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1. Advent: Polnischer Sternenmarkt

Polnischer SternenmarktPolnischer Sternenmarkt, Foto: HBPG

Das 15. Jubiläum des Polnischen Sternenmarktes wird mit Auftritten von 15 Musik-, Tanz und Theatergruppen gefeiert. Am ersten Adventswochenende, vom 30. November bis 2. Dezember 2018, lädt das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (HBPG) zur weihnachtlichen Begegnung mit Polen ein.

Straßentheater Z głową w chmurach C u. Promofoto Z głową w chmurach (2)
Straßentheater Z głową w chmurach C u. Promofoto Z głową w chmurach (2)

Vor der wunderbaren Kulisse des Kutschstallhofs und des Neuen Marktes, im Herzen von Potsdams historischer Mitte, erleben die Besucher des Sternenfestes die stimmungsvolle Atmosphäre der weihnachtlichen Traditionen unseres Nachbarlandes. Polnische Künstler und Kunsthandwerker bieten an 60 Marktständen ihre phantasievollen, handgefertigten Arbeiten an. Und mit vielerlei süßen und herzhaften landestypischen Spezialitäten kommen auch die kulinarischen Genüsse nicht zu kurz. Zum 15. Geburtstag des Sternenmarktes gestalten 15 polnische und deutsche Musik- Tanz- und Theatergruppen das Sternenfest der deutsch-polnischen Begegnung, das zentraler Bestandteil des Marktwochenendes ist. Auf der großen Bühne des Kutschstallhofs und auf dem Neuen Markt bieten die Gruppen für Jung und Alt ein abwechslungsreiches Programm mit Zirkus- und Kindertheater, Trachtentanz, Chorgesang, sowie mit Konzerten von Folk-, Blues- und Jazzgruppen.

Polnischer Sternenmarklt, Foto: HBPG

Höhepunkte sind die atemberaubende Luftakrobatik des Posener Straßentheaters Z głową w chmurach (dt: Mit dem Kopf in den Wolken), die mitreißende Musik von Klezmafour aus Łódź, einer der besten Klezmerbands der Welt, und die aus den multikulturellen Traditionen Polens schöpfende Sängerin Karolina Cicha mit ihrer Band. Die Straßentheatergruppe Teatr Klinika Lalek gestaltet auch in diesem Jahr wieder aufsehenerregende Installationen für den Sternenmarkt.

C BKG-HBPG Fotograf_Ulf_Böttcher_Sternenmarkt_Panorama (2)
Sternenmarkt_Panorama (2)C BKG-HBPG Fotograf_Ulf_Böttcher

Das komplette Programm findet sich unter www.hbpg.de (Veranstaltungen).

Kinder sind eingeladen in der Weihnachtsmannwerkstatt kleine Geschenke zu basteln. Die historische Gewölbehalle des Kutschstalls wird zur deutsch-polnischen Begegnungsbörse mit deutsch-polnischen Vereinen aus Berlin und Brandenburg, Gästen aus Potsdams Partnerstadt Opole sowie Informationen über touristische Angebote in Polen. Die Ausstellungen im HBPG können gegen Vorlage des Markt-Tickets bis zur Schließung des Sternenmarktes kostenfrei besucht werden.

Öffnungszeiten

  • Fr, 30.11.  | 16:00 bis 20:00 Uhr
  • Sa, 01.12. | 11:00 bis 20:00 Uhr
  • So, 02.12. | 11:00 bis 19:00 Uhr
  • Eintritt: 2 €, Kinder bis 1,40 m frei

Besucheradresse

Kutschstallhof und Neuer Markt | 14467 Potsdam

Veranstalter des Sternenmarktes ist die Brandenburgische Gesellschaft für Kultur und Geschichte gGmbH/Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte.

Hinweis für Autofahrer

Zum Sternenmarkt wird die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln empfohlen, da im Umfeld des Kutschstalls nur wenige Parkplätze zur Verfügung stehen. Außerdem kommt es auf dem Neuen Markt zu starken Verkehrseinschränkungen.

