Luxemburg

Reise

Luxemburg mit Panoramaaufzug und Seilbahn erleben

Luxemburg Stadt (6)

2018 zeigte sich die Stadt Luxemburg von einer bisher verborgenen Seite. Seit Dezember 2017 verkehrt die modernste Straßenbahn Europas entlang der beeindruckenden Avenue Kennedy hinauf auf den Kirchberg. Sie verbindet die ebenfalls neue Standseilbahn „Pfaffenthal-Kirchberg“ mit der Unterstadt von Luxemburg. Ab hier schwebt ein Panoramaaufzug entlang der von der UNESCO als Weltkulturerbe geschützten Festungsmauern in Richtung Oberstadt. Luxemburg entdeckt sich damit neu, aus völlig unerwarteter Perspektive.

Einstieg in die Straßenbahn ist die Station „Luxexpo“ am Kreisverkehr Serra im Stadtteil Kirchberg. Die erlebnisreiche Panoramatour beginnt am Fuße der Monumental-Skulptur von Richard Serra. Die in Glas und Stahl errichtete Haltestelle ist ein Kunstwerk des Landschaftsarchitekten Peter Latz. Die Bahn führt durch eine Freiluft-Galerie der bedeutendsten Namen zeitgenössischer Architektur. Vorbei geht die Fahrt an Julian Opie’s Skulptur, „Walking in the city“, entlang beeindruckender Bauten von Richard Meier vom Architekturbüro Diener&Diener. Besonders auffällig ist die Fassade in Metallgeflecht des Luxemburger Architekten François Valentiny. Er hatte bereits die Aufmerksamkeit mit seinem Entwurf zum Bau des Luxemburger Pavillons für die Weltausstellung in Shanghai erregt.

Die nächste Haltestelle befindet sich am Eingang zur Nationalbibliothek der für ihre aufregenden Bauten bekannten Architekten Bolles+Wilson & WW. Nächste Station ist der Zentralpark. In der sehr organisch gezeichneten „Coque“, ein in Spannbeton ausgeführter Bau Roger Tailliberts, finden meist die größten Sport- und Kulturevents Luxemburgs statt.

Wie europäisch ist Luxemburg ? Im Viertel Kirchberg sind rund 10.000 Europabeamte in unterschiedlichen Behörden beschäftigt. Das Europaviertel wird von den „Goldbarren“ des Europäischen Gerichtshofs überragt. Die Gebäude sind ein Werk des französischen Architekten Dominique Perrault.

Für den Sitz der Europäischen Investitionsbank zeichnet Sir Denys Lasdun, einer der wichtigsten Vertreter der Nachkriegsmoderne, verantwortlich. Der Name der folgenden Haltestelle „MUDAM–Philharmonie“ ist Programm. Luxemburgs berühmtes Konzerthaus Philharmonie ist ein Meisterwerk des Architekten Christian de Portzamparc.

Futuristischer Bau: Die Philharmonie auf dem Kirchberg © - / D.Weirauch
Futuristischer Bau: Die Philharmonie auf dem Kirchberg © – / D.Weirauch

Im daneben liegenden Stadtpark „Trois Glands“, lädt das Mudam – Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean zur Entdeckung zeitgenössischer Kunst ein. Der Bau stellt einen kühnen Entwurf des Stararchitekten Ieoh Ming Pei dar.

Kirchberg Luxemburg, MUDAM, Museum Blick in das Museum für Moderne Kunst (MUDAM). Architekt des Musée d’art moderne Grand-Duc Jean ist Starchitekt Ieoh Ming Pei © - / D.Weirauch

Kirchberg Luxemburg, MUDAM, Museum
Blick in das Museum für Moderne Kunst (MUDAM). Architekt des Musée d’art moderne Grand-Duc Jean ist Starchitekt Ieoh Ming Pei © – / D.Weirauch

Das daran angrenzende pädagogisch sehr spannende Festungsmuseum „Musée Dräi Eechelen“ ist in einer ehemaligen Befestigungsanlage untergebracht.

Letzter Halt der Trambahn ist „Pfaffenthal-Kirchberg“. Hier erfolgt der Einstieg in die Standseilbahn nach der Unterstadt Pfaffenthal. 40 Meter führt die Bahn in die Tiefe und zeigt wie malerisch aber auch topografisch schwierig die Lage der ehemaligen Festungsstadt ist.

