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Leipzig feiert 100 Jahre Bauhaus

Leipzig - Grassi (24)

Auch in Leipzig wird 2019 das 100-jährige Jubiläum der Bauhaus-Architektur gefeiert. Die architektonischen Meisterwerke der 1920er und 1930er Jahre werden anhand von thematischen Ausstellungen sowie der Möglichkeit, sich selbst auf die Spuren des Bauhaus in Leipzig zu begeben, gewürdigt. Einfachraus.eu hat sich in Leipzig umgesehen. Hier eine Zusammenfassung.

Die Spuren des Bauhaus in Leipzig

Auch die Leipziger Bauhaus-Architekten bündelten sowohl ihre individuellen Erlebnisse der Kriegs- und Nachkriegsjahre als auch Beispiele aus ihrem künstlerischen Umfeld in ihrer Arbeit. Stadtbaurat James Bühring nahm sich die Klinkerarchitektur als Vorbild für seine architektonischen Vorhaben in Leipzig, die vor allem dekorative Inspiration verkörperte. Daraus entstand gemeinsam mit den expressiven Konturen des art Déco eine Stilfusion, die im Volksmund „Zackenstil“ genannt wurde. Auch der Leipziger Stadtbaurat Hubert Ritter war von dieser Fusion der Stilrichtungen beeindruckt und bezog sie in den Entwurf für den Bau des Grassimuseums und die Gestaltung der eindrucksvollen „Pfeilerhalle“ ein.

Blick in die Pfeilerhalle des Grassimuseums in Leipzig
Blick in die Pfeilerhalle des Grassimuseums in Leipzig

Die Pfeilerhalle gilt als einer der schönsten Innenräume des deutschen Art Déco und strahlt seit ihrer Sanierung 2010 wieder in voller Pracht. Das Grassimuseum ist heute eines der größten Museumskomplexe Deutschlands und beherbergt drei Museen von internationaler Bedeutung. Die Entwürfe des kommunalen Bauens in Leipzig erhielten zunehmend eine Orientierung in Richtung des so genannten „Neuen Bauens“, da Hubert Ritter von seinen Beziehungen zum Bauhaus in Dessau und den Entwicklungen im fortschrittlichen Städtebau beeinflusst wurde. Vor allem der Bau von Wohnanlagen, der Neubau von Schulen und die Leipziger  Großmarkthalle, auch Kohlrabizirkus genannt, folgten diesem Architektur-Konzept.

Hier eine Auswahl unserer Tour auf den Spuren der Moderne in Leipzig

Versöhnungskirche

Die Versöhnungskirche im Stadtteil Gohlis wurde von 1930 bis 1932 nach einem Entwurf des Bauhaus-Architekten Hans Heinrich Grotjahn erbaut. Sie stellt ein wichtiges Beispiel für Kirchenbau der klassischen Moderne dar. Der Stahlbetonskelettbau entstand in bewusster Modernität. Der Architekt legte besonderen Fokus auf die Senkrechte durch Körperkanten und Wandöffnungen und hatte damit eine neuzeitliche Interpretation zu gotischen Kirchenbauten entdeckt.

Der Eingangsbereich der Kirche ist vor allem von einem Kreuzfenster aus Beton und einer farbigen Glasfüllung geprägt und bildet damit das Hauptmerkmal des Baus. Den Innenraum der Kirche ziert eine für den Bauhaus typische, auffällig klar gegliederte und bescheidene Einrichtung, die mit Bildkunstwerken ergänzt wird.

Das heutige Wahrzeichen von Neu-Gohlis ist der weiße 39 Meter hohe Glockenturm. Wegen der Gegebenheiten des Bauplatzes verzichtete man auf die übliche östliche Orientierung des Chores beim Kirchenbau. Die Kirche erstreckt sich daher in Süd-Nord-Richtung. Die Versöhnungskirche liegt in unmittelbarer Nähe zur gleichartig entworfenen Krochsiedlung.

Blick in die Feierkapelle der Versöhnungskirche

Grassimuseum

Zentrumsnah dagegen liegt das Grassimuseum. Es ist eines der größten Museumskomplexe Deutschlands und beherbergt heute drei Museen von internationaler Bedeutung: das Museum für Völkerkunde zu Leipzig, das Museum für Angewandte Kunst und das Museum für Musikinstrumente der Universität Leipzig. Der Gebäudekomplex wurde von 1925 bis 1929 nach Plänen der Architekten Zweck und Voigt unter der Oberbauleitung von Stadtbaurat Hubert Ritter erbaut.

Das Gebäude mit stilistischen Anklängen an Neue Sachlichkeit und Art Déco gilt als einer der wenigen deutschen Museumsneubauten aus der Zeit der Weimarer Republik. Bauhaus-Liebhaber finden hier ein ganz besonderes Schmuckstück vor: die Josef-Albers-Fenster im Haupttreppenhaus des Museums. Josef Albers, der unter Walter Gropius ausgebildete Bauhausmeister, entwarf die 18 Fenster aus Flachglas im Jahr 1927. Die bis zu sieben Meter hohen Fenster bestehen aus mundgeblasenem Überfangglas und gelten als flächengrößte Glasgestaltung der Dessauer Bauhausperiode. Im Zweiten Weltkrieg wurden die historischen Originale zerstört, jedoch konnten die Fenster durch Bildquellen originalgetreu rekonstruiert werden.

Architektonisch bedeutend ist auch die Pfeilerhalle des Grassimuseums, die sich nach der Rekonstruktion im Jahr 2010 wieder in ganzer Pracht zeigt. Der repräsentative Veranstaltungsraum wurde 1927 im Art-Déco-Stil errichtet. Die Pfeilerhalle gilt als einer der schönsten Innenräume des deutschen Art Déco. Das Grassimuseum macht durch den Kontrast zwischen der Art-Déco-Außenfassade und der typischen Bauhaus-Verglasung besonders eindrucksvoll die unterschiedlichen Haltungen der Stilrichtungen deutlich. Hier ein blick in die Sonderausstellung zum Bauhausjubiläum.

Konsumzentrale

Der „Consum-Verein für Plagwitz und Umgegend“ entstand 1884, um die unteren Gesellschaftsschichten mit preisgünstigen Konsumgütern zu versorgen. Schon bald gehörte der Verein zu den größten in Deutschland. So wurden die Verwaltungs- und Produktionsgebäude, in dem sich unter anderem Bäckerei, Molkerei, Mühle, Fleischerei und Kaffeerösterei befanden, schnell zu klein.

Das neue Gebäude wurde 1930 nach den Plänen von Fritz Höger, einem führenden Vertreter des norddeutschen Klinker-Expressionismus, gebaut.  Zu seinen bevorzugten Stilelementen zählte die Verwendung von Klinker zur Fassadengestaltung, was er auch in Leipzig einsetzte. Dazu verwendete er Meißner Verblendklinker. Der 180 Meter lange mit Klinkern verkleidete und mit Mauerwerk ausgefachte Stahlbetonskelettbau entlang der Industriestraße ist ganz auf die horizontale Wirkung gerichtet. Diese ist markant gestaltet durch Fensterbänder über die gesamte Fassade und den wie ein Trichter geformten Haupteingang. Der Bau mit seinen waagerechten Gliederungen und den Schüsselscheiben der Fensterverglasungen erzeugt den Eindruck eines vorbeifahrenden Schiffs. Die Konsumzentrale in Plagwitz kann als das Werk Fritz Högers bezeichnet werden, welches am deutlichsten den Gedanken der Moderne in der Architektur entspricht.

Nibelungensiedlung (Rundling)

Nach dem Ersten Weltkrieg war die Wohnungslage in Leipzig kritisch – es fehlten 13.000 Wohnungen für 26.000 Wohnungssuchende. Diese neuen Anforderungen vereinte der Architekt Hubert Ritter in seiner kommunalen Rundbebauung in Lößnig, die von 1929 bis 1930 andauerte. Er orientierte sich an Bauten der Jungsteinzeit, die in Kreisstrukturen angeordnet waren. Der sogenannte Rundling wurde im Stile des Bauhaus errichtet und war Ritters Vision von modernem Wohnen. Die Kreisstruktur bündelt das Siedlungsleben und unterstreicht den Gemeinschaftscharakter des Wohngebietes. Die kreuzartig die Ringe durchschneidenden Quartierstraßen sind Sichtachsen, Gliederungselemente und Zugänge zugleich.

Er nutzte die ansteigende Bodenformation für eine Ringbebauung und ließ den inneren Ring noch ein Stockwerk höher bauen. Insgesamt besteht der Rundling aus 24 Häusern und weist am äußeren Ring einen Durchmesser von 300 Metern auf. Die Abstände der Häuser im mittleren Ring sind größer gelassen worden, um Blickbeziehungen von allen Punkten herzustellen.

Der Rundling beherbergt heute  609 Wohnungen in unterschiedlichen Größen und Grundrissen. Jede einzelne davon ist so konzipiert, dass sie optimale Lichtverhältnisse gewährleisten kann. Großen Wert wurde auch auf die Grünanlagen um die Gebäude herum gelegt. Ursprünglich gab es sogar ein Planschbecken

Weiterhin Sehenswert sind u.a.

