Sachsen-Anhalt

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Bernburg – charmante Stadt an der Saale

Bernburg

Heute will ich euch eine Stadt vorstellen, die lange im Dornröschenschlaf lag. Zumindest aus Sicht der Berliner. Obwohl sie eine schöne und berühmte Stadt ist: Bernburg in Sachsen-Anhalt. Knapp 34.000 Einwohner können mit Recht behaupten: „In Bernburg (Saale) lässt es sich gut leben.“ Das Schloss, die Saale, die Nähe zum Harz und viel mehr lockt Menschen in unsere schöne Stadt. Bernburg, Kreisstadt des Salzlandkreises, kann auf eine über 1050-jährige Geschichte verweisen. Von ihrer einstigen Bedeutung als Residenzstadt der Fürsten zu Anhalt-Bernburg künden weithin sichtbar das gewaltige Schloss mit Eulenspiegelturm und Schlosskirche samt Fürstengruft, aber auch das prächtige Neorenaissance-Rathaus und eine liebevoll sanierte Altstadt sowie Sehenswürdigkeiten rechts und links der Saale. Einen schönen Rundumblick über Bernburg und die umgebende Auenlandschaft des Saaletals bietet der Keßlerturm.

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Aschersleben – älteste Stadt Sachsen-Anhalts

AscherslebenBlick auf das Kino von Aschersleben

Mit Aschersleben verbindet mich eine Menge. Diese Stadt ist mein Geburtsort. Lange war ich nicht dort. Bei meinem Besuch im Mai 2019 bin ich erstaunt. Überrascht regelrecht. Viel ist geschehen seit dem letzten Besuch vor vielen Jahren. Damals herrschte Verkehrschaos in Aschersleben. Überall waren Baustellen. Die stadt präsentiert sich mir jetzt völlig entspannt. Aschersleben, die älteste Stadt-Sachsen-Anhalts, lädt zum Besuchen und Entdecken ein. Die Internationale Bauhausstellung, die Landesgartenschau 2010 und nicht zuletzt über 20 Jahre alte Stadtsanierung haben dem historischen Aschersleben neues Leben eingehaucht. Verwoben mit Architektur des 21. Jahrhunderts macht diese besondere Mischung Ascherleben heute so sehens- und lebenswert.

1 Stunde wegReise

Zu Otto nach Magdeburg: Ottonianum

Dommuseum001_Foto Thomas NawrathBlick auf das neue Dommuseum in Magdeburg Foto: Thomas Nawrath

Schon am Hauptbahnhof in Magdeburg empfängt mich der Hinweis auf das heute eröffnete Dommuseum Ottonianum. Vom Bahnhof sind es nur wenige Minuten hinüber zum Magdeburger Dom. Vorbei am Hundertwasserhaus. Bislang habe ich ein Dommuseum in Magdeburg vermisst. Nun endlich hat es eröffnet. Auf geht`s:  Zu Otto nach Magdeburg

Denn kaum eine andere Stadt in Deutschland ist so intensiv mit der Geschichte des frühen Mittelalters verbunden wie Magdeburg. In unmittelbarer Nähe zum Dom befindet sich das Ottonianum. Es ist in einer Schalterhalle von 1923 eingebaut worden. Das Gebäude der einstigen Reichsbank und späteren DDR-Staatsbank stand lange leer und beherbergt jetzt ein innovatives Museum der mittelalterlichen Kunst- und Kulturgeschichte.

