Kuren

Reise

Serbiens Wellnesshotel “Fontana” in Vrnjačka Banja

Fontana Serbien (22)

Der Service im Hotel „Fontana“ in Vrnjačka Banja spricht für sich. Selten habe ich so viel Gastfreundschaft erlebt, wie in diesem von dem jungen Direktor Dorde Makuljevic geleiteten Vier-Sterne-Plus-Hotel.  Das will ich kurz erklären. Auf der Fahrt nach Vrnjačka Banja gab es ein Malheur, meine helle Hose und das Jackett waren mit einer undefinierbaren Soße vollgekleckert. Kaum im Hotel „Fontana“ angekommen fragte ich vorsichtig nach, ob es eine Möglichkeit der Reinigung bis zum nächsten Morgen gebe. Kein Problem, so die Antwort der freundlichen Rezeptionistin. Nein, nicht bis zum nächsten Tag, in etwa einer Stunde sei alles wieder sauber, versprach die junge Dame. Und so passierte es auch. Pünktlich zum Abendessen waren die Sachen frisch gebügelt  und ohne irgendeine Spur von Flecken auf dem Zimmer. Das gehört in Deutschland längst nicht zum Leistungskatalog der gehobenen Gastronomie. Überhaupt haben mich Hotel „Fontana“ und der Kurort mit dem schwer auszusprechenden Namen Vrnjačka Banja während meiner jüngsten Serbien-Reise positiv überrascht.

Blick aus der Suite Richtung Kirche
Blick aus der Suite Richtung Kirche
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Kuren im serbischen Kurort der Könige: Banja Koviljaca

Serbien Kuren

Zur Kur nach Banja Koviljaca? Wo liegt das denn? Habe ich ja noch nie gehört. In Serbien – zur Kur? Solche Fragen bekam ich gestellt, als ich meinen Bekannten erzählte, dass ich nach Serbien zur Kur fahren wolle. Nein, das ist doch unmöglich ? Serbien verbinde ich nicht mit einem Kurort – eher mit einer ziemlich brutalen Krimiserie, die zurzeit im Fernsehen läuft. Viel Mut für eine Reise in den Kurort Banja Koviljaca machten die Antworten aus meinem Bekanntenkreis nicht. Aber ich bin immer offen für Neues, erst recht, wenn es sich nach großen politischen Umbrüchen entwickelt hat. Denn ähnlich wie im östlichen Teil Deutschland gab und gibt es seit einigen Jahren eine gründerzeitähnliche Aufbaustimmung in Serbien, die durchaus auch Gutes und Neues entstehen lässt. Im einzigen derzeit in meiner Buchhandlung erhältlichen Serbien-Reiseführer (Trescher Verlag), finde ich gerade einmal fünf magere Zeilen über Banja Koviljaca. Darin werden der gepflegte Park, die Badeanlagen, das Rehazentrum und die zahlreichen privaten Unterkünfte wohlwollend erwähnt. Und das der Kurort unmittelbar am Drinaufer zu Füßen des Berges Gucèvo (779 Meter) liege. Der Ort befinde sich in einer sehr ruhigen Gegend mit viel Waldreichtum. Mehr erfährt man über den einstigen “Kurort der serbischen Könige” nicht.

Specijalna bolnica za rehabilitaciju Banja Koviljača
Specijalna bolnica za rehabilitaciju Banja Koviljača

Royal Spa (Königlicher Kurort)

Umso gespannter sind wir, als wir (Horst von Touristik aktuell und Eva von doceva) Mitte Juli dort eintreffen. Schon auf dem Parkplatz sehen wir Autos mit Kennzeichen aus Aurich und Emden, also ist der Kurort doch nicht so unbekannt, wie angenommen. Worin liegt seine Magie beziehungsweise die Heilkraft ? Ob es die intensive medizinische Behandlung in dem ausgedehnten mitten im Grünen gelegenen Kurkomplex sei ? Sicher ist es auch der günstige Preis, der deutsche Kurgäste anzieht. Serbien hat sich den Gesundheitstourismus auch für deutsche Gäste auf die Fahnen geschrieben. Darüber erfahrt ihr in den nächsten Tagen mehr auf einfachraus.eu.