Das Stelzenhaus

Als in Vorbereitung auf den Zweiten Weltkrieg die Kriegsproduktion angekurbelt wurde, entstand von 1937 bis 1939 das Stelzenhaus als Erweiterung der Wellblechfabrik und Verzinkerei Grohmann & Frosch in Plagwitz. Die Firma fertigte Bleche für den U-Boot- und Flugzeugbau und wurde deshalb als kriegswichtig eingestuft. Das Stelzenhaus ist eines der interessantesten Beispiele für Bauwerke der industriellen Moderne in Leipzig. Die Planung übernahm Architekt Hermann Böttcher. Mit seinem Entwurf schuf er ein herausragendes Beispiel für Industriearchitektur in der Nachfolge der klassischen Moderne. Die Funktionalität des Gebäudes steht dabei im Vordergrund. Die Baumaterialien Backstein und Beton unterstützen diesen Anspruch. Aus Platzmangel entwarf der Architekt die Stahlbetonkonstruktion auf hohen Stelzen, die dem Komplex seinen Namen gaben: Die massive Lagerhalle schwebt gewissermaßen über dem Wasser des Karl-Heine-Kanals – eine Seltenheit. Der Standort am Elster-Saale-Kanal war schwierig zu bebauen, da die Fläche direkt an der Böschung zum Kanal liegt. Trotzdem entschied man sich wegen des geplanten Kanalausbaus zur Elbe für diesen Standort. Denn so wäre eine Verbindung zum Hamburger Hafen möglich gewesen. Es wurden 101 Betonpfeiler im Kanal verankert, welche die Grundplatte des Baus stützen und die vier Teile des Industriebaus tragen. Die Front am Kanal ragt über das Wasser hinaus. Heute befindet sich in dem Gebäude neben Atelier- und Büroräumen auch ein Restaurant.

Ausstellungen zum Bauhaus-Jubiläum

Vom 18. April bis zum 29. September 2019 zeigt das GRASSI Museum für Angewandte Kunst die Ausstellung „Bauhaus_Sachsen“. Diese widmet sich den in Sachsen gebürtigen und tätigen Bauhäuslern und deren Wirken. Denn sowohl auf den Grassimessen wie auch in den Hallen der Mustermesse fanden die ambitionierten Künstler ihr Podium für neue Gestaltungsideen.

Auch das Museum für Druckkunst Leipzig würdigt das Bauhaus vom 30. Juni bis zum 27. Oktober 2019 mit der Ausstellung „Druckkunst 1919 – Das Bauhaus und seine Vorläufer im grafischen Gewerbe“. Mit einem Querschnitt durch das Jahr 1919 wird am Beispiel von Plakaten, Werbedrucksachen, Zeitschriften, Büchern, Schriftmustern und Fotografien gezeigt, wie innovativ das Druckgewerbe und die Gebrauchsgrafik in Deutschland kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs waren. Schon vor der Gründung des Bauhauses hat die Druckkunst die Sichtweisen auf moderne Gestaltung geprägt und beeinflusst.

Weitere Informationen zum Jubiläum “100 Jahre Bauhaus”: www.bauhaus100.de

Die Recherche in Sachsen wurde unterstützt von der Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen mbH und der Leipzig Information. Dank an Ines Nebelung und Andreas Schmidt.

Hier geht es zur TMGS Sachsen.

Reise

7 Tops im Erzgebirge

Aussichtsbahn Viadukt Markersbach2_TVE_Uwe_Meinhold. - Kopie (1)Fotograf / Quelle Tourismusverband Aussichtsbahn Viadukt e.V./Uwe Meinhold

“Glück Auf” im Erzgebirge: Nirgendwo in Deutschland gibt es so viele Sachzeugen des Bergbaus, faszinierende Bergstädte, imposante Sakralbauten, Besucherbergwerke und Kunstwerke mit bergmännischem Bezug wie im Erzgebirge. Sie bilden eine europaweit einzigartige Kulturlandschaft voller Traditionen und Vielfalt, derentwegen die Region den UNESCO-Welterbe-Titel anstrebt. Eine Entscheidung zur Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste wird im Sommer 2019 erwartet. Die Zeugen der verschiedenen Bergbauepochen reihen sich – wie Perlen an einer Schnur – entlang der Sächsisch-Böhmischen SILBERSTRASSE, sie gilt als längste Ferienstraße Sachsens.  Mit Sondervorführungen in Museen & Bergwerken, geführten Wanderungen sowie zahlreichen Mitmachmöglichkeiten laden die Bergbau Erlebnistage am 01. und 02. Juni 2019 ein, die 800-jährige Bergbaugeschichte des Erzgebirges zu entdecken!

Das Erzgebirge ist eine beliebte Wanderregion. Aber auch das ganze Jahr über lohnt ein Besuch im Erzgebirge. Wir geben einige Tipps.

 ❏ Kammweg Erzgebirge-Vogtland

Hoch hinaus- Gipfeltreffen im Erzgebirge: Das Erzgebirge ist eine der vielfältigsten Freiluftsportstätten Deutschlands. Egal ob allein oder in Gesellschaft, hier geht`s sportlich zu. Anspruchsvolles Wanderglück über die höchsten Gipfel des Erzgebirges ist auf einem der schönsten Weitwanderwege, dem Kammweg Erzgebirge-Vogtland garantiert. Erlebnis Tierwelt, unberührte Natur, spannende Ausblicke in eine überraschend schöne Landschaft machen den Reiz des 285 Kilometer langen Qualitätsweges aus, der von Altenberg /Geising bis nach Blankenstein in Thüringen führt. Dabei gibt es unterwegs viel zu entdecken, so zum Beispiel die „echt erzgebirgische Holzkunst“ rund um Olbernhau & Seiffen oder dampfende Rösser der Preßnitztal- und Fichtelbergbahn!

Fotograf / Quelle Tourismusverband Erzgebirge e.V./René Gaens
Kammweg_Oberwiesenthal Fichtelberg, Fotograf / Quelle Tourismusverband Erzgebirge e.V./René Gaens

Auch Oberwiesenthal, höchstgelegene Stadt Deutschlands, ist Etappenziel oder Startpunkt entlang des Kammwegs. Hier erleben Gäste Freizeitspaß pur auf der längsten Fly-Line Europas, mit der man vom Fichtelberg hinab ins Tal schwebt. Saison hierfür ist ebenso wie für    den  Kammweg Mai bis Oktober.  Passende Wanderangebote gibt`s unter www.kammweg.de

Wanderwochen

Jene, die gern in Gesellschaft unterwegs sind und Lieblingsplätze der Erzgebirger kennenlernen möchten, dürfen sich auch 2019 auf die Wanderwochen freuen! Schon vom 12. – 20. Januar 2019 startet die Winter-Wanderwoche. Zu Fuß oder mit Schneeschuhen geht es durch den erzgebirgischen Winter.
Vom 18. bis 26. Mai 2019 heißt es zur Frühjahrs- Wanderwoche wieder „unterwegs mit Freunden!“ Zur Auswahl stehen 58 Touren mit Streckenlängen zwischen 2 bis 20 km durch verschiedene Regionen sowie Städte des Erzgebirges. Sogar die „14 Achttausender“ sind als Tour „Himalaya im Erzgebirge“ mit von der Partie, dies zwar in Dezimetern gemessen – jedoch durchaus anspruchsvoll.
Die Herbstausgabe der Wanderwoche folgt dann vom 21.- 29. September 2019.

❏ „Stoneman Miriquidi”

Mit dem Rad auf aussichtsreichen Höhen entlang des Kamms oder durch romantische Täler, das ist pure Zweiradliebe im Erzgebirge! Pedalritter sind hier auf Trekkingrad, Rennrad E-Bikes oder dem Mountainbike gut unterwegs und können jede Menge Natur & Landschaft entdecken.

Fotograf / Quelle Tourismusverband Erzgebirge e.V./ ©Tobias Ritz
Tourismusverband Erzgebirge e.V./ ©Tobias Ritz

Für jeden Anspruch und jede Kondition ist etwas dabei. Jede Menge Höhenmeter & Adrenalin sammeln Mountainbiker auf der deutschlandweit einmaligen Strecke „Stoneman Miriquidi“- 2 Länder, 9 Gipfel, 4.400 Höhenmeter und 162 km pure Mountainbike emotion! Unterwegs streift man das Trailcenter Rabenberg, Deutschlands ersten Mountainbike Singletrailpark, hier ist Technik angesagt!
Ein einzigartiger Ritt auf der erzgebirgischen Pultscholle erwartet Rennradfans auf dem „Stoneman Miriquidi Road“. 290 Kilometer & 4.900 Höhenmeter führt diese Strecke über den deutschen Erzgebirgskamm und entlang des tschechischen Egergrabens. Informationen und Tipps zu weiteren Radtouren in der Region gibt es in der Broschüre “Zweiradliebe im Erzgebirge” oder in der ERZApp-Aktiv, diese ist als Premiumversion für iOS und Android kostenfrei verfügbar.

