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Mit “Seine Comtesse” in Paris

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Kaum eine andere Metropole ist so mit Klischees befrachtet wie Paris. Doch die französische Hauptstadt verharrt nicht im Glanz vergangener “gloire und grandeur”, sondern stellt sich kosmopolitisch der Zukunft. Wir waren mit der “Seine Comtess” von nicko cruises auf der Seine unterwegs und natürlich auch in Paris. Hier unser erster Blogbeitrag: Mit “Seine Comtesse” in Paris

 

Eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Paris ist natürlich der Eiffelturm. Von unserem Schiff, der „Seine Comtesse“, hatten wir stundenlang einen tollen Ausblick auf das 324 Meter hohe Wahrzeichen von Paris. Das von 1887 bis 1889 errichtete Bauwerk war einst das Eingangsportal und Aussichtsturm für die Weltausstellung. Der nach dem Erbauer Gustave Eiffel benannte Turm war bis zur Fertigstellung des Chrysler Building 1930 in New York das höchste Bauwerk der Welt.

Als höchstes Bauwerk von Paris prägt der Eiffelturm das Stadtbild bis heute und zählt mit jährlich rund sieben Millionen Besuchern zu den meistbesuchten Wahrzeichen der Welt.

Geben gerne Auskünfte;: Berittene Polizei am Eiffelturm Foto: K.Weirauch
Geben gerne Auskünfte;: Berittene Polizei am Eiffelturm Foto: K.Weirauch

 

Der Eiffelturm kurz nach 23 Uhr Foto: Kärstin Weirauch
Der Eiffelturm kurz nach 23 Uhr Foto: Kärstin Weirauch

Paris, so sagt man, ist die Stadt der Liebe und des Lasters, der Kunst und des Genusses, der Bonvivants und der Gourmets. Wundervolles wusste die Stadtführerin zu berichten von Faulenzertagen in Caféhäusern bei einem Glas Rotwein und einer Filterlosen. Ganz zu schweigen von Liebesnächten in  Paris, die einen geradzu legendären Ruf genießen. Außerdem ist Paris natürlich die Stadt der Mode und des Luxus, der gloire und der grandeur. Fast jedes Bauwerk soll Ruhm und Größe vergangener Jahrhunderte atmen. Fast 15 Millionen Touristen besuchen alljährlich die französische Metropole, berauscht von einem spritzigen faszinierenden Cocktail aus Klischees.

Eines ist klar: Paris ist teuer, laut, hektisch und das absolute Zentrum Frankreichs. Verkehr, Verwaltung, Politik, Wirtschaft, Kultur und Repräsentation – alles konzentriert sich auf die 1800 Quadratkilometer Fläche der Metropole. Das konnten wir während der Stadtrundfahrt erleben. Auch von der Seine aus war die Vibration der ruhelosen Metropole zu spüren. Während in den 20 Verwaltungsbezirken (Arrondissements) des Innenraums “nur” zwei Millionen Menschen leben, ist Groß-Paris mit seinem Ring aus postmodernen Trabantenstädten mittlerweile auf fast zehn Millionen Einwohner angewachsen. Paris ist international: So leben in Paris Menschen aus 132 Ländern. Sie bewegen sich quer durch alle Schichten, vom Müllmann bis zum Modeschöpfer, von der Concierge bis zur Revuetänzerin.

Moulin Rouge in Paris Foto: K.Weirauch

Das Moulin Rouge gehört mit seinen Tanzaufführungen zu den beliebtesten Hotspots in Paris. Foto: K. Weirauch

Das multikulturelle, weltoffenen Flair lockt Künstler, Galereisten, Architekten, Modeschöpfer, Theater- und Filmleute aus aller Welt an. Städtebaulich entwickelte sich die franzöische Hauptstadt im letzten Jahrzehnt zu einem der interessantesten Pflaster der Welt. Leider reichte die Zeit nicht, um mehr als die üblichen Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Deshalb wollen wir wiederkommen.

Von der Muse geküsst

Mit seinen 85 Museen ist Paris eine der reichsten Kunst-Schatzkammern der Erde. Grundsätzlich wissenswert ist:, dass die städtischen Museen montags geschlossen haben (sonntags freier Zugang zu den ständigen Sammlungen), die staatlichen Museen dienstags Ruhetag haben (Ausnahme Versailles, Musée Rodin und Orsay-Museum – da ist es der Montag!)

Schatzkammer der Weltkunst

Das größte Pariser Museum und eine der wichtigsten Kunstsammlungen der Welt ist der Louvre an der Rue des Rivoli (Métro Palais Royal). Im ehemaligen Königspalst Karls V. sind in sechs Abteilungen (griechisch-römische, ägyptische und orientalische Altertümer, Skulpturen vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert, Kunstgewerbe, Gemälde) etwa 200 000 Exponate von der Antike bis zum 19. Jahrhundert zu sehen. Für einen Besuch des Louvre sollte man sich Zeit nehmen und vorher sorgfältig einen Lageplan studieren. Wer einfach hineingeht, wird sich mit tausenden anderen Fast-Food-Kunstfreunden vor Leonardos Mona Lisa und der Venus von Milo drängeln und auch die am Ende nur von der Ferne gesehen haben.

Das größte Pariser Museum und eine der wichtigsten Kunstsammlungen der Welt ist der Louvre
Das größte Pariser Museum und eine der wichtigsten Kunstsammlungen der Welt ist der Louvre

Tipp: die Skulpturensammlung mit Michelangelos Sklaven-Modellen für das Grabmal von Papst Julius. Es gibt auch deutschprachige Führungen (Dauer 1-2 Stunden).