Das Team um den Chefarzt Dr. Aleksandar Kokic, MD MSc MA
Reise

Belgrad ist jung und lebendig

Beograd @Dragan ObricBeograd @Dragan Obric

15ung präsentiert sich Belgrad bei meinem Besuch im Juli 2019. Lebendig und gastronomisch ist die Stadt ein Hotspot. Wir wollten uns Gesundheitseinrichtungen anschauen. Auch mit dem Ziel, um neue Behandlungsmethoden gegen Tumore kennezulernen. Doch darüber später mehr in einem eiegenen Beitrag.

gastronomischer Hotspot: das einstige Künstlerviertel Skadarlija
gastronomischer Hotspot: das einstige Künstlerviertel Skadarlija

Eine Schifffahrt auf der Donau – diesem Traumziel bin ich auf meiner Reise nach Serbien ein Stück näher gekommen. Die Donau ist nach der Wolga der zweitlängste schiffbare Fluss Europas. Sie verbindet zehn Länder, vier Hauptstädte und zahlreiche Regionen. Das macht eine Donau-Fluss-Fahrt für mich so reizvoll. Die Donau in Serbien erlebe ich zumindest diesmal vom Land (und beim Anflug aus der Luft) aus in der Hauptstadt Serbiens, in Belgrad.

Potsdam

Ein Ayurveda – Kurzentrum für Potsdam

LandgutNedlitz (6)

Der Potsdamer Norden wird immer attraktiver. Im Ortsteil Nedlitz, am Lerchensteig in der Nähe des Weissen Sees, eröffnet im Frühjahr die erste deutsche Dependance der Ayurveda-Marke Ashoka.

Ein Ayurveda – Kurzentrum für Potsdam

Wie auf der Homepage Landgut-Nedlitz.de zu erfahren ist, wird die neue Wellness-Oase von der Ayurveda-Expertin Birgit Moukom geführt. Der in den 30er Jahren erbaute Gebäudekomplex wurde in den letzten Jahren von der Berliner Investorin und Ayurveda-Liebhaberin, Michaela Glampe-Irmscher mit Leidenschaft restauriert.

Reise

Prachtvolles Kurzentrum Karlsbad

Stitched PanoramaAuch Fontane kurte in Karlsbad, Foto: Weirauch

Von der Schönheit Karlsbads (Karlovy Vary) schwärmen wohl alle, die hier einmal kurten. „Karlsbad ist ein Brillant in einer Smaragdfassung“. So beschrieb beispielsweise einst Alexander von Humboldt das prunkvolle Kurzentrum mit seinen Bauten aus der Zeit der Belle Epoque.

Alt und neu prägen Karlsbad, Foto: D. Weirauch
Alt und neu prägen Karlsbad, Foto: D. Weirauch

Karlsbad (Karlovy Vary) in Tschechien zieht auch heute viele Prominente an. Erholung suchen sie hier immer, in den letzten Jahrzehnten jedoch gibt es auch noch ein anderer Grund, diesen Kurort zu besuchen.

Die Vridelni-Kolonnade mit einer heißen Quelle, Foto: Czechtourism
Die Vridelni-Kolonnade mit einer heißen Quelle, Foto: Czechtourism

Es ist das Internationale Filmfestival– eines der größten Kulturereignisse in der Tschechischen Republik. Im Rahmen dieses Filmfestivals besuchten in den letzten Jahren Karlsbad Anfang Juli zum Beispiel Richard Gere, Sharon Stone, Antonio Banderas, Renée Zellweger, Oliver Stone, Jamie Dornan und viele andere.

Blick auf die von den Wiener Architekten Fellner und Helmer erbaute Marktkolonnade. Foto: D. Weirauch
Blick auf die von den Wiener Architekten Fellner und Helmer erbaute Marktkolonnade. Foto: D. Weirauch

Zwölf Thermalquellen gibt es in Karlsbad

Auch Johann Wolfgang Goethe schätzte die Heilwirkung der zwölf Thermalquellen in Karlsbad, heute Karlovy Vary. Seit dem Spätmittelalter sind die Bäder des sogenannten Böhmischen Bäderdreiecks, also Karlsbad, Marienbad (Marianske Lazne) und Franzensbad (Frantiskovy Lazne) berühmt.

