Sanssouci

Potsdam

Schloss Cecilienhof: Ausstellung zur Potsdamer Konferenz ab 23. Juni 2020

SPSG-POKO1945-PLAKAT-CORONA-Collage: Foto: SPSG / Julius Burchard

Ab 23. Juni ist im Schloss Cecilienhof die Ausstellung „Potsdamer Konferenz 1945 – Die Neuordnung der Welt“ zu sehen. Corona verhinderte den früheren Beginn, teilte die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) mit. Bis zum 1. November 2020 zeichnet die SPSG im Potsdamer Schloss Cecilienhof jene schicksalhaften Tage im Sommer 1945 nach und lässt Akteure und Betroffene sowie die bis heute spürbaren Auswirkungen anhand von Tagebuchausführungen, historischem Filmmaterial, Zeitdokumenten und Leihgaben aus dem In- und Ausland wieder lebendig werden.

PotsdamTipps

Musikfestspiele Potsdam Sanssouci mit “Flower Power”

Musikfestspiele Potsdam Sanssouci verschoben

Aufgrund der anhaltend hohen Risikobewertungen im Zusammenhang mit Covid-19 verschieben die Musikfestspiele Potsdam Sanssouci ihr Programm auf 2021

Bereits erworbene Tickets behalten ihre Gültigkeit. Die Musikfestspiele arbeiten derzeit bereits unter Hochdruck daran, die Ausweichtermine für das Folgejahr zu vereinbaren und geben diese sobald möglich auf der Homepage und an geeigneter Stelle bekannt.

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Weit über Potsdam bekannt sind die Musikfestspiele  Potsdam Sanssouci. Ein Blumenkinderfest im märkischen Sand: Vom 12.-28. Juni 2020 folgen die Musikfestspiele Potsdam Sanssouci unter dem Motto »Flower Power« gesellschaftlichen Utopien, jungen Revolutionen und der symbolischen Kraft der Blumen.

Schlosstheater im Neuen Palais wieder bespielbar

Höhepunkt wird die Wiedereröffnungspremiere des Schlosstheaters im Neuen Palais sein: Georg Philipp Telemanns »Pastorelle en musique« unter der Leitung der diesjährigen Telemann-Preisträgerin und  Musikfestspiel-Intendantin Dorothee Oberlinger am 20. Juni.

Hier lest ihr mehr zu den diesjährigen Musikfestpielen Potsdam Sanssouci 

1 Stunde wegBücherSchlösser und Burgen

Kunckel, Pfaueninsel und der Coup von Zehlendorf

silkesbuchDas Erbe des Alchemisten von Silke Böttcher

Erinnern wir uns noch an den legendären Coup von Zehlendorf im Jahr 1995 ? Vier schwerbewaffnete Räuber überfielen eine Bankfiliale, nahmen Angestellte und Kunden als Geiseln und verlangten mehrere 17 Millionen Mark Lösegeld, dazu ein Auto und einen Hubschrauber, um flüchten zu können. Nach dem Sturm auf die Bank durch die Polizei entkamen die Täter mit Geld und den Inhalten vieler Schließfächer. Durch einen mehrere Meter langen selbst gebuddelten Tunnel. Von einem Teil des Inhaltes  der Schließfächer, darunter wertvoller Schmuck, fehlt bis heute jede Spur. Das gibt Stoff für Literatur. Silke Böttcher benutzt die Kriminalgeschichte als einen Strang ihres Jugendbuches „Das Erbe des Alchimisten“, in dem ein Schmuckstück schließlich auf der Berliner Pfaueninsel gefunden wird. Von zwei unternehmungslustigen Freunden David und Moritz. Sie verbringen fast den gesamten Feriensommer auf dem Eiland.

li. Silke Böttcher bei einer Lesung in Potsdam, Foto: privat
Potsdam

Erlebbare Gartenkunst: Dr. Harri Günther zum 85.

Sanssouci-Luft (4)Sanssouci aus der Luft im Jahr 2016, Foto: D.Weirauch

Durch ihn wurde Gartenkunst erlebbar

Wenn Dr. Harri Günther aus seinem Fenster seiner Wohnung schaut, genießt er die Aussicht über die große Fontäne und die Terrassen hinauf zum Schloss Sanssouci. 33 Jahre wirkte er im Gartendirektionshaus als einer der Nachfolger des großen Gartengestalters Peter Joseph Lenné in dem er auch nach seiner Pensionierung 1994 weiter wohnt. Heute wird der einstige Sanssouci-Gartendirektor, den meine Familie auch als väterlichen Freund schätzt, 85 Jahre alt. Mit einem kleinen Empfang im Berliner Schloss Glienicke will ihn heute die Pückler-Gesellschaft ehren.

