Nissan

Autotester: Moritz & Weirauch

Nissan Leaf: Ein sauberer Typ

Nissan Leaf    Foto: NISSANNissan Leaf Foto: NISSAN

2010 kam der Nissan Leaf als eines der ersten Elektroautos für die breite Masse auf den Markt. Er entwickelte sich zum weltweit erfolgreichsten Elektroauto. Den großen Verkaufserfolg hat er in Deutschland nocht nicht geschafft. Heute gibt es deutlich mehr Autohersteller, die elektrisch angetriebene Fahrzeuge anbieten. Was die zweite Generation vom Nissan Leaf mit seinem 40-kWh-Akku kann, soll der Test klären.

Während einige Autohersteller sich noch immer mit der Produktion von Elektrofahrzeugen schwer tun, hat Nissan mit dem Leaf ein vollwertiges Fahrzeug im Portfolio. Und das zu einem interessanten Preis für den Kunden. Gebaut wird der Leaf in den USA, Japan, China und England.

❏ Nissan Leaf: Karosserie

Nissan Leaf Foto: NISSAN
Nissan Leaf       Foto: NISSAN

Der Nissan Leaf streckt sich in der Länge auf 4,49 Meter. Zum Vergleich: Das ist exakt die Länge vom VW Tiguan. In der Breite sind es 1,79 Meter und in der Höhe 1,54 Meter. Der Radstand lässt mit 2,70 Metern ordentliche Platzverhältnisse erwarten. Im Vergleich zur ersten Leaf-Generation ist die Karosserie für meinen Geschmack viel schöner designt worden.

Die zweifarbige Lackierung des Testwagens in Black Metallic für das Dach und die Außenspiegel und die Karosserie in Pearl White (1.050 Euro) werten den Leaf optisch zusätzlich auf. Diese Farbkombination ist in der Tekna-Version auch die einzige Sonderausstattung! Alles andere an Bord ist beim Nissan Leaf Tekna nämlich serienmäßig.

Nissan Leaf Foto: NISSAN
Nach hinten ansteigende Fensterlinie beim Nissan Leaf       Foto: NISSAN

Den Japaner gibt es in den Ausstattungsvarianten Standard (ZE1), Acenta, N-Connecta und Tekna. In der getesteten Tekna-Version ist der Leaf mit 17-Zoll-Leichtmetallfelgen ausgestattet. Größere sind nicht vorgesehen. Sieben Karosseriefarben und eine zweifarbige Lackvariante wie beim Testwagen stehen für den kompakten Nissan zur Verfügung.

Nissan Leaf Foto: NISSAN
Nissan Leaf hat umlaufende Rückleuchten in der C-Säule     Foto: NISSAN

Von außen sieht der neue Nissan Leaf deutlich moderner als sein Vorgänger aus. Im Frontbereich blinzeln im geschlossen Grill blaue Schattierungen hervor. Hinter dem Deckel unterhalb der Motorhaube verbergen sich die beiden Ladebuchsen. Die hellen LED-Scheinwerfer mit LED-Tagfahrlicht strahlen die Straße recht gut aus. Alle anderen Lampen innen wie außen sind nur normale Leuchtmittel. Die verchromten Türgriffe und die verdunkelten hinteren Scheiben setzen kleine optische Akzente. Ferner wurde die C-Säule interessant designt, beeinträchtigt aber die Sicht für den Fahrer nach hinten.

❏ Nissan Leaf: Kofferraum

Der Stauraum im Nissan Leaf beträgt in der getesteten Tekna-Version 385 Liter. Die Sitzlehnen können im Verhältnis 60:40 umgeklappt werden (das geht nur von innen und es entsteht eine Stufe), und dann vergrößert sich das Stauvolumen auf 790 Liter. Die Zuladung in den Kofferraum ist etwas kompliziert.

Nissan Leaf Foto: NISSAN
Der Kofferraum beim Nissan Leaf lässt sich schlecht beladen      Foto: NISSAN

Die Ladekantenhöhe beträgt 75 Zentimeter. Danach muss das Gepäck 25 Zentimeter tief auf den Kofferraumboden gehievt werden. Und dann stören da der Subwoofer, das Medi-Pack sowie die beiden Taschen links und rechts für die Ladekabel. Das ist nicht optimal gelöst.

Taschenhaken gibt es im Kofferraum nicht. Auch keinen doppelten Ladeboden. Die Zuladung beträgt maximal 415 Kilogramm. Leider lässt sich die Kofferraumklappe nur an der Heckklappe manuell öffnen und schwingt dann am höchsten Punkt auf 2,10 Meter. Eine Anhängerkupplung ist für den Nissan Leaf nicht vorgesehen. Dafür können 35 Kilogramm aufs Dach gepackt werden.

❏ Nissan Leaf: Innenraum + Ausstattung

Der Einstieg gelingt angenehm einfach, auch dank der sich weit öffnenden Türen. Beim Nissan Leaf ist der Innenraum nicht wirklich schick geraten. Das Armaturenbrett besteht aus hartem Kunststoff. Darunter kommt Kunstleder mit einer blauen Ziernaht zum Einsatz. Über dem Handschuhfachdeckel sitzt eine Plastikleiste in Carbonoptik und dann wird wieder Hartplastik, einschließlich in der Mittelkonsole und im Türbereich, verwendet. Die Materialien sind nicht hochwertig und auch bei der Verarbeitung hat der Leaf noch Luft nach oben.

Nissan Leaf Foto: NISSAN
Der Innenraum vom Nissan Leaf ist übersichtlich       Foto: NISSAN

Das beheizbare Leder-Multifunktionslenkrad liegt gut in der Hand. Es kann aber nur in der Höhe verstellt werden. In der Mittelkonsole befindet sich ein Gnubbel für die Schaltung und Parken. Sieht im ersten Augenblick ungewöhnlich aus, lässt sich aber einfach bedienen. Überhaupt ist die gesamte Bedienung vom Leaf recht einfach und intuitiv. Beschäftigt man sich näher mit den Untermenüs, ist man erst mal eine Zeit lang beschäftigt. Die umfangreiche Bedienungsanleitung füllt das Handschuhfach gut aus und ist Lektüre für lange Abende.

