Havelland

FontanePotsdam

Theodor Fontane kommt zurück nach Uetz

Fährhaus Uetz (16)Vis a vis der Autobahn steht das Fährhaus in Uetz. Foto: Weirauch

Was hat denn dieser Fontane mit unserem Dorf zu tun? Das fragten sich Ende des Jahres 2017 einige Uetzer (ein Ortsteil im Norden der Landeshauptstadt Potsdam) missmutig. Die Aufregung um die Planung des Fontanejahrs 2019 konnten sie überhaupt nicht nachvollziehen. Schon gar nicht so weit im Voraus. Von denen, die etwas mehr über die blumigen Beschreibungen des Ortes in Theodor Fontanes Wanderungen durch die Mark Brandenburg wussten, kam ebenfalls ein Schulterzucken. Schaut euch dieses Dorf doch mal an! Was ist heute davon übrig geblieben ?

Tolles Konzept zu Fontanes 200. Geburtstag

Die Romantik ist fort, vor allem weil täglich Tausende Autos und LKW auf der Autobahn A10 am südlichen Rand des Dorfes vorbeirauschen. Der große Damm zerschneidet die Landschaft. Von der Hundert Meter breiten Wublitz, die Fontane in seinen Erzählungen beschreibt, ist schon lang nichts mehr zu sehen. Kaum vorstellbar, dass ein Fährmann dort den Dichter über ein Wasser geschippert haben soll. Neben der Lärmbelastung durch die Autobahn wurmt die Uetzer unter anderem, dass der Sandweg Richtung Marquardt Siedlung besonders für Fahrradfahrer schwer befahrbar ist. Seit langem kämpft das Dorf um einen Spielplatz. Etliche Varianten wurden durchgespielt. Eine konkrete Lösung ist nicht in Sicht. Sichere Straßen und Einfahrten, eine Querungshilfe über die Durchgangsstraße, Verkehrsberuhigung, die Straßenentwässerung, die unklare Zukunft des Gutshauses… all das sind Themen, welche die Uetzer bewegen.

Der Fährweg führt von Maquardter Seite unter der Autobahnbrücke hindurch hinüber zum Fähr- und Fischerhaus. Foto. Weirauch
Der Fährweg führt von Maquardter Seite unter der Autobahnbrücke hindurch hinüber zum Fähr- und Fischerhaus. Foto. Weirauch

Die Idee von Henry Sawade

Wer denkt da schon daran, den 200. Geburtstag des alten Fontane zu zelebrieren? Ein Dorfbewohner tut es. Er setzt sich schon von Hause aus mit der Geschichte des kleinen Dorfes Uetz auseinander. Es handelt sich um den Besitzer und Restaurator des Uetzer Fährhauses, den Künstler Henry Sawade. Henry Sawade war es, der Anfang 2018 die Dorfbewohner zusammenrief. Einige unter ihnen hatten erkannt: Dieses Fontanejahr – irgendwas steckt da drin, irgendwas müssen wir machen. Für Sawade bestand die Herausforderung gerade darin: „Es liegen Welten zwischen Fontanes Uetz und dem Uetz, wie es heute ist.“ Vielleicht lässt sich genau dazu etwas machen? Vielleicht gibt das Jubiläumsjahr einen Anstoß dafür, dass sich etwas tut im Dorf?

DARAUS WURDE EIN KONZEPT

Zur Dorfversammlung kamen erstaunlich viele Leute. Sie brachten überraschend viele und sehr kreative Ideen mit. Henry Sawade entwickelte daraus gemeinsam mit dem Ortsbeirat ein schlüssiges Konzept. Im Vorwort dazu heißt es: „Um zu verstehen, was wir eigentlich wollen oder uns für die Zukunft wünschen, haben wir uns entschlossen, diesen Reisenden namens Fontane zu hinterfragen, zu würdigen, zu feiern, aber auch, um dem modernen Verkehr, der Ignoranz und dem Zerstören von Landschaft, von Jahrhunderte alten Orten und der ihnen innewohnenden Geschichte etwas entgegen zu setzen. Fontane kann in diesem Projekt ein Initial werden, Zustände zu hinterfragen, aber auch Lösungsschritte einzuleiten. Getreu dem Fontane-Zitat: ‚Nicht die Größe der Aufgabe entscheidet, sondern das Wie, mit dem wir die kleinste zu lösen verstehen‘, möchten wir uns an den Feierlichkeiten beteiligen.“

Über den Knüppeldamm gelangt man heute nach Uetz
Über den Knüppeldamm gelangt man heute nach Uetz

Am 19. Mai gehts los

Konkret planen die Uetzer drei Veranstaltungen. Die Eröffnung soll am 19. Mai, die Hauptveranstaltung am 8. September stattfinden. Das Abschlussfest wollen sie dann im späteren Herbst feiern. Das geplante Programm ist sehr vielfältig. Die einzelnen Aktionen sind gut aufeinander abgestimmt. Orgel- und Kammermusik aus der Zeit Fontanes um 1880/90 soll zu Beginn in der Uetzer Kirche erklingen. Die Alleebäume am Knüppeldamm sollen gepflegt und fehlende Bäume nachgepflanzt werden. Ein experimentelles Kunstprojekt soll an der Straße durch das Moor den Weg nach Uetz weisen und die Gäste begrüßen. Da Verkehr in Uetz ein großes Thema ist – zu Fontanes Zeiten und heute -, möchte Uetz die Brandenburger Verkehrsministerin Kathrin Schneider einladen, aus Fontanes Reisebeschreibungen vorzulesen.

Fotoarchiv: Henry Sawade (Potsdan OT Uetz)

Unter dem Motto „Spurensuche“ wollen die Uetzer ihre Beziehung zu Fontane und seiner Zeit erforschen: Wie hat sich der Ort seit seinem Besuch verändert? Wo kann man Spuren finden? Gibt es Zeitzeugnisse, mit denen sich Veränderungen gegenüber Fontanes Beschreibung dokumentieren lassen? Wie lebte Uetz zur Zeit Fontanes? Die Ergebnisse dieser Forschung sollen ausgestellt werden.

Wie reizend sind,

du schönes Dörfchen Ütz,

Heut‘ deiner Gärten Äpfelblütenreiser,

Dein gotisch Kirchlein,

deiner Fischer Kietz,

Dein Pfarrgehöfte,

deine Bauernhäuser…

Die Pferde sind zur Rückfahrt angespannt,

Vom Felde treibt der Kuhhirt durch die Gassen.

Du schönster Ort

im ganzen Havelland,

Wer könnte je

dich ungerührt verlassen!

Theodor Fontane,  aus „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“, dritter Teil: „Havelland“ (1880)

Highlight ist schon jetzt die geplante Theateraufführung, inszeniert und gespielt von den Uetzern selbst. Eine Ur-Ur-Ur-Enkelin Fontanes, Königin Luise mit ihrem Hofstaat, der Fährmann, die Dorfbewohner und Fontane selbst treten auf. Große gesprayte Bilder sollen die Schönheit des Dorfes zur damaligen Zeit in Erinnerung rufen, zum Beispiel auf dem Mühlenberg. Sehr spannend ist auch die Idee der Silence Disco: Mit Kopfhörern kann man erleben, wie es damals war, als noch keine Autobahn ständig im Hintergrund rauschte. Neben all diesen Projekten soll natürlich auch richtig gefeiert werden, mit Live-Bands, Speis und Trank und einem zünftigen Dorfball am Abschlusstag.

