Grimmheimat

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In Ziegenhain steht die Wiege der Konfirmation

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Eine der wichtigsten Errungenschaften der Reformation war die Einführung der Konfirmation, die sich vom hessischen Ziegenhain in alle Welt verbreitete. In der „Ziegenhainer Kirchenzuchtordnung“, die 1539 in der von Landgraf Philipp ausgebauten Festung Ziegenhain (heute Schwalmstadt) unter Mitwirkung des Reformators Martin Bucer erlassen wurde, legte man fest, dass Kinder systematisch im Katechismus unterrichtet werden sollten, ehe man sie konfirmierte und damit zum Abendmahl zuließ.

Tipps

Im Morgennebel auf dem Edersee

Von Mai bis September über den EderseeVon Mai bis September über den Edersee mit der Fähre

 

 

Karl Sucks initiierte die Fähre zwischen Rehbach und Scheid
Karl Sucks initiierte die Aktion, Foto: D.Weirauch

Im Morgennebel des Edersees mit dem Boot lautlos zum Nationalpark übersetzen. Erleben, wie Hessens einziger Nationalpark Kellerwald-Edersee erwacht. Flora und Fauna unter fachkundiger Begleitung eines Rangers beobachten und ganz eintauchen in die berührende Morgenstille des Waldes und des Sees.

Im Morgennebel auf dem Edersee

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Kulturführer „Hessen – Pionierland der Reformation“

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Wie in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, so steht auch in Nord- und Mittelhessen das Jahr 2017 ganz im Zeichen der Reformation. Denn in dieser Region hat Landgraf Philipp der Großmütige von Hessen vor 500 Jahren als einer der ersten die Ideen Martin Luthers in die Tat umgesetzt. „Es gibt in der Region Kassel-Marburg eine ganze Reihe von Orten, deren Namen mit wichtigen Entwicklungsschritten im Verlauf der Reformation verknüpft sind“, erklärte Holger Schach, Geschäftsführer der Regionalmanagement Nordhessen GmbH. Als Beispiele nannte er die Städte Marburg, Homberg (Efze), Ziegenhain und Kassel sowie die Klöster Haina und Merxhausen.

Mit der Publikation eines handlichen Kultur- und Geschichtsführers eröffnet das Regionalmanagement Nordhessen im März 2017 eine Kampagne, die die einstige Landgrafschaft Hessen als „Pionierland der Reformation“ vorstellt.

Das Territorium umfasste vorwiegend Nord- und Mittelhessen sowie kleinere Gebiete in Südhessen, es war jedoch nur knapp halb so groß wie das heutige Bundesland Hessen. „Nicht nur für die Bewohner der Region, sondern auch für Gäste von außerhalb hat gerade im Jubiläumsjahr 2017 ein Besuch in den Reformationsorten Nord- und Mittelhessens einen hohen Reiz“, so Regionalmanager Schach weiter.

Was dort im Einzelnen vor 500 Jahren geschah, wird in dem reich illustrierten Kulturführer „Hessen – Pionierland der Reformation“ auf knapp 100 Seiten umrissen. Verfasser ist der Journalist und Autor Klaus Brill, der lange für die Süddeutsche Zeitung tätig war und jetzt in Nordhessen lebt. Im Zentrum seiner Darstellung steht die Persönlichkeit des Landgrafen Philipp des Großmütigen (1504-1567), der einer der wichtigsten politischen Führer der Protestanten in Deutschland war. „Ihm verdankt die Reformation viel, obwohl gerade er es war, der sie auch in höchste Gefahr brachte“, erklärt dazu Martin Hein, Bischof der Evangelischen Landeskirche von Kurhessen-Waldeck, in einem Geleitwort.

„Darum lohnt sich im Jubiläumsjahr 2017 der Blick zurück auf die Entwicklung in Hessen: Wie in einem Brennglas kann man hier alle Aspekte der Reformation in einem relativ geschlossenen Territorium erkennen“, schreibt der Bischof weiter.