C BKG_HBPG Foto Angelique Preau - Sternenmarkt (2)
Foto Angelique Preau

 

PotsdamSchlösser und Burgen

Was in den Briefen der Kaiserin steht

Kaiserbrief_15Die Briefe an Auguste Victoria überdauerten die Zeiten in einem verborgenen Schrank. Foto: SPSG/Jörg Kirschstein

Seit Mitte Juni 2018 zeigt die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) im Potsdamer Neuen Palais die Ausstellung „Kaiserdämmerung. Das Neue Palais zwischen Monarchie und Republik 1918“. Im Rahmen der Ausstellungsvorbereitungen wurde mehrfach versucht, den historischen Juwelentresor der Kaiserin Auguste Victoria (1858-1921), für den keine Schlüssel mehr vorhanden sind, auf denkmalverträgliche Art wieder zugänglich zu machen. In diesem Zusammenhang gelang es, während des Ausstellungsaufbaus zumindest einen verschlossenen Schrank über dem Tresor zu öffnen. In ihm befanden sich zwei aus Eichenholz gezimmerte Transportkisten, eine Lederschatulle mit dem Monogramm Auguste Victorias und eine Dokumentenmappe. Sie enthalten teils geöffnete und teils noch versiegelte Korrespondenzen, die zwischen 1883 und 1889 an die damalige Prinzessin Auguste Victoria (1858-1921) gerichtet waren, die 1888 Kronprinzessin und im selben Jahr noch Königin von Preußen sowie deutsche Kaiserin wurde. Was in den Briefen der Kaiserin steht

Blick in die erste der zwei Transportkisten mit den Korrespondenzen. Foto: SPSG/Jörg Kirschstein
Blick in die erste der zwei Transportkisten mit den Korrespondenzen. Foto: SPSG/Jörg Kirschstein

Die beiden Kisten mit vermutlich rund  1.000 Briefen wurden vor 130 Jahren vermutlich während des Einzugs Kaiser Wilhelms II. (1859-1941) und Auguste Victorias ins Neue Palais aus dem Berliner Schloss nach Potsdam geschickt – und vergessen. Als vor 100 Jahren die ehemalige Kaiserin nach der Revolution am 21. November 1918 das Neue Palais verließ und kurz darauf ins niederländische Exil reiste, ließ sie die Briefe zurück, die seither unbeachtet in diesem verborgenen Schrank allen Wirren und Umwälzungen des 20. Jahrhunderts zum Trotz überdauerten. Tausende Besucherinnen und Besucher des Schlosses gingen Jahr für Jahr ahnungslos daran vorüber.

Vier Gänsekiele, die vermutlich von Auguste Victoria verwendet wurden. Foto: SPSG/Jörg Kirschstein.
Vier Gänsekiele, die vermutlich von Auguste Victoria verwendet wurden. Foto: SPSG/Jörg Kirschstein.

Nach einer ersten Sichtung handelt es sich in erster Linie um private Korrespondenzen mit engen Familienmitgliedern und weiteren Verwandten, wie zum Beispiel der englischen Queen Victoria (1819-1901). Obwohl der völlig überraschende Fund noch nicht im Detail untersucht werden konnte, darf man schon jetzt von einem Sensationsfund sprechen, der möglicherweise auch ein neues Licht auf die letzte deutsche Kaiserin und ihre Zeit zu werfen vermag. Der Briefschatz wird bis zum Ende der Ausstellung „Kaiserdämmerung“ am 12. November 2018 am Fundort im Neuen Palais ausgestellt. Anschließend sollen die Dokumente wissenschaftlich erschlossen werden.

Original versiegelte Briefe

In der ersten Kiste lagerten Korrespondenzen aus den Jahren 1883 bis 1886. Sie wurde 1886 verschlossen. Alle Briefumschläge sind von Auguste Victoria persönlich beschriftet worden. Die Kuverts sind noch original versiegelt. Sie tragen auf der Rückseite das in rotem Wachs eingebettete Allianzwappen Preußens und Schleswig-Holsteins. Das Siegel weist somit Auguste Victoria, geborene Prinzessin zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg, als Besitzerin aus. Insgesamt handelt es sich um 67 Umschläge, in denen sich jeweils mehrere Briefe befinden. Da die meisten Umschläge sehr dick sind, können sie bis zu 10 Briefe enthalten. Vorsichtig geschätzt, handelt es sich um mindestens 400 Briefe.

ckseite des Briefkuverts mit den letzten Briefen der Kaiserin Augusta. Foto: SPSG/Jörg Kirschstein
Rückseite des Briefkuverts mit den letzten Briefen der Kaiserin Augusta. Foto: SPSG/Jörg Kirschstein
Original versiegelte Rückseite des Kuverts mit den Briefen der Königin von England. Foto: SPSG/Jörg Kirschstei
Original versiegelte Rückseite des Kuverts mit den Briefen der Königin von England. Foto: SPSG/Jörg Kirschstein

