Thüringen

Reise

Gropius konnte nicht einmal zeichnen – von der Uni geflogen

Bauhausgebäude in DessauBauhausgebäude in Dessau

2019: Hundert Jahre Bauhaus

Sie glaubten, in Weimar – dieser Stadt aufgeschlossener Klassik – endlich in künstlerischer wie auch gesellschaftlicher Weise so leben und arbeiten zu können, wie sie es sich wünschten – nicht gegängelt, vielleicht auch ein wenig zügellos. Außerdem hatte einer von ihnen, Walter Gropius, sehr private Bindungen an die Stadt Goethes, Schillers, Bachs und Händels, denn hier wirkte sein Freund Henry van de Velde als Direktor der Staatlichen Kunstgewerbeschule. Über ihn auch hatte Gropius einflussreiche großherzogliche Beamte kennen gelernt. Verlockend war auch das Wort „staatlich“ im Namen der Hochschule, denn damit war sie finanziell gesichert – der Staat zahlte ja.

Gropius konnte nicht einmal zeichnen – von der Uni geflogen

Weimar aber war auch anderweitig noch verheißungsvoll für die Künstler einer Moderne, wie sie das 1918 zusammengebrochene Kaiserreich nicht erlaubt hätte. Mit Weimar wurde auch deshalb absolute künstlerische Freiheit verbunden, weil hier Deutschlands erste wahrhaft demokratische Verfassung beschlossen und verkündet wurde und weil Weimar zeitweise – für einige Monate – Sitz der Nationalversammlung und Regierung war, die dem revolutionären und vom Bürgerkrieg bedrohten Berlin den Rücken gekehrt hatten.

Hotels

Gastfreundliches Best Western Hotel in Erfurt-Apfelstädt

Apfelstädt (15)

(Werbung) Wir sind unterwegs nach Thüringen, kurzentschlossen haben wir für die Domfestspiele 2018 noch zwei Karten im Internet erhalten. Doch wo können wir übernachten? Die Innenstadthotels sind belegt und uns auch zu teuer. Bei unserer Recherche stoßen wir auf das Best Western Apfelstädt mit direkter Anbindung A4 oder A71 (rund 3 Kilometer entfernt). Erfurt ist in 20 Minuten zu erreichen. Da wir in den letzten Jahren mit verschiedenen Best Western Hotels gute Erfahrungen gemacht haben, dann probieren wir es auch in diesem Jahr.

Reise

Beliebte Thüringer Städte

Kennt jemand von Euch Arnstadt in Thüringen ? Ich war unlängst dort und begeistert. Es ist eine schmuck restaurierte Kleinstadt mit viel Geschichte. Von über 1300 Jahren Geschichte, zahlreichen Sagen und Legenden erzählen die Mauern des ältesten Ortes Thüringens. Im Alter von 18 Jahren trat Johann Sebastian Bach in der Residenzstadt seine erste Stelle als Organist an. Er komponierte in Arnstadt seine ersten Werke und verliebte sich in seine erste Frau Maria Barbara. Die romantische Wasserschlossruine Neideck lädt zum Verweilen ein und die barocke Puppenstadt “Mon plaisir” im Schlossmuseum schickt ihre Besucher auf eine Zeitreise ins 18. Jahrhundert. Arnstadt ist auch als Tor zum Thüringer Wald bekannt und bietet zahlreiche Rad- und Wanderwege.

Tourist-Information Arnstadt
Markt 1, 99310 Arnstadt
Tel. +49 3628 602049
information@arnstadt.de
www.arnstadt.de

aber es gibt weitzere sehenswerte Städte in Thüringen, hier eine Auswahl von Städten in Thüringen, die man sehen sollte

Eisenach

“Die Gegend ist überherrlich” – so beschrieb Johann Wolfgang von Goethe die Landschaft um Eisenach. Die Stadt und die Wartburg sind durch weltberühmte Persönlichkeiten bekannt. Auf der Wartburg, seit 1999 UNESCO Welterbe – lebte die Heilige Elisabeth, Martin Luther übersetzte das neue Testament und Richard Wagner wurde zu seiner Oper “Tannhäuser” inspiriert.

Begrüßung auf dem Bahnhof in Eisenach, Foto: D.Weirauch
Begrüßung auf dem Bahnhof in Eisenach, Foto: D.Weirauch
Der Markt in Eisenach, Foto: D.Weirauch
Der Markt in Eisenach, Foto: D.Weirauch

Eisenach ist die Geburtsstadt von Johann Sebastian Bach, Martin Luther ging hier drei Jahre zur Schule und Fritz Reuter verbrachte in Eisenach seinen Lebensabend. Seit über 100 Jahren werden in Eisenach Autos gebaut.