Nissan Leaf Foto: NISSAN
Gestartet wird der Nissan Leaf per Knopfdruck      Foto: NISSAN

Die vorderen Sitze können manuell eingestellt werden und sind beheizbar. Fahrer und Beifahrer haben ausreichend Platz auf dem Gestühl und auch eine gute Übersicht. Mir persönlich war die Mittelarmlehne viel zu klein und zu weit hinten verbaut. Mein rechter Arm lag nie wirklich auf. Hinten sitzen die Passagiere deutlich höher als vorne und auf sehr weichen Polstern. Man sitzt etwas unbequem. Die beiden Außensitze können elektrisch beheizt werden. Kleine Ablagen in den Türen und Taschen an den Vordersitzen sind die einizigen Ablagemöglichkeiten. Eine Mittelarmlehne gibt es nicht. Die hinteren elektrisch betriebenen Fenster haben keine Automatik und keinen Einklemmschutz.

Nissan Leaf Foto: NISSAN
Der “Schaltgnubbel” im Nissan Leaf      Foto: NISSAN

Das Instrumentendisplay ist ein Mix aus analog und digital. Alles lässt sich gut ablesen, ohne dass die Augen bei den Grafiken vor entzücken leuchten. Das 7-Zoll-Touchscreen hat zwei Drehregler – prima – und zeigt neben der Navikarte auch das Bild der 360-Grad-Kamera an. Ein USB- und Auxanschluss sind vorhanden, genauso wie Apple Car-Play und Android.

Beim Thema Fahrerassistenzsysteme bietet der Nissan Leaf in der getesteten Tekna-Version einen Notbremsassitenten für Fußgänger, den Spurhalte-, Totwinkel- und Fernlichtassitenten, sowie den ProPilot. Der beinhaltet einen autonomen Stauassitenten mit Stop&Go-Funktion, einen Lenk-, Geschwindigkeits- und Abstandsassistenten. Und natürlich wird man im Leaf auf die Verkehrszeichen aufmerksam gemacht.

❏ Nissan Leaf: Motor + Fahrleistung

Für den Nissan Leaf gibt es momentan nur eine Motorvariante. Der Elektromotor leistet 150 PS bei einem maximalen Drehmoment von 320 Newtonmetern. Das erreicht der Fronttriebler zwischen 3.283 und 9.795 Umdrehungen pro Minute. Der Japaner hat ein stufenloses Automatikgetriebe und einen 40 kWh-Akku. Dieser kann an der normalen Haushaltssteckdose aufgeladen werden (soll 17 Stunden dauern), an einer Wallbox (8 bis 9 Stunden) oder an einer Schnellladestation bis zu 50 kW (80 Prozent Leistung in 60 Minuten).

Nissan Leaf Foto: NISSAN
Rechts ist der Anschluss für die Haushaltssteckdose beim Nissan Leaf        Foto: NISSAN

Tritt man das Gaspedal (oder heißt es Elektropedal?) durch, dann sprintet der Nissan Leaf in 7,9 Sekunden auf Tempo 100 und zieht locker bis zur Höchstgeschwindigkeit von 144 km/h weiter. Das erledigt der kompakte Japaner problemlos. Probleme hat man dann aber mit der Reichweite. Denn bei diesem Fahrstil ist der Akku sehr schnell leer.

Ein Elektroauto hat immer genügend Power. Auch der Nissan Leaf. Eine Gedenksekunde beim Anfahren oder Gangwechsel gibt es nicht. Die Insassen vernehmen akustisch nur ein leises surren und die Geräusche vom Wind und den Reifen. Beschleunigen und bremsen, Auto fahren kann so einfach sein – unaufgeregt und unspektakulär.

Nissan Leaf Foto: F. Moritz
Für den Nissan Leaf gibt es nur eine Motorvariante        Foto: F. Moritz

Auf Straßen mit Kopfsteinpflaster oder beim Überfahren von Gullis poltert der Nissan Leaf hörbar an der Vorderachse. Die Lenkung arbeitet leichtgängig. Sie könnte etwas direkter reagieren. Beim Bremsen war für meinen Geschmack der Druckpunkt nicht genau zu dosieren und der Bremsweg kam mir subjektiv zu lang vor. Auf nasser Straße hatte der Testwagen gelegentlich leichte Traktionsprobleme beim Anfahren. Ansonsten fährt sich der Leaf wie andere Kompaktwagen auch.

Eine Besonderheit beim Nissan Leaf ist das e-Pedal. Ist es aktiviert (und man hat sich daran gewöhnt), benötigt man die Bremse nur noch selten. Lässt man das Gaspedal los, wird die Motor-Bremswirkung verstärkt und das Auto bremst bei Bedarf bis zum Stillstand ab. Gleichzeitig wird die Energie-Rückgewinnung an den Akku weitergeleitet und die Reichweite verlängert sich.

Nissan Leaf Foto: NISSAN
Nissan Leaf     Foto: NISSAN

Wer sich für ein Elektroauto interessiert, aber weder eine Garage oder einen Stellplatz mit einer Lademöglichkeit hat, für den kommt auch ein Nissan Leaf nicht in Frage. Dafür kann das Auto natürlich nichts. Aber die Infrastruktur an Lademöglichkeiten ist auch im Jahr 2018 noch völlig unzureichend. Das wurde mir bei diesem Fahrzeugtest in Berlin und Brandenburg mehr als einmal deutlich gemacht. Ladestationen außer Betrieb oder viele Kilometer von der Arbeitsstelle und von zu Hause entfernt. Oder nie dort, wo man sie gebraucht hätte.

Waren die Akkus zu 100 Prozent geladen, kam der Nissan Leaf während der Testfahrten im Stadtverkehr auf eine Reichweite von maximal 255 Kilometer und verbrauchte im Durchschnitt 16 kWh. Für solche Einsätze mag er geeignet sein. Aber versuchen Sie mal von Berlin an die Ostsee zu fahren. Das macht keinen Spaß, denn Sie müssten allein für die Hin- und Rückfahrt den Akku mindestens 3 bis 4 mal laden. Außerdem eine funktionierende Ladestation finden und Zeit haben.

❏ Nissan Leaf: Fazit + Preis

Elektromobilität ist für viele Autofahrer interessant. Voraussetzung für die Anschaffung eines Elektroautos sollte eine eigene Ladestation sein und eine Reichweite der Akkus, die den persönlichen Ansprüchen gerecht werden. Ein Nissan Leaf ist für Vielfahrer illusorisch, als Stadtauto mit kürzeren Strecken lohnt er sich schon. Der Nissan Leaf ist ein ausgereiftes Elektroauto, auch wenn es einige Schwächen im Detail aufweist und die Reichweite mit dem 40-kWh-Akku zu kurz ist. Ab 31.950 Euro steht der günstigste Nissan Leaf in der Preisliste. In der Tekna-Ausstattung sind es 39.850 Euro.