Wer der Kaiserin schrieb

Die Absender sind in der Regel Familienmitglieder. Dazu gehören von preußischer Seite Schreiben der Kaiserin Augusta (1811-1890, 3 Umschläge), des Kronprinzen Friedrich Wilhelm (Kaiser Friedrich III., 1831-1888, 1 Umschlag) und der Kronprinzessin Victoria (1840-1901, 5 Umschläge). Ein Konvolut nennt die Oberhofmeisterin Auguste Victorias, Therese Gräfin von Brockdorff (1846-1924, 4 Umschläge), als Absender. Die Mehrzahl der Briefe sind von Mitgliedern des Hauses Schleswig-Holstein geschrieben worden. Von holsteinischer Seite sind hervorzuheben Auguste Victorias Mutter Adelheid zu Hohenlohe-Langenburg (1835-1900, 7 Umschläge), ihre Schwestern Karoline Mathilde „Calma“ (1860-1932, 13 Umschläge) und Louise Sophie „Jaja“ (1866-1952, 4 Umschläge), ihrem Onkel Christian (1831-1917), der mit Helena (1846-1923), einer Tochter von Queen Victoria, verheiratet war (6 Umschläge). Darüber hinaus ist ein dicker Umschlag mit Briefen von Georg Ernst Hinzpeter (1827-1907), dem Erzieher Kaiser Wilhelms II., zu erwähnen. Recherchiert hat vor allem Jörg Kirschstein, ein studierter Archivar und Preußenkenner. Er ist auch Kurator der Schau im Neuen Palais.

Zweite Kiste noch ungeöffnet

Die zweite Transportkiste aus dem Jahr 1888 ist noch verschlossen. Laut Beschriftung enthält sie ausschließlich Briefe, die die Geburt und die Erziehung der Söhne Auguste Victorias thematisieren. Zu diesem Zeitpunkt war der älteste Sohn Kronprinz Wilhelm (1882-1951) 6 Jahre alt, es folgten Eitel Friedrich (1883-1942), Adalbert (1884-1948), August Wilhelm (1887-1949) und Oskar (1888-1958). Die Schatulle, auf deren Deckel sich ein in Leder geprägtes Monogramm der Kaiserin befindet, ist ebenfalls angefüllt mit Briefen. Die noch verschlossenen Umschläge sind ebenfalls von der Hand der Kaiserin beschriftet worden. Bemerkenswert ist ein Kuvert mit dem Text „Die letzten Briefe der Kaiserin Augusta an mich, Nov.-Dec. 1889“ sowie „Briefe von der Königin von England“.

Briefkuvert: „Die letzten Briefe der Kaiserin Augusta an mich, Nov.-Dec. 1889“. Foto: SPSG/Jörg Kirschstein
Briefkuvert: „Die letzten Briefe der Kaiserin Augusta an mich, Nov.-Dec. 1889“. Foto: SPSG/Jörg Kirschstein
ückseite des Briefkuverts mit den letzten Briefen der Kaiserin Augusta. Foto: SPSG/Jörg Kirschstein
Rückseite des Briefkuverts mit den letzten Briefen der Kaiserin Augusta. Foto: SPSG/Jörg Kirschstein

Die letzte Kaiserin

Auguste Victoria war seit 1881 mit Prinz Wilhelm von Preußen, dem späteren Kaiser Wilhelm II., verheiratet. Das Prinzenpaar bewohnte in den 1880er Jahren in Potsdam das Marmorpalais im Neuen Garten als Sommerwohnsitz und das Stadtschloss als Winterresidenz. Der Lebensweg Auguste Victorias wurde durch die politischen Umstände ihrer Zeit stark geprägt. Als die Prinzessin zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg sechs Jahre alt war, wurde das Herzogtum Schleswig-Holstein 1864 dem Königreich Preußen als Provinz angegliedert. Die herzogliche Familie ging daraufhin ins Exil. Zehn Jahre nach der Gründung des Kaiserreiches heiratete das „Landmädel“ den Erben des preußischen Königsthrones. Im Alter von 29 Jahren wurde Auguste Victoria Königin von Preußen und deutsche Kaiserin.

aiserin Auguste Victoria, 1913, Aufnahme von T. H. Voigt, Bad Homburg. Foto: Sammlung Jörg Kirschstein, Potsdam
Kaiserin Auguste Victoria, 1913, Aufnahme von T. H. Voigt, Bad Homburg. Foto: Sammlung Jörg Kirschstein, Potsdam

Das Neue Palais ist mit dem Leben der Monarchin untrennbar verbunden. In der Regierungszeit Wilhelms II. – von 1888 bis 1918 – war der friderizianische Prachtbau der Hauptwohnsitz der kaiserlichen Familie. Auguste Victoria nahm als deutsche Kaiserin den höchsten gesellschaftlichen Rang Deutschlands ein. Sie erlebte den Aufstieg und den Untergang des Kaiserreichs. Der Erste Weltkrieg forderte Millionen Menschenleben, an seinem Ende brach die Monarchie zusammen.  Wilhelm II. und Auguste Victoria gingen ins niederländische Exil, wo die ehemalige Kaiserin 1921 verstarb.