Das Fährhaus in Uetz-Paaren gilt als ein bedeutendes Einzeldenkmal in Potsdams ländlichen Raum, Foto: Weirauch
Das Fährhaus in Uetz-Paaren gilt als ein bedeutendes Einzeldenkmal in Potsdams ländlichen Raum, Foto: Weirauch

Die Idee aus Uetz sprach sich in den Nachbardörfern herum. Peter Roggenbuck, Ortsvorsteher aus Marquardt, war begeistert und bot seine Unterstützung an. Der Verein Historisches Paretz nahm Kontakt auf und könnte zum Beispiel eine Kutsche für das Bühnenbild zur Verfügung stellen. Hier ergeben sich neue, lebendige Beziehungen zwischen den Dörfern. Vielleicht hat sie Fontane damals auf ähnliche Art erfahren.

Der Anspruch ist hoch

„Fontanes Texte halten den Brandenburgern einen Spiegel vor: Schaut her, so schön war es früher einmal. In den letzten Jahren wurden viele der kulturellen Orte zerstört. Was hat jeder einzelne mit seiner kulturellen Verantwortung gemacht?“ fragt Henry Sawade. „Geschichtliches Bewusstsein ist kaum noch vorhanden. Das soll unser Konzept zum Fontanejahr ändern. Aus dem Dorf selbst heraus!“ Fontane ist der Aufhänger.

„Mir geht es um den Ort, historisch und heute“, bekräftigt Sawade: „Ziel ist, dass für den Ort etwas bleibt.“ Eins haben die Uetzer schon geschafft: Sie sind näher zusammen gerückt.

Mit viel Liebe und Detailkenntnis restaurierte Fassade. Foto: Weirauch
Mit viel Liebe und Detailkenntnis restaurierte Fassade. Foto: Weirauch

Die Finanzierung

Vielleicht kann ein Teil der Ausgaben, etwa für Material, Technik und die Bands, durch die Einnahmen bei den Festen wieder eingespielt werden. Insgesamt bedarf es allerdings einer ordentlichen Summe Geld, um ein so großes Projekt zu stemmen. Der entsprechende Förderantrag liegt dem Fachbereich Kultur der Stadt Potsdam vor. Bisher hat Uetz keinerlei Rückmeldung erhalten. Erst im Februar soll das Auswahlverfahren gelaufen sein. Erst dann werden die Uetzer erfahren, ob sie ihre tollen Pläne in die Tat umsetzen, ob sie also Fontane und ihr Dorf feiern können im Fontanejahr 2019. Das ist spät, möglicherweise zu spät für die nötige, aufwendige Vorbereitung. Man denke zum Beispiel an die Theaterproben, das Buchen der Bands und das Gewinnen von Sponsoren.

Bleibt allein die Hoffnung, dass die Entscheidungsträger in der Stadt das ausgefeilte Konzept erkennen und unterstützen. Die Bewohner des Potsdamer Ortsteils Uetz stehen jedenfalls in den Startlöchern.

Susanna Krüger ist Mitarbeiterin des Potsdamer, ein monatlich erscheinendes Magazin der Havelregion.

Nur zwei Kilometer von Uetz entfernt liegt Paretz, folgen Sie uns also auf Fontanes Spuren weiter zu Königin Luises Sommeridyll in Paretz. 

1 Stunde wegBücherFontane

Nennhausen im Fontane200 – Kalender

nennhausenSchloss Nennhausen, Foto: D.Weirauch

Heuer ist Es ist Fontanejahr. Und es gibt einige tolle Kalender.  So auch  „Fontane200“, herausgegeben vom Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg. Ein Kalendenderblatt beschäftigt sich mit Nennhausen und Effi Briest. Wie lesen: ” Im havelländischen Nennhausen kreuzen sich die Wege der Musen und Grazien der Mark. Der romantische Dichter Friedrich de la Motte Fouqué (1777 – 1843) hatte hier ab 1803 mit Caroline von Rochow, geborene Briest, gelebt. Für beide war es die zweite Heirat. Caroline Fouqué, die 1773 in Berlin geboren wurde und auch eine sehr produktive Autorin war, starb auf Schloss Nennhausen 1831. Für den biografischen Hintergrund seiner berühmtesten Romanheldin, Effi Briest, bediente sich Fontane der Familiengeschichte der havelländischen Briest: Im 8. Kapitel des Romans sagt Effi: „Ich bin eine geborene Briest und stamme von dem Briest ab, der am Tag vor der Fehrbelliner Schlacht den Überfall von Rathenow ausführte, wovon Sie vielleicht einmal gehört haben.“ Dieser Jakob Friedrich von Briest (1695 – 1768) war der Ururgroßvater von Caroline Fouqué. In der Ausgabe der „Wanderungen“ mit den Oderland-Kapiteln aus dem Jahr 1863 erwähnt Fontane: „Die Portraits in Wilkendorf sind zum Teil aus der alten, nunmehr ausgestorbenen Briestschen Familie. Der letzte Sproß der Familie, eine Tochter, war an Friedrich de la Motte Fouqué vermählt. (Landrat von Briest, auf Nennhausen im Havelland, bekannt durch den klugen Beistand, den er der Armee des Großen Kurfürsten erst bei der Überrumpelung von Rathenow und dann später auf ihrem Marsche nach Fehrbellin leistete.)“

Es ist eine Geschichte nach dem Leben

Schloss Nennhausen, Foto: D.Weirauch
Schloss Nennhausen, Foto: D.Weirauch

Bei der Arbeit an der Fragment gebliebenen Schrift „Das Ländchen Friesack und die Bredows“ hatte sich Fontane ebenfalls mit Nennhausen beschäftigt: „Von 1694 an besaß die Familie von Briest das Gut, bis es 1822 beim Erlöschen des Mannesstammes an die Rochows kam.“ Leider hatte Fontane dieses Nennhausen-Kapitel nur als Skizze hinterlassen, obwohl er sich nachweislich über Jahre und sogar bis in seine letzten Lebenstage immer wieder mit seiner havelländischen Materialsammlung befasste.

In „Effi Briest“ verfremdete und veränderte der Autor trotz mancher Hinweise und Bezüge auf reale Orte viele Details. Zwar gibt es kein Hohen-Cremmen, wo das Gut der Familie und später Efiis Grab lokalisiert wird, aber immerhin gibt Fontane einige Fingerzeige, wo es denn zu suchen wäre. So tragen die Briefe aus Hohen-Cremmen den Friesacker Stempel – dort ist also die nächste Post (Kapitel 22). Nauen und Rathenow werden als gut erreichbare Orte erwähnt. Kremmen selbst scheidet übrigens wegen der zu großen Entfernung aus.

Schon bald nach Veröffentlichung des Romans „Effi Briest“ zwischen Oktober 1894 und März 1895 in der Zeitschrift „Deutschen Rundschau“, der im Oktober 1895 mit Datum 1896 die Buchausgabe folgte, hatte sich herumgesprochen, dass sich der Autor auch bei seinen Romanfiguren von einer in den höheren Berliner Kreisen als Skandal empfundenen Affäre hatte inspirieren lassen: „Es ist eine Geschichte nach dem Leben, und die Heldin lebt noch“, gab Fontane in einem Brief an Marie Uhse am 13. November 1895 zu erkennen.

Die nicht genannte Heldin war Elisabeth von Plotho (1853 – 1952), die mit Armand Léon von Ardenne (1848 – 1919) verheiratet wurde. Ihre Liebesbeziehung mit dem Juristen und Sportpädagogen Emil Ferdinand Hartwich (1843 – 1886) war Stadtgespräch. Armand von Ardenne hatte – wie im Buch – seinen Nebenbuhler im Duell so schwer verletzt, dass dieser kurz danach starb.

