Tschechien

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Viele tschechische Städte laden zu Weihnachtsmärkten

WeihnachtsmarktPrag_LiborSvacekBlick auf den Weihnachtsmarkt von Prag Foto: LiborSvacek

Mit Turbomošt und Koledy

Viele tschechische Städte laden zu Weihnachtsmärkten

Für Liebhaber weihnachtlicher Romantik ist Prag ein Muss. Über viele Plätze der Goldenen Stadt weht in den Adventswochen der Duft von Glühwein und Punsch, überall erklingen traditionelle Weihnachtslieder, die Koledy. Der Weihnachtsmarkt auf dem Altstädter Ring gehört zu den größten und stimmungsvollsten in Europa. Auch vielen kleinere Städte Tschechiens laden in der Adventszeit zu Märkten, weihnachtlichen Konzerten und Ausstellungen ein.

Blick auf den Weihnachtsmarkt von Prag Foto: LiborSvacek
Blick auf den Weihnachtsmarkt von Prag Foto: LiborSvacek

Der Reigen der Weihnachtsmärkte beginnt in Prag schon am 20. November auf dem Náměstí Míru (Friedensplatz) im bürgerlichen Viertel Vinohrady. Bis zum 24. Dezember werden rund um die Ludmilla-Kirche Kunsthandwerk und Weihnachtsschmuck angeboten. Vom 23. November bis zum 6. Januar bildet auch die Prager Burg die stimmungsvolle Kulisse für einen Weihnachtsmarkt. Auf dem Staroměstské náměstí (Altstädter Ring) wird traditionell am 1. Dezember der offizielle Weihnachtsbaum feierlich „entzündet“. Der dortige Weihnachtsmarkt dauert bis zum 6. Januar und zählt zu den größten in Europa. Neben handwerklichen Vorführungen gibt es ein tägliches Unterhaltungsprogramm. Zu den romantischsten Vierteln Prags gehört die Kampa-Insel gleich neben der Karlsbrücke. Vom 7. Dezember bis 6. Januar können Besucher auf dem dortigen Weihnachtsmarkt geschnitzte Holzpuppen, Glasfiguren und andere originelle Geschenke finden. Um den Plastikmüll zu vermeiden, gibt es auf allen größeren Märkten nur noch Teller, Becher und Besteck aus hundertprozentig kompostierbarem Material.

Verwöhnt wird der Bär auf dem Weihnahctsmarkt in Czesky Krumlov, Foto: czech tourism
Verwöhnt wird der Bär auf dem Weihnachtsmarkt in Czesky Krumlov, Foto: czech tourism

Weihnachtlich wird es auch auf vielen Prager Bühnen. So steht im Nationaltheater am 6. Dezember Tschaikowskis Nussknacker-Ballett auf dem Programm, im Rudolfinum wird am 15. Dezember Bachs Weihnachts-Oratorium aufgeführt, die Prager Philharmoniker laden am 19. und 20. Dezember zu ihrem Weihnachtskonzert ein. „Jesus Christ Superstar“ steht am 20. Dezember auf dem Programm des Musicaltheaters in Karlín.

In vergangene Zeiten führt eine Ausstellung in der Bethlehemskapelle in der Prager Altstadt zurück. Dort wird vom 24. November bis 2. Januar unter anderem historisches Holzspielzeug ausgestellt. Handgeschnitzte Krippen aus der Kleinstadt Třešť (Triesch) sind vom 30. November bis 2. Februar im Heinrichsturm in der Prager Neustadt zu sehen. Veganer dürfen sich über die Veggie-Weihnachten freuen. Für sie werden am 8. Dezember in der Galerie Mánes in der Altstadt Süßes und Herzhaftes sowie Geschenkartikel ganz ohne tierische Bestandteile angeboten. Streetfood von 20 Köchen, ausgewählte Produkte von tschechischen Designern, dazu Livemusik und DJs sowie beheizte Iglus erwartet die Besucher vom 22. November bis 23. Dezember auf dem Wintermarkt von Manifesto im Prager Stadtviertel Florenc. (www.prague.eu)

Weihnachtsmarkt Brünn Foto: Jiří Kružík

In Brünn ärgerten sich vor einigen Jahren einige Studenten über die schlechte Qualität des handelsüblichen Glühweins – und kreierten ihren eigenen Turbomošt mit Apfelwein aus den Weißen Karpaten, Apfel, Zimt, Nelken und Sternanis. Das Ergebnis kam an und heute sind die Brünner Weihnachtsmärkte ohne Turbomošt kaum denkbar. Kreativ zeigte sich auch die Brünner Stadtverwaltung, als sie flächendeckend Pfandbecher einführte. So konnten allein im vergangenen Jahr fast 200.000 Liter Abfall vermieden werden. Nebenbei sind die bunten Becher zu einem beliebten Souvenir geworden.

