Sachsen

Reise

Osterreiten in der Lausitz

OsterreitenBornitz (25)Osterreiter in der Lausitz, Foto: D.Weirauch

Das Osterreiten ist der bekannteste Brauch der katholischen Sorben in der Oberlausitz. Betend und singend ziehen Pferde und Reiter über die Straßen und Feldwege nahe der sächsischen Städte Bautzen, Kamenz, Hoyerswerda und Ostritz. Osterreiten in der Lausitz

hier die Termine für 2019 in Bautzen

Osterreiten in der Lausitz

In zehn Prozessionen tragen etwa 1.600 festlich gekleidete Osterreiter im Gehrock und Zylinder auf geschmückten Pferden die frohe Botschaft der Auferstehung Christi in die Nachbarkirchgemeinde. Sie führen in ihrer Prozession Kirchenfahnen, das Kreuz und die Statue des Auferstandenen Jesus Christus mit. Die Straßen werden von Tausenden Zuschauern gesäumt. Und es gibt eine Menge zu Bestaunen. Das Pferdegeschirr ist silber- oder muschelbesetzt, die rote Satteldecke oftmals mit einem Osterlamm bestickt. Sorbische Kirchenlieder singend und traditionelle Gebete sprechend, verkünden die Osterreiter die Auferstehung. Aus dem ursprünglichen Winteraustreiben ist nunmehr das Überbringen der frohen Osterbotschaft geworden.

Die erste urkundliche Erwähnung dieses unter den katholischen Sorben verbreiteten Brauchs datiert aus dem Jahr 1490. Zwischen den bei Hoyerswerda gelegenen Orten Wittichenau und Ralbitz findet das Osterreiten seit 1540 ununterbrochen statt. In Bautzen gibt es nach Unterbrechung zu DDR-Zeiten seit 1993 wieder das Osterreiten. An den Vorbereitungen dafür nehmen fast alle Dorfbewohner teil.

Osterreiten Lange Vorbereitung

Bereits Tage vor dem Ostersonntag haben fleißige Helfer und Reiter alle Hände voll zu tun. Wer kein eigenes Pferd besitzt, muss sich eines „borgen“, das Reiten erlernen und das Pferd an sich gewöhnen. Zur österlichen Vorbereitung gehört auch, das Zaumzeug und den Sattel  zu putzen und polieren.

Osterreiter in der Lausitz
Osterreiter in der Lausitz

Der Osterbogen und das Kreuz werden mit grünem Laub umwickelt und geschmückt, die Hoffnungssträußchen werden gebunden. Bereits ab Karfreitag werden die Pferde, die meisten sind ausgeliehen, eingeritten und geputzt.

Osterreiter dürfen sich nicht begegnen

Akribisch wird die Route der Reiter festgelegt, denn jeder Prozessionszug, der aus mehreren Hundert Reitern und Pferden bestehen kann, darf dabei den anderen traditionell nicht kreuzen. Zudem sind die Prozessionsstrecken bewusst so gelegt, dass es ermöglicht wird, in so vielen Orten wie möglich die Botschaft zu verkünden.

OsterreitenBornitz (52)

Vor Beginn der Prozession wird gemeinsam der Ostergottesdienst gefeiert, danach umreiten die Osterreiter die Heimatkirche, werden gesegnet und begeben sich auf den Weg, die frohe Botschaft in Form von traditionellen Kirchenliedern ins Land zu tragen. Kurz vor Ausritt und teilweise auch zwischen den besuchten Dörfern wird laut gebetet. Nach dreistündigem Ritt werden die Reiter im Zielort verköstigt. Vor dem Heimritt gegen 15 Uhr wird gemeinsam vor dem Friedhof oder in der Kirche gebetet und die Reiter werden ebenfalls vom Pfarrer gesegnet.

Wo man Osterreiter trifft ?

Ostersonntag reisen zehntausende Besucher in die Oberlausitz, die mit zahlreichen, meist sorbischen Bräuchen wie Osterreiter-Prozessionen, kunstvollem Eierverzieren oder dem Eierschieben, eines der Zentren des Osterfestes ist. Wie vielerorts werden auch in den Dörfern Osterfeuer abgebrannt.

Osterreiter in der Lausitz
Osterreiter in der Lausitz sämtliche Fotos: D.Weirauch

Gegenwärtig gibt es in der katholischen Oberlausitz vier  Prozessionspaare mit und eine Prozession ohne Gegenbesuch. Die traditionellen Routen verlaufen zwischen den Orten Ralbitz nach Wittichenau, von Crostwitz in das Zisterzienserkloster St. Marienstern von Panschwitz-Kuckau, von Radibor nach Storcha, von Nebelschütz nach Ostro sowie von Bautzen nach Radibor und zurück.

Hier die Termine für 2019.

Osterreiten Panschwitz – Kuckau

kunstvoll verzierte Ostereier, entdeckt in Bauten, Foto: D.Weirauch

Unter dem Link findet ihr  Zeiten, wann die Osterreiter wo und wann losreiten bzw. zurückkommen.

hier die Termine für Bautzen und Umgebung 2019

Wer sind die Sorben ?

Hier die infos von der seite sorben.org:

“Die Sorben sind ein westslawisches Volk in der Lausitz. Nach der Sprache unterscheidet man Obersorben und Niedersorben (auch Wenden genannt). Die kulturellen Zentren sind Bautzen bzw. Cottbus. Einst siedelten die Vorfahren der heutigen Sorben, im Verlaufe der großen Völkerwanderung in den Jahren 600-900 n.Chr., in den Gebieten Elbe und Oder, bzw. Ostsee und Erzgebirge. Von dem kulturellen Reichtum zeugen u.a. die Stadte- und Ortsnamen in der Region. Zum Beispiel ist Dresden, der Name der Landeshauptstadt von Sachsen, vom altsorbischen Wort Dreždany ( Sumpf- oder Auwaldbewohner ) abgeleitet. Seit dem die Sorben im 10. Jahrhundert ihre Eigenständigkeit verloren haben, wurden sie mehr und mehr unterdrückt. Durch die wachsende Dominanz der deutschen Kultur und Sprache führte und führt immer mehr zum Verlust der Sorbischen Sprache und Kultur. Wie viele Sorben es noch gibt, kann niemand genau sagen. Man rechnet, dass es noch 20.000 aktiv sprechende Sorben gibt bzw. 60.000, die sagen “JA, ich bin Sorbe”. Sorbisch zählt inzwischen zu den am meisten bedrohten Sprachen, da viele Eltern ihre Sprache nicht an ihre Kinder weitergegeben. Diese Entwicklung wird mit großer Sorge verfolgt. In Zeiten, in denen Schulen geschlossen werden und kein Geld für Sorbisch-Sprachkurse und AGs in Schulen vorhanden ist, wird es mehr und mehr zum Kampf um jeden Millimeter. Die sorbische Sprache ist der entscheidende Identifikations-Faktor für die Menschen im sorbischen Siedlungsgebiet, außerdem die gelebten Bräuche und die Kultur. Für Sorben, die der Arbeit wegen in die Fremde ziehen, wird die Sprache umso wichtiger.”

Osterreiten in der Niederlausitz

Auch in diesem Jahr reiten die Oster-Boten mit ihren Buchsbaum-Kreuzen und Hoffnungssträußchen wieder durch die Niederlausitz. Die Prozession startet in Zerkwitz und führt durch die Nachbargemeinden. Wer einen der heiß begehrten Ostersträuße von den Reitern ergattern kann, kann sich glücklich schätzen! Die Gebinde sollen seinem Besitzer das ganze Jahr über Glück bringen!

Reise

Besucherbergwerke im Erzgebirge

Bergwerk (8)

Unzählige Bergwerke, Stollen, Hammerwerke und Schmelzhütten gab es einst im Erzgebirge. Die Zeugen der verschiedenen Bergbauepochen reihen sich, vergleichbar Perlen an einer Schnur, entlang der mehr als 250 Kilometer langen Sächsisch-Böhmischen Silberstrasse. Mit „Glück Auf“ begrüßen die rund  20 Besucherbergwerke im Erzgebirge ihre Besucher und entführen sie auf eine einmalige Abenteuer- und Entdeckungstour durch die mehr als 800-jährige Bergbaugeschichte vom Silber- über den Steinkohle- bis zum Uranbergbau.

Besucherbergwerke im Erzgebirge – die Top 10

einfachraus.eu  stellt zehn Besucherbergwerke im Erzgebirge an der Silberstraße vor, die man unbedingt besuchen sollte.

Reiche Zeche und Alte Elisabeth

Das Besucherbergwerk Freiberg verdankt seine Entstehung dem Silbererzbergbau. Hier findet man heute einmalig auf der Welt eine Stelle, wo der Beginn und das planmäßige Ende eines Bergbaureviers konzentriert dargestellt sind. Bei einer Befahrung des Lehrbergwerkes „Reiche Zeche“ kann der Besucher in eine Welt voller Geheimnisse eintauchen.

Seit knapp 100 Jahren betreibt die Technische Universität Bergakademie das Forschungs- und Lehrbergwerk, zu dem seit Beginn der 90er Jahre ein Besucherbetrieb gehört. Das Besucherbergwerk steht unter dem Label „Silberbergwerk“ den Touristen und Gästen offen. Der „Reiche Zeche“-Schacht mit seinem weiträumigen Grubenfeld bietet den Besuchern die Möglichkeit, auf gesicherten vertikalen und horizontalen Auffahrungen von insgesamt 14 km Länge und bis in eine Tiefe von 150 m den Freiberger Gangerzbergbau bis in das 14. Jahrhundert zu erforschen. Betreiber des „Silberbergwerkes“ ist der Förderverein „Himmelfahrt Fundgrube“ e.V.

Hinein in den Förderkorb und dann ab nach unten
Hinein in den Förderkorb und dann ab nach unten
Die Grubenbahn passt haargenau in den Stollenquerschnitt
Die Grubenbahn passt haargenau in den Stollenquerschnitt
Manja Seifert und Marco Alicete vom Förderverein Himmelfahrt Fundgrube in Freiberg/Sachsen e.V. Foto: Weirauch
Manja Seifert und Marco Alicete vom Förderverein Himmelfahrt Fundgrube in Freiberg/Sachsen e.V. Foto: Weirauch

Mettenschichten

Ein besonderes Erlebnis sind die Mettenschichten untertage. Die Mettenschichten werden von Mitgliedern des Fördervereins des Silberbergwerkes sowie der Historischen Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft durchgeführt. Die Mettenschicht war in früheren Zeiten zum Ende des Jahres die letzte Schicht der Bergleute und wurde immer besonders feierlich gestaltet.

Die Historische Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft pflegt mit Aufzügen und Paraden in Uniformen und Trachten, aber auch durch Geselligkeit mit Bergbier Jahrhunderte alte Traditionen.

Im Wilhelmstollen findet die Mettenschicht statt
Im Wilhelmstollen findet die Mettenschicht statt

“Alte Elisabeth” mit Dampfmaschine

1856 entstand auf der „Reichen Zeche“ das historische Huthaus, in dem 1864 in der Scheidebank eine Betstube mit Orgelpositiv eingerichtet wurde. Die Betstube, die letzte noch original erhaltene des sächsischen Silberbergbaus, wird heute für bergmännisch-traditionelle Veranstaltungen und Eheschließungen genutzt. Infos: Besucherbergwerk Freiberg, Fuchsmühlenweg 9, 09599 Freiberg, Internet: silberbergwerk-freiberg.de

Die “Alte Elisabeth”, zur “Reichen Zeche” zugehörig, kann nur auf Voranmeldung besichtigt werden. Foto: Weirauch

4. Sächsische Landesausstellung 2020

Im Jahr 2020 können Besucher der 4. Sächsischen Landesausstellung im Forschungs- und Lehrbergwerk Tradition und Erfindergeist 150 Meter unter Tage erleben und sich von der authentischen Atmosphäre eines noch aktiven Bergwerkes beeindrucken lassen. Auf spannende Weise werden große und kleine Gäste erfahren, wie Bergbau gestern und heute funktioniert, und wie Fragen der Rohstoffgewinnung zukunftsträchtig gelöst werden können. Dazu ist geplant, den untertägigen musealen Lehrpfad in einen Wissenserlebnispfad umzugestalten. Interessante Forschungsvorhaben präsentiert eine Forschungstour, die den Besucher entlang ausgewählter Versuchsstände ins offene Grubenfeld führen wird.

