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Hotel Monopol Katowice – top Hotel in Polen

Katowice (3)Monika Leraczyk, die strahlende Direktorin des Hotels Monopol in Katowice, mit einigen Mitarbeitern, Foto: Weirauch

Paris Hilton und Andrej Wajda, der berühmte Filmemacher, wohnten schon im 5-Sterne Hotel Monopol in Katowice. Nun also habe ich auch ein Zimmer im diesem edlen Hotel bezogen. Monika Leraczyk, die Hoteldirektorin, ist stolz auf ihr Haus. Man spürt es überall. Die Mitarbeiter sind sehr freundlich, lesen den Gästen regelrecht die Wünsche von den Lippen ab. Nicht ohne Grund: Das Hotel Monopol gehört zu den bekanntesten Hotels in Polen, in Katowice (deutsch Kattowitz) sowieso.

Es reiht sich eines in die Reihe berühmten Bahnhofs Hotels, denn der alte Bahnhof vonKattowitz liegt dem Hotel Monopol direkt gegenüber. Eröffnet im Jahr 1903 erlebte das im Jugendstil errichtete Luxushotel vor allem um die Jahrhundertwende und danach rauschende Feste. Damals schon gingen die Größen der Zeit hier ein und aus.

Blick auf die prächtige Fassade des Hotel Monopol in Katowice
Blick auf die prächtige Fassade des Hotel Monopol in Katowice

Das von Ludwik Goldstein entworfene Gebäude wurde schnell zum repräsentativsten Hotel in Katowice. Auf der Hotelausstellung in Bytom gewann er 1904 die Goldmedaille. Die Ausstattung war ähnlich wie im Berliner Adlon am Brandenburger Tor.  Es gab drei Restaurants, eine Hotelbäckerei und eine eigene Wäscherei. Die Gäste waren begeistert von Luxus, modernen Möbeln und architektonischem Geschmack, und der Ort wurde schnell zu einem der beliebtesten Hotels in Schlesien. Das Monopol Hotel hat ein hohes Ansehen und hohe Wertschätzung erlangt, was sich bald durch die Anwesenheit bedeutender und wohlhabender Gäste in Kattowitz bewies. In den frühen 1920er Jahren wohnte Charles de Gaulle dort, er war als Beobachter der französischen Regierung  zur Volksabstimmung, die über die Aufnahme Schlesiens nach dem Ersten Weltkrieg in die neue Ordnung Europas entschied.

Mit der Hochzeit des weltberühmten Tenorsängers Jan Kiepura mit der in Ungarn geborenen Sopranistin Marta Eggerth im Oktober 1936 wurde dem Hotel eine wahre Pracht verliehen. Später dann wohnten auch andere berühmte Künstler hier, beispielsweise Karol Szymanowski (eine der Suiten trägt seinen Namen), der Klaviervirtuose Artur Rubinstein sowie der Schriftsteller Tadeusz Boy-Żeleński.

Niedergang nach 1945

Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor das Hotel allmählich an Glanz und wurde Ende der achtziger Jahre geschlossen Danach diente es als Bürokomplex. Seit den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts stand es leer.

Wiedergeburt nach 2000

Nach der umfangreichen Renovierung in den letzten Jahren erstrahlen die 108 Suiten und Zimmer in neuem (alten) Glanz. Im Dezember 2018 werden die Teilnehmer der UN-Weltklimakonferenz dort wohnen. Vielleicht legt ja ein Staatsmann oder Umweltminister sein Haupt auf das Bett. Indem ich jetzt geschlafen habe. Die Zimmer wurden mit viel Liebe zum Detail individuell gestaltet. Alle Zimmer des Hotels sind klimatisiert. Kostenloser WLAN-Internetzugang ist in den öffentlichen Bereichen und in allen Zimmern verfügbar. In Deutshcland ist das leider oft noch nicht möglich in guten Hotels.

Alle Badezimmer sind aus Marmor oder anderen Steinarten und mit eleganten italienischen Armaturen ausgestattet. Ein Luxus, den ich gern genoss: Superior Zimmer, Junior Suiten und Suiten verfügen über einen Nespresso Espresso.

Die Apartments, in denen auch schon Präsidenten, wie Lech Walesa wohnten, verfügen  über ein Wohnzimmer und ein Schlafzimmer mit einem großen Doppelbett. Ich hatte ein Fenster zur Nebenstraße und schaute auf ein toll renoviertes Jugendstilhaus.

