Sachsen-Anhalt

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Bernburg – charmante Stadt an der Saale

Bernburg

Heute will ich euch eine Stadt vorstellen, die lange im Dornröschenschlaf lag. Zumindest aus Sicht der Berliner. Obwohl sie eine schöne und berühmte Stadt ist: Bernburg in Sachsen-Anhalt. Knapp 34.000 Einwohner können mit Recht behaupten: „In Bernburg (Saale) lässt es sich gut leben.“ Das Schloss, die Saale, die Nähe zum Harz und viel mehr lockt Menschen in unsere schöne Stadt. Bernburg, Kreisstadt des Salzlandkreises, kann auf eine über 1050-jährige Geschichte verweisen. Von ihrer einstigen Bedeutung als Residenzstadt der Fürsten zu Anhalt-Bernburg künden weithin sichtbar das gewaltige Schloss mit Eulenspiegelturm und Schlosskirche samt Fürstengruft, aber auch das prächtige Neorenaissance-Rathaus und eine liebevoll sanierte Altstadt sowie Sehenswürdigkeiten rechts und links der Saale. Einen schönen Rundumblick über Bernburg und die umgebende Auenlandschaft des Saaletals bietet der Keßlerturm.

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Aschersleben – älteste Stadt Sachsen-Anhalts

AscherslebenBlick auf das Kino von Aschersleben

Mit Aschersleben verbindet mich eine Menge. Diese Stadt ist mein Geburtsort. Lange war ich nicht dort. Bei meinem Besuch im Mai 2019 bin ich erstaunt. Überrascht regelrecht. Viel ist geschehen seit dem letzten Besuch vor vielen Jahren. Damals herrschte Verkehrschaos in Aschersleben. Überall waren Baustellen. Die stadt präsentiert sich mir jetzt völlig entspannt. Aschersleben, die älteste Stadt-Sachsen-Anhalts, lädt zum Besuchen und Entdecken ein. Die Internationale Bauhausstellung, die Landesgartenschau 2010 und nicht zuletzt über 20 Jahre alte Stadtsanierung haben dem historischen Aschersleben neues Leben eingehaucht. Verwoben mit Architektur des 21. Jahrhunderts macht diese besondere Mischung Ascherleben heute so sehens- und lebenswert.

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Zu Otto nach Magdeburg: Ottonianum

Dommuseum001_Foto Thomas NawrathBlick auf das neue Dommuseum in Magdeburg Foto: Thomas Nawrath

Schon am Hauptbahnhof in Magdeburg empfängt mich der Hinweis auf das heute eröffnete Dommuseum Ottonianum. Vom Bahnhof sind es nur wenige Minuten hinüber zum Magdeburger Dom. Vorbei am Hundertwasserhaus. Bislang habe ich ein Dommuseum in Magdeburg vermisst. Nun endlich hat es eröffnet. Auf geht`s:  Zu Otto nach Magdeburg

Denn kaum eine andere Stadt in Deutschland ist so intensiv mit der Geschichte des frühen Mittelalters verbunden wie Magdeburg. In unmittelbarer Nähe zum Dom befindet sich das Ottonianum. Es ist in einer Schalterhalle von 1923 eingebaut worden. Das Gebäude der einstigen Reichsbank und späteren DDR-Staatsbank stand lange leer und beherbergt jetzt ein innovatives Museum der mittelalterlichen Kunst- und Kulturgeschichte.

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Wer war Effi Briest? Spurensuche in Zerben

Zerben (15)

Theodor Fontane und Zerben. Der Ort Zerben gehörte  einst zur preußischen Provinz Sachsen, heute eingemeindet in die Gemeinde Elbe-Parey im Landkreis Jerichower Land in Sachsen-Anhalt. Eine halbe Fahrstunde von Tangermünde entfernt. Hat der Dichter diesen Ort nordöstlich von Magdeburg gelegen auf seinen Wanderungen je besucht? Einen Beleg dafür gibt es nicht. Wer war Effi Briest ?

