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Reise

Neues aus Dresden und dem Elbland

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Dresden Elbland – Lebendige Traditionen. Besucherhighlights 2019 und 2020. Die ITB war wieder ein Erfolg. Auch als bekennender Sachsenfan hatte ich viele Gespräche in der Sachsen-Halle auf der ITB. Einer der umlagertsten Stände war neben dem Erzgebirge der counter der Dresden Marketing GmbH.  Besonders vielversprechend hört sich das diesjährige Sonderthema “1719 reloaded” an.  Dresden und das Elbland haben anlässlich des 300-jährigen Jubiläums der Hochzeitsfeier des Sohnes August des Starken mit Kaisertochter Maria Josepha gleich mehrere Events vorbereitet. Dazu zählen zum Beispiel eine Sonderausstellung im Verkehrsmuseum Dresden und eine sich am historischen Vorbild orientierende Wasserparade am 25. August 2019. Die Details stellt die DMG bei einer Pressekonferenz Anfang April  in Dresden vor.

Und das hatte die DMG-Presseabteilung u.a. im “ITB-Gepäck”:

300. Jahrestag der Hochzeitsfeierlichkeiten des Sohnes August des Starken

Dem 300. Jahrestag der Hochzeitsfeierlichkeiten des Sohnes August des Starken, Friedrich August, mit der österreichischen Kaisertochter Maria Josepha widmet sich Dresden das gesamte Jahr über. Events wie die Wasserparade am 25. August 2019 machen das damalige Hochzeitsfest erlebbar.Hochzeitsfest erlebbar.

Dresden. 1719 reloaded

Ein Megaevent der Barockzeit jährt sich 2019 zum 300. Mal: die Hochzeit von Friedrich August II., dem Sohn August des Starken, und der österreichischen Kaisertochter Maria Josepha, die damals 40 Tage lang gefeiert wurde. Dank Virtual-Reality-Erlebnis können Besucher die Party von einst auch heute hautnah miterleben – bei „TimeRide Dresden“, das Ende 2018 im Taschenbergpalais Dresden eröffnet hat. Das neue Angebot simuliert eine Reise durch das Dresden des Jahres 1719 – eine Kutschfahrt zum „Fest des Merkur“ im Dresdner Zwinger, das Teil der Hochzeitsfeierlichkeiten war (timeride.de/dresden). „Lustgondeln anno 1719“ empfindet die Fahrt des Brautpaares auf der Elbe nach, die mit einem festlichen Brautempfang in Pirna beginnt und in prunkvollen Gondeln von Pirna über Pillnitz nach Dresden führt. (25. 08. 2019).

Auch eine Sonderausstellung des Verkehrsmuseums Dresden (30. 08.  2019–05. 04. 2020) unter dem Titel „Von Prunkgondeln, Prachtkutschen und Pferdeäpfeln – Unterwegs zur Jahrhunderthochzeit 1719“ nimmt Bezug auf dieses Ereignis, ebenso eine spektakuläre Neueröffnung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden im Residenzschloss. Im September 2019 werden das rekonstruierte Paradeappartement August des Starken von 1719 mit Audienzgemach und Paradeschlafzimmer und zugleich das Porzellankabinett im Turmzimmer für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Folgen Sie dem großen Hochzeitsevent über www.dresden.de/1719.

Die Ausstellung „Feste. Dramen. Katastrophen. So nah wie nie“ wird ab Herbst 2019 die Geschichte der einst zu den modernsten europäischen Festungsanlagen zählenden Dresdner Stadtbefestigung nicht nur zeigen, sondern multimedial erlebbar machen. Die Gäste werden das Gefühl bekommen, mittendrin zu sein in einer vergangenen Epoche. Mit der neuen Ausstellung wird das Baudenkmal aus dem 16. Jahrhundert, bislang eher ein Geheimtipp, da unter der bekannteren Attraktion Brühlsche Terrasse „versteckt“, endlich wieder sichtbar gemacht.

Der Balkon Europas – die Brühlsche Terrasse, Foto: ddpix.de

Im Kupferstich-Kabinett des Residenzschlosses widmet sich eine Sonderausstellung dem 350. Todestag eines der bedeutendsten und bekanntesten niederländischen Künstler der Barockzeit: Rembrandt. Besonders stolz ist Dresden auf die bereits von den sächsischen Kurfürsten erworbenen Rembrandt-Radierungen. Die neue Ausstellung „Rembrandts Strich“ wird mit 100 Werken aus allen Schaffensperioden des Künstlers sowie 50 Radierungen und Zeichnungen seiner Schüler und Nachfolger speziell an den Zeichner und Grafiker Rembrandt erinnern (14. 06.–15. 09. 2019).

Neue Bühne für Alte Meister: Der Dresdner Zwinger ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Deutschlands. Er wurde ab 1709 als Orangerie errichtet und 1719 als prachtvolle Kulisse für die Jahrhunderthochzeit eingeweiht. Daran erinnert der barocke Festumzug zur Rückkehr der Orangenbäume am 18. Mai 2019. Eine Fülle von bedeutenden Werken aus der bildenden Kunst, der Porzellanherstellung und der faszinierenden Welt des historischen Messinstrumentenbaus wird im Zwinger in insgesamt drei Museen präsentiert. Für große Vorfreude sorgt bereits jetzt die Wiedereröffnung der Gemäldegalerie Alte Meister und der Skulpturensammlung am 7. Dezember 2019 nach langjähriger Generalsanierung.

Der Porzellanpavillon im Dresdner Zwinger, Foto: DMG
Der Porzellanpavillon im Dresdner Zwinger, Foto: DMG

Mit der Erfindung des Meissener Porzellans Anfang des 18. Jahrhunderts wurde nicht nur eine besondere kunsthandwerkliche Tradition begründet, sondern der Grundstein für eine der erfolgreichsten Markengeschichten der Welt gelegt. Die Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen lädt ein, in die Welt ihrer kostbaren Schätze einzutauchen – im Museum der Meissen Porzellan-Stiftung. Neben liebevoll präsentierten Schaustücken der Dauerausstellung gibt es 2019 anlässlich seines 250. Todestages eine Sonderausstellung zu Johann Friedrich Böttger, dem Erfinder des sächsischen Porzellans.

Die Sächsische Staatskapelle, 1548 gegründet, ist eines der ältesten Orchester der Welt. In der Semperoper beheimatet, bringt es klassische Werke zu Gehör und ist einmal im Jahr auch als Ballorchester zu erleben: beim alljährlichen Semperopernball (07. 02. 2020), der in seiner 15. Auflage im Jahr 2020 selbst schon zur Tradition geworden ist.

Noch älter ist der Dresdner Kreuzchor, dessen Wurzeln bis ins Mittelalter zurückreichen. In der Stadt erklingen die jungen Stimmen aber nicht nur – wie bei den monatlichen Kreuzchorvespern, der Ostermette oder dem Weihnachtsoratorium – in der Kreuzkirche. Seit zwei Jahren laden die Kruzianer auch sehr erfolgreich zum großen Weihnachtskonzert in Dresdens Fußballstadion ein (19. 12. 2019, Rudolf-Harbig-Stadion).

„Wandlung“ – das ist das Versprechen des Musikjahres der Frauenkirche Dresden und des Geigers Daniel Hope in seinem ersten Jahr als dessen Artistic Director.

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Frauenkirche Dresden(c)Katja Fouad-Vollmer, TMGS

Klang und Tradition treffen im Dresdner Kulturpalast aufeinander. In dem 2017 nach kompletter Sanierung neu eröffneten Haus haben sowohl die Dresdner Philharmonie als auch die Herkuleskeule, eines der ältesten und bekanntesten Kabarett-Theater Deutschlands, ihre neue Heimat gefunden. Kaum wiedereröffnet, feiert das im Stil der DDR-Moderne erbaute Haus 2019 das Jubiläum seines 50-jährigen Bestehens. Im Zentrum der Festwoche vom 5. bis 13. Oktober 2019 steht eine Revue unter dem Titel „Ein Kessel Buntes“ mit den Highlights aus 50 Jahren Kulturpalastprogramm unter Beteiligung von KünstlerInnen aller Genres. Darüber hinaus wird es ein Festkonzert der Dresdner Philharmonie geben, das mit seiner die Grenzen des klassischen Repertoires überschreitenden Programmwahl in die Zukunft weist.

Festivals in Dresden Elbland

Eine Vielzahl großer und kleiner Festivals und Veranstaltungen unterschiedlicher Couleur sorgt Jahr für Jahr für einen großartigen Eventkalender und zeigt, dass Kultur und Lebensfreude in Dresden Elbland zuhause sind:

  • Internationales Dixieland-Festival Dresden (19.–26. 05. 2019/17.–24. 05. 2020)
  • CANALETTO – Dresdner Stadtfest (16.–18. 08. 2019/14.–16. 08. 2020)
  • Literaturfest Meißen als größtes eintrittsfreies Open-Air-Lesefest Europas (06.–09. 06. 2019)
  • Moritzburg Festival (04.–18. 08. 2019/08.–23. 08. 2020) und
  • Neue Burgfestspiele Meißen (16.–29. 06. 2019)
    prägen das kulturelle Leben weit über die sächsischen Landesgrenzen hinaus.