Weihnachten in Prag
Weihnachten in Prag an der Nikolauskirche, Foto: Czech tourism, Martin Marak

Die Weihnachtsmärkte in Brünn dauern vom 23. November bis zum 28. Dezember. Besucher haben die Wahl: Besinnlich und genussvoll geht es bei der Gourmet-Weihnacht auf dem Dominikánské náměstí (Dominikanerplatz) zu, wo örtliche Gastronomen in ihre stimmungsvollen Freiluftrestaurants einladen. Kinder können sich derweil in den Weihnachtswerkstätten vergnügen. Den Mittelpunkt des Weihnachtsmarktes auf dem Náměstí Svobody (Freiheitsplatz) bildet die weiße Kuppel der Winterbar, in der in diesem Jahr auch Punsch nach uralten Rezepten ausgeschenkt wird. Der traditionelle Weihnachtsbaum kontrastiert mit modernen Lichtinstallationen. Abends erklingt Musik unterschiedlicher Genres von Gospel über Blues, Swing, Jazz und Ethno bis Rock. Originelle Weihnachtsgeschenke abseits des Mainstreams findet man bei den Design-Tagen, die vom 4. bis 23. Dezember auf dem Platz stattfinden. (www.gotobrno.cz)

Stimmungsvoller Weihnachtsmarkt inCesky Krumlov, Foto: Czech tourism
Stimmungsvoller Weihnachtsmarkt inCesky Krumlov, Foto: Czech tourism

Vom 30. November bis 6. Januar bilden die barocken und Renaissancebauten in der Altstadt von Český Krumlov (Krumau) die Kulissen für einen zauberhaften Weihnachtsmarkt. Zu den Höhepunkten in der UNESCO-Welterbestadt gehört der Umzug der Engel am 7. Dezember. Am 23. Dezember stellen Bürger und Ensembles der Stadt die Weihnachtsgeschichte in der lebenden Krippe im Schlosshof dar. Weihnachtliche Konzerte erklingen in den Klöstern, Kirchen und der Synagoge von Krumau. (www.ckrumlov.cz)

Weihnachtsmarkt in Olomouc. Foto: CzechTourism/Libore Svacek
Weihnachtsmarkt in Olomouc. Foto: CzechTourism/Libore Svacek

Rund um die barocke Dreifaltigkeitssäule am zentralen Platz Horní náměstí in Olomouc (Olmütz) duftet es vom 23. November bis zum 24. Dezember nach Weihnachten. Besonders stolz sind die Olmützer auf ihre unzähligen Sorten von Punsch. An den Verkaufsständen gibt es Kunsthandwerkliches und weihnachtlichen Schmuck. Jeden Tag stehen Musiker und Bands auf der Bühne, das Programm reicht von traditionellen Weihnachtsliedern bis Jazz und Rock. Auf dem benachbarten Dolní náměstí können Besucher bis 31.Dezember kostenlos die Eisfläche nutzen. (www.tourism.olomouc.eu)

Schloss in Olomouc, Foto: Czech tourism, Libor Svacek
Schloss in Olomouc, Foto: Czech tourism, Libor Svacek

Weihnachtsmärkte finden auch in vielen anderen Städten Tschechiens statt. Informationen zu diesen und weiteren Veranstaltungen bietet CzechTourism unter www.czechtourism.com

 

 

 

 

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UNESCO Weltkulturerbe: Puppoenspiel

Marionettenspieler auf der Prager Karlsbrücke. Foto Štepán Vrzala/CzechTourismMarionettenspieler auf der Prager Karlsbrücke. Foto Štepán Vrzala/CzechTourism

Das Puppenspiel in Tschechien und der Slowakei wurde jetzt in die Liste des immateriellen Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen. Eine entsprechende Entscheidung fasste das UNESCO-Komitee auf seiner jüngsten Sitzung in Addis Abeba. Die Liste umfasst 366 Kulturformen aus aller Welt. Auf der Liste stehen bereits die Fastnachtsumzüge in Ostböhmen sowie der südostmährische Tanz Verbuňk.

Marionettenmuseum Muzeum loutkářských kultur

Puppenspiel ist seit Jahrhunderten in der tschechischen Kunst verankert. Im Land gibt es heute noch neun professionelle Puppentheater sowie Hunderte Amateurbühnen. Über die Geschichte des Marionettentheaters in Tschechien und der Welt informiert das im ostböhmische Chrudim (Crudim) ansässige Marionettenmuseum Muzeum loutkářských kultur. Eine Sonderausstellung dort widmet sich noch bis zum 22. Januar den wohl bekanntesten tschechischen Puppenfiguren, Spejbl und Hurvínek.

Marionettenmuseum Muzeum loutek Plzeň

Hurvínek feierte 2016 seinen 90. Geburtstag, Vater Spejbl stand erstmals 1920 auf der Bühne. Mit den beiden weltberühmten Figuren trat der Puppenspieler Josef Skuba auf, dessen Wanderbühne ihren Sitz in Plzeň (Pilsen) hatte, 1944 wurde er wegen Kritik an den deutschen Besatzern verhaftet und das Theater geschlossen. Der reichen Geschichte und Gegenwart des Puppentheaters in Pilsen und Umgebung widmet sich das dortige Marionettenmuseum Muzeum loutek Plzeň, das auch Raum für Aufführungen bietet.

Josef Skuba fand für Spejbl und Hurvínek nach dem Zweiten Weltkrieg eine neue Bühne in Prag. Dort stehen sie zur Freude der kleinen und großen Besucher bis heute auf der Bühne. Vorstellungen finden auch in deutscher Sprache statt. Das Ensemble ist bei Gastspielen in aller Welt unterwegs.

Informationen

zum Marionettenmuseum in Chrudim unter www.puppets.cz

zum Museum in Pilsen unter www.muzeumloutek.vz

und zum Theater Spejbl und Hurvínek unter www.spejbl-hurvinek.cz

Allgemeine Informationen zu Reisen nach Tschechien bietet CzechTourism unter www.czechtourism.com

Hier geht es zu den Gastspielen des Prager Puppenspieltheaters 2017 in Deutschland.

