Lutherstadt Wittenberg

Reise

Wo Luther seine Thesen anschlug

Schlosskirche in Lutherstadt Wittenberg, Foto: D.WeirauchThesentür an der Schlosskirche in Lutherstadt Wittenberg, Foto: D.Weirauch

Ein besseres Wahrzeichen kann es für die Lutherstadt Wittenberg wohl nicht geben. Egal, aus welcher Richtung man mit dem Rad oder Auto auf die Stadt zufährt: Weithin sichtbar erhebt sich der zylindrische, 88 Meter hohe Schlosskirchturm aus der Silhouette der Lutherstadt. Heute: Wo Luther seine Thesen anschlug

Von weiten grüßt der Turm der Schlosskirche von Wittenberg herüber, Foto: D.Weirauch
Von weiten grüßt der Turm der Schlosskirche von Wittenberg herüber, Foto: D.Weirauch

Schlosskirche in Lutherstadt Wittenberg, Foto: D.Weirauch

Das wohl bekannteste Lutherlied: ein feste Burg ist unser Gott…, Foto: D.Weirauch

Nähert man sich der Kirche, erkennt man eine filigran verzierte neugotische Turmhaube, unter der sich ein mit Mosaiksteinen gestaltetes Spruchband befindet, auf dem in metergroßen Buchstaben die Worte des Kirchenliedes Martin Luthers „Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen“ zu lesen sind. „Eine feste Burg ist unser Gott“ ist das weltweit bekannteste Kirchenlied, das von Martin Luther 1529 getextet und komponiert wurde. Es gilt als das Musikstück mit der größten Symbolkraft des Protestantismus.

Berühmtheit erlangte die Kirche durch den Thesenanschlag, die als Auslöser der Reformation gelten. Foto: D.Weirauc
Berühmtheit erlangte die Kirche durch den Thesenanschlag, die als Auslöser der Reformation gelten. Foto: D.Weirauch

 

Weltberühmte Kirchentür

Berühmtheit erlangte die Kirche, als am 31. Oktober 1517 der bis dahin nahezu unbekannte Wittenberger Augustinermönch und Theologieprofessor Martin Luther seine 95 lateinischen Disputationsthesen verbreitete, die als Auslöser der Reformation gelten. Luther wollte zur Diskussion über den Ablasshandel auffordern. Ob der Thesenanschlag aber tatsächlich so stattfand, darüber wird gestritten. Nachgewiesen ist, dass Luther die Thesen an dem Tag handschriftlich an zwei Bischöfe und in der Folgezeit an weitere Theologen versandte.

Die einst hölzerne Tür der Kirche diente als „Schwarzes Brett“ der Universität Wittenberg. Daran soll der Theologieprofessor Martin Luther am 31. Oktober 1517 seine Thesen angeheftet haben.Dieser Tag (der heutige Reformationstag)  gilt als Beginn der Reformation.

Wo Luther seine Thesen anschlug

Neue Bronzetür mit Luthers Thesen

Die hölzerne Tür verbrannte im Siebenjährigen Krieg im Jahr 1760. 1815 kam Wittenberg nach dem Wiener Kongress zu Preußen. Nach der Verlegung der Wittenberger Universität im Jahr 1817 nach Halle (Saale), wurde die Schloss- und Universitätskirche dem neugegründeten Evangelischen Predigerseminar zur Nutzung übergeben. Der preußische König Friedrich Wilhelm IV. ließ im 1858 eine neue Bronzetür mit den 95 Thesen einbauen.

Thesentür an der Schlosskirche in Lutherstadt Wittenberg, Foto: D.Weirauch
Thesentür an der Schlosskirche in Lutherstadt Wittenberg, Foto: D.Weirauch

 

Darüber befindet sich ein Gemälde. Es zeigt Luther und Philipp Melanchthon. Luther (1459-1546) und sein Mitstreiter Melanchthon (1497-1560) fanden in der Schlosskirche ihre letzte Ruhestätte. Luthers Grab befindet sich nahe der Kanzel. Auch die askanischen Kurfürsten fanden in der Schlosskirche ihre letzte Ruhe.

