Tschechien

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Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří ist UNESCO-Welterbe

ErzgebirgeAussengelände des Besucherbergwerkes Markus-Röhling-Stolln, Foto: Weirauch

Jubel, Freude und Erleichterung verbreiten sich, als heute das UNESCO-Welterbekomitee zur 43. Tagung in Baku, Aserbaidschan seine Entscheidung verkündet: die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří wird zum Welterbe erklärt. Damit finden über 20 Jahre Bemühungen auf dem Weg zum Welterbe ihren ersehnten Höhepunkt. Über 800 Jahre Bergbau führten im Erzgebirge zu einer einzigartigen Beziehung zwischen Mensch und Natur, die eine montane transnationale Kulturlandschaft von universellem Wert hervorbrachte. Die Stätte gilt als herausragendes Zentrum wissenschaftlich-technologischer Bergbauinnovation und als einzigartige montane Kulturlandschaft.

Noch heute erzählen traditionelle Bergparaden überall in der Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří von der jahrhundertelangen Bergbautradition.

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Der große Autobahn Gebühren-Guide

CQYUIK_shutterstock_722561875-1920x0_SPPMIMFotoquelle: CQYUIK_shutterstock_722561875-1920x0_SPPMIM

Sieben Länder und ihre Straßenmaut in der praktischen Übersicht

Ins Auto setzen und rein ins Abenteuer: Vor allem in den Sommermonaten reisen viele mit dem Auto beispielsweise an die nächstgelegene Küste. Auf dem Weg ans Meer durch europäische Nachbarländer sind Reisende mit verschiedensten Autobahngebühren konfrontiert. Mal wird nach gefahrener Strecke abgerechnet, mal sollte eine Vignette mit ausreichender Gültigkeit an der Frontscheibe kleben, mal warten komplexe SMS- und Vorab-Bezahlsysteme oder e-Maut auf die Autofahrer. Um Wartezeiten zu vermeiden und entsprechende Reisekosten einplanen zu können, hat weg.de eine Übersicht der Autobahngebühren und Bezahlweisen für 15 Nationen erstellt. Hier ist der große Gebühren-Guide für den Roadtrip durch Europa:

Tschechien: Vignettenpflicht auf Autobahnen und Schnellstraßen

Autobahnen sind in Tschechien mit einem D gefolgt von einer Nummer, Schnellstraßen mit einem R gekennzeichnet – beide sind kostenpflichtig. Eine Zehn-Tages-Vignette kostet umgerechnet etwa zwölf Euro, verhältnismäßig günstig ist die Monatsvignette mit 18 Euro. Reisende erhalten die Vignetten bei Automobilclubs in Deutschland und Österreich, bei Online-Anbietern sowie an grenznahen deutschen und tschechischen Tankstellen. Wichtig zu wissen: Sowohl auf dem Quittungsteil als auch auf dem Aufkleber muss das Fahrzeugkennzeichen eingetragen werden, bevor es unten rechts auf der Beifahrerseite an die Windschutzscheibe geklebt wird.

Österreich: Das “Pickerl” auf der Windschutzscheibe

Für viele Deutsche ist Österreich das Durchfahrtsland über die Alpen zum eigentlichen Urlaubsland weiter südlich. Aufgrund der hohen Baukosten für Straßen und Tunnel hat das Land deshalb die Autobahngebühr eingeführt. Mit dem “Pickerl”, wie die Vignette in Österreich umgangssprachlich genannt wird, fahren Reisende für 9,20 Euro zehn Tage lang auf Autobahnen des Alpenstaats. Bei Kauf im Laden sowie im ADAC Shop ist die Vignette sofort gültig, bei einem Online-Kauf beginnt die Gültigkeit erst nach 18 Tagen, bedingt durch das 14-Tage-Rücktrittsrecht. Eine Ausnahme ist die Brennerautobahn an der Grenze zu Italien: Sie verläuft zwar teilweise in Österreich, jedoch fällt hier eine zusätzliche Gebühr an. Die einfache Fahrt kostet für Pkw, Motorräder und Wohnmobile bis 3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht ab der Auffahrt Innsbruck-Süd bis zur italienischen Grenze 9,50 Euro.