Informationen zur Ausstellung:

„Kaiserdämmerung. Das Neue Palais zwischen Monarchie und Republik 1918“

  • noch bis bis 12. November 2018
  • Neues Palais, Am Neuen Palais, 14469 Potsdam
  • Öffnungszeiten:
  • Täglich außer Dienstag
  • Juni bis 31. Oktober: 10 bis 17.30 Uhr, letzter Einlass 17 Uhr
  • Ab 1. November: 10 bis 17 Uhr, letzter Einlass 16.30 Uhr
  • Der Besuch der Ausstellung ist in den Besucherrundgang des Schlosses integriert.
  • Eintritt:
  • 8 Euro / ermäßigt 6 Euro
  • Familienkarte:
  • 2 Erwachsene und bis zu 4 Kinder
  • (Kinder unter 18 Jahren): 25 Euro
  • Jahreskarte:
  • Für alle geöffneten Schlösser inkl. Ausstellungen,
  • gültig 1 Jahr ab Ausstellungsdatum: 60 Euro / ermäßigt 40 Euro
  • Besucherinformation:
  • E-Mail: info@spsg.de, Telefon: + 49 (0)331.96 94-200

 

BücherPotsdam

Buchtipp: Christian Klusemann: Das andere Potsdam

Potsdam stadt 2018 (49)

Noch an die 100 Jahre nach dem Ende der Herrschaft der Hohenzollern werden Potsdams Architektur und Städtebau fast ausschließlich mit den Preußischen Königen und ihren Architekten assoziiert, ganz gleich ob die Innenstadt mit der barocken Stadterweiterung, die noblen Vorstädte oder die Schlösser gemeint sind. Potsdam – das ist für viele Menschen Sanssouci, das Neue Palais, der Cecilienhof, Schloss Babelsberg oder das Holländische Viertel.

Dass man Potsdam getrost auch einen “Ort der Moderne” nennen kann, in dem über das Jahr 1918 hinaus Architekturgeschichte geschrieben wurde, ist weniger bekannt. Eine recht populäre Ausnahme bildet der  expressionistische, 1922 fertiggestellte Einsteinturm Erich Mendelsohns auf dem Telegrafenberg. Denkmalpfleger Jörg Limberg hat allerdings immer wieder auf Bauten der Moderne in verschiedenen Aufsätzen hingewiesen.

Blick auf das Potsdamer Stadtzentrum, Foto: D. Weirauch

Die das heutige Stadtbild prägenden Gebäude aus der jüngeren Geschichte, aus vierzig Jahren DDR, werden indes weder von Touristen, den seit 1990 Zugezogenen, noch der Mehrheit lokaler Politiker als ernstzunehmende oder erhaltungswürdige Architektur wahrgenommen.

Ausnahmen bestätigen zwar die Regel, doch wurden allein in den letzten zehn Jahren etliche Gebäude aus DDR-Zeiten in der Potsdamer Innenstadt abgetragen. Denken wir an das Haus des Reisens, die Schwimmhalle am Brauhausberg  oder jüngst die Fachhochschule.

Das Terrassenrestaurant Minsk, der Staudenhof und das Rechenzentrum (heute Künstlerhaus an der Breiten Straße) Datenverarbeitungszentrum) sollen in absehbarer Zeit folgen.

Seit 2013 überlegt die Stadt, das einstige Interhotel Potsdam, jetzt Hotel „Mercure“, im Lustgarten zu kaufen und abzureißen. Zu störend erscheint den Verantwortlichen der städtebauliche Kontrast zu den verbliebenen Bauten aus preußischen Zeiten, zu groß der Preis, der für das Neue gezahlt wurde.

Denn zwischen 1949 und 1990 verschwand ungleich mehr als Stadtschloss und Garnisonkirche, um Baufelder für ein “sozialistisches” Potsdam zu schaffen. Es entstand schleichend ein anderes Potsdam, für das der Stadtgrundriss der Altstadt in weiten Teilen überformt wurde. Nach den Verlusten wertvoller Bausubstanz im Zweiten Weltkrieg folgte mit dem Neuaufbau – so scheint es – eine “zweite Zerstörung” der Stadt.