Der Testwagen Nissan Leaf wurde von Nissan zur Verfügung gestellt.

Autotester: Moritz & Weirauch

Nissan GT-R – Ein Racer zum Schnäppchenpreis

Nissan GT-RNissan GT-R Foto: Sven Moritz

Wer einen Nissan GT-R fährt, fällt garantiert auf. Der japanische Kampfjet auf vier Rädern zählt zu den eindrucksvollsten Sportwagen unserer Zeit. Sowohl bei der Motorleistung, dem Design und auch dem Preis fällt er in dieser automobilen Klasse positiv aus dem Rahmen. Nur das ein Japaner soviel schlucken kann, war mir vor dem Test nicht bewusst.

Die Alpenregion zieht neben Wanderern, Fahrradfahrern und Campern auch eine weitere Sorte von Erholungssuchenden an: Sportwagenfahrer, oftmals Porschebesitzer. Um nicht negativ aufzufallen, aber trotzdem souverän aufzutreten haben wir für einige Tage einen Senior der Sportwagenwelt mitgebracht. Der Nissan GT-R ist in der aktuellen Version seit 10 Jahren auf dem Markt und mit 207 Neuzulassungen in 2017 ein Exot auf deutschen Straßen.

Zwei imposante Gestalten: Der Nissan GT-R und die Schweizer-Alpen      Foto: Sven Moritz

Weitaus mehr deutsche Führerscheinneulinge dürften den Wagen in unzähligen Garagen des Playstation-Rennspiels „Gran Turismo“ stehen haben. Dort wird der Wagen ähnlich gepriesen und verehrt wie im Heimatland Japan, wo dieser als Basis für unwirkliche Tuningprojekte dient.

Am Vorabend konnte der Nissan GT-R bereits seine Langstreckentauglichkeit während der Anreise aus Berlin beweisen. Ab 99.900 € erhält der Käufer einen nun deutlich komfortabler abgestimmten Wagen. In seiner vierten Ausbaustufe leistet der 3,8-Liter-V6-Bi-Turbo 570 PS und beschleunigt mit permanenten Allradantrieb in 2,8 Sekunden auf 100 km/h – bemerkenswert, waren es zu Beginn in 2007 doch noch 485 PS und 3,5 Sekunden. Und er stürmt brutal weiter bis zur Höchstgeschwindigkeit von 315 km/h. Die maximal 637 Newtonmeter Drehmoment liegen zwischen 3.300 und 5.800 U/min an.

Nissan GT-R mit V6-Motor und Autogramm vom Mechaniker        Foto: NISSAN

Nebenher wurde das Cockpit modernisiert und aufgeräumt – die Instrumente sind weiterhin analog und in der Mitte thront der Drehzahlmesser. Die Recaro-Sportsitze bieten guten Seitenhalt und sind auch auf Strecken jenseits von 300 Kilometern sehr bequem. Einzig das Navigationssystem bereitete kurz Kummer, verwechselte es doch eine Autozug-Strecke in der Schweiz mit einer regulären Straße.

Keine digitalen Spielereien im Nissan GT-R-Cockpit          Foto: NISSAN

Der Nissan GT-R ist ein 2+2-Sitzer, was ihn als Familienkutsche schon mal ausschließt. Die Rücksitze sollten fürs Gepäck genutzt werden, denn der Kofferraum ist mit seinen 315 Litern knapp bemessen. Aber für schnelles und bequemes Reisen mit zwei Personen ist der GT-R bestens geeignet. Und serienmäßig wird u.a. mit dem Bose-Soundsystem, LED-Scheinwerfern, Zwei-Zonen-Klimaautomatik und Lederausstattung einiges an Komfort geboten.

Zwischen LKW, Campern und Reisebussen wurde „Godzilla“ problemlos auf den Zug verladen und schnaubte dabei so dezent durch die Titanabgasanlage, dass seine Anwesenheit nahezu unbemerkt blieb. Während des letzten Abschnitts zum Ausgangspunkt der Tour waren auch alle Klänge des GT-R bereits bekannt, glaubt man in einem normalen PKW an einen Schaden, vermittelt das Klackern und Rumoren des Nissan eine mechanische Vertrautheit, die bei seinen Konkurrenten bereits weggedämmt ist oder sich in Zuffenhausen zum doppelten Preis erkaufen lässt.

Nissan GT-R       Foto: NISSAN

Die Sonne geht auf am Stilfser Joch – Passo di Stelvio und das Blau der Nacht wechselt an den Bergspitzen der Alpen allmählich zum Morgenrot. Noch bevor die grünen Wiesen im Tal von Bormio von der ersten Kuh betreten werden, laden wir in 2.757m Höhe auf dem Parkplatz des „Alpengasthof Tibet Hütte“ unsere Sachen ein und beginnen den Road Trip. Das Ziel der kommenden Tage sind Kurven, Kurven und noch mehr Kurven. Diese liefert die Route, über Flüelapass und Grimselpass später Gotthardpass und Furkapass, zu Hauf.

Trotz seiner 1,8 Tonnen lässt sich der Nissan leichtgängig um die engen Kurven ziehen und der Allradantrieb liefert Grip in jeder Lebenslage – schaltet bei Bedarf die Vorderräder hinzu. Trotz seiner optischen ausladenden Statur wirkt der Japaner nie fehl am Platz und genehmigt Rennradfahrern auf den engen Passstraßen genügend Abstand.

Nissan GT-R: Das sind die Tasten die Freude bringen      Foto: NISSAN

Somit sollte der normale Stadtverkehr keine Herausforderung für den Nissan sein. Das Doppelkupplungsgetriebe hält die Folgegänge stets im passenden Drehzahlband, so dass die Turbolader nicht in Wartezeit verharren. Die Fahrmodi für Fahrwerk, Getriebe und Differential lassen sich separat einstellen. Die Komfortstellung wurde nach der Anreise jedoch nicht mehr gewählt.

GT-R: Diese drei Buchstaben stehen für Spaß ohne Ende       Foto: NISSAN

Auf den Parkplätzen sollte man sich als Besitzer darauf einstellen, selten allein zu bleiben. Steht man mit einem Porsche, BMW M5 oder Mercedes AMG eher anonym und alleine in der Ecke, suchen bei diesem Wagen die Leute eher das Gespräch oder geben einen anerkennenden Gruss bei der Fahrt.