Spurensuche in Zerben: Jwd

Dennoch suchen wir an einem heißen Tag in diesem Sommer 2018 den kleinen Ort auf, in dem wir auf Fontane-Spuren wandeln wollen. Zunächst jedoch kommen uns angesichts der Umleitungen, wir sind mit dem Auto unterwegs, und damit immer schlechter werdenden Straßen und Wege nur Worte aus einem seiner bis heute gelesenen Gesellschaftsromane in den Sinn: „Das ist ein (zu) weites Feld.“ Man könnte diese Worte durchaus auf die Landschaft beziehen, durch die unsere Reise geht: ringsum durch sicher sonst grüne Weiden, die durch die starke Hitze derzeit ausgedörrt vor uns liegen, weite baumlose Ebenen, vereinzelte Gehöfte, zum Teil zerfallen, von der Havel im Osten und der Elbe im Westen eingerahmt.

Junge Leute würden sagen: “Jwd – janz weit draußen.“ Dennoch wollen wir unsere Spurensuche nicht aufgeben, Trinkwasser haben wir dabei, um unseren Durst zu löschen, denn an Gaststätten kommen wir  nicht vorbei. Später erfuhren wir von Nico Hoghe von der Gemeindeverwaltung Elbe-Parey, dass wir im nahen Erlebnisdorf  Parey hätten essen und trinken können.

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Johann Winckelmann aus Stendal hat Geburtstag

Uenglinger tor in stendalEin Höhepunkt deutscher Backsteingotik: das Uenglinger Tor in Stendal, Foto: D.Weirauch

Die Stadt Stendal ist geprägt von mittelalterlicher Backsteingotik, denn sie war einst die reichste der sieben altmärkischen Hansestädte. Hier kreuzten sich die hansischen Handelswege Magdeburg-Wismar-Lüneburg. Auf den alles verheerenden Dreißigjährigen Krieg folgte die Pest. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts lebten in Stendal noch 3000 Einwohner, die imposanten Backsteinbauten, Kirchen und Klosteranlagen waren dem Verfall preisgegeben. Friedrich Wilhelm I., König in Preußen und Markgraf von Brandenburg, wollte sein Land durch eine leistungsfähige Verwaltung voranbringen. Ein Edikt vom 28. September 1717 forderte zum Schulbesuch auf. Solide geistige Fertigkeiten sollten die Grundlage für ein effizientes Beamtentum schaffen. Gefürchtet war der eigenhändige Aktenvermerk des Königs: “cito citissimo”, “schnell, schnellstens – zack, zack!”

“Am 9. Dezember anno 1717 erbelickte das erste und einzige Kind der Schuhmacherfamilie Winckelmann das Licht jener Welt. Drei Tage später, am dritten Advent, ließen Anna Maria und Martin Winckelmann ihren Sohn in der nahegelegenen Petrikirche auf den Namen Johann Joachim tauchen.”

Zu Ostern 1723, das Einschulungsalter lag im Ermessen der Eltern, wurde Johann Joachim eingeschult. Traditionell hätte er in die Fußstapfen des Vaters treten sollen, doch mit zehn Jahren wechselte der aufgeweckte Junge von der Elemtarschule auf die städtische Lateinschule.

Klaus-Werner Haupt studierte nicht nur die Schriften von Johann Joachim Winckelmann, er besuchte auch wichtige Forschungsinstitutionen und recherchierte an Originalschauplätzen für seine packende Biografie eines Wegbereiters der Weimarer Klassik.

Ohann Joachim Winckelmann gilt als Begründer der klassischen Archäologie und modernen Kunstwissenschaften. Winckelmann führte den Entwicklungsbegriff in die Kunstbetrachtung ein und systematisierte die Stilepochen. Der Autor Klaus-Werner Haupt nimmt seine Leser mit auf die Reise von Stendal an den Golf von Neapel. Auf unterhaltsame und lehrreiche Art und anhand zahlreicher Abbildungen macht er sie mit dem Wegbereiter der Weimarer Klassik bekannt.

Informationen

18. März bis 10. Juni 2018

Ausstellung: Johann Joachim Winckelmann, der Klassizismus und die Kunst der Moderne

Halle

26. Mai 2018

Ausstellung: Eröffnung des neugestalteten Winckelmann-Museums

Die neue ständige Ausstellung des Winckelmann-Museums zeigt das Leben und Wirken des Archäologen Winckelmann. Als Leitmotiv durch die ganze Ausstellung dienen seine maßgeblichen Impulse für die europäische Aufklärung. Die neue Präsentation macht deutlich, dass das Erbe Winckelmanns weiterhin lebendig und wegweisend ist.