Es gibt auch Ausnahmen. aus den 50er Jahren. Die Wilhelm-Staabstraße oder die Bebauung an der Zeppelinstraße (bis 1945 Luisenstraße, zu DDR-Zeiten Leninallee)/Ecke Lenne’straße aus der Mitte der 1950er Jahre ist ein bislang nahezu unbekanntes Beispiel für die Vielfalt des Wohnungsbaus in der Stadt aus dem ersten Jahrzehnt der DDR. Bauten in stilistischer Nähe zur “Nationalen Tradition” sind hier rar. Allgemein gibt es in Potsdam im Zeitraum zwischen Ende der 1940er Jahre bis Anfang der 1960er Jahre eine breite Palette von Neu- und Wiederaufbauvorhaben ganz unterschiedlicher Couleur.

“Rekonstruktion” der Gutenbergstraße

1982 stimmte der Rat der Stadt Potsdam für eine “komplexe Erneuerung” der nördlich der Brandenburger Straße (Klement-Gottwald-Straße) verlaufenden Gutenbergstraße. Der West-Berliner Geograph Frank Werner schrieb damals: “Das Ergebnis dieser […] Absichten ist, daß ein Teil der Bauten instandgesetzt […] und daß das friderizianische Potsdamer Bürgerhaus […] in Betonplatten nachgebaut wird. Von den an maßgeblicher Stelle wirkenden Verfechtern einer Stadterneuerung durch Neubau wird allerdings […] weiterhin versucht, auch in geschützten Bereichen Ersatzneubauten zu errichten, um u.a. den Baubetrieben zur Erfüllung ihrer Pläne zu verhelfen.

Der Band ist sehr empfehlenswert, eine lesenswerte Bestandsaufnahme.

Christian Klusemann (Hg.), Das andere Potsdam. DDR-Architekturführer, Vergangenheitsverlag, Berlin 2016.

Potsdam

Eisbahn im Potsdamer Hafen

Eisbahn vor imposanter Kulisse im Potsdamer Hafen, Foto: Weisse Flotte PotsdamEisbahn vor imposanter Kulisse im Potsdamer Hafen, Foto: Weisse Flotte Potsdam

Eisbahn im Potsdamer Hafen mit kulin­arischem Anschluss

In der Zeit vom 12.01.2018 bis zum 26.02.2018 eröffnet die Weisse Flotte Potsdam eine 10 x 30 Meter große Eisbahn im Potsdamer Hafen. Die 300 Quadratmeter große Eisbahn liegt direkt im Hafen vor dem Restaurant „El Puerto“.  Direkt neben der Eisbahn werden Groß und Klein mit kleinen Speisen, Glühwein, fruchtigem Kinderpunsch und heißer Schoki versorgt.

Eisbahn im Potsdam im Potsdamer Hafen Foto: Weisse Flotte Potsdam
Eisbahn im Potsdam im Potsdamer Hafen Foto: Weisse Flotte Potsdam

Die Eisbahn hat von Dienstag bis Freitag ab 14 Uhr geöffnet, an den Wochenenden bereits ab 10 Uhr und kann bis 21 Uhr und am Freitag und Samstag bis 21.30 Uhr befahren werden. Einen Schlittschuhverleih sowie die beliebten Helfer für Kinder, wie Pinguine oder Eisbären, gibt es vor Ort.

Familien mit Kindern dürfen sich auf besondere Veranstaltungen, beispielsweise Eismärchenlauf oder den Kinderfasching auf dem Eis freuen. Für Kindergeburtstage gibt es ebenfalls ein besonderes Angebot.

Eisbahn im Potsdamer Hafen

Für die größeren Gäste werden ein After-Work Package und eine Eis-Disco, immer samstags von 17:30 bis 21:30 Uhr, angeboten. Interessierte Schulklassen können die Vormittagsstunden von Dienstag bis Freitag reservieren.

Eine Laufzeit beträgt 2,5 bzw. 3,5 Stunden, danach wird jeweils die Eisfläche regeneriert, um eine erstklassige Eisqualität zu gewährleisten. Pro Laufzeit zahlen Erwachsene 4,50, Jugendliche (13-17 Jahre) 4 Euro und Kinder (bis 12 Jahre) 3,50 Euro. Zusätzlich werden ermäßigte Familien- und Gruppentickets angeboten.

Die städtische Energie und Wasser Potsdam ist als Partner für Strom und Wärme mit im Boot. Deshalb hält die EWP für ihre Strom- und Gaskunden 500 Gutscheine bereit, die den kostenlosen Eintritt ermöglichen. Abzuholen sind diese im Kundenzentrum der Stadtwerke in der Wilhelmgalerie – solange der Vorrat reicht.