Reise

Wer war Effi Briest? Spurensuche in Zerben

Zerben (15)

Theodor Fontane und Zerben. Der Ort Zerben gehörte  einst zur preußischen Provinz Sachsen, heute eingemeindet in die Gemeinde Elbe-Parey im Landkreis Jerichower Land in Sachsen-Anhalt. Eine halbe Fahrstunde von Tangermünde entfernt. Hat der Dichter diesen Ort nordöstlich von Magdeburg gelegen auf seinen Wanderungen je besucht? Einen Beleg dafür gibt es nicht. Wer war Effi Briest ? Spurensuche in Zerben

Spurensuche in Zerben: Jwd

Dennoch suchen wir an einem heißen Tag in diesem Sommer 2018 den kleinen Ort auf, in dem wir auf Fontane-Spuren wandeln wollen. Zunächst jedoch kommen uns angesichts der Umleitungen, wir sind mit dem Auto unterwegs, und damit immer schlechter werdenden Straßen und Wege nur Worte aus einem seiner bis heute gelesenen Gesellschaftsromane in den Sinn: „Das ist ein (zu) weites Feld.“ Man könnte diese Worte durchaus auf die Landschaft beziehen, durch die unsere Reise geht: ringsum durch sicher sonst grüne Weiden, die durch die starke Hitze derzeit ausgedörrt vor uns liegen, weite baumlose Ebenen, vereinzelte Gehöfte, zum Teil zerfallen, von der Havel im Osten und der Elbe im Westen eingerahmt.

Junge Leute würden sagen: “Jwd – janz weit draußen.“ Dennoch wollen wir unsere Spurensuche nicht aufgeben, Trinkwasser haben wir dabei, um unseren Durst zu löschen, denn an Gaststätten kommen wir  nicht vorbei. Später erfuhren wir von Nico Hoghe von der Gemeindeverwaltung Elbe-Parey, dass wir im nahen Erlebnisdorf  Parey hätten essen und trinken können.

Endlich erreichen wir Zerben – und gleich am Eingang des Dorfes werden wir auf die Person hingewiesen, deren Schicksal Theodor Fontane literarisch in seinem Roman „Effi Briest“ verarbeitete. Ein Trafohäuschen ist auf der einen Seite mit dem Bildnis einer jungen Frau bemalt, dazu gibt es den Hinweis auf „Effi Briest“. Eine weitere Seite des Trafohäuschens stellt eine Familienszene aus dem 19. Jahrhundert dar und verweist zugleich auf die Familie, die hier im Ort auf ihrem Gut mehr oder weniger gut leben konnte . Je nach der Wetterlage machten Überschwemmungen und Hitzeperioden ihnen das Leben schwer.

Der bemalte Trafo nimmt auf Fontanes Effi Briest Bezug, Foto: Weirauch
Der bemalte Trafo nimmt auf Fontanes Effi Briest Bezug, Foto: Weirauch

Etwa 20 Meter weiter weist eine Hinweistafel auf das „Schloss“ hin, das rechterhand in wenigen Schritten erreicht ist, vorbei geht es im Schatten der Bäume des ehemaligen Gutsparks auf die Reste des ehemaligen stolzen Herrensitzes derer von Plothos zu. 1948 wurden Teile des Schlosses auf Befehl der sowjetischen Militärverwaltung abgerissen. Nachdem 1996 die Gemeinde Zerben Eigentümer geworden war, wurden die noch erhaltenen Seitenflügel im Jahr  1998 unter Denkmalschutz  gestellt und schrittweise restauriert. Bis etwa 2008 kümmerte sich ein Effi-Briest-Verein um das Schloss.

Schloss von außen zu besichtigen

Heute stehen zwei Gebäudeteile losgelöst voneinander gut restauriert in der Landschaft, sind für Touristen jedoch nicht zugänglich. Auch kein Hinweis, wo man sich eventuell melden kann, um doch noch einen Blick in die Räume werfen zu können, wo am 26. Oktober 1853 die Baronesse Elisabeth von Plotho das Licht der Welt erblickte und zusammen mit ihren vier Geschwistern behütet aufwuchs, gibt es nicht.  Wir umstreifen die Gebäude, treffen auf einen Fahrradfahrer, der uns noch auf die Schaukel im   gegenüberliegenden Park aufmerksam macht.