8. Dezember bis 31. März 2019

Ausstellung: Lessing und Winckelmann

Winckelmann-Gesellschaft e. V.

mit Winckelmann-Museum

Winckelmannstraße 36-38, 39576 Hansestadt Stendal

Tel. 03931 215226

info@wickelmann-gesellschaft.com

www.winckelmann-gesellschaft.com

Neueröffnung ab 26. Mai 2018

April bis September: Di-So 10-18 Uhr; Oktober bis März: Di-So 10-17 Uhr

oder auf Anfrage

Buchtipp: Klaus-Werner Haupt, Johann Winckelmann. Begründer der klassischen Archäologie und modernen Kunstwissenschaften, Weimarer Verlagsgesellschaft in der Fourier Verlag GmbH, 2014.

 

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Wo Luther seine Thesen anschlug

Schlosskirche in Lutherstadt Wittenberg, Foto: D.WeirauchThesentür an der Schlosskirche in Lutherstadt Wittenberg, Foto: D.Weirauch

Ein besseres Wahrzeichen kann es für die Lutherstadt Wittenberg wohl nicht geben. Egal, aus welcher Richtung man mit dem Rad oder Auto auf die Stadt zufährt: Weithin sichtbar erhebt sich der zylindrische, 88 Meter hohe Schlosskirchturm aus der Silhouette der Lutherstadt. Heute: Wo Luther seine Thesen anschlug

Von weiten grüßt der Turm der Schlosskirche von Wittenberg herüber, Foto: D.Weirauch
Von weiten grüßt der Turm der Schlosskirche von Wittenberg herüber, Foto: D.Weirauch

Schlosskirche in Lutherstadt Wittenberg, Foto: D.Weirauch

Das wohl bekannteste Lutherlied: ein feste Burg ist unser Gott…, Foto: D.Weirauch

Nähert man sich der Kirche, erkennt man eine filigran verzierte neugotische Turmhaube, unter der sich ein mit Mosaiksteinen gestaltetes Spruchband befindet, auf dem in metergroßen Buchstaben die Worte des Kirchenliedes Martin Luthers „Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen“ zu lesen sind. „Eine feste Burg ist unser Gott“ ist das weltweit bekannteste Kirchenlied, das von Martin Luther 1529 getextet und komponiert wurde. Es gilt als das Musikstück mit der größten Symbolkraft des Protestantismus.

Berühmtheit erlangte die Kirche durch den Thesenanschlag, die als Auslöser der Reformation gelten. Foto: D.Weirauc
Berühmtheit erlangte die Kirche durch den Thesenanschlag, die als Auslöser der Reformation gelten. Foto: D.Weirauch

 

Weltberühmte Kirchentür

Berühmtheit erlangte die Kirche, als am 31. Oktober 1517 der bis dahin nahezu unbekannte Wittenberger Augustinermönch und Theologieprofessor Martin Luther seine 95 lateinischen Disputationsthesen verbreitete, die als Auslöser der Reformation gelten. Luther wollte zur Diskussion über den Ablasshandel auffordern. Ob der Thesenanschlag aber tatsächlich so stattfand, darüber wird gestritten. Nachgewiesen ist, dass Luther die Thesen an dem Tag handschriftlich an zwei Bischöfe und in der Folgezeit an weitere Theologen versandte.

Die einst hölzerne Tür der Kirche diente als „Schwarzes Brett“ der Universität Wittenberg. Daran soll der Theologieprofessor Martin Luther am 31. Oktober 1517 seine Thesen angeheftet haben.Dieser Tag (der heutige Reformationstag)  gilt als Beginn der Reformation.

Wo Luther seine Thesen anschlug

Neue Bronzetür mit Luthers Thesen

Die hölzerne Tür verbrannte im Siebenjährigen Krieg im Jahr 1760. 1815 kam Wittenberg nach dem Wiener Kongress zu Preußen. Nach der Verlegung der Wittenberger Universität im Jahr 1817 nach Halle (Saale), wurde die Schloss- und Universitätskirche dem neugegründeten Evangelischen Predigerseminar zur Nutzung übergeben. Der preußische König Friedrich Wilhelm IV. ließ im 1858 eine neue Bronzetür mit den 95 Thesen einbauen.