Tourist-Information Eisenach-Warburgregion Tourist GmbH
Markt 24, 99817 Eisenach
Tel. +49 3691 79230
info@eisenach.info
www.eisenach.info

Erfurt

Die über 1265-jährige Landeshauptstadt mit ihren 200000 Einwohnern ist das wirtschaftliche, geistige, kulturelle und politische Zentrum Thüringens. Sie ist eine beeindruckende historische und moderne Metropole. Viele Kirchen, Renaissance- und Fachwerkhäuser, der prächtige Dom Sankt Marien,  die in Europa einmalige Krämerbrücke und Häuser im Bauhausstil bilden einen der am besten erhaltenen denkmalgeschützen Stadtkerne Deutschlands.

Die berühmte Krämerbrücke in Erfurt, Foto: Weirauch

Große Persönlichkeiten wie Luther, Goethe, Bach und Napoleon zog es einst nach Erfurt.

Erfurt Tourismus & Marketing GmbH
Benediktstraße 1, 99084 Erfurt
Tel. +49 361 66400
service@erfurt-tourismus.de
www.erfurt-tourismus.de

Gotha

Im grünen Herzen Deutschlands, in Thüringen, liegt die Residenzstadt Gotha, eine Stadt mit besonderem Flair von Historie und Zukunft, ist sie doch die ehemalige Haupt- und Residenzstadt des Herzogtums Sachsen-Coburg und Gotha.

Schloss Gotha/Thüringen
Schloss Gotha/Thüringen Foto: Weirauch

Geprägt von einer glanzvollen Geschichte besitzt die Stadt eine ganz eigene Ausstrahlung. Ausgedehnte Parkanlagen im englischen Stil, die, das Schloss Friedenstein mit einzigartigen Kunstsammlungen und Kunstkammer, der herzogliche Museumsbau mit dem zukünftigen Herzoglichen Museum, das Museum der Natur sowie stattliche Bürgerhäuser in der historischen Altstadt begeistern die Besucher.

Tourist-Information Gotha/Gothaer Land
Hauptmarkstraße 33, 99867 Gotha
Tel. +49 3621 5078570
tourist-info@gotha.de
www.gotha.de

Jena

Erkunden Sie Jena mit den Augen von Friedrich Schiller und Johann Wolfgang von Goethe, folgen Sie den Spuren von Zeiss, Abbe und Schott. Die Sehenswürdigkeiten liegen nahe beieinander. Liebevoll erhaltene Stadtviertel, Feinschmeckeradressen und urige Kneipen, echte Bauhausvillen, starke Kunstausstellungen und Events zu jeder Jahreszeit machen den Charme der Saalestadt aus.

Blick auf Jena, Foto: Weirauch
Blick auf Jena, Foto: Weirauch

Eingebettet in die malerische Landschaft des Saaletals bietet Jena faszinierende Erlebnisse für Neugierige und Naturbegeisterte mit dem Rad, per Pedes oder Kanu.

Jena Tourist-Information
Markt 16, 07743 Jena
Tel. +49 3641 498050
www.jena.de

Hier geht es zu einem Besuchstipp von Jena.

Meiningen

Zwischen Thüringer Wald und Rhön liegt die Theaterstadt Meiningen mit ihrem südlichen Flair und dem harmonischen Stadtbild. Zauberhafte Bühnendekorationen künden von der Theaterkunst der “Meininger” im 19. Jahrhundert.

Meiningen in Thüringen
Meiningen in Thüringen, eine Perle, Foto: Weirauch

Die Vorstellungen am berühmten Meiniger Theater und insgesamt 1000 Veranstaltungen pro Jahr von Konzert bis Kabarett machen die Stadt ebenso zum Erlebnis wie die historischen Parks, Museen, die außergewöhnlichen Cafés und die Szenekneipen in der Altstadt. Der Schillerwanderweg fürht von Schloss Elisabethenburg zum Schillerort Bauerbach.

Tourist-Information
Markt 14, 98617 Meiningen
Tel. +49 3693 44650
www.meiningen.de

Mühlhausen

Das Stadtbild der historischen Reichs- und Hansestadt Mühlhausen wird geprägt durch die fast vollständig erhaltene Stadtmauer, das Rathaus, elf gotische Kirchen und die Bürgerhäuser aus Stein und Fachwerk.