Das Hotel Monopol gehört zu den polnischen Likus Hotels. Das Unternehmen betreibt Boutique-Hotels in restaurierten Gebäuden von großem historischem und kulturellem Wert. Sie alle repräsentieren die Idee des Zusammenlebens zwischen einem Denkmal der Spitzenklasse und einem luxuriösen Hotel auf höchstem Niveau. Wie in Katowice (Kattowitz) verstehen sich auch die anderen Likus Hotels als Schaufenster der jeweiligen Stadt, in der sie sich befinden. Sie verbinden auf subtile Weise den Genius loci (Geist des Ortes) mit der Moderne. Jedes der Likus-Hotels zeichnet sich durch außergewöhnliche Aufmerksamkeit für historische Details aus. Die Besitzer der Gruppe Likus Hotels & Restaurants möchten diesen Orten einen früheren Glanz verleihen und gleichzeitig einen modernen Touch erzeugen. Dies war auch der Fall des Monopol Hotels in Katowice.

Edel ausgestattet präsentiert sich das Schwimmbad im Hotel Monopol in Katowice, Foto: Hotel Monopol
Edel ausgestattet präsentiert sich das Schwimmbad im Hotel Monopol in Katowice, Foto: Hotel Monopol

Das Monopol Hotel ist das einzige 5-Sterne-Hotel in Katowice. Monopol ist das beste Hotel in Schlesien. Es ist eines der renommiertesten Hotels in Polen. Mich hat die denkmalgerechte Restaurierung begeistert. Bei den Konservierungsarbeiten wurden eine interessante Präsentation der Sonne am Haupteingang und ein komplett erhaltenes Bodenmosaik an der Rezeption entdeckt. Man geht sozusagen über Geschichte, wenn man in das gastfreundliche Haus eintritt.

Blick in das Cafe des Hotel Monopol gegenüber dem alten Bahnhof von Katowice, foto Hotel Monopo
Blick in das Cafe des Hotel Monopol gegenüber dem alten Bahnhof Katowice, Foto: Hotel Monopol

In den letzten Jahren logierten die Fußballnationalmannschaften aus England mit David Beckham und Portugal mit Christiano Ronaldo sowie Rockstars (darunter die Band Deep Purple und Phill Collins mit der Band Genesis) im Hotel Monopol. Und immer wieder kommen berühmten Künstlern, zusammen mit dem  Symphonieorchester des Polnischen Nationalradios und der Schlesischen Philharmonie auftreten, ins Monopol.

Mein Fazit: Heute, über 100 Jahre nach der Eröffnung und 15 Jahre nach der Neueröffnung, sind die Besucher immer noch mit ihrem Luxus und Stil fasziniert.

Neben dem erstklassigen Service schätzen die Gäste auch das einzigartige Speisen-und Getränkeangebot. Die weiße Brigade steht unter Leitung von Jakub Biskup. Der Chefkoch ist  Absolvent der besten schlesischen Gastronomie-Schule. Er debütierte unter anderem in Spitzenhäusern in England, bevor er nach Katowice zurückkam. Jakub Biskup schätzt ein gutes Produkt, legt großen Wert auf Saisonalität und außergewöhnliche Küche. Seine Gerichte zeichnen sich durch eine kühne Kombination aus Geschmack und Ästhetik aus. In der Küche legt er trotz aller Schnelligkeit vor allem Wert auf eine gute und solide Zusammenarbeit des gesamten Teams. Nun bin ich gespannt zu erfahren, wer während der UN-Klimakonferenz im Hotel Monopol wohnt.

Adresse: Hotel Monopol

  • 40-012 Katowice, Dworcowa 5
  • Mail: monopol@hotel.com.pl
  • Tel.: + 48 32 782 82 82
  • Fax: + 48 32 782 82 83

Hier geht es zu meinem Stadtporträt über Katowice

und

hier der Beitrag über das UNESCO-Weltkulturerbe Silberbergwerk Tarnowitz.

Reise

Elfenparade, Lichterzauber und Eisbildhauer

Weihnachtsmarkt in Danzig. Foto: Maciej Nicgorski/www.gdansk.plWeihnachtsmarkt in Danzig. Foto: Maciej Nicgorski/www.gdansk.pl

Vor zwei Jahrzehnten waren Weihnachtsmärkte im Nachbarland Polen nahezu unbekannt, heute haben Besucher die Qual der Wahl. Überall im Land finden stimmungsvolle Veranstaltungen in der Vorweihnachtszeit statt. Ein Überblick:

Einer der schönsten und größten polnischen Weihnachtsmärkte beginnt am 23. November in der niederschlesischen Metropole Wrocław (Breslau). Erstmals werden die mehr als 250 festlich geschmückten Buden bis zum 31. Dezember geöffnet sein. Rund um den historischen Marktplatz und den benachbarten plac Solny (Salzmarkt) erwarten die Besucher neben kulinarischen und kunsthandwerklichen Angeboten zahlreichen Performances, Konzerte und Mitmachaktionen. Zu den Höhepunkten zählen die Show „Märchenhaftes Weihnachten“, das feierliche „Entzünden“ des Weihnachtsbaumes am 6. Dezember sowie die Paraden des Nikolaus, der Elfen und der Weihnachtssinger. Am Heiligabend findet das offizielle Weihnachtsfest der Stadt für Arme und Bedürftige statt. www.jarmarkbozonarodzeniowy.com

Elfenparade, Lichterzauber und Eisbildhauer

Der Weihnachtsmarkt in der Ostseemetropole Gdańsk (Danzig) findet vom 1. bis 23. Dezember auf dem Targ Węglowy (Kohlenmarkt) statt. Eine Neuheit ist der Food Court mit kulinarischen Leckereien aus der ganzen Welt. Neu ist auch das doppelstöckige historisierende „Danziger Karussell“. Einen guten Überblick über das weihnachtliche Geschehen bekommen Besucher vom festlich geschmückten Amber Sky, einem 50 Meter hohen Riesenrad. Außerdem gibt es eine überdimensionale handgefertigte Weihnachtspyramide, einen Eishügel zum Rodeln und einen Nikolausschlitten mit lebendigen Rentieren.

Weihnachtsmarkt in Danzig, Foto: polentravel
Weihnachtsmarkt in Danzig, Foto: polentravel

Auf dem Długi Targ (Langer Markt) steht der städtische Weihnachtsbaum, dessen Lichter am 5. Dezember feierlich entzündet werden. www.bozonarodzeniowy.gda.pl

In Warszawa (Warschau) gibt es mehrere winterlich-weihnachtliche Angebote. Bereits am 24. November verwandelt sich das Nationalstadion im Stadtteil Praga in ein Wintermärchen. Besucher können dort nach Herzenslust dem Wintersport frönen. Auf sie warten zwei Eislaufbahnen, ein Rodelhügel, ein Curlingplatz, Bumper Cars und ein Weihnachtsdorf mit Drinks und Leckereien. Im unterirdischen Parkdeck eröffnet der größte Skatepark der Hauptstadt. Märchenhaft erleuchtet sind Gärten und Park des Sommerschlosses der polnischen Könige im Stadtteil Wilanów. Der „Wintergarten des Königs“ verzaubert die Umgebung des Barockschlosses mit Lichtinstallationen. Neu ist der „Musikalische Traumgarten“ auf der unteren Terrasse des Barockgartens. Zu den Klängen von Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ oder Tschaikowskis „Nussknacker“ verzaubern animierte Lichtinstallationen. Die Schlossfassade dient in den Abendstunden von Freitag bis Sonntag als Projektionsfläche für verschiedene 3D-Mappings zu Legenden rund um die polnischen Könige. Der Lichtergarten ist bis zum 24. Februar geöffnet. www.warsawtour.pl

Weihnachtliches Warschau (Foto von 2017). Foto: it Warszawa / www.warsawtour.pl
Weihnachtliches Warschau (Foto von 2017). Foto: it Warszawa / www.warsawtour.pl

Der Weihnachtsmarkt auf dem Rynek Główny (Hauptmarkt) von Kraków (Krakau) zählt zu den traditionsreichsten im ganzen Land. Vom 30. November bis 26. Dezember laden mehr als 80 festlich geschmückte Stände zum Flanieren ein. Zum Begleitprogramm gehören Sternsingerdarbietungen, eine Inszenierung der altpolnischen Totenfeier “Dziady“ und eine Weihnachtstafel mit den Honoratioren der Stadt. Einer der Höhepunkte ist der seit 1937 stattfindende Wettbewerb um die schönste Weihnachtskrippe. Bei der 76. Auflage werden am 6. Dezember rund 160 Hobby- und Profikünstler ihre Kunstwerke präsentieren. Bis Februar können die preisgekrönten Krippen in der Krakauer Altstadt besichtigt werden. Bereits zum zweiten Mal findet im Trendviertel Podgórze der „Weihnachtsmarkt der besonderen Dinge“ statt. Rund 40 Künstler und Kunsthandwerker bieten dort am 1. und 2. Dezember ihre Arbeiten an. www.krakow.travel