Dr. Harri Günther Foto: Jäzosch
Dr. Harri Günther Foto: Jäzosch
Reise

Schloss Sanssouci steht in Haiti

Sanssouci (2)Schloss Sanssouci in Potsdam Foto: Weirauch

Schloss Sanssouci steht in Haiti

Oft kopiert, doch nie erreicht. Stets am Original vorbei gingen Versuche von Bauherren in aller Welt, das Weinbergschloss zu Potsdam nachzubauen. An Experimenten mit dem Knobelsdorff-Bau hat es nicht gefehlt. Das Exotischste fand in Haiti auf der Karibikinsel Hispaniola statt. Auftraggeber war Henri Christophe, der sich selbst zum Monarchen über den Norden Haitis gekrönt hatte.

1807 wurde mit dem Bau des Sanssouci-Duplikats rund 20 Kilometer von der einstigen Hauptstadt Cap Haitien begonnen. Inmitten einer exotischen Berglandschaft gelegen, zieht die Ruine noch heute zahlreiche Besucher an. Vor allem die Passagiere der zahlreichen Kreuzfahrtlinien nutzen den Halt in Cap Haitien für einen Abstecher zur Kopie des Weinbergschlosses.

Der streng absolutistische „Insel-König Henri I.“ hatte Gefallen an der barocken Prachtentfaltung europäischer Höfe, das strenge, durch zahllose Konventionen geprägte höfische Zeremoniell, das er kultivierte, stand zeitgenössischen europäischen Vorbildern in nichts nach, war aber eitaus weniger karg als das Leben im Sanssouci Friedrichs des Großen. Von Henri I., der seinem Leben im Zustand geistiger Umnachtung ein Ende machte, wird berichtet, dass er die ihn umgebenden Menschen mit skurilen Titeln versah. Seine Scheinadligen hießen „Duc de la Limonade“, „Prince Sale Trou“, „Chevalier de Coco“ und „Compte de la Marmelade“.

Außer Sanssouci ließ der Egozentriker auch Versailles und einige der Loire-Schlösser nachbauen. Allein das Hauptgebäude des „Versailles der Karibik“ nimmt eine Fläche von 51 x 25 Metern ein. Es war sechs Jahre nach Baubeginn zu einer dreistöckigen Prunkanlage gewachsen. Sie war für ihre Epoche und für die damaligen wirtschaftlichen Verhältnisse in Haiti mit einer verschwenderischen Pracht ausgeschmückt.

Die Eingangszone, die früher von einer Brunnenanlage beherrscht war, mündete in eine großartig angelegte doppelte Freitreppe, welche zu den Herrschaftsräumen des Schlosses führte. Hier ging der Besucher durch ausgedehnte Residenz-, Empfangs-, Bankett- und Ballsäle, die ihrer prunkvollen Ausstattung beraubt, heute ohne Decken dem tropischen Regen und der Sonne ausgesetzt sind. Kristallene Leuchter, wertvolle Edelhölzer als Belag für Wände und Fußböden und französische Gobelins wurden zur Ausstattung ebenso verwendet wie eigens für den Bau importierter italienischer Marmor. Ein Gebirgsbach wurde ein unter den Fußböden verlaufendes Röhrensystem geleitet, um die Räume vor der Tropenhitze zu schützen. Schon bald nach dem Freitod des selbstherrlichen Monarchen konnte das Schloss finanziell nicht mehr unterhalten werden und verfiel allmählich. Ein Erdbeben brachte das Bauwerk im Jahr 1842 weitgehend zum Einsturz, und ein anschließender Brand vernichtete die gesamte Innenausstattung. Erhalten geblieben ist der interessante Kuppelbau der Schlosskapelle, dessen Durchmesser und Höhe jeweils etwa 25 Meter betragen. Im Innern steht heute ein zeitgenössischer Altar. Die Bronzelöwen, die früher den Eingang des Schlosses bewachten, sind heute im Justizministerium von Port-au-Prince aufgestellt.

An das Äußere von Friedrichs Refugium orientiert sich auch ein Herrenhaus im polnischen Glisno (Gleissen). Das Palais wurde bereits 1770 vom Regierungspräsidenten von Poser errichtet. Der Ort ist eine Fahrstunde von Frankfurt/Oder entfernt. Das langgestreckte Schloss enthält ähnlich dem Marmorsaal von Sanssouci einen Mittelsaal. Wer von der einen Hälfte des Hauses in die andere will, muss stets drei durchgehende Räume in der Mitte des Hauses passieren. Wie Sanssouci ist dieses Palais ebenfalls nicht unterkellert. Nach 1800 wurde in dem heute westpolnischen Herrenhaus eine Spielbank betrieben. Mittlerweile beherbergt es ein modern eingerichtetes Tagungszentrum. Es kann besichtigt werden.

 

hier geht es zu weiteren “baulichen Doppelgängern”