Die Dresdner Musikfestspiele nehmen vom 16. Mai bis 10. Juni 2019 (12. 05.–12. 06. 2020) unter dem Motto „Visionen“ auch auf das Bauhaus-Jubiläum Bezug. Intendant Jan Vogler möchte in den 56 Veranstaltungen an 22 Spielstätten mit KünstlerInnen und MusikerkollegInnen aus aller Welt im Sinne der Bauhaus-Philosophie Genregrenzen sprengen und Traditionen neu beleben. Zum Auftakt gibt Starsänger René Pape erstmals mit dem Dresdner Festspielorchester unter der Leitung von Ivor Bolton ein Gastspiel in seiner Heimatstadt, während Gitarrenlegende Eric Clapton einen stimmungsvollen Abschluss des 42. Festspieljahrgangs verspricht.

Historische Bergbahnen an den Elbhängen, die älteste und größte Raddampferflotte der Welt, das Dresdner Dampfloktreffen (12.–14. 04. 2019/10.–12. 04. 2020) und die zwei historischen Schmalspurbahnen Lößnitzgrundbahn in Radebeul und Weißeritztalbahn in Freital sind erlebbare Zeugnisse sächsischer Industriekultur.

Traditionen genießen – Weinbau im Elbland

Klein und fein und mit jahrhundertelanger Geschichte: Entlang der Sächsischen Weinstraße zwischen Pirna und Diesbar-Seußlitz stehen nicht große Rebflächen und viele Hektoliter im Vordergrund. In einem der kleinsten Weinanbaugebiete Deutschlands konzentriert man sich lieber auf den feinen Geschmack. Insgesamt 15 Elbland-Winzer wurden 2018 vom Gault&Millau-Weinguide prämiert. Neben den edlen Tropfen steht immer auch das Erlebnis Wein im Vordergrund: bei den Tagen des offenen Weingutes (24.–25. 08. 2019/29.–30. 08. 2020), bei geführten Weinbergswanderungen und auf den Weinfesten im Herbst, zum Beispiel in Radebeul und Meißen (27.–29. 09. 2019/25.–27. 09. 2020).

Traditionen ganz modern – Neue Bühnen in Dresden

Dresden lockt mit sieben neuen Bühnen. Vier davon wurden mit der Eröffnung des neuen Kultur- und Kreativzentrums Kraftwerk Mitte Dresden an die Öffentlichkeit übergeben. Eine wird von der Staatsoperette Dresden, dem einzigen selbstständigen Operettentheater Deutschlands, mit Operetten-Klassikern wie der „Fledermaus“, Musicals wie „Wonderful Town“ von Leonard Bernstein oder der Wiederaufnahme von „Catch me if you can“ bespielt.

Drei der Bühnen gehören zum tjg. theater junge generation, wobei sich eine davon ausschließlich dem Puppentheater widmet. In Deutschlands zweitältestem Kinder- und Jugendtheater steht unter dem Spielzeitmotto „Neue NachbarInnen“ unter anderem die deutsche Erstaufführung von „Ich mach dich platt“ auf dem Spielplan – ein Stück, das sich dem Thema Gewalt widmet. Ebenso im Programm „Rico, Oskar und das Vomhimmelhoch“ nach der gleichnamigen Kinderbuchreihe. 2019 feiert das tjg ein großes Jubiläum: seinen 70. Geburtstag. Auch der moderne und für seine herausragende Akustik gefeierte Konzertsaal und die Bühne des traditionsreichen Kabaretts „Herkuleskeule“, beide im Dresdner Kulturpalast, zählen zu den sieben neuen Bühnen. Ganz frisch ist schließlich auch Semper Zwei, eine Experimentierstätte für verschiedene Musiktheaterformate, die Raum für zahlreiche musikalische Reihen, wissenschaftliche Kolloquien und tänzerische Projekte der Semperoper Dresden bietet.

Sonderausstellungen Bauhaus

Auch Dresden nimmt Bezug auf das Bauhaus-Jubiläum. Die Sonderausstellung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden „Zukunftsräume. Kandinsky, Mondrian, Lissitzky und die abstrakt-konstruktive Avantgarde in Dresden 1919 bis 1932“ ist vom 2. März bis 2. Juni 2019 im Albertinum zu erleben.

Immer nah dran an Mensch und Gesellschaft ist das Deutsche Hygiene-Museum Dresden, das unter anderem mit Sonderausstellungen wie „Shine on me. Wir und die Sonne“ (noch bis 18. August 2019) wieder starke Akzente setzt.

Weihnachten in Dresden Elbland

Zum Jahresende verwandelt sich Dresden Elbland in eine romantische Weihnachtsregion. Zwei Botschafter geben dieser besonderen Zeit ihren Glanz: Der Dresdner Striezelmarkt (27. 11.–24. 12. 2019), der älteste deutsche Weihnachtsmarkt, ist bereits seit 1434 Magnet für Dresdner und Gäste. Untrennbar mit dem Weihnachtsmarkt verbunden ist der Dresdner Christstollen – das weltberühmte Traditionsgebäck, das nur von ausgewählten BäckerInnen aus der Landeshauptstadt und der Region hergestellt werden darf. Auf dem Markt, dem der Stollen einst seinen Namen gab, ist das Handwerk überall erlebbar – ob in der Schaubackstube, an den vielen fein geschmückten Ständen oder beim 26. Dresdner Stollenfest (07. 12. 2019), für das die Dresdner StollenbäckerInnen einen tonnenschweren Stollen backen werden.

© Landeshauptstadt Dresden, Amt für Wirtschaftsförderung / Foto: Sylvio Dittrich
Striezelmarkt in Dresden © Landeshauptstadt Dresden, Amt für Wirtschaftsförderung / Foto: Sylvio Dittrich

So genussvoll der Stollen, so märchenhaft ist dieses Highlight im Elbland: „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, die Winterausstellung im Schloss Moritzburg, zieht seit vielen Jahren Zehntausende Gäste auf das romantische Jagdschloss (November 2019 bis März 2020). Das einzigartige Weihnachtsgefühl komplettieren zahlreiche Weihnachtsmärkte in der Stadt und der gesamten Region sowie Veranstaltungen in Kirchen und auf Bühnen.

Neue Tradition – Wintersport auf Weltniveau

Für bewegende Momente im doppelten Sinne sorgt die sächsische Landeshauptstadt mit dem FIS Skilanglauf Sprint Weltcup. Wenn die Einzel- und Teamsprints am Königsufer vor der berühmten Altstadtsilhouette nach der erfolgreichen Premiere 2018 bereits zum dritten Mal ausgetragen werden, bietet sich die seltene Gelegenheit, die WeltmeisterInnen und OlympiasiegerInnen hautnah zu erleben (11.–12. 01. 2020).

Zel: Europäische Kulturhauptstadt 2025

Die Zukunft Dresdens mitzugestalten – das steht im Zentrum der Bewerbung Dresdens für den Titel Europäische Kulturhauptstadt 2025. Michael Schindhelm, der Kurator für Dresdens Bewerbung, sagt über die Stadt: „Es gibt Orte, die immer wieder Kreativität anziehen, Orte mit einer besonderen DNA.“

Die Dresdner Banda Internationale spielt zum Straßenfest Bunte Republik Neustadt. Foto: Moritz Schlieb
Die Dresdner Banda Internationale spielt zum Straßenfest Bunte Republik Neustadt.
Foto: Moritz Schlieb

ELBE DAY Torgau

Die Renaissance- und Lutherstadt Torgau lädt auch nach dem großen Luther-Jubiläumsjahr auf historische Entdeckungstour ein: beim ELBE DAY Torgau, dem Festival zur Erinnerung an die Begegnung amerikanischer und russischer Soldaten an der Elbe bei Torgau am 25. April 1945 (25.–28. 04. 2019/ 24.–26. 04. 2020) oder im Oktober zu Luthers Kirchweih (04.–06. 10. 2019) anlässlich der Festtage zur Weihe der Schlosskirche mit Volksfest, Theater und beeindruckenden Lichtinstallationen.

Weitere Informationen:

Veranstaltungskalender: www.dresden.de/veranstaltungen

Weihnachten in Dresden Elbland auf einen Blick: www.dresden-weihnachten.info

Aktuelle Geschichten aus Dresden Elbland: www.dresden-magazin.com

Reise

Besucherbergwerke im Erzgebirge

Bergwerk (8)

Unzählige Bergwerke, Stollen, Hammerwerke und Schmelzhütten gab es einst im Erzgebirge. Die Zeugen der verschiedenen Bergbauepochen reihen sich, vergleichbar Perlen an einer Schnur, entlang der mehr als 250 Kilometer langen Sächsisch-Böhmischen Silberstrasse. Mit „Glück Auf“ begrüßen die rund  20 Besucherbergwerke im Erzgebirge ihre Besucher und entführen sie auf eine einmalige Abenteuer- und Entdeckungstour durch die mehr als 800-jährige Bergbaugeschichte vom Silber- über den Steinkohle- bis zum Uranbergbau.

Besucherbergwerke im Erzgebirge – die Top 10

einfachraus.eu  stellt zehn Besucherbergwerke im Erzgebirge an der Silberstraße vor, die man unbedingt besuchen sollte.