Märchenfilm- Festival „fabulix“

Erzgebirge märchenhaft: Das Erzgebirge ist eine märchenhafte Region! Es gibt geheimnisvolle Bergwerke, zahlreiche historische Bauten, Schlösser & Burgen, eine malerische Landschaft und fantastische Erlebnisangebote, die Familienherzen höherschlagen lassen! Unter dem Motto “Märchenfilme von Silber und Gold” findet vom 28. August – 01. September 2019 in der Altstadt von Annaberg -Buchholz das Internationale Märchenfilm- Festival „fabulix“ statt. Im Mittelpunkt stehen nationale und internationale Produktionen sowie Neuverfilmungen. Ein umfangreiches Programm, Lesungen und Workshops, ein Fachsymposium, mehrere Veranstaltungshöhepunkte und ein märchenhaft gestaltetes Umfeld werden für den passenden Rahmen sorgen. Zahlreiche Prominente, Schauspieler, Filmschaffende und Regisseure werden in der Bergstadt erwartet.

❏ Erzgebirgische Aussichtsbahn

Eine echte Kreuzfahrt für Landratten ist im Erzgebirge angesagt, denn mit Benzin, Diesel & Dampf darf die Erlebnisheimat in vielfältiger Weise zu Land erkundet werden. Los geht`s mit der Erzgebirgischen Aussichtsbahn, die im Mai in die Fahrsaison startet. Weitere Fahrtermine folgen dann im Jahresverlauf auf einer der eindrucksvollsten & aussichtsreichsten Bahnstrecken des Erzgebirges!

Fotograf / Quelle Tourismusverband Aussichtsbahn Viadukt e.V./Uwe Meinhold
Aussichtsbahn Viadukt e.V./ Foto: TVE, Uwe Meinhold

❏ Bergbau- Erlebnistage im Juni

Die Zeugen der verschiedenen Bergbauepochen reihen sich – wie Perlen an einer Schnur – entlang der Sächsisch-Böhmischen SILBERSTRASSE, sie gilt als längste Ferienstraße Sachsens. “Glück Auf” im Erzgebirge: Nirgendwo in Deutschland gibt es so viele Sachzeugen des Bergbaus, faszinierende Bergstädte, imposante Sakralbauten, Besucherbergwerke und Kunstwerke mit bergmännischem Bezug wie im Erzgebirge. Sie bilden eine europaweit einzigartige Kulturlandschaft voller Traditionen und Vielfalt, derentwegen die Region den UNESCO-Welterbe-Titel anstrebt.

Blick auf das Hauptgebäude des Bergwerkes "Alte Elisabeth"
Blick auf das Hauptgebäude des Bergwerkes “Alte Elisabeth”

Eine Entscheidung zur Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste wird im Sommer 2019 erwartet.
Mit Sondervorführungen in Museen & Bergwerken, geführten Wanderungen sowie zahlreichen Mitmachmöglichkeiten laden die Bergbau Erlebnistage am 01. und 02. Juni 2019 ein, die 800-jährige Bergbaugeschichte des Erzgebirges zu entdecken!

Vor dem Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg erinnert ein Hunt an die Zeit des Bergbaus
Vor dem Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg erinnert ein Hunt an die Zeit des Bergbaus
Aussengelände des Besucherbergerkes Markus-Röhling-Stolln, Foto: Weirauch
Aussengelände des Besucherbergerkes Markus-Röhling-Stolln, Foto: Weirauch

❏ Pobershauer Bergfest im September

Lebendige Bergbautraditionen erleben Gäste außerdem zum Pobershauer Bergfest vom 13. – 22. September 2019. Aller 5 Jahre erstrahlt der Marienberger Ortsteil Pobershau zum Bergfest außerhalb der Weihnachtszeit im Lichterglanz.

❏ Silbermann-Tage 2019

Ihr Erbauer ist weltberühmt, ihr silberner Klang unerreicht. Vor 300 Jahren schuf Gottfried Silbermann in der Region rund um die Bergstadt Freiberg eine einzigartige Orgellandschaft, die bis heute Musikliebhaber und Orgelfreunde aus aller Welt in ihren Bann zieht. Silbermanns wichtigstes Werk, die große Freiberger Domorgel, ist zugleich sein am besten erhaltenes. Als unangefochtene Königin steht sie auch im Mittelpunkt der Silbermann-Tage.

Der Dom St. Marien ist eines der bekanntesten Baudenkmale Freibergs
Der Dom St. Marien ist eines der bekanntesten Baudenkmale Freibergs

Seit 1978 prägt das Festival die Region zwischen Freiberg, Dresden und dem Erzgebirge in einmaliger Weise. Im Jahr 2019 finden die Silbermann-Tage vom 04. – 15.September statt. Wer sich auf die Spuren des berühmten Orgelbauers begeben möchte, sollte sich einen Besuch im Silbermann Museum des Schlosses Frauenstein nicht entgehen lassen. Seit mehr als 170 Jahren steht die Kleinstadt im Müglitztal bei Dresden weltweit als Synonym höchster Qualität, Präzision und für Luxus „Made in Germany”.

Unweit von Schloss Weesenstein gelegen, präsentiert sich Glashütte als lebendige Uhrmacherstadt mit zahlreichen namhaften Herstellern sowie einem modernen Uhrenmuseum, das in Europa seinesgleichen sucht. Unter dem Motto „Faszination Zeit – Zeit erleben“ zeigt das Deutsche Uhrenmuseum Glashütte nicht nur die Tradition der Uhrmacherkunst in Sachsen, sondern verschafft auch einen emotionalen Zugang zum Phänomen Zeit. Tipp: Glashütter ErlebnisZEIT am 18. & 19. Mai 2019

❏ Traditionelles Handwerk im Erzgebirge

Handwerk wird im Erzgebirge großgeschrieben. Traditionelle Fertigkeiten werden in der Region meisterhaft gepflegt und können bewundert werden! Das Traditionsunternehmen Wendt & Kühn gehört zu den renommiertesten Unternehmen im Kunstgewerbe.

Fotograf / Quelle Tourismusverband Erzgebirge e.V.
Fotograf / Quelle Tourismusverband Erzgebirge e.V.

In der Erlebniswelt am Firmenstandort in Grünhainichen sowie in der Figurenwelt Seiffen erzählen einzigartige Elfpunkte-Engel und Blumenkinder eine faszinierende Geschichte, die 1915 begann. Tolle Erlebnis-& Kreativangebote, wie zum Beispiel die „Ferien – Entdeckerführung“ nehmen Gäste mit auf eine wundervolle Reise.

In der Seiffener Wendt & Kühn Figurenwelt werden die Kunden kompetent beraten, Foto: Weirauch
In der Seiffener Wendt & Kühn Figurenwelt werden die Kunden kompetent beraten, Foto: Weirauch

❏ Walderlebnisdorf Blockhausen

Riesige Handwerkskunst erlebt man im Walderlebnisdorf Blockhausen. Die Naturidylle mit imposanten Hütten und dem längsten Tisch der Welt genießt weltweiten Ruf – auch wegen der Kettensägen- Schnitzereien auf international höchstem Niveau. Jedes Jahr zu Pfingsten holt der Sauensäger (Andreas Martin) die besten Kettensägen-Schnitzer nach Blockhausen, das Austragungsort der Weltmeisterschaft ist. Besonderheit: Das Hauptstück jedes Künstlers, das während der WM entsteht, bleibt vor Ort und macht selbigen zur Attraktion. Inzwischen ziehen mehr als 120 Groß-Skulpturen die Blicke auf sich. Der Huskycup (WM im Kettensägenschnitzen) findet vom 08.-10. Juni 2019 statt.

Weitere Information zur Reiseregion Erzgebirge

Tourismusverband Erzgebirge e.V.
Tel. +49 (0)3733/188 00 88
Internet: www.erzgebirge-tourismus.de

Hier geht es zu unserem Weihnachtsbesuch nach Freiberg und hier findet ihr Infos zu einigen Besucherbergwerken im Erzgebirge.

Reise

Neues aus Dresden und dem Elbland

Frauenkirche_Dresden_(c)_Katja_Fouad-VollmerTMGSFrauenkirche_Dresden_(c)_Katja_Fouad-VollmerTMGS

Dresden Elbland – Lebendige Traditionen. Besucherhighlights 2019 und 2020. Die ITB war wieder ein Erfolg. Auch als bekennender Sachsenfan hatte ich viele Gespräche in der Sachsen-Halle auf der ITB. Einer der umlagertsten Stände war neben dem Erzgebirge der counter der Dresden Marketing GmbH.  Besonders vielversprechend hört sich das diesjährige Sonderthema “1719 reloaded” an.  Dresden und das Elbland haben anlässlich des 300-jährigen Jubiläums der Hochzeitsfeier des Sohnes August des Starken mit Kaisertochter Maria Josepha gleich mehrere Events vorbereitet. Dazu zählen zum Beispiel eine Sonderausstellung im Verkehrsmuseum Dresden und eine sich am historischen Vorbild orientierende Wasserparade am 25. August 2019. Die Details stellt die DMG bei einer Pressekonferenz Anfang April  in Dresden vor.