Grab Martin Luthers in der Schlosskirche von Wittenberg, Foto: D.Weirauch
Grab Martin Luthers in der Schlosskirche von Wittenberg, Foto: D.Weirauch

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Grab Martin Luthers in der Schlosskirche von Wittenberg, Foto: D.Weirauch

Renaissance-Schloss und Predigerseminar

Schon im 12. Jahrhundert befand sich an der Stelle des Schlosses Wittenberg eine Burg. Sie wurde im 14. Jahrhundert durch Friedrich den Weisen abgerissen, um neuen Amtshäusern Platz zu machen. In Zuge des Umbaus wurde auch eine Allerheiligenkapelle errichtet. Aus der Kapelle wurde schließlich eine Kirche. Sie bildet den Nordostflügel des späteren Renaissanceschlosses. Das an die Schlosskirche angrenzende einst kurfürstliche Schloss wird bis Herbst 2017 saniert. Der 1760 zerstörte Südflügel des Schlosses entsteht neu. Neben einer reformationsgeschichtlichen Forschungsbibliothek ziehen ein Besucherzentrum sowie Museumsräume ein. Beheimatet ist auch das Evangelische Predigerseminar.

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Bclick von der Stadtkirche auf die Schlosskirche von Wittenberg, Foto: D.Weirauch

Königin Margrethe II. von Dänemark schenkte der Schlosskirche 2016 ein selbst besticktes rotes kunstvolles Altartuch mit der Lutherrose. Foto: D.Weirauch
Königin Margrethe II. von Dänemark schenkte der Schlosskirche 2016 ein selbst besticktes rotes kunstvolles Altartuch mit der Lutherrose. Foto: D.Weirauch

Mit Blick auf das 500. Jubiläum des Thesenanschlags 2017 erfolgte eine umfassende Sanierung der Schlosskirche Wittenberg. Sie kostete, wie uns Stadtführer Johannes Glaubig berichtet, rund acht Millionen Euro.

Mit der Landpartie zum Reformationsgedenken 2017

Ganz im Zeichen von 500 Jahre Reformation 2017 steht das Radreiseprogramm des Oldenburger Radreiseveranstalters “ Die Landpartie Radeln und Reisen.“ Anlässlich des Reformationsjubiläums hat derAktivreiseveranstalter zwei neue Touren für seine kulturinteressierten Reisenden aufgelegt: Die einwöchige individuelle Reise „Auf Luthers Spuren – 500 Jahre Reformation zwischen Berlin und Leipzig“ und die einwöchige geführte Radreise „Sächsische Flussfahrt – Auf Luthers Spuren“.

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Das Reiseangebot zum Thema Luther bei der Landpartie Radeln und Reisen ist ab sofort buchbar unter
https://www.dielandpartie.de/radreise-deutschland-elbe-luth… (geführte Luther-Radreise) und https://www.dielandpartie.de/radreise-luther-berlin-leipzig… (individuelle Luther-Radreise)

  • Lutherstadt Wittenberg – Informationen
  • Adresse: Schlossplatz, 06886 Wittenberg
  • Telefon: 03491 498610, Internet: https://lutherstadt-wittenberg.de
  • Öffnungszeiten: Die Schlosskirche ist für Besucher von Montag bis Samstag von 10-16 Uhr und am Sonntag von 11.30-16 Uhr (10 Uhr Gottesdienst) geöffnet. Führungen finden von Montag bis Freitag (13.30 Uhr), Samstag (10.30 / 13.30 Uhr) und am Sonntag (11.30 Uhr / 13.30 Uhr) statt.
  • Internet: www.schlosskirche-wittenberg.de

 

 

1 Stunde wegReise

Stadtkirche Wittenberg – Mutterkirche der Reformation

IMG_9446_ShiftNDer von Lucas Cranach d. Ä. und seinem Sohn Lucas Cranach d. J. gemalte Altar, allgemein als „Reformations-Altar“ bezeichnet. Foto: D.Weirauch

In St. Marien, der Stadtkirche Wittenberg, predigte der Reformator Martin Luther (1483-1546) viele Jahre. Unter den evangelischen Christen gilt die gotische Kirche direkt hinter dem Marktplatz von Wittenberg als „Mutterkirche der Reformation“.

