Franken

Reise

111 Deutsche Biere

Es gibt Städte, in denen gehen die Touristen mit gebeugtem Haupt, um ein kunstvoll verlegtes Straßenpflaster zu bewundern. In anderen sind ihre Augen auf Schaufensterhöhe. Und in Bamberg? Dort ist zu beobachten, dass Menschen, die einen Stadtführer in der Hand halten, außergewöhnlich oft ihren Kopf in den Nacken legen – speziell dann, wenn sie vor einem der zahllosen historischen Gasthöfe stehen. Zum Beispiel vor dem äußerlich bescheidenen Fachwerkjuwel der Brauerei Spezial. An diesem zieht ein besonders kunstvoll geschiedetes Exemplar eines Brauereiauslegers die Blicke himmelwärts. Vom stolzen Adler und einem nicht weiniger majestätischen Löwen bis hin zur in Gold gefassten Himmelskönigin Maria reicht sein Figurenschmuck. Und natürlich darf auch ein sechszackiger Stern, das Symbol der Brauer, nicht fehlen.

Zu lange sollte man sich von seiner Schönheit aber nicht aufhalten lassen, denn der wahre Schatz des Hauses wartet drinnen in der unkapriziösen, eng bestuhlten, dabei aber urgemütlichen Wirtsstube. Das bernsteinbraune Rauchbier mit der schlichten Bezeichnung “Lager”, welberühmt und einer der Gründe für Bambergs Stellung als Top-Destination des globalen Biertourismus, ist im Vergleich zu seinem noch berühmteren Vetter, dem Schlenkerla, ein feinsinnig melder Geselle. Keine Spur jenes Schinkenaromas, das viele mit diesem Biertyp gleichsetzten (einem, der Name sagt es, mit geräuchertem Malz gebrauten). In der Version des Spezial verleiht die außerhalb Frankens nur höchst selten gebäuchliche Zutat dem Trunk eine rätselhafte, magische, die Gaumenknospen öffnende Würzigkeit. Daher ist das Lager auch für Neugierige hochkompatibel, für die ein Brotzeitschinken auf Brot gehört. Nachbestellt wird es übrigens stumm: einfach den Krug neben den Bierdeckel stellen. Gebräut wird im Spezial seit 1536 – und das Rauchmalz kommt noch immer aus eigener Produktion.

Informationen

  • Brauerei Spezial
    Obere Königstraße 10, 96052 Bamberg
    Tel. 0951 24304
    www.brauerei-spezial.de

 Genusslektüre für Liebhaber der Braukultur

„Süffige“ Lektüre aus Bamberg: Das neue Bamberger Biermagazin bietet Geschichten rund um die herausragende Bierkultur der UNESCO-Welterbestadt. Ein Schwerpunkt der diesjährigen Ausgabe sind zum Beispiel die historischen Bierstile, die in Bamberg gebraut werden. Auch die Brauereien selbst blicken oft auf eine jahrhundertealte Geschichte zurück: Gemeinsam bringen es die elf Bamberger Brauereien auf ein Durchschnittsalter von über 340 Jahren – und hier ist die Geschichte der nahezu 70 Brauereien im Bamberger Land noch nicht berücksichtigt. Zugleich weckt das Magazin die Vorfreude auf den Sommer und damit auf die Kellersaison: den Monaten also, in denen man sein frisch gezapftes Bier im Schatten von großen Bäumen „auf’m Keller“ genießt. Für köstliches Bier braucht es Hopfen – und der wird nach fast 100 Jahren nun wieder direkt in Bamberg angebaut: So berichtet das Magazin auch von den Führungen und Workshops, die der Bamberger Hopfengarten anbietet (www.bamberg.info).

Premiere für ein neues Genuss- und Kulturevent

Vom 28. März bis zum 14. April 2019 feiert in Bamberg ein neues Genuss- und Kulturevent Premiere: In dieser Zeit steht beim „BamBierla“ die Bierkultur im Mittelpunkt. Ein neues Volksfest will das „BamBierla“ nicht sein, stattdessen setzt es auf ein Programm, bei dem das Bier als „flüssiges Gold“ richtig glänzen kann. Bei über 50 Veranstaltungen arbeiten Brauereien, Einzelhändler, Restaurants und weitere Partner zusammen. Dazu gehören Bierverkostungen, kreative Bier-Menüs mit ausgewählter Bierbegleitung oder „Food-Pairings“, bei denen sich zum Beispiel zeigt, wie gut Bier und Schokolade zusammenpassen. Lesungen setzen spannende Geschichten zur Bierkultur in Szene und bei Biertouren spazieren die Teilnehmer selbst zum „Ort des Geschehens“. Komplett wird das Programm mit Brau- und Kochkursen, Bierwanderungen oder Bier-Yoga. Es empfiehlt sich, die gewünschten Veranstaltungen zeitig zu buchen; außerdem bietet der Bamberg Kongress & Tourismus Service eine Reisepauschale mit Übernachtungen und mehreren Programmpunkten zum ersten „BamBierla“ an (bambierla.de, www.bamberg.info).