Die Glaspyramide im Innenhof des Louvre wurde von 1985 bis 1989 gebaut und dient als Haupteingang für das Museum des Louvre in der französischen Hauptstadt Paris.
Die Glaspyramide im Innenhof des Louvre wurde von 1985 bis 1989 gebaut und dient als Haupteingang für das Museum des Louvre in der französischen Hauptstadt Paris. Foto: Dieter Weirauch

Großer Bahnhof mit Impressionisten

Seit 1986 ist das direkt an der Seine gelegene Musée d’Orsay eine der größten Attraktionen von Paris (1. Rue de Bellechasse). In dem von der Mailänder Innenarchitektin Gae Aulenti umgestalteten ehemaligen Bahnhof der Belle Epoque mit der riesigen alten Uhr fühlt man sich ganz ins letzte Jahrhundert zurückversetzt. Hier gibt es die schönsten Gemälde der Impressionisten zu bewundern, wie z. B. “Das Frühstück im Freien” und “Olympia” von M0net, “Das gelbe Zimmer” von van Gogh oder “Moulin de la Galette”von Renoir.

Seit 1986 ist das direkt an der Seine gelegene Musée d'Orsay eine der größten Attraktionen von Paris
Seit 1986 ist das direkt an der Seine gelegene Musée d’Orsay eine der größten Attraktionen von Paris. Foto: Dieter Weirauch

Sehenswert sind auch der große Skulpturengarten und die Gemälde der Maler-Kontrahenten zwischen Klassizismus und Romantik, Ingres (1780-1867) und Delacroix (1798-1863). Vom Museumsrestaurant aus haben Sie einen schönen Blick auf die Seine, den Louvre und Sacré-Cœur.

Centre Georges Pompidou

Als Tipp, unbedingt lohnt einen Besuch: Bekannt geworden ist es vor allem durch sein Äußeres – farbige Röhren und Rolltreppen: das Centre Georges Pompidou (Place Beaubourg). Das 1977 eröffnete Kulturzentrum der Architekten Richard Rogers und Renzo Piani beherbergt unter anderem ein Museum moderner Kunst, ein Design-Zentrum und eine Bibliothek. Außerdem finden hier Konzerte und Theateraufführungen statt. Eines der idyllischsten Pariser Museen ist das Musée Picasso im Hôtel Salé im Marais (5. Rue des Thorigny). Die Familie des berühmten spanischen Malers bezahlte ihre Erbschaftssteuern mit 2500 Werken, von denen der Staat hier rund 200 Bilder, Skulpturen, Zeichnungen usw. ausstellt.

Die Stadtführerin zeigte uns auch das Atelier von Picasso während seiner Pariser Zeit. Foto K.Weirauch

Die Stadtführerin zeigte uns auch das Atelier von Picasso während seiner Pariser Zeit. Foto K.Weirauch

Grande Cuisine und Straßenimbiss

Mehr als 6000 Restaurants und Brasserien gibt es in der Hauptstadt, die aber gar keine eigenständige Küche besitzt. Was da in den Töpfen und Pfannen brutzelt, sind in der Regel Gerichte aus den Regionalküchen des Landes: Würstchen mit Linsen aus Lyon, Wildbret aus der Sologne, Meeresfrüchte aus der Normandie – die Pariser Küche lebt vom Zentralismus. Dazu kommt in zunehmendem Maße die Speisekarte der in Paris ansässigen Minderheiten, allen voran die arabische Küche mit dem preiswerten und sättigenden Standardgericht Couscous, die koscheren Gerichte der Juden (vor allem im Marais), die vielseitigen Reistafeln der Chinesen … Paris ist eben Multikulti.

 

Den kleinen Hunger zwischendurch stillt man in einer der vielen Crêperien (Crêpes sind hauchdünne Pfannkuchen mit süßer oder pikanter Füllung) oder beim Imbiss an der Straßenecke. Damit sind aber nicht die Fast-Food-Ketten gemeint, sondern die Straßenstände, wo der Tourist ganz frisch, lecker und preiswert ein Baguette marrocain mit Hammelfleisch oder ein Sandwich mit Gemüse, Thunfisch bzw. Krabben kaufen kann. Leckere Sachen im Vorübergehen bieten auch die Charcuteries an, wie z. B. Quiche Lorraine (mit Käse überbackener Speckkuchen). Das mehr oder weniger aufwändige Speisen beginnt dann in den Bistros, Brasserien und Restaurants.

Ein typisch französisches Bistro hat einen Kachelboden, eine lange Theke, karrierte Tischdecken und Spiegel an den Wänden. Mittags gibt es ein schnelles Menü oder Tagesgericht. Tipp: Wenn’s ans Zahlen geht: getrennte Rechnungen sind nicht üblich, dafür aber ein Trinkgeld nicht unter zehn Francs. Hilfe bei der Auswahl eines Restaurants leisten der “Guide Michelin” und der “Guide Klêber”.

Paris oh là là!

Dort, wo sich nach den Erzählungen angeblich die interessantesten Nächte von Paris abspielen, kommt man um mindestens 50 Jahre zu spät. Rund um die Place Pigalle, wo einst Toulouse-Lautrec die Prostituierten malte, gruppieren sich Sex-Schuppen und Amüsierlokale mit müden Tricks und faden Shows, um Touristen reisebusweise abzukassieren.

Wer’s nicht lassen kann: beliebt und berühmt sind der Can-Can-Abend im vor kurzem 100 Jahre alt gewordenen Moulin Rouge und die Shows im Lido. Foto: Dieter Weirauch

Vor den Toren der Stadt

Versailles – beim Sonnenkönig

Prominentestes Nahziel ist Versailles, das berühmteste Königsschloss der Welt, 23 Kilometer westlich der Hauptstadt. Der dreiflügelige Prachtbau, von den Architekten Le Vau und Hardou-in-Mansart für den Sonnenkönig Ludwig XIV. zu monumentaler Größe ausgebaut (1661-1710), ist die architektonische Verkörperung absolutistischer Monarchen-Macht.