Eingangsportal der Stadtkirche Wittenberg, Foto: D.Weirauch
Eingangsportal der Stadtkirche Wittenberg, Foto: D.Weirauch

Stadtkirche Wittenberg – Mutterkirche der Reformation

Jedes Jahr findet darin zum Reformationstag am 31. Oktober ein großer Gottesdienst statt. 2014 war es eine besondere Feier, denn nach jahrelanger Restaurierung ist der dreiflügelige, von Lucas Cranach d.Ä. und seinem Sohn geschaffene Reformationsaltar, auf dem die Hauptakteure der Reformation verewigt sind, wieder zu sehen. Auch Luthers Weggefährte Johannes Bugenhagen erläuterte in der Stadtkirche seine reformatorischen Erkenntnisse. Bugenhagen (1485-1558), an den vor der Stadtkirche ein Denkmal erinnert, war der erste lutherische Pfarrer in Deutschland. Hier begann die Tradition der evangelischen Gottesdienste in deutscher Sprache, mit Gemeindegesang und mit Abendmahl in beiderlei Gestalt (Brot und Wein).

Blick vom Markt auf die Stadtkirche mit den beiden Türmen, Foto: D.Weirauch
Blick vom Markt auf die Stadtkirche mit den beiden Türmen, Foto: D.Weirauch

Der Reformationsaltar

In der Kirche befindet sich der von Lucas Cranach d. Ä. und seinem Sohn Lucas Cranach d. J. gemalte Altar. Wir kennen das Kunstwerk auch als „Reformations-Altar“. Cranach d. Ä. konzipierte den Altar und malte den Großteil der Schauseite. Sein Sohn malte die Tafeln der Rückseite und vervollständigte die Vorderseite. Der Altar wurde 1547 vollendet und im selben Jahr in der Kirche aufgestellt. Der Überlieferung nach weihte Johannes Bugenhagen den Altar. An Buggenhagen erinnert am Platz vor der Kirche ein Denkmal. Die Mitteltafel der Schauseite des Altars stellt das letzte Abendmahl dar, mit Martin Luther (als „Junker Jörg“) als einem der Jünger.

Der von Lucas Cranach d. Ä. und seinem Sohn Lucas Cranach d. J. gemalte Altar, allgemein als „Reformations-Altar“ bezeichnet. Foto: D.Weirauch
Der von Lucas Cranach d. Ä. und seinem Sohn Lucas Cranach d. J. gemalte Altar, allgemein als „Reformations-Altar“ bezeichnet. Foto: D.Weirauch

Lebendiger Ort des Christentums

Bis heute ist die Stadtkirche Wittenberg, sie liegt direkt hinter dem Marktplatz von Wittenberg und in Sichtnähe des Lutherhauses, ein lebendiger Ort des gepredigten, des gelesenen und des gesungenen Wortes. Sie ist aber auch eine Schatzkammer der Geschichte und der Kunst. Unzählige Besucher und Gäste aus aller Welt kommen an diesem traditionsreichen Ort zu Veranstaltungen und Konzerten zusammen und feiern mit der Stadtkirchengemeinde festliche Gottesdienste.

Blick von der Stadtkirche hinüber zur Schlosskirche von Wittenberg, Foto: D.Weirauch
Blick von der Stadtkirche hinüber zur Schlosskirche von Wittenberg, Foto: D.Weirauch
Auf den Elbwiesen findet 2017 der Kirchentag statt, Foto: D.Weirauch
Auf den Elbwiesen findet 2017 der Kirchentag statt, Foto: D.Weirauch

Teil des Lutherweg in Sachsen-Anhalt

Die Stadtkirche ist auch eine Station des Luther-Weges von Sachsen-Anhalt. Seit 1996 gehört die Wittenberger Stadtkirche zum UNESCO-Welterbe. Mit der Stadtkirche St. Marien, der Schlosskirche Allerheiligen, dem Lutherhaus und dem Melanchthonhaus sowie dem benachbarten Dessau-Wörlitzer Gartenreich bildet Wittenberg mit seiner Umgebung die Region mit der dichtesten Ansiedlung von Unesco-Welterbestätten.

stadtkirche-wittenbergp1590792-958x454Frisch restauriert präsentiert sich der kleine Engel in der Stadtkirche. Foto: D.Weirauch

Die 410 Kilometer lange Pilgerroute auf den Spuren Martin Luthers umfasst 34 Stationen zwischen Eisleben im Mansfelder Land und Wittenberg, dem Zentrum der Reformation. Hier hatte Luther 1517 an der Schlosskirche seine 95 Thesen veröffentlicht, die als Beginn der Reformation gelten.