Reiche Zeche und Alte Elisabeth

Das Besucherbergwerk Freiberg verdankt seine Entstehung dem Silbererzbergbau. Hier findet man heute einmalig auf der Welt eine Stelle, wo der Beginn und das planmäßige Ende eines Bergbaureviers konzentriert dargestellt sind. Bei einer Befahrung des Lehrbergwerkes „Reiche Zeche“ kann der Besucher in eine Welt voller Geheimnisse eintauchen.

Seit knapp 100 Jahren betreibt die Technische Universität Bergakademie das Forschungs- und Lehrbergwerk, zu dem seit Beginn der 90er Jahre ein Besucherbetrieb gehört. Das Besucherbergwerk steht unter dem Label „Silberbergwerk“ den Touristen und Gästen offen. Der „Reiche Zeche“-Schacht mit seinem weiträumigen Grubenfeld bietet den Besuchern die Möglichkeit, auf gesicherten vertikalen und horizontalen Auffahrungen von insgesamt 14 km Länge und bis in eine Tiefe von 150 m den Freiberger Gangerzbergbau bis in das 14. Jahrhundert zu erforschen. Betreiber des „Silberbergwerkes“ ist der Förderverein „Himmelfahrt Fundgrube“ e.V.

Hinein in den Förderkorb und dann ab nach unten
Hinein in den Förderkorb und dann ab nach unten
Die Grubenbahn passt haargenau in den Stollenquerschnitt
Die Grubenbahn passt haargenau in den Stollenquerschnitt
Manja Seifert und Marco Alicete vom Förderverein Himmelfahrt Fundgrube in Freiberg/Sachsen e.V. Foto: Weirauch
Manja Seifert und Marco Alicete vom Förderverein Himmelfahrt Fundgrube in Freiberg/Sachsen e.V. Foto: Weirauch

Mettenschichten

Ein besonderes Erlebnis sind die Mettenschichten untertage. Die Mettenschichten werden von Mitgliedern des Fördervereins des Silberbergwerkes sowie der Historischen Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft durchgeführt. Die Mettenschicht war in früheren Zeiten zum Ende des Jahres die letzte Schicht der Bergleute und wurde immer besonders feierlich gestaltet.

Die Historische Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft pflegt mit Aufzügen und Paraden in Uniformen und Trachten, aber auch durch Geselligkeit mit Bergbier Jahrhunderte alte Traditionen.

Im Wilhelmstollen findet die Mettenschicht statt
Im Wilhelmstollen findet die Mettenschicht statt

“Alte Elisabeth” mit Dampfmaschine

1856 entstand auf der „Reichen Zeche“ das historische Huthaus, in dem 1864 in der Scheidebank eine Betstube mit Orgelpositiv eingerichtet wurde. Die Betstube, die letzte noch original erhaltene des sächsischen Silberbergbaus, wird heute für bergmännisch-traditionelle Veranstaltungen und Eheschließungen genutzt. Infos: Besucherbergwerk Freiberg, Fuchsmühlenweg 9, 09599 Freiberg, Internet: silberbergwerk-freiberg.de

Die “Alte Elisabeth”, zur “Reichen Zeche” zugehörig, kann nur auf Voranmeldung besichtigt werden. Foto: Weirauch

4. Sächsische Landesausstellung 2020

Im Jahr 2020 können Besucher der 4. Sächsischen Landesausstellung im Forschungs- und Lehrbergwerk Tradition und Erfindergeist 150 Meter unter Tage erleben und sich von der authentischen Atmosphäre eines noch aktiven Bergwerkes beeindrucken lassen. Auf spannende Weise werden große und kleine Gäste erfahren, wie Bergbau gestern und heute funktioniert, und wie Fragen der Rohstoffgewinnung zukunftsträchtig gelöst werden können. Dazu ist geplant, den untertägigen musealen Lehrpfad in einen Wissenserlebnispfad umzugestalten. Interessante Forschungsvorhaben präsentiert eine Forschungstour, die den Besucher entlang ausgewählter Versuchsstände ins offene Grubenfeld führen wird.

Zusatzausstellungen sind an folgenden Standorten geplant:

  • Industriemuseum Chemnitz (Maschinenbau)
  • Eisenbahnmuseum Chemnitz-Hilbersdorf (Eisenbahn und Gütertransport)
  • Tuchfabrik Gebrüder Pfau in Crimmitschau (Textilindustrie)
  • Bergbaumuseum Oelsnitz/Erzgebirge (Steinkohlebergbau)
  • Horch-Museum Zwickau (Automobilindustrie)
  • Himmelfahrt Fundgrube Freiberg (Erzbergbau, Ressourcenmanagement)

Infos zum Besucherbergwerk

  • Um die touristische Nutzung der Anlagen über- und untertage kümmert sich seit 1992 der Freiberger Förderverein Himmelfahrt Fundgrube e.V.
  • Adresse: Fuchsmühlenweg 09, 09599 Freiberg | Tel: 03731 394571
  • Internet: www.besucherbergwerk-freiberg.de

Markus-Röhling-Stollen

Nach 600 Metern Fahrt mit einer kleinen Grubenbahn durch teilweise enge Stollen können die Besucher den im Ortsteil Frohnau der Bergstadt Annaberg-Buchholz gelegenen Markus-Röhling-Stollen besichtigen. Eindrucksvolle Zeugnisse aus der Zeit des Silber- und Kobaltbergbaus von 1733 bis 1857 und des Uranbergbaus aus DDR-Zeiten kann man in dem Besucherbergwerk erleben. Hauptattraktion ist das neun Meter hohe Kunstrad, das von Mitgliedern des Vereins Altbergbau originalgetreu und voll funktionsfähig nachgebaut wurde.

Aussengelände des Besucherbergerkes Markus-Röhling-Stolln, Foto: Weirauch
Aussengelände des Besucherbergerkes Markus-Röhling-Stolln, Foto: Weirauch

Info: Besucherbergwerk „Markus-Röhling-Stolln“, Sematalstraße 15, 09456 Annaberg-Buchholz, OT Frohnau

 Annaberg-Buchholz: Im Gößner

1995 wurde im Zentrum der Bergstadt Annaberg-Buchholz ein Schaubergwerk eröffnet. „Im Gößner“ befindet sich direkt gegenüber der berühmten St. Annenkirche. Nirgendwo in Deutschland gibt es eine derartige Konstellation, wo auf engstem Raum der Ursprung der Stadt, in diesem Falle die Silberfunde, und die davon ausgehende Wirkung auf Stadtentwicklung, Architektur und Kunst in Augenschein genommen werden können.

Das Erzgebirgsmuseum in Annaberg-Buchholz, Foto: D. Weirauch
Das Erzgebirgsmuseum in Annaberg-Buchholz, Foto: D. Weirauch

Der Eingang befindet sich direkt auf dem Hof des Erzgebirgsmuseum. Die Gäste erhalten im Besucherbergwerk einen Eindruck vom über 500-jährigen Silberabbau in der Erzgebirgsregion. (Info: Erzgebirgsmuseum, Große Kirchgasse 16, 09456 Annaberg-Buchholz, Internet: annaberg-buchholz.de

Zinngrube Ehrenfriedersdorf

Das Besucherbergwerk Zinngrube Ehrenfriedersdorf gehört zum Sächsischen Industriemuseum und repräsentiert den erzgebirgischen Gangerzbergbau auf Zinn- und Silbererz vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. Die Einfahrt erfolgt über eine Seilfahrtsanlage bis in 100 Meter Tiefe. Während der Führung werden die Erkundung, Gewinnung und Förderung von Erz vermittelt, funktionsfähige Bergbaugeräte demonstriert und die schweren Arbeitsbedingungen der Bergleute erlebbar gemacht.

Asthma-Heilstollen

Das besondere Klima unter Tage wird im Asthma-Heilstollen zur Behandlung von Patienten mit Erkrankungen der oberen Atemwege genutzt. Selber einmal Bergmann sein und mit Schlägel und Eisen arbeiten ist genauso möglich wie eine ausgedehnte Grubenfahrt. Adresse: Sächsisches Industriemuseum Besucherbergwerk „Zinngrube Ehrenfriedersdorf“, Am Sauberg 1, 09427 Ehrenfriedersdorf, Internet: zinngrube.de

Tiefer Molchner Stolln

Das Besucherbergwerk Tiefer Molchner Stolln Pobershau ist eines der ältesten und schönsten Museumsbergwerke im Erzgebirge. Hier können die Besucher hautnah die schwierige Arbeit der Bergleute erleben. Durch das Mundloch von 1822 wird eingefahren. Man sieht trocken gesetzte Bogen- und Kreuzgewölbe aus alter Zeit, geologische Aufschlüsse, gebrannte Weitungen des Zinnbergbaus, Gangabbau und vieles mehr.