Der dreiflügelige Prachtbau den Sonnenkönig Ludwig XIV. zu monumentaler Größe ausgebaut ist die architektonische Verkörperung absolutistischer Macht. Foto: Christian Baumann
Der dreiflügelige Prachtbau den Sonnenkönig Ludwig XIV. zu monumentaler Größe ausgebaut ist die architektonische Verkörperung absolutistischer Macht. Foto: Christian Baumann

Hier residierte ein jahrhundertlang der fanzösische Hof (1682-1789) – zeitweilig 20.000 Personen.

Weltberühmt sind der 73 Meter lange Spiegelsaal, die Gemäldegalerie und das Prunkschlafzimmer, wo das zeremonielle “Lever” und “Coucher” stattfanden. Der Schlosspark von André Le Nôtre ist ein Musterbeispiel französischer Gartenbaukunst des 17. Jahrhunderts. Empfehlenswert sind Spaziergänge zur 155 Meter langen Orangerie, zu den Tranon-Schlössern – die Lustschlösschen des Königs – oder zum Englischen Garten mit “Le Hameau”, dem Weiler der Königin, 40 Minuten vom Schloss entfernt am anderen Ende des Parks.

Blick auf den Garten von Versailles Foto: Angelo Aneo
Blick auf den Garten von Versailles mit Schildkrötenfiguren. Foto: Angelo Aneo

Hier, auf diesem künstlichen Bauernhof, spielte Marie-Antoinette mit Schafen und Ziegen “Zurück zur Natur”. Wer nicht laufen will, kann sich im Park Fahrräder mieten. Im Sommer locken zusätzlich Feuerwerke und Freilichtspiele nach Versailles (RER-Station: Öffnungszeiten täglich außer Montag 9.45 – 17 Uhr).

Bassins, Kaskaden, Zierbrunnen, Wasserspiele und Fontänen im Park von Versailles. Foto: Christian Baumann
Bassins, Kaskaden, Zierbrunnen, Wasserspiele und Fontänen im Park von Versailles. Foto: Christian Baumann

 

Versailles gehört zu den größten Palastanlagen Europas. Foto: Angelo Aneo
Versailles gehört zu den größten Palastanlagen Europas. Foto: Angelo Aneo

Das Montmartre-Viertel

Das quirlige Montmartre-Viertel gehört einfach dazu, wenn man nach Paris reist. Allerdings hat es nicht mehr viel zu tun mit dem malerisch gewachsenen Quartier aus der Zeit um die Jahrhundertwende. Rund um die “höchste” Erhebung der Metropole warten “Touristenfänger” auf ihre Kundschaft. Stadtführer warnen ihre Gäste vor Taschendieben und Hütchenspielern. Am späten Nachmittag zeigt sich uns das Viertel rund um die Kreuzung der Boulevards Barbès und Rochechouart von seiner malerischsten Seite.

Die Basilika Sacré-Cœur thront auf dem Hügel Montmartre. Foto: K.Weirauch
Die Basilika Sacré-Cœur thront auf dem Hügel Montmartre. Foto: K.Weirauch

Gegenüber dem bekanntesten und wohl auch teuersten Revuelokal “Moulin Rouge” – die rote Mühle über dem Eingangsbereich ist weithin sichtbar – starten wir mit einer kleinen Bimmelbahn hinauf zum Montmartre. Weitere Informationen zu unserem Besuch auf den Spuren der Künstler des Montmartre gibt es hier auf unserem Blog

Weitere informationen zu Reiseangeboten auf der Seine gibt es hier auf der Seite von Nicko Cruises.

Wir wurden von der nicko cruises Flussreisen GmbH zu der Fahrt mit der MS Seine Comtesse auf der Seine eingeladen.  Die Kosten für An-/Abreise trugen wir selbst, ebenso das Getränkepaket an Bord. Unsere Meinung bleibt die eigene.

Die MS SEINE COMTESSE Foto: Nicko cruises
Die MS SEINE COMTESSE Foto: Nicko cruises

Hier geht es zu weiteren Sehenswürdigkeiten entlang der Seine: Der Garten von Claude Monet in Giverny

Hier ein Beitrag über die couragierte Kreuzfahrtleitung Sabine Hinz.

Interessantes weiß auch Christian Baumann, vielen bekannt aus der Fernsehserie “Verrückt nach Meer”, über unsere gemeinsame Tour zu berichten. Lest hier seinen blog kreuzfahrt-begeistert.

Reise

Jena – Sehenswürdigkeiten in der Stadt von Zeiss und Schiller

Blick auf Jena, Foto: WeirauchBlick auf Jena, Foto: Weirauch

„In Jene lebt sich’s bene,  und in Jena lebt sich’s gut.“ So lautet ein Studentenlied aus dem Jahr 1850. Der Text trifft heute wieder zu. Doch wer von ferne Jenas aus DDR-Zeiten stammenden Plattenbaugebiete an der Autobahn A4 erblickt, kann das nicht so recht glauben. einfachraus.eu war doert und hat sich in die statd verliebt. Lest selbst…  Jena – Sehenswürdigkeiten in der Stadt von Zeiss und Schiller

Sehenswürdigkeiten in Jena

Trotz des Versuchs, optimale Umgebung für Studenten zu sein, trotz Hightechstandort und Kulturhochburg hat es die Stadt an der Saale immer noch schwer, aus dem Schatten von Erfurt, Weimar oder Eisenach herauszutreten. Wir stellen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Jena vor.