Hier liegt auch das Paradoxon dieses Autos. Moderne Sportwagen sind ihm leicht überlegen, preislich pendelt sich der Wagen aber eine ganze Klasse tiefer ein. Somit können die Leistungsdaten kein Grund für die niedrige Stückzahl sein – vielmehr die Angst mit dem GT-R ein eindeutiges Statement zu setzen, dass man keinen Kompromisswagen fahren möchte.

❏ Fazit vom Nissan GT-R

Der Nissan GT-R ist für einen Supersportwagen ab 99.900 € ein echtes Schnäppchen, das Fahrfreude und Aufmerksamkeit garantiert. Die Materialqualität und die Verarbeitung stimmen und auf nicht vorhandene Assistenzsysteme kann man getrost verzichten. Wer in einen Nissan GT-R einsteigt, will ihn fahren und nicht gefahren werden. Nur das ein Nissan GT-R soviel Super plus konsumieren kann, hätte ich nicht gedacht. Die Werksangaben für den Verbrauch sollten Sie nicht für bare Münze nehmen.


Technische Daten:

Nissan GT-R

Motor: 3,8 Liter V6
Leistung: 570 PS bei 6.800 U/min
Getriebe: GR6-Doppelkupplungsgetriebe
Antrieb: Allradantrieb ATTESA E-TS

Länge: 4.710 mm
Breite: 1.895 mm
Höhe: 1.370 mm
Radstand: 2.780 mm

Kraftstoffverbrauch (Werksangabe)
Innerorts: 17,0 l /100 km
Außerorts: 8,8 l / 100 km
Gesamt: 11,8 l / 100 km

Abgasnorm: Euro 6
Typklassen KH/VK/TK: 18/32/31

Beschleunigung 0 bis 100 km/h: 2,8 s
Höchstgeschwindigkeit: 315 km/h

Preise und Ausstattungslinien:
GT-R: 99.900 €
GT-R Black Edition: 104.300 €
GT-R Prestige Edition: 105.500 €
GT-R Track Edition: 117.900 €
GT-R Nismo: 184.950 €

Der Testwagen wurde von NISSAN zur Verfügung gestellt.

Autotester: Moritz & Weirauch

Nissan X-Trail – Bestseller in der dritten Generation

Nissan X-Trail    Foto: NissanNissan X-Trail Foto: Nissan

Das weltweit meistverkaufte SUV ist der Nissan X-Trail. In den USA wird der X-Trail unter dem Namen “Rogue” angeboten. Seit der Einführung im Jahre 2000 haben die Japaner schon mehr als 3,7 Millionen Fahrzeuge von ihrem Bestseller verkauft. Der SUV-Markt boomt auch in Deutschland und erreicht immer höhere Verkaufsanteile.

Im Januar 2018 waren über 27 Prozent aller neuzugelassenen Fahrzeuge hierzulande SUVs. Keine andere Fahrzeugklasse verkauft sich aktuell besser. Für den Test stellte Nissan einen X-Trail 1.6 dCi in der Acenta-Ausstattung, mit Vorderrad-Antrieb und Sechsgang-Handschaltung zur Verfügung.

❏ Karosserie – Nissan X-Trail

Nissan X-Trail Foto: Nissan
Nissan X-Trail: Neu ist das Lichtmotiv der Rückleuchten      Foto: Nissan

Den Nissan X-Trail gibt es in der dritten Generation seit 2014. Die Japaner spendierten ihrem Bestseller 2017 ein Facelift für die zweite Lebenshälfte. Mit den Veränderungen soll er an Attraktivität, Komfort und Sicherheit gewinnen. Der X-Trail hat mit 4,69 Metern exakt die gleiche Länge wie ein Volvo XC60. In der Breite kommt er auf 1,83 Meter und in der Höhe misst die Nissan-Karosserie 1,73 Meter.

Nissan X-Trail Foto: Nissan
Nissan X-Trail: Nach dem Facelift fällt die Front bulliger aus     Foto: Nissan

Der fünfsitzige Testwagen hatte die zweithöchste Ausstattungslinie “Acenta”. Insgesamt gibt es für den X-Trail zehn verschiedene Lackfarben und vier Ausstattungslinien (“Visia”, “Acenta”, “N-Connecta” und “Tekna”). Der Kühlergrill glänzt jetzt mit einer breiteren Chromspange, der vordere Stoßfänger wurde verändert und die Nebelscheinwerfer haben eine eckige Form bekommen.

Insgesamt wirkt die Front bulliger als beim Vorgängermodell. Serienmäßig fährt der Nissan X-Trail in der getesteten “Acenta”-Ausstattung auf 17-Zoll-Rädern, hat Halogenscheinwerfer und LED-Tagfahrlichter mit dem überarbeiteten Bumerang-Motiv. In der Seitenfront sind die hohen Radhäuser sehr auffällig.

❏ Kofferraum – Nissan X-Trail

Nissan X-Trail Foto: Nissan
In den Kofferraum vom Nissan X-Trail passen 565 Liter Gepäck      Foto: Nissan

Die Heckklappe beim Test-Nissan ließ sich nur über eine Griffmulde manuell öffnen. Gegen Aufpreis geht das auch elektrisch. Für Menschen ab 1,90 Meter könnte die Klappe etwas höher aufschwingen. Bei aufgestellten Rücksitzlehnen passen beim 5-sitzigen X-Trail-Modell 565 Liter in den Kofferraum. Die Sitzlehnen lassen sich im Verhältnis 60:40 umklappen und erweitern das Fassungsvermögen auf bis zu 1.996 Liter. Es gibt auch noch eine serienmäßige Mitteldurchreiche. Maximal kann der Japaner knapp 500 Kilogramm an Zuladung vertragen.

Nissan X-Trail Foto: Nissan
Maximal hat der Nissan X-Trail ein Fassungsvermögen von 1.996 Liter     Foto: Nissan

Die Rücksitzlehnen lassen sich nur von innen umlegen. Das Laderaumrollo kann einfach ausgebaut werden. Unter dem Ladeboden mit seinen zwei Klappen befindet sich ein Notrad, Werkzeug und Stauraum für Kleinigkeiten. Der Test-X-Trail hatte keine Taschenhaken im Kofferraum. Mit dem Laderaumsystem lässt sich der benötigte Platz im Kofferraum individuell anpassen.

