch pramenů“).
Die Stadtführerin in Marienbad Ilona Parlíková weiß um die wärmende Wirkung der heißen Quellen an kalten Tagen, Foto: D. Weirauch
Die Stadtführerin in Marienbad Ilona Parlíková weiß um die wärmende Wirkung der heißen Quellen an kalten Tagen, Foto: D. Weirauch

Karlsbad wird seit jeher als die Krone der böhmischen Kurorte bezeichnet.  Der Ort wurde um 1350 vom böhmischen König und Römischen Kaiser Karl IV. gegründet. Es liegt im Westzipfel Böhmens, im tiefen Tal des Flüsschen Teplá, umgeben von einer Bergkette mit bis zu 600 Metern Höhe.

Die Vridelni-Kolonnade mit einer heißen Quelle, Foto: CzechtourismDie Vridelni-Kolonnade mit einer heißen Quelle, Foto: Czechtourism

Wandern in der Umgebung ist ein Muss

Die seit jeher an Repräsentation bedachte Kurstadt mit ihren Kolonnaden und Heilquellen ist in eine romantische Hügellandschaft gebettet. Die bewaldeten Hänge sind von viele Kilometer langen Waldwegen durchzogen, die zu Spaziergängen einladen.

Blick vom über der Stadt gelegenen Hotel Imperial auf Karlsbad im Tal, foto: D. Weirauch
Blick vom über der Stadt gelegenen Hotel Imperial auf Karlsbad im Tal, foto: D. Weirauch

Berühmt ist die Stadt auch wegen der Karlsbader Oblaten, dem Karlsbader Salz oder auch dem in Karlsbad seit Jahrzehnten hergestellten Becherbitter  (Becherovka).  Als beliebte Souvenirs gelten außerdem Gegenstände, die mit einer natürlich abgelagerten Sprudelstein-Schicht bezogen sind.

Moorpackungen heilen im Grandhotel Pupp in Karlsbad. Foto: David Martvan, Czechtourism.,
Moorpackungen heilen im Grandhotel Pupp in Karlsbad. Foto: David Martvan, Czechtourism.,

Berühmte Filme, wie die Edith-Piaf-Biografie „La Vie en Rose“, wurden in den prächtigen Kulissen der Stadt gedreht.

  • Informationen zu Karlsbad
  • Infos zur Stadtseite, Email: infocentrum@karlovyvary.cz
  • CITY INFO Karlovy Vary, Lázeňská 14,Telefon +420355321176Internet: www.karlovyvary.cz
  • Von Karlsbad bis Prag sind es etwa 1,5 Stunden Autofahrt. Bis an die deutsche Grenze rund zwei Stunden.
  • Die Recherche wurde unterstützt von der Tschechischen Zentrale für Tourismus – CzechTourism (www.czechtourism.com) und der Region Karlsbad (www.zivykraj.cz/de/).
  • Souvenirs gibt es in Karlsbad an jeder Ecke, Foto: Weirauch
    Souvenirs gibt es in Karlsbad an jeder Ecke, Foto: Weirauch
    Das Kaiserbad in Karlsbad, Foto: Ladiclav Rennert, Czechtourism.,
    Das Kaiserbad in Karlsbad, Foto: Ladiclav Rennert, Czechtourism.,
    Mehrere Hotels haben auch große Pools, Foto: Czechtourism
    Mehrere Hotels haben auch große Pools, Foto: Czechtourism

    Wie kommt man hin ?

    Mit dem Auto wahlweise über die A 13 über Dresden oder besser A 9 bis Schkeuditzer Kreuz und dann über die A 14 ins Böhmische Bäderdreiecke. Alternativ auch über A9 bis B15 in Selb, dann ins Bäderdreieck.

    Mit dem Zug über Dresden – Usti nad Labem und von dort mit einem Schnellzug bis Karlsbad. Zurück von Marienbad Richtung Nürnberg.

Hier mein Besuch in Marienbad.