Buchtipp (Emons)

Bücher

5 Topziele in Franken

Ansbach (12) - Kopie

“Frische Fahrt ins Romantische Franken” So lautet der Titel eines Reiseführers, den Jörg Berghoff im Gmeiner Verlag herausbrachte. 66 Lieblingsplätze hat der Reisejournalist darin aufgelistet.

Soviel sei verraten: die Lektüre lohnt. Immer, wenn ich in Franken unterwegs bin, schlage ich in dem Führer nach und lasse mich neu inspirieren. Das romantische Franken ist weit mehr als eine werbewirksame Erfindung pfiffiger Tourismus-Marketingstrategen oder Rückzugsort zivilisationsmüder Aussteiger. Jörg Berghoff erklärt es so : “Es liegt zugegebenermaßen etwas abgeschieden zwischen Frankenhöhe und dem Steigerwald im Norden, dem Hesselberg im Süden, zwischen Rothenburg ob der Tauber und Dinkelsbühl im Westen und der Metropolregion Nürnberg im Osten. Damit erfüllt es zwar alle Kriterien für ein Gebiet, in dem sich jeder romantisch veranlagte Mensch schnell wie zu Hause fühlen kann. Doch das Romantische Franken auf inszeniertes Mittelalter, Fachwerkromantik und Seelenlandschaften zu reduzieren, wird ihm nicht gerecht. Die heutige Ästhetik ist nicht spurlos an ihm vorbeigegangen, manch neuer Museumsbau wirkt eher puristisch-postmodern und auch als Wirtschaftsstandort mit innovativen Unternehmen vor allem in der Kunststoffverarbeitung hat sich die Gegend international einen Namen gamacht. Das auch lauthals zu verkünden, ist eine andere Sache.” Aus den 66 Zielen habe ich 5 ausgewählt, hier sind sie:

Hier 5 Topziele in Franken:

Ansbach – Markgräfliche Residenz

Die ehemalige Residenz der Markgrafen von Brandenburg-Ansbach hat noch heute ein wenig vom Flair eines Fürstertums. Durch ihre historischen Mauern weht das elegante, prunkvolle, unbeschwerte Lebensgefühl des Rokoko, vergeblich sucht man hier das fränkische Klischee von Fachwerk im Zuckerbächerstil. Die Stadt schwelgt vielmehr in barocken Fassaden und versteckten Renaissance-Innenhöfen.

Das hat sie hauptsächlich dem wohl exravagantesten Vertreter des Hohenzollerngeschlechts Karl Wilhelm Friedrich, dem “Wilden Markgrafen”, zu verdanken. Um den sinnenfrohen, den Lustbarkeiten zugeneigten Herrscher ranken sich viele Legenden, sicher ist, dass seine Jagdleidenschaft ihm nicht nur die damals größte Falknerei Europas einbrachte, sondern auch manch anderes Pläsier zwischen Puder und Perücken.

Die preußische Prinzessin Friederike Luise wurde 1729 mit 15 Jahren in Berlin mit Carl Wilhelm Friedrich, Markgraf von Brandenburg-Ansbach (1712–1757), dem „wilden Markgrafen“, verheiratet.  Ihr Bruder König Friedrich II. unterstützte sie mit einer Apanage und erhielt im Gegenzug ein Regiment Soldaten aus Ansbach (ebenso erging es seiner in Bayreuth verheirateten Schwester Wilhelmine. Diese nicht aus Preußen stammenden Truppen haben erfolgreich für Preußen gekämpft; sie erscheinen im Text zum Hohenfriedberger Marsch: „Auf Ansbach Dragoner, auf Ansbach-Bayreuth“.