Das Kurzentrum mit seinen teilweise eklektizistischen Bauten ist eine Attraktion, Foto: Czechtourism
Das Kurzentrum mit seinen teilweise eklektizistischen Bauten ist eine Attraktion, Foto: Czechtourism

Im 18. und 19. Jahrhundert gab sich alles, was Rang und Namen hatte, in den benachbarten Bädern, zu denen auch noch Ellbogen (Locket) und Joachimstal zählten, buchstäblich die Klinke in die Hand.

Tipp: Das kleine mittelalterliche Städtchen Loket (Elbogen) ist auf jeden Fall einen Besuch wert. In der einstigen Mälzerei des Brauhauses befindet sich heute ein renoviertes Hotel mit einem stilvollen Restaurant, das mit Gegenständen aus der Herrschaftszeit des Thronfolgers von Österreich-Ungarn, Franz Ferdinand von Österreich-Este, dekoriert ist.

In den Tageszeitungen der jeweiligen Orte gab es eine eigene Spalte, in der über die An- und Abreise der illustren Gästeschar berichtet wurde. Im kleinen Museum von Locket kann man viel über diese Zeit erfahzren.

Mit bis zu 72 Grad kommt das Heilwasser aus den Quellen in Karlsbad, Foto: Weirauch
Mit bis zu 72 Grad kommt das Heilwasser aus den Quellen in Karlsbad, Foto: Weirauch

Carl Maria von Weber, Gustav Mahler, Friedrich Nietzsche – das Gästebuch ist sehr lang. Johann Wolfgang von Goethe weilte im Jahr 1820 zum ersten Mal in Marienbad. Laut Kurbadestatistik reisen heute Besucher aus fast 90 Ländern in Karlsbad an und verweilen im Durchschnitt elf Tage. Für Goethe gehörte Karlsbad nach eigenem Bekunden neben Weimar und Rom zu den drei Orten auf der Welt, in denen er leben möchte. Fast zwei Jahre weilte der Dichterfürst mit Unterbrechungen in Karlsbad, Marienbad und Franzensbad.

An der Tepl im Zentrum von Karlsbad, Foto: Klaus Klöppel
An der Tepl im Zentrum von Karlsbad, Foto: Klaus Klöppel

Internationale Gäste kuren auch heute in Karlsbad

Ein Großteil der Kurgäste kommt heute, wie auch früher schon, aus Russland.  Neben Marienbad gehört Karlsbad auch zu den Zentren für Schönheitsoperationen in Tschechien, wofür Patienten aus vielen Ländern anreisen.

Blick auf Prachtstrasse in Karlsbad, Foto: D. Weirauch
Blick auf eine Prachtstrasse in Karlsbad, Foto: D. Weirauch
Wer Eleganz und Tradition mag, sollte die Luxus-Therme Zámecké lázně im Zentrum von Karlsbad besuchen, die mit ihrem Thermalwasser zu den schönsten in Europa gehört. Über der Therme wacht das steinerne Relief „Geist der Quellen“ („Duch pramenů“).
Die Stadtführerin in Marienbad Ilona Parlíková weiß um die wärmende Wirkung der heißen Quellen an kalten Tagen, Foto: D. Weirauch
Die Stadtführerin in Marienbad Ilona Parlíková weiß um die wärmende Wirkung der heißen Quellen an kalten Tagen, Foto: D. Weirauch

Karlsbad wird seit jeher als die Krone der böhmischen Kurorte bezeichnet.  Der Ort wurde um 1350 vom böhmischen König und Römischen Kaiser Karl IV. gegründet. Es liegt im Westzipfel Böhmens, im tiefen Tal des Flüsschen Teplá, umgeben von einer Bergkette mit bis zu 600 Metern Höhe.

Die Vridelni-Kolonnade mit einer heißen Quelle, Foto: CzechtourismDie Vridelni-Kolonnade mit einer heißen Quelle, Foto: Czechtourism

Wandern in der Umgebung ist ein Muss

Die seit jeher an Repräsentation bedachte Kurstadt mit ihren Kolonnaden und Heilquellen ist in eine romantische Hügellandschaft gebettet. Die bewaldeten Hänge sind von viele Kilometer langen Waldwegen durchzogen, die zu Spaziergängen einladen.

