Kunst

Reise

Dresdens Bilderschätze strahlen wieder

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Da haben die Denkmalschützer aber beide Augen zugedrückt. Solch eine Werbung auf dem Semperbau des Zwinger. Ungläubig kam ich aus dem Staunen gestern abend nicht mehr heraus. Was ist das ? Anlässlich der Eröffnung des Semperbaues mit einer der berühmtesten Gemäldesammlungen Europas setzte der Künstler Peter Baldinger mit seiner Installation „Then is now“ Raffaels Engel als Neonskulptur auf das Dach des sanierten Semperbaus im Zwinger von Dresden. Als leuchtendes Zeichen steht das Kunstwerk für die Verbindung von Gemälden und Skulpturen und weist auf die Bedeutung des Hauses als Heimat weltberühmter Kunstwerke, wie Raffaels Sixtinische Madonna, hin. Die Installation ist bis Ende Juli 2020 in Dresden zu sehen und wandert anschließend in das Columbus Museum of Art (USA).

Lest, was es in der Gemäldegalerie zu bestaunen gibt

Bücher

Alles in einem – dieser Pückler mit dem Eis: Abenteurer, Weiberheld, Gartenarchitekt

Fürst Pückler - ein Leben in BildernCover: bebra-Verlag

Dieser Kerl war so ein richtiger Tausendsassa! Graf einer freien Standesherrschaft, also unabhängig von König und Kaiser, Generalleutnant, Weltreisender, Abenteurer, Schriftsteller, begnadeter Landschaftsarchitekt – und  großer Weiberheld. „Er hatte weit mehr Geliebte als Casanova“, urteilt ein Zeitgenosse – und das war wohl Neid und Bewunderung zugleich. Einer Quelle zufolge hinterließ er mehrere Dutzend Kinder – die sicher nie erfuhren, wer ihr Vater war.  Das war jener, der in modernen Zeiten in erster Linie mit dem nach ihm benannten Eis in Verbindung gebracht wird – Fürst von Pückler.

Nun gibt es eine neue Biografie aus dem Bebra-Verlag, hier mehr dazu:

Potsdam

Bornstedter Friedhof: Letzte Ruhe für Potsdams Prominenz

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Der Bornstedter Friedhof ist weit über die Stadt Potsdam hinaus bekannt. Er gilt als einer der schönsten und verwunschensten Friedhöfe in der Umgebung von Berlin. Der Schriftsteller Theodor Fontane bezeichnete den Bornstedter Friedhof als “Rückwand von Sanssouci” und schrieb: “Was in Sanssouci stirbt, wird in Bornstedt begraben.”Bornstedter Friedhof: Letzte Ruhe für Potsdams Prominenz

Persius erbaute die Kirche

Theodor Fontane besuchte 1869 den Friedhof und fand noch die traditionelle Obst- und Grasnutzung durch den Küster vor. Erst zehn Jahre später wurde diese Nutzung beendet. Der heutige Zustand geht auf die Wiederbelegung ab 1897 und eine Umgestaltung in den Jahren 1911 und 1912 zurück.Wunderschön angelegt und gut gepflegt ist der Kirchhof, der nur 300 Meter vom Schloss Sanssouci entfernt liegt. Ein Spaziergang beginnt an der Kirche, die 1842-43 auf Wunsch von Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. vom Architekten Friedrich Ludwig Persius (auch er liegt auf dem Friedhof) mit einem freistehenden Campanile in italienischem Stil ergänzt wurde. Später brachten die Baumeister August Stüler und Reinhold Persius das Gotteshaus in den heutigen Zustand. Im Innern findet sich das Grab des Freiherrn Jakob Paul Gundling (1673-1731). Der kunstfeindliche Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. hatte Gundling, der Präsident der Königlichen Akademie der Wissenschaften zu Berlin war, in einem Fass begraben lassen. Der Grabstein kann besichtigt werden. Die Kirche bietet so manche Überraschung. So erinnert die Kronprinzenloge in der Kirche an Kronprinz Friedrich Wilhelm, den “99-Tage-Kaiser”, der das gegenüberliegende Krongut Bornstedt mit seiner Frau iktoria bewohnte.