  • Buchtipp: Literarischer Reiseführer Böhmisches Bäderdreieck, von Roswitha Schieb, unter Mitarbeit von Tanja Krombach und Václav Petrbok, 19.80 Euro
  • Das Buch lädt zu einer Entdeckungsreise in die reizvolle Kurregion ein, in der das kulturelle Flair vergangener Zeiten durch neue Impulse wie heimatkundliche Initiativen und Festivals wiederbelebt und weiterentwickelt wird.
  • Ein Muss ist der gründlichst recherchierte Reiseführer Tschechien vonj Michael Bussmann und Gabriele Tröger
Michael Müller Verlag Tschechien
Michael Müller Verlag Tschechien

Mineralquellen locken Heilungssuchende nach Franzensbad

Tschechien – Geheimtipps für Euern Urlaub

 

Reise

Mineralquellen locken Heilungssuchende nach Franzensbad

franzensbad_glauberquelle_ladislavrennertschechienKuren in schöner Umgebung bietet Franzensbad, hier die Glauberquelle, Foto: LadislavRenner (Czechtourismus)
Prächtiges Kurhaus in Franzensbad, Foto: D. Weirauch
Prächtiges Kurhaus in Franzensbad, Foto: D. Weirauch

Der Ort Franzensbad (Františkovy Lázně), im westlichsten Zipfel der Tschechischen Republik gelegen, taucht inmitten eines weiträumigen Beckens mitten in der Landschaft plötzlich auf. Wie eine Fata morgana. Franzensbad liegt eine knappe halbe Stunde Autofahrt von der deutschen Grenze entfernt.

Blick in das Casio von Franzensbad, Foto: Weirauch
Blick in das Casio von Franzensbad, Foto: Weirauch

Es ist das kleinste der drei Bäder im Böhmischen Bäderdreieck. Franzensbad gehörte einst zu den ersten  europäischen Moorbädern und entwickelte sich zu einem Frauenheilbad, über das die Schriftstellerin Marie von Ebner-Eschenbach 1858 ihr erstes schriftstellerisches Werk „Aus Franzensbad“ schrieb.

Franzensbad bei Nacht, LadislavRenner (czechtourism)
Franzensbad bei Nacht, LadislavRenner (czechtourism)

Kleines Kurzentrum lädt ein

Das eigentliche Kurzentrum des 1793 gegründeten Ortes ist klein, nur fünf Straßenzüge zählte ich bei meinem Besuch. Aber Franzensbad hat es in sich. Im Gegensatz mit den mondänen Bädern Marienbad oder Karlsbad geht es auch ruhiger zu.

Der "Boulevard" in Franzensbad, Foto: D.Weirauch
Der “Boulevard” in Franzensbad, Foto: D.Weirauch
 Schon im Mittelalter war Franzensbad für seine Quellen berühmt, von denen noch heute etwa 20 sprudeln.  Die kohlensäurehaltigen, stark alkalischen Mineralquellen, das schwefel- und eisenhaltige Moor sowie die in Franzensbad vorhandene natürliche Gasquelle werden zur balneotherapeutischen Behandlung von Gefäß- und Herzkrankheiten, von orthopädischen und anderen Krankheiten angewendet.
Trinkhalle in Franzensbad, Foto: LadislavRenner (czechtourism)
Trinkhalle in Franzensbad, Foto: LadislavRenner (czechtourism)

Franzensbad ist umgeben von viel Grün

Das vor allem ältere Publikum schätzt den Ruf des Ortes als „Grüne Oase mit Ruhe und Tradition“. Herzstück des Kurbezirks ist die in mit einem Pavillon von 1793 mit dorischen Säulen überdachte älteste Quelle des Bades, die Franzensquelle. Hier ein Blick in das Innere:

Blick über den Boulevard von Franzensbad zur Kirche, Foto: Weirauch

In der Nähe befinden sich vier Glaubersalz-Quellen, deren Wasser aus einer Tiefe von über 60 Metern gefördert wird. Doch Vorsicht: das Glaubersalz hat eine abführende Wirkung. Wer will, kann mit einem Trinkbecher sich das Wasser selbst von einer der Quellen holen und es probieren.

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Im Sommer finden regelmäßig Kurkonzerte statt. Foto: D.Weirauch

Beim Flanieren durch den Kurpark gibt es eine Menge zu entdecken, so ein Denkmal für Ludwig Lejzer Zamenhof, Erfinder der Kunstsprache Esperanto.

Schmucke Kurhotels in der Josefsstadt

Die  Hotels wirken, zumindest von außen, recht prächtig.  Sie tragen Namen, wie „Metropol“, “Royal“, „Esplanade“, „Drei Lilien“, „Dr. Adler“ und „Savoy“. Das „Imperial“ gehört neben dem Hotel „Pupp“ in Karlsbad und dem “Imperial” in Karlsbad zu den elegantesten Hotels in Westböhmen.