Informationen

  • Adresse: Residenz Ansbach, Bayerische Verwaltung der Staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, Schloss- und Gartenverwaltung Ansbach,
  • Promenade 27, 91522 Ansbach
  • Tel. 0981 9538390
  • www.schloesser.bayern.de

Ansbach – Kaspar-Hauser-Museum

Eine eigenständige Abteilung im Markgrafenmuseum ist Kaspar Hauser gewidmet, ein Buchladen um die Ecke und manch Speis und Trank in den Gasthöfen.  Es sind weniger die sehenswerten Exponate wie jene blutbefleckte Leinenhose, die 1996 das Wochenmagazin “Der Spiegel” gentechnisch untersuchen ließ, um zu beweisen, dass er kein badischer Erbprinz war. Wer weiß denn schon, ob die Hose tatsächlich von Kaspar getragen wurde? Nein, es ist die besondere Stille der Räume, ihre Anordnung, das gedämpfte Licht und eine geheimnisvolle Atmosphäre, die jeden Besucher umgibt und der sich keiner entziehen kann.

Im Museum für Kaspar Hauser können Besucher abstimmen, Foto: D.Weirauch
Im Museum für Kaspar Hauser können Besucher abstimmen, Foto: D.Weirauch
An dieser Stelle im Hofgarten von Ansbach soll Kaspar Hauser ermordet worden sein, Foto: D.Weirauch
An dieser Stelle im Hofgarten von Ansbach soll Kaspar Hauser ermordet worden sein, Foto: D.Weirauch

Informationen

  • Adresse: Markgrafen-Museum Ansbach, Kaspar-Hauser-Platz 1, 91522 Ansbach
  • Tel. 0981 9775056
  • www.ansbach.de

Heilsbronn – Münster St. Marien und Jakobus

Das Münster, ursprünglich eine romanische Basilika, hat viele An- und Umbauten erlebt, nicht aber seine würdevolle Ausstrahlung verloren. Kunstschätze wie Altäre aus den Werkstätten eines Albrecht Dürer, Lucas Cranach, die Grablege der Markgrafen oder die Pietà eines unbekannten Künstlers aus dem 16. Jahrhundert laden mich immer wieder aufs Neue zum meditaiven Verweilen ein. Auch ohne Heilwasser ist Heilsbronn zur Perle im Romanischen Franken geworden.

Informationen

  • Adresse: Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Heilsbronn, Pfarrgasse 8, 91560 Heilsbronn
  • Tel. 09872 1297
  • www.Heilsbronn-Evangelisch.de

Rothenburg ob der Tauber

Die Silhouette des mittelalterlichen anmutenden Rothenburg ob der Tauber wird geprägt von zahlreichen Türmen der Stadtmauer, aber auch von imposanten Kirchenbauten wie der St.-Jakobs-Kirche. Die gotische Basilika und ihr Heilig-Blut-Altar des berühmten Würzburger Bildhauers Tilman Riemenschneider, zwischen 1499 und 1505 angefertigt, ist noch heute Ziel vieler Pilger. Jörg Berghoff gibt einen Tipp ” Ein Besuch der Stadtpfarrkirche lohnt sich allemal. Doch wie so oft gibt es auch in Rothenburg kleine Perlen zu finden, die sich eher verstecken, als dass sie das Licht der Berühmtheit suchen. Die Rothenburger Franziskanerkirche ist solch eine Entdeckung, von außen eher unscheinbar, innen aber umso größer in ihrer Ausstrahlung.”

Informationen

  • Adresse: Franziskanerkirche, Kirchengemeinde St. Jakob
  • Herrengasse, 91541 Rothenburg ob der Tauber
  • Tel. 09861 700620
  • www.rothenburgtauber-evangelisch.de

Buchtipp: Jörg Berghoff: Frische Fahrt ins Romantische Franken. Türme, Teiche, Traditionen.

Gmeiner Verlag Meßkirch, 14,99 Euro

Jörg Berghoff, geboren 1954 in Erbach/Rheingau, ist Buchhändler, Winzermeister und Pressesprecher, war im Verlagsmarketing sowie als Lektor und Redakteur tätig. 1998 gründete er mit PRB ein Pressebüro für Touristik, Kultur und Sport.

von Jörg Berghoff und Thomas Burgert ist im Gmeiner Verlag der Titel

An Altmühl und Donau: Lieblingsplätze zum Entdecken

erschienen.

Hier geht es zu weiteren Sehenswürdigkeiten in Franken und hier zur Seite von Frankentourismus.

Reise

Churfranken: Auswandererbier aus Miltenberg

Brauerei Faust in Miltenberg in Churfranken

Ich bin ehrlich. Der Hinweis in dem Buch „111 fränkische Biere, die man getrunken haben muss“ (Emons Verlag), dass der Genuss fränkischer Biere süchtig machen kann, ist eingetreten. Ich bin ständig auf der Suche nach diesen Bieren aus Franken, Churfranken und Bayreuth. Gern will ich heute mehr erzählen davon.