Weihnachtsmarkt in Breslau. Foto: Krzysztof Szymoniak/www.wroclaw.pl
Weihnachtsmarkt in Breslau. Foto: Krzysztof Szymoniak/www.wroclaw.pl

In Poznań (Posen) findet der Jarmark Betlejem Poznańskie (Posener Betlehemsmarkt) an zwei Orten statt. Vom 1. bis 21. Dezember laden rund 50 Aussteller auf den Alten Markt im Herzen der Altstadt ein. Bereits am 17. November beginnt der Weihnachtsmarkt auf dem plac Wolności in der historischen Neustadt. Eine ungewöhnliche Attraktion stellt dort die Silent Disco dar. Wer will, kann dort zur Musik per Kopfhörer ausgelassen tanzen, während die anderen Besucher den Markt ohne laute Beschallung genießen. Am 8. und 9. Dezember steht auf dem Alten Markt das 13. Festival der Eisbildhauer auf dem Programm. Profikünstler aus aller Welt schälen, schneiden, hämmern vor den Augen des Publikums aus mehreren Tonnen Eis faszinierende Kunstwerke um die Wette. www.poznan.travel

Katowice (Kattowitz) lädt vom 23. November bis 23. Dezember auf den neu gestalteten Marktplatz zum diesjährigen Weihnachtsmarkt ein. Neben zahlreichen Marktständen sorgt ein Programm mit Adventskonzerten, Nikolausbesuch und verschiedenen Mitmach-Workshops für weihnachtliche Stimmung. Auf die Kleinsten warten ein Märchendorf, eine Wintereisenbahn und Karussells. Außerdem steht Besuchern eine Eislaufbahn zur Verfügung.

Das Kulturhaus und Restaurant im Stadtteil Niekischacht
Das Kulturhaus und Restaurant im Stadtteil Niekischacht

Eine unvergleichliche Atmosphäre können Gäste vom 7. bis 9. Dezember im historischen Kattowitzer Bergarbeiterviertel Nikiszowiec (Nikischschacht) erleben. Rund 200 Aussteller bieten kulinarische und kunsthandwerkliche Erzeugnisse vor der Kulisse der engen Straßen mit ihren charakteristischen Backsteinhäusern an. www.katowice.eu

Das Begleitprogramm auf dem Weihnachtsmarkt in der UNESCO-Welterbestadt Toruń (Thorn) reicht vom Weihnachtskochkurs bis hin zum Eishockey-Workshop mit Stars vom Erstligisten KS Toruń. Große und kleine Besucher haben die Gelegenheit, unter fachkundiger Anleitung ihre eigenen Lebkuchen nach uralten Rezepten zu backen. (www.torun.pl) Auf dem Schloss der pommerschen Herzöge in Szczecin (Stettin) wird am 8. und 9. Dezember eine lebendige Krippe inszeniert. Dazu gibt es einen Kunsthandwerkermarkt und Bastelworkshops. (www.zamek.szczecin.pl) Bereits zum zehnten Mal findet der Adventsmarkt in der ermländisch-masurischen Hauptstadt Olsztyn (Allenstein) statt. Vom 13. bis 16. Dezember laden festliche Marktbuden und der finnisch-samische Nikolaus aus Rovaniemi zum Besuch ein. www.visit.olsztyn.eu

Zu den größten Veranstaltungen im Südwesten Polens gehört der Adventsmarkt im festlich dekorierten Schlosshotel von Łomnica (Lomnitz), eine Autostunde von Görlitz entfernt. An den beiden ersten Adventswochenenden präsentieren sich auf dem Gutshof und in der Eventscheune Aussteller mit kunsthandwerklichen und kulinarischen Produkten. Große und kleine Besucher können in der Weihnachtskugelwerkstatt oder der Backstube selbst Hand anlegen und sich von den Klängen des Bläserensembles verzaubern lassen. www.palac-lomnica.pl

Weihnachtsmann auf Schloss Lomnitz im Hirschberger Tal, Foto: Schloss Lomnitz
Weihnachtsmann auf Schloss Lomnitz im Hirschberger Tal, Foto: Schloss Lomnitz

 

Weitere Hinweise auf Veranstaltungen in ganz Polen gibt es beim Polnischen Fremdenverkehrsamt, www.polen.travel

Reise

Katowice: Kultur und Klima statt Kohle

Katowice (1)

Wenn am 3.Dezember die UN-Weltklimakonferenz in Katowice (auf deutsch Kattowitz) beginnt, dann werden die Teilnehmer neben dem Tagungszentrum auch eine Vielzahl von Museen, Sportzentren, Kinos, Theater und weiteren Attraktionen kennnelernen. Vor allem wird sie die lebensfrohe Stadt überraschen. Die Stadt ist für mich ein Geheimtipp. Vor Jahren noch der polnische Ruhrpott genannt, hat Katowice  mittlerweile eine erstaunliche Wandlung vollzogen. Wir waren da, um uns unter anderem das jüngste polnische UNESO-Weltkulturerbe, das Silberbergwerk Tarnowitz anzuschauen. Es befindet sich etwa eine Autostunde von Kattowitz entfernt. Hier der Bericht dazu.