Und das hatte die DMG-Presseabteilung u.a. im “ITB-Gepäck”:

300. Jahrestag der Hochzeitsfeierlichkeiten des Sohnes August des Starken

Dem 300. Jahrestag der Hochzeitsfeierlichkeiten des Sohnes August des Starken, Friedrich August, mit der österreichischen Kaisertochter Maria Josepha widmet sich Dresden das gesamte Jahr über. Events wie die Wasserparade am 25. August 2019 machen das damalige Hochzeitsfest erlebbar.Hochzeitsfest erlebbar.

Dresden. 1719 reloaded

Ein Megaevent der Barockzeit jährt sich 2019 zum 300. Mal: die Hochzeit von Friedrich August II., dem Sohn August des Starken, und der österreichischen Kaisertochter Maria Josepha, die damals 40 Tage lang gefeiert wurde. Dank Virtual-Reality-Erlebnis können Besucher die Party von einst auch heute hautnah miterleben – bei „TimeRide Dresden“, das Ende 2018 im Taschenbergpalais Dresden eröffnet hat. Das neue Angebot simuliert eine Reise durch das Dresden des Jahres 1719 – eine Kutschfahrt zum „Fest des Merkur“ im Dresdner Zwinger, das Teil der Hochzeitsfeierlichkeiten war (timeride.de/dresden). „Lustgondeln anno 1719“ empfindet die Fahrt des Brautpaares auf der Elbe nach, die mit einem festlichen Brautempfang in Pirna beginnt und in prunkvollen Gondeln von Pirna über Pillnitz nach Dresden führt. (25. 08. 2019).

Auch eine Sonderausstellung des Verkehrsmuseums Dresden (30. 08.  2019–05. 04. 2020) unter dem Titel „Von Prunkgondeln, Prachtkutschen und Pferdeäpfeln – Unterwegs zur Jahrhunderthochzeit 1719“ nimmt Bezug auf dieses Ereignis, ebenso eine spektakuläre Neueröffnung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden im Residenzschloss. Im September 2019 werden das rekonstruierte Paradeappartement August des Starken von 1719 mit Audienzgemach und Paradeschlafzimmer und zugleich das Porzellankabinett im Turmzimmer für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Folgen Sie dem großen Hochzeitsevent über www.dresden.de/1719.

Die Ausstellung „Feste. Dramen. Katastrophen. So nah wie nie“ wird ab Herbst 2019 die Geschichte der einst zu den modernsten europäischen Festungsanlagen zählenden Dresdner Stadtbefestigung nicht nur zeigen, sondern multimedial erlebbar machen. Die Gäste werden das Gefühl bekommen, mittendrin zu sein in einer vergangenen Epoche. Mit der neuen Ausstellung wird das Baudenkmal aus dem 16. Jahrhundert, bislang eher ein Geheimtipp, da unter der bekannteren Attraktion Brühlsche Terrasse „versteckt“, endlich wieder sichtbar gemacht.

Der Balkon Europas – die Brühlsche Terrasse, Foto: ddpix.de

Im Kupferstich-Kabinett des Residenzschlosses widmet sich eine Sonderausstellung dem 350. Todestag eines der bedeutendsten und bekanntesten niederländischen Künstler der Barockzeit: Rembrandt. Besonders stolz ist Dresden auf die bereits von den sächsischen Kurfürsten erworbenen Rembrandt-Radierungen. Die neue Ausstellung „Rembrandts Strich“ wird mit 100 Werken aus allen Schaffensperioden des Künstlers sowie 50 Radierungen und Zeichnungen seiner Schüler und Nachfolger speziell an den Zeichner und Grafiker Rembrandt erinnern (14. 06.–15. 09. 2019).

Neue Bühne für Alte Meister: Der Dresdner Zwinger ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Deutschlands. Er wurde ab 1709 als Orangerie errichtet und 1719 als prachtvolle Kulisse für die Jahrhunderthochzeit eingeweiht. Daran erinnert der barocke Festumzug zur Rückkehr der Orangenbäume am 18. Mai 2019. Eine Fülle von bedeutenden Werken aus der bildenden Kunst, der Porzellanherstellung und der faszinierenden Welt des historischen Messinstrumentenbaus wird im Zwinger in insgesamt drei Museen präsentiert. Für große Vorfreude sorgt bereits jetzt die Wiedereröffnung der Gemäldegalerie Alte Meister und der Skulpturensammlung am 7. Dezember 2019 nach langjähriger Generalsanierung.

Der Porzellanpavillon im Dresdner Zwinger, Foto: DMG
Der Porzellanpavillon im Dresdner Zwinger, Foto: DMG

Mit der Erfindung des Meissener Porzellans Anfang des 18. Jahrhunderts wurde nicht nur eine besondere kunsthandwerkliche Tradition begründet, sondern der Grundstein für eine der erfolgreichsten Markengeschichten der Welt gelegt. Die Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen lädt ein, in die Welt ihrer kostbaren Schätze einzutauchen – im Museum der Meissen Porzellan-Stiftung. Neben liebevoll präsentierten Schaustücken der Dauerausstellung gibt es 2019 anlässlich seines 250. Todestages eine Sonderausstellung zu Johann Friedrich Böttger, dem Erfinder des sächsischen Porzellans.

Die Sächsische Staatskapelle, 1548 gegründet, ist eines der ältesten Orchester der Welt. In der Semperoper beheimatet, bringt es klassische Werke zu Gehör und ist einmal im Jahr auch als Ballorchester zu erleben: beim alljährlichen Semperopernball (07. 02. 2020), der in seiner 15. Auflage im Jahr 2020 selbst schon zur Tradition geworden ist.

Noch älter ist der Dresdner Kreuzchor, dessen Wurzeln bis ins Mittelalter zurückreichen. In der Stadt erklingen die jungen Stimmen aber nicht nur – wie bei den monatlichen Kreuzchorvespern, der Ostermette oder dem Weihnachtsoratorium – in der Kreuzkirche. Seit zwei Jahren laden die Kruzianer auch sehr erfolgreich zum großen Weihnachtskonzert in Dresdens Fußballstadion ein (19. 12. 2019, Rudolf-Harbig-Stadion).

„Wandlung“ – das ist das Versprechen des Musikjahres der Frauenkirche Dresden und des Geigers Daniel Hope in seinem ersten Jahr als dessen Artistic Director.

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Frauenkirche Dresden(c)Katja Fouad-Vollmer, TMGS

Klang und Tradition treffen im Dresdner Kulturpalast aufeinander. In dem 2017 nach kompletter Sanierung neu eröffneten Haus haben sowohl die Dresdner Philharmonie als auch die Herkuleskeule, eines der ältesten und bekanntesten Kabarett-Theater Deutschlands, ihre neue Heimat gefunden. Kaum wiedereröffnet, feiert das im Stil der DDR-Moderne erbaute Haus 2019 das Jubiläum seines 50-jährigen Bestehens. Im Zentrum der Festwoche vom 5. bis 13. Oktober 2019 steht eine Revue unter dem Titel „Ein Kessel Buntes“ mit den Highlights aus 50 Jahren Kulturpalastprogramm unter Beteiligung von KünstlerInnen aller Genres. Darüber hinaus wird es ein Festkonzert der Dresdner Philharmonie geben, das mit seiner die Grenzen des klassischen Repertoires überschreitenden Programmwahl in die Zukunft weist.

Festivals in Dresden Elbland

Eine Vielzahl großer und kleiner Festivals und Veranstaltungen unterschiedlicher Couleur sorgt Jahr für Jahr für einen großartigen Eventkalender und zeigt, dass Kultur und Lebensfreude in Dresden Elbland zuhause sind:

  • Internationales Dixieland-Festival Dresden (19.–26. 05. 2019/17.–24. 05. 2020)
  • CANALETTO – Dresdner Stadtfest (16.–18. 08. 2019/14.–16. 08. 2020)
  • Literaturfest Meißen als größtes eintrittsfreies Open-Air-Lesefest Europas (06.–09. 06. 2019)
  • Moritzburg Festival (04.–18. 08. 2019/08.–23. 08. 2020) und
  • Neue Burgfestspiele Meißen (16.–29. 06. 2019)
    prägen das kulturelle Leben weit über die sächsischen Landesgrenzen hinaus.

Die Dresdner Musikfestspiele nehmen vom 16. Mai bis 10. Juni 2019 (12. 05.–12. 06. 2020) unter dem Motto „Visionen“ auch auf das Bauhaus-Jubiläum Bezug. Intendant Jan Vogler möchte in den 56 Veranstaltungen an 22 Spielstätten mit KünstlerInnen und MusikerkollegInnen aus aller Welt im Sinne der Bauhaus-Philosophie Genregrenzen sprengen und Traditionen neu beleben. Zum Auftakt gibt Starsänger René Pape erstmals mit dem Dresdner Festspielorchester unter der Leitung von Ivor Bolton ein Gastspiel in seiner Heimatstadt, während Gitarrenlegende Eric Clapton einen stimmungsvollen Abschluss des 42. Festspieljahrgangs verspricht.

