Sanssouci

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Kunckel, Pfaueninsel und der Coup von Zehlendorf

silkesbuchDas Erbe des Alchemisten von Silke Böttcher

Erinnern wir uns noch an den legendären Coup von Zehlendorf im Jahr 1995 ? Vier schwerbewaffnete Räuber überfielen eine Bankfiliale, nahmen Angestellte und Kunden als Geiseln und verlangten mehrere 17 Millionen Mark Lösegeld, dazu ein Auto und einen Hubschrauber, um flüchten zu können. Nach dem Sturm auf die Bank durch die Polizei entkamen die Täter mit Geld und den Inhalten vieler Schließfächer. Durch einen mehrere Meter langen selbst gebuddelten Tunnel. Von einem Teil des Inhaltes  der Schließfächer, darunter wertvoller Schmuck, fehlt bis heute jede Spur. Das gibt Stoff für Literatur. Silke Böttcher benutzt die Kriminalgeschichte als einen Strang ihres Jugendbuches „Das Erbe des Alchimisten“, in dem ein Schmuckstück schließlich auf der Berliner Pfaueninsel gefunden wird. Von zwei unternehmungslustigen Freunden David und Moritz. Sie verbringen fast den gesamten Feriensommer auf dem Eiland.

li. Silke Böttcher bei einer Lesung in Potsdam, Foto: privat
Schlösser und Burgen

Benvenuta primavera!

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Benvenuta primavera!

am kommenden wochenende soll eswieder shcönwerden. Also nix wie raus. Frühlingserwachen in Schloss und Park Glienicke zum Themenjahr “Italien in Potsdam. Sonderöffnung von Schloss Glienicke, Orangerie und Casino mit buntem Begleitprogramm

Sobald es Frühling wurde in Preußen, zog es Prinz Carl von Preußen (1801-1883) und seine Gemahlin Prinzessin Marie (1808-1877) samt Kinder, Hunde und Dienerschaft nach Glienicke, dem mediterranen Sehnsuchtsort an der Havel! Die Stiftung Preußischen Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) lädt herzlich ein, es Marie und Carl am 31. März gleich zu tun und den Frühlingssonntag auf dem Landgut Glienicke mit seinen lieblichen Wiesengründen am Havelufer zu verbringen. Nach den trüben Wintertagen lässt sich der Frühling am besten im Schlossgarten Glienicke mit seinem italienischen Flair begrüßen. Unter dem Motto “Benvenuta primavera!” wird ein unterhaltsames und umfangreiches Programm geboten, dazu gehören thematische Rundgänge und Kostümvorführungen. Das 1824 nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel errichtete Casino sowie die Orangerie mit ihrem exotischen Pflanzenbestand öffnen ihre Tore und warten auf ihre Entdeckung.

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Bei dem Konzert um 16 Uhr mit Jaroslav Sonsky (Violine) und Gesine Tiefuhr (Piano) können Sie den Tag in Glienicke ausklingen lassen.

Prinz Carl hatte Schloss und Schlossgarten aufgrund seiner Liebe zur italienischen Antike im klassizistischen Stil von Karl Friedrich Schinkel gestalten lassen. Das Anwesen war ein Ort für heitere, kulturelle Zusammenkünfte. Künstler und Gelehrte, Musiker und Reisende kamen nach Glienicke, wo inspirierende Lesungen, Konzerte und Feierlichkeiten stattfanden.

Das Glienicker Frühlingserwachen ist eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe “Italien in Potsdam”. Zum Themenjahr der Stadt Potsdam, inspiriert durch die Ausstellung “Wege des Barock. Die Nationalgalerien Barberini Corsini in Rom” im Museum Barberini (13. Juli bis 6. Oktober), trägt auch die SPSG mit einem breit gefächerten Veranstaltungsprogramm bei – in königlich italienischem Rahmen!

Informationen

  • Schloss Glienicke, Königstraße 36, 14109 Berlin
  • Eintritt: 6 Euro / ermäßigt 5 Euro
  • Konzert 16 Uhr: 22 Euro / ermäßigt 19 Euro
  • Anmeldung Konzert: 030.34 70 33 44 oder info@konzerte-schloss-glienicke.de
Potsdam

Erlebbare Gartenkunst: Dr. Harri Günther zum 85.