Der große Autobahn Gebühren-Guide von weg.de

Frankreich: Gebühren nach Fahrzeughöhe und nicht mit EC-Karte zu entrichten

Lediglich mit blauen Straßenschildern gekennzeichnete Autobahnen sind in Frankreich gebührenpflichtig. Die Berechnung der Autobahngebühr – oder wie die Franzosen sagen der Péage – erfolgt dabei nach der festen Höhe des Fahrzeugs, abnehmbare Aufbauten wie Dachboxen zählen nicht. Pkw und Wohnmobile mit bis zu zwei Metern Gesamthöhe werden in Klasse eins eingeordnet, mit zwei bis drei Metern Höhe in Klasse zwei. In Frankreich gibt es keine Vignetten zu kaufen, die Berechnung der Gebühr erfolgt immer nach der gefahrenen Strecke und ist an den Mautstationen, die sich an jeder Abfahrt befinden, zu entrichten. Bezahlt werden kann in bar oder per Kreditkarte, jedoch nicht mit einer Maestro/EC-Karte.

Schweiz: Es gibt nur eine teure Jahresvignette

Das wohl einfachste europäische System für die Autobahngebühr gibt es in der Schweiz: alle Autobahnen und Nationalstraßen sind gebührenpflichtig und es gibt nur eine Jahresvignette für umgerechnet etwa 40 Euro, die jeweils vom ersten Dezember eines Jahres bis zum 31. Januar des Folgejahres gültig ist. Reisende erhalten die Vignette an Tankstellen, online oder bei Automobilclubs.

Slowenien: Vignette für Autobahnen und Schnellstraßen

Autobahnen (A) und Schnellstraßen (H) sind in Slowenien generell gebührenpflichtig. Für Pkw bis 1,3 Meter Höhe an der Vorderachse und Wohnmobile unter 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht gilt die gleiche Maut: Eine Sieben-Tages-Vignette kostet 15 Euro, eine Monats-Vignette 30 Euro. Urlauber erhalten diese an grenznahen Tankstellen und bei großen Automobilclubs. Die Vignette ist oben links an der Frontscheibe zu befestigen, außerhalb eines Tönungsstreifens.

Kroatien: Autobahngebühr nach gefahrenem Kilometer

Lediglich für die Autobahn fallen in Kroatien Mautgebühren an. Urlauber benötigen hierfür jedoch keine Vignette, sondern ziehen ein Ticket beim Auffahren auf die Autobahn und bezahlen dieses bei der Abfahrt. Für die Ermittlung der Gesamthöhe werden abnehmbare Aufbauten wie Dachboxen nicht berücksichtigt. Bezahlen können Urlauber entweder in bar, per EC/Maestro-Karte oder Kreditkarte.

Italien: Zahlen pro Achse und Gesamthöhe

Pedaggio heißt die Autobahngebühr in Italien, auch sie ist streckenabhängig. Nur die mit blauem Schild gekennzeichneten Autobahnen sind gebührenpflichtig, Schnellstraßen sind gebührenfrei. Pkw bis 1,3 Metern Gesamthöhe an der Vorderachse und zwei Achsen zahlen die geringste Gebühr, gefolgt von Pkws mit mehr als 1,3 Metern Gesamthöhe und zwei Achsen. Das zulässige Gesamtgewicht spielt hier keine Rolle. Es wird immer nach Anzahl der Achsen gewertet, wobei eine Doppelachse als zwei Achsen zählt. Die Zahlung der Gebühren beim Verlassen der Autobahn erfolgt entweder in bar oder per Kreditkarte. Achtung: Die Nutzung der EC/Maestro-Karte ist nicht möglich.

Ausführliche Informationen zu Mautgebühren in insgesamt 15 Ländern (inkl. Griechenland, Ungarn, Portugal, Slowakei und Spanien)  gibt es hier: https://www.weg.de/reisemagazin/artikel/autobahngebuehren-in-europa/

Über weg.de

weg.de ist eines der bekanntesten Online-Reiseportale Deutschlands und bietet seinen Kunden von Pauschalreisen und All-inclusive-Reisen über Hotel und Flügen bis hin zu Kreuzfahrten, Mietwagen und Skireisen das gesamte Reiseportfolio an. Seit 2018 können Kunden Flug und Hotel auch flexibel zu Top-Konditionen selbst kombinieren. Das Reiseportal überzeugt vor allem durch Übersichtlichkeit, Nutzerfreundlichkeit und große Auswahl. weg.de wurde im März 2005 in München gegründet und ist eine Marke der COMVEL GmbH. Die COMVEL GmbH ist seit 2018 neben lastminute.de, lastminute.com, Bravofly, Rumbo, Volagratis und Jetcost Teil der lm group, die eines der führenden Unternehmen der Online-Reisebranche in Europa ist.