„Landgraf Philipp war im Auf und Ab des Reformationsprozesses ein sehr wichtiger, wenn auch sehr eigenwilliger Verbündeter Martin Luthers und der erbittertste Gegenspieler von Kaiser Karl V., dem Führer des katholischen Lagers“, sagt auch der Autor Klaus Brill. „Philipp war der bedeutendste aller hessischen Landgrafen und er war europaweit vernetzt. Seine schillernden  Widersprüche sowie seine spektakulären Erfolge und Niederlagen machen ihn zu einer der faszinierendsten Persönlichkeiten seiner Epoche in Deutschland.“

Den Anstoß zur Einführung der Reformation gab Landgraf Philipp im Oktober 1526, als er Ritter, Klerus und Städte seines Territoriums zu einer Versammlung nach Homberg (Efze) einlud. Dieses Treffen ging als erste evangelische Synode in Hessen und als eine der ersten der Welt in die Geschichte ein. Die dort erörterten Ideen hatten nach dem Urteil des preußischen Historikers Leopold von Ranke „eine unermessliche, welthistorische Wichtigkeit“.

1527 hob Philipp als erster Landesherr sämtliche Klöster auf. Ihre Einkünfte wurden teilweise für die im selben Jahr gegründete Universität Marburg verwendet, die erste evangelische Hochschule der Welt. Die Klöster Haina und Merxhausen wurden 1533 in Spitäler für Arme und Kranke vom Land umgewandelt. Eine weitere hessische Pioniertat waren die „Erfindung“ der Konfirmation und die Einführung des Amtes der Kirchenältesten, die 1539 auf einer geheimen Theologenkonferenz in der Festung Ziegenhain beschlossen wurden. Ein epochales Ereignis war zudem das Marburger Religionsgespräch im Jahr 1529, bei dem Landgraf Philipp vergeblich versuchte, die Aufspaltung der Protestanten in eine lutherische und eine reformierte Richtung zu verhindern.

Als weitere Orte der Reformation in Hessen werden in dem Kultur- und Geschichtsführer unter anderen auch Frankenberg (Eder) und Bad Hersfeld präsentiert. In Frankenberg lebte und wirkte als „Bildhauer der Reformation“ der Formenschneider Philipp Soldan (ca. 1500-1570), der auf eisernen Ofenplatten die Botschaften der Reformation vermittelte. Im einstigen Benediktiner-Kloster Hersfeld war 1521 auf der Rückreise vom Reichstag in Worms der Reformator Martin Luther zu Gast und hielt eine Predigt.

Nicht zuletzt wird in dem Büchlein auch die thüringische Kleinstadt Schmalkalden porträtiert, die damals zur Landgrafschaft Hessen gehörte und kirchlich bis heute der Landeskirche Kurhessen-Waldeck zugeordnet ist. Nach diesem Ort sind der Schmalkaldische Bund, die damals von Landgraf Philipp mitbegründete Militärallianz der Protestanten, und der Schmalkaldische Krieg benannt.

Informationen zum Buch:

Hessen – Pionierland der Reformation, Ein Kultur- und Geschichtsführer von Klaus Brill; mit Fotos von Katharina Jaeger; Herausgeber: Regionalmanagement Nordhessen GmbH, Verlag: Evangelischer Medienverband Kassel GmbH,  Kassel 2017; Preis: 12,95 Euro

Was ist die GrimmHeimat NordHessen ?