Stadtkirche war auch Cranachs Kirche

Die Stadtkirche beherbergt zahlreiche Originalgemälde von Lucas Cranach dem Älteren und seinem Sohn. Sie ist ein authentischer Ort, der das Leben von Lucas Cranach d. J. von Anfang bis zum Ende bezeugt. Hier befindet sich das Grabmal Lucas Cranach des Jüngeren, hier hörte er Predigten der Reformatoren, hier wurde er vermutlich getauft und getraut. Nur einen Steinwurf entfernt befindet sich Cranachs Geburtshaus am Markt.

Martin Luther steht auf der Kanzel und predigt, Foto: D.Weirauch
Martin Luther steht auf der Kanzel und predigt, Foto: D.Weirauch
Blick in das Innere der Kirche mit der von der Orgelbaufirma Sauer (Frankfurt/Oder) erbauten Orgel, Foto: D. Weirauch
Blick in das Innere der Kirche mit der von der Orgelbaufirma Sauer (Frankfurt/Oder) erbauten Orgel, Foto: D. Weirauch

Stadtkirche gilt als ältestes Gebäude Wittenbergs

Zudem ist die Stadt- und Pfarrkirche St. Marien das älteste Gebäude von Wittenberg. Noch eine Besonderheit weist die Stadtkirche auf. An der Außenwand sichtbar ist die aus dem Hochmittelalter datierte plastisch-bildhafte Darstellung der zeitgenössischen Judensau. Dieses Motiv wurde im Mittelalter populär. Es „zierte“ öffentliche Gebäude und Kirchen und diente damals dazu, Juden zu verunglimpfen und zu verspotten. Zum „Ausgleich“ haben Wittenberger Christen unterhalb der Darstellung eine Art Mahnmal in den Boden eingelassen.

Plastisch-bildhafte Darstellung der zeitgenössischen Judensau an der Außenwand. Foto: D.Weirauch
Plastisch-bildhafte Darstellung der zeitgenössischen Judensau an der Außenwand. Foto: D.Weirauch

Stadtführer Johannes Glaubig zeigt uns die im Jahr 1988 im Auftrag der Stadtkirchengemeinde unterhalb der Darstellung eingelassene Gedenkplatte des Bildhauers Wieland Schmiedel. Damit soll auf die historischen Folgen des Judenhasses aufmerksam gemacht werden.

Mit der Gedenkplatte des Bildhauers Wieland Schmiedel wird auf die historischen Folgen des Judenhasses aufmerksam gemacht. Foto: D.Weirauch
Mit der Gedenkplatte des Bildhauers Wieland Schmiedel wird auf die historischen Folgen des Judenhasses aufmerksam gemacht. Foto: D.Weirauch

Turmbesteigung

Eine Besteigung des Turmes der Stadtkirche Wittenberg ist nur zu ausgewählten Terminen, wie dem Tag des offenen Denkmals oder dem Welterbetag, möglich. Mitglieder des Heimatvereins  laden dann dazu ein. Türmer der Stadtkirche ist Klaus Nunweiler. 192 Stufen sind zu erklimmen. Keine Angst: jeder kann das schaffen.  Der Türmer erläutert mit seiner freundlichen und kenntnisreichen Art viele Details zur Baugeschichte.

Der Aufstieg lohnt. Nach dem Blick auf die Glocken und in die Türmerwohnung kommt der Höhepunkt: der weite Blick über die Lutherstadt Wittenberg und die Elbniederung. In weniger als 500 Meter Luftlinie grüßt die Schlosskirche von Wittenberg herüber.  Für mich ein einzigartiges Erlebnis.

Blick von der Stadtkirche hinüber zur Schlosskirche von Wittenberg, Foto: D.Weirauch
Blick von der Stadtkirche hinüber zur Schlosskirche von Wittenberg, Foto: D.Weirauch
Im Blick: vom Turm der Stadtkirche hinüber zum Lutherhaus, Foto: D.Weirauch
Im Blick: vom Turm der Stadtkirche hinüber zum Lutherhaus, Foto: D.Weirauch
Der Bibelturm am Bahnhof in Wittenberg ist ein Aussichtsturm, Foto: D.Weirauch
Der Bibelturm am Bahnhof in Wittenberg ist ein Aussichtsturm, Foto: D.Weirauch
Blick von der Stadtkirche auf die Elbewiesen, Foto: D.Weirauch
Blick von der Stadtkirche auf die Elbewiesen, Foto: D.Weirauch