Mit einem Schlag fühlt sich der Besucher in die Zeit zurückversetzt, steht mitten im Zentrum des Unesco-Weltkulturerbes.

Nach Überqueren der Alzette-Brücke erfolgt eine Fahrt in der Panoramakabine der Verbindung „Pfaffenthal-Oberstadt“. Die 71 Meter Höhenunterschiede werden in Windeseile überwunden. Die Aussicht ist atemberaubend. Die Oberstadt ist das historische Zentrum der Stadt, mit zahlreichen Museen, Luxusboutiquen und Warenhäusern.

Doch damit nicht genug, seit Herbst 2017 führt eine Seilbrücke (154 Meter) unterhalb der Adolfbrücke hindurch. Der in Luxemburger Stein von 900 bis 1903 errichtete Brückenbogen gehörte damals zu den größten weltweit. Kaum sichtbar zieht sich nun die Fahrrad- und Fußgängerbrücke unter der Brückendecke hindurch. Das zeitgenössische Bauwerk erschließt die Unesco-geschützte Festungsanlage und verleiht dem Bauwerk ein Hauch zeitgenössischer Frische. Die „neue“ Aussicht auf das Petrusstal, den Place de la Constitution und die Kathedrale ist beeindruckend.

Laut einer Umfrage des Magazins GEO ist Luxemburgs Hauptstadt die zweitentspannteste „Metropole“ der Welt: „Die Hauptstadt des kleinen Staates sticht alle anderen Städte bei der mentalen Gesundheit ihrer Einwohner. Das könnte an den vielen Grünflächen, der guten sozialen Absicherung und der geringen Bevölkerungsdichte liegen, die Luxemburg aufweist“.

Einfachraus.eu hat hier einige Sehenswürdigkeiten zu Luxemburg vorgestellt:

+ Grab des Hauptmann von Köpenick

+ Warum man Luxemburg besuchen sollte

+ Luxemburg – die Puppenstube Europas

Tipp für die Umgebung von Luxemburg: Burg Beaufort.

+ die kleine Stadt Echternach.

Weitere Informationen zur Hauptstadt von Luxemburg findet ihr hier. www.visitluxembourg.com/de/regionen/luxemburg-hauptstadt

Hier einige Tipps für einen Aufenthalt am Wochenende.

Reise

Luxemburg – Die Puppenstube Europas

luxemburg-p1700760Denkmal von Großherzogin Charlotte von Luxemburg auf dem Clairefontaine-Platz, Foto: D. Weirauch

Place d’Armes am Wochenende: Die Sonne gleißt über dem noblen “öffentlichen Salon der Stadt”. Linden rauschen über den gut besetzten Terrassen von Cafés und Restaurants. Keine drei Spazierminuten entfernt liegt die Place Guillaume II. Im Schatten des Reiterstandbildes von Großherzog Wilhelm sind die Stände des Flohmarktes aufgebaut. Nur Einheimische dürfen hier Trödel anbieten. Man kennt sich und scherzt miteinander. Wer Geduld hat, findet echte Schnäppchen.

Ablösung der Palastwache vor dem Palast
Ablösung der Palastwache vor dem Palast, Foto: Weirauch

Nur ein paar Schritte weiter erhebt sich die elegante Fassade des großherzoglichen Palais, vor der ein Soldat im Stechschritt Wache geht. Im “Bistrot de la Presse” gegenüber gibt es das täglich wechselnde Mittagsgericht zum Preis von knapp zwölf Euro. Ein für Luxemburger Verhältnisse unglaublich günstiges Angebot. Der Großherzog und seine Familie schauen einem dabei auf den Teller – eine gesamte Wand des kleinen Restaurants ist nämlich mit den Fotografien ihrer Hoheiten dekoriert.