Die GrimmHeimat NordHessen ist eine Urlaubsregion mit jährlich rund 7,4 Millionen Übernachtungs- und 40 Millionen Tagesgästen. Von Bad Karlshafen im Norden bis Bad Hersfeld im Süden, von Eschwege im Osten bis Willingen im Westen reicht das Gebiet, das fünf nordhessische Landkreise und die kreisfreie Stadt Kassel einschließt. Die Region versteht sich als Heimat der Brüder Grimm, denn die beiden Sprachgelehrten haben hier den größten Teil ihres Lebens verbracht und ihre weltberühmten Märchen gesammelt. Die sanfte, waldreiche Mittelgebirgsregion mit ihren zahlreichen Flüssen und Seen, den romantischen Schlössern und Burgen und den zauberhaften Fachwerkstätten ist mit über 1.200 Kilometern an zertifizierten Wanderwegen und vielen erstklassigen Bahn- und Flussradwegen ein Paradies für Aktivurlauber und Naturliebhaber. Mit ihrer Lage im Herzen Deutschlands ist die GrimmHeimat NordHessen ein ideales Reiseziel für Kurzurlauber.

GrimmHeimat Nordhessen: Ständeplatz 13, 34117 Kassel, Tel: 0561/97062 248, www.grimmheimat.de

 

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Homberg/Efze: Wo die Reformation beschlossen wurde

Homberg-Efze (16). Im Oktober 1526 fand hier die weltweit erste evangelische Synode statt – ein Meilenstein in der Reformationsgeschichte. I

Vor fast 500 Jahren wurde in Homberg/Efze, einem Fachwerk-Kleinod, die Reformation für ganz Hessen beschlossen. Der reihe nach.  In der mächtigen Marienkirche inmitten Jahrhunderte alten und liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern fand 1529 die erste evangelische Synode der Welt statt. Heute trägt die romantische Fachwerkstadt Homberg/Efze voller Stolz den Titel „Reformationsstadt Hessen“.

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Kur und Kultur am Edersee

Bad Wildungen Bad Wildungen, Hessen Der Kurschattenbrunnen in Bad Wildungen stellt das Phänomen des Kurschattens plastisch dar. Den Brunnen gestalteten Karin Bohrmann-Roth sowie Georg Roth und Hans-Ulrich Plaßmann © - / D.Weirauch

Einer der bekanntesten Kurorte in Deutschland ist Bad Wildungen im Waldecker. Der nordhessische Ort hat mehr Kurgäste als Einwohner.

Bad Wildungen hat mehr als 15 Kliniken

In der Tat gibt es in dem hessischen Stadtbad mit seinen Ortsteil Reinhardshausen mehr als 15 renommierte Kliniken und Sanatorien. Einige davon, wie die „Reinhardsquelle“ sowie die „Helenenquelle“, sind bereits seit 100 Jahren in Familienbesitz. Bad Wildungen gilt damit als der größte Reha-Standort in Deutschland.

Sonnenbeschienen präsentiert sich die Reha-Klinik „Reinhardsquelle“ im Ortsteil Reinhardshausen © - / D. Weirauch
Sonnenbeschienen präsentiert sich die Reha-Klinik „Reinhardsquelle“ im Ortsteil Reinhardshausen Foto: D. Weirauch 

 Lange Tradition als Kurbad

Berühmt wurde Bad Wildungen einst vor allem durch die Therapie von urologischen Erkrankungen. Jahrzehntelang nutzten Ärzte europaweit die von Dr. Ludwig Zeiss im heutigen Ortsteil Reinhardshausen entwickelte „Zeiss`sche Schlinge“, mit der Harnleitersteine ohne Operation entfernt werden konnten. Medizin- und Kurgeschichte lässt sich anschaulich in dem im „Quellenmuseum“ in der Wandelhalle des Kurparkes von Bad Wildungen nacherleben.

Bad Wildungen und sein Reizklima

Die Wildunger-Badekur ist auch nach der Gesundheitsreform Mitte der 1990er Jahre neben Reha-Behandlungen eine anerkannte ganzheitliche Behandlungsform. In den letzten 30 Jahren hat sich das Spektrum erweitert. Berühmte Ärzte praktizieren in den verschiedenen Disziplinen. Neu hat sich die Komplementärmedizin, so im Juli-Institut, etabliert. Das Spektrum reicht von Orthopädie, Psychosomatik, Urologie,  Herz- und Kreislaufmedizin bis zur Behandlungen von rheumatischen Erkrankungen. Der angestrebte Heilerfolg wird durch das milde Reizklima inmitten der waldreichen Umgebung befördert.