Katowice liegt rund 300 Kilometer südwestlich von Warschau im Oberschlesischen Industrierevier. die Großstadt ist das  Zentrum der Metropolregion Silesia, zu der je nach Definition zwischen 2,5 und 5 Mio. Einwohner gezählt werden. Das Stadtgebiet von Katowice hat eine Fläche von mehr als 150 Quadratkilometern. Rund 40 Prozent davon sind Wälder einnehmen, weitere 20 Propzent sind Grünflächen. Damit zählt die Stadt zu den grünsten Städten Polens. Kaum zu glauben, dass vor 30 Jahren unzählige Schlote ihren Dreck in die Luft geblasen haben. Insofern tagt die Weltklimakonferenz an einem spannenden Ort.

Wenn man von Katowice spricht, dann muß man wissen, dass rings um die Stadt mehr als 50 Steinkohlenbergwerke und Großkokereien existierten. Und die Menschen lebten in der Nähe ihrer Arbeitsstätten. Deshalb besuchten wir auch zwei typische Arbeitersiedlungen.

Siedlungen der Moderne

In der Vorstadt von Katowice liegen zwei Arbeitersiedlungen: Giszowiec (dt. Gieschewald) und Nikiszowiec (dt. Nikischschacht).
Die Kolonie Giszowiec wurde 1906 bis 1910 für die Arbeiter der Grube Giesche gebaut, deren neue Schächte 1903 bis 1910 entstanden. Errichtet wurden Ein- und Zweifamilienhäuser mit Gärten, Schindeldächern und Schotterstraßen. Die Zahl der Wohnungen war jedoch nicht ausreichend. Der Unternehmensname bezog sich auf den Industriellen Georg von Giesche, der sich bereits im 18. Jahrhundert in Oberschlesien verschiedene Abbaurechte gesichert und damit den

Die Arbeitersiedlung Gieschewald mit den roten Fenstereinrahmungen
Die Arbeitersiedlung Gieschewald mit den roten Fenstereinrahmungen
Kirche im Stadtteil Gieschewald
Kirche im Stadtteil Gieschewald

Giesche-Konzern gegründet hatte. Die „Colonie Gieschewald“ wurde 1907, im Jahr des 200-jährigen Unternehmensjubiläums, gegründet.

Auf freiem Feld wurde mit dem Bau, der auf dem Reißbrett geplanten, neuen Siedlung begonnen. Das Berliner Architekturbüro Georg und Emil Zillmann lieferten den Siedlungsentwurf, der sich an örtliche Dörfer und englische Gartenstädte anlehnte (Die Bergmannssiedlung in Nickischschacht/Nikiszowiec wurde ebenfalls von ihnen entworfen).

Das Kulturhaus und Restaurant im Stadtteil Niekischacht
Das Kulturhaus und Restaurant im Stadtteil Niekischacht

Damit Gieschewald selbständig bestehen konnte, musste Gieschewald über eigene Institutionen verfügen und die Versorgung der Bevölkerung sichergestellt werden. So bildete der Marktplatz (heute: Plac pod Lipami) das Zentrum der Gemeinde und wurde mit Linden bepflanzt, die bis heute erhalten sind.

Erinnerungswand für im Bergbau und in der Kokerei verunglückte Bergleute
Erinnerungswand für im Bergbau und in der Kokerei verunglückte Bergleute

In Giszowiec wurden die Aufnahmen für den Film von Kazimierz Kutz “Perlen eines Rosenkranzes” gedreht und die Geschichte der zum Abriss bestimmten Häuser stimmte damit überein, was in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts in Giszowiec passierte. Es wurde versucht, die Siedlung abzutragen und moderne Wolkenkratzer zu bauen. Zum Glück existiert ein Teil der ehemaligen Kolonie Giszowiec immer noch und das, was übrig ist, ist wirklich sehenswert. Beachtenswert sind u.a. Šlaska (Schlesischer Gasthof), Izba Slaska (Schlesische Stube), die ehemalige Bierstube “Gwarek” (heute Restaurant Pod Kasztanami), die Direktorenvilla, der Wasserturm und die Försterei.