Ein Besuch in der Patisserie Oberweis gehört zu einem Luxemburg-Besuch
Ein Besuch in der Patisserie Oberweis gehört zu einem Luxemburg-Besuch, Foto: D.Weirauch

Den Espresso und eine süße Kleinigkeit als Dessert sollte man um die Ecke nehmen. “Léa Linster Delicatessen” nennt sich das Schaufenster zur Stadt der bekannten Luxemburger Sterneköchin. Die frisch gebackenen Madeleines sind legendär. Ansonsten stehen die Lieblingsprodukte der Chefin zum Verkauf: Riesling vom eigenen Weinberg, Pasteten, Marmeladen, Essig und Öl sowie diverse Kochbücher.

 

Alles liegt in Luxemburg-Stadt ganz dicht beieinander. Die wohl kleinste Metropole der Welt mit nur rund 100.000 Einwohnern aus über 150 Ländern ist ein Bilderbuchort mit von der Unesco geadelter historischer Altstadt und einer Corniche, die als “schönster Balkon Europas” gilt. Weltläufig ist man trotzdem, schon wegen der Vielsprachigkeit – man parliert außer im landestypischen Letzebuergsch auch fließend auf Deutsch und Französisch.

 

“Gibraltar des Nordens” wurde es einst genannt – das stark befestigte Bollwerk auf felsigem Grund mit über 1.000-jähriger Geschichte. Heute stehen nur noch rund 10 Prozent der einst gigantischen Befestigungsanlagen, doch die in den Fels geschlagenen Verteidigungsgalerien der Kasematten sind noch heute eine der Top-Sehenswürdigkeiten.

Stolz zeigt der Stadtführer ein Bild der großherzoglichen Famili, Foto: D.Weirauch
Stolz zeigt der Stadtführer ein Bild der großherzoglichen Familie, Foto: Weirauch

Luxemburg ist eine Huldigung an die Vertikale. Steil ragt die Stadt aus den Tälern der beiden Wasserläufe Alzette und Petruss auf. Zum Glück gibt es den kostenlosen Aufzug vom Plateau de Saint-Esprit hinunter in den Stadtteil “Grund”, dem wohl gemütlichsten Viertel der Stadt. Im Kulturzentrum der Abtei Neumünster trifft sich “tout Luxemburg” am Sonntag zum Brunch. Der öffentliche Garten dahinter am Ufer der Alzette ist der wohl romantischste Flecken der Stadt.

Im “Grund” sind auch Nachtschwärmer gut aufgehoben. An vier Abenden in der Woche wird auf dem Piano im Café des Artistes in die Tasten gehauen und die ganze Bude singt bei Kerzenlicht mit – vom Luxemburger Volkslied bis zu Rock-Hymnen.

Kirchberg Luxemburg, MUDAM, Museum Blick in das Museum für Moderne Kunst (MUDAM). Architekt des Musée d’art moderne Grand-Duc Jean ist Starchitekt Ieoh Ming Pei © - / D.Weirauch
Kirchberg Luxemburg, MUDAM, Museum
Blick in das Museum für Moderne Kunst (MUDAM). Architekt des Musée d’art moderne Grand-Duc Jean ist Starchitekt Ieoh Ming Pei © – / D.Weirauch

Wenn man endlich ausgeschlafen hat, ist es Zeit für ein wenig Kultur. Mit dem Bus geht es ruckzuck ins Viertel Kirchberg mit den Europa-Verwaltungsgebäuden und spektakulären Kulturtempeln wie dem “Mudam”, das inmitten von viel Raum und Licht moderne Kunst präsentiert. Zum Lunch ist man zurück auf dem einstigen Fischmarkt, der wie eine historische Puppenstube wirkt. Schon Goethe fand im kleinen Luxemburg “so viel Größe mit Anmut, soviel Ernst mit Lieblichkeit verbunden”.

Bei einem ITB - Termin: Starköchin Lea Linzer Foto. Weirauch
Bei einem ITB – Termin: Starköchin Lea Linzer Foto. Weirauch

Weitere Infos gibt es beim Luxemburg City Tourist Office unter www.lcto.lu.

Heir weitere Texte zu Luxemburg

 

ReiseSchlösser und Burgen

Burg Beaufort in der Luxemburger Schweiz

Luxemburger Schweiz2Burg Beaufort & Renaissance Schloss – Beaufort

Wenn Alain Muller über die Burg Beaufort erzählt, dann kommt er ins Schwärmen. Nicht nur die geschichtlichen Zusammenhänge stellt der Reiseführer in der kleinen Luxemburger Schweiz ausführlich dar. Auch die heutige Nutzung der imposanten Burganlage im Ort Beaufort, etwa 30 Kilometer von Echternach gelegen, liegt ihm am Herzen.