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JenTower – Keksrolle mit Aussicht

Weithin sichtbar ist der zu DDR-Zeiten erbaute rund 160 Meter hohe JenTower. Auf 128 Meter Höhe laden Restaurant „Scala“, ein kleines Hotel sowie eine Aussichtsplattform ein, den Blick über die Dächer der eng gedrängten Innenstadt schweifen zu lassen.

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Dem Turm gegenüber liegen die ehemaligen Fabrikgebäude der Zeiss-Werke, elegant eingebunden in das moderne Einkaufszentrum der „Goethe-Galerie“. Auch ein Steigenberger-Hotel befindet sich in den einstigen Zeiss-Werkstätten.

Vom JenTower aus, die Einwohner nennen das Bauwerk scherzhaft auch „Keksrolle“, schaut man auf die teilweise nach 1990 neu erichteten Produktionsstätten von Carl Zeiss, Jenoptik und Schott.

Marktplatz und „Hanfried-Denkmal“

Den Marktplatz, dessen Ensemble die Zerstörungen des 2. Weltkrieges nur teilweise überstand, dominiert das spätgotische Rathaus. Auf dem Platz steht weithin sichtbar das Denkmal für den Kurfürsten Johann Friedrich der Großmütige (1503 – 1553), den die Jenenser liebevoll „Hanfried“ nennen. Dieser gilt als Begründer der Jenaer Universität.

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Am Marktplatz lohnt auch ein Besuch der „Alten Göhre“, ein Gebäude mit auffälliger Giebelstellung an der Nordseite. Heute befindet sich darin das Stadtmuseum.

St. Michael mit Luther-Grabplatte

Zu den Sehenswürdigkeiten von Jena gehört die Stadtkirche. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie wie fast der gesamte Stadtkern von Jena stark zerstört und in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts wieder aufgebaut.

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Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die bronzene Grabplatte Martin Luthers im Kirchenschiff. Sie wurde 1549 vom Erfurter Glockengießer Heinrich Ziegler nach einer Bildvorlage von Lucas Cranach d. Ä. angefertigt. Man findet sie schräg gegenüber vom Altar. Die Platte war ursprünglich zur Aufstellung in Wittenberg bestimmt. Im Ergebnis des Schmalkaldischen Krieges verblieb sie aber in Jena, während in der Schlosskirche von Wittenberg eine Kopie aufgestellt wurde.

Ernst Abbe und Carl Zeiss

Überregionale Bedeutung hat Jena vor allem durch die Optische Industrie und das Jenaer Glas. Der Physiker Ernst Abbe und der Unternehmer Carl Zeiss entwickelten in Jena bahnbrechende Produkte der Optik. Auch an Otto Schott, den Erfinder des Jenaer Glases, erinnern in der Stadt Straßen, Plätze und Denkmäler.

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Das Optische Museum am Carl-Zeiss-Platz zeigt die Entwicklung optischer Geräte im Laufe der Jahrhunderte. Es gibt Abteilungen für Brillen, Geräte der Augendiagnostik und Augenheilkunde, Mikroskope, Fernrohre und Kameras.

Theaterhaus:; Kulturarena

Eine Besonderheit von Jena ist das Theaterhaus. Vom nach 1920 von Bauhausgründer Walter Gropius umgestalteten Zuschauerraum blieben nach Abriss  zu Ende der DDR nur die Grundmauern.  Im Sommer sitzt man heute im Halbrund auf dem Grundriss des einstigen Zuschauerraums und erlebt Aufführungen oder Konzerte im Rahmen des Festivals „Kulturarena“.

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Schillerhaus

Direkt neben dem Theaterhaus befindet sich im Schillergäßchen 2 das Museum  Schillerhaus. In keiner Stadt verweilte Friedrich Schiller länger als in Jena – von 1789 bis 1799. Neben Wohnhaus kann auch die Gartenzinne und das Küchenhäuschen betrachtet werden. Im Garten steht der alte ovale Steintisch, an dem Schiller oft mit Goethe gesessen hat und Gedanken austauschte. Auch als Schiller längst in Weimar ansässig wurde, behielt er das Gartenhaus in Jena noch einige Zeit.

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Jenaer Frühromantik

In Marktnähe befindet sich im ehemaligen Wohnhaus des Philosophen Johann Gottlieb Fichte die Literaturgedenkstätte zur Jenaer Frühromantik. Auf zwei Etagen wird im Romantikerhaus die Entwicklung Jena zwischen 1785 und 1803 zum fortschrittlichsten geistigen Zentrum Deutschlands dargestellt.

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Zeiss-Planetarium Jena

Das 1926 am Rande der Stadt eröffnete Zeiss – Planetarium gilt als das dienstälteste Planetarium der Welt und ist die wohl berühmteste Sehenswürdigkeit von Jena. Mit einer Laser-Ganzkuppelprojektion werden Unterhaltung und Wissensvermittlung rund um das Jahr in Form von Live-Vorträgen, Kinderprogrammen, Hörabenden, Musik-Lasershows und exklusive-Events geboten.

 

Schlacht von Jena und Auerstedt

Im Ortsteil Cospeda, vier Kilometer nordwestlich von Jena, erinnert eine Gedenkstätte an die Schlacht von Jena und Auerstedt im Jahr 1806 zwischen den Truppen Napoleons und der preußischen Armee.  Empfehlenswert ist eine interaktive Wanderung auf dem einstigen Schlachtfeld zu unternehmen. Gegen einen Pfand erhält man im Museum einen Audioguide und kann, geleitet von der Stimme der Berliner Schauspielerin Sophie Rois, etwa eine Stunde lang das Schlachtfeld auch akustisch erwandern.