Besuch im Schaubergwerk "Tiefer Molchner Stolln" Pobershau Foto TVE-R.Gaens
Besuch im Schaubergwerk “Tiefer Molchner Stolln” Pobershau Foto TVE-R.Gaens

Gezeigt werden ein funktionsfähiges Kunstgezeug, die Arbeit mit Schlegel und Eisen sowie die Froschlampe. Im von der Wismut in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts angelegten Teil des Schaubergwerkes können die Besucher in einer Art Zeitreise den Gegensatz zwischen mittelalterlichem und DDR-Bergbau erkunden. Info: Schaubergwerk Molchner Stolln Pobershau, Amtsseite-Dorfstraße 67, 09496 Marienberg OT Pobershau, Internet: molchner-stolln.de

Bergwerk Bernsteinzimmer

Beim Rundgang durch das Besucherbergwerk in Deutschneudorf erfährt man Interessantes zur Geschichte des Fortuna-Stolln und zum Mythos Bernsteinzimmer. Lange wurde das ausgelagerte Bernsteinzimmer hier vermutet. Manch einer glaubt heute noch daran, es dort in der tiefe des Berges zu finden. Zum Besucherbergwerk gehört die Gaststätte Huthaus mit Galerie und Steigerstube. Außerdem haben nicht nur Technikinteressierte die Möglichkeit, eine 220-PS-Einzylinder-Kolbendampfmaschine, eine Schachtkaue und eine Mineralienschleiferei zu besichtigen. (Schaubergwerk Fortuna, Deutschkatharinenberg 14, 09548 Deutschneudorf, Internet: fortuna-bernstein.de)

Zinnkammern Pöhla

Nach einer drei Kilometer langen untertägigen Zugfahrt in kleinen, engen Bergmannswagen im Stollen beginnt in den riesigen Zinnkammern eine Führung durch die Arbeitswelt des Bergmanns. In den größten Zinnkammern Europas kann man viel Interessantes über die Geheimnisse des Wismutbergbaus erfahren. Zudem gibt es Lasershows, Konzerte und verschiedene Veranstaltungen unter Tage. Höhepunkt in diesem Besucherbergwerk sind die Mettenschichten in der Weihnachtszeit, in der Bergmannsorchester in einer der Zinnkammern, etwa der Bergkapelle Thum, aufspielen. Hier lohnt  eine rechtzeitige Reservierung.(Info: Besucherbergwerk Zinnkammern Pöhla e.V, Luchsbachtal 19, 08340 Schwarzenberg / OT Pöhla,, Internet: zinnkammern.de)

Steinkohlenbergwerk Oelsnitz

Eine 1800 PS starke Dampfmaschine in Aktion sehen – das ist im Bergbaumuseum Oelsnitz möglich. Das Industriedenkmal besitzt auch ein eigenes Kinderbergwerk. Am Fuße des markanten, fast 60 Meter hohen Förderturms des Bergbaumuseums Oelsnitz steht auf einem Hügel ein kleiner Bruder. Er beherbergt eine Spielförderanlage, über die Kinder „Bodenschätze“ aus dem Kinderbergwerk fördern. Unter dem Förderturm gibt es verwinkelte Gänge zu entdecken. In der Sandspiellandschaft fesselt die Suche nach fossilen Abdrücken von Karbonpflanzen. Die Pflanzen selbst können dann im einmaligen „Karbonwald“ des Museums bestaunt werden.

Wer nach diesen ersten Entdeckungen Lust auf mehr hat, sollte sich eine Erlebnisführung im Bergbaumuseum nicht entgehen lassen: Ob Grubenlampentour oder eine Schatzsuche im Bergwerk, in dem Ende der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts eingerichteten Museumsbergwerk ist für jeden etwas dabei. Einst arbeiteten hier bis zu 1000 Bergleute und förderten in mehreren Schichten täglich bis zu 6000 Hunte Steinkohle nach oben. (Info: Bergbaumuseum Oelsnitz, Pflockenstraße 28, 09376 Oelsnitz/Erzgebirge, Internet: bergbaumuseum-oelsnitz.de

Wissenswertes

Befahrung

Besuch einer Grube. Der Bergmann geht oder läuft nicht unter Tage, er fährt, auch wenn er z.B. eine Leiter (Fahrt) hinabsteigt. Im 20. Jahrhundert wurden die Bergwerke aber tatsächlich durch kleine Bahnen befahren, die auch das Gestein abtransportierten.

Bergstreittag in Schneeberg

Bergstreittag wird jedes Jahr zum Maria Magdalena-Fest am 22. Juli begangen. Er erinnert an einen der ersten Lohnstreiks überhaupt vor über 500 Jahren. Höhepunkt ist die große Bergparade mit rund 600 Teilnehmern, die immer um 18 Uhr in Schneeberg-Neustädtel beginnt und 19 Uhr zum Berggottesdienst in der prächtigen St. Wolfgangskirche übergeht. Ab 20.30 Uhr werden dann auf dem Marktplatz die erzgebirgischen Bergmärsche musiziert. Schneeberg ist die einzige Stadt im Erzgebirge, in der im Sommer eine Bergparade abgehalten wird. Auch in Schneeberg gibt es ein Besucherbergwerk, das aber nur nach Anmeldung an bestimmten Tagen besichtigt werden kann. (Info: schneeberg.de)

Montanregion

Alljährlich am ersten Wochenende im Juni finden im Erzgebirge die Erlebnistage „Montane Kulturlandschaft Erzgebirge“ statt. In der gesamten Region werden dann Wanderungen durch die Montanlandschaft, bergbauliche Führungen über- und untertage sowie zahlreiche andere Veranstaltungen in Bergstädten, Schlössern und Burgen angeboten. Das böhmisch-sächsische Erzgebirge soll von der Unesco als Weltkulturerbe anerkannt werden. Eine Entscheidung wird 2019 erwartet. Das Welterbegebiet umfasst auf der sächsischen Seite des Erzgebirges zahlreiche Einzelobjekte, darunter auch Besucherbergwerke und andere technische Relikte. Den Welterbestatus sollen unter anderem die historische Altstadt von Schneeberg, Freiberg und die Bergbaulandschaft rund um Oelsnitz/Erzgebirge erhalten.

Weitere Bergwerke gibt es im Erzgebirge, darunter das Schaubergwerk „Herkules-Frisch-Glück, das Besucherbergwerk Waschleithe.  Sehenswert auch das an der Silberstrasse gelegene Kalkwerk Lengefeld. Informationen zu weiteren Schaubergwerken unter: www.silberstrasse.de

Traumwelt bei Wendt & Kühn in Seiffen

Besucher-Bergwerke Erzgebirge

Reise

Silberstadt Freiberg – mehr als Geschichte

Freiberg-2018 (41)Der Dom St. Marien ist eines der bekanntesten Baudenkmale Freibergs

Freiberg kannte ich schon aus den Romanen von Sabine Ebert. Und von verschiedenen Bergparaden sowie dem langwierigen Procedere in Sachen UNESCO-Weltkulturerbe. Freiberg und Annaberg-Buchholz gehören wie Marienberg, Schneeberg und Seiffen zu den wichtigen Orten im Weihnachtsland Erzgebirge. Also fuhren wir im Dezember wieder einmal hin. Freibergs Altstadt ist sehenswert. Die Stadt hat eine reiche Historie. Freiberg bietet so manches Kleinod und man ist immer wieder überrascht von der toll restaurierten Altstadt. Denn das war nicht immer so. Irgendwie atmet alles Geschichte. Selbst an kleine Details aus der Stadtgeschichte, wie die erste Gaslaterne, die hier 1811 brannte (es soll die erste Gaslaterne in Europa gewesen sein) wird erinnert.

Der Silberbergbau hat den sächsischen Ort reich gemacht Die Geschichte liest sich spannend. Die Stadt war wirtschaftliches Zentrum und Fernhandelsplatz mit bedeutender Münzstätte. Heute residiert das Oberbergamt in Freiberg. Die 1763 gegründete Bergakademie zählte unter anderem  Alexander Humboldt, Friedrich Wilhelm von Hardenberg (Novalis) und Theodor Körner zu ihren Schülern. In jüngster Zeit studierte Prinz Georg von Preußen, der jetzige Chef des Hauses Hohenzollern, an der berühmten TU Bergakademie Freiberg. Früher war es der Silberbergbau, der den Reichtum in die Stadt brachte, heute liegt der Schwerpunkt auf den Themen ressourcenschonende Energiegewinnung (Photovoltaik, Geothermie sowie Biomasse).

2019 soll die Entscheidung fallen, ob Teile der Montanregion des Erzgebirges zusammen mit dem böhmischen Erzgebirge auf die UNESCO-Welterbe-Liste kommen. In Freiberg jedenfalls ist schon Vorfreude zu spüren, wenngleich noch einige Hürden genommen werden müssen.

Einfachraus.eu empfiehlt einige der wichtigsten Sehenswürdigkeiten:

Weihnachtsmarkt und Bergparade

Der Weihnachtsmarkt gehört neben dem Striezelmarkt in Dresden und den Weihnachtsmärkten in Annaberg-Buchholz und Chemnitz zu den schönsten Weihnachtsmärkten in Sachsen und Deutschland.