Und da wäre vor allem der  Beauforter Cassero, ein Johannisbeerlikör, der noch immer im Schloss produziert wird. Neuerdings wieder mit in der Region angebauten Johannisbeeren. Jahrzehntelang kamen die Beeren aus Frankreich. Kenner mixen daraus Kir Royal.

Von der mittelalterlichen Burg, neben der Burg Larochette eine der bekanntesten einstigen Ritterburgen in Luxemburg, sind nur begehbare Ruinen erhalten. Im Sommer bilden diese die eindrucksvolle Kulisse für ein hochkarätiges Konzertprogramm.

Burg Beaufort & Renaissance Schloss – Beaufort

Die Geschichte des Burgareals ist schnell erzählt. Der älteste Teil der Burg entstand zu Beginn des 11. Jahrhunderts. Dies war eine bescheidene, viereckige Festung auf einem massiven Felsen. Sie war von einem breiten Graben und einer zweiten, gegen das Tal gerichteten Ringmauer umgeben. Mitte des 12. Jahrhunderts wurde die Festung mit einem Bergfried versehen, das Tor wurde versetzt und vergrößert. Nach dem Dreißigjährigen Krieg kaufte der Gouverneur der Provinz Luxemburg Johann von Beck das Anwesen und erbaute oberhalb der Burg ein neues Schloss im Renaissancestil. Dessen Familie bewohnte das Anwesen jahrzehntelang. Dann folgte der Verfall. Zu Beginn des 19. Jahrhudnerts wurde die Burg als Steinbruch benutzt. Bis 1928 die neue Eigentümerfamilie Edmond Linckels das Schloss instand setzte und die davor gelagerte Burgruine zur Besichtigung freigab. 1981 übernahm der Staat Luxemburg die Anlage und ließ die letzte Eigentümerin, die Witwe von Joseph Linckels,  darin wohnen. Sie starb 1997. Beim Rundgang durch das Schloss können heute noch die Wohnräume in dem Zustand besichtigt werden, als sei die Schlossherrin gerade nur herausgegangen. Selbst die beiden Tageszeitungen, eine große deutsche und eine Luxemburgische, liegen noch auf dem Fensterbrett.

Regierungsgebäude in Luxemburg, Foto: D.Weirauch
  • Info zu Burg Beaufort & Renaissance Schloss – Beaufort
  • rue du Château, L – 6313 Beaufort
  • Tel.: +352 26 87 69 43
  • Homepage: https://www.castle-beaufort.lu
  • Geöffnet: April bis Ende Oktober
  • Täglich von9 bis 17.30 Uhr
  • Eintrittspreise
  • Erwachsene: 5 Euro
  • Kinder und Studenten: frei

Hier meine Empfehlungen für einen Besuch in Luxemburg.

Reise

5 Gründe, um Luxemburg im Herbst zu besuchen

Stolz zeigt der Stadtführer ein Bild der großherzoglichen Famili,Stolz zeigt der Stadtführer ein Bild der großherzoglichen Familie, Foto: Weirauch

Bereits zweimal war Luxemburg Kulturhauptstadt Europas und steht zudem auf der Liste des UNESCO-Welterbes. 5 Gründe, um Luxemburg im Herbst zu besuchenDie Kasematten, die Kathedrale Notre-Dame de Luxembourg und der Paradeplatz sind nur einige von Luxemburgs Sehenswürdigkeiten. Die Kathedrale Unserer Lieben Frau sowie das Wahrzeichen der Stadt, die  Gëlle Fran, sollte man ebenso besuchen.5 Gründe, um Luxemburg im Herbst zu besuchen

Sehenswürdigkeiten überwiegend in Stadt Luxemburg

Mit einer Fläche von 2586 Quadratkilometern ist das Land Luxemburg einer der kleinsten Flächenstaaten der Erde und (nach Malta) das zweitkleinste Mitglied der Europäischen Union. Die Mehrzahl der Sehenswürdigkeiten befindet sich in der Hauptstadt Luxemburg, auch Luxembourg geschrieben, selbst.