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Prachtvolles Kurzentrum Karlsbad

Stitched PanoramaDas Wiener Architekturbüro Helmer & Fellner errichtete auch diese kolonnade, Foto: Czechtourism

Von der Schönheit Karlsbads (Karlovy Vary) schwärmen wohl alle, die hier einmal kurten. „Karlsbad ist ein Brillant in einer Smaragdfassung“. So beschrieb beispielsweise einst Alexander von Humboldt das prunkvolle Kurzentrum mit seinen Bauten aus der Zeit der Belle Epoque.

Alt und neu prägen Karlsbad, Foto: D. Weirauch
Alt und neu prägen Karlsbad, Foto: D. Weirauch

Karlsbad (Karlovy Vary) in Tschechien zieht auch heute viele Prominente an. Erholung suchen sie hier immer, in den letzten Jahrzehnten jedoch gibt es auch noch ein anderer Grund, diesen Kurort zu besuchen.

Die Vridelni-Kolonnade mit einer heißen Quelle, Foto: Czechtourism
Die Vridelni-Kolonnade mit einer heißen Quelle, Foto: Czechtourism

Es ist das Internationale Filmfestival– eines der größten Kulturereignisse in der Tschechischen Republik. Im Rahmen dieses Filmfestivals besuchten in den letzten Jahren Karlsbad Anfang Juli zum Beispiel Richard Gere, Sharon Stone, Antonio Banderas, Renée Zellweger, Oliver Stone, Jamie Dornan und viele andere.

Blick auf die von den Wiener Architekten Fellner und Helmer erbaute Marktkolonnade. Foto: D. Weirauch
Blick auf die von den Wiener Architekten Fellner und Helmer erbaute Marktkolonnade. Foto: D. Weirauch

Zwölf Thermalquellen gibt es in Karlsbad

Auch Johann Wolfgang Goethe schätzte die Heilwirkung der zwölf Thermalquellen in Karlsbad, heute Karlovy Vary. Seit dem Spätmittelalter sind die Bäder des sogenannten Böhmischen Bäderdreiecks, also Karlsbad, Marienbad (Marianske Lazne) und Franzensbad (Frantiskovy Lazne) berühmt.

Das Kurzentrum mit seinen teilweise eklektizistischen Bauten ist eine Attraktion, Foto: Czechtourism
Das Kurzentrum mit seinen teilweise eklektizistischen Bauten ist eine Attraktion, Foto: Czechtourism

Im 18. und 19. Jahrhundert gab sich alles, was Rang und Namen hatte, in den benachbarten Bädern, zu denen auch noch Ellbogen (Locket) und Joachimstal zählten, buchstäblich die Klinke in die Hand.

Tipp: Das kleine mittelalterliche Städtchen Loket (Elbogen) ist auf jeden Fall einen Besuch wert. In der einstigen Mälzerei des Brauhauses befindet sich heute ein renoviertes Hotel mit einem stilvollen Restaurant, das mit Gegenständen aus der Herrschaftszeit des Thronfolgers von Österreich-Ungarn, Franz Ferdinand von Österreich-Este, dekoriert ist.

In den Tageszeitungen der jeweiligen Orte gab es eine eigene Spalte, in der über die An- und Abreise der illustren Gästeschar berichtet wurde. Im kleinen Museum von Locket kann man viel über diese Zeit erfahzren.

Mit bis zu 72 Grad kommt das Heilwasser aus den Quellen in Karlsbad, Foto: Weirauch
Mit bis zu 72 Grad kommt das Heilwasser aus den Quellen in Karlsbad, Foto: Weirauch

Carl Maria von Weber, Gustav Mahler, Friedrich Nietzsche – das Gästebuch ist sehr lang. Johann Wolfgang von Goethe weilte im Jahr 1820 zum ersten Mal in Marienbad. Laut Kurbadestatistik reisen heute Besucher aus fast 90 Ländern in Karlsbad an und verweilen im Durchschnitt elf Tage. Für Goethe gehörte Karlsbad nach eigenem Bekunden neben Weimar und Rom zu den drei Orten auf der Welt, in denen er leben möchte. Fast zwei Jahre weilte der Dichterfürst mit Unterbrechungen in Karlsbad, Marienbad und Franzensbad.

An der Tepl im Zentrum von Karlsbad, Foto: Klaus Klöppel
An der Tepl im Zentrum von Karlsbad, Foto: Klaus Klöppel

Internationale Gäste kuren auch heute in Karlsbad

Ein Großteil der Kurgäste kommt heute, wie auch früher schon, aus Russland.  Neben Marienbad gehört Karlsbad auch zu den Zentren für Schönheitsoperationen in Tschechien, wofür Patienten aus vielen Ländern anreisen.

Blick auf Prachtstrasse in Karlsbad, Foto: D. Weirauch
Blick auf eine Prachtstrasse in Karlsbad, Foto: D. Weirauch
Wer Eleganz und Tradition mag, sollte die Luxus-Therme Zámecké lázně im Zentrum von Karlsbad besuchen, die mit ihrem Thermalwasser zu den schönsten in Europa gehört. Über der Therme wacht das steinerne Relief „Geist der Quellen“ („Duch pramenů“).
Die Stadtführerin in Marienbad Ilona Parlíková weiß um die wärmende Wirkung der heißen Quellen an kalten Tagen, Foto: D. Weirauch
Die Stadtführerin in Marienbad Ilona Parlíková weiß um die wärmende Wirkung der heißen Quellen an kalten Tagen, Foto: D. Weirauch

Karlsbad wird seit jeher als die Krone der böhmischen Kurorte bezeichnet.  Der Ort wurde um 1350 vom böhmischen König und Römischen Kaiser Karl IV. gegründet. Es liegt im Westzipfel Böhmens, im tiefen Tal des Flüsschen Teplá, umgeben von einer Bergkette mit bis zu 600 Metern Höhe.