Die nachgebaute Schaukel dem Gutshaus gegenüber, Foto: Weirauch
Die nachgebaute Schaukel dem Gutshaus gegenüber, Foto: Weirauch

Uns interessiert zunächst ein junger Kastanienbaum, dessen Wurzeln fast eingezwängt werden durch die in Stein gemeißelten Worte von der Romanfigur Effi Briest:

ICH BIN FÜR GLEICH UND GLEICH
UND NATÜRLICH AUCH FÜR
ZÄRTLICHKEIT UND LIEBE UND
WENN ES ZÄRTLICHKEIT UND
LIEBE NICHT SEIN KÖNNEN, […], DANN BIN
ICH FÜR REICHTUM UND EIN VOR-
NEHMES HAUS […] LIEBE KOMMT
ZUERST, ABER GLEICH HINTERHER
KOMMT GLANZ UND EHRE.
Aus dem Roman Effi Briest (Th. Fontane 1895)

Von dem Kastanienbaum aus hat man heute noch einen weiten Blick ins Land, linkerhand zieht uns der Kirchturm der kleinen Dorfkirche an, in der im März 1869 Elisabeth von Plotho mit anderen Dorfkindern konfirmiert wurde.

Eine Bodensonnenuhr, gebaut aus aus einem Kreis von Steinen und einem blanken Metallstab in der Mitte, nimmt bezug auf die Sonnenuhr in Fontanes Roman, Foto: K.Weirauch.
Eine Bodensonnenuhr, gebaut aus aus einem Kreis von Steinen und einem blanken Metallstab in der Mitte, nimmt bezug auf die Sonnenuhr in Fontanes Roman, Foto: K.Weirauch.

Blick vom Gutshaus in die Elbtalaue, Foto: Weirauch
Blick vom Gutshaus in die Elbtalaue, Foto: Weirauch

So sah das Gutshaus Zerben vor 1945 aus, Dank an Lothar Specht aus Parey.

https://www.lothar-specht-parey.de/Diashows/Historische_Fotos_Zerben/slides/Zerben-Schloss_von_Plotho-vor_1945.html

Das Wappen des alten märkischen Adelsgeschlechts derer von Plotho über dem Portal der Kirche zieht Besucher an, doch auch die Kirche bleibt verschlossen. In einem älteren Zeitungsbeitrag hatten wir gelesen, dass es auf dem Friedhof noch eine Familiengrabstätte der v. Plothos geben soll.

In der Dorfkirche hat Elisabeth geheiratet, Foto: Weirauch
In der Dorfkirche hat Elisabeth geheiratet, Foto: Weirauch
Das Wappen der Familie von Plotho an der Dorfkirche in Zerben, Foto: Weirauch
Das Wappen der Familie von Plotho an der Dorfkirche in Zerben, Foto: Weirauch

Nur, wo war der Friedhof? Wir sind mehrmals durch das Dorf gegangen, einen Hinweis auf den Friedhof gibt es nicht. Leider trafen wir auch den Fahrradfahrer nicht wieder, der uns eventuell weiterhelfen könnte. Das Dorf war wie ausgestorben. Wir klingelten an einer gut restaurierten Villa, die Tür ging auf, aber „man sei hier nur zu Besuch, könne auch nicht weiterhelfen. Vielleicht der Nachbar.“ Also eine Haustür weiter. Überwachungskameras ließen Böses ahnen. Hier würde wohl niemand Touristen öffnen, um Fragen zu beantworten. So war es dann auch, trotz mehrmaligen Klingelns hatten wir keinen Erfolg. Fontane – sollte er jäh hier gewesen sein – wäre wahrscheinlich verzweifelt. Aber er kannte ja seine Märker …

Die Hauptstraße des Ortes heißt Karl-Marx-Straße, Foto: Weirauch
Die Hauptstraße des Ortes heißt Karl-Marx-Straße, Foto: Weirauch