Zusatzausstellungen sind an folgenden Standorten geplant:

  • Industriemuseum Chemnitz (Maschinenbau)
  • Eisenbahnmuseum Chemnitz-Hilbersdorf (Eisenbahn und Gütertransport)
  • Tuchfabrik Gebrüder Pfau in Crimmitschau (Textilindustrie)
  • Bergbaumuseum Oelsnitz/Erzgebirge (Steinkohlebergbau)
  • Horch-Museum Zwickau (Automobilindustrie)
  • Himmelfahrt Fundgrube Freiberg (Erzbergbau, Ressourcenmanagement)

Infos zum Besucherbergwerk

  • Um die touristische Nutzung der Anlagen über- und untertage kümmert sich seit 1992 der Freiberger Förderverein Himmelfahrt Fundgrube e.V.
  • Adresse: Fuchsmühlenweg 09, 09599 Freiberg | Tel: 03731 394571
  • Internet: www.besucherbergwerk-freiberg.de

Markus-Röhling-Stollen

Nach 600 Metern Fahrt mit einer kleinen Grubenbahn durch teilweise enge Stollen können die Besucher den im Ortsteil Frohnau der Bergstadt Annaberg-Buchholz gelegenen Markus-Röhling-Stollen besichtigen. Eindrucksvolle Zeugnisse aus der Zeit des Silber- und Kobaltbergbaus von 1733 bis 1857 und des Uranbergbaus aus DDR-Zeiten kann man in dem Besucherbergwerk erleben. Hauptattraktion ist das neun Meter hohe Kunstrad, das von Mitgliedern des Vereins Altbergbau originalgetreu und voll funktionsfähig nachgebaut wurde.

Aussengelände des Besucherbergerkes Markus-Röhling-Stolln, Foto: Weirauch
Aussengelände des Besucherbergerkes Markus-Röhling-Stolln, Foto: Weirauch

Info: Besucherbergwerk „Markus-Röhling-Stolln“, Sematalstraße 15, 09456 Annaberg-Buchholz, OT Frohnau

 Annaberg-Buchholz: Im Gößner

1995 wurde im Zentrum der Bergstadt Annaberg-Buchholz ein Schaubergwerk eröffnet. „Im Gößner“ befindet sich direkt gegenüber der berühmten St. Annenkirche. Nirgendwo in Deutschland gibt es eine derartige Konstellation, wo auf engstem Raum der Ursprung der Stadt, in diesem Falle die Silberfunde, und die davon ausgehende Wirkung auf Stadtentwicklung, Architektur und Kunst in Augenschein genommen werden können.

Das Erzgebirgsmuseum in Annaberg-Buchholz, Foto: D. Weirauch
Das Erzgebirgsmuseum in Annaberg-Buchholz, Foto: D. Weirauch

Der Eingang befindet sich direkt auf dem Hof des Erzgebirgsmuseum. Die Gäste erhalten im Besucherbergwerk einen Eindruck vom über 500-jährigen Silberabbau in der Erzgebirgsregion. (Info: Erzgebirgsmuseum, Große Kirchgasse 16, 09456 Annaberg-Buchholz, Internet: annaberg-buchholz.de

Zinngrube Ehrenfriedersdorf

Das Besucherbergwerk Zinngrube Ehrenfriedersdorf gehört zum Sächsischen Industriemuseum und repräsentiert den erzgebirgischen Gangerzbergbau auf Zinn- und Silbererz vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. Die Einfahrt erfolgt über eine Seilfahrtsanlage bis in 100 Meter Tiefe. Während der Führung werden die Erkundung, Gewinnung und Förderung von Erz vermittelt, funktionsfähige Bergbaugeräte demonstriert und die schweren Arbeitsbedingungen der Bergleute erlebbar gemacht.

Asthma-Heilstollen

Das besondere Klima unter Tage wird im Asthma-Heilstollen zur Behandlung von Patienten mit Erkrankungen der oberen Atemwege genutzt. Selber einmal Bergmann sein und mit Schlägel und Eisen arbeiten ist genauso möglich wie eine ausgedehnte Grubenfahrt. Adresse: Sächsisches Industriemuseum Besucherbergwerk „Zinngrube Ehrenfriedersdorf“, Am Sauberg 1, 09427 Ehrenfriedersdorf, Internet: zinngrube.de

Tiefer Molchner Stolln

Das Besucherbergwerk Tiefer Molchner Stolln Pobershau ist eines der ältesten und schönsten Museumsbergwerke im Erzgebirge. Hier können die Besucher hautnah die schwierige Arbeit der Bergleute erleben. Durch das Mundloch von 1822 wird eingefahren. Man sieht trocken gesetzte Bogen- und Kreuzgewölbe aus alter Zeit, geologische Aufschlüsse, gebrannte Weitungen des Zinnbergbaus, Gangabbau und vieles mehr.