Eingang zum Freiberger Weihnachtsmarkt, im Hintergrund das Rathaus
Eingang zum Freiberger Weihnachtsmarkt, im Hintergrund das Rathaus

Das alte Handelszentrum der Stadt ist der weitläufige Obermarkt. Vom 1897 aufgestellten Brunnen überblickt der Stadtgründer Markgraf Otto das Geschehen. Am auffälligsten ist das weiß leichtende Rathaus (1420-1474) mit der als Betstube für die Ratsherren bestimmte Lorenzkapelle im Turm und ein Glockenspiel aus Meißener Porzellan, das täglich um 11.15 Uhr und 16.15 Uhr ertönt.

Ein Spaziergang, am besten mit Stadtführer, lohnt. Zu den schönsten Gebäuden rundum zählen das Schönlebehaus (Nr. 1), ein dreigeschossiges Patrizierhaus vom Anfang des 16. Jahrhunderts, das ehemalige Kaufhaus (Nr. 16), Renaissancebau von 1545/1546 und das Lisskirchnerhaus (Nr. 17) von 1530 mit eindrucksvollem Frührenaissanceportal. Westlich vom Obermarkt steht die spätromanische Basilika Sankt Petri (1200), in der eine Silbermannorgel von 1735 zu Führungen und Konzerten erklingt.

Dom Sankt Marien

Freibergs bedeutendste Sehenswürdigkeit ist der Dom Sankt Marien, von 1484 bis 1501 als spätgotische Hallenkirche erbaut. Hier ruhen die protestantischen Fürsten der albertinischen Linie zwischen 1540 und 1700.

Die um 1230 entstandene Goldene Pforte prunkt mit reichem Skulpturenschmuck.
Die um 1230 entstandene Goldene Pforte prunkt mit reichem Skulpturenschmuck

Sehenswert ist die Tulpenkanzel (1508-1510) von Hans Witten (um 1475-1521), ein Höhepunkt spätgotischer Bildhauerarbeit. Weiterhin besitzt der Dom die erste Silbermann-Orgel (1711-1741) des damals 27-jährigen Orgelbauers, eine romanische Kreuzigungsgruppe (um 1230) und mit der Grablege der sächsischen Kurfürsten der albertinischen Linie das bedeutendste Denkmal des italienischen Manierismus nördlich der Alpen. Die um 1230 entstandene Goldene Pforte prunkt mit reichem Skulpturenschmuck.

Infos

  • Dom St. Marien – Ev.-Luth. Domgemeinde Freiberg
  • Untermarkt 1, 09599 Freiberg
  • Tel. : +49 (0) 3731 22598
  • www.freiberger-dom.de
  • Führungen: gaedt@freiberger-dom.de

Traumhaft: Terra Mineralia

Im Nordwesten der Altstadt steht das auf Resten einer mittelalterlichen Burg im 16. Jahrhundert errichtete Renaissanceschloss Freudenstein, das mit der Terra Mineralia der Technischen Universität Bergakademie Freiberg eine weltweit einzigartige Mineraliensammlung beherbergt.

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Panorama-Terra Mineralia, die Eingangshalle, Foto Jan Rieger

Auf 1.500 Quadratmetern zeigt das Schloss Freudenstein im historischen Ambiente tausende Schönheiten aus allen Schichten der Erde. Die Terra Mineralia ist eine Sammlung, die von der Mäzenin Erika Pohl-Stroer in aufwendiger Arbeit und einen Zeitraum von über 50 Jahren erstellt und liebevoll gepflegt wurde. Ein besonderer Höhepunkt erwartet die Besucher im Erdgeschoss. Unter einem Renaissancegewölbe liegen dort, fein sortiert und beleuchtet, zauberhafte Edelsteine, seltene Meteoriten und die größten und schönsten Mineralstufen der ganzen Sammlung. Viele der Funde sind extrem selten oder sogar einmalig und eröffnen dem Betrachter einen überwältigenden Einblick in das vielfältige Farb- und Formenspektrum der Kristalle der Welt.

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Terra Mineralia, Dauerausstellung der TU Bergakademie Freiberg, Foto Jan Rieger-Terra Mineralia

Die Terra Mineralia besitzt unter vergleichbaren Ausstellungen einen besonders hohen Schauwert. Denn obwohl natürlich auch die Forschung und Lehre der Freiberger Universität davon profitiert, erfolgte die Auswahl der Exponate vorrangig nach ästhetischen Gesichtspunkten.

Infos Terra Mineralia im Schloss Freudenstein

  • Schlossplatz 4, 09599 Freiberg
  • Tel.: +49 (0) 3731 394654
  • www.terra-mineralia.de
  • fuehrungen@terra-mineralia.de
  • www.freiberg-mineralia.de

Stadt-und Bergbaumuseum

Es gibt wohl keinen besseren Ort, um die Schätze eines der ältesten Museen Sachsens kennenzulernen, als den 500 Jahre alten spätgotischen Profanbau der Stadt Freiberg, den ehemaligen Domherrenhof. Hier hinter dem Dom ist das Stadt- und Bergbaumuseum untergebracht. Verschiedene Präsentationen führen in die Welt des hiesigen Bergbaus ein und zeigen wichtige Höhepunkte Freiberger Geschichte. Eine einmalige Kollektion von Kostbarkeiten zur Kulturgeschichte des Bergbaus rundet die Ausstellung ab.

Hinter dem Dom öffnet sich der Untermarkt mit dem Domherrenhof . Das Museum gilt als eines der ältesten bürgerlichen Museen des Bundeslandes Sachsen. Thematisierte Dauerausstellungen behandeln etwa den Freiberger Bergbau und die spätgotische Sakralkunst. Museumsleiterin Andrea Riedel (sie leitete u.a. bereits das UNESCO-Welterbe Rammelsberg in Goslar)  berichtet von umfangreichen Umbau- und Erweiterungsvorhaben in den kommenden Monaten. Mit dem Abbild einer „silbernen Pforte“ soll der Ergänzungsbau des Stadt- und Bergbaumuseums künftig bereits von Weitem das Thema Silber nach außen tragen. Nach über 20 Jahren ist die Dauerausstellung mittlerweile veraltet. Dies betrifft ihre Inhalte, die Präsentation als auch die Vermittlungstechniken. Multimediale Angebote sind derzeit überhaupt nicht vorhanden. Damit ergibt sich durch den Ergänzungsbau nicht nur eine neue Eingangssituation, sondern auch eine Neubetrachtung des gesamten Museumskonzepts. Als wir uns verabschieden, gewinnen wir den Eindruck: das Museum ist auf einem guten Weg. Frau Riedel hofft ebenso wie viele Freiberger, dass es 2019 mit der Anerkennung des UNESCO-Welterbes für die Montane Kulturlandschaft Erzgebirge/Krušnohoři klappt.

Infos Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg

  • Am Dom 1, 09599 Freiberg
  • Tel.: +49 (0) 3731 20250
  • www.museum-freiberg.de
  • info@museum-freiberg.de

Lehr- und Besucherbergwerk „Himmelfahrt Fundgrube“

In die Wiege des sächsischen Bergbaus führte uns am Folgetag der  Besuch des Lehr- und Besucherbergwerks „Himmelfahrt Fundgrube“. Die Schächte „Reiche Zeche“ (Bergbautechnik vom 14. Jahrhundert bis heute) sowie „Alte Elisabeth“ (u.a. die Dampfförderanlage aus dem Jahr 1848) sind attraktive Besuchermagnete. Leider war die “Alte Elisabeth” während unseres Besuches offiziell nicht zugänglich.

Hinein in den Förderkorb und dann ab nach unten
Hinein in den Förderkorb und dann ab nach unten

Das Strecksystem mit einer begehbaren Gesamtlänge von 20 Kilometern kann im Rahmen von Führungen erkundet werden. Hier erfähren die Gäste mehr zu den sehenswerten Besucherbergwerken im Erzgebirge.

Im Vorraum des Silberbergwerkes Himmelfahrt Fundgrube kann man ein mechanisches Silberbergwerk bestaunen
Im Vorraum des Silberbergwerkes Himmelfahrt Fundgrube kann man ein mechanisches Silberbergwerk bestaunen

Seit knapp 100 Jahren betreibt die Technische Universität Bergakademie das Forschungs- und Lehrbergwerk, zu dem seit Beginn der 90er Jahre ein Besucherbetrieb gehört. Das Besucherbergwerk steht unter dem Label „Silberbergwerk“ den Touristen und Gästen offen. Der „Reiche Zeche“-Schacht mit seinem weiträumigen Grubenfeld bietet den Besuchern die Möglichkeit, auf gesicherten vertikalen und horizontalen Auffahrungen von insgesamt 14 km Länge und bis in eine Tiefe von 150 m den Freiberger Gangerzbergbau bis in das 14. Jahrhundert zu erforschen. Betreiber des „Silberbergwerkes“ ist der Förderverein „Himmelfahrt Fundgrube“ e.V.

Blick auf das Hauptgebäude des Bergwerkes "Alte Elisabeth"
Blick auf das Hauptgebäude des Bergwerkes “Alte Elisabeth”

4. Sächsische Landesausstellung 2020

Im Jahr 2020 können Besucher der 4. Sächsischen Landesausstellung im Forschungs- und Lehrbergwerk Tradition und Erfindergeist 150 Meter unter Tage erleben und sich von der authentischen Atmosphäre eines noch aktiven Bergwerkes beeindrucken lassen. Auf spannende Weise werden große und kleine Gäste erfahren, wie Bergbau gestern und heute funktioniert, und wie Fragen der Rohstoffgewinnung zukunftsträchtig gelöst werden können. Dazu ist geplant, den untertägigen musealen Lehrpfad in einen Wissenserlebnispfad umzugestalten. Interessante Forschungsvorhaben präsentiert eine Forschungstour, die den Besucher entlang ausgewählter Versuchsstände ins offene Grubenfeld führen wird.