Blick auf den Großherzoglichen Palast in Luxemburg

Blick auf den Großherzoglichen Palast, Foto: D.Weirauch

Grab des Hauptmanns von Köpenick

Auf dem Liebfrauenfriedhof befindet sich ein Grab, das gern von deutschen Gästen aufgesucht wird. Wilhelm Voigt, besser bekannt als Hauptmann von Köpenick, verbrachte die zwölf letzten Jahre seines Lebens in der Stadt Luxemburg.

Der durch seine Köpenickiade vor nun über 100 Jahren berühmt gewordene Schustergeselle  fand auf dem Notre Dame (Liebfrauenfriedhof) in der Stadt Luxemburg seine letzte Ruhe. Das Grab gehört zu den Sehenswürdigkeiten von Luxemburg. Seit 1975 pflegt die Stadt Luxemburg, Hauptstadt des gleichnamigen Großherzogtums, das Grab.

Grab von Wilhelm Vogt, Hauptmann von Köpenick
Grab von Wilhelm Vogt, Hauptmann von Köpenick Foto: D.Weirauch

 Philharmonie, Museen und Sterne-Restaurants

Zahlreiche neue Museen und mehrere Sterne-Restaurants laden ein. Zehn Kilometer entfernt von der Hauptstadt, in Frisange, lädt Sterneköchin Lea Linster in ihr Restaurant ein.

Ein Besuch in der Patisserie Oberweis gehört zu einem Luxemburg-Besuch
Ein Besuch in der Patisserie Oberweis gehört zu einem Luxemburg-Besuch

Ein Highlight eines Stadtrundganges auf dem Kirchberg von Luxemburg ist die Philharmonie. Der visionäre elliptische Konzertbau, der von 823 weißen Stahlsäulen getragen wird, wurde vom französischen Architekten Christian de Portzamparc gebaut, zu dessen berühmten Gebäuden auch die Französische Botschaft in Berlin zählt.

Die Philharmonie in Luxemburg Stadt, Foto: D.Weirauch
Die Philharmonie in Luxemburg Stadt, Foto: D.Weirauch

Gegenüber der Philharmonie lädt das Museum für Moderne Kunst (MUDAM) ein. Architekt des Musée d’art moderne Grand-Duc Jean ist der in New York tätige, durch die Louvre-Pyramide und den Anbau des Deutschen Historischen Museums in Berlin bekannt gewordene Ieoh Ming Pei.

Denkmal von Großherzogin Charlotte von Luxemburg auf dem Clairefontaine-Platz, Foto: D. Weirauch
Denkmal von Großherzogin Charlotte von Luxemburg auf dem Clairefontaine-Platz, Foto: D. Weirauch

Einstige Festungsstadt Luxemburg

Sehenswert sind in der Stadt Luxemburg  auch Teile des einstigen riesigen Befestigungssystems. Das Areal von früher einmal40.000 Quadratmetern Kasernen, Magazinen und Pulverdepots soll Johann Wolfgang von Goethe bei seinem Aufenthalt 1792 zu folgender Bemerkung hingerissen haben: „Wer Luxemburg nicht gesehen hat, wird sich keine Vorstellung von diesen an- und übereinander gefügten Kriegsgebäuden machen.“

Blick auf die Altstadt von Luxemburg mit dem Kloster.

Heute laden in den einstigen Militärbauten Museen, wie das Festungsmuseum „Drei Eichelen“,  und Kulturzentren ein. Reste der einst 875 Meter langen Stadtmauer mit ihren 37 Türmen und 15 Toren sind ebenso spannend anzusehen wie die Abtei Neumünster, die noch bis 1984 als Männergefängnis genutzt wurde. Heute ist es ein Kulturzentrum.

Mit dem gläsernen Fahrstuhl zu Luxemburgs Sehenswürdigkeiten

Weiter geht es während unseres Rundganges bergan zur Corniche, dem „schönsten Balkon Europas“. Der Blick über die Unterstadt von einer Fensteröffnung der in den Fels gehauenen Kasematten ist grandios. Von den einst 23 Kilometer langen Gängen blieben 17 Kilometer erhalten.