Historische Bergbahnen an den Elbhängen, die älteste und größte Raddampferflotte der Welt, das Dresdner Dampfloktreffen (12.–14. 04. 2019/10.–12. 04. 2020) und die zwei historischen Schmalspurbahnen Lößnitzgrundbahn in Radebeul und Weißeritztalbahn in Freital sind erlebbare Zeugnisse sächsischer Industriekultur.

Traditionen genießen – Weinbau im Elbland

Klein und fein und mit jahrhundertelanger Geschichte: Entlang der Sächsischen Weinstraße zwischen Pirna und Diesbar-Seußlitz stehen nicht große Rebflächen und viele Hektoliter im Vordergrund. In einem der kleinsten Weinanbaugebiete Deutschlands konzentriert man sich lieber auf den feinen Geschmack. Insgesamt 15 Elbland-Winzer wurden 2018 vom Gault&Millau-Weinguide prämiert. Neben den edlen Tropfen steht immer auch das Erlebnis Wein im Vordergrund: bei den Tagen des offenen Weingutes (24.–25. 08. 2019/29.–30. 08. 2020), bei geführten Weinbergswanderungen und auf den Weinfesten im Herbst, zum Beispiel in Radebeul und Meißen (27.–29. 09. 2019/25.–27. 09. 2020).

Traditionen ganz modern – Neue Bühnen in Dresden

Dresden lockt mit sieben neuen Bühnen. Vier davon wurden mit der Eröffnung des neuen Kultur- und Kreativzentrums Kraftwerk Mitte Dresden an die Öffentlichkeit übergeben. Eine wird von der Staatsoperette Dresden, dem einzigen selbstständigen Operettentheater Deutschlands, mit Operetten-Klassikern wie der „Fledermaus“, Musicals wie „Wonderful Town“ von Leonard Bernstein oder der Wiederaufnahme von „Catch me if you can“ bespielt.

Drei der Bühnen gehören zum tjg. theater junge generation, wobei sich eine davon ausschließlich dem Puppentheater widmet. In Deutschlands zweitältestem Kinder- und Jugendtheater steht unter dem Spielzeitmotto „Neue NachbarInnen“ unter anderem die deutsche Erstaufführung von „Ich mach dich platt“ auf dem Spielplan – ein Stück, das sich dem Thema Gewalt widmet. Ebenso im Programm „Rico, Oskar und das Vomhimmelhoch“ nach der gleichnamigen Kinderbuchreihe. 2019 feiert das tjg ein großes Jubiläum: seinen 70. Geburtstag. Auch der moderne und für seine herausragende Akustik gefeierte Konzertsaal und die Bühne des traditionsreichen Kabaretts „Herkuleskeule“, beide im Dresdner Kulturpalast, zählen zu den sieben neuen Bühnen. Ganz frisch ist schließlich auch Semper Zwei, eine Experimentierstätte für verschiedene Musiktheaterformate, die Raum für zahlreiche musikalische Reihen, wissenschaftliche Kolloquien und tänzerische Projekte der Semperoper Dresden bietet.

Sonderausstellungen Bauhaus

Auch Dresden nimmt Bezug auf das Bauhaus-Jubiläum. Die Sonderausstellung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden „Zukunftsräume. Kandinsky, Mondrian, Lissitzky und die abstrakt-konstruktive Avantgarde in Dresden 1919 bis 1932“ ist vom 2. März bis 2. Juni 2019 im Albertinum zu erleben.

Immer nah dran an Mensch und Gesellschaft ist das Deutsche Hygiene-Museum Dresden, das unter anderem mit Sonderausstellungen wie „Shine on me. Wir und die Sonne“ (noch bis 18. August 2019) wieder starke Akzente setzt.

Weihnachten in Dresden Elbland

Zum Jahresende verwandelt sich Dresden Elbland in eine romantische Weihnachtsregion. Zwei Botschafter geben dieser besonderen Zeit ihren Glanz: Der Dresdner Striezelmarkt (27. 11.–24. 12. 2019), der älteste deutsche Weihnachtsmarkt, ist bereits seit 1434 Magnet für Dresdner und Gäste. Untrennbar mit dem Weihnachtsmarkt verbunden ist der Dresdner Christstollen – das weltberühmte Traditionsgebäck, das nur von ausgewählten BäckerInnen aus der Landeshauptstadt und der Region hergestellt werden darf. Auf dem Markt, dem der Stollen einst seinen Namen gab, ist das Handwerk überall erlebbar – ob in der Schaubackstube, an den vielen fein geschmückten Ständen oder beim 26. Dresdner Stollenfest (07. 12. 2019), für das die Dresdner StollenbäckerInnen einen tonnenschweren Stollen backen werden.

© Landeshauptstadt Dresden, Amt für Wirtschaftsförderung / Foto: Sylvio Dittrich
Striezelmarkt in Dresden © Landeshauptstadt Dresden, Amt für Wirtschaftsförderung / Foto: Sylvio Dittrich

So genussvoll der Stollen, so märchenhaft ist dieses Highlight im Elbland: „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, die Winterausstellung im Schloss Moritzburg, zieht seit vielen Jahren Zehntausende Gäste auf das romantische Jagdschloss (November 2019 bis März 2020). Das einzigartige Weihnachtsgefühl komplettieren zahlreiche Weihnachtsmärkte in der Stadt und der gesamten Region sowie Veranstaltungen in Kirchen und auf Bühnen.

Neue Tradition – Wintersport auf Weltniveau

Für bewegende Momente im doppelten Sinne sorgt die sächsische Landeshauptstadt mit dem FIS Skilanglauf Sprint Weltcup. Wenn die Einzel- und Teamsprints am Königsufer vor der berühmten Altstadtsilhouette nach der erfolgreichen Premiere 2018 bereits zum dritten Mal ausgetragen werden, bietet sich die seltene Gelegenheit, die WeltmeisterInnen und OlympiasiegerInnen hautnah zu erleben (11.–12. 01. 2020).

Zel: Europäische Kulturhauptstadt 2025

Die Zukunft Dresdens mitzugestalten – das steht im Zentrum der Bewerbung Dresdens für den Titel Europäische Kulturhauptstadt 2025. Michael Schindhelm, der Kurator für Dresdens Bewerbung, sagt über die Stadt: „Es gibt Orte, die immer wieder Kreativität anziehen, Orte mit einer besonderen DNA.“

Die Dresdner Banda Internationale spielt zum Straßenfest Bunte Republik Neustadt. Foto: Moritz Schlieb
Die Dresdner Banda Internationale spielt zum Straßenfest Bunte Republik Neustadt.
Foto: Moritz Schlieb

ELBE DAY Torgau

Die Renaissance- und Lutherstadt Torgau lädt auch nach dem großen Luther-Jubiläumsjahr auf historische Entdeckungstour ein: beim ELBE DAY Torgau, dem Festival zur Erinnerung an die Begegnung amerikanischer und russischer Soldaten an der Elbe bei Torgau am 25. April 1945 (25.–28. 04. 2019/ 24.–26. 04. 2020) oder im Oktober zu Luthers Kirchweih (04.–06. 10. 2019) anlässlich der Festtage zur Weihe der Schlosskirche mit Volksfest, Theater und beeindruckenden Lichtinstallationen.

Weitere Informationen:

Veranstaltungskalender: www.dresden.de/veranstaltungen

Weihnachten in Dresden Elbland auf einen Blick: www.dresden-weihnachten.info

Aktuelle Geschichten aus Dresden Elbland: www.dresden-magazin.com

Reise

” Elf Punkte- Ein Zauber” entdecken.

Der Grünhainichener Engel® erhält seinen elften Punkt. Bild-Quelle, ruemmlerfotografie

Wendt & Kühn gehört zu den renommiertesten Unternehmen im Kunstgewerbe.  Liebhaber und Sammler schätzen die aufwendig hergestellten Figuren und Spieldosen, gefertigt nach überlieferten Entwürfen der Gründerinnen Grete & Olly Wendt. In der Weihnachtszeit hatte einfachraus.eu das Erlebniszentrum in seiffen besucht. Hier könnt ihr näheres über unseren Besuch dort erfahren. Im Mai 2019 kann man den Mythos und das zeitlos schöne Erbe exklusiv bei der Reise ” Elf Punkte- Ein Zauber” entdecken.

In der Erlebniswelt am Firmenstandort in Grünhainichen erzählen einzigartige Elfpunkte-Engel und Blumenkinder eine faszinierende Geschichte, die 1915 begann. Im bekannten Spielzeugdorf Seiffen, keine Autostunde entfernt, bietet die Wendt & Kühn-Figurenwelt liebevoll inszenierte Figurenarrangements, die zu stilvollen Dekorationen und geschmackvollen Geschenken inspirieren. In der Kreativ Galerie wird man außerdem selbst zum Künstler.