Die Vridelni-Kolonnade mit einer heißen Quelle, Foto: CzechtourismDie Vridelni-Kolonnade mit einer heißen Quelle, Foto: Czechtourism

Wandern in der Umgebung ist ein Muss

Die seit jeher an Repräsentation bedachte Kurstadt mit ihren Kolonnaden und Heilquellen ist in eine romantische Hügellandschaft gebettet. Die bewaldeten Hänge sind von viele Kilometer langen Waldwegen durchzogen, die zu Spaziergängen einladen.

Blick vom über der Stadt gelegenen Hotel Imperial auf Karlsbad im Tal, foto: D. Weirauch
Blick vom über der Stadt gelegenen Hotel Imperial auf Karlsbad im Tal, foto: D. Weirauch

Berühmt ist die Stadt auch wegen der Karlsbader Oblaten, dem Karlsbader Salz oder auch dem in Karlsbad seit Jahrzehnten hergestellten Becherbitter  (Becherovka).  Als beliebte Souvenirs gelten außerdem Gegenstände, die mit einer natürlich abgelagerten Sprudelstein-Schicht bezogen sind.

Moorpackungen heilen im Grandhotel Pupp in Karlsbad. Foto: David Martvan, Czechtourism.,
Moorpackungen heilen im Grandhotel Pupp in Karlsbad. Foto: David Martvan, Czechtourism.,

Berühmte Filme, wie die Edith-Piaf-Biografie „La Vie en Rose“, wurden in den prächtigen Kulissen der Stadt gedreht.

  • Informationen zu Karlsbad
  • Infos zur Stadtseite, Email: infocentrum@karlovyvary.cz
  • CITY INFO Karlovy Vary, Lázeňská 14,Telefon +420355321176Internet: www.karlovyvary.cz
  • Von Karlsbad bis Prag sind es etwa 1,5 Stunden Autofahrt. Bis an die deutsche Grenze rund zwei Stunden.
  • Die Recherche wurde unterstützt von der Tschechischen Zentrale für Tourismus – CzechTourism (www.czechtourism.com) und der Region Karlsbad (www.zivykraj.cz/de/).
  • Souvenirs gibt es in Karlsbad an jeder Ecke, Foto: Weirauch
    Souvenirs gibt es in Karlsbad an jeder Ecke, Foto: Weirauch
    Das Kaiserbad in Karlsbad, Foto: Ladiclav Rennert, Czechtourism.,
    Das Kaiserbad in Karlsbad, Foto: Ladiclav Rennert, Czechtourism.,
    Mehrere Hotels haben auch große Pools, Foto: Czechtourism
    Mehrere Hotels haben auch große Pools, Foto: Czechtourism

    Wie kommt man hin ?

    Mit dem Auto wahlweise über die A 13 über Dresden oder besser A 9 bis Schkeuditzer Kreuz und dann über die A 14 ins Böhmische Bäderdreiecke. Alternativ auch über A9 bis B15 in Selb, dann ins Bäderdreieck.

    Mit dem Zug über Dresden – Usti nad Labem und von dort mit einem Schnellzug bis Karlsbad. Zurück von Marienbad Richtung Nürnberg.

  • Buchtipp: Literarischer Reiseführer Böhmisches Bäderdreieck, von Roswitha Schieb, unter Mitarbeit von Tanja Krombach und Václav Petrbok, 19.80 Euro
  • Das Buch lädt zu einer Entdeckungsreise in die reizvolle Kurregion ein, in der das kulturelle Flair vergangener Zeiten durch neue Impulse wie heimatkundliche Initiativen und Festivals wiederbelebt und weiterentwickelt wird.
Reise

Mineralquellen locken Heilungssuchende nach Franzensbad

franzensbad_glauberquelle_ladislavrennertschechienKuren in schöner Umgebung bietet Franzensbad, hier die Glauberquelle, Foto: LadislavRenner (Czechtourismus)
Prächtiges Kurhaus in Franzensbad, Foto: D. Weirauch
Prächtiges Kurhaus in Franzensbad, Foto: D. Weirauch

Der Ort Franzensbad (Františkovy Lázně), im westlichsten Zipfel der Tschechischen Republik gelegen, taucht inmitten eines weiträumigen Beckens mitten in der Landschaft plötzlich auf. Wie eine Fata morgana. Franzensbad liegt eine knappe halbe Stunde Autofahrt von der deutschen Grenze entfernt.

Blick in das Casio von Franzensbad, Foto: Weirauch
Blick in das Casio von Franzensbad, Foto: Weirauch

Es ist das kleinste der drei Bäder im Böhmischen Bäderdreieck. Franzensbad gehörte einst zu den ersten  europäischen Moorbädern und entwickelte sich zu einem Frauenheilbad, über das die Schriftstellerin Marie von Ebner-Eschenbach 1858 ihr erstes schriftstellerisches Werk „Aus Franzensbad“ schrieb.

Franzensbad bei Nacht, LadislavRenner (czechtourism)
Franzensbad bei Nacht, LadislavRenner (czechtourism)

Kleines Kurzentrum lädt ein

Das eigentliche Kurzentrum des 1793 gegründeten Ortes ist klein, nur fünf Straßenzüge zählte ich bei meinem Besuch. Aber Franzensbad hat es in sich. Im Gegensatz mit den mondänen Bädern Marienbad oder Karlsbad geht es auch ruhiger zu.

