Friedhof

1 Stunde weg

Deutschlands und Europas größter jüdischer Friedhof: Berlin-Weißensee

JüdischerFHWEissensee (11)Gedenken an die sechs Millionen Opfer des Holocaust Foto: Will

Deutschlands und Europas größter jüdischer Friedhof: Nazis schreckten vor Schändung und Zerstörung zurück.  Wer in Berlin-Weißensee, einem Ortsteil des Bezirks Pankow, die Indira-Gandhi-Straße entlang fährt, kommt an einer langen, einer sehr langen steinernen Mauer mit jüdischen Symbolen vorbei. Sie wird durch mehrere schmiedeeiserne Tore unterbrochen, so dass man einen alten, sehr alten Friedhof erkennen kann. Haben hier die Nazis, die ja sonst alle jüdischen Friedhöfe schändeten und zerstörten, etwas „vergessen“ oder „übersehen“?

Jüdischer Friedhof Weissensee Berlin
Eingang zum Jüdischen Friedhof ,Foto: Will

Historie und Gegenwart des Jüdischen Friedhofes Berlin Weissensee

Potsdam

Fahrradführung über den Südwestkirchhof zur Rhododendronblüte

Stahnsdorfer Südwestkirchhof - 18 (498)

Friedhofsführung mit Sicherheitsabstand

 Am Sonntag, den 24. Mai um 11 Uhr und 14 Uhr wird zu besonderen Friedhofstouren eingeladen. Mit den Einschränkungen zur Eindämmung der Corona Infektionen wird zur Zeit der Rhododendronblüte eine besondere Tour mit dem Fahrrad über den Südwestkirchhof Stahnsdorf angeboten. Wenn die monumentalen Gräber des 19. und 20. Jahrhunderts von prächtig blühenden Rhododendren umschmeichelt werden, verlieren Tod und Trauer an Schwere.

Grabplatte für Elisabeth von Ardenne auf dem Stahnsdorfer Südwestkirchhof, Sept. 2018, Foto: K.Weirauch
Grabplatte für Elisabeth von Ardenne auf dem Stahnsdorfer Südwestkirchhof, Sept. 2018, Foto: K.Weirauch
1 Stunde weg

Emil Krebs – das Sprachgenie

Stahnsdorfer Südwestkirchhof KrebsSprachgenie Emil Krebs

Heute, am 31.03.2020,  jährt sich der 90. Sterbetag von Emil Krebs. Bei unseren Besuchen auf dem Stahnsdorfer Südwestkirchhof kamen wir schon oft an seiner Grabstätte vorbei. Emil Krebs war ein Sprachgenie. Emil Krebs war von 1893 bis 1930 Dolmetscher im Auswärtigen Amt. Er sprach 68 Sprachen, mit über 100 hat er sich beschäftigt. Eine Ausstellung im Auswärtigen Amt, die bereits an verschiedenen Orten in Deutschland und Polen gezeigt wurde, würdigt sein Lebenswerk.

Wer war dieser Legationsrat Krebs ? 

Potsdam

Bornstedter Friedhof: Letzte Ruhe für Potsdams Prominenz

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Der Bornstedter Friedhof ist weit über die Stadt Potsdam hinaus bekannt. Er gilt als einer der schönsten und verwunschensten Friedhöfe in der Umgebung von Berlin. Der Schriftsteller Theodor Fontane bezeichnete den Bornstedter Friedhof als “Rückwand von Sanssouci” und schrieb: “Was in Sanssouci stirbt, wird in Bornstedt begraben.”Bornstedter Friedhof: Letzte Ruhe für Potsdams Prominenz

Persius erbaute die Kirche

Theodor Fontane besuchte 1869 den Friedhof und fand noch die traditionelle Obst- und Grasnutzung durch den Küster vor. Erst zehn Jahre später wurde diese Nutzung beendet. Der heutige Zustand geht auf die Wiederbelegung ab 1897 und eine Umgestaltung in den Jahren 1911 und 1912 zurück.Wunderschön angelegt und gut gepflegt ist der Kirchhof, der nur 300 Meter vom Schloss Sanssouci entfernt liegt. Ein Spaziergang beginnt an der Kirche, die 1842-43 auf Wunsch von Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. vom Architekten Friedrich Ludwig Persius (auch er liegt auf dem Friedhof) mit einem freistehenden Campanile in italienischem Stil ergänzt wurde. Später brachten die Baumeister August Stüler und Reinhold Persius das Gotteshaus in den heutigen Zustand. Im Innern findet sich das Grab des Freiherrn Jakob Paul Gundling (1673-1731). Der kunstfeindliche Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. hatte Gundling, der Präsident der Königlichen Akademie der Wissenschaften zu Berlin war, in einem Fass begraben lassen. Der Grabstein kann besichtigt werden. Die Kirche bietet so manche Überraschung. So erinnert die Kronprinzenloge in der Kirche an Kronprinz Friedrich Wilhelm, den “99-Tage-Kaiser”, der das gegenüberliegende Krongut Bornstedt mit seiner Frau iktoria bewohnte.