Elisabeth von Ardenne wurde 98

In der Realität übertraf Elisabeth von Ardenne in ihrem Freiheitsdrang sogar noch ihr literarisches Alter Ego: Sie blieb weiter eine starke Frau, konnte wieder Kontakt zu ihren Kindern aufnehmen, wurde Krankenpflegerin, arbeitete in diesem Beruf, lernte mit 60 Skifahren und setzte sich mit 80 zum ersten Mal auf ein Fahrrad. Sie starb nicht wie Effi an Herzensleid, sondern mit 98 Jahren am 5. Februar 1952 in Lindau am Bodensee.

Ihr Urnengrab befindet sich auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf. Wegen der hohen Pflegekosten hatten die Ardennes 1996 das Erbbegräbnis gekündigt und die Grabplatte Elisabeths an den Familienbesitz in Dresden geholt. Nach zahlreichen Protesten vieler Fontane-Freunde und Leser der „Effi Briest“ konnte die Friedhofsverwaltung mit der Anlage eines Ehrengrabs für Elisabeth die Familie überzeugen, den Stein ein Jahr später wieder nach Stahnsdorf zurückzubringen. Bis heute legen Friedhofsbesucher Blumen auf ihr Grab.

hre letzte Ruhestätte fand Elisabeth von Ardenne (Effi Briest) auf dem Stahnsdorfer Südwest-Kirchhof, Foto: K.Weirauch
Ihre letzte Ruhestätte fand Elisabeth von Ardenne (Effi Briest) auf dem Stahnsdorfer Südwest-Kirchhof, Foto: K.Weirauch

In Fontanes Roman ist Nennhausen/Hohen-Cremmen Effis Kindheitsparadies und ein beschaulicher Alterssitz der älteren Briests – unter den Fouqués war es ein Treffpunkt der geistigen Welt. Das Schriftstellerpaar empfing hier vor allem in den Sommermonaten zahlreiche  Gäste, darunter viele bekannte Namen wie Adelbert von Chamisso (1781 – 1838), Joseph von Eichendorff (1788 – 1857), E. T. A. Hoffmann (1776 – 1822), Wilhelm von Humboldt (1767 – 1835), August Wilhelm Schlegel (1767 – 1845), oder auch Karl August Varnhagen von Ense (1785 – 1858) und seine Frau Rahel Varnhagen (1771 – 1833).

Berühmter Park von Nennhausen

Allerdings war dies nicht das dann 1860 im neogotischen Stil umgebaute Schloss, dessen Dachstuhl 1983 ausbrannte und nur notdürftig repariert wurde. Trotz der Nutzung zu DDR-Zeiten waren Schloss und Park bis zum Mauerfall in einem vernachlässigten Zustand. Seit der Übernahme durch Alexander und Benita von Stechow im Jahr 1996 erfolgte mit Millionenaufwand eine denkmalgerechte Instandhaltung. Zu rund zehn Veranstaltungen kommen jedes Jahr Kulturliebhaber in das Herrenhaus. Die Havelländischen Musikfestspiele organisieren Konzerte. Zu Lesungen wird regelmäßig geladen. Auch das Land hat sich in Nennhausen – wie bei vielen alten Schlösser und Herrenhäuser – engagiert. Aus dem Programm für Ländliche Entwicklung erhielt der Förderverein Schloss und Landschaftspark Nennhausen e.V. für den Ausbau des Teichhauses im Park mit einer Ferienwohnung im Dachgeschoss 33770 Euro aus EU- und Landesmitteln bei einer Gesamtinvestition in Höhe von 95.770 Euro. Ebenfall für das Teichhaus – für  den Ausbau von Veranstaltungsräumen für Seminare, Konzerte sowie zur Nutzung als Standesamt für den Amtsbereich Nennhausen – stellte das Brandenburger Agrarministerium 105200 Euro bei Gesamtausgaben in Höhe von 147000 Euro zur Verfügung. Zum Privatbesitz der Stechows gehört seit 1997 auch der Park, den Phillip August von Briest um 1780 im englischen Stil gestaltet hat. Er ist dennoch ganzjährig öffentlich zugänglich und gilt als einer der frühesten Landschaftsparks in Brandenburg.

Vielleicht trifft man ja hier, im Nebel der Geschichte, zwischen den alten Bäumen, auf Effi Briest: „Am liebsten aber hatte sie wie früher auf dem durch die Luft fliegenden Schaukelbrett gestanden und in dem Gefühl ‚jetzt stürz ich‘ etwas eigentümlich Prickelndes, einen Schauer süßer Gefahr empfunden.“

Kalenderblatt aus „Fontane200“, herausgegeben vom Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg, Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Internationale Kooperation, Henning-von-Tresckow-Straße 2 – 13, 14467 Potsdam

www.mlul.brandenburg.de

Hier weitere Texte zur Spurensuche Theodor Fontane, heute: Wo Effi Briest wirklich lebte.

 

 

 

1 Stunde wegFontaneSchlösser und Burgen

Auf Fontanes Spuren in Marquardt

Schloss MarquardtBlick vom Schlänitzsee auf das romantische Schloss Marquardt, Foto: D.Weirauch

„Eine Meile hinter Bornstedt liegt Marquardt, ein altwendisches Dorf, ebenso anziehend durch seine Lage wie seine Geschichte. Wir passieren Bornim, durchschneiden den »Königsdamm« und münden unmerklich aus der Chaussee in die Dorfstraße ein, zu deren Linken ein prächtiger Park bis an die Wublitz und die breiten Flächen des Schlänitz-Sees sich ausdehnt.“ So leitet Theodor Fontane im Band „Havelland“ seiner Wanderungen durch die Mark Brandenburg das Kapitel über Marquardt ein.

Im Jahr 2019, wenn Fontanes 200. Geburtstag gefeiert und „Kulturland Brandenburg“ vor allem in Neuruppin an den berühmten „Märkischen Wanderer“ erinnern wird, wird auch das am Rande von Potsdam gelegene Schloss Marquardt hoffentlich eine Rolle spielen. Zumindest steht auf Seite 16 des von einer Arbeitsgruppe LAG Havelland erarbeiteten Konzeptes für eine überregionale  Theodor – Fontane – Fahrrad – Route  Marquardt. Dort soll zumindest eine Infotafel aufgestellt werden.

Spurensuche im Ort

„Schon jetzt fragen immer wieder mal Gäste nach den Stationen der  Erzählung von Theodor Fontane, die auch im Schloss spielen“, sagt Schlossmanager Christian Schulze. Auch nach der „Blauen Grotte“, über die Fontane schreibt, wird desöfteren gefragt. Niemand weiß genau, ob noch Reste des sagenumwobenen Bauwerkes im Boden schlummern. Seit dem 14. Jahrhundert erlebte das Gut viele adelige Familien. Einer der prominenten Besitzer war General Hans Rudolf von Bischoffwerder.

Auf der linken Seite vermuten Experten Reste der Blauen Grotte, Foto: Weirauch
Auf der linken Seite vermuten Experten Reste der Blauen Grotte, Foto: Weirauch

Als Mitglied der Rosenkreuzer ließ er die „Blaue Grotte“ anlegen, in der sich die Mitglieder des Geheimbundes zur Ausübung okkulter Rituale trafen. Auch der leichtgläubige König Friedrich Wilhelm II. soll hier einige spiritistische Sitzungen miterlebt haben. Die Grotte wurde allerdings von einem späteren Besitzer abgerissen, so die Ortsgeschichte, die sich vor allem auf Fontanes Ausführungen und die Kirchenbücher stützt.