❏ Innenraum + Ausstattung

Fangen wir in der zweiten Sitzreihe an. Der Einstieg gelingt problemlos und zwei Erwachsene halten es auch auf längeren Touren hier klaglos aus. Für eine bessere Sicht nach vorn ist die Sitzposition höher als in der ersten Reihe. Beide Sitzlehnen können stufenlos verstellt werden und die geteilte Sitzbank lässt sich zu Gunsten eines größeren Kofferraums nach vorne verschieben.

Der Testwagen hatte das elektrische Panorama-Glasschiebedach für 950 Euro extra an Bord. Für mich (1,85 Meter Körpergröße) war auf allen Sitzen genügend Luft über dem Scheitel. Die hinteren verdunkelten Seitenscheiben lassen sich nicht vollständig absenken.

Nissan X-Trail Foto: Nissan
Das Cockpit im Nissan X-Trail       Foto: Nissan

Im Cockpit ist jetzt alles etwas feiner, softer und geschliffener ausgefallen, als beim Vorgänger. Der Fahrer blickt hinter dem unten abgeflachten Multifunktionslenkrad auf zwei analoge Rundinstrumente und dem Info-Display. Die Schalter sind übersichtlich und verständlich angeordnet. Nicht ganz optimal liegen die Knöpfe links neben dem Lenkrad (Lenkradheizung, Spurhalter usw.). Das gesamte Cockpit ist eher klassisch designt und die Verarbeitung und die Qualität der Materialien sind sehr ordentlich. Selbst bei der aktuell herrschenden Kälte, waren keine knarzenden Geräusche zu hören.

Die Stoffsitze, jetzt mit neuer Polsterung, bieten ausreichenden Komfort, Seitenhalt und manuelle Verstellmöglichkeiten. Bei den Kopfstützen fehlen Arretierungsmöglichkeiten. Damit können sie nicht in der Höhe individuell angepasst werden. Und warum ist nur der Schalter für die Seitenscheibe des Fahrers beleuchtet und die anderen nicht?

Nissan X-Trail Foto: Nissan
Nissan X-Trail: Rückfahrkamera gegen Aufpreis    Foto: Nissan

Für 1.380 Euro Aufpreis hatte der Test-X-Trail einen 7-Zoll-Farbtouchscreen, Navigatiossystem (inkl. 3 Jahre kostenloser Kartenaktualisierung) und eine 360 Grad-Rundumkamera an Bord. Serienmäßig hatte der Testwagen in der Ausstattungslinie “Acenta” neben dem Reifendruckkontrollsystem, Parksensoren vorne und hinten, 2-Zonen-Klimaautomatik, Bluetooth, ein modulares Stausystem im Kofferraum, eine Geschwindigkeitsregelanlage und den Regensensor für die Scheibenwischer.

Gegen Auspreis ist bei Nissan vieles möglich. So hatte der Testwagen unter anderem beheizbare Vordersitze, ein beheizbares Lenkrad und die Voll-LED-Scheinwerfer mit adaptiven Lichtssytem (nennt sich Komfort-Paket) für 950 Euro an Bord. Die LED-Scheinwerfer lieferten für meinen Geschmack eine gute Helligkeit und breite Straßenausleuchtung.

❏ Assistenzsysteme – Nissan X-Trail

Nissan hat dem X-Trail von Hause aus schon einige Assistenzsysteme mitgegeben: Spurhalteassistent, Verkehrszeichenerkennung, Fernlichtassistent und den Notbremsassistenten mit Fußgängererkennung sind serienmäßig. In den höheren Ausstattungslinien oder gegen Aufpreis bieten die Japaner für ihren Crossover einen Einpark- und Totwinkelassistenten, die Müdigkeitserkennung und einen Querverkehrswarner an.

Nissan X-Trail Foto: Nissan
Nissan X-Trail     Foto: Nissan

Ein teilautonomer Fahrassistent namens “ProPilot” wird dieses Jahr noch nachgereicht. Er übernimmt im einspurigen Autobahnverkehr, im Kolonnenverkehr und Stau die Steuerung von Lenkung, Beschleunigung und Bremsen. Bis es soweit ist, fahren wir den Nissan X-Trail aber noch selbst.

Motor + Fahrleistung

Der kleine 1,6-Liter-Diesel-Vierzylindermotor von Renault macht seine Sache im Nissan erstaunlich gut. Die 130 PS liegen bei 4.000 U/min an und beschleunigen den 1,7 Tonnen schweren Crossover in 10,5 Sekunden auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 188 km/h. Das maximale Drehmoment von 320 U/min liegt bei 1.750 U/min an. Die Vorderräder haben keinerlei Traktionsprobleme mit der Motorleistung. Für die meisten Alltagsaufgaben und die entspannte Urlaubsreise ist der Nissan X-Trail ein idealer Partner.

Wer einen sportlichen Fahrstil und Beschleunigungsorgien bevorzugt, ist mit dieser Motorisierung falsch beraten. Der Verbrauch im Stadtverkehr lag laut Anzeige zwischen 5,5 und 6,5 Litern Diesel.

Nissan X-Trail Foto: F. Moritz
Nissan X-Trail: 1,6 Liter Diesel-Motor von Renault    Foto: F. Moritz

Der Nissan X-Trail ist ordentlich gedämmt und lässt das charakteristische Selbstzünder-Rumpeln bei normalen Geschwindigkeiten kaum in den Innenraum vordringen. Auf der Autobahn hört sich das allerdings anders an. Die Sechsgang-Handschaltung passt gut zur Motorcharakteristik und die Lenkung arbeitet für einen SUV dieser Größe leicht und genau.

Ein verstellbares Fahrwerk hat der Nissan X-Trail nicht. Der Fahrkomfort ist dennoch recht ausgewogen, auch wenn Gullydeckel und Querfugen von den Insassen leicht wahrgenommen werden. Die Wankneigung der Karosserie bleibt bei normalen Kurvengeschwindigkeiten unproblematisch. Und auch beim Einsatz im leichten Gelände macht der X-Trail eine gute Figur. Ein echter Wühler ist er nicht.

❏ Fazit + Preis vom Nissan X-Trail

Der Nissan X-Trail in der getesteten “Acenta”-Ausstattungslinie überzeugt mit seinem Platzangebot für Insassen und Gepäck. Serienmäßig hat er einige Assistenzsysteme an Bord und bietet eine solide Technik zum Grundpreis von 31.300 Euro. Wer mehr Leistung oder Ausstattung möchte, muss zu den teureren Varianten, oder auf Sonderausstattungen zurückgreifen. Für den X-Trail gibt es drei Jahre Garantie und alle 30.000 Kilometer oder einmal im Jahr muss er zur Wartung in die Werkstatt.