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Jena – Infos zur Stadt

Jena mit seinen rund 100.000 Einwohnern ist eingebettet in eine malerische, thüringer Landschaft mit südländisch anmutendem Flair und einer reizvollen Umgebung aus Muschelkalkhängen. Bis Weimar sind es 22 und bis Eisenach 110 Kilometer. Wegen der steigenden Immobilienpreise wird Jena auch „München des Ostens“ bezeichnet. Jena, mit dem ICE von Berlin in rund zwei Stunden zu erreichen, ist eine Stadt der kurzen Wege. Vom Bahnhof „Jena Paradies“ gelangt man fußläufig zu den meisten Sehenswürdigkeiten.

 Sehenswürdigkeiten in Jena – Kurzinfos

  • Jena Tourist-Information: Markt 16, 07743 Jena, Tel.: 03641/ 49-8050, Mail.: tourist-info@jena.de, www.jena.de
  • JenTower: Scala-Restaurant, Leutragraben 1, Tel: 03641/35 66 66, Internet: www.scala-jena.de/de/restaurant-bar/
  • Schillerhaus Jena: Schillergässchen 2, geöffnet: April – Oktober, Die. – So.: 11 – 17 Uhr, Nov.-März: Di. – Sa.: 11 bis 17 Uhr, Eintritt: 2,50 Euro
  • Literaturmuseum Romantikerhaus: Unterm Markt 12a, Geöffnet: Die.- So.: 10 – 17 Uhr,  Tel.: 03641/49 82 43, 
  • Museum Schlacht von Jena und Auerstedt 1806: 07751 Cospoda, Jenaer Str. 12, geöffnet: April – Nov.: : Mi.-So.: 10 – 13 Uhr, 14-17 Uhr,, Mitte Jan.-März: bis 16 Uhr, 
  • Optisches Museum: Carl-Zeiss-Platz 12,  Tel.: 0 3641/ 44 31 65, geöffnet: Di. – Fr.: 10 bis 16.30 Uhr, Sa.: 11 – 17 Uhr, Eintritt: 6, ermäßigt 4 Euro, Internet: www.optisches Museum
  • Zeiss-Planetarium Jena: Am Planetarium 5,  Tel.: 0 3641/ 88 54 88, Internet: www.planetarium-jena.de
  • Übernachten: Steigenberger Esplanade Jena, Goethe Galerie, Carl-Zeiss-Platz 1, 07745 Jena, Tel: 93641/8000, Internet: www.steigenberger.com/Jena/steigenberger-Esplanade

Hier weitere Reisetipps zu Thüringen.

Für Viele ist Thüringen eine klassische Wanderregion mit einer stark kulturell geprägten Vergangenheit und einer gutbürgerlichen Küche. Tatsächlich hat es aber mehr zu bieten, denn es ist die einmalige Landschaft, die dem „grünen Herzen Deutschlands“ seine markante, fjordähnliche Landschaft verleiht: zahlreiche Flüsse und die teils felsigen Ufer sowie Berg- und Stauseen machen das Bundesland für Urlauber zu einem echten Insidertipp.

Das „Thüringer Meer“ ist mit einer Fläche von 16,5 km² (ca. 2.000 Fußballfelder) Europas größte zusammenhängende Stauseeregion und lockt mit einer großen Auswahl an Trendsportarten wie Wasserwandern, Kanufahren oder Stand-Up-Paddling in den Freistaat, in erster Linie Camper, denn unabhängiges Unterwegs-Sein mit dem Zelt oder Wohnwagen wird immer beliebter.

Reise

Fünf Gründe, warum nicht nur Hobbyarchäologen in die Prignitz fahren sollten

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Auf dem Schlachtfeld von Freyenstein: D.Weirauch

Irgendwo da oben im Nordwesten des Landes Brandenburg liege die Prignitz, höre ich beim Nachfragen. Und dass die Elbe ihre eine Flanke begrenzt. Auch soll es dort in der Prignitz mehrere Städte wie Wittenberge, Perleberg, Pritzwalk, Wittstock und Kyritz geben. Aus dem  Landstrich, wo in einigen Dörfern noch gelegentlich Plattdeutsch gesprochen wird, sind nach 1990 sehr viele Menschen weggezogen. Wie die benachbarte Uckermark zählt die Prignitz zu den am dünnsten besiedelten Teilen Deutschlands. Archäologische Orte in der Prignitz. Auf der Grünen Woche ist jedes Jahr der Stand mit Knieperkohl immer dicht umlagert. Denn diese kulinarische Spezialität gibt es nur in der Prignitz. Soweit so gut… Fünf Gründe, warum nicht nur Hobbyarchäologen in die Prignitz fahren sollten

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Einstieg in die Grabkammer des Königsgrabes von Seddin. (C): D.Weirauch

Gut erläutert: Das Königsgrab von Seddin
Gut erläutert: Das Königsgrab von Seddin (C): D.Weirauch

Einmalige archäologischen Orte in der Prignitz

Doch die Prignitz hat viele Besonderheiten. Dazu gehören neuerdings die  Zentralen Archäologischen Orte (ZAO) der Prignitz. Hört sich erstmal sperrig an, ist es aber nicht. Höchst lebendig. Auch für Nicht-Hobbyarchäologen.

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Wittstocks imposante Stadtbefestigung mit dem Museum des 30-jährigen Krieges  (C): D.Weirauch

Auf halber Strecke zwischen Berlin und Hamburg liegen sie zusammen mit weiteren rund 3.000 archäologischen Fundstellen und zeugen vom reichen geschichtlichen Erbe der brandenburgischen Reiseregion. Wie kaum eine andere Region in Deutschland weist die Prignitz eine außergewöhnlich hohe Dichte an historischen Schätzen auf.