Rosenkreuzer in Marquardt

Fontane schrieb u.a. „ Die Dorftradition sagt, er kam in Begleitung weniger Eingeweihter, meist in der Dämmerstunde,…, passierte nie die Dorfstraße, sondern fuhr über den »Königsdamm« direkt in den Park, hielt vor dem Schlosse und nahm nun an den Sitzungen teil. Man begab sich nach der »Grotte«, einem dunklen Steinbau, der im Parke, nach dem rosenkreuzerischen Ritual, in einem mit Akazien bepflanzten Hügel angelegt worden war. Der Eingang, niedrig und kaum mannsbreit, barg sich hinter Gesträuch. Das Innere der Grotte war mit blauem Lasurstein mosaikartig ausgelegt, und von der Decke herab hing ein Kronleuchter. In diese »blaue Grotte«, deren Licht- und Farbeneffekt ein wunderbarer gewesen sein soll, trat man ein; der König nahm Platz. Alsbald wurden Stimmen laut; leiser Gesang, wie von Harfentönen begleitet. Dann stellte der König Fragen, und die Geister antworteten. Jedesmal tief ergriffen, kehrte Friedrich Wilhelm ins Schloß und bald darauf nach Potsdam zurück.“

Existieren noch Reste der Grotte?

„Daß die Grotte eine doppelte Wandung hatte, ist seitdem, und zwar durch den jetzigen Besitzer, der den Bau öffnete, um sich von seiner Konstruktion zu überzeugen, über jeden Zweifel hinaus erwiesen worden. Die Lasursteine existieren noch, ebenso der Akazienhügel. Dennoch gibt es Personen, die den ganzen Schatz Marquardter Volkssage einfach für Fabel erklären. Ich kann diesen Personen nicht beistimmen. Es ist eine nicht wegzuleugnende Tatsache, daß Bischoffwerder ein Rosenkreuzer war, …“

Die Geistergrotte, wie sie manche Dorfbewohner des heutigen Marquardt nennen, könnte einer der Höhepunkte  des Fontane Jubiläums werden. Über eine archäologische Suchgrabung wurde  mehrmals gesprochen. Doch still ruht der „Schlänitz“ See bei unserem Besuch im Juli 2018. Auch weisen keine Schilder auf die Sehenswürdigkeiten im Park hin. „Denkbar wäre ja eine Fontaneroute, ähnlich wie im Schlosspark von Plaue“, meint Schlossverwalter Schulze. Denn die nächsten authentischen „Fontaneorte“ sind nicht weit: Fährhaus Uetz und Schloss Paretz. Auch dem benachbarten Falkenrehde widmete Fontane einen Abschnitt   in seinen „Wanderungen“. Wie auf einer Perlenschnur reihen sich die Orte aneinander, die der wandernde Schriftsteller ein- oder mehrmals besuchte.

Robert Rauh, Dr. Gabriele Radecke und Schlossmanager Christian Schulze Foto: Weirauch
Robert Rauh, Dr. Gabriele Radecke und Schlossmanager Christian Schulze, Foto: Weirauch

Gern führt Christian Schulze durch die Räume des Schlosses, das zu Fontanes Zeiten ein einfaches Gutshaus war, und zeigt die restauratorischen Veränderungen der letzten Jahre. Ein Großteil der historischen Innenräume wurde mittlerweile aufwändig saniert, die Schwamm- und Feuchtigkeitsschäden sind beseitigt. Selbst feinste Holzvertäfelungen erstrahlen wieder wie neu.

Das Schloss selbst kann für Hochzeiten, Veranstaltungen und Buchlesungen gemietet werden. „Vielleicht ist die eine oder andere Lesung im kommenden Jahr darunter.“ Zahlreiche Bücher zu Fontane sind von Verlagen angekündigt.

Weddingplaner Christian Schulze in seinem Element im Schloss Marquardt, Foto: D.Weirauch
Weddingplaner Christian Schulze in seinem Element im Schloss Marquardt, Foto: D.Weirauch

Fontaneforscher aus aller Welt besuchen immer wieder den heutigen Ortsteil von Potsdam. So waren unlängst Dr. Gabriele Radecke, Leiterin der Theodor Fontane-Arbeitsstelle, Seminar für Deutsche Philologie bei Georg-August-Universität Göttingen, zusammen mit Robert Rauh, Verfasser des Buches „Fontanes 5 Schlösser“ (bebra-Verlag), zu Gast in Marquardt.

Ein authentischer Ort

Dr. Radecke, an deren Forschungstelle die Tagebücher Fontanes digitalisiert werden (auch eine Buchausgabe ist geplant), brachte die im Notizbuch A 15, Blatt 70r, bislang noch nicht veröffentlichte Skizze Fontanes  (der Wanderer soll den Ort dreimal besucht haben) zum Standort und möglichen Aussehen der Blauen Grotte mit. So soll es in der Grotte einen Kronleuchter gegeben haben. Dr. Radecke: „Bei seinem Besuch 1869 hatte fontane nurn och Überreste der Grotte gesehen. Wann die Grotte abgetragen wurde, ist nicht bekannt.”  Sie kündigte weitere Recherchen,auch zu Fontanes Notizbuchaufzeichnung, an. Übrigens ist die Grotte auf dem von Peter Joseph Lenné 1823 gezeichneten Parkplan vermerkt.

Foto: Theodor Fontane-Arbeitsstelle, Seminar für Deutsche Philologie bei Georg-August-Universität Göttingen
Foto: Theodor Fontane-Arbeitsstelle, Seminar für Deutsche Philologie bei Georg-August-Universität Göttingen

Die renommierte Fontane-Expertin plädierte auch für eine archäologische Suchgrabung. Nur scheinen dafür keine Mittel vorhanden zu sein. Vergaß hier jemand die Beantragung von Fördermitteln, die es für andere Fontaneorte im Land gibt? Sicher wird die Stadtverwaltung Potsdam zum Thema Fontane – Jubiläum  ein eigenes Programm auflegen. Im Ort Marquardt jedenfalls scheint, im Gegensatz zu anderen Fontaneorten Brandenburgs, noch kein „Fontanefieber“ ausgebrochen zu sein. Mal abgesehen vom jährlichen Fontanelauf und den Initiativen Einzelner.

Fontanegerichte auf Teller

“Ein weites Feld” … hätte wohl Theodor Fontane geschrieben. Dabei kann es wirklich einfach sein.

Landgasthof "Zum Alten Krug" im Potsdamer Ortsteil Marquardt, Foto: Weirauch
Landgasthof “Zum Alten Krug” im Potsdamer Ortsteil Marquardt, Foto: Weirauch

Vielleicht gibt es ja im Jahr 2019 im Landgasthof „Zum Alten Krug“ einige zu Fontanes Zeit zubereitete Gerichte. Beispielsweise ein “Fontane – Menü” mit einer damals gern zubereiteten “Märkischen Petersiliensuppe” oder “Preußischen Biersuppe”. Als Hauptspeise könnte ein Märkisches Bauernkotelett auf Kartoffelpuffer gereicht werden. Als Dessert runden dann Buchweizenplinsen oder eine Birnensuppe mit Gries das Fontane-Menü ab. Noch ist etwas Zeit, doch die Köchin im Landgasthof “Zum Alten Krug” ist schon am Entwickeln eines Fontane-Menüs.

Witwe Bischoffwerder

Eine feste Konstante in Fontanes Jubeljahr ist Ramona Kleber, die gegenüber vom „Zum Alten Krug“ das Cafe „Lavendelhof“ betreibt. So sie Zeit hat, bringt die Stadtführerin als „Witwe Bischoffwerder“ den Gästen im historischen Kostüm die Geschichte von Schloss und Park näher. Sie wandelt dann auch den Spuren der sogenannten „weißen Witwe“ auf dem ihrem Anwesen gegenüberliegenden Kirchhof und im Schloss.

Grabkreuz hinter der Dorfkirche des Potsdamer Ortsteiles Marquardt Foto: D.Weirauch
Grabkreuz hinter der Dorfkirche Marquardt, Foto: Weirauch

An der Kirche beginnen meist ihre Führungen durch Park und Schloss. Hinter der Dorfkirche steht ein eisernes Grabkreuz mit dem Namen Wilhelm Hans Rudolph Ferdinand Bischoffwerder. Auf der Rückseite: „Der letzte seines Namens“. Besagter ist der Sohn der Witwe Wilhelmine Catherine von Bischoffwerder.