Die Predigten des radikalen Reformers Thomas Müntzer ließen 1524/25 Mühlhausen zu einem Zentrum von Reformation und Bauernkrieg werden. Dichter und Komponisten machten die Stadt seit dem 16. Jahrhundert zu einer Pilgerstätte der protestantischen Kirchenmusik, deren Glanzpunkt das Wirken Johann Sebastian Bachs wurde.

Tourist Information Mühlhausen
Ratstraße 20, 9974 Mühlhausen
Tel. +49 3601 404770
service@touristinfo-muehlhausen.de
www.muehlhausen.de

Weimar

Weimar ist Anziehungspunkt in der Mitte Deutschlands. Besucher aus aller Welt kommen in die 64000-Einwohner-Stadt und lassen sich verzaubern von einer sympathischen, weltoffenen Atmosphäre, schlendern durch die Gassen einer liebevoll sanierten Altstadt, flanieren in den Parks mit ihren prächtigen Schlössern, entdecken die Dichterhäuser von Goehte und Schiller sowie die Moderne mit den Bauhaus-Stätten.

Goethehaus Weimar am Frauenplan, Foto: Weirauch

Die Vielfalt des Sehenswerten und des Kulturnagebotes in Weimar kommt der einer Metropole gleich.

weimar GmbH
Tourist-Information Weimar
Markt 10, Filiale im Welcome-Center, Friedensstraße 1, 99423 Weimar
Tel. +49 3543 7450
tourist-info@weimar.de
www.weimar.de

Kennt ihr schon das Thüringer Meer ?

Für Viele ist Thüringen eine klassische Wanderregion mit einer stark kulturell geprägten Vergangenheit und einer gutbürgerlichen Küche. Tatsächlich hat es aber mehr zu bieten, denn es ist die einmalige Landschaft, die dem „grünen Herzen Deutschlands“ seine markante, fjordähnliche Landschaft verleiht: zahlreiche Flüsse und die teils felsigen Ufer sowie Berg- und Stauseen machen das Bundesland für Urlauber zu einem echten Insidertipp.

Das „Thüringer Meer“ ist mit einer Fläche von 16,5 km² (ca. 2.000 Fußballfelder) Europas größte zusammenhängende Stauseeregion und lockt mit einer großen Auswahl an Trendsportarten wie Wasserwandern, Kanufahren oder Stand-Up-Paddling in den Freistaat, in erster Linie Camper, denn unabhängiges Unterwegs-Sein mit dem Zelt oder Wohnwagen wird immer beliebter.

 

Reise

Auf dem Werra-Radweg: Point Alpha

Point alpha (14)Von weitem erkennbar: der amerikanische Beobachtungsturm, Foto: Weirauch

Inmitten des Biosphärenreservats Rhön, an der ehemaligen innerdeutschen Grenze zwischen Hessen und Thüringen, erinnert die Gedenkstätte Point Alpha an die Zeit der deutschen Teilung.

Auf einer Radtour entlang des Grünen Bandes besuchten wir diese eindrucksvolle Gedenkstätte. Der Museumsbereich gliedert sich in drei Teile, die jeder für sich die Gefahren, das Leid und die unfassbare Unmenschlichkeit der 40-jährigen Teilung verdeutlichen:

Ehemaliger US-Beobachtungsposen Point Alpha

Im Mittelpunkt steht der ehemalige US-Beobachtungsposten Point Alpha, der viele Jahre als der „heißeste Punkt im Kalten Krieg galt. Hier, im sogenannten „Fulda Gap“, wird die gefahrvolle Konfrontation zweier verfeindeter Systeme und damit die Teilung der Welt am authentischen Ort „erlebbar“. Das „Fulda Gap“ war strategischer Schwerpunkt der NATO-Verteidigungslinie. Das vergleichsweise flache Gelände zwischen den Mittelgebirgen im osthessischen Raum galt als eine der vier möglichen Einfallschneisen des Warschauer Paktes in der Bundesrepublik Deutschland, weil hier der Osten am weitesten in den Westen hineinragte und die Truppen des Warschauer Paktes innerhalb von 48 Stunden bis an den Rhein hätten vorstoßen können.

Die Dauerausstellung zum „Fulda-Gap“ gewährt Einblicke in die Geschichte des Kalten Krieges und informiert über die Rolle der US-Einheiten an der innerdeutschen Grenze.