Der "Boulevard" in Franzensbad, Foto: D.Weirauch
Der “Boulevard” in Franzensbad, Foto: D.Weirauch
 Schon im Mittelalter war Franzensbad für seine Quellen berühmt, von denen noch heute etwa 20 sprudeln.  Die kohlensäurehaltigen, stark alkalischen Mineralquellen, das schwefel- und eisenhaltige Moor sowie die in Franzensbad vorhandene natürliche Gasquelle werden zur balneotherapeutischen Behandlung von Gefäß- und Herzkrankheiten, von orthopädischen und anderen Krankheiten angewendet.
Trinkhalle in Franzensbad, Foto: LadislavRenner (czechtourism)
Trinkhalle in Franzensbad, Foto: LadislavRenner (czechtourism)

Franzensbad ist umgeben von viel Grün

Das vor allem ältere Publikum schätzt den Ruf des Ortes als „Grüne Oase mit Ruhe und Tradition“. Herzstück des Kurbezirks ist die in mit einem Pavillon von 1793 mit dorischen Säulen überdachte älteste Quelle des Bades, die Franzensquelle. Hier ein Blick in das Innere:

Blick über den Boulevard von Franzensbad zur Kirche, Foto: Weirauch

In der Nähe befinden sich vier Glaubersalz-Quellen, deren Wasser aus einer Tiefe von über 60 Metern gefördert wird. Doch Vorsicht: das Glaubersalz hat eine abführende Wirkung. Wer will, kann mit einem Trinkbecher sich das Wasser selbst von einer der Quellen holen und es probieren.

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Im Sommer finden regelmäßig Kurkonzerte statt. Foto: D.Weirauch

Beim Flanieren durch den Kurpark gibt es eine Menge zu entdecken, so ein Denkmal für Ludwig Lejzer Zamenhof, Erfinder der Kunstsprache Esperanto.

Schmucke Kurhotels in der Josefsstadt

Die  Hotels wirken, zumindest von außen, recht prächtig.  Sie tragen Namen, wie „Metropol“, “Royal“, „Esplanade“, „Drei Lilien“, „Dr. Adler“ und „Savoy“. Das „Imperial“ gehört neben dem Hotel „Pupp“ in Karlsbad und dem “Imperial” in Karlsbad zu den elegantesten Hotels in Westböhmen.

Schmuckes Kurgebäude in Franzensbad, Foto: D.Weirauch
Schmuckes Kurgebäude in Franzensbad, Foto: D.Weirauch

Natürlich weilten auch Geistesgrößen wie  Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Nietzsche einst in Franzensbad. In der Information der Franzensbad AG erhält man erstaunlich viele Prospekte, zu jedem einzelnen Kurhaus gibt es dort Infos. Auch kann man die „Franzensbader Nachrichten“ abonnieren. Kostenlos wird eine Wanderkarte mit „Herzwandertouren“ verteilt. Sie enthält ein Verzeichnis der schönsten Terrain- und anderen Wanderwege in der Umgebung..

Franzl-Statue in Franzensbad

Symbolfigur des Bades ist die 1923 geschaffene Statuette des Franzl mit einem Fisch auf einer Kugel. Die Plastik gilt als Fruchtbarkeitssymbol, besagt doch die Tradition, dass Frauen mit Kinderwunsch, die das „beste Stück“ der Skulptur berühren, innerhalb eines Jahres schwanger werden sollen.

Die Franzl Statue in Franzensbad, Foto: Weirauch
Die Franzl Statue in Franzensbad, Foto: Weirauch

Wer keine Mooranwendungen oder andere medizinische Behandlungen bekommt, kann sich im „Aquaforum“, einer großzügigen Thermenlandschaft am Rande des Ortes, vergnügen.

Kuren in schöner Umgebung bietet Franzensbad, Foto: LadislavRenner (czechtourism)
Kuren in schöner Umgebung bietet Franzensbad, Foto: LadislavRenner (czechtourism)

Ockerfarbene Häuser und Pavillons

Dank der verspielten Architektur seiner Kurhäuser und Kurpavillons gilt Franzensbad als eines der anmutigsten Heilbäder Tschechiens. Das gemäßigte, für die Gegend charakteristische Klima und die waldreiche Umgebung machen den Ort auch bei deutschen Gästen überaus beliebt. Für Unterhaltung ist ebenfalls gesorgt, im Casino, dem einstigen Gesellschaftshaus, finden regelmäßig Tanznachmittage statt.

Blick über den Boulevard von Franzensbad zur Kirche, Foto: Weirauch
Blick über den Boulevard von Franzensbad zur Kirche, Foto: Weirauch

Der Reiseführer über Tschechien (Kerstin und Andre Micklitza: Tschechien – Unterwegs in Böhmen und Mähren, Trescher Verlag) gibt zahlreiche Tipps für den Besuch von Franzensbad. So beschreiben die Autoren beispielsweise das Bodenaquarium im großen Saal des Gesellschaftshauses. Der Clou: etwa 50 kleine und große Koi-Karpfen schwimmen unter den Füßen der Gäste. Im Konzertgarten werden im Sommerhalbjahr Kurkonzerte gegeben. Auch laden ein Kino, Theater, das kleine Stadtmuseum und verschiedene Ausstellungen ein. In einem Seitengebäude der Orangerie befindet sich zudem eine sehenswerte Oldtimerausstellung.