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Viele tschechische Städte laden zu Weihnachtsmärkten

WeihnachtsmarktPrag_LiborSvacekBlick auf den Weihnachtsmarkt von Prag Foto: LiborSvacek

Mit Turbomošt und Koledy

Viele tschechische Städte laden zu Weihnachtsmärkten

Für Liebhaber weihnachtlicher Romantik ist Prag ein Muss. Über viele Plätze der Goldenen Stadt weht in den Adventswochen der Duft von Glühwein und Punsch, überall erklingen traditionelle Weihnachtslieder, die Koledy. Der Weihnachtsmarkt auf dem Altstädter Ring gehört zu den größten und stimmungsvollsten in Europa. Auch vielen kleinere Städte Tschechiens laden in der Adventszeit zu Märkten, weihnachtlichen Konzerten und Ausstellungen ein.

Blick auf den Weihnachtsmarkt von Prag Foto: LiborSvacek
Blick auf den Weihnachtsmarkt von Prag Foto: LiborSvacek

Der Reigen der Weihnachtsmärkte beginnt in Prag schon am 20. November auf dem Náměstí Míru (Friedensplatz) im bürgerlichen Viertel Vinohrady. Bis zum 24. Dezember werden rund um die Ludmilla-Kirche Kunsthandwerk und Weihnachtsschmuck angeboten. Vom 23. November bis zum 6. Januar bildet auch die Prager Burg die stimmungsvolle Kulisse für einen Weihnachtsmarkt. Auf dem Staroměstské náměstí (Altstädter Ring) wird traditionell am 1. Dezember der offizielle Weihnachtsbaum feierlich „entzündet“. Der dortige Weihnachtsmarkt dauert bis zum 6. Januar und zählt zu den größten in Europa. Neben handwerklichen Vorführungen gibt es ein tägliches Unterhaltungsprogramm. Zu den romantischsten Vierteln Prags gehört die Kampa-Insel gleich neben der Karlsbrücke. Vom 7. Dezember bis 6. Januar können Besucher auf dem dortigen Weihnachtsmarkt geschnitzte Holzpuppen, Glasfiguren und andere originelle Geschenke finden. Um den Plastikmüll zu vermeiden, gibt es auf allen größeren Märkten nur noch Teller, Becher und Besteck aus hundertprozentig kompostierbarem Material.

Verwöhnt wird der Bär auf dem Weihnahctsmarkt in Czesky Krumlov, Foto: czech tourism
Verwöhnt wird der Bär auf dem Weihnachtsmarkt in Czesky Krumlov, Foto: czech tourism

Weihnachtlich wird es auch auf vielen Prager Bühnen. So steht im Nationaltheater am 6. Dezember Tschaikowskis Nussknacker-Ballett auf dem Programm, im Rudolfinum wird am 15. Dezember Bachs Weihnachts-Oratorium aufgeführt, die Prager Philharmoniker laden am 19. und 20. Dezember zu ihrem Weihnachtskonzert ein. „Jesus Christ Superstar“ steht am 20. Dezember auf dem Programm des Musicaltheaters in Karlín.

In vergangene Zeiten führt eine Ausstellung in der Bethlehemskapelle in der Prager Altstadt zurück. Dort wird vom 24. November bis 2. Januar unter anderem historisches Holzspielzeug ausgestellt. Handgeschnitzte Krippen aus der Kleinstadt Třešť (Triesch) sind vom 30. November bis 2. Februar im Heinrichsturm in der Prager Neustadt zu sehen. Veganer dürfen sich über die Veggie-Weihnachten freuen. Für sie werden am 8. Dezember in der Galerie Mánes in der Altstadt Süßes und Herzhaftes sowie Geschenkartikel ganz ohne tierische Bestandteile angeboten. Streetfood von 20 Köchen, ausgewählte Produkte von tschechischen Designern, dazu Livemusik und DJs sowie beheizte Iglus erwartet die Besucher vom 22. November bis 23. Dezember auf dem Wintermarkt von Manifesto im Prager Stadtviertel Florenc. (www.prague.eu)

Weihnachtsmarkt Brünn Foto: Jiří Kružík

In Brünn ärgerten sich vor einigen Jahren einige Studenten über die schlechte Qualität des handelsüblichen Glühweins – und kreierten ihren eigenen Turbomošt mit Apfelwein aus den Weißen Karpaten, Apfel, Zimt, Nelken und Sternanis. Das Ergebnis kam an und heute sind die Brünner Weihnachtsmärkte ohne Turbomošt kaum denkbar. Kreativ zeigte sich auch die Brünner Stadtverwaltung, als sie flächendeckend Pfandbecher einführte. So konnten allein im vergangenen Jahr fast 200.000 Liter Abfall vermieden werden. Nebenbei sind die bunten Becher zu einem beliebten Souvenir geworden.