Vom steintrockenen Herrenpils über das vollmundige und naturtrübe Zwickl bis hin zum Rauchbier, Bambergs »flüssigem Schinken«: Nirgendwo auf der Welt ist die Biervielfalt größer als in Franken. In 275 Brauereien entstehen dort über 2.000 Sorten. Auch die Einheimischen kennen davon meist nur einen Bruchteil, denn jeder Ort trinkt am liebsten seine eigenen Märzen, Pilsner und Bockbiere – und viele werden wie anno dazumal nur aus dem Fass und nur im eigenen Wirtshaus ausgeschenkt. Norbert Krines hat sie alle verkostet und mit Martin Droschke die 111, die man unbedingt getrunken haben muss, zu einem Genussführer durch Deutschlands Bierparadies zusammengestellt. Ich habe das Auswandererbier der Brauerei Faust probiert und bei einer Führung durch das ehrwürdige Anwesen sehr viel über die Geheimnisse der Braukunst erfahren. Die kleine Brauerei Faust in Miltenberg. Beim jüngsten  Wettbewerb um den “Meiningers International Craft Beer Award 2017” erhielten die Brauer “Gold” für die Biersorten Bayerisch Hell, Hefeweizen dunkel, Hochzeitsbier, Holzfassgereifter Eisbock 2014, Jahrgangsbock 2014 und Kräusen, dazu “Silber” für sein Auswanderbier und seinen Dunklen Doppelbock.

Braumeister und Biersommelier Cornelius Faust
Braumeister und Biersommelier Cornelius Faust
Schlösser und Burgen

Burgerlebnismuseum auf der Cadolzburg

Cadolzburg (28)

In der Tat, die Cadolzburg liegt inmitten des kleinen beschaulichen Ortes. Linkerhand befindet sich das Infozentrum und der Rundgang beginnt. Doch zuerst noch über eine Brücke in den Innenhof, der uns sofort gefangen nimmt. Unsere Zeitreise beginnt sodann. Denn das ist auf der Cadolzburg möglich.  Es ist das erste Burgerlebnismuseum in Deutschland. Mit einer Datenbrille kann man  „live“ bei einem spätmittelalterlichen Turnier dabei sein. Dieses virtuelle Erlebnis ist erstmals in einem deutschen Museum mit historischer Themenstellung zu erleben. Bedauerlicherweise war die Datenbrille bei unserem Besuch defekt.

Blick auf die Cadolzburg, Foto: D.Weirauch
Blick auf die Cadolzburg, Foto: D.Weirauch

Geschichte der Hohenzollern

Es gibt eine Menge zu erleben auf der Cadolzburg. So erklärt die Ausstellung „HerrschaftsZeiten! Erlebnis Cadolzburg“ anschaulich, wie die Hohenzollern vor 600 Jahren in Franken und Brandenburg regiert und gelebt haben. Interaktive Medienstationen, Originalobjekte sowie aufwändige Reproduktionen machen die Blütezeit der Burg im 14. und 15. Jahrhundert für die Besucher lebendig.

Cadolzburg ist neue Attraktion in Franken

Fast 37 Millionen Euro wurden in den Wiederaufbau der Cadolzburg investiert. Sie ist nichjt nur in Franken eine Attraktion, sonder auch ein Highlight an der Burgenstraße, die durch die Landschaften des Neckartals, der Fränkischen Schweiz, des Frankenwaldes und des Fichtelgebirges bis nach Böhmen führt. Die Touristikroute gewährt Reisenden einen historischen Einblick in Mittelalter, Barock und Klassizismus.

Die Skulptur „Die Feder siegt über das Schwert“ vor der Cadolzburg, Foto: D.Weirauch
Die Skulptur „Die Feder siegt über das Schwert“ vor der Cadolzburg, Foto: D.Weirauch

Dass das Konzept der Museumsmacher um Dr.  Sebastian Karnatz und Uta Piereth aufgeht, zeigen die hohen Besucherzahlen allein in den ersten beiden Wochen nach Ausstellungseröffnung: Mehr als 10.000 Besucher besuchten das Mitmach-Museum.

Beliebtes Mitmachmuseum von Anfang an

Damit gibt es nun – nach dem Deutschen Burgenmuseum auf der Veste Heldburg in der Nähe von Coburg – mit der Cadolzburg eine weitere, spannende Anlaufstelle für historisch interessierte Gäste.