Infos zur Eisbahn in Potsdams Stadthafen

Preise, Eislaufzeiten und alle Veranstaltungen gibt es auf der Homepage www.eisbahn-potsdam.de

Telefon: 0331 2759225, E-Mail: reservierung@eisbahn-potsdam.de

Foto:Weisse Flotte Potsdam
Foto:Weisse Flotte Potsdam

Die Weisse Flotte Potsdam betreibt im Sommer auch den historischen Dampfer “Gustav”, eines der wenigen noch mit Kohle betriebenen Dampfschiffe in Deutschland. Hier mein Bericht zu “Gustav”.

Reise

Von der Ostsee nach Potsdam mit MS Katharina von Bora – Teil 3

20170815_Katharina_von_Bora_NickoCruises4Die MS Katharina von Bora Foto: André Lenthe

❏ Usedom

Das „Das Nizza der Ostsee“

Als die MS Katharina von Bora morgens in Peenemünde, an der Ostspitze Usedoms gelegen, einläuft, werden die Passagiere von strahlendem Sonnenschein empfangen. Denn die Insel Usedom gehört mit rund 2.000 Sonnenstunden im Jahr zu den sonnenreichsten Regionen Deutschlands. Mit dem Reisebus geht es zu den Ostseebädern Usedoms, die sich wie eine Perlenkette entlang der Ostseeküste ziehen. Von der Ostsee nach Potsdam mit MS Katharina von Bora – Teil 3

Als die Reisenden über die Promenade von Ahlbeck in Richtung Heringsdorf schlendern, fühlen sie sich in vergangene Zeiten versetzt, als die adeligen Damen und Herren in edlem Gewand auf der Kaisermeile flanierten. Während der Kaiserzeit wurde Heringsdorf als „Nizza der Ostsee“ bezeichnet. Die auch auf Usedom vorherrschende Bäderarchitektur, mit ihren filigranen Fassaden, großen Fenstern und durchgehenden Balkonen mit Blick auf die glitzernde Ostsee, erzeugen das Gefühl direkt am Mittelmeer zu sein.

Die Seebrücke in Ahlbeck    Foto: Radke

Im Ostseebad Ahlbeck steht die älteste erhaltene Seebrücke Deutschlands, die mit 320 Meter Länge auf die Ostsee hinausragt. Sie erlangte vor allem Bekanntheit, als sie als Drehort für den 1991 entstanden Lorriot-Film „Pappa ante Portas“ diente. Auf der Seebrücke befindet sich noch heute wie einst in den 1930er Jahren ein Café.

Zurück an Bord legt die Katharina von Bora ab und verlässt die Ostsee über das südlich an Usedom angrenzte Stettiner Haff. Nach einer circa achtstündigen Fahrt über das ruhige Gewässer erreicht das Schiff abends schließlich den Seehafen von Stettin. Die angestrahlten imposanten Gebäude am Ufer und die beleuchteten Brücken sorgen bereits für Vorfreude auf die bevorstehende Erkundungstour durch Stettin am nächsten Morgen.

❏ Stettin

Wo Katharina die Große noch klein war …

Nach dem reichhaltigen Frühstück, starten die Passagiere gut gestärkt die Rundfahrt durch Stettin. Besonders beeindruckend ist die Hakenterrasse direkt am Ufer des Hafens. Benannt wurde die bekannteste Sehenswürdigkeit der Stadt nach dem Oberbürgermeister Hermann Haken.

Das polnische Nationalmuseum oberhalb der Hakenterasse    Foto: Radke

Weitere Highlights der siebtgrößten polnischen Stadt sind der grüne Spinatpalast, das Stettiner Schloss, in dem Katharina die Große ihre Kindheit verbrachte sowie die zahlreichen Kirchen Stettins. An der Jacobikirche macht der Reisebus Halt und beim Hineingehen in die größte Kirche Pommerns begeistern die vielen bunten Glasfenster.

Wieder auf der Katharina von Bora angekommen, heißt es „Leinen los, die Piraten kommen!“ Beim Piratenschmaus serviert die Crew das Abendessen mit Augenklappe und Kopftuch. Am Abend erwartet die Crew dann alle im Salon und zeigt eine bühnenreife Show.

Von der Ostsee nach Potsdam mit MS Katharina von Bora – Teil 3

❏ Niederfinow

Mit dem Schiff in die Höhe

Von Stettin aus fährt der Fluss-Liner weiter in Richtung Niederfinow. In der Ferne ragt bereits das Schiffshebewerk Niederfinow in den Himmel, welches die 83 Meter lange Katharina von Bora in einem Trog 36 Meter in die Höhe heben wird. Stück für Stück steuert der Kapitän Joachim Schramm das Schiff in den Fahrstuhl. Nur fünf Minuten nach der Fahrt im Schiffsfahrstuhl verlässt die Katharina von Bora das Hebewerk über den Oder-Havel-Kanal. Dort macht sie noch ein letztes Mal vor Potsdam in Eberswalde Halt.