Weihnachten in Prag
Weihnachten in Prag an der Nikolauskirche, Foto: Czech tourism, Martin Marak

Die Weihnachtsmärkte in Brünn dauern vom 23. November bis zum 28. Dezember. Besucher haben die Wahl: Besinnlich und genussvoll geht es bei der Gourmet-Weihnacht auf dem Dominikánské náměstí (Dominikanerplatz) zu, wo örtliche Gastronomen in ihre stimmungsvollen Freiluftrestaurants einladen. Kinder können sich derweil in den Weihnachtswerkstätten vergnügen. Den Mittelpunkt des Weihnachtsmarktes auf dem Náměstí Svobody (Freiheitsplatz) bildet die weiße Kuppel der Winterbar, in der in diesem Jahr auch Punsch nach uralten Rezepten ausgeschenkt wird. Der traditionelle Weihnachtsbaum kontrastiert mit modernen Lichtinstallationen. Abends erklingt Musik unterschiedlicher Genres von Gospel über Blues, Swing, Jazz und Ethno bis Rock. Originelle Weihnachtsgeschenke abseits des Mainstreams findet man bei den Design-Tagen, die vom 4. bis 23. Dezember auf dem Platz stattfinden. (www.gotobrno.cz)

Stimmungsvoller Weihnachtsmarkt inCesky Krumlov, Foto: Czech tourism
Stimmungsvoller Weihnachtsmarkt inCesky Krumlov, Foto: Czech tourism

Vom 30. November bis 6. Januar bilden die barocken und Renaissancebauten in der Altstadt von Český Krumlov (Krumau) die Kulissen für einen zauberhaften Weihnachtsmarkt. Zu den Höhepunkten in der UNESCO-Welterbestadt gehört der Umzug der Engel am 7. Dezember. Am 23. Dezember stellen Bürger und Ensembles der Stadt die Weihnachtsgeschichte in der lebenden Krippe im Schlosshof dar. Weihnachtliche Konzerte erklingen in den Klöstern, Kirchen und der Synagoge von Krumau. (www.ckrumlov.cz)

Weihnachtsmarkt in Olomouc. Foto: CzechTourism/Libore Svacek
Weihnachtsmarkt in Olomouc. Foto: CzechTourism/Libore Svacek

Rund um die barocke Dreifaltigkeitssäule am zentralen Platz Horní náměstí in Olomouc (Olmütz) duftet es vom 23. November bis zum 24. Dezember nach Weihnachten. Besonders stolz sind die Olmützer auf ihre unzähligen Sorten von Punsch. An den Verkaufsständen gibt es Kunsthandwerkliches und weihnachtlichen Schmuck. Jeden Tag stehen Musiker und Bands auf der Bühne, das Programm reicht von traditionellen Weihnachtsliedern bis Jazz und Rock. Auf dem benachbarten Dolní náměstí können Besucher bis 31.Dezember kostenlos die Eisfläche nutzen. (www.tourism.olomouc.eu)

Schloss in Olomouc, Foto: Czech tourism, Libor Svacek
Schloss in Olomouc, Foto: Czech tourism, Libor Svacek

Weihnachtsmärkte finden auch in vielen anderen Städten Tschechiens statt. Informationen zu diesen und weiteren Veranstaltungen bietet CzechTourism unter www.czechtourism.com

 

 

 

 

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UNESCO Weltkulturerbe: Puppenspiel

Marionettenspieler auf der Prager Karlsbrücke. Foto Štepán Vrzala/CzechTourismMarionettenspieler auf der Prager Karlsbrücke. Foto Štepán Vrzala/CzechTourism

Das Puppenspiel in Tschechien und der Slowakei wurde jetzt in die Liste des immateriellen Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen. Eine entsprechende Entscheidung fasste das UNESCO-Komitee auf seiner jüngsten Sitzung in Addis Abeba. Die Liste umfasst 366 Kulturformen aus aller Welt. Auf der Liste stehen bereits die Fastnachtsumzüge in Ostböhmen sowie der südostmährische Tanz Verbuňk.

Marionettenmuseum Muzeum loutkářských kultur

Puppenspiel ist seit Jahrhunderten in der tschechischen Kunst verankert. Im Land gibt es heute noch neun professionelle Puppentheater sowie Hunderte Amateurbühnen. Über die Geschichte des Marionettentheaters in Tschechien und der Welt informiert das im ostböhmische Chrudim (Crudim) ansässige Marionettenmuseum Muzeum loutkářských kultur. Eine Sonderausstellung dort widmet sich noch bis zum 22. Januar den wohl bekanntesten tschechischen Puppenfiguren, Spejbl und Hurvínek.

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Prachtvolles Kurzentrum Karlsbad

Stitched PanoramaAuch Fontane kurte in Karlsbad, Foto: Weirauch

Von der Schönheit Karlsbads (Karlovy Vary) schwärmen wohl alle, die hier einmal kurten. „Karlsbad ist ein Brillant in einer Smaragdfassung“. So beschrieb beispielsweise einst Alexander von Humboldt das prunkvolle Kurzentrum mit seinen Bauten aus der Zeit der Belle Epoque.