Schmuckes Kurgebäude in Franzensbad, Foto: D.Weirauch
Schmuckes Kurgebäude in Franzensbad, Foto: D.Weirauch

Natürlich weilten auch Geistesgrößen wie  Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Nietzsche einst in Franzensbad. In der Information der Franzensbad AG erhält man erstaunlich viele Prospekte, zu jedem einzelnen Kurhaus gibt es dort Infos. Auch kann man die „Franzensbader Nachrichten“ abonnieren. Kostenlos wird eine Wanderkarte mit „Herzwandertouren“ verteilt. Sie enthält ein Verzeichnis der schönsten Terrain- und anderen Wanderwege in der Umgebung..

Franzl-Statue in Franzensbad

Symbolfigur des Bades ist die 1923 geschaffene Statuette des Franzl mit einem Fisch auf einer Kugel. Die Plastik gilt als Fruchtbarkeitssymbol, besagt doch die Tradition, dass Frauen mit Kinderwunsch, die das „beste Stück“ der Skulptur berühren, innerhalb eines Jahres schwanger werden sollen.

Die Franzl Statue in Franzensbad, Foto: Weirauch
Die Franzl Statue in Franzensbad, Foto: Weirauch

Wer keine Mooranwendungen oder andere medizinische Behandlungen bekommt, kann sich im „Aquaforum“, einer großzügigen Thermenlandschaft am Rande des Ortes, vergnügen.

Kuren in schöner Umgebung bietet Franzensbad, Foto: LadislavRenner (czechtourism)
Kuren in schöner Umgebung bietet Franzensbad, Foto: LadislavRenner (czechtourism)

Ockerfarbene Häuser und Pavillons

Dank der verspielten Architektur seiner Kurhäuser und Kurpavillons gilt Franzensbad als eines der anmutigsten Heilbäder Tschechiens. Das gemäßigte, für die Gegend charakteristische Klima und die waldreiche Umgebung machen den Ort auch bei deutschen Gästen überaus beliebt. Für Unterhaltung ist ebenfalls gesorgt, im Casino, dem einstigen Gesellschaftshaus, finden regelmäßig Tanznachmittage statt.

Blick über den Boulevard von Franzensbad zur Kirche, Foto: Weirauch
Blick über den Boulevard von Franzensbad zur Kirche, Foto: Weirauch

Der Reiseführer über Tschechien (Kerstin und Andre Micklitza: Tschechien – Unterwegs in Böhmen und Mähren, Trescher Verlag) gibt zahlreiche Tipps für den Besuch von Franzensbad. So beschreiben die Autoren beispielsweise das Bodenaquarium im großen Saal des Gesellschaftshauses. Der Clou: etwa 50 kleine und große Koi-Karpfen schwimmen unter den Füßen der Gäste. Im Konzertgarten werden im Sommerhalbjahr Kurkonzerte gegeben. Auch laden ein Kino, Theater, das kleine Stadtmuseum und verschiedene Ausstellungen ein. In einem Seitengebäude der Orangerie befindet sich zudem eine sehenswerte Oldtimerausstellung.

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  • Informationen zu Franzensbad
  • Anfahrt: Von Franzensbad bis Karlsbad sind es etwa 1,5 Stunden Autofahrt.
  • Information Center and CA FL TOURS, Františkovy Lázně, Americká 2
  • Tel.+420354543162
    fltours@atlas.cz
    www.frantiskolazensko.cz

    Wo kann man gut essen? : u.a. recht preiswert im Restaurant U Fausta

Die Recherche wurde unterstützt von der Tschechischen Zentrale für Tourismus – CzechTourism (www.czechtourism.com) und der Region Karlsbad (www.zivykraj.cz/de/).

Buchtipp: Michael Bussmann, Gabriele Tröger: Tschechien, Michael Müller Verlag, 24,90 Euro

Auch in Franzensbad gibt es die Oblaten, Foto: Weirauch
Auch in Franzensbad gibt es die Oblaten, Foto: Weirauch
Goethe wohnte im Hotel "Drei Lilien", Foto: Weirauch
Goethe wohnte im Hotel “Drei Lilien”, Foto: Weirauch
Goethe wohnte im Hotel "Drei Lilien", Foto: Weirauch
Goethe wohnte im Hotel “Drei Lilien”, Foto: Weirauch
Hier geht es nach Marienbad
und
hier nach Karlsbad
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