Wir waren dennoch zufrieden. Hatten wir doch einige „Originalschauplätze“ des literarischen Vorbildes der „Effi Briest“ gesehen und konnten uns durchaus vorstellen, dass die Elisabeth von Plotho durch eine Hochzeit mit dem “Neuadel” zwar nicht ganz standesgemäß und ebenbürtig, aber durch ansehnliches Kapital der Enge des Dorfes entfliehen konnte. Die Eltern ihres Bräutigams Armand Leon von Ardenne hatten ihr Kapital mit Transaktionen in Eisenbahnpapieren verdient. Gegen den Willen des Bräutigamvaters findet die Verlobung der 17-jährigen Elisabeth und des fünf Jahre älteren Rathenower Zietenhusaren Armand 1871 auf dem von den Plothos unweit entfernten Landguts des Onkels von Bredow in Stechow statt. Am Neujahrstag 1873 darf geheiratet werden: in Zerben. Elisabeth hat eine gute Partie, wenn auch nicht ganz standesgemäß, gemacht, und die Kurse der Eisenbahnaktien sind gestiegen, so dass auch die Familie ihres Verlobten zufrieden war. Doch Jugend schützt vor Torheit nicht, und Geld allein macht nicht glücklich. Und so führt die arrangierte Hochzeit zu keinem guten Ende. Von ihrem Leben, ihrer Liebschaft und dem verhängnisvollen Duell erfuhr Fontane 1889 im Berliner Salon der Verlegerfrau Emma Lessing. Der Roman “Effi Briest” wurde zum Meisterwerk, von Lesern und Kritikern gleichermaßen gelobt. „Ja, Effi! Alle Leute sympathisieren mit ihr …“, staunte Fontane über all die Briefe zu seinem Buch.

Anders unsere Suche nach dem Dorffriedhof. Ein junges Mädchen half uns weiter und beschrieb uns den Weg zum Friedhof. Am Dorfausgang, etwas abgelegen, fanden wir ihn dann endlich. Die Familiengrabstätte liegt weit ab vom Herrenhaus und der Kirche hinter einer kleinen Buchsbaumhecke, doch der Grabsteine für Elisabeths Vater Carl Albrecht Felix von Plotho und ihrer Mutter Franziska Maria geb. Welling sind noch vorhanden.

Grabstätte Familie von Plotho auf dem Dorffriedhof von Zerben, Foto: Weirauch
Grabstätte Familie von Plotho auf dem Dorffriedhof von Zerben, Foto: Weirauch

Einen Hinweis auf den Grabstein seiner Tochter auf dem Stahnsdorfer Südwest-Kirchhof bei Potsdam suchen wir vergeblich.
Ob das junge Mädchen, das uns den Weg zum Dorffriedhof beschrieb, über das Schicksal der einstigen Bewohnerin des Gutshauses etwas weiß?

Unser Wunsch: Im Fontane-Jahr sollten Besucher die Möglichkeit erhalten, im Gutshaus von Zerben über das Schicksal der Elisatbeth von Ardenne geb. von Plotho Näheres erfahren können und nicht nur vor verschlossenen Türen stehen müssen.
Später, wieder daheim, erfuhren wir, dass nach Anmeldung bei der Gemeindeverwaltung Gruppen durch das Schloss geführt werden. Die Anmeldung ist unbedingt erforderlich, spontane Gäste wie wir stehen sonst vor verschlossenen Türen.

Heute ist kaum noch bekannt, dass der Romanstoff auf tatsächlichen Vorgängen beruht, die sich in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts in Berlin und Düsseldorf zugetragen haben. Das Vorbild für die Romanfigur Effi Briest war Elisabeth von Ardenne, geborene Freiin von Plotho. Ihr widerfuhr jenes Schicksal, das Fontane seinem Roman zugrunde legte. Die am 26. Oktober 1853 in Zerben bei Parey an der Elbe geborene Elisabeth heiratete 1873 den Offizier der Rathenower Zietenhusaren Armand Leon von Ardenne (1848-1919).