Alt und neu prägen Karlsbad, Foto: D. Weirauch
Alt und neu prägen Karlsbad, Foto: D. Weirauch

Karlsbad (Karlovy Vary) in Tschechien zieht auch heute viele Prominente an. Erholung suchen sie hier immer, in den letzten Jahrzehnten jedoch gibt es auch noch ein anderer Grund, diesen Kurort zu besuchen.

Die Vridelni-Kolonnade mit einer heißen Quelle, Foto: Czechtourism
Die Vridelni-Kolonnade mit einer heißen Quelle, Foto: Czechtourism

Es ist das Internationale Filmfestival– eines der größten Kulturereignisse in der Tschechischen Republik. Im Rahmen dieses Filmfestivals besuchten in den letzten Jahren Karlsbad Anfang Juli zum Beispiel Richard Gere, Sharon Stone, Antonio Banderas, Renée Zellweger, Oliver Stone, Jamie Dornan und viele andere.

Blick auf die von den Wiener Architekten Fellner und Helmer erbaute Marktkolonnade. Foto: D. Weirauch
Blick auf die von den Wiener Architekten Fellner und Helmer erbaute Marktkolonnade. Foto: D. Weirauch

Zwölf Thermalquellen gibt es in Karlsbad

Auch Johann Wolfgang Goethe schätzte die Heilwirkung der zwölf Thermalquellen in Karlsbad, heute Karlovy Vary. Seit dem Spätmittelalter sind die Bäder des sogenannten Böhmischen Bäderdreiecks, also Karlsbad, Marienbad (Marianske Lazne) und Franzensbad (Frantiskovy Lazne) berühmt.

Das Kurzentrum mit seinen teilweise eklektizistischen Bauten ist eine Attraktion, Foto: Czechtourism
Das Kurzentrum mit seinen teilweise eklektizistischen Bauten ist eine Attraktion, Foto: Czechtourism

Im 18. und 19. Jahrhundert gab sich alles, was Rang und Namen hatte, in den benachbarten Bädern, zu denen auch noch Ellbogen (Locket) und Joachimstal zählten, buchstäblich die Klinke in die Hand.

Tipp: Das kleine mittelalterliche Städtchen Loket (Elbogen) ist auf jeden Fall einen Besuch wert. In der einstigen Mälzerei des Brauhauses befindet sich heute ein renoviertes Hotel mit einem stilvollen Restaurant, das mit Gegenständen aus der Herrschaftszeit des Thronfolgers von Österreich-Ungarn, Franz Ferdinand von Österreich-Este, dekoriert ist.

In den Tageszeitungen der jeweiligen Orte gab es eine eigene Spalte, in der über die An- und Abreise der illustren Gästeschar berichtet wurde. Im kleinen Museum von Locket kann man viel über diese Zeit erfahzren.

Mit bis zu 72 Grad kommt das Heilwasser aus den Quellen in Karlsbad, Foto: Weirauch
Mit bis zu 72 Grad kommt das Heilwasser aus den Quellen in Karlsbad, Foto: Weirauch

Carl Maria von Weber, Gustav Mahler, Friedrich Nietzsche – das Gästebuch ist sehr lang. Johann Wolfgang von Goethe weilte im Jahr 1820 zum ersten Mal in Marienbad. Laut Kurbadestatistik reisen heute Besucher aus fast 90 Ländern in Karlsbad an und verweilen im Durchschnitt elf Tage. Für Goethe gehörte Karlsbad nach eigenem Bekunden neben Weimar und Rom zu den drei Orten auf der Welt, in denen er leben möchte. Fast zwei Jahre weilte der Dichterfürst mit Unterbrechungen in Karlsbad, Marienbad und Franzensbad.

An der Tepl im Zentrum von Karlsbad, Foto: Klaus Klöppel
An der Tepl im Zentrum von Karlsbad, Foto: Klaus Klöppel

Internationale Gäste kuren auch heute in Karlsbad

Ein Großteil der Kurgäste kommt heute, wie auch früher schon, aus Russland.  Neben Marienbad gehört Karlsbad auch zu den Zentren für Schönheitsoperationen in Tschechien, wofür Patienten aus vielen Ländern anreisen.