Zusatzausstellungen sind an folgenden Standorten geplant:

  • Industriemuseum Chemnitz (Maschinenbau)
  • Eisenbahnmuseum Chemnitz-Hilbersdorf (Eisenbahn und Gütertransport)
  • Tuchfabrik Gebrüder Pfau in Crimmitschau (Textilindustrie)
  • Bergbaumuseum Oelsnitz/Erzgebirge (Steinkohlebergbau)
  • Horch-Museum Zwickau (Automobilindustrie)
  • Himmelfahrt Fundgrube Freiberg (Erzbergbau, Ressourcenmanagement)

Infos zum Besucherbergwerk

Um die touristische Nutzung der Anlagen über- und untertage kümmert sich seit 1992 der Freiberger Förderverein Himmelfahrt Fundgrube e.V.

Adresse: Fuchsmühlenweg 09, 09599 Freiberg | Tel: 03731 394571

Internet: www.besucherbergwerk-freiberg.de

Hier geht es zu den gestaffelten Preisen/je nach Führung.

Tourist-Information Silberstadt Freiberg

Buchtipp: Sabine Eberts Bestseller-Romane haben die Silberstadt Freiberg und ihre spannende wie auch für ganz Sachsen prägende Geschichte weit über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt gemacht: Sechs Romane beleuchten Freibergs frühe Jahre, als die Besiedlung der Region einsetzte, zwei weitere zeigen, dass Freibergs Geschichte auch mit der Völkerschlacht eng verwoben ist – und auch aus ihrer neuen Romanreihe ‘Schwert und Krone’ ist das Erzgebirge nicht wegzudenken. Hier geht es zur Homepage von Sabine Ebert.

Wo Übernachten

  • Hotel Kreller
  • Am Obermarkt, Fischerstraße 5, 09599 Freiberg
  • Telefon: o3731 35900
  • www.hotel-kreller.de

Praktisch eingerichtete Zimmer in einem freundlichen Haus mitten in der Stadt. Auch ein Restaurant gehört dazu. Parkplätze auf dem Innenhof des Hotels (fünf Euro pro Nacht) oder im 50 Meter entfernten Parkhaus „Altstadt“ (Zufahrt über die Schillerstraße)

Anfahrt nach Freiberg

Autobahn A4, Abfahrt Siebenlehn und dann über die B 101, in Freiberg dem Hotelleitsystem folgen. Bei Anreise mit der Bahn kann ein Transfer zum Hotel organisiert werden, ebenso zu den Flughäfen Dresden, Leipzig und Berlin.

Hier geht es zu weiteren Erlebnissen in Freiberg: Was ist ein Bauerhase ?

Und hier die wichtigsten Besucherbergwerke im Erzgebirge mit “Reiche” Zeche”, dem Lehrbergwerk der TU Bergakademie Freiberg.

Die Recherche in Freiberg und Sachsen wurde unterstützt von TMGS Sachsen und Stadt Freiberg. Vielen Dank.

Hier geht es zur Homepage der Silberstraße: http://www.silberstrasse.de/

Hier geht es zu den Top – Besucherbergwerken im Erzgebirge.

Weitere Informationen

Baedeker, Deutschland Osten, 3. Auflage 2013, ISBN 978-3-8297-1360-3

www.baedecker.com

Reise

Weihnachtsland Erzgebirge

weihnachtenweihnachten_nachtwaechter_zwoenitz_wolfgang_thieme - kopie„Nachtwächter in Zwönitz“ (Tourismusverband Erzgebirge e.V./W.Thieme)

Immer wieder fahren wir in das Erzgebirge: Schneeberg, Freiberg, Schwarzenberg, Pobershau oder auch Annaberg-Buchholz. Letztes Jahr stand Chemnitz auf der Tagesordnung. 2018 geht es in die Silberstadt Freiberg. Wir sind gespannt.

Mit Blick auf den ersten Advent ist die Vorfreude im Erzgebirge überall spürbar. Die Weihnachtsmärkte sind vorbereitet, Plätzchen & Stollenbäcker sind fleißig am Werk und alles wird liebevoll dekoriert. Ab dem 1. Advent drehen sich die Pyramiden wieder,  die Schwibbögen sowie Bergmann- & Engel schmücken die Fenster und lassen das gesamte Erzgebirge in einem warmen Lichterglanz erstrahlen.  Die Bergmannsvereine rüsten sich für die vielen Termine der Bergparaden, die Chöre und Orchester stimmen sich musikalisch auf die schönste Zeit des Jahres ein.

Heimat der Traditionen

Feierliche Klänge begleiten in diesen Tagen die Bergmänner in ihren prächtigen Trachten durch die Städte & Orte. Bei diesen imposanten Bergparaden ahnt der Betrachter, welch wertvolle Arbeit die Bergleute einst verrichteten.

Auch die Historische Mettenschicht, die letzte unter Tage gefahrene Schicht vor Weihnachten zum Beispiel im den Zinnkammern Pöhla, ist ein festliches und ergreifendes Erlebnis. Gefeiert wird mit zünftiger Bergmannsmusik, Speckfettbroten und Glühwein. Mit der Schmalspurbahn zur Mettenschicht anreisen, das gibt es nur im Preßnitztal.

Eine vorweihnachtliche Tradition im Erzgebirge sind auch die Hutzen-Nachmittage und Hutzen-Abende. Früher kamen die Menschen der Region zur Dämmerung in der kleinen Stube beim Nachbarn zusammen. Es wurde geschnitzt, geklöppelt, geplaudert, gegessen und getrunken. Noch heute wird in vielen kulturellen Einrichtungen und Gaststuben die Hutzen-Tradition mit geselligem Beisammensein gepflegt. Tipp: Traditioneller „Hutznohmd“ im Bergbaumuseum Oelsnitz/Erzgeb.

Weihnachtsmarkt in Annaberg-Buchholz, Foto: Tourismusverband (Dirk Rueckschloss)
Weihnachtsmarkt in Annaberg-Buchholz, Foto: Tourismusverband (Dirk Rueckschloss)

Heimat der Engel

Bergmann und Engel zählen zu den bekanntesten Symbolfiguren des Erzgebirges, die seither unter den geschickten Händen der Spielzeugmacher und Kunsthandwerker in phantasievollen Varianten entstanden sind.  Am ersten Adventswochenende öffnet das traditionsreiche Familienunternehmen Wendt & Kühn in Grünhainichen seine Werkstatt-Türen. Bei den vorweihnachtlichen Schautagen kann man einen Blick hinter die Kulissen der handwerklichen Fertigung von klangvollen Spieldosen, Margeriten-Engeln und den berühmten Elf-Punkte-Engeln werfen und den Malerinnen über die Schultern schauen. www.wendt-kuehn.de

 

Schätze mit Geschichte zeigt das „Depot Pohl-Ströher“ in Gelenau in seiner Weihnachtsschau. Vom 25. November 2016 –  29. Januar 2017 tummeln sich erzgebirgische Volkskunst, darunter eine einmalige Sammlung an Pyramiden und Deckenleuchtern, sowie große mechanische Heimat- und Weihnachtsberge.

Heimat der Lichter

Warmes, weißes Leuchten verwandelt das Erzgebirge mit Beginn der Adventszeit in eine traumhafte Kulisse. Der Ursprung dieses heute sehenswerten erzgebirgischen Lichtermeeres liegt in der Tradition des Bergbaus, im Glauben an Gott und in der Sehnsucht des Menschen nach dem Licht. Der Schwibbogen, ist ein typisches Symbol dieser verwurzelten Sehnsucht.

Gäste erleben das festlich geschmückte Erzgebirge zum Beispiel bei der Lichterfahrt zum Jahresausklang mit der Erzgebirgischen Aussichtsbahn.  Wenn die Bahn zwischen Schwarzenberg und Annaberg-Buchholz die winterliche Kammregion des Erzgebirges erreicht, erleben Passagiere eine außergewöhnliche Aussicht. Städte und Dörfer erstrahlen im weihnachtlichen Glanz. Der kurze Halt auf dem Markersbacher Eisenbahnviadukt bietet eine einmalige Atmosphäre, der Zwischenstopp am Bahnhof Schlettau wärmenden Glühwein.

Heimat der Düfte

Geheimnisvoller Weihnachtsduft – die exakte Zusammensetzung der erzgebirgischen Räucherkerzen ist bis heute ein Geheimnis. Ob Weihrauch, Tanne, Orange oder Sandel – jeder Räucherkerzen-Hersteller hütet seine Rezeptur. Gleichwohl sind die Zutaten der Duftkegel bekannt: hochwertiger Holzkohlestaub, Sandelholz- und Rotbuchenmehl, Bindemittel und Duftstoffe aus Kräutern, Harzen, Blüten, Wurzeln oder ätherischen Ölen. Tipp: Räucherkerzenherstellung in Crottendorf sowie Schauwerkstatt “Zum Weihrichkarzl” in Neudorf. www.weihrichkarzl.de ; www.crottendorfer-raeucherkerzen.de

Schaut man zu Heiligabend auf die Tische der Erzgebirger, findet man verschiedene traditionelle Gerichte, so zum Beispiel das „Neunerlei.“ Seine neun Bestandteile, die je nach Ort stark variieren können, sind mit Wünschen für das neue Jahr verbunden.  Viele Gaststätten laden zu Neunerlei – Essen im gemütlichen Ambiente ein!