Besuch im Schaubergwerk "Tiefer Molchner Stolln" Pobershau Foto TVE-R.Gaens
Besuch im Schaubergwerk “Tiefer Molchner Stolln” Pobershau Foto TVE-R.Gaens

Gezeigt werden ein funktionsfähiges Kunstgezeug, die Arbeit mit Schlegel und Eisen sowie die Froschlampe. Im von der Wismut in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts angelegten Teil des Schaubergwerkes können die Besucher in einer Art Zeitreise den Gegensatz zwischen mittelalterlichem und DDR-Bergbau erkunden. Info: Schaubergwerk Molchner Stolln Pobershau, Amtsseite-Dorfstraße 67, 09496 Marienberg OT Pobershau, Internet: molchner-stolln.de

Bergwerk Bernsteinzimmer

Beim Rundgang durch das Besucherbergwerk in Deutschneudorf erfährt man Interessantes zur Geschichte des Fortuna-Stolln und zum Mythos Bernsteinzimmer. Lange wurde das ausgelagerte Bernsteinzimmer hier vermutet. Manch einer glaubt heute noch daran, es dort in der tiefe des Berges zu finden. Zum Besucherbergwerk gehört die Gaststätte Huthaus mit Galerie und Steigerstube. Außerdem haben nicht nur Technikinteressierte die Möglichkeit, eine 220-PS-Einzylinder-Kolbendampfmaschine, eine Schachtkaue und eine Mineralienschleiferei zu besichtigen. (Schaubergwerk Fortuna, Deutschkatharinenberg 14, 09548 Deutschneudorf, Internet: fortuna-bernstein.de)

Zinnkammern Pöhla

Nach einer drei Kilometer langen untertägigen Zugfahrt in kleinen, engen Bergmannswagen im Stollen beginnt in den riesigen Zinnkammern eine Führung durch die Arbeitswelt des Bergmanns. In den größten Zinnkammern Europas kann man viel Interessantes über die Geheimnisse des Wismutbergbaus erfahren. Zudem gibt es Lasershows, Konzerte und verschiedene Veranstaltungen unter Tage. Höhepunkt in diesem Besucherbergwerk sind die Mettenschichten in der Weihnachtszeit, in der Bergmannsorchester in einer der Zinnkammern, etwa der Bergkapelle Thum, aufspielen. Hier lohnt  eine rechtzeitige Reservierung.(Info: Besucherbergwerk Zinnkammern Pöhla e.V, Luchsbachtal 19, 08340 Schwarzenberg / OT Pöhla,, Internet: zinnkammern.de)

Steinkohlenbergwerk Oelsnitz

Eine 1800 PS starke Dampfmaschine in Aktion sehen – das ist im Bergbaumuseum Oelsnitz möglich. Das Industriedenkmal besitzt auch ein eigenes Kinderbergwerk. Am Fuße des markanten, fast 60 Meter hohen Förderturms des Bergbaumuseums Oelsnitz steht auf einem Hügel ein kleiner Bruder. Er beherbergt eine Spielförderanlage, über die Kinder „Bodenschätze“ aus dem Kinderbergwerk fördern. Unter dem Förderturm gibt es verwinkelte Gänge zu entdecken. In der Sandspiellandschaft fesselt die Suche nach fossilen Abdrücken von Karbonpflanzen. Die Pflanzen selbst können dann im einmaligen „Karbonwald“ des Museums bestaunt werden.

Wer nach diesen ersten Entdeckungen Lust auf mehr hat, sollte sich eine Erlebnisführung im Bergbaumuseum nicht entgehen lassen: Ob Grubenlampentour oder eine Schatzsuche im Bergwerk, in dem Ende der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts eingerichteten Museumsbergwerk ist für jeden etwas dabei. Einst arbeiteten hier bis zu 1000 Bergleute und förderten in mehreren Schichten täglich bis zu 6000 Hunte Steinkohle nach oben. (Info: Bergbaumuseum Oelsnitz, Pflockenstraße 28, 09376 Oelsnitz/Erzgebirge, Internet: bergbaumuseum-oelsnitz.de

Wissenswertes

Befahrung

Besuch einer Grube. Der Bergmann geht oder läuft nicht unter Tage, er fährt, auch wenn er z.B. eine Leiter (Fahrt) hinabsteigt. Im 20. Jahrhundert wurden die Bergwerke aber tatsächlich durch kleine Bahnen befahren, die auch das Gestein abtransportierten.

Bergstreittag in Schneeberg

Bergstreittag wird jedes Jahr zum Maria Magdalena-Fest am 22. Juli begangen. Er erinnert an einen der ersten Lohnstreiks überhaupt vor über 500 Jahren. Höhepunkt ist die große Bergparade mit rund 600 Teilnehmern, die immer um 18 Uhr in Schneeberg-Neustädtel beginnt und 19 Uhr zum Berggottesdienst in der prächtigen St. Wolfgangskirche übergeht. Ab 20.30 Uhr werden dann auf dem Marktplatz die erzgebirgischen Bergmärsche musiziert. Schneeberg ist die einzige Stadt im Erzgebirge, in der im Sommer eine Bergparade abgehalten wird. Auch in Schneeberg gibt es ein Besucherbergwerk, das aber nur nach Anmeldung an bestimmten Tagen besichtigt werden kann. (Info: schneeberg.de)

Montanregion

Alljährlich am ersten Wochenende im Juni finden im Erzgebirge die Erlebnistage „Montane Kulturlandschaft Erzgebirge“ statt. In der gesamten Region werden dann Wanderungen durch die Montanlandschaft, bergbauliche Führungen über- und untertage sowie zahlreiche andere Veranstaltungen in Bergstädten, Schlössern und Burgen angeboten. Das böhmisch-sächsische Erzgebirge soll von der Unesco als Weltkulturerbe anerkannt werden. Eine Entscheidung wird 2019 erwartet. Das Welterbegebiet umfasst auf der sächsischen Seite des Erzgebirges zahlreiche Einzelobjekte, darunter auch Besucherbergwerke und andere technische Relikte. Den Welterbestatus sollen unter anderem die historische Altstadt von Schneeberg, Freiberg und die Bergbaulandschaft rund um Oelsnitz/Erzgebirge erhalten.