Mit der Landpartie zum Reformationsgedenken 2017

Ganz im Zeichen von 500 Jahre Reformation 2017 steht das Radreiseprogramm des Oldenburger Radreiseveranstalters ” Die Landpartie Radeln und Reisen.” Anlässlich des Reformationsjubiläums hat der Aktivreiseveranstalter zwei neue Touren für seine kulturinteressierten Reisenden aufgelegt: Die einwöchige individuelle Reise „Auf Luthers Spuren – 500 Jahre Reformation zwischen Berlin und Leipzig“ und die einwöchige geführte Radreise „Sächsische Flussfahrt – Auf Luthers Spuren“ mit Start am 11. Juni 2017.

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Das Reiseangebot zum Thema Luther bei der Landpartie Radeln und Reisen ist ab sofort buchbar unter
https://www.dielandpartie.de/radreise-deutschland-elbe-luth… (geführte Luther-Radreise) und https://www.dielandpartie.de/radreise-luther-berlin-leipzig… (individuelle Luther-Radreise)

Wittenberg – Informationen

Adresse: Stadtkirche St. Marien, Kirchplatz, 06886 Lutherstadt Wittenberg, Öffnungszeiten: Mo. Bis Sa: 10 bis 18 Uhr, So: 12 bis 18 Uhr,

Stadtkirche Wittenberg im Internet: stadtkirchengemeinde-wittenberg.de

Nach der erfolgreichen Besteigung des Turmes der Stadtkirche Wittenberg freuen sich Dr.Hans-Peter Schwanke (Krefeld), Türmer Klaus Nunweiler und Veit-Mario Thiede aus Kassel, Foto: D.Weirauch
Nach der erfolgreichen Besteigung des Turmes der Stadtkirche Wittenberg freuen sich Dr.Hans-Peter Schwanke (Krefeld), Türmer Klaus Nunweiler und Veit-Mario Thiede aus Kassel, Foto: D.Weirauch
Blick von der Stadtkirche hinüber zur Schlosskirche von Wittenberg, Foto: D.Weirauch
Blick von der Stadtkirche hinüber zur Schlosskirche von Wittenberg, Foto: D.Weirauch
Blick von der Stadtkirche auf die Elbewiesen, Foto: D.Weirauch
Blick von der Stadtkirche auf die Elbewiesen, Foto: D.Weirauch

 

Hier der Besuch in der Schlosskirche von Wittenberg.

 

 

1 Stunde weg

Die Lutherstadt Wittenberg rüstet zu 500 Jahre Reformation

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Kein anderer Ort ist so eng mit dem Wirken des Reformators Martin Luther verknüpft wie Wittenberg, das den Zusatz „Lutherstadt“ schließlich aus gutem Grund trägt. Viele von Wittenbergs Sehenswürdigkeiten haben deshalb auch mit Luther zu tun. Viele Menschen aus der ganzen Welt kommen nach Wittenberg, um auf den Spuren des Reformators zu wandeln und sich von dem überall in der mittelalterlich anmutenden Stadt an der Elbe spürbaren Geist jener Zeit inspirieren zu lassen. Wittenberg liegt rund 90 Kilometer von Berlin und 50 Kilometer von Leipzig entfernt. Zahlreiche Sehenswürdigkeiten erinnern an das Wirken von bedeutenden Persönlichkeiten im Umfeld des Reformators.

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Wittenbergs Sehenswürdigkeiten sind Unesco-Weltkulturerbe

Mit dem Countdown zum 500-jährigen Jubiläum des Thesenanschlags – der Lutherdekade bis 2017 – rückten die Wittenberger Sehenswürdigkeiten in den Fokus der gesamten christlichen Welt. Wie das benachbarte Gartenreich Dessau-Wörlitz gehören auch die vier Luthergedenkstätten Schlosskirche, Stadtkirche, Lutherhaus und Melanchthonkirche zum Unesco-Weltkulturerbe.