„Everyday Life“

Die neue Ausstellung „Everyday Life“ bietet seit September 2017 einen Überblick über das Zusammenleben von amerikanischen Soldaten und deutscher Zivilbevölkerung vor dem Hintergrund der militärischen Drohkulisse im Fulda Gap. Eindrucksvoll wird hier dargestellt, wie aus ehemaligen Feinden Bündnispartner und Freunde wurden und wie stark sowohl Amerikaner als auch Deutsche von der Kultur der jeweils anderen Seite begeistert worden sind.

Auf dem Weg zwischen dem ehemaligen US-Camp Point Alpha in Hessen und dem „Haus auf der Grenze“ auf Thüringer Seite wurden die Grenzanlagen aus den 50er und 60er Jahren in ihren einzelnen Ausbaustufen rekonstruiert. Originalgetreu erhalten sind die Grenzanlagen aus den 1970/80er Jahren mit KFZ-Sperrgraben, Hundelaufanlagen und der erst Mitte der 1980er Jahre von den DDR-Grenztruppen erbaute Beobachtungsturm.

Von weitem erkennbar: der amerikanische Beobachtungsturm, Foto: Weirauch
Von weitem erkennbar: der amerikanische Beobachtungsturm, Foto: Weirauch

„Haus auf der Grenze“

Im Haus auf der Grenze zeigt eine weitere Dauerausstellung die DDR-Grenzanlagen und bietet viele interaktiv gestaltete Elemente, wie Zeitzeugeninterviews und einen animierten Strategietisch. Im Obergeschoss werden die Dauerausstellungen „Freiheiten“ und die Ausstellung „Das grüne Band: Vom Todesstreifen zur Lebenslinie“ zum Biossphärenreservat Rhön gezeigt.

“Weg der Hoffnung”

Das Kunstprojekt erweitert das Angebot der Gedenkstätte und erinnert an den Widerstand gegen die kommunistischen Diktaturen in Mittel- und Osteuropa. Vierzehn monumentale Skulpturen markieren ein Stück des Todesstreifens zwischen Hessen und Thüringen. Der Weg der Hoffnung knüpft mit diesen vierzehn Stationen an den biblischen Krezweg an, lässt aber zugliech bewusst den Raum für persönliche Erinnerungen oder Assoziationen. Die Titel der einzelnen Skulpturen greifen diktaturtypische Situationen auf, um zur Rückschau und zum Gespräch anzuregen.

“Wiesenfelder Turm”

Wandert man auf dem „Weg der Hoffnung“ ein kurzes Stück weiter, erreicht man den „Wiesenfelder Turm“. Dieser ehemalige Führungsturm der DDR-Grenztruppen diente zur Kontrolle und unmittelbaren Überwachung der Sperranlagen im gesamten Grenzabschnitt. Heute beherbergt er eine Dauerausstellung zum Grenzregime und zu den Grenztruppen der DDR. Der Turm kann im Rahmen geführter Grenzwanderungen besichtigt werden.

Informationen

Gedenkstätte Point Alpha
Platz der Einheit 1, 36419 Geisa
Tel.: 06651 919030
E-Mail: service@pointalpha.com
www.pointalpha.com

Öffnungszeiten
April bis Oktober: täglich von 9 – 18 Uhr
November bis März: täglich von 10 – 17 Uhr
Dezember bis Februar: Di – So: 10 – 16.30 Uhr

Schlösser und Burgen

Wartburg: Wo Martin Luther das Neue Testament übersetzte

Wartburg (13)Die Wartburg - Essenz deutscher Geschichte, Foto: D.Weirauch

Vor allem mit dem Namen Martin Luther ist die Wartburg verbunden. Doch sie ist weitaus mehr. Die Wartburg ist nicht nur eine mittelalterliche Burg schlechthin, sondern Zeuge deutscher Geschichte und zählt seit 1999 zum UNESCO Welterbe. Die über 900 jährige weltbekannte Wartburg thront von weitem sichtbar über der Stadt Eisenach. Der Sage nach soll Ludwig der Springer im Jahr 1067 die Gründung der Wartburg mit den folgenden Worten verkündet haben: „Wart! Berg, du sollst mir eine Burg werden!“

Aufgang zur Wartburg in Eisenach
Aufgang zur Wartburg in Eisenach

Um 1200 gehörte sie zu den Zentren der höfischen Kultur. Das Museum der Festung erzählt über die höfische Kunst des Mittelalters, das Leben und Wirken der heiligen Elisabeth, Martin Luthers Übersetzung des Neuen Testaments, das Fest der deutschen Burschenschaften und Richard Wagners romantische Oper „Tannhäuser“.