Route der Moderne

Sehenswert die aus dreistöckigen Blockhäusern bestehende Siedlung. An der Ecke der Straßen Sklodowskiej-Curie und Kopernika befindet sich die 1931 gebaute Garnisonkirche des Heiligen Kasimirs von Litauen – das erste funktionalistische Bauwerk, das von der katholischen Kirche in Polen errichtet wurde. Übrigens: den Bauwerken im Stil der Moderne verdankt die Stadt Katowice die Bezeichnung “polnisches Chicago”.

Vom begehbaren Förderturm aus hat man einen tollen Blick über Katowice und das einem zu Füßen liegende Schlesische Museum
Vom begehbaren Förderturm aus hat man einen tollen Blick über Katowice und das einem zu Füßen liegende Schlesische Museum

Aufstrebendes Katowice

Mittlerweile zieht Katowice, aber auch der gesamte Ballungsraum, das Investmentkapital vieler ausländischer Firmen so stark wie kaum eine andere Region in Polen an. Durch neue Büro- und Geschäftsbauten, aber auch durch die fortschreitende  soegannte Tertiärisierung (laut Wikipedia) wandelt sich das Antlitz der Stadt von einer von Schwerindustrie und Bergwerken bestimmten zu einer modernen, von Informationstechnik, Wissenschaft und Forschung geprägten Kulturstadt. Insofern hat die Weltklimakonferenz den richtigen Austragungsort gewählt.

Spektakulär: Schlesisches Museum

Ein unbedingtes Muss während eines Besuches in Katowice ist das Schlesische Museum. Es befindet sich auf dem Gelände der stillgelegten Zeche Ferdinandgrube/KWK Katowice, teilweise in einem spektakulären unterirdischen Gebäudekomplex. Vom einstigen Förderturm hat man den besten Ausblick über die Stadt und die grüne Umgebung von Katowice.

Zu den Sammlungen gehören vor allem ethnologische und archäologische Exponate, die mit der Stadt und der Region Oberschlesien zusammenhängen. Außerdem befindet sich im Museum eine Gemäldegalerie der polnischen Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts. Darüber hinaus ist das Museum Ort verschiedener Wanderausstellungen, die thematisch auch andere Regionen betreffen. Derzeit bereitet das Museum verschiedene Projekte zum Thema oral History vor, bei dem Einwohner zu Wort kommen und wo die Wandlung der Stadt in den zurückliegenden 50 Jahren im Mittelpunkt stehen werden.

Gastfreundlich ist das Restaurant Moodro direkt im Alten Maschinenhaus am Schlesischen Museum

Zentrum neuer Musik

Die Schlesische Philharmonie (Filharmonia Śląska) gilt als eine der wichtigsten Musikinstitutionen in Polen und ist heute die einzige Philharmonie in Polen, die mit dem Kammerorchester, dem Symphonieorchester und dem Chor drei Musikensembles besitzt. Dem wohl bekanntesten polnischen Dirigenten Grzegorz Fitelberg ist der seit 1979 alle vier Jahre stattfindende Internationale Dirigentenwettbewerb (Międzynarodowy Konkurs Dyrygentów) gewidmet.

Auch das Nationale Symphonieorchester des polnischen Rundfunks (Narodowa Orkiestra Symfoniczna Polskiego Radia) hat seinen Sitz in Katowice. Die NOSPR Konzerthalle hat 1800 Plätze und gehört zu den besten Konzertsälen Europas.

Der Spodek ist eine riesige Sport- und Veranstaltungshalle
Der Spodek ist eine riesige Sport- und Veranstaltungshalle

Stadt der Festivals

In Katowice werden jährlich viele verschiedene Festivals und andere Kulturereignisse veranstaltet. Eine der wichtigsten Veranstaltungen der Stadt und der Region ist das Rawa-Blues-Festival. Es zieht jedes Jahr viele internationale Gäste an. Ebenfalls im Kulturzentrum Spodek wird das jährliche Metalmania-Festival veranstaltet.

Stadt der Bildung und der Wissenschaft

Katowice ist nicht nur das wirtschaftliche und politische, sondern auch das kulturelle Zentrum des Oberschlesischen Industriereviers. In der Stadt gibt 20 Universitäten und hochshculen. Alle Katowicer Hochschulen zusammen bieten etwa 100.000 Studierenden einen Studienplatz an. In den letzten 15 Jahren hat sich diese Zahl mehr als vervierfacht.