Stammhaus der Manufaktur Wendt & Kühn in Grünhainichen und Sitz der Wendt & Kühn-Welt_Bild-Quelle, Juliane Mostertz(1)
Stammhaus der Manufaktur Wendt & Kühn in Grünhainichen und Sitz der Wendt & Kühn-Welt_Bild-Quelle, Juliane Mostertz(1)

Für jene, die den Mythos von Wendt & Kühn hautnah erleben möchten, empfiehlt sich das exklusive Reiseangebot “Elf Punkte – Ein Zauber” vom 9. bis 12. Mai 2019, wo man außergewöhnliche Einblicke in die Geschichte, die Fertigung und die Heimat der Blumenkinder, Engel und Spieldosen erhält. Zudem gibt es tolle Erkundungen im berühmten Spielzeugdorf Seiffen sowie am Firmenstandort von Wendt & Kühn in Grünhainichen. Auch ein Ausflug auf das naheliegende Schloss Augustusburg, eines der schönsten Renaissanceschlösser Mitteleuropas, ist im Programm enthalten.

Blick in die Wendt & Kühn-Figurenwelt im bekannten Spielzeugdorf Seiffen._Bild-Quelle, Juliane Mostertz
Blick in die Wendt & Kühn-Figurenwelt im bekannten Spielzeugdorf Seiffen._Bild-Quelle, Juliane Mostertz

Informationen zum Programm

  • 3 Übernachtungen (vom 9. bis 12. Mai 2019) mit Halbpension im Hotel Erbgericht „Buntes Haus“ Seiffen
  • 2 x Mittagessen
  • Kurtaxe, Eintrittsgelder gemäß Programm, Erinnerungsgeschenk, Busfahrt zum Stammhaus in Grünhainichen und nach Augustusburg, Reisesicherungsschein
  • während des gesamten Programms Begleitung durch regionale Gästeführer

Der Preis

  • 369 Euro pro Person im Doppelzimmer, 36 Euro Einzelzimmerzuschlag

Donnerstag, 9. Mai 2019

  • Individuelle Anreise nach Seiffen
  • Begrüßung
  • Gemeinsames Abendessen
  • Vorstellung des Programms

Freitag, 10. Mai 2019

  • Empfang in Seiffen in der Wendt & Kühn-Figurenwelt
  • Besuch Spielzeugmuseum Seiffen
  • Gemeinsamer Mittagsimbiss
  • Zeit zur freien Verfügung
  • Möglichkeit zur Nutzung der Angebote in der „Kreativ-Galerie“ oder

geführte Wanderung zum Freilichtmuseum

  • Gemeinsames Abendessen
  • Bergkirche Seiffen mit Führung und kleinem Orgelspiel
  • Bei Interesse anschließend ein kleiner nächtlicher Rundgang durch Seiffen

Samstag, 11. Mai 2019

  • Gemeinsame Busfahrt nach Grünhainichen
  • Exklusive Führung durch die Manufaktur im Rahmen der Schautage
  • Gemeinsames Mittagessen
  • Besuch Schloss Augustusburg mit Zeit zur freien Verfügung oder

Teilnahme an einem geführten Rundgang

  • Erzgebirgsfahrt zurück nach Seiffen
  • Gemeinsames Abendessen
  • Anschließend Impressionen vom Wochenende
  • Tipps für individuell nutzbare Zeit am Sonntag
  • Übergabe Erinnerungsgeschenk
  • Offizieller Abschluss des Wochenendes

Sonntag, 12. Mai 2019

  • Zeit zur freien Verfügung
  • Möglichkeit zur Nutzung der Angebote in der „Kreativ-Galerie“
  • Individuelle Abreise

Weitere Informationen & Kontakt:  Wendt & Kühn KG Telefon (037294) 86 128  www.wendt-kuehn.de/erleben

 

Begeisterte Teilnehmer der Wendt & Kühn-Reise
Begeisterte Teilnehmer der Wendt & Kühn-Reise

 

Reise

Osterreiten in der Lausitz

OsterreitenBornitz (25)Osterreiter in der Lausitz, Foto: D.Weirauch

Das Osterreiten ist der bekannteste Brauch der katholischen Sorben in der Oberlausitz. Betend und singend ziehen Pferde und Reiter über die Straßen und Feldwege nahe der sächsischen Städte Bautzen, Kamenz, Hoyerswerda und Ostritz. Osterreiten in der Lausitz

hier die Termine für 2019 in Bautzen

Osterreiten in der Lausitz

In zehn Prozessionen tragen etwa 1.600 festlich gekleidete Osterreiter im Gehrock und Zylinder auf geschmückten Pferden die frohe Botschaft der Auferstehung Christi in die Nachbarkirchgemeinde. Sie führen in ihrer Prozession Kirchenfahnen, das Kreuz und die Statue des Auferstandenen Jesus Christus mit. Die Straßen werden von Tausenden Zuschauern gesäumt. Und es gibt eine Menge zu Bestaunen. Das Pferdegeschirr ist silber- oder muschelbesetzt, die rote Satteldecke oftmals mit einem Osterlamm bestickt. Sorbische Kirchenlieder singend und traditionelle Gebete sprechend, verkünden die Osterreiter die Auferstehung. Aus dem ursprünglichen Winteraustreiben ist nunmehr das Überbringen der frohen Osterbotschaft geworden.

Die erste urkundliche Erwähnung dieses unter den katholischen Sorben verbreiteten Brauchs datiert aus dem Jahr 1490. Zwischen den bei Hoyerswerda gelegenen Orten Wittichenau und Ralbitz findet das Osterreiten seit 1540 ununterbrochen statt. In Bautzen gibt es nach Unterbrechung zu DDR-Zeiten seit 1993 wieder das Osterreiten. An den Vorbereitungen dafür nehmen fast alle Dorfbewohner teil.

Osterreiten Lange Vorbereitung

Bereits Tage vor dem Ostersonntag haben fleißige Helfer und Reiter alle Hände voll zu tun. Wer kein eigenes Pferd besitzt, muss sich eines „borgen“, das Reiten erlernen und das Pferd an sich gewöhnen. Zur österlichen Vorbereitung gehört auch, das Zaumzeug und den Sattel  zu putzen und polieren.

Osterreiter in der Lausitz
Osterreiter in der Lausitz

Der Osterbogen und das Kreuz werden mit grünem Laub umwickelt und geschmückt, die Hoffnungssträußchen werden gebunden. Bereits ab Karfreitag werden die Pferde, die meisten sind ausgeliehen, eingeritten und geputzt.

Osterreiter dürfen sich nicht begegnen

Akribisch wird die Route der Reiter festgelegt, denn jeder Prozessionszug, der aus mehreren Hundert Reitern und Pferden bestehen kann, darf dabei den anderen traditionell nicht kreuzen. Zudem sind die Prozessionsstrecken bewusst so gelegt, dass es ermöglicht wird, in so vielen Orten wie möglich die Botschaft zu verkünden.

OsterreitenBornitz (52)

Vor Beginn der Prozession wird gemeinsam der Ostergottesdienst gefeiert, danach umreiten die Osterreiter die Heimatkirche, werden gesegnet und begeben sich auf den Weg, die frohe Botschaft in Form von traditionellen Kirchenliedern ins Land zu tragen. Kurz vor Ausritt und teilweise auch zwischen den besuchten Dörfern wird laut gebetet. Nach dreistündigem Ritt werden die Reiter im Zielort verköstigt. Vor dem Heimritt gegen 15 Uhr wird gemeinsam vor dem Friedhof oder in der Kirche gebetet und die Reiter werden ebenfalls vom Pfarrer gesegnet.

Wo man Osterreiter trifft ?

Ostersonntag reisen zehntausende Besucher in die Oberlausitz, die mit zahlreichen, meist sorbischen Bräuchen wie Osterreiter-Prozessionen, kunstvollem Eierverzieren oder dem Eierschieben, eines der Zentren des Osterfestes ist. Wie vielerorts werden auch in den Dörfern Osterfeuer abgebrannt.

Osterreiter in der Lausitz
Osterreiter in der Lausitz sämtliche Fotos: D.Weirauch

Gegenwärtig gibt es in der katholischen Oberlausitz vier  Prozessionspaare mit und eine Prozession ohne Gegenbesuch. Die traditionellen Routen verlaufen zwischen den Orten Ralbitz nach Wittichenau, von Crostwitz in das Zisterzienserkloster St. Marienstern von Panschwitz-Kuckau, von Radibor nach Storcha, von Nebelschütz nach Ostro sowie von Bautzen nach Radibor und zurück.

Hier die Termine für 2019.

Osterreiten Panschwitz – Kuckau

kunstvoll verzierte Ostereier, entdeckt in Bauten, Foto: D.Weirauch

Unter dem Link findet ihr  Zeiten, wann die Osterreiter wo und wann losreiten bzw. zurückkommen.

hier die Termine für Bautzen und Umgebung 2019

Wer sind die Sorben ?