In der schmucken Villa „Concordia“ an der Dr.Born-Straße ist das Juli-Institut für integrative Medizin beheimatet © - / D.Weirauch
In der schmucken Villa „Concordia“ an der Dr.Born-Straße ist das Juli-Institut für integrative Medizin beheimatet Foto: Weirauch

 Wanderungen in den Kellerwald

Eine famose Gegend lädt ein. Besucher nutzen die von Hügeln umgebene Stadt gern als Ausgangspunkt für Ausflüge zum Edersee oder in den nahen Nationalpark Kellerwald. Unternehmen kann man viel, von Wanderungen, Kanu- oder Radtouren über Besuche in Parks und Gärten bis zu Theaterveranstaltungen und Konzerten der Kurkapelle. Für jeden Geschmack ist etwas dabei.

Nationalpark Kellerwald - Edersee
Hunde müssen im Nationalpark angeleint sein, Foto: D. Weirauch

 Malerische Altstadt

Bad Wildungen wirbt mit einem Superlativ: Der Kurpark ist der größte in Europa. Auch sonst bezaubert das Heilbad mit vielen Reizen: Malerische Fachwerk-Altstadt, verspielter Jugendstil und prachtvoller Barock und zahlreiche heilende Quellen.

Pittoreske Altstadt in Bad Wildungen © - / D.Weirauch
Pittoreske Altstadt in Bad Wildungen  Foto: D.Weirauch

Hotels- und Pensionen wie Maritim und Goebel`s betreiben Dependancen in Bad Wildungen und Reinhardshausen. Auffällig ist bei einem ersten Besuch der „Fürstenhof“, ein imposanter schlossartiger Bau im Stil des Neobarock. Um 1910 als Luxushotel erbaut, ist heute darin eine Klinik der Asklepios-Gruppe untergebracht. Gegenüber befindet sich ein Rundbunker, den man wie auch andere der einst 13 Bunkeranlagen aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges, im Rahmen von regelmäßig angebotenen Führungen besichtigen kann.

Spaziergang durch die Altstadt

Ausgangspunkt für einen Spaziergang durch die Altstadt mit der von prächtigen Gründerzeitvillen gesäumten Brunnenallee ist der Kurschattenbrunnen. Der Brunnen bildet das Zentrum der Promenade zwischen Altstadt und Kurviertel. Zur Einweihung des Brunnens im Oktober 1987 kamen rund 10.000 Besucher.

Treffpunkt Kurschattenbrunnen

Im Quellenmuseum im Kurpark erfährt man, dass damals bundesweit heftig über die angeblich frivolen Brunnenfiguren diskutiert wurde. Den Mittelpunkt der Brunnenanlage bildet der „Menschenknoten“, eine Gruppe von stehenden nackten Personen, unterhalb derer die Wasserspeier angebracht sind. Nichtsdestotrotz: der Kurschattenbrunnen ist beliebtester Treffpunkt. Auch alle Buslinien beginnen und enden an dem zentralen Ort.

Bad Wildungen, Hessen Der Kurschattenbrunnen in Bad Wildungen stellt das Phänomen des Kurschattens plastisch dar. Den Brunnen gestalteten Karin Bohrmann-Roth sowie Georg Roth und Hans-Ulrich Plaßmann © - / D.Weirauch
Der Kurschattenbrunnen in Bad Wildungen stellt das Phänomen des Kurschattens plastisch dar. Den Brunnen gestalteten Karin Bohrmann-Roth sowie Georg Roth und Hans-Ulrich Plaßmann Foto: D.Weirauch

Wir gehen an der Buchhandlung vorbei Richtung Kirche und sehen links und rechts Fachwerkhäuser, die an Quedlinburg im Harz erinnern. Bad Wildungen ist eine Station der Deutschen Fachwerkststraße.