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  • Informationen zu Franzensbad
  • Anfahrt: Von Franzensbad bis Karlsbad sind es etwa 1,5 Stunden Autofahrt.
  • Information Center and CA FL TOURS, Františkovy Lázně, Americká 2
  • Tel.+420354543162
    fltours@atlas.cz
    www.frantiskolazensko.cz

    Wo kann man gut essen? : u.a. recht preiswert im Restaurant U Fausta

Die Recherche wurde unterstützt von der Tschechischen Zentrale für Tourismus – CzechTourism (www.czechtourism.com) und der Region Karlsbad (www.zivykraj.cz/de/).

Buchtipp: Michael Bussmann, Gabriele Tröger: Tschechien, Michael Müller Verlag, 24,90 Euro

Auch in Franzensbad gibt es die Oblaten, Foto: Weirauch
Auch in Franzensbad gibt es die Oblaten, Foto: Weirauch
Goethe wohnte im Hotel "Drei Lilien", Foto: Weirauch
Goethe wohnte im Hotel “Drei Lilien”, Foto: Weirauch
Goethe wohnte im Hotel "Drei Lilien", Foto: Weirauch
Goethe wohnte im Hotel “Drei Lilien”, Foto: Weirauch
Reise

Auch im Herbst und Winter kuren in tschechischen Heilbädern

franzensbad_trinkhalle_ladislavrennertschechienTrinkhalle in Franzensbad, Foto: LadislavRenner (czechtourism)

Die berühmten tschechischen Kurstädte, ein Großteil wie Karlsbad, Marienbad und Franzensbad im Böhmischen Bäderdreieck gelegen,  laden nicht nur zur Erholung und Entspannung ein, Kurgäste erhalten hier vor allem ärztliche Versorgung von hoher Qualität.

Mehrere Hotels haben auch große Pools, Foto: Czechtourism
Mehrere Hotels haben auch große Pools, Foto: Czechtourism

Moderne medizinische Einrichtungen bieten dank Zusammenspiel der modernen Technik und der traditionellen, bewährten Weisheit ausgezeichnete Erholung!

Das Juwel des Bäderdreiecks: Karlsbad

Eleganz, prächtige Kurkolonnaden, exklusive Kurhäuser und eine wunderschöne Lage inmitten eines bewaldeten Tals – all das und noch viel mehr erwartet Sie in Karlsbad (Karlovy Vary), der beliebtesten Stadt des weltberühmten Bäderdreiecks. Viele berühmte Persönlichkeiten waren hier schon zur Kur und auch heute noch ist die Stadt das zweitbeliebteste Touristenziel Tschechiens.

Blick auf Karlovy Vary, Foto: LadislavRenner, czechtourism
Blick auf Karlovy Vary, Foto: LadislavRenner, czechtourism
An der Tepl im Zentrum von Karlsbad, Foto: Klaus Klöppel
An der Tepl im Zentrum von Karlsbad, Foto: Klaus Klöppel

Wegen seiner einzigartigen Architektur gehört Karlsbad zu den schönsten Kurstädten Europas.  Auch die umgebung ist sehenswert.

Im Schloss von Bečov nad Teplou wird das wunderschöne Reliquiar des heiligen Maurus aufbewahrt – eine Perle europäischer Mittelalterkunst, Foto: Dagmar Veselkova, Czechtourism
Im Schloss von Bečov nad Teplou wird das wunderschöne Reliquiar des heiligen Maurus aufbewahrt – eine Perle europäischer Mittelalterkunst, Foto: Dagmar Veselkova, Czechtourism

Wer den zweitwichtigsten Schatz Tschechiens mit eigenen Augen sehen möchte, dann ist er in Bečov nad Teplou richtig.  Im dortigen Schloss wirddas wunderschöne Reliquiar des heiligen Maurus aufbewahrt – eine Perle europäischer Mittelalterkunst.

 

Besonders lohnt sich auch ein Ausflug in das herausgeputzte Städtchen Loket (Ellnbogen) mit seiner Altstadt und gotischen Burg, auf der man eine Ausstellung zum Thema Folter sowie eine Porzellanausstellung besichtigen kann.

Auf der Burg kann man eine Ausstellung zum Thema Folter sowie eine Porzellanausstellung besichtigen. Foto: Libor-Sva¦üc¦îekT(Czechtourism)
Auf der Burg kann man eine Ausstellung zum Thema Folter sowie eine Porzellanausstellung besichtigen. Foto: Libor-Sva¦üc¦îekT(Czechtourism)

Balsam für Seele und Leib: Marienbad

Wer durch das Zentrum von Marienbad (Mariánské Lázně) läuft, hat das Gefühl, eine Zeitreise ins beginnende 20. Jahrhundert zu unternehmen: prächtige Kurhäuser, blühende Parks, in denen Kurgäste gemütlich entspannen und das berühmte Heilwasser trinken.

Die"singende Fontäne" in Marienbad, Foto. Czechtourism
Die”singende Fontäne” in Marienbad, Foto. Czechtourism

Die Stadt hat viel Geschichte, aber auch moderne Hotels. Dazu gibt es hier mehr informationen.

Prächtige Kurhäuser in Marienbad, Foto: Czechtourism
Prächtige Kurhäuser in Marienbad, Foto: Czechtourism

Verwöhnen in Franzensbad

Als Johann Wolfgang von Goethe in Franzensbad (Františkovy Lázně) weilte, bezeichnete er die Stadt als das „Paradies auf Erden“. Die kleinste Stadt des südböhmischen Bäderdreiecks, zu dem neben Franzensbad auch Karlsbad und Marienbad gehören, besticht durch ihre eleganten klassizistischen Kurkolonnaden, gepflegten Parks und eine angenehme, entspannte Atmosphäre.

Franzensbad bei Nacht, LadislavRenner (czechtourism)
Franzensbad bei Nacht, LadislavRenner (czechtourism)

In Franzensbad wurde übrigens das weltweit erste Moorbad gegründet.