Thesentür an der Schlosskirche in Lutherstadt Wittenberg, Foto: D.Weirauch
Thesentür an der Schlosskirche in Lutherstadt Wittenberg, Foto: D.Weirauch

 

Darüber befindet sich ein Gemälde. Es zeigt Luther und Philipp Melanchthon. Luther (1459-1546) und sein Mitstreiter Melanchthon (1497-1560) fanden in der Schlosskirche ihre letzte Ruhestätte. Luthers Grab befindet sich nahe der Kanzel. Auch die askanischen Kurfürsten fanden in der Schlosskirche ihre letzte Ruhe.

Grab Martin Luthers in der Schlosskirche von Wittenberg, Foto: D.Weirauch
Grab Martin Luthers in der Schlosskirche von Wittenberg, Foto: D.Weirauch

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Grab Martin Luthers in der Schlosskirche von Wittenberg, Foto: D.Weirauch

Renaissance-Schloss und Predigerseminar

Schon im 12. Jahrhundert befand sich an der Stelle des Schlosses Wittenberg eine Burg. Sie wurde im 14. Jahrhundert durch Friedrich den Weisen abgerissen, um neuen Amtshäusern Platz zu machen. In Zuge des Umbaus wurde auch eine Allerheiligenkapelle errichtet. Aus der Kapelle wurde schließlich eine Kirche. Sie bildet den Nordostflügel des späteren Renaissanceschlosses. Das an die Schlosskirche angrenzende einst kurfürstliche Schloss wird bis Herbst 2017 saniert. Der 1760 zerstörte Südflügel des Schlosses entsteht neu. Neben einer reformationsgeschichtlichen Forschungsbibliothek ziehen ein Besucherzentrum sowie Museumsräume ein. Beheimatet ist auch das Evangelische Predigerseminar.

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Bclick von der Stadtkirche auf die Schlosskirche von Wittenberg, Foto: D.Weirauch

Königin Margrethe II. von Dänemark schenkte der Schlosskirche 2016 ein selbst besticktes rotes kunstvolles Altartuch mit der Lutherrose. Foto: D.Weirauch
Königin Margrethe II. von Dänemark schenkte der Schlosskirche 2016 ein selbst besticktes rotes kunstvolles Altartuch mit der Lutherrose. Foto: D.Weirauch

Mit Blick auf das 500. Jubiläum des Thesenanschlags 2017 erfolgte eine umfassende Sanierung der Schlosskirche Wittenberg. Sie kostete, wie uns Stadtführer Johannes Glaubig berichtet, rund acht Millionen Euro.

Mit der Landpartie zum Reformationsgedenken 2017

Ganz im Zeichen von 500 Jahre Reformation 2017 steht das Radreiseprogramm des Oldenburger Radreiseveranstalters “ Die Landpartie Radeln und Reisen.“ Anlässlich des Reformationsjubiläums hat derAktivreiseveranstalter zwei neue Touren für seine kulturinteressierten Reisenden aufgelegt: Die einwöchige individuelle Reise „Auf Luthers Spuren – 500 Jahre Reformation zwischen Berlin und Leipzig“ und die einwöchige geführte Radreise „Sächsische Flussfahrt – Auf Luthers Spuren“.

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Das Reiseangebot zum Thema Luther bei der Landpartie Radeln und Reisen ist ab sofort buchbar unter
https://www.dielandpartie.de/radreise-deutschland-elbe-luth… (geführte Luther-Radreise) und https://www.dielandpartie.de/radreise-luther-berlin-leipzig… (individuelle Luther-Radreise)

  • Lutherstadt Wittenberg – Informationen
  • Adresse: Schlossplatz, 06886 Wittenberg
  • Telefon: 03491 498610, Internet: https://lutherstadt-wittenberg.de
  • Öffnungszeiten: Die Schlosskirche ist für Besucher von Montag bis Samstag von 10-16 Uhr und am Sonntag von 11.30-16 Uhr (10 Uhr Gottesdienst) geöffnet. Führungen finden von Montag bis Freitag (13.30 Uhr), Samstag (10.30 / 13.30 Uhr) und am Sonntag (11.30 Uhr / 13.30 Uhr) statt.
  • Internet: www.schlosskirche-wittenberg.de