 Besuch in der Stadtkirche

Im Zentrum der Altstadt steht die evangelische Stadtkirche, eine spätgotische Hallenkirche aus dem 14. Jahrhundert. In ihr befindet sich der 1403 oder 1404 entstandene Flügelaltar von Conrad von Soest (er lebte von 1370 bis 1422). Dieses Kunstwerk ist einer der bedeutendsten Flügelaltäre der Spätgotik und gilt als einziges mit Sicherheit von dem westfälischen Meister geschaffenes Werk.

Man kann stundenlang vor dem Altar verweilen und entdeckt immer wieder etwas Neues. Aufgeklappt ist der Altar fast sechs Meter breit. Der Mittelteil zeigt den Kalvarienberg mit einer eindrucksvollen Kreuzigungsszene, umrahmt von vier kleinformatigen Bildern. Im rechten Teil, im unteren linken Bild, befindet sich beispielsweise die älteste Darstellung einer Brille nördlich der Alpen.

 Heilsame Quellen

Überregional bekannt wurde Bad Wildungen um 1900 als Heilbad mit seinen eisen-, magnesium- und kohlensäurehaltigen Quellen. Die Heilwässer unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung und Wirkweise. Die Helenen-, Georg-Viktor-, Reinhards- und Naturquelle sind die bekanntesten Heilquellen. Man kann ihr Wasser sowohl in der Wandelhalle von Bad Wildungen als auch im Kurzentrum von Reinhardshausen trinken.

Bad Wildungen, Hessen Blick in die Trinkhalle des Kurzentrums mit Wandelhalle im Kurpark von Bad Wildungen © - / D.Weirauch
Blick in die Trinkhalle des Kurzentrums mit Wandelhalle im Kurpark von Bad Wildungen Foto: D.Weirauch

 Neben einer schmucken Altstadt  ist Bad Wildungen vor allem berühmt für seinen großen Kurpark. Ende der 1990er Jahre wurde er durch eine naturnahe „grüne Brücke“ mit dem benachbarten Kurpark von Reinhardshausen verbunden. Mit einer Fläche von 50 Hektar gilt das Areal als der größte Kurpark Europas.

 Sport und Gartenkunst im Kurpark

Darin sind neben Wanderwegen sowie Joggingstrecken auch Terrain-Kur-Wege für Herz- und Kreislaufpatienten beschildert. Der Park gehört seit 2009 zum European Garden Heritage Network. 2006 kamen aus Anlass der Landesgartenschau weitere 18 Hektar zum Kurpark hinzu, an dessen östlichem Ende sich unterhalb von Schloss Friedrichstein der Königsquellenpark befindet.

Im Westen grenzt das ehemalige Landesgartenschaugelände an den im Stil eines englischen Gartens gestalteten Kurpark an die Georg-Viktor-Quelle. Ein Skulpturenweg mit dem Titel „Paradiesische Begleiter“ führt von der Schlossquelle über den Schlossbergweg bis zum stolz über der Stadt thronenden Schloss Friedrichstein.

Das im 16.Jahrhundert erbaute Barockschloss wurde zwischen 1707 und 1714 von Fürst Friedrich Anton Ulrich zu Waldeck komplettiert. Neben einem kleinen Café mit freundlicher Bedienung und großer Auswahl an selbstgebackenen Kuchen befindet sich im Schloss das Museum für Militär- und Jagdgeschichte der Staatlichen Museen Kassel.

 Wanderungen durchs Helenental

Um alle Attraktionen von Bad Wildungen zu besuchen, benötigt man mindestens eine Woche. Lohnend ist eine Wanderung durch das Helenental, in dem man die Wasserfälle von Odershausen bestaunen kann. Nach einer Wanderung zu den Bilsteinklippen bei Reitzenhagen kann man im dortigen Waffelhaus oder im pittoresken Hexenhaus einkehren. Ein Muss ist der Besuch des 518 Meter Homberg, dem Hausberg von Bad Wildungen.