Blick vom über der Stadt gelegenen Hotel Imperial auf Karlsbad im Tal, foto: D. Weirauch
Blick vom über der Stadt gelegenen Hotel Imperial auf Karlsbad im Tal, foto: D. Weirauch

Berühmt ist die Stadt auch wegen der Karlsbader Oblaten, dem Karlsbader Salz oder auch dem in Karlsbad seit Jahrzehnten hergestellten Becherbitter  (Becherovka).  Als beliebte Souvenirs gelten außerdem Gegenstände, die mit einer natürlich abgelagerten Sprudelstein-Schicht bezogen sind.

Moorpackungen heilen im Grandhotel Pupp in Karlsbad. Foto: David Martvan, Czechtourism.,
Moorpackungen heilen im Grandhotel Pupp in Karlsbad. Foto: David Martvan, Czechtourism.,

Berühmte Filme, wie die Edith-Piaf-Biografie „La Vie en Rose“, wurden in den prächtigen Kulissen der Stadt gedreht.

  • Informationen zu Karlsbad
  • Infos zur Stadtseite, Email: infocentrum@karlovyvary.cz
  • CITY INFO Karlovy Vary, Lázeňská 14,Telefon +420355321176Internet: www.karlovyvary.cz
  • Von Karlsbad bis Prag sind es etwa 1,5 Stunden Autofahrt. Bis an die deutsche Grenze rund zwei Stunden.
  • Die Recherche wurde unterstützt von der Tschechischen Zentrale für Tourismus – CzechTourism (www.czechtourism.com) und der Region Karlsbad (www.zivykraj.cz/de/).
  • Souvenirs gibt es in Karlsbad an jeder Ecke, Foto: Weirauch
    Souvenirs gibt es in Karlsbad an jeder Ecke, Foto: Weirauch
    Das Kaiserbad in Karlsbad, Foto: Ladiclav Rennert, Czechtourism.,
    Das Kaiserbad in Karlsbad, Foto: Ladiclav Rennert, Czechtourism.,
    Mehrere Hotels haben auch große Pools, Foto: Czechtourism
    Mehrere Hotels haben auch große Pools, Foto: Czechtourism

    Wie kommt man hin ?

    Mit dem Auto wahlweise über die A 13 über Dresden oder besser A 9 bis Schkeuditzer Kreuz und dann über die A 14 ins Böhmische Bäderdreiecke. Alternativ auch über A9 bis B15 in Selb, dann ins Bäderdreieck.

    Mit dem Zug über Dresden – Usti nad Labem und von dort mit einem Schnellzug bis Karlsbad. Zurück von Marienbad Richtung Nürnberg.

Hier mein Besuch in Marienbad.

  • Buchtipp: Literarischer Reiseführer Böhmisches Bäderdreieck, von Roswitha Schieb, unter Mitarbeit von Tanja Krombach und Václav Petrbok, 19.80 Euro
  • Das Buch lädt zu einer Entdeckungsreise in die reizvolle Kurregion ein, in der das kulturelle Flair vergangener Zeiten durch neue Impulse wie heimatkundliche Initiativen und Festivals wiederbelebt und weiterentwickelt wird.
Reise

Wasser trinken in Marienbad

rela-169-marianske_laznetschechienDie"singende Fontäne" in Marienbad, Foto. Czechtourism

Im südlich von Karlsbad im tschechischen Bäderdreieck gelegenen Marienbad (Mariánské Lázně) erinnert heute nichts mehr daran, dass sich hier noch Anfang des 19. Jahrhunderts Sumpfgebiete erstreckten. Bei meinem Besuch traf ich auf einen höchst lebendigen Kurort.

Wasser trinken in Marienbad

Nicht so mondän wie Karlsbad, aber schicker als das ebenfalls zum Bäderdreieck gehörende Franzensbad.

Prächtige Kurhäuser in Marienbad, Foto: Czechtourism
Prächtige Kurhäuser in Marienbad, Foto: Czechtourism

Berühmter Badetourismus

Nach der Entdeckung einer Heilquelle wurden die Sümpfe um 1800 trocken gelegt und ein mondäner Badetourismus begann. Heute besuchen die Gäste den Kurpark und die mittlerweile nach umfangreichen Sanierungen in neuem Glanz erstrahlenden Kuranlagen. Das Kurzentrum mit den vielen Zuckertortenbauten und Pavillons, in denen die Quellen sprudeln, nimmt wohl jeden Gast gefangen.