 

Kirchberg Luxemburg, MUDAM, Museum Blick in das Museum für Moderne Kunst (MUDAM). Architekt des Musée d’art moderne Grand-Duc Jean ist Starchitekt Ieoh Ming Pei © - / D.Weirauch
Blick in das Museum für Moderne Kunst (MUDAM). Architekt des Musée d’art moderne Grand-Duc Jean ist Starchitekt Ieoh Ming Pei ©  D.Weirauch

Um schnell in die Oberstadt zu gelangen, können wir den gläsernen Fahrstuhl des in den Felsen eingefügten Museums der Geschichte der Stadt Luxemburg benutzen. Ein besseres Entree kann es nicht geben, um die Historie zu „durchfahren“.

Sehenswürdigkeiten im Land Luxemburg: Fels, Wein und Burgen

Zu den Luxemburger Sehenswürdigkeiten zählen auch die romantische Burg Beaufort in der Kleinen Luxemburger Schweiz (Mullerthal), die Burg Vianden, das Tal der sieben Schlösser, der Tier- und Freizeitpark Parc Merveilleux, die kleine Stadt Echternach (bekannt durch die am Dienstag nach Pfingsten veranstaltete Echternacher Springprozession),

Die Abteikirche von Echternach, Foto: D.Weirauch
Die Abteikirche von Echternach, Foto: D.Weirauch

die Burg Fels in La Rochette, das Victor-Hugo-Museum in Vianden, die prähistorischen Höhlen in Mersch sowie der Deutsch-Luxemburgische Naturpark.

Der legendäre Cassero wird auf Beaufort hergestellt, Foto: Weirauch
Der legendäre Cassero wird auf Beaufort hergestellt, Foto: Weirauch
Ein Wanderparadies: Region Mullerthal in Luxemburg
Ein Wanderparadies: Region Mullerthal in Luxemburg Foto: D.Weirauch
  • Hier finden Sie weitere Tipps zu Luxemburg
  • Info | https://www.visitluxembourg.com/deStadt | https://www.lcto.lu/de

und hier geht es zu visitluxemburg.

Hier ein Beitrag über das Grab des Hauptmanns von Köpenick, der in Luxemburg seine letzte Ruhe fand.

Reise

Echternacher Springprozession

Marktplatz von EchternachMarktplatz von Echternach in Luxemburg, Foto: D.Weirauch

Die berühmte Echternacher Springprozession ist ja zum Sprichwort geworden. Was viele nicht wissen: es gibt sie wirklich, und zwar im Mullerthal, Luxemburg. Echternach ist auch Austragungsort eines alljährlichen Musikfestivals im Mai und Juni. Die kleine Stadt Echternach liegt in Luxemburg, an der Grenze zu Deutschland. Echternacher Springprozession

am Dienstag nach Pfingsten

Am bekanntesten ist die Echternacher Springprozession, eine religiöse Prozession, die jedes Jahr am Dienstag nach Pfingsten stattfindet. Die Teilnehmer „springen“ zu Polkamelodien in Reihen durch die malerischen Straßen der Stadt bis zum Grab des Heiligen Willibrord in der Echternacher Basilika. Der Heilige Willibrord, ein irischer Mönch und Missionar, gründete 698 die Benediktinerabtei.

8000 Springer

Die Springprozession hat neben den rund 8000 „Springern“ Zehntausende Zuschauer, die aus vielen Kirchengemeinden Deutschlands sowie Luxemburg und aus den Niederlanden kommen. Und das Einzigartige: sie alle sind an diesem Tag Teil des immateriellen Kulturerbes der Menschheit. Denn seit 2010 hat die UNESCO die Echternacher Springprozession mit diesem Prädikat geadelt.

Die Abteikirche von Echternach, Foto: D.Weirauch
Die Abteikirche von Echternach, Foto: D.Weirauch

Seit über 1000 Jahren gibt es diese Springprozession schon. Die erste bildliche Darstellung der Springprozession stammt aus dem Jahr 1604. In einer kleinen Ausstellung im abteimusuem der romanischen Basilika wird ausführlich auf die Geschichte des farbenfrohen Festes eingegangen. Multimedial inszeniert werden die Handschiften der berühmten Echternacher Schreibschule inszeniert. Das Willibrord-Evangeliar, das der Klostergründer aus England nach Echternach brachte, kann heute in der Pariser Nationalbibliothek bewundert werden.