Spaziergang über den Bornstedter Friedhof

Bei einem Spaziergang über den schon 1599 erstmals erwähnten Bornstedter Friedhof treffen wir heute auf die Ruhestätten von preußischen Prinzen, Generalän, Offizieren, Kammerherren und Kammerdienern, Geheimen Räten, Hofärzten, Gartenarchitekten und Hofbaumeistern. Auf den einzelnen Teilen des Bornstedter Friedhofs ruhen mehr als 500 bedeutende Persönlichkeiten. Fontane nennt in seinen „Wanderungen“ auch das Grab des 1690 in Neuwied geborenen Heinrich Wilhelm Wagenführer: „Heinrich Wilhelm Wagenführer, geboren zu Neuwied 1690. Theodor Fontane erwähnt es nach einem Besuch im Jahr 1869 in seinen berühmten „Wanderungen“. Er schreibt: „Ein alter Ulmenbaum … hat sein Wurzelgeäst derart über den Grabstein hingezogen, dass es aussieht, als läge eine Riesenhand über dem Stein und mühe sich, diesen an seiner Grabesstelle festzuhalten. Gespenstisch am hellen, lichten Tag!“ Er wurde vom Rhein an die Havel verschlagen, wie es scheint zu seinem Glück.

Der Grabstein nennt ihn mit Unbefangenheit „einen vornehmen Kauf- und Handelsmann zu Potsdam“. Wagenführer verdiente sich sein Brot zunächst als einer der “Langen Kerls” im Leibbataillon des Soldatenkönigs. Später war er als Weinhändler erfolgreich.

Privatfriedhof der Hofgärtner

Wenige Schritte weiter gelangen wir auf den Familienfriedhof der Sellos, der, wie Fontane schreibt, “Hofgärtner in Bataillonen” vereint. Dort ruht auch der Garten- und Landschaftsgestalter Peter Joseph Lenné (1789-1886), Schöpfer von mehr als 50 Parkanlagen, unter einem schlichten Marmorkreuz.

Auf dem historischen Teil des Friedhofs in Potsdam entdecken wir die Gräber des „Müllers von Sanssouci“, Carl Friedrich Vogel (1736-1802) und von Henri Alexandre de Catt (1725-1795, er war Vorleser und Privatsekretär Friedrich des Großen). Aufwendig restauriert wurde das schmiedeeiserne Umfassungsgitter am Grab des Landschaftsmalers Samuel Rösel (1769-1843). Lauter berühmte Namen sind auf den Grabsteinen zu lesen. Etwa die der Architekten Heinrich-Ludwig Manger (1728-1790) und Friedrich Ludwig Persius (1802-1845).

Ebenso fand Henry Wood (1849-1925), amerikanischer Goethe-Forscher und Initiator der Quäker-Speisung für hungernde deutsche Kinder nach dem 1. Weltkrieg, auf dem kirchlichen Friedhof seine letzte Ruhe. Hinter dem Friedhof für die Hofgärtner, dem sogenannten Sello-Friedhof, entdecken wir das Grab von Anni von Gottberg (1885-1958). Sie war engagiertes Mitglied der Bekennenden Kirche im Kampf gegen das NS-Regime.

Siegward Sprottes Grabanlage

Hinter einem der wenigen Mausoleen sehen wir schon von weitem das Grab von Siegward Sprotte (1913 – 2004). Der in Bornstedt geborene Maler lebte viele Jahre in Kampen auf Sylt. Schräg gegenüber ruht der Luftfahrtpionier Werner-Alfred Pietschker (1887-1911), ein Enkel von Werner von Siemens. Auch Ludwig Justi (1876-1957), langjähriger Direktor der Nationalgalerie Berlin, ist auf dem Friedhof begraben. Justi wohnte in der nahen Orangerie im Park Sanssouci.