Leuchttürme der Landesgeschichte

Es sind authentische Orte mit außerordentlich hohem Anschauungswert. Experten sprechen gar von „Leuchttürmen der Landesgeschichte“. Einige der Orte, so das Schlachtfeld 1636 des Dreißigjährigen Krieges auf dem Scharfenberg  bei Wittstock, sind bereits touristisch erschlossen. Andere Orte wie das tausende Jahre alte Großsteingrab bei Mellen gilt es noch auszubauen. Doch Touristen finden mittlerweile gute Ausschilderungen zu den Sehenswürdigkeiten. Für ihre Radwege, darunter den Elbe-Radweg, ist die Prignitz berühmt.

Im Museum Perleberg kann man sich eine Kopie der Grabbeigaben von Seddin anschauen.
Im Museum Perleberg kann man sich eine Kopie der Grabbeigaben von Seddin anschauen. (C): D.Weirauch

Neben einem Logo wurde eine Broschüre entwickelt, welche die sechs archäologischen Orte hinsichtlich ihrer geschichtlichen, archäologischen und touristischen Bedeutung vorstellt. „Ziel der Broschüre ist es, anhand von Sagen, Erzählungen und Mythen den Reiz und das Geheimnis dieser ZAO deutlich zu machen“, erklärt Mike Laskewitz, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Prignitz e.V. „Die Broschüre soll sowohl die Zielgruppe des geschichtsinteressierten Kulturliebhabers als auch Familien und Großeltern mit Enkeln ansprechen. Neben den touristischen Highlights bei den ZAO selbst werden nämlich auch spannende Aktivitäten, Naturerlebnisse und kulinarische Tipps am Wegesrand vorgestellt.“

Hier nun, bevor wir die einzelnen Orte näher vorstellen, eine erste  Übersicht zu den Archäologischen Orten in der Prignitz

Großsteingrab Mellen:

Das imposante Hünengrab von Mellen zeugt von einer weit verbreiteten Bestattungskultur der Jungsteinzeit. Als letztes erhaltenes Großsteingrab der Prignitz steht die 22 mal 8 Meter große Anlage bereits seit 1887 unter Denkmalschutz.

Das imposante Hünengrab von Mellen zeugt von einer weit verbreiteten Bestattungskultur der Jungsteinzeit.
Das imposante Hünengrab von Mellen zeugt von einer weit verbreiteten Bestattungskultur der Jungsteinzeit. (C): D.Weirauch

Königsgrab Seddin:

Das Königsgrab von Seddin gilt mit seinen wertvollen Schätzen als die bedeutendste Grabanlage des 9. Jhd. v. Chr. im nördlichen Mitteleuropa. Zahlreiche Sagen und Mythen ranken sich um diese geheimnisvolle Grabkammer.

gilt als die bedeutendste Grabanlage des 9. Jh. vor Christus im nördlichen Mitteleuropa.
Archäologe Dr. May am „Königsgrab“,es gilt als die bedeutendste Grabanlage des 9. Jh. vor Christus im nördlichen Mitteleuropa. (C): D.Weirauch

Gedenkstein vor dem Königsgrab von Seddin.
Gedenkstein vor dem Königsgrab von Seddin. (C): D.Weirauch

Eingang zum Königsgrab von Seddin in der Prignitz.
Eingang zum Königsgrab von Seddin in der Prignitz. (C): D.Weirauch

Prignitz interaktiv: Hörstation am Königsgrab von Seddin
Prignitz interaktiv: Hörstation am Königsgrab von Seddin (C): D.Weirauch

Sehenswerte Burg Lenzen:

Der Burghügel der Burg Lenzen birgt die Geheimnisse slawischer Siedler, die sich in der Prignitz niedergelassen hatten.

Der Burghügel der Burg Lenzen birgt die Geheimnisse slawischer Siedler, die sich in der Prignitz niedergelassen hatten
Der Burghügel der Burg Lenzen birgt die Geheimnisse slawischer Siedler, die sich in der Prignitz niedergelassen hatten (C): D.Weirauch

Archäologischer Park Freyenstein :

Das mittelalterliche Freyenstein gehört zu einer der wenigen Stadtwüstungen in Brandenburg. Es ist ein Musterbeispiel für den Bauboom im 13. Jahrhundert – Grundstein für den Aufbau heutiger mitteleuropäischer Städte und Siedlungen.

Archäologe Dr. Wacker erläutert den Archäologischen Park Freyenstein.
Archäologe Dr. Wacker erläutert den Archäologischen Park Freyenstein. (C): D.Weirauch

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Die Stadtwüstung an der heutigen Ortsgrenze zeigt den alten Standort der Stadt um 1287.
Die Stadtwüstung an der heutigen Ortsgrenze zeigt den alten Standort der Stadt um 1287. (C): D.Weirauch

Adelssitz Meyenburg:

Das stolze Schloss Meyenburg diente seit Jahrhunderten herrschaftlichen Familien als Wohnort. Eine mittelalterliche Steinspeicherheizung zeugt vom Alter und von der Bedeutung des Bauwerks. Heute befindet sich hier Deutschlands erstes Modemuseum.

Das Meyenburger Schloss gehört heute zu den herausragenden profanen Baudenkmälern in der Prignitz.
Das Meyenburger Schloss gehört heute zu den herausragenden profanen Baudenkmälern in der Prignitz. (C): D.Weirauch

Schlachtfeld 1636 Wittstock:

1636 tobte der Dreißigjährige Krieg in weiten Teilen Europas. Nahe bei Wittstock kam es in diesem Jahr zu einer wichtigen Entscheidungsschlacht zwischen schwedischen Truppen und der kaiserlich-sächsischen Armee.