In Düsseldorf, dorthin war von Ardenne versetzt, lernte sie den Amtsrichter Emil Hartwich (1843-1886) kennen und löste diese Beziehung auch nicht nach der Versetzung ihres Mannes in das Berliner Kriegsministerium im Jahr 1884. Armand von Ardenne ahnte von der Beziehung seiner Frau zu Hartwich, er wollte Gewissheit haben. Mittels eines Nachschlüssels öffnete er ihre Briefkassette, fand die sie belastenden Briefe und forderte Hartwich zum Duell, der kurz darauf den Verletzungen erlag. Außerdem reichte Armand von Ardenne – ganz den gesellschaftlichen Normen des 19. Jahrhunderts folgend – die Scheidung ein.

Jene Briefe aus den Jahren 1883 bis 1885, die die engen Beziehungen zwischen Elisabeth von Ardenne Emil Hartwich offenbarten, und zu dem 1886 stattfindenden Duell führten, befinden sich im Besitz ihres Enkels, Professor Manfred von Ardenne, dem Sohn ihres Sohnes Egmont.

Kurz nach ihrem 90. Geburtstag im Jahr 1943 übersandte die Großmutter die Briefe ihrem Enkel mit den Worten: „Du bist der einzige, der mich nach ihm (Hartwich)  gefragt hat. So sollst du auch das Wenige bekommen, das ein hartes Schicksal mir von dem strahlenden Menschen gelassen hat. Daß Dir die Freude wurde, durch einen Verwandten in ein gerechtes gutes Licht den Mann gerückt zu sehen, der unendliches Leid, aber auch unendliches Glück in mein Leben gebracht hat, war mir ein Geschenk.“ In seiner Autobiographie „Sechzig Jahre für Forschung und Fortschritt“ schreibt Manfred von Ardenne (1907-1997, Naturwissenschaftler, Forscher vor allem in der angewandten Physik) über seine Großmutter: „Ihr Lebensweg, ihre tiefe Menschlichkeit und Lebensweisheit machten aus meiner Großmutter eine der verehrungswürdigen Frauengestalten, die späteren Generationen in schweren und leichten Tagen unendlich viel geben können.“

99-jährig starb Elisabeth von Ardenne 1952 in Lindau am Bodensee. Ihre letzte Ruhestätte fand sie auf dem Stahnsdorfer Südwest-Kirchhof.

hre letzte Ruhestätte fand Elisabeth von Ardenne (Effi Briest) auf dem Stahnsdorfer Südwest-Kirchhof, Foto: K.Weirauch
Grabstein der Elisabeth von Ardenne (Effi Briest) auf dem Stahnsdorfer Südwest-Kirchhof, Foto: K. Weirauch

Konzerte im Fontanejahr 2019

Drei Künstler, das Fontane-Trio bestehend aus Kammersängerin Undine Dreißig, Kammermusiker Marco Reiß und Kirchenmusiker Thorsten Fabrizi, wollen den kleinen Ort bekannt machen und laden zu Konzerten ein. Sie laden mit einer Konzertreihe “Musikalische Lesungen zu 200 Jahre Theodor Fontane” in das Schloß Zerben ein.

Das erste dieser Konzerte findet am 30.03.2019 um 16.00 Uhr statt. Weitere sind für den 23.06. und 22.09.2019 geplant. Ein letztes Konzert wird es dann in der Adventszeit geben.
Herzliche Einladung dazu in das Schloß Zerben.

Informationen zu Zerben und Effi Briest

Besichtigung inkl. Führung von Schloss Zerben

  • Anmelden bei der Gemeindeverwaltung Elbe – Parey 
  • Tel.:  039349-93466 (Herr Nico Hoghe)
  • E-Mail: poststelle@elbe-parey.de

An der Evangelischen Akademie Bad Boll hielt Albrecht Esche 2006 einen Vortrag zur Realisation von Elisabeth von Ardenne und Effi Briest, lesenswert.