Blick auf Prachtstrasse in Karlsbad, Foto: D. Weirauch
Blick auf eine Prachtstrasse in Karlsbad, Foto: D. Weirauch
Wer Eleganz und Tradition mag, sollte die Luxus-Therme Zámecké lázně im Zentrum von Karlsbad besuchen, die mit ihrem Thermalwasser zu den schönsten in Europa gehört. Über der Therme wacht das steinerne Relief „Geist der Quellen“ („Duch pramenů“).
Die Stadtführerin in Marienbad Ilona Parlíková weiß um die wärmende Wirkung der heißen Quellen an kalten Tagen, Foto: D. Weirauch
Die Stadtführerin in Marienbad Ilona Parlíková weiß um die wärmende Wirkung der heißen Quellen an kalten Tagen, Foto: D. Weirauch

Karlsbad wird seit jeher als die Krone der böhmischen Kurorte bezeichnet.  Der Ort wurde um 1350 vom böhmischen König und Römischen Kaiser Karl IV. gegründet. Es liegt im Westzipfel Böhmens, im tiefen Tal des Flüsschen Teplá, umgeben von einer Bergkette mit bis zu 600 Metern Höhe.

Die Vridelni-Kolonnade mit einer heißen Quelle, Foto: CzechtourismDie Vridelni-Kolonnade mit einer heißen Quelle, Foto: Czechtourism

Wandern in der Umgebung ist ein Muss

Die seit jeher an Repräsentation bedachte Kurstadt mit ihren Kolonnaden und Heilquellen ist in eine romantische Hügellandschaft gebettet. Die bewaldeten Hänge sind von viele Kilometer langen Waldwegen durchzogen, die zu Spaziergängen einladen.

Blick vom über der Stadt gelegenen Hotel Imperial auf Karlsbad im Tal, foto: D. Weirauch
Blick vom über der Stadt gelegenen Hotel Imperial auf Karlsbad im Tal, foto: D. Weirauch

Berühmt ist die Stadt auch wegen der Karlsbader Oblaten, dem Karlsbader Salz oder auch dem in Karlsbad seit Jahrzehnten hergestellten Becherbitter  (Becherovka).  Als beliebte Souvenirs gelten außerdem Gegenstände, die mit einer natürlich abgelagerten Sprudelstein-Schicht bezogen sind.

Moorpackungen heilen im Grandhotel Pupp in Karlsbad. Foto: David Martvan, Czechtourism.,
Moorpackungen heilen im Grandhotel Pupp in Karlsbad. Foto: David Martvan, Czechtourism.,

Berühmte Filme, wie die Edith-Piaf-Biografie „La Vie en Rose“, wurden in den prächtigen Kulissen der Stadt gedreht.

  • Informationen zu Karlsbad
  • Infos zur Stadtseite, Email: infocentrum@karlovyvary.cz
  • CITY INFO Karlovy Vary, Lázeňská 14,Telefon +420355321176Internet: www.karlovyvary.cz
  • Von Karlsbad bis Prag sind es etwa 1,5 Stunden Autofahrt. Bis an die deutsche Grenze rund zwei Stunden.
  • Die Recherche wurde unterstützt von der Tschechischen Zentrale für Tourismus – CzechTourism (www.czechtourism.com) und der Region Karlsbad (www.zivykraj.cz/de/).
  • Souvenirs gibt es in Karlsbad an jeder Ecke, Foto: Weirauch
    Souvenirs gibt es in Karlsbad an jeder Ecke, Foto: Weirauch
    Das Kaiserbad in Karlsbad, Foto: Ladiclav Rennert, Czechtourism.,
    Das Kaiserbad in Karlsbad, Foto: Ladiclav Rennert, Czechtourism.,
    Mehrere Hotels haben auch große Pools, Foto: Czechtourism
    Mehrere Hotels haben auch große Pools, Foto: Czechtourism

    Wie kommt man hin ?

    Mit dem Auto wahlweise über die A 13 über Dresden oder besser A 9 bis Schkeuditzer Kreuz und dann über die A 14 ins Böhmische Bäderdreiecke. Alternativ auch über A9 bis B15 in Selb, dann ins Bäderdreieck.

    Mit dem Zug über Dresden – Usti nad Labem und von dort mit einem Schnellzug bis Karlsbad. Zurück von Marienbad Richtung Nürnberg.

Hier mein Besuch in Marienbad.

  • Buchtipp: Literarischer Reiseführer Böhmisches Bäderdreieck, von Roswitha Schieb, unter Mitarbeit von Tanja Krombach und Václav Petrbok, 19.80 Euro
  • Das Buch lädt zu einer Entdeckungsreise in die reizvolle Kurregion ein, in der das kulturelle Flair vergangener Zeiten durch neue Impulse wie heimatkundliche Initiativen und Festivals wiederbelebt und weiterentwickelt wird.
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Wasser trinken in Marienbad

rela-169-marianske_laznetschechienDie"singende Fontäne" in Marienbad, Foto. Czechtourism

Im südlich von Karlsbad im tschechischen Bäderdreieck gelegenen Marienbad (Mariánské Lázně) erinnert heute nichts mehr daran, dass sich hier noch Anfang des 19. Jahrhunderts Sumpfgebiete erstreckten. Bei meinem Besuch traf ich auf einen höchst lebendigen Kurort.