Die Witwe gehört übrigens zu den Schlossgeistern, die im Haus immer wieder mal spuken sollen, so Christian Schulze. Der andere Geist ist ein französischer Unteroffizier, ein Sergeant, der ebenfalls gelegentlich durch das Haus geistern soll. Im Schloss waren während der napoleonischen Belagerung Preußens Soldaten einquartiert. Einer von ihnen soll zuviel des guten Weines getrunken und sich laut Fontane im Weinkeller verirrt haben und gestorben sein. Auch der Keller kann besichtigt werden.

Treffpunkt für Fontanefreunde

Der kleine Ort  Marquardt, seit 2003 zur Landeshauptstadt Potsdam zugehörig, könnte 2019 durchaus im Reigen der „Fontane – Erinnerungen“ ein Anziehungspunkt sein. Vielleicht auch mit einer „Apfelkuchen – Station“ (die Fontane zwar in Wittenberg besuchte und die in seinem Roman „Stechlin“ Eingang fand). Raum für Ideen gibt es viele. Sicher haben ortsansässige Gewerbetreibende, wie das Obstgut Marquardt, schon ihre Fontane – Pfeile im Köcher.

Thomas Justin, der auskunftsfreudige Betreiber des Kleinen Marktes in Marquardt (im Bermudadreieck zwischen Dorfkirche, Lavendelhof und Landgasthof „Zum Alten Krug“) gelegen, verkauft u.a. bereits historische Postkarten von Schloss und Park sowie das vom Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark in der Deutschen Gesellschaft e. V. herausgegebene Heft über das Marquardter Schloss.

Bevor wir den kleinen Dorfladen, den es seit 20 Jahren gibt, verlassen, sagt Herr Justin: „Herr Dr. Grittner, Ortschronist von Marquardt, bereitet auch eine Broschüre zu Fontane vor.“ Wolfgang Grittner bietet, wie Ramona Kleber, ebenfalls Führungen durch den Park an. Zudem verfasste er einige Aufsätze und Broschüren zur Ortsgeschichte. Das Heft zu Marquardt ist gegen eine Spende beim Freundeskreis erhältlich. Adresse: Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark in der Deutschen Gesellschaft e. V., Voßstr. 22, 10117 Berlin E-Mail: freundeskreis@deutsche-gesellschaft-ev.de.

Fazit: Leider konnten wir kein koordiniertes Vorgehen zu Fontane 200 in Marquardt erkennen, anders beispielsweise im benachbarten Paretz, wo bereits jetzt Interessenten detailliert über sämtliche Veranstaltungen in 2019 informiert werden. Auch in Uetz, einem wie Marquardt authentischen Fontaneort, arbeiten Einwohner zusammen mit Henry Sawade (Fährhaus) an einem Fontaneprojekt.

Plastik von Walter Schott im Schlosspark von Marquardt am Rand von Potsdam Foto: Weirauch
Plastik von Walter Schott im Schlosspark von Marquardt am Rand von Potsdam, Foto: Weirauch

Informationen zu Marquardt

Schlossverwaltung

  • Schloss Marquardt
  • Hauptstraße 14, 14476 Potsdam OT Marquardt
  • Schloss-Manager Christian Schulze
  • Tel.  033208 57338 (nicht ständig erreichbar)
  • Mobil: 0173 4246053
  • E-Mail: info@schloss-marquardt.com
  • Homepage hier

Essen und Trinken:

Zum Alten Krug Marquardt

  • Michael Schulze
  • Hauptstraße 2, 14476 Potsdam
  • Telefon: 033208 572 33, 0162 1776175
  • Homepage hier
  • E-Mail: alterkrug-marquardt@t-online.de
  • Blick in die Gaststube des Landgasthauses "Alter Krug" im Potsdamer Ortsteil Marquardt, Foto; D.Weirauch
    Blick in die Gaststube des Landgasthauses “Alter Krug” im Potsdamer Ortsteil Marquardt, Foto: Weirauch

Lavendelhof Marquardt

  • Ramona Kleber und Holger Naumann
  • Ramona Kleber führt als Witwe Bischoffwerder durch den Park
  • Hauptstr. 3, 14476 Potsdam OT Marquardt
  • Tel. 033208 22187
  • Homepage hier
Witwe Bischoffwerder (Ramona Kleber) vor Schloss Marquardt, Foto: Holger Naumann
Witwe Bischoffwerder (Ramona Kleber) vor Schloss Marquardt, Foto: Holger Naumann
Witwe Bischoffwerder (Ramona Kleber) vor Schloss Marquardt, Foto: Holger Naumann
Witwe Bischoffwerder (Ramona Kleber) vor Schloss Marquardt, Foto: Holger Naumann

KLEINER MARKT Getränkequelle

  • Thomas Justin
  • Hauptstraße 4, 14476 Potsdam OT Marquardt
  • Telefon: 033208 50680

Marquardter Heimatverein (in der Kulturscheune)

Besichtigung Dorfkirche

  • Schlüssel bei Familie Dr. Grittner im Park 1,
  • Tel.: 033208 57279
  • In Marquardt ist die Dorfkirche im Sommer meist geöffnet, Foto: D.Weirauch
    In Marquardt ist die Dorfkirche im Dommer meist geöffnet, Foto: D.Weirauch

Erreichbarkeit:

Zug: RB 21 (in der Woche stündlich, Wochenende alle zwei Stunden) und Bus 614 und 650 (ab Potsdam- Hbf)

Weiterführende Informationen zu Theodor Fontane:

Die Edition von Theodor Fontanes Notizbüchern ist ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördertes Projekt. Sie entsteht an der Theodor Fontane-Arbeitsstelle der Universität Göttingen und an der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen. Aufgrund ihrer komplexen Beschaffenheit galten Fontanes 67 Notizbücher bislang als nicht edierbar. Das Zusammenwirken philologischer und digitaler Methoden sowie die Arbeit in der Virtuellen Forschungsumgebung TextGrid ermöglicht nun die erste kommentierte Gesamtedition.

  • Theodor – Fontane-Arbeitsstelle an der Universität Göttingen
  • Seminar für Deutsche Philologie, Dr. Gabriele Radecke
  • Käte-Hamburger-Weg 3
  • D-37073 Göttingen
  • Tel.: +49 (0)551 – 39 10854
  • E-Mail: fontane-notizbuecher@uni-goettingen.de
  • Homepage hier

Kulturland Brandenburg mit dem Projekt fontane 200

Fachhochschule Potsdam mit einer sehenswerten Schau “Warum eigentlich Fontane ?”

Fontanes 5 Schlösser von Robert Rauh, erschienen im bebra-Verlag. Der be.bra-Verlag kündigt bereits „Fontane und die Frauen“ aus der Feder von Robert Rauh an.