Spaziergang über den Bornstedter Friedhof

Bei einem Spaziergang über den schon 1599 erstmals erwähnten Bornstedter Friedhof treffen wir heute auf die Ruhestätten von preußischen Prinzen, Generalän, Offizieren, Kammerherren und Kammerdienern, Geheimen Räten, Hofärzten, Gartenarchitekten und Hofbaumeistern. Auf den einzelnen Teilen des Bornstedter Friedhofs ruhen mehr als 500 bedeutende Persönlichkeiten. Fontane nennt in seinen „Wanderungen“ auch das Grab des 1690 in Neuwied geborenen Heinrich Wilhelm Wagenführer: „Heinrich Wilhelm Wagenführer, geboren zu Neuwied 1690. Theodor Fontane erwähnt es nach einem Besuch im Jahr 1869 in seinen berühmten „Wanderungen“. Er schreibt: „Ein alter Ulmenbaum … hat sein Wurzelgeäst derart über den Grabstein hingezogen, dass es aussieht, als läge eine Riesenhand über dem Stein und mühe sich, diesen an seiner Grabesstelle festzuhalten. Gespenstisch am hellen, lichten Tag!“ Er wurde vom Rhein an die Havel verschlagen, wie es scheint zu seinem Glück. Der Grabstein nennt ihn mit Unbefangenheit „einen vornehmen Kauf- und Handelsmann zu Potsdam“. Wagenführer verdiente sich sein Brot zunächst als einer der “Langen Kerls” im Leibbataillon des Soldatenkönigs. Später war er als Weinhändler erfolgreich.

Privatfriedhof der Hofgärtner

Wenige Schritte weiter gelangen wir auf den Familienfriedhof der Sellos, der, wie Fontane schreibt, “Hofgärtner in Bataillonen” vereint. Dort ruht auch der Garten- und Landschaftsgestalter Peter Joseph Lenné (1789-1886), Schöpfer von mehr als 50 Parkanlagen, unter einem schlichten Marmorkreuz.

Auf dem historischen Teil des Friedhofs in Potsdam entdecken wir die Gräber des „Müllers von Sanssouci“, Carl Friedrich Vogel (1736-1802) und von Henri Alexandre de Catt (1725-1795, er war Vorleser und Privatsekretär Friedrich des Großen). Aufwendig restauriert wurde das schmiedeeiserne Umfassungsgitter am Grab des Landschaftsmalers Samuel Rösel (1769-1843). Lauter berühmte Namen sind auf den Grabsteinen zu lesen. Etwa die der Architekten Heinrich-Ludwig Manger (1728-1790) und Friedrich Ludwig Persius (1802-1845).

Ebenso fand Henry Wood (1849-1925), amerikanischer Goethe-Forscher und Initiator der Quäker-Speisung für hungernde deutsche Kinder nach dem 1. Weltkrieg, auf dem kirchlichen Friedhof seine letzte Ruhe. Hinter dem Friedhof für die Hofgärtner, dem sogenannten Sello-Friedhof, entdecken wir das Grab von Anni von Gottberg (1885-1958). Sie war engagiertes Mitglied der Bekennenden Kirche im Kampf gegen das NS-Regime.

Siegward Sprottes Grabanlage

Hinter einem der wenigen Mausoleen sehen wir schon von weitem das Grab von Siegward Sprotte (1913 – 2004). Der in Bornstedt geborene Maler lebte viele Jahre in Kampen auf Sylt. Schräg gegenüber ruht der Luftfahrtpionier Werner-Alfred Pietschker (1887-1911), ein Enkel von Werner von Siemens. Auch Ludwig Justi (1876-1957), langjähriger Direktor der Nationalgalerie Berlin, ist auf dem Friedhof begraben. Justi wohnte in der nahen Orangerie im Park Sanssouci.

Grabstätte der Familie Joop

Rechtsherum kommen wir zur Familiengrabstätte der Familie Joop. Der Engel auf dem Grab des Vaters von Modedesigner Wolfgang Joop sorgte 2012 für Aufregung. Wolfgang Joop will mit dieser Plastik, die bisher seinen Garten am Heiligen See in Potsdam schmückte, seinen Vater Gerhard (1914 – 2007) ehren. Die Figur, die die Besucher so aufregte, zeigt die Metamorphose des Menschen: Der Kopf eines jungen Mannes geht über in den Körper eines alten Menschen. An den Armen wachsen ihm Flügel: bereit, zum Himmel zu fliegen. Doch zwischen den Beinen war das männliche Geschlecht zu sehen – Unbekannte schlugen es unlängst ab.

Bornstedter Friedhof Potsdam
Grabstätte Familie Joop

Gleich in der Nähe wurde im Jahr 2007 Prinz Wilhelm Karl von Preußen (1922-2007), Enkel des letzten deutschen Kaisers und langjähriger Herrenmeister des Johanniterordens, bestattet.

Bornstedter Friedhof Potsdam

  • Bornstedter Friedhof – Informationen
  • Anfahrt: Tram ab Potsdam Hbf. mit „Krongut-Linie“ bis Endhaltestelle Kirschallee, von dort 7 Minuten zu Fuß in die Ribbeckstraße. Pkw: Ausschilderung Krongut“ folgen, öffentlicher Parkplatz direkt an der Potsdamer Str. (B 273), dann Richtung Krongut, gegenüber ist der Eingang zum Bornstedter Friedhof
  • Adresse: Bornstedter Friedhof, Ribbeckstraße, 14469 Potsdam, Tel: 0331-0331520568
  • Öffnungszeiten: tgl. 7 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit
  • Führungen über den Friedhof: April bis Oktober, jeweils am 1. Samstag im Monat, Treffpunkt: 14.30 Uhr an der Kirche, anmelden im Gemeindebüro, Tel.: 0331- 520568
  • Bornstedter Friedhof im Internet: www.bornstedter-friedhof.de

Hier ein Buch über den Bornstedter Friedhof.