Wasser trinken in Marienbad

Nicht so mondän wie Karlsbad, aber schicker als das ebenfalls zum Bäderdreieck gehörende Franzensbad.

Prächtige Kurhäuser in Marienbad, Foto: Czechtourism
Prächtige Kurhäuser in Marienbad, Foto: Czechtourism

Berühmter Badetourismus

Nach der Entdeckung einer Heilquelle wurden die Sümpfe um 1800 trocken gelegt und ein mondäner Badetourismus begann. Heute besuchen die Gäste den Kurpark und die mittlerweile nach umfangreichen Sanierungen in neuem Glanz erstrahlenden Kuranlagen. Das Kurzentrum mit den vielen Zuckertortenbauten und Pavillons, in denen die Quellen sprudeln, nimmt wohl jeden Gast gefangen.

Marienbad, Tschechien Die „Singende Fontäne“ sprüht zu jeder vollen ungeraden Stunde ihr Wasser aus unzähligen feinen Düsen, untermalt von klassischer Musik. © - / Dieter Weirauch
Marienbad, Tschechien Die „Singende Fontäne“ sprüht zu jeder vollen ungeraden Stunde ihr Wasser aus unzähligen feinen Düsen, untermalt von klassischer Musik. ©  Dieter Weirauch

Beim Spaziergang durch das überschaubare Zentrum hat man das  Gefühl, eine Zeitreise ins beginnende 20. Jahrhundert zu unternehmen: prächtige Kurhäuser, blühende Parks, in denen Kurgäste gemütlich entspannen und das weithin auch hier berühmte Heilwasser trinken. Überall ist zu spüren: Marienbad will wieder an seine Blütezeit um die Jahrhundertwende anknüpfen. Derzeit läuft das mondäne Karlsbad, auch überregional durch sein berühmtes Filmfestival überregional bekannt, der Stadt Marienbad den Rang ab. Es ist vielleicht ganz gut. Denn in Marienbad können auch weniger betuchte Menschen, darunter viele Deutsche, kuren.

 „Marienbad ist unbegreiflich schön“

„Marienbad ist unbegreiflich schön“, schwärmte einst Franz Kafka. Auch heute noch gehört der Ort zu den wohl schönsten Kurstädten Europas. Gemeinsam mit Baden Baden, Bad Kissingen, Bad Ems und weiteren Kurorten in England, Italien und  Frankreich bewerben sich Franzenbad, Marienbad und Karlsbad als Europäische Heilbäder für die Aufnahme auf die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Bei einer Fahrt mit der Pferdekutsche durch die Alleen und entlang der prächtigen Kolonnaden kann man die alten Zeiten erahnen. Spürt aber auch, sobald man die aufwändig sanierten Kurhäuser betritt, moderne Eleganz. Die Häuser der ungarischen Danubius-Gruppe sind mit einem Netz von unterirdischen Gängen verbunden. Für die Gäste von unschätzbaren Vorteil.

Blick auf das traditionsreiche Health Spa Resort in Marienbad, Foto: D. Weirauch
Blick auf das traditionsreiche Health Spa Resort in Marienbad, Foto: D. Weirauch

Wasser trinken in Marienbad: Mehr als 40 Quellen

Seinen Wohlstand verdankt Marienbad zuvorderst den Heilquellen, die im Gegensatz zum benachbarten Karlsbad hier als sogenannte kalte Quellen aus der Erde kommen. Johann Josef Neher, der als Arzt im Kloster in Tepl (Teplá)  tätig war, bewies die Heilkraft der Quellen. Die Mineralquellen sind reich an Kohlensäure und Mineralsalzen. Empfohlen werden noch heute Trinkkuren, Moorpackungen und andere Behandlungen gegen Atmungs-, Stoffwechsel- und Nierenerkrankungen, Verspannungen und Schmerzen im Bewegungsapparat. In der Umgebung von Marienbad gibt es etwa 160 Quellen, in Marienbad selbst sind es über 40 kalte, mineralhaltige Quellen. Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe weilte 1820 zum ersten Mal in Marienbad. Ihm zu Ehren wurde in dem Haus, in dem er wohnte, der Pension „Zur Goldenen Traube“, das heutige Stadtmuseum eingerichtet. Auf dem Platz vor dem Museum (dem Goetheplatz) ist ein Denkmal für den Dichterfürsten errichtet. Goethe, der sich als 76-jähriger in Marienbad in die damals 17 Jahre alte Ulrike von Levetzow verliebte, schrieb die “Marienbader Elegien” als wehmütige Reminiszenz an die Aufenthalte.