Zweifel an der Geschichte, dass Effi Briest die Elisabeth von Ardenne ist, hegt folgende sehr informative Seite der Uni Bielefeld.

Zerben ist eine Station der Frauenorte Sachsen – Anhalt

  • Buchtipps:
    Horst Budjuhn: Fontane nannte sie Effi Briest, 1991 (nur antiquarisch)
  • Manfred Franke: Leben und Roman der Elisabeth von Ardenne Fontanes “Effi Briest”, 1994 (Droste Verlag)

Wie kommt man nach Zerben?
Es gibt keinen Durchgangsverkehr im Ort, die Landesstraße 54 führt etwa zwei Kilometer östlich am Ort vorbei und wird nur über eine Stichstraße erreicht. Parey, der Hauptort der Einheitsgemeinde ist vier Kilometer von Zerben entfernt. Bis zur Kreisstadt Burg sind es rund 20 Kilometer. Von Genthin aus sind es ebenfalls runde 20 Kilometer. Bis Berlin 140 Kilometer (über A 2 und dann Landstraße über Burg).

 

Zuganbindung: Zum Nachbarort Güsen mit Bahnanschluss an der Bahnstrecke Berlin–Magdeburg gibt es eine Brückenverbindung über den Kanal. Leider wurde während unseres Besuches in Zerben der Bahnübergang erneuert, so dass kilometerlange Umfahrung notwendig war. Mein Tipp: vorher genau erkundigen, wann die Straße befahrbar ist.

Zerben liegt am Elberadweg,
hier geht es zur Homepage des Elberadweges. (derzeit gibt es eine Radumfahrung, voraussichtlich bis Ende 2018).

Reise

Johann Winckelmann aus Stendal hat Geburtstag

Uenglinger tor in stendalEin Höhepunkt deutscher Backsteingotik: das Uenglinger Tor in Stendal, Foto: D.Weirauch

Die Stadt Stendal ist geprägt von mittelalterlicher Backsteingotik, denn sie war einst die reichste der sieben altmärkischen Hansestädte. Hier kreuzten sich die hansischen Handelswege Magdeburg-Wismar-Lüneburg. Auf den alles verheerenden Dreißigjährigen Krieg folgte die Pest. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts lebten in Stendal noch 3000 Einwohner, die imposanten Backsteinbauten, Kirchen und Klosteranlagen waren dem Verfall preisgegeben. Friedrich Wilhelm I., König in Preußen und Markgraf von Brandenburg, wollte sein Land durch eine leistungsfähige Verwaltung voranbringen. Ein Edikt vom 28. September 1717 forderte zum Schulbesuch auf. Solide geistige Fertigkeiten sollten die Grundlage für ein effizientes Beamtentum schaffen. Gefürchtet war der eigenhändige Aktenvermerk des Königs: “cito citissimo”, “schnell, schnellstens – zack, zack!”

“Am 9. Dezember anno 1717 erbelickte das erste und einzige Kind der Schuhmacherfamilie Winckelmann das Licht jener Welt. Drei Tage später, am dritten Advent, ließen Anna Maria und Martin Winckelmann ihren Sohn in der nahegelegenen Petrikirche auf den Namen Johann Joachim tauchen.”

Zu Ostern 1723, das Einschulungsalter lag im Ermessen der Eltern, wurde Johann Joachim eingeschult. Traditionell hätte er in die Fußstapfen des Vaters treten sollen, doch mit zehn Jahren wechselte der aufgeweckte Junge von der Elemtarschule auf die städtische Lateinschule.

Klaus-Werner Haupt studierte nicht nur die Schriften von Johann Joachim Winckelmann, er besuchte auch wichtige Forschungsinstitutionen und recherchierte an Originalschauplätzen für seine packende Biografie eines Wegbereiters der Weimarer Klassik.