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lesenswerter Blog Wanderungen zu Fontane

Theodor-Fontane- Archiv an der Universität Potsdam

Theodor–Fontane-Gesellschaft in Neuruppin

2019 ist Fontanejahr

Als ein Baustein der zentralen Landeskampagne „Fontane.200“ reiht sich Kulturland Brandenburg im nächsten Jahr neben der Leitausstellung „Fontane.200/Autor“ im Museum Neuruppin, der Ausstellung „Fontane.200/Brandenburg“ im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam dem Schülerbegleitprogramm und dem Jugendprojekt „Word&Play“ ein.
Weiterhin beteiligen sich die Universität Potsdam, das in Potsdam ansässige  Theodor-Fontane-Archiv sowie die Theodor Fontane-Arbeitsstelle, Seminar für Deutsche Philologie bei der Georg-August-Universität Göttingen mit einem wissenschaftlichen sowie die Fontanestadt Neuruppin in Kooperation mit zahlreichen Partnern mit einem vielfältigen kulturellen Programm. Das Fontanejahr wird  am 30. März 2019 in Neuruppin eröffnet. Hier geht es zur Fontaneausstellung des HBPG am Potsdamer Neuen Markt

Hier einzelne Fontanetipps auf einfachraus.eu:

+ Bei Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland

+ Robert Rauh und Erik Lorenz empfehlenswertes Buch zu den fünf Schlössern

+ Zum Grab von Theodor Fontane in Berlin

+Spurensuche in Wustrau

+ Spurensuche in Neuruppin

+ Fontane und der Ziegelringofen von Glindow

+ Der Bornstedter Friedhof

+ Josef Grütter aus Marquardt dichtete über Fontanes Wanderschuh sowie den Wanderstock

+ Besuch bei Königin Luise in Paretz

1 Stunde weg

Kranichzug: Naturschauspiel vor den Toren Berlins

Früh und abends zu beobachten: der KranichzugFrüh und abends zu beobachten: der Kranichzug

Kurz vor Linum (Region Ostprignitz-Ruppin) stehen derzeit in der Nähe der Autobahn Hunderte Kraniche auf den Feldern. Nicht weit davon, im Linumer Bruch, lohnt es, das Naturschauspiel des Kranichzuges zu beobachten. Kranichzug: mit NABU das Naturschauspiel vor den Toren Berlins erleben

Das Rhin-Havelluch mit dem kleinen Ort Linum ist einer der größten Kranichrastplätze Europas.

Kranichzug: mit NABU das Naturschauspiel vor den Toren Berlins erleben

Auf 15.000 Hektar befindet sich dort, rund um die Orte Linum (Storchendorf) und Hakenberg (da, wo die berühmte Schlacht von Fehrbellin stattfand), das wohl größte Kranicheinzugsgebiet im Binnenland. Es lohnt, einmal eine längere Pause zur Vogelbeobachtung einzulegen. Oder an einer der geführten Kranichbeobachtungen am Morgen oder Abend teilzunehmen. Fernglas und Objektiv mit größerer Brennweite ist aber erforderlich. Natürlich auch warme und vor allem dunkle Kleidung.

1 Stunde wegSchlösser und Burgen

Ostertipps: Ribbeck auf Ribbeck im Havelland

ribbeckimhavelland-3Frau Wesche, die Birnenfee von Ribbeck, Foto: D.Weirauch

–          Landhaus Ribbeck; Ostersonntag von 11.00 – 14.30 Uhr Osterbrunch

–          Der Ribbäcker; Ostersonntag ab 11.00 Uhr Ostereiersuchen (in den Ostereiern sind Gutscheine versteckt)

–          Kirche Ribbeck; Karfreitag und Ostersonntag jeweils um 10.30 Uhr Gottesdienst

–          Alte Brennerei; Ostersonntag und Ostermontag ab 14.00 Uhr Verkostungen der Birnenprodukte

Die alte Brennerei in Ribbeck Foto: Weirauch
Die alte Brennerei in Ribbeck Foto: Weirauch

–          Schloss Ribbeck; an allen Tagen sind wie gewohnt Restaurant und Museum geöffnet, kein besonderes Angebot

–          Ostersamstag findet ab 18.00 Uhr das Osterfeuer statt (am Sportplatz)

wenn man es liest, wird sofort deutlich wo es bei “Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland” geht. Wer kennt dieses Gedicht nicht?
Herr von Ribbeck im Havelland
Friedrich von Ribbeck in Ribbeck im Havelland vor der Brennerei, Foto: D.Weirauch

Wohl jeder kennt das Gedicht, das Theodor Fontane über den Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland schrieb. Und manche sagen es heute auch noch gerne auf. Vor allem natürlich, wenn sie den kleinen Ort Ribbeck im Havelland, etwa eine Dreiviertelstunde von Berlin entfernt, besuchen. Und dort auf einen leibhaftigen Herrn von Ribbeck  treffen. Denn Friedrich Carl von Ribbeck, Nachfahre des bei Fontane beschriebenen Gutsherrn von Ribbeck, lebt seit 15 Jahren wieder in seinem Geburtsort. Bei Führungen in seiner Brennerei erzählt er jede Menge über die Geschchte, verrät aber auch die Geheimnisse eines guten Birnenlikörs oder Birnenessigs.

Und kam die goldene Herbesteszeit

Schloss Ribbeck im Havelland, Foto: D.Weirauch
Schloss Ribbeck im Havelland, Foto: D.Weirauch

An der Seitenfront der Dorfkirche steht seit mehr als zehn Jahren wieder ein Birnbaum, als Ersatz für jenen berühmten, den 1911 ein Sturm entwurzelte. Den Stumpf des Entwurzelten kann man in der Kirche betrachten.

Blick auf Schloss Ribbeck im Havelland, Foto: D.Weirauch
Blick auf Schloss Ribbeck im Havelland, Foto: D.Weirauch

Übrigens ist seit August 2013 auch geklärt, was für eine Birnensorte der freigiebige Herr von Ribbeck aus seinem Garten an die Kinder des Dorfs verteilt hat, damals vor 150 Jahren. Die Birne an der Ribbecker Kirche von heute ist es jedenfalls nicht, meint Friedrich von Ribbeck. „Die leuchtet nicht, ist klein, grün, hart und sauer.“ Ribbeck klärt auf: „Es ist die Melanchthon-Birne. Sie ist mittelgroß, süß und leuchtet im Herbst weit und breit.“ Der Pomologe Dr. Artur Steinhauser aus Mitterskirchen fand dies nach jahrelangen Forschungen heraus.

Und die Birnen leuchteten weit und breit,

Ribbeck ist ein lebendiges Museumsdorf, das heute viel mehr bietet als den Birnbaum vor der Dorfkirche. Der kleine Ort an der B 5  ist mittlerweile  auch ein Ort, wo man lernen kann, wie ein Gedicht nach mehr als 100 Jahre nach seinem Entstehen ein ganzes Dorf  ernährt. Es gibt fünf Cafes und kleine Restaurants. Selbst Politessen aus dem benachbarten Nauen kommen regelmäßig, um Sonntag Falschparker abzustrafen. Also aufgepasst. Am besten die Parkplätze am Ortseingang oder hinter der von Ribbeckschen Brennerei nutzen.

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland
Die Dorfkirche von Ribbeck  Foto: D.Weirauch

Ein Rundgang durch den Ort bietet viele Überraschungen, auch kulinarische, vor allem Gaumenfreuden.

Herr von Ribbeck: »Junge, wiste ’ne Beer?«

Für den Besuch des Schlosses braucht man Zeit, neben einem gut gestalteten Heimatmuseum mit allerlei Geschichten und Interpretationen zu Fontanes legendärem Gedicht hat dort auch die Touristinformation ihren Sitz. Das Schlossrestaurant bietet eine gute Küche.

Die Kuchenfee mit den berühmten Ribbecker Torten, Foto: D.Weirauch
Die Kuchenfee mit den berühmten Ribbecker Torten, Foto: D.Weirauch

Sehenswert in Ribbeck: Alte Schule

Schräg gegenüber lädt in der Alten Schule ein originelles Schulmuseum sowie ein Cafe ein.  Wer Ruhe sucht, der kann diese im benachbarten zwei Hektar großen Garten der Sinne finden.

Wo ist was in Ribbeck Foto: Weirauch
Wo ist was in Ribbeck Foto: Weirauch

 

Leckeres Brot beim  „Ribbäcker“

In der einstigen Pfarrscheune laden das „Ribbäcker“ – Team zu  Speis‘ und Trank ein. Der Holzbackofen wird am Wochenende angeheizt. Lobenswert ist im „Ribbäcker“  das originelle Ambiente. Fahrräder hängen an der Wand, und gleich nebenan können diese zu Ausflügen ausgeliehen werden.