Innenhof der Wartburg,foto: D.Weirauch
Innenhof der Wartburg,foto: D.Weirauch

Wo ist der Tintenfleck ?

Die Stube in der Burgvogtei, der authentische Wohn- und Arbeitsraum des Reformators Martin Luthers von Mai 1521 bis März des Folgejahres ist seit Jahrhunderten Ziel unzähliger „Pilger“.

Mit jährlich 350.000 Besuchern ist die Wartburg in Eisenach heute die meistbesuchte Lutherstätte weltweit.
Ein knappes Jahr lang schützten ihre dicken Mauern den Reformator Martin Luther, als er nach dem Wormser Reichstag (1521), geächtet und unter Kirchenbann stehend, das Neue Testament ins Deutsche übertrug. Damit legte er das Fundament für eine einheitliche deutsche Schriftsprache. Die Lutherstube ist seit Jahrhunderten Ziel unzähliger Pilger aus der ganzen Welt.

Wartburg (10)

Der Raum gilt als Geburtsstätte der Lutherbibel und unserer modernen Sprache. Natürlich ranken sich auch Legenden um die Wartburg, wie wir bei einer Führung erfahren.

Hier übersetzte Luther das Neue Testament, Foto: D.Weirauch
Hier übersetzte Luther die Bibel,  Foto: D.Weirauch

Martin Luther, der als Junker Jörg getarnt auf der Wartburg lebte, soll, als er sich zum Übersetzen der Bibel auf der Wartburg aufhielt, eines Nachts vom Teufel belästigt worden sein und mit einem Tintenfass nach dem Teufel geworfen haben. Ein Tintenfleck soll an der Wand entstanden sein. Vergangene Generationen wollen den Fleck noch gesehen haben. „Ob dieser Tintenfleck, der heute fehlt, wirklich aus der Zeit von Martin Luther stammte, darf bezweifelt werden, da anzunehmen ist, dass der Fleck später oft nachgebessert wurde“, so der Wartburgguide.

Museum der Wartburg

Auf die Wartburg gelangt man von Eisenach entweder zu Fuß oder mit dem Auto. Die restlichen 400 Meter vom Besucherparkplatz aus muß man allerdings laufen, kann aber auch ein Shuttle nutzen. Der Rundgang beginnt im Hauptgebäude der mittelalterlichen Burg, dem Palas.

Wartburg (12)

Der Palas wurde zwischen 1155 und 1180 erbaut und gehört zu den besterhaltenen Profanbauten der Spätromanik diesseits der Alpen und ganz sicher zu den schönsten. Wehrhaftigkeit nach außen hin, offene Arkadengänge nach der Hofseite, ursprünglich etwa 200 Säulen mit meisterhaften Kapitellen und reicher bauplastischer Schmuck entsprachen dem landesherrschaftlichen Anspruch, Macht und Stellung im Reich zu zeigen.

Schätze aus mittelalterlicher Zeit, wie ein gotisches Aquamanile oder ein reich geschmücktes Reliquienkästchen erwarten den Besucher ebenso wie der einzigartige Dürerschrank, weltberühmte Werke Lucas Cranachs d. Ä. oder die Bestecksammlung des Freiherrn Gottfried von und zu Egloffstein.

Sprichworte aus Luthers Feder
Sprichworte aus Luthers Feder, Sonderschau 2016, Foto: D. Weirauch
Sprichworte aus Luthers Feder
Sprichworte aus Luthers Feder

 

Mehrmals im Jahr laden Sonderausstellungen auf die Wartburg ein.

Das Museum der Wartburg befindet sich vor allem in den Räumen der Neuen Kemenate und der sogenannten Dirnitz. Von dort gelangt der Besucher über einen mittelalterlichen Wehrgang in die Vogtei, in der die berühmte Lutherstube zu besichtigen ist. Vorsicht: im davorliegenden Wehrgang sollten große Leute den Kopf einziehen.

Heilige Elisabeth

Ausführlich wird auch über die ungarische Königstochter Elisabeth, Frau (seit 1227 als Witwe) des Landgrafen Ludwig IV. von Thüringen, berichtet, die auf der Wartburg, lebte. Als ihr Gemahl bei einem Kreuzzug ums Leben kam, widmete sich Elisabeth ganz einem Leben in Armut und im Dienst an den Armen und Kranken. Im Jahr 1906 wurde ein mittelalterliches Gewölbe im Palas der Wartburg als Geschenk Kaiser Wilhelm II. neu gestaltet und trägt seitdem den Namen Elisabeth-Kemenate. Der Raum ist vollständig mit Glasmosaiksteinchen besetzt, die Szenen aufs dem Leben der Heiligen Elisabeth darstellen.