Informationen zu Katowice

  • Touristen-Informationsstelle
    Katowice u. Rynek 13
    Tel. +48 32 2593808
    katowice@silesia.travel
  • Nikischacht
  • ul. Rymarska 4
    Tel. +48 32 2551
    nikiszowiec@silesia.travel
  • Hinkommen30 km vom Stadtzentrum entfernt befindet sich der Flughafen Katowice mit internationalen Linienflügen.

Weiterführende Literatur
Anna Miszta, Reiseführer Woiwodschaft Schlesien, Schlesischer Touristikverein. Katowice 2013.

Nützliche Internetlinks:

Übernachten und gut Essen im Hotel Metropol

  • Adresse: Hotel Monopol
  • 40-012 Katowice, Dworcowa 5
  • Mail: monopol@hotel.com.pl
  • Tel.: + 48 32 782 82 82

Bericht über das einzigartige Hotel hier.

Preiswert Übernachten und gut Essen auch im Q-Hotel

Rustikal gut Essen in der Gasthausbrauerei, benachbart dem Hotel Monopol

Rustikal gut Essen in der Gasthausbrauerei, benachbart dem Hotel Monopol
Potsdam

1. Advent: Polnischer Sternenmarkt

Polnischer SternenmarktPolnischer Sternenmarkt, Foto: HBPG

Das 15. Jubiläum des Polnischen Sternenmarktes wird mit Auftritten von 15 Musik-, Tanz und Theatergruppen gefeiert. Am ersten Adventswochenende, vom 30. November bis 2. Dezember 2018, lädt das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (HBPG) zur weihnachtlichen Begegnung mit Polen ein.

Straßentheater Z głową w chmurach C u. Promofoto Z głową w chmurach (2)
Straßentheater Z głową w chmurach C u. Promofoto Z głową w chmurach (2)

Vor der wunderbaren Kulisse des Kutschstallhofs und des Neuen Marktes, im Herzen von Potsdams historischer Mitte, erleben die Besucher des Sternenfestes die stimmungsvolle Atmosphäre der weihnachtlichen Traditionen unseres Nachbarlandes. Polnische Künstler und Kunsthandwerker bieten an 60 Marktständen ihre phantasievollen, handgefertigten Arbeiten an. Und mit vielerlei süßen und herzhaften landestypischen Spezialitäten kommen auch die kulinarischen Genüsse nicht zu kurz. Zum 15. Geburtstag des Sternenmarktes gestalten 15 polnische und deutsche Musik- Tanz- und Theatergruppen das Sternenfest der deutsch-polnischen Begegnung, das zentraler Bestandteil des Marktwochenendes ist. Auf der großen Bühne des Kutschstallhofs und auf dem Neuen Markt bieten die Gruppen für Jung und Alt ein abwechslungsreiches Programm mit Zirkus- und Kindertheater, Trachtentanz, Chorgesang, sowie mit Konzerten von Folk-, Blues- und Jazzgruppen.

Polnischer Sternenmarklt, Foto: HBPG

Höhepunkte sind die atemberaubende Luftakrobatik des Posener Straßentheaters Z głową w chmurach (dt: Mit dem Kopf in den Wolken), die mitreißende Musik von Klezmafour aus Łódź, einer der besten Klezmerbands der Welt, und die aus den multikulturellen Traditionen Polens schöpfende Sängerin Karolina Cicha mit ihrer Band. Die Straßentheatergruppe Teatr Klinika Lalek gestaltet auch in diesem Jahr wieder aufsehenerregende Installationen für den Sternenmarkt.

C BKG-HBPG Fotograf_Ulf_Böttcher_Sternenmarkt_Panorama (2)
Sternenmarkt_Panorama (2)C BKG-HBPG Fotograf_Ulf_Böttcher

Das komplette Programm findet sich unter www.hbpg.de (Veranstaltungen).

Kinder sind eingeladen in der Weihnachtsmannwerkstatt kleine Geschenke zu basteln. Die historische Gewölbehalle des Kutschstalls wird zur deutsch-polnischen Begegnungsbörse mit deutsch-polnischen Vereinen aus Berlin und Brandenburg, Gästen aus Potsdams Partnerstadt Opole sowie Informationen über touristische Angebote in Polen. Die Ausstellungen im HBPG können gegen Vorlage des Markt-Tickets bis zur Schließung des Sternenmarktes kostenfrei besucht werden.