Auf dem Tagesprogramm steht ein Besuch des Klosters Chorin. Das Kloster der Zisterzienser Mönche wurde im Jahr 1273 gebaut und ist das größte Kloster des Landes Brandenburg. Wieder begegnet den Besuchern hier die bekannte Backsteingotik. Das Kloster verfügt über keinen Turm, da die Zisterzienser Mönche keinen Reichtum zeigen durften. Die „weißen Mönche“ lebten und arbeiteten einst hier und in dem Kloster lässt sich noch der restaurierte Brüdersaal besichtigen. Innerhalb des Klosters, gesäumt vom Kreuzgang, existierte früher ein schöner Schmuckgarten. Heute findet hier neben ehrenamtlichen Führungen der jährliche Choriner Musiksommer statt, der 2.000 Besucher in die historischen Gemäuer lockt.

Danach geht es mit dem Reisebus noch einmal zum Schiffshebewerk Niederfinow. Dort können die Besucher das 52 Meter hohe Stahlkonstrukt des Alten Schiffshebewerks von außen bestaunen.

Aussicht vom Schiffshebewerk Foto: Radke

Über einen geschlängelten Besucherweg erreichen die Touristen die oberste Ebene des Hebewerks, wo sich Ihnen eine beeindruckende Aussicht eröffnet. Unweit des Alten Schiffshebewerks entsteht das Neue Schiffshebewerk in zeitgemäßem Design.

Das Neue Schiffshebewerk Foto: Radke

Mit modernster Technik schafft es der Schiffsfahrstuhl innerhalb von nur drei Minuten mehr als das doppelte Troggewicht vom Alten Schiffshebewerk in die Höhe zu heben.

Das Alte Schiffshebewerk Niederfinow Foto: Radke

Mit all den gesammelten Eindrücken des Tages geht es für die Passagiere der Katharina von Bora wieder an Bord. Die Flusskreuzfahrt naht sich nun allmählich dem Ende, denn das letzte Ziel steht bevor: Potsdam.

Danke an den Veranstalter nicko-cruises  für die Einladung zur Flusskreuzfahrt. Die Kosten für An-/Abreise trugen wir selbst, ebenso das Getränkepaket an Bord.

Hier geht es zu Teil 4 der Reise.

1 Stunde wegPotsdamSchlösser und Burgen

Heiraten im Schloss Marquardt

Schloss MarquardtSchloss Marquardt

Theodor Fontane widmete Schloss Marquardt und den “Geheimen Gesellschaften” in seinen “Wanderungen durch die Mark Brandenburg” ein ausführliches Kapitel. Im Jahr 2019, wenn Fontanes 200. Geburtstag gefeiert und „Kulturland Brandenburg“ landauf landab an den berühmten „Märkischen Wanderer erinnert, wird auch das am Schlänitzsee am Rande von Potsdam gelegene Schloss Marquardt wohl eine Rolle spielen.

„Schon jetzt fragen immer wieder mal Gäste nach den Stationen der  Erzählung von Theodor Fontane, die auch im Schloss spielen“, sagt Christian Schulze. Auch nach der Blauen Grotte, über die Fontane schreibt, wird desöfteren gesprochen. Niemand weiß genau, ob das sagenumwobene Bauwerk noch im Boden schlummert.

Schloss Marquardt öffnet sich

„Wir wollen das Schloss, das sich jahrelang in einem Dornröschenschlaf befand, wieder für die Einwohner und Gäste des Potsdamer Ortsteiles öffnen“. So ist die Zufahrt zum Schloss wieder zugänglich, auch macht das direkte Umfeld einen gepflegten Eindruck. Bald werden Tafeln am Eingangstor zum Park auf die Zugänglichkeit des Schlosses aufmerksam machen.

Das Schloss, das in den vergangenen Jahren immer wieder durch spektakuläre Filmproduktionen, darunter „Bridge of Spiece“ von Steven Spielberg mit Tom Hanks, bekannt wurde, will Schulze als „Eventschloss“ entwickeln. Trotzdem werde es weiter Filmproduktionen geben. Nach “Der Schweinehirt” von Christian Andersen wurde dieser Tage wurde eine weitere Folge für Terra X gedreht.