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Sehenswerte Schlosskirche

„Ein feste Burg ist unser Gott“ – diese Textzeile des bekannten Psalms und Kirchenlieds prangt in großen Lettern auf dem Kirchturm der Schlosskirche, eine der wichtigsten Attraktionen in Wittenberg. Martin Luther machte am 31. Oktober 1517 mit seinem Anschlag der 95 Thesen das 1506 auf den Grundsteinen des ursprünglichen Schlosses neu errichtete Bauwerk weltweit bekannt. In der Kirche befinden sich das Grab Luthers und die letzte Ruhestätte seines Vertrauten, des Reformators Philipp Melanchthon.

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Stadtkirche St. Marien

Die Stadt- und Pfarrkirche St. Marien ist das älteste Gebäude der Stadt. In dieser Kirche predigte einst Martin Luther. Sein Weggefährte Johannes Bugenhagen, dessen Wohnhaus sich gleich neben der Kirche befindet, erläuterte hier seine reformatorischen Erkenntnisse.

Die Lutherstadt Wittenberg rüstet zu 500 Jahre Reformation

die Kirche sollte man unbedingt hinein gehen. Der berühmte Maler Lucas Cranach der Ältere entwarf den Reformationsaltar. Außerdem gibt es wertvolle Tafelbilder von Cranachs Sohn sowie ein kunstvoll dekoriertes Taufbecken und die prunkvolle Orgel zu besichtigen.

Der Marktplatz von Wittenberg, links das Rathaus, daneben die Stadtkirche, Foto: Weirauch
Der von Lucas Cranach d. Ä. und seinem Sohn Lucas Cranach d. J. gemalte Altar, allgemein als „Reformations-Altar“ bezeichnet. Foto: D.Weirauch
Der von Lucas Cranach d. Ä. und seinem Sohn Lucas Cranach d. J. gemalte Altar, allgemein als „Reformations-Altar“ bezeichnet. Foto: D.Weirauch

Den Markt, ein einzigartiges Renaissanceensemble, zieren der 1617 gestaltete Marktbrunnen sowie die Bronzedenkmäler von Martin Luther (von Gottfried Schadow)  und Philipp Melanchthon (von Philipp Drake) unter Baldachinen von Karl Friedrich Schinkel.

Cranachs Wirkungsstätte

Sehenswert ist auch der Gebäudekomplex, in dem der Maler Lucas Cranach der Ältere (1472-1553) lebte und arbeitete. Dort gegenüber dem Wittenberger Rathaus werden heute künstlerische Workshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene angeboten. Eintreten sollte man auch in die Druckerwerkstatt, die sich im Hof befindet.

Lutherdenkmal und Stadtkirche, Foto: Weirauch
Lutherdenkmal und Stadtkirche, Foto: Weirauch

Wohnhaus Martin Luthers

Besichtigen sollte man die von Lucas Cranach d.Ä. geschaffene „Zehn-Gebote-Tafel“ von 1516 im Lutherhaus. Das Bauwerk in Wittenberg wurde ab 1504 als Kloster erbaut. Seit 1508 lebte hier Martin Luther, zunächst als Mönch, ab 1525 dann zusammen mit seiner Familie. 1883 folgte die Umgestaltung des Hauses zum Museum. Seit 1996 gehört das Lutherhaus zum Weltkulturerbe der Unesco. Heute befindet es sich zusammen mit den Luthermuseen in der Lutherstadt Eisleben, dem benachbarten Melanchthonhaus sowie dem Elternhaus Luthers in Mansfeld in der Obhut der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt. Das Lutherhaus ist das größte reformationsgeschichtliche Museum der Welt.

Größte reformationsgeschichtliche Museum der Welt

Die Dauerausstellung im Lutherhaus erzählt mit rund 1.000 originalen Exponaten vom Leben und Werk des Reformators, aber auch von seinem familiären Alltag und der reichen Wirkungsgeschichte. Herausragende Exponate sind Luthers Kutte, seine Predigtkanzel aus der Stadtkirche und die Zehn-Gebote-Tafel von Lucas Cranach. Kern der Ausstellung ist der an der Biografie heraus entwickelte Rundgang, der die Besucher durch die bedeutendsten Räume des Hauses führt. Dazu gehören das Refektorium, der Große Hörsaal und die Lutherstube, der authentische Ort von Luthers Tischreden.