Hier die infos von der seite sorben.org:

“Die Sorben sind ein westslawisches Volk in der Lausitz. Nach der Sprache unterscheidet man Obersorben und Niedersorben (auch Wenden genannt). Die kulturellen Zentren sind Bautzen bzw. Cottbus. Einst siedelten die Vorfahren der heutigen Sorben, im Verlaufe der großen Völkerwanderung in den Jahren 600-900 n.Chr., in den Gebieten Elbe und Oder, bzw. Ostsee und Erzgebirge. Von dem kulturellen Reichtum zeugen u.a. die Stadte- und Ortsnamen in der Region. Zum Beispiel ist Dresden, der Name der Landeshauptstadt von Sachsen, vom altsorbischen Wort Dreždany ( Sumpf- oder Auwaldbewohner ) abgeleitet. Seit dem die Sorben im 10. Jahrhundert ihre Eigenständigkeit verloren haben, wurden sie mehr und mehr unterdrückt. Durch die wachsende Dominanz der deutschen Kultur und Sprache führte und führt immer mehr zum Verlust der Sorbischen Sprache und Kultur. Wie viele Sorben es noch gibt, kann niemand genau sagen. Man rechnet, dass es noch 20.000 aktiv sprechende Sorben gibt bzw. 60.000, die sagen “JA, ich bin Sorbe”. Sorbisch zählt inzwischen zu den am meisten bedrohten Sprachen, da viele Eltern ihre Sprache nicht an ihre Kinder weitergegeben. Diese Entwicklung wird mit großer Sorge verfolgt. In Zeiten, in denen Schulen geschlossen werden und kein Geld für Sorbisch-Sprachkurse und AGs in Schulen vorhanden ist, wird es mehr und mehr zum Kampf um jeden Millimeter. Die sorbische Sprache ist der entscheidende Identifikations-Faktor für die Menschen im sorbischen Siedlungsgebiet, außerdem die gelebten Bräuche und die Kultur. Für Sorben, die der Arbeit wegen in die Fremde ziehen, wird die Sprache umso wichtiger.”

Osterreiten in der Niederlausitz

Auch in diesem Jahr reiten die Oster-Boten mit ihren Buchsbaum-Kreuzen und Hoffnungssträußchen wieder durch die Niederlausitz. Die Prozession startet in Zerkwitz und führt durch die Nachbargemeinden. Wer einen der heiß begehrten Ostersträuße von den Reitern ergattern kann, kann sich glücklich schätzen! Die Gebinde sollen seinem Besitzer das ganze Jahr über Glück bringen!

Reise

Besucherbergwerke im Erzgebirge

Bergwerk (8)

Unzählige Bergwerke, Stollen, Hammerwerke und Schmelzhütten gab es einst im Erzgebirge. Die Zeugen der verschiedenen Bergbauepochen reihen sich, vergleichbar Perlen an einer Schnur, entlang der mehr als 250 Kilometer langen Sächsisch-Böhmischen Silberstrasse. Mit „Glück Auf“ begrüßen die rund  20 Besucherbergwerke im Erzgebirge ihre Besucher und entführen sie auf eine einmalige Abenteuer- und Entdeckungstour durch die mehr als 800-jährige Bergbaugeschichte vom Silber- über den Steinkohle- bis zum Uranbergbau.

Besucherbergwerke im Erzgebirge – die Top 10

einfachraus.eu  stellt zehn Besucherbergwerke im Erzgebirge an der Silberstraße vor, die man unbedingt besuchen sollte.

Reiche Zeche und Alte Elisabeth

Das Besucherbergwerk Freiberg verdankt seine Entstehung dem Silbererzbergbau. Hier findet man heute einmalig auf der Welt eine Stelle, wo der Beginn und das planmäßige Ende eines Bergbaureviers konzentriert dargestellt sind. Bei einer Befahrung des Lehrbergwerkes „Reiche Zeche“ kann der Besucher in eine Welt voller Geheimnisse eintauchen.

Seit knapp 100 Jahren betreibt die Technische Universität Bergakademie das Forschungs- und Lehrbergwerk, zu dem seit Beginn der 90er Jahre ein Besucherbetrieb gehört. Das Besucherbergwerk steht unter dem Label „Silberbergwerk“ den Touristen und Gästen offen. Der „Reiche Zeche“-Schacht mit seinem weiträumigen Grubenfeld bietet den Besuchern die Möglichkeit, auf gesicherten vertikalen und horizontalen Auffahrungen von insgesamt 14 km Länge und bis in eine Tiefe von 150 m den Freiberger Gangerzbergbau bis in das 14. Jahrhundert zu erforschen. Betreiber des „Silberbergwerkes“ ist der Förderverein „Himmelfahrt Fundgrube“ e.V.

Hinein in den Förderkorb und dann ab nach unten
Hinein in den Förderkorb und dann ab nach unten
Die Grubenbahn passt haargenau in den Stollenquerschnitt
Die Grubenbahn passt haargenau in den Stollenquerschnitt
Manja Seifert und Marco Alicete vom Förderverein Himmelfahrt Fundgrube in Freiberg/Sachsen e.V. Foto: Weirauch
Manja Seifert und Marco Alicete vom Förderverein Himmelfahrt Fundgrube in Freiberg/Sachsen e.V. Foto: Weirauch

Mettenschichten

Ein besonderes Erlebnis sind die Mettenschichten untertage. Die Mettenschichten werden von Mitgliedern des Fördervereins des Silberbergwerkes sowie der Historischen Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft durchgeführt. Die Mettenschicht war in früheren Zeiten zum Ende des Jahres die letzte Schicht der Bergleute und wurde immer besonders feierlich gestaltet.

Die Historische Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft pflegt mit Aufzügen und Paraden in Uniformen und Trachten, aber auch durch Geselligkeit mit Bergbier Jahrhunderte alte Traditionen.

Im Wilhelmstollen findet die Mettenschicht statt
Im Wilhelmstollen findet die Mettenschicht statt

“Alte Elisabeth” mit Dampfmaschine

1856 entstand auf der „Reichen Zeche“ das historische Huthaus, in dem 1864 in der Scheidebank eine Betstube mit Orgelpositiv eingerichtet wurde. Die Betstube, die letzte noch original erhaltene des sächsischen Silberbergbaus, wird heute für bergmännisch-traditionelle Veranstaltungen und Eheschließungen genutzt. Infos: Besucherbergwerk Freiberg, Fuchsmühlenweg 9, 09599 Freiberg, Internet: silberbergwerk-freiberg.de

Die “Alte Elisabeth”, zur “Reichen Zeche” zugehörig, kann nur auf Voranmeldung besichtigt werden. Foto: Weirauch

4. Sächsische Landesausstellung 2020

Im Jahr 2020 können Besucher der 4. Sächsischen Landesausstellung im Forschungs- und Lehrbergwerk Tradition und Erfindergeist 150 Meter unter Tage erleben und sich von der authentischen Atmosphäre eines noch aktiven Bergwerkes beeindrucken lassen. Auf spannende Weise werden große und kleine Gäste erfahren, wie Bergbau gestern und heute funktioniert, und wie Fragen der Rohstoffgewinnung zukunftsträchtig gelöst werden können. Dazu ist geplant, den untertägigen musealen Lehrpfad in einen Wissenserlebnispfad umzugestalten. Interessante Forschungsvorhaben präsentiert eine Forschungstour, die den Besucher entlang ausgewählter Versuchsstände ins offene Grubenfeld führen wird.

Zusatzausstellungen sind an folgenden Standorten geplant:

  • Industriemuseum Chemnitz (Maschinenbau)
  • Eisenbahnmuseum Chemnitz-Hilbersdorf (Eisenbahn und Gütertransport)
  • Tuchfabrik Gebrüder Pfau in Crimmitschau (Textilindustrie)
  • Bergbaumuseum Oelsnitz/Erzgebirge (Steinkohlebergbau)
  • Horch-Museum Zwickau (Automobilindustrie)
  • Himmelfahrt Fundgrube Freiberg (Erzbergbau, Ressourcenmanagement)

Infos zum Besucherbergwerk

  • Um die touristische Nutzung der Anlagen über- und untertage kümmert sich seit 1992 der Freiberger Förderverein Himmelfahrt Fundgrube e.V.
  • Adresse: Fuchsmühlenweg 09, 09599 Freiberg | Tel: 03731 394571
  • Internet: www.besucherbergwerk-freiberg.de

Markus-Röhling-Stollen

Nach 600 Metern Fahrt mit einer kleinen Grubenbahn durch teilweise enge Stollen können die Besucher den im Ortsteil Frohnau der Bergstadt Annaberg-Buchholz gelegenen Markus-Röhling-Stollen besichtigen. Eindrucksvolle Zeugnisse aus der Zeit des Silber- und Kobaltbergbaus von 1733 bis 1857 und des Uranbergbaus aus DDR-Zeiten kann man in dem Besucherbergwerk erleben. Hauptattraktion ist das neun Meter hohe Kunstrad, das von Mitgliedern des Vereins Altbergbau originalgetreu und voll funktionsfähig nachgebaut wurde.

Aussengelände des Besucherbergerkes Markus-Röhling-Stolln, Foto: Weirauch
Aussengelände des Besucherbergerkes Markus-Röhling-Stolln, Foto: Weirauch

Info: Besucherbergwerk „Markus-Röhling-Stolln“, Sematalstraße 15, 09456 Annaberg-Buchholz, OT Frohnau

 Annaberg-Buchholz: Im Gößner

1995 wurde im Zentrum der Bergstadt Annaberg-Buchholz ein Schaubergwerk eröffnet. „Im Gößner“ befindet sich direkt gegenüber der berühmten St. Annenkirche. Nirgendwo in Deutschland gibt es eine derartige Konstellation, wo auf engstem Raum der Ursprung der Stadt, in diesem Falle die Silberfunde, und die davon ausgehende Wirkung auf Stadtentwicklung, Architektur und Kunst in Augenschein genommen werden können.