Mit der 3D-Brille durch die Cadolzburg Foto: Jörg Rofeld/ Bayerische Schlösserverwaltung
Mit der 3D-Brille durch die Cadolzburg Foto: Jörg Rofeld/ Bayerische Schlösserverwaltung
Neben Vido- gibt es auch Hörstationen auf der Cadolzburg, Foto: D.Weirauch
Neben Vido- gibt es auch Hörstationen auf der Cadolzburg, Foto: D.Weirauch

Kurz zur Geschichte: Der Markt Cadolzburg gelangte um das Jahr 1250 in den Besitz der hohenzollerschen Burggrafen zu Nürnberg.  Warum blieben die Burggrafen nicht einfach in Nürnberg? Der Grund liegt in der schwierigen Machtkonstellation innerhalb des Stadtgebietes. Nürnberg war damals eine aufstrebende und immer mächtiger werdende freie Reichsstadt.

Eindrucksvoll wird die Baugeschichte der Cadolzburg erläutert. Foto: d.Weirauch
Eindrucksvoll wird die Baugeschichte der Cadolzburg erläutert. Foto: d.Weirauch

Damit stellte sie für die Hohenzollern, die nur über wenig Land und zugesicherte Rechte in und um die Stadt verfügen, eine Herrschaftskonkurrenz dar.Aus dieser Zeit stammen auch die ältesten Teile der Burg. Im 14. Und 15. Jahrhundert wurde die Burg zum Zentrum ihrer Herrschaft in Franken. Die  Cadolzburg blieb über 200 Jahre lang bevorzugter Wohnsitz der fränkischen Hohenzollern und empfing Fürsten, Könige und Kaiser als Gäste.

In Workshops mit dem Steinmetzmeister Christoph Bücker können Sie ein altes Handwerk neu erleben. Foto: Bayerische Schlösserverwaltung.
In Workshops mit dem Steinmetzmeister Christoph Bücker können Besucher ein altes Handwerk neu erleben. Foto: Bayerische Schlösserverwaltung.

Der Niedergang der Cadolzburg gipfelte im Verlassen der Burg Ende des 18. Jahrhunderts. Ende des Zweiten Weltkrieges fiel die Burg einem Artilleriebeschuss zum Opfer und brannte nahezu völlig aus.  Erst im Jahr 1982 wurde mit dem Wiederaufbau begonnen.

Das Neue Schloss mit dem neuen Treppenanbau des Architekturbüros Claus + Forster,
Das Neue Schloss mit dem neuen Treppenanbau des Architekturbüros Claus + Forster,Foto: D.Weirauch
In der Burgküche mit dem Ochsenschlot genannten Abzug duftet es nach Ochsenbraten. Damnk Duftpatrone. Foto: D.Weirauch
In der Burgküche mit dem Ochsenschlot genannten Abzug duftet es nach Ochsenbraten. Damnk Duftpatrone. Foto: D.Weirauch

Das nun eröffnete Erlebnismuseum lässt das alte Leben auf der Burg in neuem Licht erstrahlen und gibt vor allem einen umfassenden Überblick über die Herrschaft der Hohenzollern.

Informationen zur Cadolzburg

  • Adresse: Burg Cadolzburg, 90556 Cadolzburg, Tel. 09103 70086 – 22/21
  • Mail: burg-cadolzburg@bsv.bayern.de
  • Internet: www.burg-cadolzburg.de
  • Ö­ffnngszeiten:
  • April – September: 9.00 – 18.00 Uhr
  • Oktober – März: 10.00 – 16.00 Uhr
  • Montags geschlossen
  • Eintrittspreise:
  • 7,- Euro regulär · ermäßigt 6,- Euro
    (inklusive Multimediaguide)
  • Kombiticket
    Cadolzburg + Kaiserburg Nürnberg
    12,- Euro regulär · 10,- Euro ermäßigt
  • Kombiticket
    Cadolzburg + Historisches Museum Cadolzburg
    8,50 Euro regulär · 6,50 Euro ermäßigt
  • Burggarten: Eintritt frei

  • Freier und ermäßigter Eintritt
  • Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr erhalten freien Eintritt.
  • Regelmäßig stattfindende Führungen
  • „HerrschaftsZeiten – Die Cadolzburg im Spätmittelalter“ (75 Minuten)
    Wann: Samstag 11 und 14 Uhr · Sonntag 11 Uhr
    Kosten: 2,- Euro pro Person + Eintritt
  • Familienführung
    „HerrschaftsZeiten – So lebten die Hohenzollern auf der Cadolzburg“
     (75 Minuten)
    Wann: Sonntag 14 Uhr
    Kosten: 2,- Euro pro Kind; Erwachsene benötigen lediglich eine Eintrittskarte.