Um diesen Rundgang herum gruppieren sich weitere thematische Ausstellungsbereiche. Sie stellen die Reformation als Medienrevolution vor und dokumentieren mit Grafiken, Gemälden und Kunsthandwerk die Wirkungsgeschichte. Der Ausstellungsteil im Keller ist der Alltagsgeschichte gewidmet. Dort zeigen Modelle Szenen aus dem Alltag der Familie Luther. Eine Schatzkammer mit Kostbarkeiten aus neun Jahrhunderten rundet das Angebot ab. 2017 werden zwei große Ausstellungen im dann restaurierten Augusteum Luther und die Reformation würdigen.

Besuch im Melanchthonhaus

Wenige Schritte vom Augusteum entfernt befindet sich das Philipp Melanchthon gewidmete Doppelhaus. Die auf 600 Quadratmetern präsentierte Ausstellung im Melanchthonhaus trägt den Titel „Philipp Melanchthon: Leben – Werk – Wirkung“. Hier kann man den Menschen und den Gelehrten Melanchthon kennenlernen. Das wichtigste Objekt ist das Melanchthonhaus selbst. Es wurde über die Jahrhunderte fast nie umgebaut. Es wird als Baudenkmal in Szene gesetzt. Mit Illustrationen und nachempfundenen Alltagsobjekten erhalten die Besucher einen Eindruck von der von der Lebenswelt und dem Alltag von Melanchthon und dessen Familie.

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Neubau mit Ausstellung

Auf dem Nachbargrundstück ist ein moderner Neubau errichtet worden. Darin sind sämtliche Funktionen, die für den Museumsbetrieb notwendig sind, untergebracht. Der nicht unumstrittene Neubau ist ein dreigeschossiger Baukörper in zeitgemäßer Kubatur, der in seiner Formensprache Bezug zur vorhandenen Bausubstanz nimmt. So greift beispielsweise der verwendete Klinker historische Baustoffe auf. Die Ausstellung im Neubau widmet sich ganz dem Werk und der Wirkung Melanchthons.

Hier sind Handschriften, Drucke, Gemälde und Büsten ausgestellt. Werke und Briefe Melanchthons, wie etwa die folgenreiche Schrift „Confessio Augustana“ – das Augsburger Bekenntnis von 1530 – erzählen von der Bedeutung Melanchthons für die Reformation und für die Entwicklung des Protestantismus.

Zu  sehen sind eine originale Gehaltsquittung des Professors oder die erste Stadtgeschichte Wittenbergs, von Melanchthon handschriftlich verfasst. Ein weiteres zentrales Exponat ist ein überlebensgroßes Porträt Melanchthons.

Innenhof im Brauhaus von Wittenberg, Foto: Weirauch
Innenhof im Brauhaus von Wittenberg, Foto: Weirauch

Hundertwassers Schule

Eine weitere Wittenberger Sehenswürdigkeit ist das Luther-Melanchthon-Gymnasium am Rande der Stadt. Der Plattenbau in einem DDR-Wohngebiet wurde in den 1990er Jahren nach Plänen von Friedensreich Hundertwasser umgestaltet und erhielt die  vergoldeten Kuppeln.

Wittenberg – Informationen

  • Adresse: Tourist-Information Lutherstadt Wittenberg, Schlossplatz 2, 06886 Lutherstadt Wittenberg,
  • kostenlose Hotline: 03491/498610, 0800/2020114
  • Wittenberg im Internet: www.lutherstadt-wittenberg.de
  • Lutherstätten – Informationen

  • Adresse: Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt,  Collegienstraße 54, 06886 Lutherstadt Wittenberg
  • Tel.. 034 91/- 4 20 31 27
  • Lutherstätten im Internet: www.martinluther.de, www.facebook.com/luthergedenkstaette
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  • Wittenberg Information und Hotel Alte Canzley, Foto: Weirauch
    Wittenberg Information und Hotel Alte Canzley, Foto: Weirauch

    Schlosskirche in Lutherstadt Wittenberg, Foto: D.Weirauch

     

 

1 Stunde weg

Danke: Schnelle Hilfe auf dem Elberadweg

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Von Dessau aus bis Wittenberg ist der Elberadweg, wie zuvor im Biospärenresevat um Vockerode,  sehr idyllisch. Der Radweg verläuft mitten durch das Gartenreich Dessau-Wörlitz mit seinen Schlössern und Landschaftsparks, wie Georgium, Luisium und den Wörlitzer Anlagen.