Kuren in schöner Umgebung bietet Franzensbad, Foto: LadislavRenner (czechtourism)
Kuren in schöner Umgebung bietet Franzensbad, Foto: LadislavRenner (czechtourism)

Bad Lednice (Eisgrub)

Den Körper sowie die Seele heilt nicht nur die Kurbehandlung, sondern auch die märchenhafte Landschaft der Kulturlandschaft Lednice-Valtice. In  Lednice (Eisgrub), einer Stadt mit einem märchenhaften Schloss und wunderschönen Gärten, die früher das Zentrum des Lichtensteinschen Gutsbesitzes waren, lohnt ein Spaziergang durch Kurgelände. (Mehr Infos unter www.lednice.cz).

Hier geht es zu Marienbad, Karlsbad und Franzensbad.

Reise

Elberadweg Tschechien: Barocke Pracht

SONY DSCFähre in Decin, Foto: Klaus Klöppel

Schon seit Jahren führt der Elberadweg die Beliebtheitsskala der Radfernwege in Deutschland an. Doch wenn die Elbe das sächsische Bad Schandau erreicht, hat sie bereits ein knappes Drittel ihres Wegs zur Nordsee zurückgelegt und ist dabei vom Rinnsal zum mächtigen Fluss gewachsen. Ihr Werden kann man auf dem tschechischen Teil des Elberadwegs miterleben.

Pause am Elbufer, Foto: Klaus Klöppel
Pause am Elbufer, Foto: Klaus Klöppel

Wo die Labe entspringt

“Sssst”. Mit einem leichten Summen zieht die Dame auf ihrem E-Bike scheinbar mühelos vorbei. Den anderen Radlern verlangt die steile Asphaltstrecke die letzten Kraftreserven ab. Dabei fing es ganz entspannt an: Ein Sessellift brachte Fahrer und Räder vom Touristenzentrum Špindlerův Mlýn (Spindlermühle) zur Bergstation Medvědín. Von dort geht es nun mit vielen Aufs und wenig Abs zur futuristisch wirkenden Elbfallbaude. Auf den Wiesen oberhalb entspringt die Elbe, die hier Labe heißt. Schon kurz danach stürzt sie sich mit Getöse erst einmal 40 Meter in die Tiefe.

Wegweiser zur Elbquelle, Foto: Klaus Klöppel
Wegweiser zur Elbquelle, Foto: Klaus Klöppel

Tour zur Elbquelle ist anspruchsvoll

Die Tour zur Quelle ist die Königsetappe – empfehlenswert eher für sportliche Fahrer. Der offizielle Radweg beginnt erst 20 Kilometer talabwärts im Ferienort Vrchlabí (Hohenelbe). Gelbe Schilder mit der Nummer 2 weisen den Weg, der ohne große Höhenunterschiede den vielen Windungen des Flusses folgt. “Erst im Jahr 2008 hat Tschechien damit begonnen, den Radweg entlang der Elbe zu entwickeln”, sagt Marketingkoordinator Daniel Mourek. Schritt für Schritt wurden seitdem Wege erneuert oder neu angelegt.

Anspruchsvoll ist die Bergfahrt hinauf zur Elbquelle, Foto: Klaus Klöppel
Anspruchsvoll ist die Bergfahrt hinauf zur Elbquelle, Foto: Klaus Klöppel

Heute arbeitet Tschechien eng mit der deutschen Seite zusammen, der Elberadweg wird gemeinsam vermarktet, für radfreundliche Unterkünfte oder Gaststätten gibt es vergleichbare Regeln beiderseits der Grenze.

Beeindruckend: Barockbau in Kukus

Ein erster Höhepunkt ist der ehemalige Kurort Kuks (Kukus). Wie aus dem Nichts erscheint am linken Ufer ein monumentaler Barockbau. Er wirkt wie ein Schloss, war aber ein Hospital, in dem Kriegsversehrte gepflegt wurden. Rund 100.000 Radler besuchten im vergangenen Jahr das frisch sanierte Ensemble mit Freskengang, der zweitältesten Apotheke Europas, dem größten Kräutergarten Tschechiens und den meisterlichen Skulpturen von Matthias Bernhard Braun, dem böhmischen Michelangelo.

Schloss Kuks, Foto: L.Renner, Czech Tourism
Schloss Kuks, Foto: L.Renner, Czech Tourism
Die wertvollen Statuen schuf Matthias Bernhard Braun, Foto: Klaus Klöppel
Die wertvollen Statuen schuf Matthias Bernhard Braun, Foto: Klaus Klöppel
Spektakuläre Architektur: Hospital Kukus, Foto: Klaus Klöppel
Spektakuläre Architektur: Hospital Kukus, Foto: Klaus Klöppel

Von Königgrätz nach Pardubitz

Nur 20 Kilometer liegen die Elbstädte Hradec Králové (Königgrätz) und Pardubice (Pardubitz) auseinander und beide pflegen eine ähnlich innige Freundschaft wie Köln und Düsseldorf.

Königgrätz war schon im frühen Mittelalter ein bedeutender Handelsplatz, Pardubitz zog im 16. Jahrhundert nach. Spannungsreich ist der Wechsel zwischen barockem Prunk und den klaren Formen des Kubismus im Zentrum von Königgrätz.

Markt in Hradec Králové, Foto: Klaus Klöppel
Markt in Hradec Králové, Foto: Klaus Klöppel

Die Renaissance ist in der Altstadt von Pardubitz allgegenwärtig, wo der Radweg über das Gelände des Schlosses führt.