Reise

Highlight: Königliche Paraderäume in Dresden eröffnet

Dresden

Es ist so weit. Am Samstag, den 28. September 2019, werden die Königlichen Paraderäume Augusts des Starken und das Porzellankabinett im Turmzimmer eröffnet. Damit erlebt der 1986 begonnene Wiederaufbau des Dresdner Residenzschlosses seine Krönung. Vor einigen Tagen gab uns Dr. Dirk Syndram, der Direktor des Grünen Gewölbes und der Rüstkammer,  bereits einen Einblick. Die repräsentative Raumfolge im Westflügel – vom Kurfürst-König persönlich als zeremonielles Herzstück seiner Residenz konzipiert – führt das Publikum im musealen Schlossrundgang zum Höhepunkt fürstlicher Prachtentfaltung. Die aufwendig rekonstruierten Räume werden gemeinsam mit originalen Kunstwerken aus mehreren Museen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) zu einem einzigartigen musealen Ensemble. Im harmonischen Zusammenspiel von Wandtextilien, Gemälden, kostbaren Prunkmöbeln und Porzellanen, prächtigen Staatsgewändern und den Herrschaftsinsignien Augusts des Starken werden sowohl die europäische Kunstfertigkeit des frühen 18. Jahrhunderts als auch die höfische Repräsentationskultur wieder erlebbar.

Lest hier, was es zu bestaunen gibt

Reise

Mit ICE schnell mal nach Erfurt

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Erfurt war im Mittelalter eine der größten und reichsten Städte in Deutschland. Das verdankt es in erster Linie dem Handel mit dem Färberwaid (mit botanischem Namen ‘Isatis tinctoria’, der in der Nähe geerntet und in Erfurt verarbeitet wurde. Die Pflanze diente jahrhundertelang zum Blaufärben von Stoffen. Mitte des 18. Jahrhunderts florierte der Handel mit Gemüse und Blumensamen, heute werden hauptsächlich Kakteen und deren Samen exportiert.

Was man in Erfurt erleben kann

Schlösser und Burgen

Burgenstrasse: Kronach zeigt Cranach – Zeichungen

Kronach (84)

Kronach macht immer wieder Schlagzeilen. Am Wochenende findet “Kronach leuchtet” statt. Wer sich in die fränkische Stadt aufmacht, dem empfehle ich auch einen Besuch der dortigen “Fränkischen Galerie” auf der Festung Rosenberg. Noch bis zum 24. Juni 2018 zeigt die „Fränkische Galerie auf der Festung Rosenberg“ in Kronach die Ausstellung „Zeichnen in Cranachs Werkstatt“. Zu sehen sind 85 kostbare Handzeichnungen aus der Graphischen Sammlung der Universität Erlangen, die das unternehmerische Genie des in Kronach geborenen Renaissancekünstlers Lucas Cranach d. Ä. belegen. Sie zeigen, wie der Meister selbst für seine Auftraggeber sogenannte „Bestseller-Zeichnungen“ anfertigte, die in aller Regel auch beim Kunden blieben. Dieser konnte so die Pläne überdenken und nach eigenem Geschmack verändern. Angestellte der Cranach-Werkstatt arbeiteten die Kundenwünsche dann in die Entwürfe ein und erstellten später Kopien.

Warum Kronach einen Besuch lohnt

In der Werkstatt eines genialen „Maler-Unternehmers“

Der Geschäftsmann Cranach betreute sein Projekt nur so lange, bis die Aufgabe künstlerisch und programmatisch umrissen war. Die endgültige Ausführung wurde bewährten Meisterschülern übertragen. Die entstandenen Handzeichnungen wurden archiviert und dienten als Vorlagenvorrat. Auf ihrer Basis war die Werkstatt in der Lage – nach einem kurzen „Briefing“ durch den Meister – Großaufträge weitgehend selbstständig zu erledigen. Die Zeichnungen in der Ausstellung wurden in den 1520er Jahren im Zuge des Hallenser Großauftrags für Kardinal Albrecht geschaffen. Gezeigt werden unter anderem Entwürfe zu Flügelaltären oder die aus Meisterhand stammende Zeichnung „Musizierendes nacktes Paar“ .

Mehr im Internet unter www.kronach.deoder  www.wege-zu-cranach.de