Weitere Bergwerke gibt es im Erzgebirge, darunter das Schaubergwerk „Herkules-Frisch-Glück, das Besucherbergwerk Waschleithe.  Sehenswert auch das an der Silberstrasse gelegene Kalkwerk Lengefeld. Informationen zu weiteren Schaubergwerken unter: www.silberstrasse.de

Traumwelt bei Wendt & Kühn in Seiffen

Besucher-Bergwerke Erzgebirge

Reise

Weihnachtsland Erzgebirge

weihnachtenweihnachten_nachtwaechter_zwoenitz_wolfgang_thieme - kopie„Nachtwächter in Zwönitz“ (Tourismusverband Erzgebirge e.V./W.Thieme)

Immer wieder fahren wir in das Erzgebirge: Schneeberg, Freiberg, Schwarzenberg, Pobershau oder auch Annaberg-Buchholz. Letztes Jahr stand Chemnitz auf der Tagesordnung. 2018 geht es in die Silberstadt Freiberg. Wir sind gespannt.

Mit Blick auf den ersten Advent ist die Vorfreude im Erzgebirge überall spürbar. Die Weihnachtsmärkte sind vorbereitet, Plätzchen & Stollenbäcker sind fleißig am Werk und alles wird liebevoll dekoriert. Ab dem 1. Advent drehen sich die Pyramiden wieder,  die Schwibbögen sowie Bergmann- & Engel schmücken die Fenster und lassen das gesamte Erzgebirge in einem warmen Lichterglanz erstrahlen.  Die Bergmannsvereine rüsten sich für die vielen Termine der Bergparaden, die Chöre und Orchester stimmen sich musikalisch auf die schönste Zeit des Jahres ein.

Heimat der Traditionen

Feierliche Klänge begleiten in diesen Tagen die Bergmänner in ihren prächtigen Trachten durch die Städte & Orte. Bei diesen imposanten Bergparaden ahnt der Betrachter, welch wertvolle Arbeit die Bergleute einst verrichteten.

Auch die Historische Mettenschicht, die letzte unter Tage gefahrene Schicht vor Weihnachten zum Beispiel im den Zinnkammern Pöhla, ist ein festliches und ergreifendes Erlebnis. Gefeiert wird mit zünftiger Bergmannsmusik, Speckfettbroten und Glühwein. Mit der Schmalspurbahn zur Mettenschicht anreisen, das gibt es nur im Preßnitztal.

Eine vorweihnachtliche Tradition im Erzgebirge sind auch die Hutzen-Nachmittage und Hutzen-Abende. Früher kamen die Menschen der Region zur Dämmerung in der kleinen Stube beim Nachbarn zusammen. Es wurde geschnitzt, geklöppelt, geplaudert, gegessen und getrunken. Noch heute wird in vielen kulturellen Einrichtungen und Gaststuben die Hutzen-Tradition mit geselligem Beisammensein gepflegt. Tipp: Traditioneller „Hutznohmd“ im Bergbaumuseum Oelsnitz/Erzgeb.

Weihnachtsmarkt in Annaberg-Buchholz, Foto: Tourismusverband (Dirk Rueckschloss)
Weihnachtsmarkt in Annaberg-Buchholz, Foto: Tourismusverband (Dirk Rueckschloss)

Heimat der Engel

Bergmann und Engel zählen zu den bekanntesten Symbolfiguren des Erzgebirges, die seither unter den geschickten Händen der Spielzeugmacher und Kunsthandwerker in phantasievollen Varianten entstanden sind.  Am ersten Adventswochenende öffnet das traditionsreiche Familienunternehmen Wendt & Kühn in Grünhainichen seine Werkstatt-Türen. Bei den vorweihnachtlichen Schautagen kann man einen Blick hinter die Kulissen der handwerklichen Fertigung von klangvollen Spieldosen, Margeriten-Engeln und den berühmten Elf-Punkte-Engeln werfen und den Malerinnen über die Schultern schauen. www.wendt-kuehn.de

 

Schätze mit Geschichte zeigt das „Depot Pohl-Ströher“ in Gelenau in seiner Weihnachtsschau. Vom 25. November 2016 –  29. Januar 2017 tummeln sich erzgebirgische Volkskunst, darunter eine einmalige Sammlung an Pyramiden und Deckenleuchtern, sowie große mechanische Heimat- und Weihnachtsberge.

Heimat der Lichter

Warmes, weißes Leuchten verwandelt das Erzgebirge mit Beginn der Adventszeit in eine traumhafte Kulisse. Der Ursprung dieses heute sehenswerten erzgebirgischen Lichtermeeres liegt in der Tradition des Bergbaus, im Glauben an Gott und in der Sehnsucht des Menschen nach dem Licht. Der Schwibbogen, ist ein typisches Symbol dieser verwurzelten Sehnsucht.

Gäste erleben das festlich geschmückte Erzgebirge zum Beispiel bei der Lichterfahrt zum Jahresausklang mit der Erzgebirgischen Aussichtsbahn.  Wenn die Bahn zwischen Schwarzenberg und Annaberg-Buchholz die winterliche Kammregion des Erzgebirges erreicht, erleben Passagiere eine außergewöhnliche Aussicht. Städte und Dörfer erstrahlen im weihnachtlichen Glanz. Der kurze Halt auf dem Markersbacher Eisenbahnviadukt bietet eine einmalige Atmosphäre, der Zwischenstopp am Bahnhof Schlettau wärmenden Glühwein.

Heimat der Düfte

Geheimnisvoller Weihnachtsduft – die exakte Zusammensetzung der erzgebirgischen Räucherkerzen ist bis heute ein Geheimnis. Ob Weihrauch, Tanne, Orange oder Sandel – jeder Räucherkerzen-Hersteller hütet seine Rezeptur. Gleichwohl sind die Zutaten der Duftkegel bekannt: hochwertiger Holzkohlestaub, Sandelholz- und Rotbuchenmehl, Bindemittel und Duftstoffe aus Kräutern, Harzen, Blüten, Wurzeln oder ätherischen Ölen. Tipp: Räucherkerzenherstellung in Crottendorf sowie Schauwerkstatt “Zum Weihrichkarzl” in Neudorf. www.weihrichkarzl.de ; www.crottendorfer-raeucherkerzen.de

Schaut man zu Heiligabend auf die Tische der Erzgebirger, findet man verschiedene traditionelle Gerichte, so zum Beispiel das „Neunerlei.“ Seine neun Bestandteile, die je nach Ort stark variieren können, sind mit Wünschen für das neue Jahr verbunden.  Viele Gaststätten laden zu Neunerlei – Essen im gemütlichen Ambiente ein!