Weihnachtswunderland

Weihnachten im Erzgebirge, das ist eine ganz besonders stimmungsvolle Zeit. Hektik und Alltag kann man für Momente vergessen, so zum Beispiel bei einem besinnlichen Adventskonzert.  Auf den Weihnachtsmärkten entdeckt man einige Raffinessen. So zum Beispiel den liebevoll gestalteten  Wichtelkalender auf dem Annaberger Weihnachtsmarkt. In 24 mechanisierten Kalenderfenstern wird in “Werkstätten en miniature” erzgebirgisches Handwerk auf eindrucksvolle Weise lebendig.

Die große Bergparade Ende Dezember in Annaberg Buchholz ist mit über 1000 Trachtenträgern der krönende Abschluss.  Den Glanzpunkt bildet das gewaltige Bergkonzert an der St. Annen- Kirche.

Dieser ist erhältlich beim Tourismusverband Erzgebirge e.V. /Tel. 03733 188 0088  oder unter www.erzgebirge-tourismus.de  abrufbar.

Hier geht es zu den Besucherbergwerken in Sachsen.

Hier geht es zu den Bergparaden 2018.

Hier findet ihr die Termine der Weihnachtsmärkte in Sachsen.

 

Reise

Was ist ein Bauerhase ?

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Wer kennt den „Bauerhasen“?

Falscher Hase, Wiegebraten, faschierter Braten oder auch Heuchelhase ist als Synonym für einen Braten aus Hackfleisch in den verschiedenen Varianten in vielen Ländern bekannt.

Doch was ist ein „Bauerhase“? Unser Stadtführer im sächsischen Freiberg gab den Tipp, in der Freiberger Konditorei & Café Hartmann nach der süßen Gebäck-Spezialität zu fragen. Die Konditorei befindet sich in einem wunderschönen Jugendstilhaus, seit einigen Jahren von Mutter, Sohn und Schwiegertochter geführt. Der Besuch des alte

Der legendäre Bauerhase von Freiberg, ein beliebtes Souvenir
Der legendäre Bauerhase von Freiberg, ein beliebtes Souvenir

hrwürdigen Hauses mit Originaleinrichtugn lohnt. Ein Jugendstilcafé lädt zu einem Kaffee ein, dazu wird uns der Bauerhase empfohlen.

Aber was ist ein Bauerhase denn nun ?Die Geschichte um den Bauerhasen gibt es auf einem gedruckten Flyer gleich dazu, so dass unsere kleine Kaffeepause zugleich eine Lesepause wird – ganz so wie es früher in Lesecafés üblich war: in gemütlicher, stilvoller Atmosphäre Kulinarisches wie Geistiges zu genießen. Wir erfahren durch das Gedruckte ein Stück Stadtgeschichte: “Dass Markgraf Friedrich mit der gebissenen Wange (1257-1324) liebte das blühende Freiberg mehr als alle anderen Städte seiner Markgrafschaft Meißen. Denn es ließ sich in der reichen Silberstadt prächtiger Hof halten als anderswo. Zur Tafelrunde des Markgrafen zählte auch der damalige Kaplan von Sankt Marien, ein Feinschmecker, der auch gern dem Alkohol zusprach. An einem Fastnachtsdienstag hatte gab es wieder ein großes Gelage, kurz vor Mitternacht forderte der Markgraf, nunmehr als nächsten Gang, einen Hasen auf den Tisch zu bringen. Doch nach Mitternacht begann die Osterfastenzeit. Nach 12 Uhr einen Hasenbraten auf den Tisch zu bringen, warnte der Kaplan. Es folgte ein heftiger Streit zwischen Markgraf und Kaplan. Der Markgraf ließ kurzerhand den Koch rufen und befahl ihm, den Hasen tafelfertig zu machen und aufzutragen. Der Koch, ein pfiffiger Kerl, versprach den Auftrag so auszuführen, dass alle Seiten zufrieden sein würden.

Kurz vor Mitternacht setzte der Koch einen knusprigen wohlgespickten Hasen auf den Tisch. Der zornige Kaplan wollte das Tischtuch samt Hasen und Weinbecher herunterreißen. Aber die Tafelrunde hielt das Tischtuch fest, während der Koch mit einem Messer den Hasen quer durchschnitt. Es stellte sich heraus, dass es sich um ein Hefegebäck in Form eines Hasen handelte, der über und über mit Mandeln gespickt war, die hell aus der Zucker-Glasur hervortraten. Alle langten zu und fanden diese Schöpfung herrlich. Der Kaplan war ebenfalls zufrieden und hielt tapfer mit. Der Markgraf aber nannte diesen Hasen zu Ehren des witzigen Kochs den „Bauerhausen“. Denn der Koch hieß Bauer.”

Frau Herrmann mit Schwiegertochter im Cafe
Frau Herrmann mit Schwiegertochter im Cafe

Dank der jahrhundertealten Überlieferung stellen die Konditoren des Cafés Hartmann noch heute diese Gebäckspezialität her. Uns hat der fluffige frische Hefe-Bauerhase geschmeckt. Unsere kleine Pause war unterhaltsam, und zum Abschluss nahmen wir für unsere Freunde eine echte Freiberger Spezialität mit nach Haus. Und überdies sind Frau Hartmann und ihre Schwiegertochtre vorne im Geschäft auch sehr mitteilsam, was die anderen Freiberger Spezialitäten betrifft, beispielsweise die Freiberger Eierschecke, aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Die Freiberger Eierschecke
Die Freiberger Eierschecke
  • Adresse
    Konditorei & Café Hartmann
    Am Obermarkt, Peterstraße 1A, 09599 Freiberg/Erzgebirge
    Telefon/Fax: 03731 22807
    www.cafe-hartmann.de
    Öffnungszeiten:
    Dienstag bis Freitag 9-18 Uhr, Samstag 9-17 Uhr, Sonntag 13-17 Uhr, Montag geschlossen
  • .
Reise

Traumwelt bei Wendt & Kühn in Seiffen

Seiffen (58)

Die Adventszeit ist eine Zeit zum Träumen und zum Erinnern an Kindheitstage. Wir brsuchen in diesem Jahr Orte, wo die Erinnerungen besonders stark sind. Und wo wir Inspirationen für das Kommende erhalten. Der Besuch im Weihnachtsland erreicht seinen Höhepunkt im Erzgebirge. Wir sind in Seiffen, diesem magischen Ort:

2002 erwarb das Gebäude mit bewegter Geschichte in der Hauptstraße 97 in Seiffen
2002 erwarb Wendt & Kühn das Gebäude mit bewegter Geschichte in der Hauptstraße 97 in Seiffen

Besuch in Wendt & Kühn-Figurenwelt Seiffen

250 Quadratmeter. Elf Punkte. Ein Zauber. Wir sind mit Lena Sobotta verabredet. Sie führt kenntnisreich in die Geschichte des Unternehmens ein. “Grete Wendt liebte ihre Arbeit. Ihre Kreativität beflügelte sie. Und sie liebte die Vorstellung, dass sie den Menschen mit ihren Entwürfen ein Lächeln ins Gesicht zauberte.” So wie es die Mitarbeiterinnen der Wendt & Kühn-Figurenwelt in Seiffen täglich tun, wenn sie ihre Käuferinnen und Kunden zum Wendt & Kühn-Sortiment beraten. Wir erleben die Freundlichkeit des Teams vor Ort. Wie kann esauch anders sein. Das was die Damen dort in Seiffen verkaufen. Man kann es getrost als “Sortiment für die Seele” bezeichnen.

In der Seiffener Wendt & Kühn Figurenwelt werden die Kunden kompetent beraten, Foto: Weirauch
In der Seiffener Wendt & Kühn Figurenwelt werden die Kunden kompetent beraten, Foto: Weirauch

Besuch in Wendt & Kühn-Figurenwelt Seiffen

Im Haus im Ortszentrum von Seiffen weht der Genius loci, der Geist des Ortes. 2002 erwarb die Traditionsmanufaktur Wendt & Kühn das Gebäude mit bewegter Geschichte in der Hauptstraße 97 in Seiffen: Buchbinderei, Kinematographisches Theater, Fleischerei und nun Verkaufsgalerie. Diese beeindruckt durch eine architektonisch aufwendige Gestaltung. Altes und Neues verbindet sich mit  modernen, klaren Formen. Im Mittelpunkt des großzügig gestalteten Raumes: zwei fast drei Meter hohe Spieldosen.

Die Attraktion des großzügig gestalteten Raumes: zwei fast drei Meter hohe Spieldosen.
Die Attraktion des großzügig gestalteten Raumes: zwei fast drei Meter hohe Spieldosen.