Auf dem Barfußpfad ins Havelland

Von dort geht es zum Kinderbauernhof Marienhof. Alternativ lassen sich  die zwei Kilometer auch auf dem Barfußpfad wandern.

 

Im Alten Pfarrhaus von Ribbeck hat Gernot Frischling sein kleines Theater eröffnet. Das “Theater der Frische” bietet ein regelmäßiges Programm: Tanz, Poesie, Musik und Kabarett. Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland ist auch hier vorhanden.

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland

Gegenüber vom einstigen Herrenhaus  wohnt seit 1998 Carl Friedrich von Ribbeck. Sein Rat ist öfter denn je gefragt. Kinder, die das Gedicht “Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland” in der Schule lernen, schreiben ihm und bitten um Hilfe, wenn sie mit ihren Eltern oder Freunden nicht klarkommen.

Ute von Ribbeck präsentiert Liköre aus dem Hause von Ribbeck, Foto: D.Weirauch
Ute von Ribbeck präsentiert Liköre aus dem Hause von Ribbeck, Foto: D.Weirauch

Besucher, die heute an seine Pforte klopfen, führen der adlige Rückkehrer und seine Gattin Ute gern in die benachbarte Brennerei. Dort stellt Herr von Ribbeck Birnenessig nach eigener Rezeptur her und bietet im Elsass gebrannte Edelschnäpse aus Williams-Birnen an.

Seit über 700 Jahren lebten die von Ribbecks im Havelland, bevor sie vertrieben wurden. Der 1939 geborene Friedrich-Carl  verbrachte seine Kindheit noch in Ribbeck. Für ihn war nach der Wende klar: Er musste zurück. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der einheimischen Bevölkerung ist von Ribbeck heute der Spiritus Rector in dem Ort.

Berühmte Birnentortenmanufaktur

Von seinem Wohnhaus gegenüber dem Schloss schaut Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland  das alte Waschhaus, von der Ribbecker Architektenfamilie Herrmann restauriert. Denn dort befindet sich die Birnentortenmanufaktur von Marina Wesche. Es sind Kunstwerke von einzigartigen Torten, die man dort  verkosten kann.

Marina Wesche in ihrem Waschaus in Ribbeck im Havelland
Marina Wesche in ihrem Waschaus in Ribbeck im Havelland, Foto: D.Weirauch
Waschaus in Ribbeck im Havelland
Gemütlich: Waschhaus in Ribbeck im Havelland Foto: Weirauch

 

Deutscher Birnengarten im Havelland

Nicht versäumen sollte man einen Besuch in der Dorfkirche. Unter anderem kann man dort den Baumstumpf des legendären Birnbaumes bestaunen und an regelmäßigen Konzerten teilnehmen.

Baumstumpf in der Kirche von Ribbeck, Foto: D.Weirauch

Anschließend sollte man einen Spaziergang zum Familien Friedhof der Familie von Ribbeck unternehmen und im Garten vor dem Schloss den “Deutschen Birnengarten zu Ribbeck” besuchen. Alle Bundesländer sind dort mit Birnbäumen vertreten.

Übernachten im Landhaus von Ribbeck

Eine Überraschung ist das Landhaus Ribbeck auf der anderen Seite der alten Hamburger Straße. Liebevoll von Claudia und Thomas Jung zu einem Wohlfühl-Refugium wurde der ehemalige Schafstall umgebaut. Wer genau hinschaut, der findet auf den Ziegelsteinen den Stempel „Ribbeck“, denn auch früher gab es in dem Dorf einmal eine Ziegelbrennerei. Familie Jung sanierte fast ein Jahr lang das denkmalgeschützte Gebäude.

Tipp für einen Ausflug

Wer noch nicht genug von Geschichte hat, der fährt mit dem Rad auf einem ausgebauten Fahrradweg (direkt von Ribbeck aus) oder mit dem Auto (über Berge) rund fünf Kilometer weiter nach Groß Behnitz zum einstigen Borsigschen Gut, heute Landgut Stober. Albert Borsig, Sohn des Firmengründers August, setzte dort Maßstäbe: mit moderner Landmaschinentechnik, einem  Bahnanschluss sowie einer Architektur, die gekonnt zwischen italienischem  Villenstil und moderner Ziegelarchitektur angesiedelt wurde. Nach Jahren des Leerstandes und Verfalls erweckte der Berliner Investor Michael Stober das Anwesen aus dem Dornröschenschlaf und sanierte es aufwendig. Hier geht es zum Landgut Stober.

Mehr Informationen zu Herr von Ribbeck

  • Info:| www.vonribbeck.de
  • Waschhaus: | www.waschhaus-ribbeck.de
  • Havelland: | www.havelland-tourismus.de/havelland/ribbeck.html
  • Anfahrt: | Von Berlin kommend: Folgen Sie der B5 Richtung Nauen, dann bis in das 3.Dorf hinter Nauen
  • Hier informiert der Tourismusverband Havelland.e.v. über seine Vorhaben im Fontanejahr 2019.

Geschenkidee für die Kleinen


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Ribbeck im Havelland
Eingang zum Garten in Ribbeck im Havelland Foto: Weirauch
1 Stunde weg

Karls in Elstal werden zum Erlebnis-Resort

Bauernmarkt Els (13)Blick in den Bauernmarkt in Elstal, Foto: PR Karls

2014 öffnete das Erlebnis-Dorf in Elstal an der B 5 in der Nähe Berlins das erste Mal seine Tore. Seit der Eröffnung sind mit der Eiswelt und dem Plansch-Vergnügen bereits weitere Freizeit-Attraktionen hinzugekommen.

Freizeitpark mit Erlebnis-Resort für FamilienAber  Geschäftsführer Robert Dahl und sein Team haben in Zukunft noch viel vor: Aus dem Erlebnis-Dorf soll ab 2019 ein großer Freizeitpark mit Erlebnis-Resort für Familien werden. Erdbeeren und landwirtschaftliche Attraktionen stehen weiterhin im Mittelpunkt stehen.

Skizze Erweiterung Karls, Foto: Karls
Skizze Erweiterung Karls, Foto: Karls

Wie jetzt bekannt wurde, soll das Erlebnis-Dorf um eine einzigartige Erlebnis-Manufakturenwelt westlich des bisherigen Standorts erweitert werden, in der die Besucher beim Zubereiten, Backen und Brauen der verschiedenen Lebensmittel hautnah dabei sein können. Außerdem soll das Gelände der ehemaligen Löwen-Kaserne östlich des bisherigen Erlebnis-Dorfes mit einbezogen werden. An der Stelle, an der heute die verfallenen Ruinen stehen, soll bald ein großes Familienresort mit verschiedenen Themen- Hotels und ausgefallenen Übernachtungsmöglichkeiten entstehen. Verbunden werden das bestehende Erlebnis-Dorf und das neue Resort in Zukunft mit einer Erdbeer-Seilbahn, die an der neue Erdbeer-Promenade endet.

Attraktionen, Erlebnis-Manufakturenwelt und Themen-Hotels

In dem Familienresort auf dem Areal der ehemaligen Löwen-Kaserne entstehen dörfliche Erlebnisbereiche mit Attraktionen wie einem Spielstall, der zum Toben im Heu einlädt, oder einer Erlebnisgastronomie mit landestypischen Spezialitäten, in der Jung und Alt eine kulinarische Weltreise antreten können. Entlang der 400 Meter langen Erdbeerpromenade schlendern die Gäste vorbei an den kleinen Lädchen, in denen Handwerksfamilien ihre Produkte präsentieren, genießen in der Badescheune im warmen Wasser Wellness oder kühlen sich im Sommer im Badesee mit feinem Ostsee-Sandstrand ab.