Ursprünge der Prozession

Wie es zudem eigenartigen Springen kam, ist bis heute nicht geklärt. Es gibt viele Vermutungen von der Nachahmung der Epilepsie (damit man sie nicht wirklich bekommt) bis zum Flagellantentum. Keine der Theorien überzeugt. Im 18. Jahrhundert wurde das Springen von weltlicher und von geistlicher Seite immer wieder kritisiert.

Doch die Echternacher blieben bei ihrem Brauch. Im Mittelalter durften nur Männer an dem Ritual teilnehmen, ab 1801 dann auch Frauen. Bis auf die Zeit der deutschen Besatzung im 2. Weltkrieg fand das Fest immer statt. Heute ist sie eine der bekanntesten Attraktionen im Zwergstaat Luxemburg.

Tanzschritte

Der Tanzschritt ist nirgendwo festgeschrieben. Der sogenannte Echternacher „Pilgerschritt“ – zwei Schritte vor, einer zurück – ist eine Legende, die nicht zutrifft. Spätestens seit den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts springt man nur noch mit seitlichen Schritten vorwärts, abwechselnd nach links und nach rechts.

Bei jedem Schritt bleiben die Springer kurz auf dem jeweiligen Fuß stehen und setzen dann mit dem anderen Fuß zum nächsten Schritt an – immer im Takt des Prozessionsmarsches, so erklärt der Stadtführer. Da die Veranstaltung ehrenamtlich organisiert wird, hat fast jedes Mitglied der Kirchengemeinde eine Aufgabe.

Viele Pilger sind zu beköstigen und der Ablauf minutiös zu organisieren.  Die Prozession beginnt im Hof der einstigen Reichsabtei von Echternach. Dabei stellen sich jeweils fünf Pilger in einer Reihe auf, jeder hält sich an seinem Nachbarn mit Hilfe eines weißen Taschentuchs fest.

Tipp: In Deutschland übernachten

Bekleidet sind die Pilger mit weißem Hemd oder T-Shirt und blauer beziehungsweise schwarzer Hose. Pilgergruppen wechseln sich mit Musikgruppen, darunter viele Musikvereine aus Luxemburg und dem nahen Grenzgebiet, ab. Die Prozession durchquert den Großteil der kleinen Stadt. Endpunkt ist wieder der Marktplatz und die nahe Basilika. Im Inneren kommen die Prozessionsteilnehmer in der Krypta am Grab des Heiligen Willibrord vorbei und sammeln sich dann wieder vor der Kirche.

Kardinäle und Erzbischöfe mit ihrem Hofstaat geben dann in der Stadt das festliche Gepräge ab. Schon deshalb lohnt ein Besuch des Festes. Tipp: Übernachtung möglichst auf deutscher Seite. Denn zur Springprozession sind alle Hotels in Echternach hoffnungslos überbucht. Ein Shuttleverkehr ist eingerichtet. Oder man schließt sich einer Pilgergruppe an, die in einfachen Quartieren wie Sporthallen übernachten.

Ansonsten mein Tipp in Echternach: das 5-Sterne-Hotel Eden au Lac der Familie Bising am Ortsrand. Es hat einen neuen Wellnessbereich mit großzügigen Pool.

Echternach: Infos zum Besuch

Touristinfo: ORT Région Mullerthal, Petite Suisse Luxembourgeoise 10, Hoovelecker Buurchmauer, L-6418 Echternach

Tel.: +352 72 04 57

Internet: www.mullerthal.lu, www.mullerthal-trail.lu

E-Mail: info@mullerthal.lu

Hier weitere Sehenswürdigkeiten in Luxemburg.

 

Reise

Luxemburg: Wo der Hauptmann von Köpenick begraben ist

Grab von Wilhelm Vogt, Hauptmann von KöpenickGrab von Wilhelm Vogt, Hauptmann von Köpenick

Unter den Friedhöfen in Luxemburg wird der Liebfrauenfriedhof (Notre Dame)  von deutschen Touristen am meisten besucht. Denn dort fand der legendäre Hauptmann von Köpenick seine letzte Ruhestätte.