Marienbad, Tschechien Die „Singende Fontäne“ sprüht zu jeder vollen ungeraden Stunde ihr Wasser aus unzähligen feinen Düsen, untermalt von klassischer Musik. © - / Dieter Weirauch
Marienbad, Tschechien Die „Singende Fontäne“ sprüht zu jeder vollen ungeraden Stunde ihr Wasser aus unzähligen feinen Düsen, untermalt von klassischer Musik. ©  Dieter Weirauch

Beim Spaziergang durch das überschaubare Zentrum hat man das  Gefühl, eine Zeitreise ins beginnende 20. Jahrhundert zu unternehmen: prächtige Kurhäuser, blühende Parks, in denen Kurgäste gemütlich entspannen und das weithin auch hier berühmte Heilwasser trinken. Überall ist zu spüren: Marienbad will wieder an seine Blütezeit um die Jahrhundertwende anknüpfen. Derzeit läuft das mondäne Karlsbad, auch überregional durch sein berühmtes Filmfestival überregional bekannt, der Stadt Marienbad den Rang ab. Es ist vielleicht ganz gut. Denn in Marienbad können auch weniger betuchte Menschen, darunter viele Deutsche, kuren.

 „Marienbad ist unbegreiflich schön“

„Marienbad ist unbegreiflich schön“, schwärmte einst Franz Kafka. Auch heute noch gehört der Ort zu den wohl schönsten Kurstädten Europas. Gemeinsam mit Baden Baden, Bad Kissingen, Bad Ems und weiteren Kurorten in England, Italien und  Frankreich bewerben sich Franzenbad, Marienbad und Karlsbad als Europäische Heilbäder für die Aufnahme auf die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Bei einer Fahrt mit der Pferdekutsche durch die Alleen und entlang der prächtigen Kolonnaden kann man die alten Zeiten erahnen. Spürt aber auch, sobald man die aufwändig sanierten Kurhäuser betritt, moderne Eleganz. Die Häuser der ungarischen Danubius-Gruppe sind mit einem Netz von unterirdischen Gängen verbunden. Für die Gäste von unschätzbaren Vorteil.

Blick auf das traditionsreiche Health Spa Resort in Marienbad, Foto: D. Weirauch
Blick auf das traditionsreiche Health Spa Resort in Marienbad, Foto: D. Weirauch

Wasser trinken in Marienbad: Mehr als 40 Quellen

Seinen Wohlstand verdankt Marienbad zuvorderst den Heilquellen, die im Gegensatz zum benachbarten Karlsbad hier als sogenannte kalte Quellen aus der Erde kommen. Johann Josef Neher, der als Arzt im Kloster in Tepl (Teplá)  tätig war, bewies die Heilkraft der Quellen. Die Mineralquellen sind reich an Kohlensäure und Mineralsalzen. Empfohlen werden noch heute Trinkkuren, Moorpackungen und andere Behandlungen gegen Atmungs-, Stoffwechsel- und Nierenerkrankungen, Verspannungen und Schmerzen im Bewegungsapparat. In der Umgebung von Marienbad gibt es etwa 160 Quellen, in Marienbad selbst sind es über 40 kalte, mineralhaltige Quellen. Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe weilte 1820 zum ersten Mal in Marienbad. Ihm zu Ehren wurde in dem Haus, in dem er wohnte, der Pension „Zur Goldenen Traube“, das heutige Stadtmuseum eingerichtet. Auf dem Platz vor dem Museum (dem Goetheplatz) ist ein Denkmal für den Dichterfürsten errichtet. Goethe, der sich als 76-jähriger in Marienbad in die damals 17 Jahre alte Ulrike von Levetzow verliebte, schrieb die “Marienbader Elegien” als wehmütige Reminiszenz an die Aufenthalte.