Öffnungszeiten

  • Fr, 30.11.  | 16:00 bis 20:00 Uhr
  • Sa, 01.12. | 11:00 bis 20:00 Uhr
  • So, 02.12. | 11:00 bis 19:00 Uhr
  • Eintritt: 2 €, Kinder bis 1,40 m frei

Besucheradresse

Kutschstallhof und Neuer Markt | 14467 Potsdam

Veranstalter des Sternenmarktes ist die Brandenburgische Gesellschaft für Kultur und Geschichte gGmbH/Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte.

Hinweis für Autofahrer

Zum Sternenmarkt wird die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln empfohlen, da im Umfeld des Kutschstalls nur wenige Parkplätze zur Verfügung stehen. Außerdem kommt es auf dem Neuen Markt zu starken Verkehrseinschränkungen.

C BKG_HBPG Foto Angelique Preau - Sternenmarkt (2)
Foto Angelique Preau

 

1 Stunde wegTipps

Polnische Torten und Pralinen im Metropolen Berlin

Cafe Metropolen (20)Blick in die Auslage des Cafe Metropolen in Berlin Foto: Weirauch

Berliner Naschkatzen mit Vorliebe für polnische Spezialitäten müssen nicht weit fahren, um an Naschwerk zu kommen: Torten und Kuchen des polnischen Traditions-Konditors Adam Sowa aus Bydgoszcz (Bromberg)  gibt es nämlich auch in der deutschen Hauptstadt. Verkauft werden die süßen Kreationen im Café Metropolen Berlin an der Westfälischen Straße in Wilmersdorf, nicht allzu weit vom Kurfürstendamm entfernt.

 

Metropolen Berlin: Handgemachte Pralinen aus Polen

„Seit dem Jahr 2010 sind wir hier in Berlin vertreten, das Geschäft wird immer besser“, erzählt Iwona Pogodzinska, die zusammen mit Malgorzata Brasch das schmucke Café Metropolen in Berlin betreibt. Im Angebot sind verschiedene Kuchen und Torten mit einheimischen sowie mit exotischen Früchten, Baisers, süße Petit Fours Kekse sowie handgemachte Pralinen.

Ausschließlich Produkte aus der Firma des aus einer polnischen Konditordynastie stammenden Großmeisters Adam Sowa werden verkauft.  Credo: alles Handarbeit und keine Zusatzstoffe. In seiner Firma werden täglich beispielsweise noch 30.000 Hühnereier mit der Hand aufgeschlagen. Über 100 Filialen beliefern seine Fahrzeuge täglich. In Europa gibt es außer in Berlin auch noch in London Torten von Adam Sowa.

Eine Hochzeitstorte namens „Erste Liebe“

Alle zwei Tage pendelt ein Fahrzeug zwischen Berlin und dem 450 Kilometer entfernten Bydgoszcz. Die Stammkunden des Café Metropolen Berlin warten schon auf Nachschub. Nicht nur Polen kommen zu ihnen, auch immer mehr Anwohner haben die Spezialitäten entdeckt. Und längst sind auch schon Süßmäuler aus anderen Stadtbezirken begeistert von den leckeren Käse- oder Schokoladen-Torten oder der Napoleonschnitte. Auf Bestellung werden Hochzeitstorten angefertigt, die beispielsweise „Erste Liebe“, „Schokoladenglück“, „Lavendelhochzeit“ oder  „Rosentau“ heißen. Diese werden wohlverpackt aus der Bromberger Manufaktur angeliefert.

Metropolen Berlin: Wechselnder Mittagstisch

Auch Wünsche für bestimmte Kuchen- oder Tortenformen werden im Café Metropolen in Berlin erfüllt. Die Kunden bringen dann Zeichnungen mit, die die Konditoren von Adam Sowa dann in Torten umsetzen. Wer einem Fußballfan eine Freude machen will, der bekommt einen aufgeschnittenen Ball als Marzipantorte. Für einen Baggerfahrer ist es ein täuschend echt aussehender Tortenbagger mit Schaufeln und Rädern.

Aber auch Liebhaber der traditionellen polnischen Küche kommen im Cafe Metropolen auf ihre Kosten. Wer deftige Speisen bevorzugt, für den gibt es einen wechselnden Mittagstisch: Etwa Kürbissuppe oder handgefertigte Maultaschen, im Polnischen als Piroggen bezeichnet, oder Bigos das Nationalgericht mit Weißkohl und Fleisch.

  • Informationen zum Cafe Metropolen in Berlin
  • Adresse: | Westfälische Str. 32, Berlin-Wilmersdorf

    Öffnungszeiten: | Mo-Sa, 11 bis 18.30 Uhr; So, 12 bis 18.30 Uhr

    Telefon: | 030/ 890 40 789

    Im Internet | www.cafe-metropolen.de