Eindrucksvoller Konzertsaal

Die Wartburg zählt zu den bekanntesten Konzertsälen Thüringens, wesentlichen Anteil an diesem Erfolg hat die Akustik des Gebäudes, sie ist auch das Werk von Franz Liszt, der im Auftrag des Weimarer Herzoghauses sein musikalisches Können und Fachwissen bei der Ausgestaltung des Festsaales beim Ausbau des Palas zum Konzertsaal einbrachte.

Wartburg (6)

Richard Wagner Wartburg

Die Wartburg – seit 1999 UNESCO Welterbe – verdankt ihre weltweite Bedeutung nicht nur Martin Luther und der heiligen Elisabeth sondern auch Richard Wagner und seiner großen romantischen Oper „Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg“. Denn die als „Wartburgkrieg“ betitelte Dichtung vom Wettstreit berühmter Sänger am Hof des Thüringer Landgrafen Hermann fand Eingang in mittelalterliche Liederhandschriften und Chroniken, erlebte aber ihre Renaissance noch einmal in der Romantik.

Der Sängerkrieg auf der Wartburg, Fresko von Moritz von Schwindt im Palas der Wartburg
Der Sängerkrieg auf der Wartburg, Fresko von Moritz von Schwindt im Palas der Wartburg

Die weitaus größte Wirkung der zu dieser Zeit entstandenen Werke erzielte dabei unumstritten Richard Wagners Oper „Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg“, von deren Siegeszug auch die Veste über Eisenach profitiert hat.

Vier Begegnungen Richard Wagners mit der Wartburg sind nachweisbar, wobei die erste im April 1842 von ihm selbst als „symbolischer Vorgang“ empfunden wurde – „so dünkte es mich eine weissagungsvolle Beziehung, daß ich die so geschicht- und mythenreiche Wartburg zum ersten Mal leibhaftig vor mir sah…“ . Der Eindruck der Wartburg, die Wagner „ungemein warm“ anregte und die Gegebenheiten der Landschaft prägten sich ihm sofort als wirkungsvolle Szenerie für seinen „Tannhäuser“ ein. Und heute gibt es wohl kaum einen stimmungsvolleren Ort, um Richard Wagners Oper „Tannhäuser“ zu erleben, als den Originalschauplatz.

Die Wartburg - Essenz deutscher Geschichte, Foto: D.Weirauch
Die Wartburg – Essenz deutscher Geschichte, Foto: D.Weirauch

In den Jahren 1912 bis 1914 entstand nach einem Entwurf des Architekten Bodo Ebhardt der Wartburg-Gasthof. Daran schließt sich das heutige Wartburghotel an. Hier ein Bericht von Frank Moritz über das Romantikhotel auf der Wartburg.

Ludwig II. von Bayern nahm übrigens die Wartburg als Vorbild für sein im Allgäu gelegenes Schloss Neuschwanstein. Das Schloss und die Burg ähneln sich nicht nur aus einigen Blickwinkeln in der Silhouette, auch der Festsaal wurde für das Schloss des bayerischen Königs nachgeahmt. Immer, wenn ich die Wartburg besuche, auch im Winter (dann ist es recht ruhig in den Räumlichkeiten), dann steige ich auf die Aussichtsplattform des Bergfriedes, von dem sich ein weiter Blick über den Thüringer Wald und hinab nach Eisenach.

  • Infos zur Wartburg
  • Geöffnet: | täglich Nov. bis März: 9 – 15.30 Uhr, Schließung des Burgtores: 17 UhrGeöffnet: | April-Okt. 8.30 bis 17 Uhr (letzte Führung 17 Uhr, Schließung des Burgtores 20Eintritt: | Erwachsene 9 Euro, Ermäßigung 7 bzw. 5 EuroTelefon: | 03691/2500
  • Internet: | www.wartburg.de
  • Thüringeninfo: | www.thueringen-tourismus.de
  • Stadtinfo: | https://www.eisenach.de
Blick hinüber zum Burschenschaftsdenkmal von Eisenach, Foto: D. Weirauch
Blick hinüber zum Burschenschaftsdenkmal von Eisenach, Foto: D. Weirauch
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