Ohann Joachim Winckelmann gilt als Begründer der klassischen Archäologie und modernen Kunstwissenschaften. Winckelmann führte den Entwicklungsbegriff in die Kunstbetrachtung ein und systematisierte die Stilepochen. Der Autor Klaus-Werner Haupt nimmt seine Leser mit auf die Reise von Stendal an den Golf von Neapel. Auf unterhaltsame und lehrreiche Art und anhand zahlreicher Abbildungen macht er sie mit dem Wegbereiter der Weimarer Klassik bekannt.

Informationen

18. März bis 10. Juni 2018

Ausstellung: Johann Joachim Winckelmann, der Klassizismus und die Kunst der Moderne

Halle

26. Mai 2018

Ausstellung: Eröffnung des neugestalteten Winckelmann-Museums

Die neue ständige Ausstellung des Winckelmann-Museums zeigt das Leben und Wirken des Archäologen Winckelmann. Als Leitmotiv durch die ganze Ausstellung dienen seine maßgeblichen Impulse für die europäische Aufklärung. Die neue Präsentation macht deutlich, dass das Erbe Winckelmanns weiterhin lebendig und wegweisend ist.

8. Dezember bis 31. März 2019

Ausstellung: Lessing und Winckelmann

Winckelmann-Gesellschaft e. V.

mit Winckelmann-Museum

Winckelmannstraße 36-38, 39576 Hansestadt Stendal

Tel. 03931 215226

info@wickelmann-gesellschaft.com

www.winckelmann-gesellschaft.com

Neueröffnung ab 26. Mai 2018

April bis September: Di-So 10-18 Uhr; Oktober bis März: Di-So 10-17 Uhr

oder auf Anfrage

Buchtipp: Klaus-Werner Haupt, Johann Winckelmann. Begründer der klassischen Archäologie und modernen Kunstwissenschaften, Weimarer Verlagsgesellschaft in der Fourier Verlag GmbH, 2014.

 

Reise

Panorama LUTHER 1517 in Wittenberg

20161029_Wittenberg_LUTHER1517_Fotos_Tom_Schulze_(c)asisi_1ASISI-Panometer in Lutherstadt Wittenberg, Foto: Tom Schulze

Mehr Geschichte geht nun wirklich nicht. Wittenberg an der Elbe brilliert gerade vor Beginn der Weltausstellung zur Reformation mit seinen Attraktionen. Gestern besuchten wir die Stadtkirche, danach die Schlosskirche, wo luther die berühmten 95 Thesen angeschlagen haben soll. Und in der Ausstellung im Augusteum kann man Stundenlang verweilen und erfährt dort anhand einer Bucheintragung , dass es diesen Thesenanschlag wirklich gab (bislang wurde da ja nur angenommen).

Panorama ist ein Highlight des Lutherjahrs 2017

Wie war das doch damals, wie sah die Stadt Wittenberg um  1517 aus  ? Ich empfehle unbedingt einen Besuch des vom Künstler Yadegar Asisi geschaffenenen Panoramas LUTHER 1517  in Wittenberg. Es widmet sich recht anschaulich den Ereignissen in Wittenberg vor 500 Jahren, als der Mönch und Gelehrte Martin Luther seine 95 Thesen zur Reform der (katholischen) Kirche veröffentlichte und damit eine dramatische Bewegung in Gang setzte, die die Geschichte und die Religionen der Welt bis heute nachhaltig prägt. Eine eigens errichtete Rotunde beherbergt das rund 15×75 Meter große Werk.

Foto Tom Schulze © asisi
Foto Tom Schulze © asisi

Die an sakralen Werken orientierte Begleitmusik von Eric Babak, gepaart mit eingesprochenen Kommentaren, rundet die Zeitreise ab. In einem 360°-Panorama von Yadegar Asisi wird die Lutherstadt zur Zeit Philipp Melanchthons, der beiden Cranachs, Katharina von Boras, Martin Luthers und Justus Jonas lebendig und Geschichte erlebbar.