Weddingplaner Christian Schulze in seinem Element im Schloss Marquardt, Foto: D.Weirauch
Weddingplaner Christian Schulze in seinem Element im Schloss Marquardt, Foto: D.Weirauch

Der Markt für kleine und große Veranstaltungen sei vorhanden, betont der Weddingplaner. Geburtstagsgesellschaften oder Tagungsgäste schätzen das gediegene Ambiente des in den 30er Jahren als Kempinski-Schlosshotel schon einmal als Ausflugsziel sehr beliebten Hauses. Die Park- sowie die Seeterrasse sollen viel mehr als bisher bespielt werden. Das Schloss will sich auch den Bewohnern des Potsdamer Ortteiles öffnen. Nicht nur zum Tag des offenen Denkmals, auch an verschiedenen Wochenenden über das Jahr verteilt, soll es Möglichkeit für Besichtigungen geben.

 2018:  eventuell Schloßcafe

„Wenn wir keine Hochzeit im Haus haben, dann öffnen wir das Schloss für andere Veranstaltungen, wie Konzerte oder Lesungen.“ Schon jetzt kommen Besucher in das Innere und können sich vom Fortgang der Restaurierungsarbeiten überzeugen. „Die Eigentümer vertreten die Devise, dass erst die Innenräume restauriert werden sollen, bevor es mit der Aussenfassade weitergeht“, berichtet Christian Schulze. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Viele Ideen gibt es. Ab Frühjahr 2018 soll ein Schlosscafe an Sonntagen Besucher einladen. Die Idee wird sicher viele Liebhaber finden. Ist der Blick von der Seeterasse aus hinab zum Schlänitzsee bereits jetzt eine Augenweide. Alte Postkarten aus den 30er Jahren zeigen eine sehr gepflegte Anlage. Noch ist keine Genehmigung dafür erteilt. auch die heutigen Mühlen der Bürokratie mahlen sehr langsam.

Schloss Marquardt am Rande von Potsdam, Foto: D.Weirauch

Der nach einer eigenhändigen Planskizze von Peter Joseph Lenné im Jahre 1823 gestaltete Schlosspark gehört nach wie vor zu den berühmtesten Parkanlagen im Umland von Berlin. Das wissen auch Hochzeitsgesellschaften zu schätzen. Letztes Jahr ruderten Brautleute an das Ufer und wurden von der Hochzeitsgesellschaft empfangen.

Am 19. August gibt es im Park von Marquardt erstmals eine Premiere: „Wir feiern dort eine ökumenische Hochzeit am romantischen Schlänitzsee,“ verrät der ideenreiche Jungunternehmer. Weddingplaner Christian Schulze ist einer von zwei professionellen Hochzeitsplanern in Potsdam. Er hat viel zu tun. Einige Termine, wie Pfingsten, sind bereits bis zum Jahr 2020 ausgebucht.

Albert Hertel: Schloss Marquardt
Albert Hertel: Schloss Marquardt Foto: Archiv Weirauch

Seit sieben Jahren organisiert Christian Schulze Hochzeiten in edlem Ambiente. Schloss und Park Marquardt bieten die perfekte Kulisse. Die Dorfkirche ist nur wenige Meter vom Schloss entfernt. Das Gotteshaus wird nach den Wünschen der jeweiligen Auftraggeber auch von ihm ausgestaltet.

Traumhaft ist der Bloick von der Seeterrasse des Schlosses auf den Schlänitzsee, Foto: D.Weirauch
Traumhaft ist der Bloick von der Seeterrasse des Schlosses auf den Schlänitzsee, Foto: D.Weirauch

Schulze kann bei seinen Veranstaltungen auf ein bewährtes Equipment zurückgreifen. Zum einen sein Lebenspartner Michael, der Wirt des benachbarten Landgasthauses „Zum alten Krug“, zum anderen arbeitet er mit vielen Unternehmen in der Region zusammen. „Wir können fast alle Wünsche des Brautpaares erfüllen, egal ob Floristen, Friseur oder Fotografen.“ Beim Catering schwört er auf das Team vom „Quendel“ in Potsdam.

Hier geht es zur Seite von Weddingplaner Christian Schulze.

Postkarte aus der Zeit, als Marquardt ein Kempinski-Hotel war.
Schloss Marquardt im Sommer 2016
Schloss Marquardt im Sommer 2016

Hier gibt es ein interessantes Buch zum Schloss Marquardt.

Walter Schott schuf diese Plastik im Park von Schloss Marquardt

Walter Schott schuf die Plastik "Silen mit Nymphen"
Walter Schott schuf die Plastik “Silen mit Nymphen” Foto: Weirauch