Das Erzgebirgsmuseum in Annaberg-Buchholz, Foto: D. Weirauch
Das Erzgebirgsmuseum in Annaberg-Buchholz, Foto: D. Weirauch

Der Eingang befindet sich direkt auf dem Hof des Erzgebirgsmuseum. Die Gäste erhalten im Besucherbergwerk einen Eindruck vom über 500-jährigen Silberabbau in der Erzgebirgsregion. (Info: Erzgebirgsmuseum, Große Kirchgasse 16, 09456 Annaberg-Buchholz, Internet: annaberg-buchholz.de

Zinngrube Ehrenfriedersdorf

Das Besucherbergwerk Zinngrube Ehrenfriedersdorf gehört zum Sächsischen Industriemuseum und repräsentiert den erzgebirgischen Gangerzbergbau auf Zinn- und Silbererz vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. Die Einfahrt erfolgt über eine Seilfahrtsanlage bis in 100 Meter Tiefe. Während der Führung werden die Erkundung, Gewinnung und Förderung von Erz vermittelt, funktionsfähige Bergbaugeräte demonstriert und die schweren Arbeitsbedingungen der Bergleute erlebbar gemacht.

Asthma-Heilstollen

Das besondere Klima unter Tage wird im Asthma-Heilstollen zur Behandlung von Patienten mit Erkrankungen der oberen Atemwege genutzt. Selber einmal Bergmann sein und mit Schlägel und Eisen arbeiten ist genauso möglich wie eine ausgedehnte Grubenfahrt. Adresse: Sächsisches Industriemuseum Besucherbergwerk „Zinngrube Ehrenfriedersdorf“, Am Sauberg 1, 09427 Ehrenfriedersdorf, Internet: zinngrube.de

Tiefer Molchner Stolln

Das Besucherbergwerk Tiefer Molchner Stolln Pobershau ist eines der ältesten und schönsten Museumsbergwerke im Erzgebirge. Hier können die Besucher hautnah die schwierige Arbeit der Bergleute erleben. Durch das Mundloch von 1822 wird eingefahren. Man sieht trocken gesetzte Bogen- und Kreuzgewölbe aus alter Zeit, geologische Aufschlüsse, gebrannte Weitungen des Zinnbergbaus, Gangabbau und vieles mehr.

Besuch im Schaubergwerk "Tiefer Molchner Stolln" Pobershau Foto TVE-R.Gaens
Besuch im Schaubergwerk “Tiefer Molchner Stolln” Pobershau Foto TVE-R.Gaens

Gezeigt werden ein funktionsfähiges Kunstgezeug, die Arbeit mit Schlegel und Eisen sowie die Froschlampe. Im von der Wismut in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts angelegten Teil des Schaubergwerkes können die Besucher in einer Art Zeitreise den Gegensatz zwischen mittelalterlichem und DDR-Bergbau erkunden. Info: Schaubergwerk Molchner Stolln Pobershau, Amtsseite-Dorfstraße 67, 09496 Marienberg OT Pobershau, Internet: molchner-stolln.de

Bergwerk Bernsteinzimmer

Beim Rundgang durch das Besucherbergwerk in Deutschneudorf erfährt man Interessantes zur Geschichte des Fortuna-Stolln und zum Mythos Bernsteinzimmer. Lange wurde das ausgelagerte Bernsteinzimmer hier vermutet. Manch einer glaubt heute noch daran, es dort in der tiefe des Berges zu finden. Zum Besucherbergwerk gehört die Gaststätte Huthaus mit Galerie und Steigerstube. Außerdem haben nicht nur Technikinteressierte die Möglichkeit, eine 220-PS-Einzylinder-Kolbendampfmaschine, eine Schachtkaue und eine Mineralienschleiferei zu besichtigen. (Schaubergwerk Fortuna, Deutschkatharinenberg 14, 09548 Deutschneudorf, Internet: fortuna-bernstein.de)

Zinnkammern Pöhla

Nach einer drei Kilometer langen untertägigen Zugfahrt in kleinen, engen Bergmannswagen im Stollen beginnt in den riesigen Zinnkammern eine Führung durch die Arbeitswelt des Bergmanns. In den größten Zinnkammern Europas kann man viel Interessantes über die Geheimnisse des Wismutbergbaus erfahren. Zudem gibt es Lasershows, Konzerte und verschiedene Veranstaltungen unter Tage. Höhepunkt in diesem Besucherbergwerk sind die Mettenschichten in der Weihnachtszeit, in der Bergmannsorchester in einer der Zinnkammern, etwa der Bergkapelle Thum, aufspielen. Hier lohnt  eine rechtzeitige Reservierung.(Info: Besucherbergwerk Zinnkammern Pöhla e.V, Luchsbachtal 19, 08340 Schwarzenberg / OT Pöhla,, Internet: zinnkammern.de)

Steinkohlenbergwerk Oelsnitz

Eine 1800 PS starke Dampfmaschine in Aktion sehen – das ist im Bergbaumuseum Oelsnitz möglich. Das Industriedenkmal besitzt auch ein eigenes Kinderbergwerk. Am Fuße des markanten, fast 60 Meter hohen Förderturms des Bergbaumuseums Oelsnitz steht auf einem Hügel ein kleiner Bruder. Er beherbergt eine Spielförderanlage, über die Kinder „Bodenschätze“ aus dem Kinderbergwerk fördern. Unter dem Förderturm gibt es verwinkelte Gänge zu entdecken. In der Sandspiellandschaft fesselt die Suche nach fossilen Abdrücken von Karbonpflanzen. Die Pflanzen selbst können dann im einmaligen „Karbonwald“ des Museums bestaunt werden.

Wer nach diesen ersten Entdeckungen Lust auf mehr hat, sollte sich eine Erlebnisführung im Bergbaumuseum nicht entgehen lassen: Ob Grubenlampentour oder eine Schatzsuche im Bergwerk, in dem Ende der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts eingerichteten Museumsbergwerk ist für jeden etwas dabei. Einst arbeiteten hier bis zu 1000 Bergleute und förderten in mehreren Schichten täglich bis zu 6000 Hunte Steinkohle nach oben. (Info: Bergbaumuseum Oelsnitz, Pflockenstraße 28, 09376 Oelsnitz/Erzgebirge, Internet: bergbaumuseum-oelsnitz.de

Wissenswertes

Befahrung

Besuch einer Grube. Der Bergmann geht oder läuft nicht unter Tage, er fährt, auch wenn er z.B. eine Leiter (Fahrt) hinabsteigt. Im 20. Jahrhundert wurden die Bergwerke aber tatsächlich durch kleine Bahnen befahren, die auch das Gestein abtransportierten.

Bergstreittag in Schneeberg

Bergstreittag wird jedes Jahr zum Maria Magdalena-Fest am 22. Juli begangen. Er erinnert an einen der ersten Lohnstreiks überhaupt vor über 500 Jahren. Höhepunkt ist die große Bergparade mit rund 600 Teilnehmern, die immer um 18 Uhr in Schneeberg-Neustädtel beginnt und 19 Uhr zum Berggottesdienst in der prächtigen St. Wolfgangskirche übergeht. Ab 20.30 Uhr werden dann auf dem Marktplatz die erzgebirgischen Bergmärsche musiziert. Schneeberg ist die einzige Stadt im Erzgebirge, in der im Sommer eine Bergparade abgehalten wird. Auch in Schneeberg gibt es ein Besucherbergwerk, das aber nur nach Anmeldung an bestimmten Tagen besichtigt werden kann. (Info: schneeberg.de)

Montanregion

Alljährlich am ersten Wochenende im Juni finden im Erzgebirge die Erlebnistage „Montane Kulturlandschaft Erzgebirge“ statt. In der gesamten Region werden dann Wanderungen durch die Montanlandschaft, bergbauliche Führungen über- und untertage sowie zahlreiche andere Veranstaltungen in Bergstädten, Schlössern und Burgen angeboten. Das böhmisch-sächsische Erzgebirge soll von der Unesco als Weltkulturerbe anerkannt werden. Eine Entscheidung wird 2019 erwartet. Das Welterbegebiet umfasst auf der sächsischen Seite des Erzgebirges zahlreiche Einzelobjekte, darunter auch Besucherbergwerke und andere technische Relikte. Den Welterbestatus sollen unter anderem die historische Altstadt von Schneeberg, Freiberg und die Bergbaulandschaft rund um Oelsnitz/Erzgebirge erhalten.

Weitere Bergwerke gibt es im Erzgebirge, darunter das Schaubergwerk „Herkules-Frisch-Glück, das Besucherbergwerk Waschleithe.  Sehenswert auch das an der Silberstrasse gelegene Kalkwerk Lengefeld. Informationen zu weiteren Schaubergwerken unter: www.silberstrasse.de

Traumwelt bei Wendt & Kühn in Seiffen

Besucher-Bergwerke Erzgebirge