Sanssouci-Luft (4)Sanssouci aus der Luft im Jahr 2016, Foto: D.Weirauch

Durch ihn wurde Gartenkunst erlebbar

Wenn Dr. Harri Günther aus seinem Fenster seiner Wohnung schaut, genießt er die Aussicht über die große Fontäne und die Terrassen hinauf zum Schloss Sanssouci. 33 Jahre wirkte er im Gartendirektionshaus als einer der Nachfolger des großen Gartengestalters Peter Joseph Lenné in dem er auch nach seiner Pensionierung 1994 weiter wohnt. Heute wird der einstige Sanssouci-Gartendirektor, den meine Familie auch als väterlichen Freund schätzt, 85 Jahre alt. Mit einem kleinen Empfang im Berliner Schloss Glienicke will ihn heute die Pückler-Gesellschaft ehren.

Dr. Günther gehört zu den Großen der Gartenkunst. Allein mehr als 120 Veröffentlichungen hat der Jubilar verfasst, darunter die „Bibliotheca hortensia“ und „Gärten der Goethezeit“. Zusammen mit Sibylle Harksen edierte er das Standardwerk, die Gartenpläne und Zeichnungen von Peter Joseph Lenné. Gibt man Dr. Günthers Namen bei Buchsuchmaschinen ein, so kommt eine erstaunliche Liste – meist nur noch antiquarisch erhältlicher – Bücher zusammen.

Obwohl der Jubilar bei vielen Veranstaltungen der Studiengemeinschaft Sanssouci oder des Hauses der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte teilnimmt, ist seine Bescheidenheit fast legendär. Als Mitglied des Kuratoriums des Vereins der Freunde der Preußischen Schlösser und Gärten war er jahrzehntelang um den Erhalt der Schlösser und Gärten bemüht. Er hatte zunächst den Beruf eines Gärtners erlernt, dann am Institut für Garten- und Landeskultur der Humboldt-Universität Berlin studiert und promoviert. Von 1959 bis 1992 war er Gartendirektor in einem der bedeutendsten Gartenanlagen Ostdeutschlands.

1989, kurz vor Mauerfall, ehrte ihn die Bayrische Akademie der Wissenschaften mit dem Sckell-Ring, benannt nach dem Gartenarchitekten Friedrich Ludwig von Sckell (1750-1823) – er gestaltete u.a. den Englischen Garten in München aus. Sie gilt als höchste Auszeichnung für Landschaftsarchitekten, Gartenhistoriker und verwandte Berufe. Die Gartendenkmalpflege in beiden Hälften Deutschlands erhielt von ihm wesentliche Impulse.

Sein Nachfolger im Amt, Prof. Michael Seiler, würdigte Harri Günthers Schaffen mit den Worten: „Harri Günther hat es verstanden, unter schwierigsten äußeren Bedingungen den Glanz der Potsdamer Gärten wiederherzustellen, ja ihnen ein unbekanntes Maß gartendenkmalpflegerischer Mustergültigkeit zu verleihen. Ein Erbe, auf das die nachfolgende Generation aufbauen darf, und das verpflichtet. Seiler schlug bereits vor 15 Jahren vor, dass „die Stadt Potsdam Dr. Günther, wie seinem großen Vorgänger Lenné geschehen, für seine Verdienste die Ehrenbürgerwürde verleihen sollte.“

Günther legte nie Wert auf Ehrungen. Ihm ist sein Tun genug. Bescheiden eben.

Eng verbunden war der 1959 nach Potsdam Gekommene, im vogtländischen Reichenbach Geborene und im anhaltinischen Dessau Aufgewachsene mit dem begnadeten Staudenzüchter und lebensbejahenden Naturphilosophen Karl Foerster (1874-1979). Forster zaubert die „Blumenwälder im märkischen Gartensande“ von Bornim. Der Senkgarten Am Raubfang 6 mit Wohnhaus und Gärtnerei ist seit 1911 für Gartenfreunde aus aller Welt eine „Insel der Seligen“.

Seine frühen Wurzeln hat Günther immer gepflegt. So war das zum UNESCO-Weltkulturerbe zählende Gartenreich Dessau Wörlitz für ihn mehr als ein privater Rückzugsort.