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Wasser trinken in Marienbad: Wagner und Chopin

Auch Richard Wagner fand in der Abgeschiedenheit und Ruhe des Marienbader Tales Inspiration. Er entwarf dort u.a. den „Lohengrin“ und „Die Meistersinger von Nürnberg“. Den internationalen Durchbruch für das Ansehen als Kurort brachte der Kuraufenthalt des späteren britischen Königs Edward VII. im Jahr 1897. Der Behandlungsraum, in dem der König seine Bäder nahm, wird heute noch genutzt.

Traumhafte Kulisse für Sportler: Kolonnade in Marienbad, Foto: David Marvan (Czechtourism)
Traumhafte Kulisse für Sportler: Kolonnade in Marienbad, Foto: David Marvan (Czechtourism)

Auch Frédéric Chopin besuchte Marienbad, um in der Nähe seiner Liebe, der jungen Künstlerin Maria Wodzinská, zu sein. Im malerischen Kurort, umgeben von tiefen Wäldern, hat er mehr als einen Monat verbracht und hatte dabei auf eine Vermählung gehofft. Diese haben jedoch Marias Eltern untersagt und Chopin blieb nichts anderes übrig, als dies zu akzeptieren. Marienbad pflegt die Erinnerung an ihren berühmten Besucher in Form eines Chopin-Denkmals und veranstaltet jedes Jahr Festspiele zu seinen Ehren. Der polnische Komponist war natürlich nicht der einzige, der Marienbad besuchte. Auf der Liste der berühmten Gäste stehen auch Franz Kafka, Sigmund Freud oder Thomas Alva Edison.

„Singende Fontäne“

Eines der Wahrzeichen Marienbads sind die herrlichen Parks, dank derer die Stadt als eine der schönsten „grünen Städte“ Europas gilt. Man kann hier gemütlich spazieren und die vielen Springbrunnen beobachten. Der berühmteste ist die „Singende Fontäne“, ein computergesteuerter Springbrunnen in Form einer Blume. Zu den Lieblingsbeschäftigungen gehört auch der Genuss der leckeren Marienbade  Oblaten.

Marienbad, Tschechien Die „Singende Fontäne“ sprüht zu jeder vollen ungeraden Stunde ihr Wasser aus unzähligen feinen Düsen, untermalt von klassischer Musik. © - / Dieter Weirauch
Die „Singende Fontäne“ sprüht zu jeder vollen ungeraden Stunde ihr Wasser aus unzähligen feinen Düsen, untermalt von klassischer Musik. © Dieter Weirauch

Der eigentliche Aufschwung des Kurbetriebs kam ab 1872 mit dem Anschluss an die Eisenbahn, wodurch eine direkte Verbindung nach Wien und Prag geschaffen wurde, ab 1898 auch nach Karlsbad.

Neoklassizistische Kurkolonnade

Zu einem Besuch Marienbads gehört unbedingt auch ein Spaziergang durch die elegante, neoklassizistische Kurkolonnade aus dem Jahr 1899. Sie zählt zu den schönsten in Tschechien. Während der Kursaison finden hier regelmäßig Klassikkonzerte und im August das Internationale Frédéric-Chopin-Festival, sowie Konzerte des Marienbader Sinfonieorchesters statt. Ob der Berliner Eisenhändler Louis Ravene´ seine Hand beim Bau der gusseisernen imposanten Kolonnade im Spiel hatte, konnte ich nicht erfahren. Ravenè jedenfalls war oft in Marienbad zur Kur, letztlich verstarb er dort auch wärend eines Kuraufenthaltes. Seinen Sommerwohnsitz hatte er im Schloss Marquardt, einem Ortsteil von Potsdam.

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Schnabeltassen können an der Rezeption der Quellen verwahrt werden.
Schnabeltassen können an der Rezeption der Quellen verwahrt werden.

Hier weitere Informationen zu Marienbad

Info: www.marianskelazne.cz

infocentrum@marianskelazne.cz

https://www.marianskelazne.cz

Information Center Mariánské Lázně, Hlavní 47+420354622474
www.kisml.cz

Übernachten und Kuren:u.a. in den Danubiushotels

  • Buchtipp: Michael Bussmann, Gabriele Tröger: Tschechien, Michael Müller Verlag, 24,90 Euro

Die Recherche wurde unterstützt von der Tschechischen Zentrale für Tourismus – CzechTourism (www.czechtourism.com)

Hier geht es zur Kur nach Franzesbad.