Die Figurenwelt in Seiffen lässt keine (Figuren-)Wünsche offen: Hier finden Sammler, Liebhaber und all jene, die sich selbst und anderen gern eine Freude bereiten, das komplette Sortiment der Manufaktur. Jede Figur gibt es in mehrfacher Ausführung – so können die Besucher nach Herzenslust den ganz persönlichen Liebling auswählen. Die freundlichen Mitarbeiterinnen beraten fachkundig, kennen jeden Artikel und dessen Geschichte, nehmen sich Zeit für jede Nachfrage, jeden Wunsch. Denn sie wissen: Bei der Entscheidung für ein neues Blumenkind, einen Margeriten- oder Elfpunkteengel kommt es auf jedes Detail. Die Chemie zwischen zukünftigem Besitzer und Figur muss einfach stimmen.

Zauber auf 250 Quadratmetern
Ob Frühling, Sommer, Herbst oder Winter – die Figurenwelt verspricht zu jeder Jahreszeit unvergessliche Erlebnisse. Zwei Mal im Jahr kann die Verkaufsgalerie unter einem ganz besonderen Thema immer wieder neu entdeckt werden. Und in der oberen Galerieebene werden Einblicke in die spannende Geschichte der Manufaktur gewährt: Ausgewählte Exponate, Texte und Bilder laden zur Zeitreise ein.

Über eine Million Besucher begegneten seit der Eröffnung im Oktober 2003 den unverwechselbaren Figuren, inszeniert in detailreich arrangierten Welten, die Inspiration für exklusive Dekorationen und ganz persönliche Geschenke bieten.

  • Informationen zu Wendt & Kühn-Figurenwelt
    Adresse: Hauptstraße 97, 09548 Seiffen/Erzgebirge
    Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag: 10 – 18 Uhr
    Tel. 037362 8780
    Internet: www.wendt-kuehn.de

Die Traditionsmanufaktur Wendt & Kühn in Grünhainichen

Sie sind exklusiv und von zeitloser Schönheit. Ausgelegt für individuelle Ansprüche. Die farbenfrohen Figuren und Spieldosen aus der 1915 gegründeten Traditionsmanufaktur Wendt & Kühn. Bis heute bilden unzählige, von der Firmengründerin Grete Wendt (1897-1979) und der Gestalterin Olly Wendt (1896-1991) überlieferte Figurenentwürfe und Zeichnungen die Grundlage des Sortiments, der Marke und ihres Erfolges.

Heute genauso wie vor mehr als 100 Jahren werden die Figuren in aufwendiger Handarbeit in den Werkstätten in Grünhainichen von erstklassig ausgebildeten Fachkräften der Region (derzeit 199 Mitarbeiter, 12 Auszubildende) gefertigt. Sie sind mit der erzgebirgischen Holzkunsttradition verbunden und bringen damit Liebe zu den Produkten und zu ihrer Arbeit mit. Mehr als zwei Jahre dauert es beispielsweise, bis eine Malerin die Fertigkeit besitzt, den kunstvoll gestalteten Figuren einen unverwechselbaren Charakter zu verleihen. Nur die Herstellung der Artikel am Gründungsstandort wird dem Anspruch an Authentizität, höchste Qualität und handwerkliche Meisterschaft gerecht.

Der Grünhainichener Engel mit den charakteristischen elf weißen Flügelpunkten
Der Grünhainichener Engel mit den charakteristischen elf weißen Flügelpunkten

Jedes Jahr bereichern weitere Figuren das Markensortiment. Deren mustergetreue Fertigung nach Originalentwürfen der Schöpferinnen ist bei Wendt & Kühn oberstes Gebot. Die 2500 überlieferten Muster in ihrer außergewöhnlichen Form und Farbensprache gilt es vor dem Hintergrund eines sich über die Jahrzehnte ändernden Zeitgeistes sowie neuer Ansprüche der Sammler und Liebhaber immer wieder neu zu interpretieren. Auf diese Weise bleibt der unverwechselbare Charakter der Figuren erhalten, der Anmut, Ästhetik, Tradition und Exklusivität ausstrahlt.

Die drei wichtigsten Produktgruppen sind
Elfenpunktengel (erste Entwürfe 1923)


Blumenkinder (erste Entwürfe 1929)

und
Spieldosen (v.a. 1920er Jahre)

finden wohl auch die meisten Liebhaber.

Es waren und sind vor allem die Grünhainichener Engel mit den charakteristischen elf weißen Flügelpunkten, die den weltweiten Ruhm der Traditionsmarke Wendt & Kühn ausmachen. In etwa 160 verschiedenen Varianten, meist als Musikanten, sind sie rund um den Globus bekannt. Nicht weniger beliebt und gefragt sind die farben- und figurenreichen Spieldosen. Gefertigt für Liebhaber, die das Exklusive mögen und das Außergewöhnliche schätzen.

690 Fachgeschäfte weltweit

Insgesamt sind es mehr als 400 verschiedene Artikel, die von etwa 690 autorisierten Wendt & Kühn-Fachgeschäften in Deutschland angeboten werden. Stärkste Exportmärkte sind die USA, die Schweiz und Österreich sowie Schweden, die Niederlande, Kanada, Italien, Frankreich und Japan.

Nach einer aktuellen Umfrage des Instituts für Demoskopie in Allensbach vom Juni 2018 kennen 11 von 100 Deutschen die Traditionsfirma Wendt & Kühn. Die Zahl der Markenfans und Liebhaber, die Wendt & Kühn besitzen, hat sich innerhalb von drei Jahren um 60.000 Personen erhöht. Es wird immer beliebter, Artikel von Wendt & Kühn zu verschenken, bereits in der Gruppe der 30 bis 44-Jährigen.

Der Freiberger Bergmann

Der Bergmann ist als Symbolfigur für den Bergbau fest in der erzgebirgischen Kultur verwurzelt. In der Volkskunst tritt er oft in Begleitung des Engels auf. Auch Grete Wendt war mit diesem Brauchtum vertraut. 1912 – drei Jahre vor der Firmengründung – entwarf sie zunächst drei kleinere Bergmänner, bevor sie das 30 Zentimeter große Prachtexemplar mit zwei Lichtnäpfen schuf.

Mit bewusst gesetzten Anschnitten, einer aufwendig gefertigten Hose und Haube und dem unverwechselbaren Gesicht verströmt der Entwurf eine beinahe lebendige Anmut. Auf ihrer Entwurfsskizze, die bis heute im Musterarchiv von Wendt & Kühn  gehütet wird, vermerkte Grete Wendt die Bezeichnung „Freiberger Bergmann“. Aufwendige Recherchen in Museen und Stadtarchiven sowie erkenntnisreiche Gespräche mit Bergbau-Experten ergaben, dass es sich bei Grete Wendts Darstellung um eine sogenannte „Altvatertracht“ handelt. Diese zeichnet sich durch eine besondere Kopfbedeckung, die Gugel, aus. Der Altvater, eine Art romantische Fantasiefigur ist eine Referenz an die Altvorderen. In den bekannten Abbildungen der Altväter, wie sie beispielsweise auf zeitgenössischen Postkarten zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu finden waren, stellen sie in ihrer Grundform den Freiberger „Hauer“ dar. Der Hauer, auch Häuer genannt, ist ein Beruf im Bergbau und bezeichnet den Bergmann, der vor Ort Bodenschätze und Gestein löst. In Freiberg war der Hauer durch goldenen Knöpfe, schwarze Ärmelaufschläge und einen schwarzen Stehkragen gekennzeichnet. Während die Armtour – die Verzierungen auf den Ärmeln – bei der Bekleidung der Freiberger Bergmänner aus schwarzen Kordeln und Borten aufgenäht ist, trägt der Bergmann aus den Grünhainicher Werkstätten sie in gelber Farbe. Am Ende einer spannenden Spurensuche wird die Ähnlichkeit des Wendt & Kühn Bergmanns mit dem Hauer in Freiberg und der Altvaterfigur deutlich. Kleine, auf künstlerische Freiheit basierende Abweichungen mögen die bergmännischen Fachleute der kreativen Gestalterin nachsehen.

Sonderausstellung in Grünhainichen

Noch bis Ende Februar 2019 können Schulkinder in die Zeit von Hans Christian Andersen und der Brüder Grimm reisen. In Grünhainichen gibt die Traditionsmanufaktur Wendt & Kühn in ihrer Sonderausstellung „Im Reich der Fantasie – Märchen, Tier- und Kinderfiguren“ zusammen mit seltenen Zeichnungen und alten Kinderbüchern Einblicke in die fabelhafte Märchenzeit. Telefonische Anmeldung erwünscht: 037294 86128 oder per  E-Mail: erlebnis@wendt-kuehn.de.

Die Weihnachtsangebote: www.wendt-kuehn.de

Informationen zur Wendt & Kühn-Welt Grünhainichen

Adresse: Chemnitzer Straße 40, 09579 Grünhainichen
Tel. 037294 86128
Internet: www.wendt-kuehn.de

Die Recherche im Erzgebirge wurde unterstützt von der TMGS Sachsen. Vielen Dank.

Neu im Sortiment ist die Eule
Neu im Sortiment ist die Eule
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