Schloss Wörlitz - der erste klassizistische Bau auf dem europäischen Kontinent
Schloss Wörlitz – der erste klassizistische Bau auf dem europäischen Kontinent

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Wir sind am Samstag in Wörlitz eingestiegen, nachdem uns die freundliche Dame in der Touristinformation Wörlitz die Alternativroute des Radweges in Richtung Lutherstadt Wittenberg empfahl. Zurück wollten wir dann die Route über Coswig und dann dort mit der Gierfähre über die Elbe setzen.

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Die Insel Stein im Wörlitzer Gartenreich, Foto: D.Weirauch

Auf dem Alternativen Elberadweg entdeckt
Auf dem Alternativen Elberadweg entdeckt
Jüdische Synagoge in Wörlitz
Jüdische Synagoge in Wörlitz

Etwa auf halber Strecke, schon weit hinter dem Wörlitzer Gartenreich, hatten wir Pech und blieben liegen: Plattfuß.

Schnelle Hilfe von Radfahrern kam

Und wir hatten kein Flickzeug, ebenso keinen Ersatzschlauch dabei. Tage zuvor war unsere Satteltasche mit sämtlichen Utensilien (und Sattel) gestohlen worden. Neues zu kaufen – ja wir hatten nichts dabei auf dieser Tour.

Was nun ? Umkehren und das Rad nach Wörlitz zurück schieben, wo unser Auto stand ?

Alternativer Elberadweg - kurz vor Wittenberg, Foto: D.Weirauch
Alternativer Elberadweg – kurz vor Wittenberg, Foto: D.Weirauch

Doch es dauerte keine fünf Minuten und schon nahte Hilfe. Ein freundliches Ehepaar bot uns an, den Reifen zu flicken. Aber unser  Schlauch war zu kaputt und so bekamen wir ihren Ersatzschlauch.  Noch vom Elberadweg aus telefonierten wir mit der Firma M & B Fahrradladen in Wittenberg. Doch das Geschäft war schon zu. Die nette Verkäuferin hatte aber eine Idee: sie hinterlegte einen passenden Ersatzschlauch für unsere Helfer in der Nähe ihres Ladens. Das fanden wir toll.

Denn die Helfer, sie befuhren den Elberadweg bereits von Cuxhaven, wollten weiter bis Schmilka.

Elberadweg von Wörlitz nach Wittenberg: Limes Wachhaus
Elberadweg von Wörlitz nach Wittenberg: Limes Wachhaus

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Als wir „Anfänger“ dann Lutherstadt Wittenberg erreicht hatten, sahen wir sogar einen Schlauchomaten

Schlauchomat gegenüber der Wittenberg-Information
Schlauchomat schräg gegenüber der Wittenberg-Information und der Schlosskirche

gegenüber der Schlosskirche. Natürlich kauften wir, aus Schaden wird man bekanntlich klug, dort unseren Ersatzschlauch. Und sind von nun an bestens gerüstet für die Fortsetzung unserer Tour.

Herzlichen Dank an die freundlichen Helfer, die aus Berlin/Potsdam kamen, und an die Dame von B & B Fahrradladen in Wittenberg  (Coswiger Straße 21.)

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Und wir schauten uns dann in Wittenberg um, besuchten die frisch renovierte Schlosskirche und den Töpfermarkt. Besonders staunten wir über den Cranachaltar in der Stadtkirche. Überall waren Radler unterwegs, denn in Wittenberg wandelt man überall auf den Spuren berühmter Persönlichkeiten wie Martin Luther, Philip Melanchthon, Johannes Buggenhagen, Georg Spalatin  und Lucas Cranach.

Hier geht es zur tollen Webseite des Elberadweges mit der Tour von Dessau-Rosslau bis nach Elster.

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Bei Luther angekommen und eine Pause gemacht auf dem Marktplatz von Wittenberg. Macht Lust zum Verweilen.

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Übrigens kann man gut speisen und lecker Bier trinken (auch Radler) im Brauhaus zu Wittenberg. Es gibt einen lauschigen Innenhof.

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Tipp: geführte Touren auf dem Elberadweg bietet u.a. Aaugustustours aus Dresden, hier geht es zur Webseite: https://www.augustustours.de/de/radreisen/elberadweg/dessau-bad-schandau-radtour.html

 

 

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