Grab Hauptmann von Köpenick

Bekannt wurde Schuster Wilhelm Voigt  am 16. Oktober 1906, als er verkleidet als preußischer Hauptmann  im Rathaus von Berlin-Köpenick den Bürgermeister verhaftete und die Stadtkasse beschlagnahmte.

img_0494img_0494-958x453luxemburg

Nach der Entlassung aus dem Gefängnis verbrachte Wilhelm Voigt die zwölf letzten Jahre seines Lebens in der Stadt Luxemburg. Er arbeitete in Luxemburg als Kellner und Schuster, er trat aber auch als „Hauptmann“ im Zirkus auf und verkaufte Autogrammkarten.

Luxemburg: Wo der Hauptmann von Köpenick begraben ist

 Auf dem Liebfrauenfriedhof in Luxemburg (Stadt) fand er seine letzte Ruhe. Das Grab des 1849 (nicht wie auf dem Grabstein steht: 1850) geborenen Voigt gehört heute zu den Sehenswürdigkeiten in der Stadt Luxemburg.

Grabstein mit falschem Geburtsjahr

Historiker fanden heraus, dass nach seinem Tod am 3. Januar 1922 zuerst das städtische Armenbüro die Kosten für die Grabstelle übernahm.  1942 lief die Konzession für das Grab ab, wurde jedoch 1944 von einem anonymen Spender um weitere 30 Jahre verlängert.

1961 richtete der Zirkus Sarrasani die ramponierte Grabstelle wieder her und versah sie mit einer Marmorplatte, die allerdings das falsche Geburtsjahr 1850 zeigte. Sie wurde später gegen einen Gedenkstein ausgetauscht, wiederum mit dem falschen Geburtsjahr.

Als 1974 sollte das Grab endgültig aufgelöst werden sollte, gab es Proteste und die Stadtverwaltung Luxemburg übernahm die Kosten für eine Dauergrabstelle.

Grab von Wilhelm Vogt, Hauptmann von Köpenick
Grab von Wilhelm Vogt, Hauptmann von Köpenick, Foto: D. Weirauch

Die Gedenkplatte zeigt eine Pickelhaube und die Aufschrift „HAUPTMANN VON KOEPENICK“. Darunter steht in kleinerer Schrift „Wilhelm Voigt 1850–1922“. Die Stadt Berlin wollte 1999 das Grab in die Bundeshaupstadt umbetten.

Luxemburg lehnte ab. so kommen imer wieder mal Gäste aus Deutschland zum Liebfrauenfriedhof, um dem legendären Hauptmann von Köpenick zu gedenken. Sie legen dann klingende Münzen auf den Grabstein. Das Geld wird für den Unterhalt der Grabstelle verwendet. Das Haus, in dem er bis zu seinem Tode wohnte, steht heute nicht mehr.

Des Hauptmanns Grab ist nicht leicht zu finden

Da es auf dem Liebfrauenfriedhof keinen Hinweis auf das Grab von Voigt gibt, ist man auf die Tipps von Ortskundigen angewiesen. Ich hatte Glück, die Galeristin im Hotel Simoncini in der rue Notre Dame, kannte das Grab und seine Geschichte und so war es nicht schwer, mit einem Taxi dorthin zu gelangen.

Mein Tipp: Man nimmt den linken Eingang zum Friedhof, von der Hauptstraße  (der Allee de Resistants et des deportes) abgehend, dann kommt man zum Gräberfeld an der Friedhofsmauer und findet nach wenigen Schritten das Grab.

img_0498img_0498-958x453luxemburg

Mit dem Bus Nr. 3 kann man aus Richtung Innenstadt  nach “Glacies” fahren und steigt die vierte Station direkt Friedhof Cimetiere Notre-Dame (Liebfrauenfriedhof) aus.

Hier finden Sie weitere Tipps zu Luxemburg

Info | https://www.visitluxembourg.com/de

Stadt | http://www.lcto.lu/de

Homepage | https://www.lcto.lu/de/ansicht/worship/liebfrauenfriedhof

Hier Tipps für einen Besuch in Luxemburg.

error: Content is protected !!