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Wasser trinken in Marienbad: Wagner und Chopin

Auch Richard Wagner fand in der Abgeschiedenheit und Ruhe des Marienbader Tales Inspiration. Er entwarf dort u.a. den „Lohengrin“ und „Die Meistersinger von Nürnberg“. Den internationalen Durchbruch für das Ansehen als Kurort brachte der Kuraufenthalt des späteren britischen Königs Edward VII. im Jahr 1897. Der Behandlungsraum, in dem der König seine Bäder nahm, wird heute noch genutzt.

Traumhafte Kulisse für Sportler: Kolonnade in Marienbad, Foto: David Marvan (Czechtourism)
Traumhafte Kulisse für Sportler: Kolonnade in Marienbad, Foto: David Marvan (Czechtourism)

Auch Frédéric Chopin besuchte Marienbad, um in der Nähe seiner Liebe, der jungen Künstlerin Maria Wodzinská, zu sein. Im malerischen Kurort, umgeben von tiefen Wäldern, hat er mehr als einen Monat verbracht und hatte dabei auf eine Vermählung gehofft. Diese haben jedoch Marias Eltern untersagt und Chopin blieb nichts anderes übrig, als dies zu akzeptieren. Marienbad pflegt die Erinnerung an ihren berühmten Besucher in Form eines Chopin-Denkmals und veranstaltet jedes Jahr Festspiele zu seinen Ehren. Der polnische Komponist war natürlich nicht der einzige, der Marienbad besuchte. Auf der Liste der berühmten Gäste stehen auch Franz Kafka, Sigmund Freud oder Thomas Alva Edison.

„Singende Fontäne“

Eines der Wahrzeichen Marienbads sind die herrlichen Parks, dank derer die Stadt als eine der schönsten „grünen Städte“ Europas gilt. Man kann hier gemütlich spazieren und die vielen Springbrunnen beobachten. Der berühmteste ist die „Singende Fontäne“, ein computergesteuerter Springbrunnen in Form einer Blume. Zu den Lieblingsbeschäftigungen gehört auch der Genuss der leckeren Marienbade  Oblaten.

Marienbad, Tschechien Die „Singende Fontäne“ sprüht zu jeder vollen ungeraden Stunde ihr Wasser aus unzähligen feinen Düsen, untermalt von klassischer Musik. © - / Dieter Weirauch
Die „Singende Fontäne“ sprüht zu jeder vollen ungeraden Stunde ihr Wasser aus unzähligen feinen Düsen, untermalt von klassischer Musik. © Dieter Weirauch

Der eigentliche Aufschwung des Kurbetriebs kam ab 1872 mit dem Anschluss an die Eisenbahn, wodurch eine direkte Verbindung nach Wien und Prag geschaffen wurde, ab 1898 auch nach Karlsbad.

Neoklassizistische Kurkolonnade

Zu einem Besuch Marienbads gehört unbedingt auch ein Spaziergang durch die elegante, neoklassizistische Kurkolonnade aus dem Jahr 1899. Sie zählt zu den schönsten in Tschechien. Während der Kursaison finden hier regelmäßig Klassikkonzerte und im August das Internationale Frédéric-Chopin-Festival, sowie Konzerte des Marienbader Sinfonieorchesters statt. Ob der Berliner Eisenhändler Louis Ravene´ seine Hand beim Bau der gusseisernen imposanten Kolonnade im Spiel hatte, konnte ich nicht erfahren. Ravenè jedenfalls war oft in Marienbad zur Kur, letztlich verstarb er dort auch wärend eines Kuraufenthaltes. Seinen Sommerwohnsitz hatte er im Schloss Marquardt, einem Ortsteil von Potsdam.

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Schnabeltassen können an der Rezeption der Quellen verwahrt werden.
Schnabeltassen können an der Rezeption der Quellen verwahrt werden.

Hier weitere Informationen zu Marienbad

Info: www.marianskelazne.cz

infocentrum@marianskelazne.cz

https://www.marianskelazne.cz

Information Center Mariánské Lázně, Hlavní 47+420354622474
www.kisml.cz

Übernachten und Kuren:u.a. in den Danubiushotels

  • Buchtipp: Michael Bussmann, Gabriele Tröger: Tschechien, Michael Müller Verlag, 24,90 Euro

Die Recherche wurde unterstützt von der Tschechischen Zentrale für Tourismus – CzechTourism (www.czechtourism.com)

 

 

 

 

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