Weihnachtswunderland

Weihnachten im Erzgebirge, das ist eine ganz besonders stimmungsvolle Zeit. Hektik und Alltag kann man für Momente vergessen, so zum Beispiel bei einem besinnlichen Adventskonzert.  Auf den Weihnachtsmärkten entdeckt man einige Raffinessen. So zum Beispiel den liebevoll gestalteten  Wichtelkalender auf dem Annaberger Weihnachtsmarkt. In 24 mechanisierten Kalenderfenstern wird in “Werkstätten en miniature” erzgebirgisches Handwerk auf eindrucksvolle Weise lebendig.

Die große Bergparade Ende Dezember in Annaberg Buchholz ist mit über 1000 Trachtenträgern der krönende Abschluss.  Den Glanzpunkt bildet das gewaltige Bergkonzert an der St. Annen- Kirche.

Dieser ist erhältlich beim Tourismusverband Erzgebirge e.V. /Tel. 03733 188 0088  oder unter www.erzgebirge-tourismus.de  abrufbar.

Hier geht es zu den Besucherbergwerken in Sachsen.

Hier geht es zu den Bergparaden 2018.

Hier findet ihr die Termine der Weihnachtsmärkte in Sachsen.

 

Reise

Was ist ein Bauerhase ?

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Wer kennt den „Bauerhasen“?

Falscher Hase, Wiegebraten, faschierter Braten oder auch Heuchelhase ist als Synonym für einen Braten aus Hackfleisch in den verschiedenen Varianten in vielen Ländern bekannt.

Doch was ist ein „Bauerhase“? Unser Stadtführer im sächsischen Freiberg gab den Tipp, in der Freiberger Konditorei & Café Hartmann nach der süßen Gebäck-Spezialität zu fragen. Die Konditorei befindet sich in einem wunderschönen Jugendstilhaus, seit einigen Jahren von Mutter, Sohn und Schwiegertochter geführt. Der Besuch des alte

Der legendäre Bauerhase von Freiberg, ein beliebtes Souvenir
Der legendäre Bauerhase von Freiberg, ein beliebtes Souvenir

hrwürdigen Hauses mit Originaleinrichtugn lohnt. Ein Jugendstilcafé lädt zu einem Kaffee ein, dazu wird uns der Bauerhase empfohlen.

Aber was ist ein Bauerhase denn nun ?Die Geschichte um den Bauerhasen gibt es auf einem gedruckten Flyer gleich dazu, so dass unsere kleine Kaffeepause zugleich eine Lesepause wird – ganz so wie es früher in Lesecafés üblich war: in gemütlicher, stilvoller Atmosphäre Kulinarisches wie Geistiges zu genießen. Wir erfahren durch das Gedruckte ein Stück Stadtgeschichte: “Dass Markgraf Friedrich mit der gebissenen Wange (1257-1324) liebte das blühende Freiberg mehr als alle anderen Städte seiner Markgrafschaft Meißen. Denn es ließ sich in der reichen Silberstadt prächtiger Hof halten als anderswo. Zur Tafelrunde des Markgrafen zählte auch der damalige Kaplan von Sankt Marien, ein Feinschmecker, der auch gern dem Alkohol zusprach. An einem Fastnachtsdienstag hatte gab es wieder ein großes Gelage, kurz vor Mitternacht forderte der Markgraf, nunmehr als nächsten Gang, einen Hasen auf den Tisch zu bringen. Doch nach Mitternacht begann die Osterfastenzeit. Nach 12 Uhr einen Hasenbraten auf den Tisch zu bringen, warnte der Kaplan. Es folgte ein heftiger Streit zwischen Markgraf und Kaplan. Der Markgraf ließ kurzerhand den Koch rufen und befahl ihm, den Hasen tafelfertig zu machen und aufzutragen. Der Koch, ein pfiffiger Kerl, versprach den Auftrag so auszuführen, dass alle Seiten zufrieden sein würden.

Kurz vor Mitternacht setzte der Koch einen knusprigen wohlgespickten Hasen auf den Tisch. Der zornige Kaplan wollte das Tischtuch samt Hasen und Weinbecher herunterreißen. Aber die Tafelrunde hielt das Tischtuch fest, während der Koch mit einem Messer den Hasen quer durchschnitt. Es stellte sich heraus, dass es sich um ein Hefegebäck in Form eines Hasen handelte, der über und über mit Mandeln gespickt war, die hell aus der Zucker-Glasur hervortraten. Alle langten zu und fanden diese Schöpfung herrlich. Der Kaplan war ebenfalls zufrieden und hielt tapfer mit. Der Markgraf aber nannte diesen Hasen zu Ehren des witzigen Kochs den „Bauerhausen“. Denn der Koch hieß Bauer.”

Frau Herrmann mit Schwiegertochter im Cafe
Frau Herrmann mit Schwiegertochter im Cafe

Dank der jahrhundertealten Überlieferung stellen die Konditoren des Cafés Hartmann noch heute diese Gebäckspezialität her. Uns hat der fluffige frische Hefe-Bauerhase geschmeckt. Unsere kleine Pause war unterhaltsam, und zum Abschluss nahmen wir für unsere Freunde eine echte Freiberger Spezialität mit nach Haus. Und überdies sind Frau Hartmann und ihre Schwiegertochtre vorne im Geschäft auch sehr mitteilsam, was die anderen Freiberger Spezialitäten betrifft, beispielsweise die Freiberger Eierschecke, aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Die Freiberger Eierschecke
Die Freiberger Eierschecke
  • Adresse
    Konditorei & Café Hartmann
    Am Obermarkt, Peterstraße 1A, 09599 Freiberg/Erzgebirge
    Telefon/Fax: 03731 22807
    www.cafe-hartmann.de
    Öffnungszeiten:
    Dienstag bis Freitag 9-18 Uhr, Samstag 9-17 Uhr, Sonntag 13-17 Uhr, Montag geschlossen
  • .
Reise