Der Test wurde unterstützt von Nissan.

Hier gibt es weitere Tests von Nissan, diesmal: NissanMicra.

Autotester: Moritz & Weirauch

Nissan 370Z Roadster PACK mit 3,7-Liter-V6-Saugmotor

65609_370Z_RoadsterNissan 370Z Roadster – Foto: Nissan
Coupé oder Roadster? Beim Nissan 370Z kann sich der Käufer zwischen den beiden Varianten entscheiden. Ich hatte den japanischen Sportwagen mit Stoffmütze zum Test bestellt, zumal jetzt eigentlich die Jahreszeit fürs “oben ohne”-fahren ist. Eigentlich. Aber auf das deutsche Sommerwetter ist kein Verlass. Zum Glück lässt das doppelt isolierte Verdeck des Nissan 370Z Roadster einen Einsatz bei jedem Wetter zu.

Obwohl es Land auf und Land ab so scheint als würden nur noch SUV’s gekauft, hat ein Sportwagen vom Schlage des Nissan 370Z Roadster durchaus seine Fangemeinde. Zum Einen ist da der Hammerpreis. Ein Roadster mit 328 PS-V6-Saugmotor, elektrischem Stoffverdeck und Automatik ab 42.280 Euro. Bei welchem anderen Hersteller gibt es so ein Angebot?

Nissan 370Z Roadster – Foto: Nissan
Nissan 370Z Roadster      Foto: Nissan

Zum Anderen liegt es vielleicht auch daran, dass es dem Kunden bei der Konfiguration des Autos sehr einfach gemacht wird. Wo bei anderen Herstellern seitenweise Sonderausstattungen und Aufpreislisten verglichen werden müssen, dauert es beim Nissan 370Z Roadster keine zwei Minuten. Ein Motor, Schalter oder Automatik, sieben Farben, zwei Innenraumfarben und ein dutzend Sonderausstattungen. Mehr gibt es nicht. Und ob man mehr braucht, soll auch der Test klären.

❏ Nissan 370Z Roadster – Karosserie

Nissan 370Z Roadster – Foto: Nissan
Die black-rose-Lackierung sieht toll aus      Foto: Nissan

Schönheit ist bekanntlich nicht alles was zählt, aber der Nissan 370Z Roadster kann mit seinem schicken Karosseriedesign und der “black-rose”-Lackierung schon viele Pluspunkte bei mir sammeln. Obwohl der Japaner schon 2013 seine letzten schönheitschirurgischen Eingriffe bekam, kann er sich optisch immer noch mit der aktuellen Roadster-Konkurrenz messen.

Nissan 370Z Roadster – Foto: Nissan
Seitenprofil vom Nissan 370Z Roadster    Foto: Nissan

Die Seitenansicht ist die Schokoladenseite des Nissan 370Z Roadster. Lange Haube, kurzes Heck, 19-Zoll-Leichtmetallräder, ansteigende Linie ab den Türgriffen bis zum Heck, Z-Emblem-Blinker in den vorderen Kotflügeln, sowie weit ausgestellte hintere Radkästen und fertig ist ein Roadster wie er sein soll. Der Nissan liegt flach auf der Straße und sieht im Stand schon richtig schnell aus und eigentlich auch sehr teuer.

Nissan 370Z Roadster – Foto: Nissan
Nissan 370Z Roadster     Foto: Nissan

In der Frontansicht des Nissan 370Z Roadster dominieren die beiden zackigen Bi-Xenon-Scheinwerfer (LED gibt es nicht) mit vertikalen LED-Tagfahrleuchten. Zwei Sicken auf der Motorhaube, der tief platzierte Kühlergrill und eine nach vorn abfallende Motorhaube ergeben eine sportliche, aber zum Glück keine aggressive Frontpartie beim 370Z.

Nissan 370Z Roadster – Foto: Nissan
Nissan 370Z Roadster     Foto: Nissan

Von hinten betrachtet fallen beim Nissan 370Z Roadster die dicken Radkästen, zwei üppige Endrohre und pyramidenförmige LED-Rückleuchten auf. Die Stummelantenne auf der Motorhaube ist nicht mein Ding, weil sie das ohnehin schon sehr kleine Blickfeld nach hinten zusätzlich stört. Mit seiner Länge von 4,26 Metern, der Breite von 1,85 Meter und einer Höhe von 1,32 Meter hat der Nissan recht kompakte Maße. Sein Handling in engen Straßen und kleinen Parklücken ist unproblematisch.

❏ Kofferraum

Kofferraum und Variabilität in einem Roadster mit elektrischem Verdeck? Nein, das kann der Nippon-Roadster nicht bieten. Wenn sich die Heckklappe in die Höhe reckt, dann kommt nicht gerade ein üppiger Kofferraum ans Licht. 140 Liter beträgt das maximale Lade-Volumen und 250 Kilogramm die maximale Zuladung. Da sollte man genau überlegen was mitgenommen wird. In der zweiten Etage ist dann noch ein wenig Platz für Kleinkram und das Bordwerkzeug. Aber der Nissan 370Z ist ja schließlich auch kein Transporter sondern ein Roadster und dieses Metier beherrscht er richtig gut.

❏ Das elektrische Stoffverdeck

Nissan 370Z Roadster – Foto: Nissan
In gut 20 Sekunden ist das Dach geöffnet     Foto: Nissan

Den meisten Spaß bereitete mir der Nissan 370Z Roadster beim cruisen mit offenem Dach über Land. Das elektrische Stoffverdeck öffnet und schließt in gut 20 Sekunden. Zu beachten ist dabei, dass der Wagen stehen muss. Wird der 370Z bewegt ohne dass das Dach seine Endposition erreicht hat, verharrt das Dach in der aktuellen Stellung. Die Dachmechanik ist eine von der rustikalen Sorte und könnte für meinen Geschmack gern geräuschloser arbeiten. Aber es funktioniert. Versenkt wird das Dach nicht im Kofferraum, sondern in einem extra abgeschlossenen Bereich davor.

❏ Innenraum + Ausstattung

Der Nissan 370Z ist ein zweisitziger Roadster mit recht tief gelegter Bestuhlung. Der Testwagen hatte schwarze Ledersitze, die einen ordentlichen Seitenhalt bieten, aber für mich eine zu kurze Beinauflage hatten. Die Einstellung erfolgt über zwei Kippschalter rechts neben dem Sitz elektrisch und zwei Stellrädern links an der Lehne. Dazu rechts in der Lehne die manuelle Lordoseneinstellung. Nicht optimal gelöst, aber in diesem Punkt muss man beim 370Z großzügig sein. Die Regelung der Sitzheizung und Sitzkühlung erfolgt über manuelle Drehschalter.