Grabstätte der Familie Joop

Rechtsherum kommen wir zur Familiengrabstätte der Familie Joop. Der Engel auf dem Grab des Vaters von Modedesigner Wolfgang Joop sorgte 2012 für Aufregung. Wolfgang Joop will mit dieser Plastik, die bisher seinen Garten am Heiligen See in Potsdam schmückte, seinen Vater Gerhard (1914 – 2007) ehren. Die Figur, die die Besucher so aufregte, zeigt die Metamorphose des Menschen: Der Kopf eines jungen Mannes geht über in den Körper eines alten Menschen. An den Armen wachsen ihm Flügel: bereit, zum Himmel zu fliegen. Doch zwischen den Beinen war das männliche Geschlecht zu sehen – Unbekannte schlugen es unlängst ab.

Bornstedter Friedhof Potsdam
Grabstätte Familie Joop

Gleich in der Nähe wurde im Jahr 2007 Prinz Wilhelm Karl von Preußen (1922-2007), Enkel des letzten deutschen Kaisers und langjähriger Herrenmeister des Johanniterordens, bestattet.

Bornstedter Friedhof Potsdam

  • Bornstedter Friedhof – Informationen
  • Anfahrt: Tram ab Potsdam Hbf. mit „Krongut-Linie“ bis Endhaltestelle Kirschallee, von dort 7 Minuten zu Fuß in die Ribbeckstraße. Pkw: Ausschilderung Krongut“ folgen, öffentlicher Parkplatz direkt an der Potsdamer Str. (B 273), dann Richtung Krongut, gegenüber ist der Eingang zum Bornstedter Friedhof
  • Adresse: Bornstedter Friedhof, Ribbeckstraße, 14469 Potsdam, Tel: 0331-0331520568
  • Öffnungszeiten: tgl. 7 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit
  • Führungen über den Friedhof: April bis Oktober, jeweils am 1. Samstag im Monat, Treffpunkt: 14.30 Uhr an der Kirche, anmelden im Gemeindebüro, Tel.: 0331- 520568
  • Bornstedter Friedhof im Internet: www.bornstedter-friedhof.de

Hier ein Buch über den Bornstedter Friedhof.

Hier ein weiterer “Promifriedhof” im Umland von Berlin

Ein besonderes Refugium: Stahnsdorfer Südwestkirchhof

 

1 Stunde weg

Bei Rio Reiser auf dem Alter St.-Matthäus-Kirchhof Berlin

Matthäus (3)Rio Reiser, der Sänger, Musiker, Komponist, Liedtexter und Schauspieler Foto: Weirauch

Das Schauspielmusical „RIO REISER. KÖNIG VON DEUTSCHLAND“ von Heiner Kondschak wird am Potsdamer Hans-Otto-Theater vor regelmäßig ausverkauften Haus gespielt. Wir waren zu spät, es gibt keine Karten mehr. Das Stück erzählt die Geschichte Rio Reisers anhand seiner Lieder, die auf selten erreichte Weise Politisches und Privates aufeinander beziehen. Umso mehr erinnere ich mich an Gert Möbius, den Bruder von Rio Reiser, der 1992 und 1993 desöfteren in Potsdam war, um für die Potsdamer Stadtspieltruppe (Chef war damals der Schauspieler und Regisseur Wilfried Mattukat) Stücke zu schreiben und mit Börris von Liebermann (kam von den Berliner Festspielen und war der -heute würde man wohl sagen- Generalmanager der 1000-Jahr-Feier von Potsdam) Projekte zu entwickeln. Auch ein Konzert von „Ton Steine Scherben“ mit Rio Reiser gab es auf dem Potsdamer Luisenplatz. Ich erinnere, der Platz war damals voll.

Es ist vorbei, bye, bye, Junimond

Reise

Nürnberg: Wo Albrecht Dürer seine letzte Ruhe fand

Nürnberg (20)

In wenigen Tagen ist Totensonntag (Ewigkeitssonntag). Da denke ich an meinen letzten Besuch in Nürnberg zurück. Es war im Spätsommer, als ich den Johannisfriedhof  besuchte. Als an der Sepulkralkultur Interessierter besuche ich regelmäßig Friedhöfe. Egal, wo wir gerade sind. Friedhöfe geben immer einen Einblick in die Geschichte und die Lebensgewohnheiten der Bevölkerung eines Ortes. Aber der Johannisfriedhof von Nürnberg ist ein besonderer Friedhof. Nicht nur weil dort viele Prominente ihre letzte Ruhe gefunden haben. Nein, auch weil es einer der ältesten mir bekannten Friedhöfe überhaupt ist.