Der Ortsteil Reinhardshausen liegt inmitten des Waldecker Berglandes © - / D. Weirauch
Der Ortsteil Reinhardshausen liegt inmitten des Waldecker Berglandes Foto: D. Weirauch

 Vom Paradies zum Kellerwaldsteig

„Das Paradies“ bei Albertshausen ist ein Wald in Richtung Gellershausen und Kleinern. Von dort kann man zudem in den Kellerwaldsteig, der durch den Nationalpark Kellerwald-Edersee und über den Urwaldsteig bis zum Edersee führt, einsteigen. Dieser zweitgrößte Stausee Deutschlands lädt mit seinen kleinen Buchten zum Segeln und Baden einlädt.

Im Nationalpark Kellerwald-Edersee
Im Nationalpark Kellerwald-Edersee Foto: Weirauch

Bad Wildungen: Infos für Besucher

Anfahrt: Mit dem PKW: Von Westen (A44) bzw. Norden (A7) kommend, in Kassel auf die A49 in Richtung Marburg bis Abfahrt Fritzlar. Dann weiter bis Bad Wildungen. Durch das Stadtgebiet führen die Bundesstraßen 485 und die 253, die Anschluss an die Bundesautobahn 49 haben. Durch die Buslinie 500 über Fritzlar lässt sich Bad Wildungen in ca. 1:20 Stunden von Kassel aus erreichen. In Bad Wildungen wurde um 2000 ein Stadtbussystem eingeführt. Durch das Stadtgebiet führen die Bundesstraßen 485 und die 253, die Anschluss an die Bundesautobahn 49 haben.

Mit Bahn/Bus: Vom ICE-Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe direkt von Kassel und Wabern aus mit einem Regionalzug der Ederseebahn alls zwei Stunden zu erreichen.

Unterkünfte: In Bad Wildungen und dem Ortsteil Reinhardshausen gibt es mehrere große Hotels, u.a. Maritim und Göbels Hotel, sowie zahlreiche Pensionen. Im Ortsteil Mandern gibt es einen Campingplatz.

Tourist-Information: Kur- und Tourist-Information, Staatsbad Bad Wildungen GmbH, Brunnenallee 1, 34537 Bad Wildungen, Tel.: 0800 / 79 10 100 (gebührenfrei), E-Mail: info@badwildungen.net,

Bad Wildungen im Internet:.bad-wildungen.de

Nordhessen im Internet: .grimmheimat.de

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Hessen: Pionierland der Reformation

Homberg-Efze (16). Im Oktober 1526 fand hier die weltweit erste evangelische Synode statt – ein Meilenstein in der Reformationsgeschichte. I

Ein Teil der heutigen GrimmHeimat NordHessen war zu Luthers Zeiten das Kernland der Landgrafschaft Hessen unter Philipp dem Großmütigen (1504 – 1567). Und dieser setzte die Reformation besonders rasch und konsequent um. Ein junger Heißsporn, mutig, politisch geschickt und zugleich bibelfest, fromm und mit großer Tatkraft gesegnet, der als einer der Hauptmänner des „Schmalkaldischen Bundes“ die Durchsetzung der Reformation in Europa vorantrieb.

Weltweit erste Synode in Homberg/Efze, Konfirmation in Ziegenhain

Zugleich setzte Landgraf Philipp dem Großmütigen Zeichen im eigenen Land: Die weltweit erste evangelische Synode in Homberg (Efze), die Erfindung der Konfirmation in Ziegenhain und die Gründung der ersten protestantischen Universität in Marburg zählen zu seinen Errungenschaften, die unser Leben bis heute prägen. Schwalmstadt-Ziegenhain gilt als Herz des sogenannten Rotkäppchenlandes.

Mit dem Gästeführer kann man zur Geburtsstätte der Konfirmation in Ziegenhain wandern. Denn gleich neben der Kirche, in der einstigen Wasserfestung (heute eine Strafvollzugsanstalt)  wurde die  „Ziegenhainer Kirchenzuchtordnung“ vereinbart.  1539 die Konfirmation unter Philipp dem Großmütigen „erfunden“, ein drohender Bürgerkrieg abgewendet und eine breite bildungspolitische Revolution angelegt.