Traumwelt bei Wendt & Kühn in Seiffen

Seiffen (58)

Die Adventszeit ist eine Zeit zum Träumen und zum Erinnern an Kindheitstage. Wir brsuchen in diesem Jahr Orte, wo die Erinnerungen besonders stark sind. Und wo wir Inspirationen für das Kommende erhalten. Der Besuch im Weihnachtsland erreicht seinen Höhepunkt im Erzgebirge. Wir sind in Seiffen, diesem magischen Ort:

2002 erwarb das Gebäude mit bewegter Geschichte in der Hauptstraße 97 in Seiffen
2002 erwarb Wendt & Kühn das Gebäude mit bewegter Geschichte in der Hauptstraße 97 in Seiffen

Besuch in Wendt & Kühn-Figurenwelt Seiffen

250 Quadratmeter. Elf Punkte. Ein Zauber. Wir sind mit Lena Sobotta verabredet. Sie führt kenntnisreich in die Geschichte des Unternehmens ein. “Grete Wendt liebte ihre Arbeit. Ihre Kreativität beflügelte sie. Und sie liebte die Vorstellung, dass sie den Menschen mit ihren Entwürfen ein Lächeln ins Gesicht zauberte.” So wie es die Mitarbeiterinnen der Wendt & Kühn-Figurenwelt in Seiffen täglich tun, wenn sie ihre Käuferinnen und Kunden zum Wendt & Kühn-Sortiment beraten. Wir erleben die Freundlichkeit des Teams vor Ort. Wie kann esauch anders sein. Das was die Damen dort in Seiffen verkaufen. Man kann es getrost als “Sortiment für die Seele” bezeichnen.

In der Seiffener Wendt & Kühn Figurenwelt werden die Kunden kompetent beraten, Foto: Weirauch
In der Seiffener Wendt & Kühn Figurenwelt werden die Kunden kompetent beraten, Foto: Weirauch

Besuch in Wendt & Kühn-Figurenwelt Seiffen

Im Haus im Ortszentrum von Seiffen weht der Genius loci, der Geist des Ortes. 2002 erwarb die Traditionsmanufaktur Wendt & Kühn das Gebäude mit bewegter Geschichte in der Hauptstraße 97 in Seiffen: Buchbinderei, Kinematographisches Theater, Fleischerei und nun Verkaufsgalerie. Diese beeindruckt durch eine architektonisch aufwendige Gestaltung. Altes und Neues verbindet sich mit  modernen, klaren Formen. Im Mittelpunkt des großzügig gestalteten Raumes: zwei fast drei Meter hohe Spieldosen.

Die Attraktion des großzügig gestalteten Raumes: zwei fast drei Meter hohe Spieldosen.
Die Attraktion des großzügig gestalteten Raumes: zwei fast drei Meter hohe Spieldosen.

Die Figurenwelt in Seiffen lässt keine (Figuren-)Wünsche offen: Hier finden Sammler, Liebhaber und all jene, die sich selbst und anderen gern eine Freude bereiten, das komplette Sortiment der Manufaktur. Jede Figur gibt es in mehrfacher Ausführung – so können die Besucher nach Herzenslust den ganz persönlichen Liebling auswählen. Die freundlichen Mitarbeiterinnen beraten fachkundig, kennen jeden Artikel und dessen Geschichte, nehmen sich Zeit für jede Nachfrage, jeden Wunsch. Denn sie wissen: Bei der Entscheidung für ein neues Blumenkind, einen Margeriten- oder Elfpunkteengel kommt es auf jedes Detail. Die Chemie zwischen zukünftigem Besitzer und Figur muss einfach stimmen.

Zauber auf 250 Quadratmetern
Ob Frühling, Sommer, Herbst oder Winter – die Figurenwelt verspricht zu jeder Jahreszeit unvergessliche Erlebnisse. Zwei Mal im Jahr kann die Verkaufsgalerie unter einem ganz besonderen Thema immer wieder neu entdeckt werden. Und in der oberen Galerieebene werden Einblicke in die spannende Geschichte der Manufaktur gewährt: Ausgewählte Exponate, Texte und Bilder laden zur Zeitreise ein.

Über eine Million Besucher begegneten seit der Eröffnung im Oktober 2003 den unverwechselbaren Figuren, inszeniert in detailreich arrangierten Welten, die Inspiration für exklusive Dekorationen und ganz persönliche Geschenke bieten.

  • Informationen zu Wendt & Kühn-Figurenwelt
    Adresse: Hauptstraße 97, 09548 Seiffen/Erzgebirge
    Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag: 10 – 18 Uhr
    Tel. 037362 8780
    Internet: www.wendt-kuehn.de

Die Traditionsmanufaktur Wendt & Kühn in Grünhainichen

Sie sind exklusiv und von zeitloser Schönheit. Ausgelegt für individuelle Ansprüche. Die farbenfrohen Figuren und Spieldosen aus der 1915 gegründeten Traditionsmanufaktur Wendt & Kühn. Bis heute bilden unzählige, von der Firmengründerin Grete Wendt (1897-1979) und der Gestalterin Olly Wendt (1896-1991) überlieferte Figurenentwürfe und Zeichnungen die Grundlage des Sortiments, der Marke und ihres Erfolges.

Heute genauso wie vor mehr als 100 Jahren werden die Figuren in aufwendiger Handarbeit in den Werkstätten in Grünhainichen von erstklassig ausgebildeten Fachkräften der Region (derzeit 199 Mitarbeiter, 12 Auszubildende) gefertigt. Sie sind mit der erzgebirgischen Holzkunsttradition verbunden und bringen damit Liebe zu den Produkten und zu ihrer Arbeit mit. Mehr als zwei Jahre dauert es beispielsweise, bis eine Malerin die Fertigkeit besitzt, den kunstvoll gestalteten Figuren einen unverwechselbaren Charakter zu verleihen. Nur die Herstellung der Artikel am Gründungsstandort wird dem Anspruch an Authentizität, höchste Qualität und handwerkliche Meisterschaft gerecht.