Die Archäologin Dr. Eickhoff erläutert die funde auf dem Schlachtfeld Scharfenberg/Bohnencamp
Die Archäologin Dr. Eickhoff erläutert die Funde auf dem Schlachtfeld Scharfenberg/Bohnencamp (C): D.Weirauch

(C): D.Weirauch

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(C): D.Weirauch

Weitere Informationen zur kulinarischen Besonderheit der Prignitz, dem Knieper, gibt es hier.

‘Und hier geht es zum Modeschloss in Meyenburg.

Hier zum neuen Wegbegleiter Prignitz, in dem die Sehenswürdigkeiten von Joachim Nölte besprochen werden.

 

Was und wo: Prignitz

Die zwischen Berlin und Hamburg liegende Prignitz besitzt eine der schönsten und urtümlichsten Naturlandschaften Deutschlands. An Elbe und Stepenitz können hier Gäste die einmalige Landschaft auf ganz besondere Art und Weise erfahren. Die naturbelassene Flusslandschaft des UNESCO-Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe-Brandenburg mit ihren verträumten Dörfern, historischen Städten und altehrwürdigen Kirchen, Schlössern und Burgen machen den ganz besonderen Reiz dieser Reiseregion aus.

Weitere Informationen:

  • Tourismusverband Prignitz e.V.
  • Großer Markt 4
  • 19348 Perleberg
  • Tel: +49 (0) 3876/ 30 74 19 20
  • Fax: +49 (0) 3876/ 30 74 19 29
  • Mail: info@dieprignitz.de
  • Internet:  www.dieprignitz.de
Reise

Besuch in der Kulturhauptstadt Europas 2016: Breslau

Breslauer Zwerge6Kultige Breslauer Zwergee

Breslau (Wrcolaw) blüht auf, im wahrsten Sinne des Wortes. In den nächsten Monaten ist die Stadt an der Oder Kulturhauptstadt Europas. Ein Besuch lohnt. Mir haben es besonders die vielen Zwerge angetan, die man im Stadtbild entdecken kann. Sie sind so etwas wie ein Maskottchen.

Besuch in der Kulturhauptstadt Europas 2016: Breslau

Die Blume Europas“ nannte man Breslau einst. Das heutige Wrocław blüht nach Jahrzehnten der Vernachlässigung schöner als je zuvor. Mehr als 1000 Jahre alt ist die Stadt an der Oder und dennoch jung und vital geblieben.

Lebendige Stadt mit viel Kultur

Rund 100.000 Studenten prägen das Bild der viertgrößten Stadt Polens, entsprechend groß ist das Freizeitangebot. Allein rund um den historischen Marktplatz, auf polnisch Rynek, zählt man einige hundert Kneipen, Bars, Klubs und Restaurants. Seit 1964 erklingt im Frühjahr Jazz an der Oder. Viele tausend Fans huldigen Jimi Hendrix beim alljährlichen „Thanks Jimi Festival“ auf dem Breslauer Marktplatz.
Gotisches Rathaus am Rynek.

Was hat es mit den Breslauer Zwergen auf sich ?

Die Breslauer Zwerge (auf polnisch krasnale) sind eine wirkliche Touristenattraktion. Der Hintergrund ihrer Entstehung: Die politische Oppositionsbewegung „Orange Alternative“ hatte in den 1980er Jahren mit spontanen Aktionen Kritik am damaligen kommunistischen Regime in Polen geübt und einen gusseisernen Zwerg („Papa Zwerg“) in der Breslauer Altstadt aufgestellt. 2001 stellten Studenten der Kunsthochschule di ersten Zwerge auf. Seitdem verteilen sich die variantenreich gestalteten Breslauer Zwerge über die ganze Stadt.
Während einer Stadtführung im September 2015 erfuhr ich: mittlerweile gibt es mehr als 300 bronzene Zwerge in Breslau.

Breslauer Zwerge5

Erschaffen werden die Zwerge von verschiedenen Künstlerinnen und Künstlern Breslaus wie Martin Luczkowski. Bekannt sind von ihm 18 Figuren, darunter ein Sträfling hinter Gittern mit Eisenkugel am Bein, die bereits von Tausenden Touristen angefasst wurde. Hier geht es zum Stadtführer für die Zwerge. Obwohl ich bereits mehrmals in Breslau war, ich habe nie mehr als 30 Zwerge an einem Tag gefunden.

Breslaus schöner Marktplatz

Der 215 mal 175 Meter große Markplatz ist der zweitgrößte in Polen und einer der schönsten dazu. Ein Beispiel gelungener Restaurierung stellen die 15 Bürgerhäuser am Ring dar, die heute wieder eine großartige Kulisse für das Rathaus bilden. Die schönsten sind die der früheren Tuch- und Leinenhändler auf der Westseite, die den Namen „Zu den sieben Kurfürsten“ trägt.

Rathaus in Breslau
Rathaus in Breslau

Auf der Balkonbrüstung des Hauses „Zur goldenen Sonne“ verlass der preußische General von der Marwitz im Jahr 1742 die Proklamation des Friedens von Breslau, in dem Maria Theresia Schlesien an Friedrich II. von Preußen verlor. Das gotische Rathaus gehört zu den bedeutendsten mittelalterlichen Bauten in Europa. Die repräsentativen Rathaussäle werden heute für auch für Events und Kunstausstellungen genutzt.

Legendäres Gasthaus “Schweidnitzer Hof”

Der Keller mit seinen labyrinthartigen Räumen erfüllt noch die gleiche Funktion wie vor 700 Jahren: als größte Schankstube der Stadt. „Wer nicht im Schweidnitzer Keller war, war nicht in Breslau“, hieß es früher. Viele berühmte Gäste wie Goethe und Chopin (über ihn erfährt man mehr in der Hauptstadt Warschau, nämlich im Chopin-Museum) ließen sich davon leiten.