Die Recherche in Franken wurde unterstützt von Franken Tourismus.

Festtagsschmaus und Einheitsbrei

In seiner aktuellen Sonderausstellung widmet sich das Historische Museum Cadolzburg dem Thema „Festtagsschmaus und Einheitsbrei“. Bis zum 5. Mai 2019 zeigt sie, welche Faktoren bestimmen, was in einer Gesellschaft gegessen und getrunken wird. So definieren unterschiedliche Ernährungsweisen sozialen Status und kulturelle Zugehörigkeit, historische Entwicklungen und gesellschaftliche Zustände schlagen sich ebenfalls im Speiseplan nieder. Die Ausstellung zeigt diese komplexen Beziehungen und Bedingungen konkret am kulinarischen Raum Franken. Sie gibt einen Überblick über wechselnde Ernährungssituationen in verschiedenen zeitlichen Epochen und sozialen Schichten – selbstverständlich nimmt sie auch die fränkischen Klassiker Kloß, Bratwurst und Lebkuchen in den historisch-kulturellen Blick (www.museum-cadolzburg.de).

Hier weitere Beiträge zu Franken.

Weitere Informationen/Buchtipps:

Unbedingt lesenswert ist der umfangreiche Katalog zur Geschichte der Cadolzburg als Herrschaftssitz der Fränkischen Zollern im Mittelalter. Bayerische Schlösserverwaltung, Bd. XII; 40 Euro.

sowie von Dr. Sebastian Karnatz: “Burgen, Klöster, Residenzen. Eine Reise zu den Orten der Hohenzollern in Franken”. Verlag ars vivendi, 15 Euro.

Kurator Dr. Sebastian Karnatz hat den Führer zu den Burgen der Hohenzollern verfasst. Foto: D.Weirauch
Kurator Dr. Sebastian Karnatz hat den Führer zu den Burgen der Hohenzollern verfasst. Foto: D.Weirauch

 

Demnächst lesen Sie hier mehr zu weiteren Stationen zu den Hohenzollern in Franken:

+ Plassenburg über Kulmbach mit der Ahnengalerie der Hohenzollern

+ Die Grablege der Hohenzollern im Münster von Heilsbronn

 

ReiseSchlösser und Burgen

Heilsbronn – Grablege der Hohenzollern

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Von Bamberg kann man gut mit dem Zug nach Heilsbronn fahren. Schon die Fahrt dorthin ist ein Erlebnis. Eingebettet in eine hügelige Landschaft stellt Heilsbronn mit seinem ehemaligen Zisterzienserkloster und der Hohenzollern-Grablege einen kultur-historischen Höhepunkt im Osten von Ansbach dar.

An der Grenze der Bistümer Bamberg, Würzburg und Eichstätt gründete Bischof Otto I. von Bamberg im Jahr  1132 ein Kloster. 9 Jahre später übernahmen es die  Ebracher Zisterziensermönche. Dann wurde es zu einem “Bronnen des Heils” für das Frankenland. Über Jahrhunderte hinweg wurde der Westen Mittelfrankens durch das große Stift geprägt.

Die Reste der Klosteranlage erinnern heute noch daran, dass Heilsbronn einst zu den reichsten Klöstern Frankens gehörte. denn die Äbte hatten das Recht, bischöfliche Würden zu tragen, und die Kloster- und Schreibschule waren weithin berühmt.

Grablege der Hohenzollern

Die Grafen von Abenberg (hierüberspäter mehr) und die hohenzollernschen Burggrafen von Nürnberg wählten die Klosterkirche als Grablege. Im 16. Jahrhundert begann der mit der Säkularisation des Klosters einhergehende Niedergang des Marktfleckens. Erst anlässlich der 800-Jahr-Feier im Jahr 1932 wurde Heilsbronn zur Stadt erhoben. Es vergrößerte sich stetig. Heute leben 9.000 Einwohner in dem Ort am Rande des Klosters.

Bei einem Spaziergang durch die Innenstadt wird man unweigerlich auf die kösterliche Vergangenheit stoßen. Teile der Klosterbefestigung und der ehemaligen Klostergebäude sind noch vorhanden, darunter das Refektorium und das Brunnenhaus sowie die Spitalkapelle aus dem Jahr 1266) mit Fachwerkaufbau im Brauereihof. zu sehen auch das Klosterverwalterhaus (1621) am Marktplatz und der Katharinenturm. Sehenwert ist auch der Güllichshof, ein unter Denkmalschutz stehender Fachwerkbau, der in seiner wechselhaften Geschichte schon als Gutshof, Wirtshaus und Posthalterei gedient hat.