Karls Erdbeerland, Robert Dahl (GF, Ihnaber) & Holger Schreiber ( Bürgermeister) ©Davids/Laessig
Karls Erdbeerland, Robert Dahl (GF, Ihnaber) & Holger Schreiber ( Bürgermeister) ©Davids/Laessig

Geplant: Deutschlands größtes Themen-Resort

Außerdem entsteht um den See in mehreren Bauabschnitten eines von Deutschlands größten Themen-Resorts mit mindestens 2.000 Betten. Übernachtet wird ganz natürlich im Heuhotel oder im komfortablen Bienenhaus, aber auch das Erdbeercamp, die Schäferwagen oder – für Schwindelfreie – die urigen Baumhäuser bieten einzigartige Übernachtungserlebnisse in unterschiedlichen Zimmer-Kategorien. „Erstmals in der 96jährigen  Geschichte von Karls bieten wir unseren Besuchern bei Berlin ein einzigartiges Resortvergnügen mit Freizeitattraktionen, Manufakturenwelt, Hotels und Erlebnis-Gastronomie“, fasst Dahl die Entwicklung zusammen. Unterstützt wird Robert Dahl bei der Entwicklung des Areals durch seine Ehefrau Stephanie und seine Schwester Ulrike, die beide ebenfalls im  Familienunternehmen tätig sind.

Baubeginn in 2019

„Die Eröffnung des 1. Bauabschnitts feiern wir voraussichtlich im Frühjahr 2021“, sagt Dahl. „Danach arbeiten wir sukzessive am weiteren Ausbau des Standorts Löwen- Kaserne.“ Von den ursprünglichen Kasernen-Gebäuden soll voraussichtlich nur der Löwenturm erhalten bleiben und später ein Museum mit der Geschichte des Areals beheimaten. Auf der westlichen Seite wird das bestehende Erlebnis-Dorf zukünftig um weitere Manufakturen vergrößert. Ob Gummibärchenfabrik oder Käserei – in den gläsernen Manufakturen kann bei der Herstellung der verschiedenen Lebensmittel über die Schulter geschaut werden. Feinschmecker kommen in der Salzmanufaktur, in der Ostsee-Salz zu feinem Fleur de Sel verarbeitet wird,  auf ihre Kosten.

 

Gasthausbrauerei für Selbstgebrautes

Erwachsene können im Brauhaus miterleben, wie ihr Lieblingsgetränk – natürlich streng nach den Regeln des 500 Jahre alten Reinheitsgebots – eingebraut wird. Das wäre dann nach Expertenmeinung die 25. Kleinbrauerei im Land Brandenburg. Da sich Karls Erlebniswelt inmitten vieler alter und neuer Apfelplantagen (Marquardt und Werder) befindet, soll es auch eine Mosterei geben.

„Unsere neuen Erlebnis-Manufakturenwelt Elstal steht, wie alle Karls Attraktionen, ganz unter dem Motto Edutainment. Wir zeigen unseren Besuchern auf unterhaltsame Art, wo die Lebensmittel herkommen, wie sie zubereitet werden und welche Besonderheiten sie haben. Dabei steht neben der Wissensvermittlung aber immer auch der Spaß im Vordergrund“, schwärmt Firmenchef Robert Dahl zusammen.

Beliebtes Maskottchen, Karlchen vom Karls Erlebnishof in Elstal bei Potsdam, Foto: D.Weirauch

Robert Dahl hat den Erdbeer-Anbaubetrieb in dritter Generation von seinem Großvater, dem Firmengründer und Namensgeber Karl, übernommen. Neben dem Erdbeer-Anbau entwickelte Dahl in den letzten 15 Jahren die Karls Erlebnis-Dörfer und Erlebnis-Manufakturen. Diese setzen bei allen Produkten konsequent auf lokale Zutaten in Manufaktur-Qualität. „Die Menschen können in unseren Manufakturen dabei zusehen, wie Seife hergestellt wird, wie Teig entsteht und daraus Nudeln geformt oder wie Gummibärchen gemacht werden“, erläutert Dahl. Dabei sorgt die Transparenz bei der Herstellung auch für einen bewussteren Umgang mit den Lebensmitteln: „Unsere Produkte enthalten ein Maximum an natürlichen Zutaten. Auf künstliche Geschmacksverstärker und Farbstoffe verzichten wir ganz. Das ist gesund und das schmeckt“, sagt Dahl.

So werden etwa die Chips aus Kartoffeln hergestellt, die aus Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern stammen und die in regional angebautem Öl gebacken werden. Die Besucher können die Herstellungsschritte durch große Glasscheiben miterleben, den Duft von gebratenen Chips genießen und die Mitarbeiter nach Tipps und Tricks für daheim befragen. Ein weiterer Höhepunkt ist die Kaffeerösterei. Hier wird der direkt aus fairem Anbau stammende Hochland-Kaffee, der zu den vier edelsten Sorten weltweit zählt, schonend und doppelt so lange wie üblich geröstet – und den Unterschied schmeckt man auch.Ein Besuch in Karls Erlebnis-Dorf lohnt zu jeder Jahreszeit. Marmeladenküche, Bonbon-Manufaktur, Spiel-Speicher und verrückte Villa haben schließlich das ganze Jahr über geöffnet. Auch die aktuelle Eiswelt – Europas größte Eisfiguren-Ausstellung – lädt mit ihren bezaubernden Fantasiewelten aus Eis mit Rutschen, Kutschen, Murmelbahn und Eisbar bis 29. Oktober zum Staunen ein.

Eiswelt in Karls Erlebnis - Dorf Elstal bei Berlin
Eiswelt in Karls Erlebnis – Dorf Elstal bei Berlin, Foto: PR Karls

Ponyreiten in Karls Erlebnishof Elstal, Foto: PR Karls

Folgende Manufakturen sind in der neuen Karls Manufakturenwelt geplant:

– Eiswerk, Brauhaus, Mosterei, Käserei, Gummibärchenland, Seifenmanufaktur,  Schokofabrik, Hundekeksbäckerei, Salzmanufaktur

– Kräuterscheune,  Nudelfabrik, Chipsbraterei, Ölmühle, Gurkenmanufaktur

Folgende Attraktionen sind darüber hinaus geplant:

Dörfliche Erlebnisbereiche mit landestypischen Spezialitäten,  Spielstall & Erdbeerrodelhügel mit Sommerrodelbahn, Verschiedene Erlebnis-Gastronomien,  400 Meter lange Erdbeerpromenade mit künstlichem See und feinem Ostsee-Badestrand, Erdbeer-Seilbahn zwischen bisherigem Standort und Resort, Handwerksprodukte von Familienbetrieben, Hotels (darunter Heuhotel, Bienenhaus, Erdbeercamp, Schäferwagen, hoch gelegene Baumhäuser, Jagdhütten, Gartenhäuser, Leuthäuser, Taubenturm) und Gesindehäuser,  Badescheune mit Wellness & Löwenturm mit Museum

Informationen zu Karls Erlebnis-Dorf Elstal

Adresse: Karls Erlebnis-Dorf Elstal – Eintritt frei! (einzelne Belustigungen kosten Geld)

Ganzjährig geöffnet: 8 bis 19 Uhr

Döberitzer Heide 1 • 14641 Elstal

Tel.: 038202/4050

Internet: www.karls.de

Die 2. Berliner Eiswelt in Elstal trägt den Titel: "Helden der Kindheit", Foto: PR KArls
Die 2. Berliner Eiswelt in Elstal trägt den Titel: “Helden der Kindheit”, Foto: PR KArls

 

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