Schweidnitzer Hof in Breslau
Schweidnitzer Hof in Breslau

Neben der wiederhergestellten Schönheit der historischen Bauten begeistert auch das kulturelle Angebot viele Besucher aus dem In- und Ausland. Klassikliebhaber zieht es im Herbst in die Kirchen der Stadt und in die barocke Aula Leopoldina.

Musikfestival und Feste in Breslau

Dort, drei Querstraßen nördlich des Rings, befindet sich das Collegium Maximum der Breslauer Universität. Im mit barocken Fresken und Schnitzereien geschmückten Festsaal Leopoldina erklingen beim traditionellen Festival Wratislavia Cantans die schönsten Oratorien, Kantaten und Symphonien. Im Sommer lockt die Breslauer Oper mit großen Inszenierungen im Freien. Die Stadt hat nicht nur in die neue Fußball-Arena investiert. Ende 2012 eröffnete  mit dem neuen Musikforum neben dem Opernhaus einer der größten und schönsten Musiksäle des Landes eröffnet werden.

Historisches Museum und einstige Synagoge

Einen Gang durch die mehr als 1.000-jährige wechselhafte Geschichte der Stadt kann man im ehemaligen Königspalast am Rande der Altstadt unternehmen. Der barocke Bau war zeitweilig die Residenz des Preußenkönigs Friedrich II.. Dieser lebte sonst vorwiegend in seinem Potsdamer Schloss Sanssouci.

Heute beherbergt es das Historische Museum der Stadt. Unweit davon liegt die ehemalige Synagoge zum Weißen Storch, ein klassizistisches Bauwerk nach Entwürfen des Architekten Carl Ferdinand Langhans.

Kultige Breslauer Zwerge
Kultige Breslauer Zwerge

Von Langhans stammen mehrere Bauwerke in Berlin, unter anderem das Brandenburger Tor sowie das Belvedere im Schlosspark Charlottenburg. Als einzige Synagoge der Stadt überstand sie die sogenannte Reichskristallnacht. Das baufällige Gebäude wurde erst kürzlich saniert und erinnert wieder an die einst sehr bedeutende jüdische Gemeinde der Stadt. Das ehemalige jüdische Viertel rund um die Synagoge hat sich in ein beliebtes Ausgehviertel verwandelt – eines von vielen in Wrocław. Zahlreiche Klubs und Kneipen gibt es in der Altstadt rund um das historische Rathaus. Ein weiteres Zentrum des Nachtlebens ist das ehemalige jüdische Viertel rund um die Storchen-Synagoge.

Wegen ihrer 120 Brücken wird die Stadt “Venedig des Ostens” genannt. Heute kann man nur noch erahnen, dass Breslau nach dem Zweiten Weltkrieg fast komplett zerstört war.

 

Informationen Breslau (Wroclaw)

  • Stadtinfo: wroclaw.pl
  • Polen-Info:| Polnisches Fremdenverkehrsamt, Hohenzollerndamm 151
    14199 Berlin, Telefon: 030 / 210 09 20, Öffnungszeiten: Mo-Fr 9.00-16.00 Uhr
    Internet: | www.polen.travel.de
  • Anfahrt von Berlin

    Mit dem Auto über die A4 nach Wroclaw.
    Mit der Bahn entweder ab Berlin Hbf mit dem EC45 bis Poznan; von dort mit IC nach Wroclaw oder ab FFO mit dem EC nach Poznan und von dort mit dem IC nach Wroclaw.
    Mit dem Bus vom Europaplatz in Berlin fährt ein Bus durch bis Wroclaw, 4:15 h.

    Von Berlin:
    Mit dem Auto über die A4, etwa 3,5 Stunden Fahrt.
    Mit der Bahn ab Berlin Hbf mit dem EC45 bis Poznan; von dort mit IC nach Wroclaw.
    Mit dem Bus vom Europaplatz fährt ein Bus durch bis Wroclaw, 4:15 h.

    An Wochenenden und Feiertagen wird ab Sommer ein Kulturzug angeboten.

Der wohl beste Reiseführer zu dieser reizvollen Stadt wurde von Klaus Klöppel geschrieben. Neuauflage Ende 2017 vorgesehen im Trescher Verlag.

Schlösser und Burgen

Burg Altena – eine der schönsten Burgen Europas

Handwerkburg altena aussenansicht oberer burghof foto klaus sauerlandBurg Altena- Oberer Burghof © Märkischer Kreis 2014 – Fotograf Klaus Sauerland

Kaum eine andere Region in Deutschland spiegelt den Wandel in der Zeit- und Kulturgeschichte so facettenreich wieder, wie die Region der Burg Altena im Märkischen Kreis. Die majestätische Residenzburg, die malerisch auf einem Felssporn über der Stadt Altena liegt, kann auf eine mehr als 1000 jährige Geschichte zurückblicken und ist durch ein hochmodernes Aufzugssystem in wenigen Minuten von der Stadt aus erreichbar. Sagenhaft sind ihre Anfänge in ottonischen Zeiten, wechselhaft die Geschichte zwischen Aufstieg und Verfall.

Auch die Reformation prägte Westfalen und das Sauerland in besonderer Art und Weise. Martin Luther und seine Mitstreiter waren zwar nie in Westfalen, aber ihre Lehre und ihre Thesen beeinflussten das kirchliche Leben der Region maßgeblich. Um 1600 war die Reformation im Märkischen Kreis und dem südlichen Westfalen abgeschlossen. Einige Herrschaftsgebiete waren lutherisch, andere reformatorisch geprägt, etliche blieben katholisch oder wurden wieder re-katholisiert.

Die Preußen im Sauerland!

Nicht einmal 400 Jahre ist es her, dass die Region der Grafschaft Mark preußisch wurde.