 

Informationen zu Heilsbronn

Verkehrsamt
Kammereckerplatz 1, 91560 Heilsbronn
Tel. 09872 80619
www.heilsbronn.de
Für 1 Euro ist dort eine Wanderkarte mit Tourenvorschlägen erhältlich.

Stadtführungen
von April bis September am ersten Samstag des Monats um 15 Uhr
Treffpunkt: Am Aufzug zum Museum “Vom Kloster zur Stadt”, Teilnahmegebühr 3 Euro (inkl. Museumseintritt)

Tipp zu Essen und Trinken:

Gasthof Goldener Stern
Ansbacher Straße 3, 91560 Heilsbronn
Tel. 09872 1262
www.goldener-stern-heilsbronn.de
gutes Preis- Leistungsverhältnis

Die Recherche in Ansbach wurde unterstützt von Franken Tourismus.

ReiseSchlösser und Burgen

Die einstige Markgräfliche Residenz Ansbach

4293312_ansbach_rokoko-festspieleRokoko Festspiele in Ansbach, Foto: Franken-Tourismus

Preußische Prinzessinnen haben nicht nur in Brandenburg – Preußen ihre Spuren hinterlassen. Auch in Franken kann man beispielsweise zwei Schwestern von Preußenkönig Friedrich dem Großen begegnen: in Bayreuth und Ansbach. Die einstige Markgräfliche Residenz Ansbach

Blick auf die Reidenz Ansbach, im Vordergrund eine Kunstinstallaition, Foto: D.Weirauch
Blick auf die Reidenz Ansbach, im Vordergrund eine Kunstinstallaition, Foto: D.Weirauch

Die ehemalige Residenz der Markgrafen von Brandenburg-Ansbach, am Rand der Altstadt gelegen, gehört zu den bedeutendsten baulichen Zeugnissen des 18. Jahrhunderts in Franken.

Friedrich der Große war hier

Markgräfin Friederike Luise, Schwester Friedrich des Großen, war mit dem Markgrafen zu Brandenburg-Ansbach verheiratet. Verbürgt sind ein oder zwei Besuche des Preußenkönigs bei seiner Schwester. Daran erinnert ein Gemälde in einem der 27 prächtig ausgestatteten Rokokoräumen, die man bei einer etwa einstündigen Führung erleben kann.

In der Galerie einen Ehrenplatz: Friedrich der Große, Foto: D.Weirauch
In der Galerie einen Ehrenplatz: Friedrich der Große, Foto: D.Weirauch

Spiegelkabinett und Meißner Porzellan

Sehenswert sind vor allem der doppelgeschossige Festsaal, das Spiegelkabinett mit seiner Sammlung von Meißener Porzellan sowie der Kachelsaal mit rund 2.800 Fliesen aus der ehemaligen Ansbacher Fayencemanufaktur. Ebenfalls interessant ist die Sammlung Ansbacher Fayencen und Porzellane.

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Rokoko-Werke in der markgräflichen Galerie

Neben dem Studium des Deckenfresko des Festsaals von Carlo Carlone sollte man längere Zeit in der Gemäldegalerie mit Werken des Rokoko und Gemälden aus der ehemals markgräflichen Galerie (Zweigmuseum der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen) verweilen.

Blick in das Markgräfliche Schloss Ansbach, Foto: D.Weirauch
Blick in das Markgräfliche Schloss Ansbach, Foto: D.Weirauch

Die Markgräfliche Residenz Ansbach entwickelte sich aus einer spätmittelalterlichen Anlage. Ihre jetzige Gestalt erhielt sie im 18. Jahrhundert durch Gabriel di Gabrieli und Karl Friedrich von Zocha. Leopold Retti schuf die Innenausstattung des frühen Rokoko.

Blick auf die Orangerie mit Hofgarten, Foto: Stadt Ansbach

Heute ist ein Großteil der Schlossanlage Sitz der Regierung von Mittelfranken. Ansbach liegt an der Burgenstraße.

Hofgarten mit Orangerie

Gegenüber der Residenz Ansbach lädt der Hofgarten zum Verweilen ein. In der Parkanlage, zu der eine Orangerie gehört, kann man auch einen Rosen- und Heilkräutergarten besichtigen. Von 1726 bis 1743 wurde die Orangerie mit einem vorgelagerten Parterre und zwei seitlich angeordneten Lindensälen errichtet. Noch heute überwintern darin die empfindlichen Pflanzen.