Marktplatz von Pardubice, Foto: l. Renner, Czech Tourism
Marktplatz von Pardubice, Foto: l. Renner, Czech Tourism

Wer genügend Zeit hat, macht beide Städte zum Etappenziel. Bei jeweils rund 10.000 Studenten ist für Unterhaltung am Abend gesorgt.

Schönster Marktplatz Böhmens in Leitmeritz

Weiter nördlich überragt ein mächtiger Kelch den Marktplatz von Litoměřice (Leitmeritz), der zu den schönsten Böhmens gehört. Der ungewöhnliche Turm des Kelchhauses soll an die hussitische Tradition der Kommunion erinnern. Doch er könnte auch ein Symbol dafür sein, dass rund um die Stadt schon seit Jahrhunderten Wein angebaut wird.

Marktplatz von Leitmeritz, Foto: l. Renner, Czech Tourism
Marktplatz von Leitmeritz, Foto: l. Renner, Czech Tourism

Ein Gang durch die Geschichte des böhmischen Weinbaus bietet sich nur wenige Kilometer elbabwärts. Bis heute werden die mittelalterlichen Keller von Velké  Žernoseky (Groß Tschernosek) genutzt, die Zisterziensermönche um 1250 erbauten. Was in den mächtigen Holzfässern reift, lässt sich vor Ort probieren.

Hinweisschild für den Elberadweg in Tschechien, Foto: Klaus Klöppel
Hinweisschild für den Elberadweg in Tschechien, Foto: Klaus Klöppel

Durch die romantische Landschaft von Aussig

Durch das böhmische Mittelgebirge mit seinen zahllosen erloschenen Vulkankegeln bahnt sich der Fluss seinen Weg weiter nordwärts nach Ústí nad Labem (Aussig).

Blick zum Schreckenstein, Foto: Klaus Klöppel
Blick zum Schreckenstein, Foto: Klaus Klöppel

Die romantische Landschaft begeisterte schon Caspar David Friedrich. Burg Střekov (Schreckenstein), am Rande von Aussig und 100 Meter hoch über der Elbe gelegen, faszinierte den Maler Ludwig Richter und inspirierte Richard Wagner zu seinem “Tannhäuser”. Heute kann man im Lokal Wagnerka den Blick ins Tal genießen. Die ehemalige Industrieregion zwischen Aussig und Děčín (Tetschen) sieht ihre Zukunft im Tourismus.

Elberadweg steht für Strukturwandel

Der Elberadweg ist ein wichtiger Baustein des längst begonnenen Strukturwandels und so findet man hier bestens ausgebaute Wege. Kleine Yachten liegen am Ufer vor Anker, Ausflugsschiffe verkehren auf dem breiten Strom.

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Wiedererstanden: Barockschloss von Tetschen

Das barocke Schloss von Děčín, in dem Fréderic Chopin 1835 seinen Tetschener Walzer komponierte, war fast eine Ruine, als es die sowjetischen Truppen 1991 verließen. Heute ist es zusammen mit dem verwunschenen Rosengarten wieder die Visitenkarte der Stadt.

Tipp zum Ausspannen: Gaststätte Dolní Grund

Die urige Gaststätte Dolní Grund kurz hinter Tetschen ist ein beliebter Radlertreff. Zwei Paare aus Hamburg stärken sich dort vor der Etappe durch das Elbsandsteingebirge. Vor 15 Jahren haben sie bereits die Tour von Prag nach Dresden entlang von Moldau und Elbe. “Kein Vergleich zu damals”, schwärmt eine ältere Dame: “Früher waren die Orte noch grau und richtige Radwege gab es gar nicht.” Heute sei die Strecke fast überall in einem guten Zustand. Mit dem charakteristischen “Sssst” begeben sie sich auf den letzten Abschnitt zur Grenze, wo nur noch ein Pfosten mit dem Wappen der Tschechoslowakei an frühere Zeiten erinnert.

Wegweiser am Elberadweg, Foto: Klaus Klöppe
Wegweiser am Elberadweg, Foto: Klaus Klöppel

Infos zum Elberadweg

  • Rund 370 von insgesamt 1270 Kilometer des Elberadwegs führen durch Tschechien. Für die gesamte Tour sollte man mindestens acht Tage einplanen. Informationen zum Verlauf gibt es unter www.labska-stezka.cz, Knapp 200 km lang ist die Strecke von Prag entlang von Moldau und Elbe bis zur Grenze.
  • Der Veranstalter Enthusia in Děčín bietet Tourenräder und E-Bikes, organisiert Unterkünfte, Gepäck- und Personentransfers, zu Beispiel ab/bis Dresden. Infos: www.enthusia.cz.
  • Buchtipp: Elbe-Radweg Tschechien, Von der Elbquelle im Riesengebirge nach Bad Schandau, Bikeline – Radtourenbuch, Verlag Esterbauer, 13,90 Euro
  • Allgemeine Auskünfte zu Reisen nach Tschechien bei CzechTourism in Berlin, www.czechtourism.com

Elberadweg beiVelke Zernoseky, Foto: Petr-Polák.jpg, Czech Tourism

 

Als Begleittourenbuch im handlichen Format für die Lenkertasche auf reißfestem, wasserfestem Papier geeignet: „Berliner Mauer-Radweg“ von Michael Cramer, Reihe Bikeline im Verlag Esterbauer, 212 Seiten mit Karten, Streckenbeschreibung, detaillierter Schilderung der Geschichte und Hinweisen auf weitere Fahrradstationen, 13,90 Euro.