Nissan 370Z Roadster – Foto: Nissan
Schalter für Sitzheizung und -kühlung     Foto: Nissan

Hat man seinen Platz gefunden, geht es an die Einstellung des Multifunktionslenkrads. Horizontale Einstellung – negativ. Beim vertikalen justieren werden auch der Drehzahlmesser, der Tachometer und das Mäusekino mit verschoben. Ein Rundumblick im Fahrgastraum zeigt, dass es einige aufgeschäumte Kunststoffflächen gibt, aber Hartplastik das dominierende Material ist. Die Verarbeitung und die Materialien gehen in der Summe in Ordnung, aber wer Premium erwartet, wird hier enttäuscht.

Fairerweise möchte ich an dieser Stelle aber erwähnen, dass für den Preis den Nissan für seinen 370Z Roadster aufruft, irgendwo auch der Rotstift angesetzt werden musste.

Nissan 370Z Roadster – Foto: Nissan
Armaturenbrett im Nissan 370Z Roadster     Foto: Nissan

Insgesamt ist das Armaturenbrett auf Sport getrimmt. Auf der Mittelkonsole thronen drei separate Rundanzeigen für Öltemperatur, Ladezustand der Batterie und die Uhrzeit. Darunter liegt der sieben Zoll große Touchscreen sowie die Bedieneinheit für die Navigation, das Audiosystem und der Klimaanlage. Eine Bose-Anlage sorgt für den guten Klang im Innenraum. Zumindest solange das Stoffverdeck geschlossen bleibt.

Ablagen sind im Nissan 370Z Roadster spartanisch vorhanden. Das Handschuhfach macht von der Größe her seinem Namen alle Ehre. Dazu gibt es die beiden Türtaschen, ein kleines Fach hinter dem Beifahrersitz und unter der Mittelarmlehne (hier befindet sich auch ein USB-Anschluss). Auf der Mittelkonsole ist dann noch Platz für zwei Dosen. Und der 370Z hat noch einen richtigen Handbremshebel.

Nissan 370Z Roadster – Foto: Nissan
Überrollbügel und Windschott hinter den Sitzen    Foto: Nissan

Auch wenn die Bedienung teilweise recht simpel über einen Knopf erfolgt (Verbrauchsanzeige, Tageskilometer usw.), unlogisch oder kompliziert ist sie nicht. Der Fahrer kann sich jedenfalls voll auf das Wesentliche konzentrieren, nämlich das Fahren. Denn auch bei den Assistenzsystemen herrscht beim Nippon-Roadster ein sehr überschaubares Angebot. ABS, ESP und Tempomat müssen ausreichen. Und die Dämpfer kennen auch nur eine Einstellung, die aber ein gelungener Kompromiss zwischen Komfort und Sportlichkeit ist.

Dafür kann der Nissan 370Z per Knopf gestartet werden und damit kommen wir zum eigentlich Wichtigen des Roadsters, den Motor. Denn Nissan legt beim 370Z Roadster das Hauptaugenmerk auf den Fahrspaß.

❏ Motor + Fahrleistung

Beim Nissan 370Z Roadster arbeitet unter der Motorhaube ein Benzinmotor der alten Schule – mit viel Hubraum und ohne Unterstützung von Kompressoren oder Turboladern. Der Saugmotor hat 3,7 Liter Hubraum verteilt auf sechs Zylinder. Damit bringt er 328 PS und 363 Newtonmeter Drehmoment an die Hinterräder. 7.000 U/min beträgt das maximale Drehmoment. Von 0 auf 100 km/h benötigt der immerhin 1.630 Kilogramm schwere Roadster 5,5 Sekunden und bei 250 km/h wird elektronisch der Vortrieb beendet. Das maximale Drehmoment liegt aber erst bei 5.200 Umdrehungen an. Das bedeutet, der Nissan 370Z Roadster braucht ordentlich Drehzahl für den Spaß.

Nissan 370Z Roadster – Foto: Nissan
Der Nissan 370Z Roadster ist eine Spaßmaschine     Foto: Nissan

Die 7-Gang-Automatik kommt mit der Motorleistung gut klar, auch wenn sie zwischen den Gangwechseln ab und an eine kleine Gedenksekunde für sich beansprucht. Durch den Hinterradantrieb bleibt die Lenkung frei von Antriebseinflüssen. Sie arbeitet für einen Roadster recht ordentlich, kommt aber nicht ganz an die bayrische Konkurrenz heran. Der Tanz durch enge Kurven liegt dem Nissan 370Z Roadster auf alle Fälle besser, als die Vollgasetappen auf der Autobahn – schon allein wegen der Akustik im Innenraum. Das liegt aber auch an der Gewichtsverteilung von 53 (vorne) zu 47 (hinten) Prozent. Für mich ist der Nissan allerdings ein idealer Cruiser und brachte mir Überlandfahrten mit geöffnetem Dach den meisten Fahrspaß.

Über einen Startknopf wird der V6 geweckt. Das Geräusch des 3,7-Liter-Motors ist im Stand präsent, aber nicht überschwänglich laut. Trotz des hohen Hubraumes bleibt etwaiges Bollern im Stand aus. Der Testwagen hatte vorne 245/40 R19 und hinten 275/35/R19 Reifen aufgezogen. Trotz häufig schlechtem Wetters, fand ich die Traktion überaus gelungen. Der 370Z hat einen schönen festen Bremspunkt im Pedal und die Bremsen packen bei Bedarf ordentlich zu.

11 Meter beträgt der Wendekreis vom Nissan und damit ist der Roadster ganz gut zu bewegen. Weniger gut sind seine Trinksitten. In der Stadt nahm der Testwagen nie unter 15 Litern Super plus. Beim Cruisen über Landstraßen kam er dann schon unter 10 Liter.

❏ Nissan 370Z Roadster – Fazit

Der Nissan 370Z Roadster ist in allen Bereichen ein ehrliches Auto. Die Schwächen bei der Ausstattung, der Assistenzsysteme und der kleine Laderaum verzeiht man dem Japaner gerne. Denn der Roadster mit seinem 328 PS-V6-Saugmotor, dem elektrischem Stoffverdeck und Automatik für 42.280 Euro entschädigt das puristische Sportwagenfahrer-Herz für alles andere.