Panorama bis 2021 in Wittenberg

Auch nach der Weltausstellung Reformation, von Mitte Mai bis September 2017, wird die Attraktion in der Lutherstadt Wittenberg bis 2021 zu sehen sein.

Straßenszene in Wittenberg, beobachtet von Besucherin, Foto Tom Schulze
Straßenszene in Wittenberg, beobachtet von Besucherin, Foto Tom Schulze

Mit dem Schritt in das Gemälde hinein, eröffnen sich dem Besucher nicht nur neue Sichtweisen, sondern auch die Möglichkeit, die Welt Luthers besser kennenzulernen und das Thema Reformation und einen ihrer Ursprünge neu zu entdecken.

Panorama LUTHER 1517 in Wittenberg

Die Rotunde, die in Wittenberg entstand, ist kein weiteres historisierendes Museum, sondern ein Erleben, Erfahren und Erspüren mit allen Sinnen.

Einzigartig am Projekt LUTHER 1517 ist die Verbindung eines Panoramakunstwerks von Yadegar Asisi mit dem Weltereignis zum Gedenken an die Reformation durch die Evangelische Kirche Deutschlands sowie Lutherstadt Wittenberg.

Nachtstimmung im Panorama, beobachtet von Besucherin, Foto Tom Schulze
Nachtstimmung im Panorama, beobachtet von Besucherin, Foto Tom Schulze

Wer ist Yadegar Asisi ?

Der Künstler Yadegar Asisi setzt die im 19. Jahrhundert populäre und mit Aufkommen des Kinos in Vergessenheit geratene Tradition der Riesenrundbilder fort, um faszinierende Kunsträume zu kreieren. In Weiterentwicklung der Kunstform entführte er in den vergangenen Jahren das Publikum an entfernte Orte wie Amazonien oder den Everest und in vergangene Zeiten wie Rom 312, Pergamon oder Leipzig 1813.

Für Berlin schuf er am Checkpoint Charly das Panorama „Die Mauer“. Ich meine, die Panoramen sind Kunstwerke, deren Wirkung sich (die) Besucherinnen und Besucher nicht entziehen können.

  • Informationen zum Asisi Panorama LUTHER 1517

  • Adresse:  Lutherstraße 42, 06886 Lutherstadt Wittenberg, Tel.. +49 3491 45949 10
  • Besucherservice: Tel.: +49 3491 45949 10
  • info@wittenberg360.de, wittenberg360.de
  • Öffnungszeiten: Tägl. Von 10 – 18 Uhr,  (letzter Einlass bis 17.30 Uhr, abweichende Öffnungszeiten bei Sonderveranstaltungen)
  • Eintritt: Erwachsene:11, ermäßigt9 Euro
  • Kinder:4 Euro, Gruppe ab 10 Personen:  pro Person: 9 Euro
  • Führungen:  finden täglich um 11 und 15 Uhr statt. Die Tickets dafür können nur vor Ort erworben werden.

Mit der Landpartie zum Reformationsgedenken 2017

Ganz im Zeichen von 500 Jahre Reformation 2017 steht das Radreiseprogramm des Oldenburger Radreiseveranstalters “ Die Landpartie Radeln und Reisen.“ Anlässlich des Reformationsjubiläums hat der Aktivreiseveranstalter zwei neue Touren für seine kulturinteressierten Reisenden aufgelegt: Die einwöchige individuelle Reise „Auf Luthers Spuren – 500 Jahre Reformation zwischen Berlin und Leipzig“ und die einwöchige geführte Radreise „Sächsische Flussfahrt – Auf Luthers Spuren“ mit Start am 11. Juni 2017.

fahrrad

Das Reiseangebot zum Thema Luther bei der Landpartie Radeln und Reisen ist ab sofort buchbar unter
https://www.dielandpartie.de/radreise-deutschland-elbe-luth… (geführte Luther-Radreise) und https://www.dielandpartie.de/radreise-luther-berlin-leipzig… (individuelle Luther-Radreise)

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