Die Rokoko-Festspiele ziehen jährlich viele Besucher an, Foto: D.Weirauch
Die Rokoko-Festspiele ziehen jährlich viele Besucher an, Foto: D.Weirauch

Wiegleb Orgel in St. Gumbertus, Foto: Stadt Snsbach
Wiegleb Orgel in St. Gumbertus, Foto: Stadt Snsbach

Unbedingt besuchen: die Rokoko-Spiele

Im Hofgarten finden alljährlich Anfang Juli die Rokoko-Spiele statt, bei denen vor der Kulisse der Orangerie der Glanz des Ansbacher Hofes zu neuem Leben erwacht. Die Anlage wurde in Anlehnung an französische Vorbilder erbaut. Die Nordseite des Gebäudes wurde der Kolonnade des Louvre, die Südseite dem Grand Trianon in Versailles nachempfunden. Auch ein Café und Restaurant befindet sich im Hofgarten.

Blick auf die Ansbacher Residenz

Kübelpflanzen und Sommerbepflanzung

Die Frühjahrs- und Sommerbepflanzung im Parterre mit Blumen wird in Anlehnung an barocke Musterbücher in artenreicher Anordnung gezeigt. Das von der Orangerie im Sommer präsentierte Sortiment von Kübelpflanzen besteht aus Zitronen-, Pomeranzen-, Oliven-, Pistazien-, Lorbeer- sowie Erdbeerbäumen.

Wo  Kaspar Hauser ermordet wurde

Sen Hofgarten der Markgräflichen Residenz kann man am besten mit einer Führung gut erleben. Denn das Auge sieht nur das, was es weiß, so eine alte Gärtnerweisheit. Denkmale und Gedenktafeln erinnern in dem großzügigen Park etwa an den Botaniker Leonhart Fuchs, zu dessen 500. Geburtstag im Jahr 2001 ein vielfältiger und interessanter Heilkräutergarten angelegt wurde. Ebenfalls gibt es, teilweise versteckt, Denkmale für den Dichter Johann Peter Uz, an den markgräflichen Minister Freiherr von Benkendorff und natürlich an das Findelkind Kaspar Hauser.

An dieser Stelle im Hofgarten von Ansbach soll Kaspar Hauser ermordet worden sein, Foto: D.Weirauch
An dieser Stelle im Hofgarten von Ansbach soll Kaspar Hauser ermordet worden sein, Foto: D.Weirauch

Am 14. Dezember 1833 wurde im Hofgarten Kaspar Hauser, das „Kind von Europa“, unter mysteriösen Umständen niedergestochenl Noch immer lautet die Frage: Prinz oder Nichtprinz. In Kasper Hauser wird ein vertauschter Erbprinz von Baden vermutet, was aber bis heute auch durch Genanalysen nicht belegt werden konnte.

Im Museum für Kaspar Hauser können Besucher abstimmen, Foto: D.Weirauch
Im Museum für Kaspar Hauser können Besucher abstimmen, Foto: D.Weirauch
Kaspar Hauser Denkmal, Foto: Stadt Ansbach
Kaspar Hauser Denkmal, Foto: Stadt Ansbach
Kaspar Hauser Grab, Foto: Stadt Ansbach
Kaspar Hauser Grab, Foto: Stadt Ansbach

Residenz Ansbach – Informationen

  • Öffnungszeiten: April-September: 9-18 Uhr, Oktober-März: 10-16 Uhr, tgl. außer Montag, Neujahr, Faschingsdienstag, Heiligabend, 1. Weihnachtsfeiertag und Silvester
    Führungen: April-September: stündlich von 9-17 Uhr, Oktober-März: stündlich von 10-15 Uhr
    Eintritt: 4,50, ermäßigt 3,50 Euro
    Kontakt: Schloss-und Gartenverwaltung Ansbach, Promenade 27, 91522 Ansbach, Tel.: 0981/ 95 38 39-0, E-Mail: sgvansbach@bsv.bayern.de
    Internet: www.schloesser.bayern.de
  • Übernachten: Hotel Bürger-Palais, Neuistadt 48, 91522 Ansbach, tel.: 0981/95131

hier weitere Infos zu Franken

Die Recherche in Ansbach wurde unterstützt von Franken Tourismus.

Empfehlenswertes Hotel mit Bratswurstube: Bürgerpalais Ansbach, zentral gelegen und freundlicher und flinker Service. ein Haus, in dem ich mich immer wieder wohlfühle.

Blick in den Beringershof, Foto: Stadt Ansbach
Blick in den Beringershof, Foto: Stadt Ansbach

Ansbach ist eine Station an der Burgenstrasse.

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