Das Fahrzeug wurde für den Test von Nissan zur Verfügung gestellt.

Autotester: Moritz & Weirauch

Nissan Qashqai und Fahrräder im Innern

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Der Nissan Qashqai hat Klasse. Über zwei Millionen Nissan Qashqai wurden seit 2007 weltweit verkauft. Ein Universalwagen.

 ❏ Nissan Qashqai – wie er sich fährt

Das Testfahrzeug verfügt über den “Around View Monitor”. Das System zeigt das Fahrzeug aus der Vogelperspektive und vereinfacht beispielsweise das Einparken. Das Bild ist so optimal, trotzdem muß man genau hinschauen. Technik kann sich ja auch mal täuschen.

Der Qashqai fährt serienmäßig mit “Chassis Control” vor. Das ESP-System wird hier so ergänzt, dass es in Kurven über gezielte Bremseingriffe für ein dynamischeres Fahrgefühl sorgt und sogar das Nachschwingen nach Bodenwellen zu verringern sucht

Überraschend anders

❏ Nissan Qashqai – der Innenraum:

Die Neuauflage des Qashqai ist fünf Zentimeter länger als der vorgänger, insgesamt jetzt 4,38 Meter. Auch in der Breite wurde minimal zugelegt. Dadurch gibt es mehr Platz, was nicht nur den Fahrgästen, sondern auch dem Fahrradtransport zugute kommt. Als Fahrer freute ich mich über ein aufgeräumtes, übersichtliches Cockpit. Dank der Fahrzeughöhe und guter Bodenfreiheit sitzen Fahrer und Beifahrer höher als in einer konventionellen Limousine. Das Gefühl,wie in einigen SUV-Modellen regelrecht auf dem Auto zu thronen, gibt es nicht. Die Sitzposition ist optimal, um ein Gefühl von Sicherheit aufkommen zu lassen.

❏ Nissan Qashqai – die Karosserie

Bis auf die Zuladung von Fahrrädern – im Innern wohlgemerkt. Da haben Opel Astra und Dacia Duster auf den ersten Blick die Nase vorn. Oder man verstellt alle Fahrradkomponenten dermaßen (Sattelrohr rausnehmen, Lenkerstange ganz runterschieben) , dass es schon an Montage grenzt und mehr als die kritischen 10 Minuten dauert. Also nicht nur Vorderrad raus und dann ins bewährte Radfazz-System einklinken.

❏ Nissan Qashqai- der Kofferraum

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Die Lösung: Radfazz bietet als eine Zusatzoption eine Verlängerungsschiene für den Nissan Qashqai an. Die sollte man extra für den Nissan Qashqai bestellen.

❏ Passen Fahrräder in denNissan Qashqai ?

 

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Ja, aber nur mit den entsprechenden Systemen: Radzfazz oder Bikeinside. Das heißt: Vorderrad muß abgebaut werden. Bei E-bikes sind es dann nur die Pedelecs mit Mittelmotor oder hinterradantrieb. Eventuell muß man, je nach Rahmengröße, den Vorbau (Lenkung) herunterschrauben. Auch dafür gibt es mittlerweile Schnellspannverschlüsse, wie mein Text des Flyer-Modells von Biketec aus Huttwill in der Schweiz zeigt.

Als Alternative bleibt ja noch eine Anhängekupplung und den bewährten Fahrradträger, etwa von Thule oder Ubler, für die Fahrräder zu nutzen.

❏ Motor und Fahrleistung des Nissan Qashqai

Für einen kräftigen Vortrieb sorgte der 1.6 dCi. Es ist der stärkste Diesel im Qashqai mit 96 kW (130 PS). Interessant auch: die maximale Anhängelast mit manuellem Sechs-Gang-Schaltgetriebe bei gebremstem Anhänger beträgt bis zu 1.800 Kilogramm bei zwölf Prozent Steigung. Ich konnte mit voller Zuladung problemlos Überholen.  Der  Motor jault nicht auf, zeigt eine angenehme Laufruhe. Eben ein Auto auch für sehr lange Strecken. Die Motorisierung des Qashqai ist vielfältig. Selbst die 115 PS des 1,2-Liter Basismotors  genügten im Test, um das etwa 1,4 Tonnen schwere SUV optimal zu bewegen.

❏ Fazit und Preis

Der Nissan Qashqai in Kombination mit dem Selbstzünder ist das ideale Fahrzeug für lange Reisen. abert auch als stadtauto ist der SUV empfehlenswert. Mit dem nissan lassen sich unter Verwendung des entsprechenden zusatzteils (radzfazz) auch Fahrräder im Innern transportieren. eine bessere Alternative von der Raumgröße bietet allerdings der nissan Xtrail. Unter 20 000 geht es los, komfortabel wird es bei mehr als 30 000 Euro.  Der Preis ist in der üblichen SUV-Kategerie normal: Basispreis, Ausstattung Tekna: 32.850 Euro

❏ Nissan Qashqai als Konzeptfahrzeug

Am 2. März 2004 enthüllte Nissan auf dem Automobilsalon in Genf ein Konzeptfahrzeug namens Qashqai. Die Modellbezeichnung, einem iranischen Nomadenvolk entlehnt, verwies auf den Charakter des Fahrzeugs als „Stadtnomade“. Willkommen geheißen wurde der Qashqai mit allerlei Skepsis; die Automobilmedien bezweifelten, dass es für diese seltsame neue Mischung aus Schräghecklimousine und SUV wirklich einen Markt gab.

 Das Fahrzeug wurde für den Test von Nissan zur Verfügung gestellt.

Autotester: Moritz & Weirauch

Island mit drei SUV`s erlebt

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Gebucht hatten wir auf der Island-Reise eigentlich nur einen SUV, den Suzuki Grand Vitara. Leider achteten wir bei der Übergabe am Flugplatz Keflavik nicht so genau auf die Geräusche des Getriebes.

Irgendwie wird das wohl normal sein. So dachten wir.

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Pech gehabt. Nach 500 Kilometern blieb der Wagen stehen – auf der Ringstraße, mitten im Niemandsland, umgeben von Gletschern und zuschauenden Islandpferden.

Ein Anruf bei Avis Rental, dem Vermieter, genügte, schon kam Ersatz: ein Hyundai IX 35. Super Fahrzeug. Nur hatte der Wagen noch Spikes. Und die waren eigentlich schon einige Tage nicht mehr erlaubt auf der Straße. Denn auch in Island begann der Sommer.