 

Auch sozialpolitisch setzte Landgraf Philipp starke Zeichen: Er enteignete Klöster und widmete sie zu Hospitälern für Krank und Arme um. Ein solches ehemaliges Kloster gibt es in Haina . Das dortige Zisterzienserkloster gilt als frühes Zeugnis gotischer Baukunst, ein Steinrelief darin erinnert an die Reformationsgeschichte.

Höhepunkt jeder Reformationstour durch die Grimmheimat Nordhessen ist aber die pittoreske Fachwerkstadt  Homberg (Efze). Jahrhundertealte Fachwerkhäuser gruppieren sich um die erste Reformationskirche Hessens oberhalb des romantischen Marktplatzes. Im Oktober des Jahres 1526 fand in der Marienkirche die weltweit erste evangelische Synode statt – ein Meilenstein in der Reformationsgeschichte.

). Jahrhundertealte Fachwerkhäuser gruppieren sich um die erste Reformationskirche Hessens auf dem romantischen Marktplatz.Foto: D.Weirauch
). Jahrhundertealte Fachwerkhäuser gruppieren sich um die erste Reformationskirche Hessens auf dem romantischen Marktplatz.Foto: D.Weirauch

Weitere Stationen auf dem Weg nach Marburg, der Geburtsstadt Philipps, sind der Elisabethpfad und das Kloster Spieskappel. Hier übernachtete Martin Luther im Jahr 1529 auf dem Weg zum Marburger Religionsgespräch. Davon zeugt eine bis heute erhaltene Rechnungsquittung.

Marburg gehört als ausgewählte hessische Stadt zum Bund der 16 „offiziellen“ Lutherstädten Deutschlands und ist gleichzeitig die einzige Stadt weltweit, die den Titel „Luther- und Zwinglistadt“ trägt.  In Marburg sollte man auf der Marburger Reformationsroute den Spuren von Luther und Philipp dem Großmütigen zum Marburger Schloss folgen. Hier wurde Landgraf Philipp im Jahr 1504 geboren und hier gründete er die erste protestantische Universität der Welt, die das studentische Flair der Universitätsstadt an der Lahn bis heute prägt.

Praktische Tipps zur Reformationstour

Mittagsimbiss im historischen Gewölbekeller des Cafés mit Weinstube in Ziegenhain. Hier befand sich zu Philipps Zeiten das Staatsarchiv und auch die Kasse des Schmalkaldischen Bundes wurde in der seinerzeit gut bewachten Wasserfestung verwahrt

Übernachten:  Hotel Marburger Hofhttps://www.marburgerhof.de/

  • Zur GrimmHeimat NordHessen

    Die GrimmHeimat NordHessen ist eine Urlaubsregion mit jährlich rund 7,4 Millionen Übernachtungs- und 40 Millionen Tagesgästen. Von Bad Karlshafen im Norden bis Bad Hersfeld im Süden, von Eschwege im Osten bis Willingen im Westen reicht das Gebiet, das fünf nordhessische Landkreise und die kreisfreie Stadt Kassel einschließt. Die Region versteht sich als Heimat der Brüder Grimm, denn die beiden Sprachgelehrten haben hier den größten Teil ihres Lebens verbracht und ihre weltberühmten Märchen gesammelt. Die sanfte, waldreiche Mittelgebirgsregion mit ihren zahlreichen Flüssen und Seen, den romantischen Schlössern und Burgen und den zauberhaften Fachwerkstätten ist mit über 1.200 Kilometern an zertifizierten Wanderwegen und vielen erstklassigen Bahn- und Flussradwegen ein Paradies für Aktivurlauber und Naturliebhaber. Mit ihrer Lage im Herzen Deutschlands ist die GrimmHeimat NordHessen ein ideales Reiseziel für Kurzurlauber.www.grimmheimat.de