Der Grünhainichener Engel mit den charakteristischen elf weißen Flügelpunkten
Der Grünhainichener Engel mit den charakteristischen elf weißen Flügelpunkten

Jedes Jahr bereichern weitere Figuren das Markensortiment. Deren mustergetreue Fertigung nach Originalentwürfen der Schöpferinnen ist bei Wendt & Kühn oberstes Gebot. Die 2500 überlieferten Muster in ihrer außergewöhnlichen Form und Farbensprache gilt es vor dem Hintergrund eines sich über die Jahrzehnte ändernden Zeitgeistes sowie neuer Ansprüche der Sammler und Liebhaber immer wieder neu zu interpretieren. Auf diese Weise bleibt der unverwechselbare Charakter der Figuren erhalten, der Anmut, Ästhetik, Tradition und Exklusivität ausstrahlt.

Die drei wichtigsten Produktgruppen sind
Elfenpunktengel (erste Entwürfe 1923)


Blumenkinder (erste Entwürfe 1929)

und
Spieldosen (v.a. 1920er Jahre)

finden wohl auch die meisten Liebhaber.

Es waren und sind vor allem die Grünhainichener Engel mit den charakteristischen elf weißen Flügelpunkten, die den weltweiten Ruhm der Traditionsmarke Wendt & Kühn ausmachen. In etwa 160 verschiedenen Varianten, meist als Musikanten, sind sie rund um den Globus bekannt. Nicht weniger beliebt und gefragt sind die farben- und figurenreichen Spieldosen. Gefertigt für Liebhaber, die das Exklusive mögen und das Außergewöhnliche schätzen.

690 Fachgeschäfte weltweit

Insgesamt sind es mehr als 400 verschiedene Artikel, die von etwa 690 autorisierten Wendt & Kühn-Fachgeschäften in Deutschland angeboten werden. Stärkste Exportmärkte sind die USA, die Schweiz und Österreich sowie Schweden, die Niederlande, Kanada, Italien, Frankreich und Japan.

Nach einer aktuellen Umfrage des Instituts für Demoskopie in Allensbach vom Juni 2018 kennen 11 von 100 Deutschen die Traditionsfirma Wendt & Kühn. Die Zahl der Markenfans und Liebhaber, die Wendt & Kühn besitzen, hat sich innerhalb von drei Jahren um 60.000 Personen erhöht. Es wird immer beliebter, Artikel von Wendt & Kühn zu verschenken, bereits in der Gruppe der 30 bis 44-Jährigen.

Der Freiberger Bergmann

Der Bergmann ist als Symbolfigur für den Bergbau fest in der erzgebirgischen Kultur verwurzelt. In der Volkskunst tritt er oft in Begleitung des Engels auf. Auch Grete Wendt war mit diesem Brauchtum vertraut. 1912 – drei Jahre vor der Firmengründung – entwarf sie zunächst drei kleinere Bergmänner, bevor sie das 30 Zentimeter große Prachtexemplar mit zwei Lichtnäpfen schuf.

Mit bewusst gesetzten Anschnitten, einer aufwendig gefertigten Hose und Haube und dem unverwechselbaren Gesicht verströmt der Entwurf eine beinahe lebendige Anmut. Auf ihrer Entwurfsskizze, die bis heute im Musterarchiv von Wendt & Kühn  gehütet wird, vermerkte Grete Wendt die Bezeichnung „Freiberger Bergmann“. Aufwendige Recherchen in Museen und Stadtarchiven sowie erkenntnisreiche Gespräche mit Bergbau-Experten ergaben, dass es sich bei Grete Wendts Darstellung um eine sogenannte „Altvatertracht“ handelt. Diese zeichnet sich durch eine besondere Kopfbedeckung, die Gugel, aus. Der Altvater, eine Art romantische Fantasiefigur ist eine Referenz an die Altvorderen. In den bekannten Abbildungen der Altväter, wie sie beispielsweise auf zeitgenössischen Postkarten zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu finden waren, stellen sie in ihrer Grundform den Freiberger „Hauer“ dar. Der Hauer, auch Häuer genannt, ist ein Beruf im Bergbau und bezeichnet den Bergmann, der vor Ort Bodenschätze und Gestein löst. In Freiberg war der Hauer durch goldenen Knöpfe, schwarze Ärmelaufschläge und einen schwarzen Stehkragen gekennzeichnet. Während die Armtour – die Verzierungen auf den Ärmeln – bei der Bekleidung der Freiberger Bergmänner aus schwarzen Kordeln und Borten aufgenäht ist, trägt der Bergmann aus den Grünhainicher Werkstätten sie in gelber Farbe. Am Ende einer spannenden Spurensuche wird die Ähnlichkeit des Wendt & Kühn Bergmanns mit dem Hauer in Freiberg und der Altvaterfigur deutlich. Kleine, auf künstlerische Freiheit basierende Abweichungen mögen die bergmännischen Fachleute der kreativen Gestalterin nachsehen.

Sonderausstellung in Grünhainichen

Noch bis Ende Februar 2019 können Schulkinder in die Zeit von Hans Christian Andersen und der Brüder Grimm reisen. In Grünhainichen gibt die Traditionsmanufaktur Wendt & Kühn in ihrer Sonderausstellung „Im Reich der Fantasie – Märchen, Tier- und Kinderfiguren“ zusammen mit seltenen Zeichnungen und alten Kinderbüchern Einblicke in die fabelhafte Märchenzeit. Telefonische Anmeldung erwünscht: 037294 86128 oder per  E-Mail: erlebnis@wendt-kuehn.de.

Die Weihnachtsangebote: www.wendt-kuehn.de

Informationen zur Wendt & Kühn-Welt Grünhainichen

Adresse: Chemnitzer Straße 40, 09579 Grünhainichen
Tel. 037294 86128
Internet: www.wendt-kuehn.de

Die Recherche im Erzgebirge wurde unterstützt von der TMGS Sachsen. Vielen Dank.

Neu im Sortiment ist die Eule
Neu im Sortiment ist die Eule
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