Franken

Reise

Top Ziele in Franken

Bayreuth (1)

In den letzten Jahren war ich desöfteren in Franken. Es ist immer wieder für mich ein Reiseziel erster Güte. Im Herzen Mittelfrankens liegt die Bilderbuchlandschaft der Fränkischen Schweiz. Östlich davon erstreckt sich die Fränkische Alb, weiter nördöstlich das Fichtelgebirge und der Frankenwald. Churfranken und das Maintal mit Miltenberg hatte ich unlängst hier vorgestelt. Nordwestlich schließen sich die sanften Hügel der Hassberge und die Laubwälder des Steigerwaldes an. Entdecker der Fränkischen Schweiz sind die Dichter Ludwig Tieck und Heinrich Wilhelm Wackenroder, die um Pfingsten 1793 als Studenten von Erlangen aus die bis dahin unbeachtete Gegend erkundeten. Sie folgten malerischen Flusstälern, erkletterten Ritterburgen auf steilen Felsen, besuchten Dörfer und bestaunten die kunstvoll-märchenhaften Fichtelgebirge. Auch das Fichtelgebirge und der Frankenwald wurden von bekannten Schriftstellern bereist. Die dortigen bizarren Steinriesen sind auch romantisch, aber herber, die endlosen dunktlen Wälder inspirierten zu Sagen über Irrlichter und Moorweiblein. Der Fremdenverkehrt setzte zögerlicher ein, als in der Fränkischen Schweiz. Die Menschen im Frankenwald leben vom Holz, früher als Flößer, heute in der Holzverarbeitung und von Weihnachtsbaumschulen. Das Fichtelgebirge war einst Bergbauregion, später etablierten sich die chemische Industrie und die Produktion von Porzellan für Hutschreuther, Rosenthal und andere Wirtschaftszweige. Nicht alle firmen haben überlebt, dafür erinnern tolle Museen, wiedas Porzellanikon in Selb an die traditionsreiche Porzellanherstellung.

Top-Ziele in Franken

Bayreuth

Auf das Konto der kunstsinnigen Markgräfin Wilhelmine gehen das kostbar ausgestattete Neue Schloss, ein wunderschönes Barocktheater und die Eremitage, ein englischer Landschaftpark mit Lustschlössern und Wasserspielen.

Blick auf das Fespielhaus im Juni 2016
Blick auf das Fespielhaus im Juni 2016, Foto: D.Weirauch

Bamberg

Die 1000-jährige Bischofs- und Kaiserstadt zählt um UNESCO-Welterbe. Auftakt machen das Alte Rathaus mitten in der Regnitz und eine “Klein-Venedig” genannte mittelalterliche Häuserzeile. Es folgen die Neue Residenz und der Dom mit Werken von Tilmann Riemenscheider und Veit Stoss.

Eine von mehreren Brauereigaststätten in Bamberg, Foto: Weirauch
Eine von mehreren Brauereigaststätten in Bamberg, Foto: Weirauch

Seit 1993 zählt die Altstadt von Bamberg zum UNESCO-Welterbe. Als Welterbestadt ist Bamberg verpflichtet, Wissen über die UNESCO-Auszeichnung und die Erhaltung des kulturellen Erbes zu vermitteln. Diese Vermittlung wird ab Mai 2019 in dem neuen Welterbe-Besucherzentrum auf dem Areal der Unteren Mühlen stattfinden. In dem Neubau in direkter Nachbarschaft zum bekannten Brückenrathaus sind neben der Dauerausstellung zum Welterbe, die das Berliner Büro h neun konzipiert hat, auch ein Laden sowie die Büroräume des Zentrums Welterbe Bamberg untergebracht. Im Erdgeschoss können Gäste im Restaurant HENRII mediterrane Küche kombiniert mit regionalen Produkten bei bester Aussicht genießen. Informationen zum Besucherzentrum sind unter https://welterbe.bamberg.de verfügbar.

Nürnberg

Zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert erblühte die Freie Reichsstadt zum Zentrum von Politik, Handel, Kunst und Wissenschaft. Zu Füßen der Kaiserburg und im Schutz der Stadtmauer wirkte der Künstler Albrecht Dürer – sein Wohnhaus versetzt als Museum Besucher in das Leben und Denken der Renaissance.

Altmühltal

Zwischen Gunzenhausen im Westen und Kelheim im Osten windet sich die Altmühl durch breite Täler, Auen und vorbei an bizarren Felsen. Ob zu Fuß, mit dem Rad oder Schiff – Kulturgüter wie die Ritterburg Schloss Prunn, das barocke Eichstätt oder das Kloster Weltenburg am Donaudurchbruch bei Kelheim liegen am Weg.

Nördlingen

Manches ist hier außeridrisch. Die kreisrunde mittelalterliche Stadt schmiegt sich in den 15 Millionen Jahre alten Krater eines Meteoriteneinschlags. Die gotische Kirche Sankt Georg wurde aus Suevit erbaut, das sonst nur auf dem Mond zu finden ist. Auf der Wehrmauer von 1327 kann man die Stadt umrunden.

Dinkelsbühl

Eine der am besten erhaltenen Städte des Mittelalters. Die Stadtmauer mit Türmchen und Toren umgibt schützend das gotische Münster und die Fachwerkhäuser, z. B. das Deutsche Haus am Weinmarkt.

Im Fränkischen Weinland

Weiter östlich, um Würzburg schließt sich das Fränkische Weinland mit seinen Weinbergen an. Die bauchigen Bocksbeutel dürfen hier abgefüllt werden – ein bisschen Toskana, ein bisschen deutsche Romantik. Südlich davon schlängelt sich die Tauber durch ihr enges Tal. So sehenswert die fränkischen Städtchen im “Lieblichen Taubertal” auch sind, sie stehen im touristischen Schatten von Rothenburg ob der Tauber. Im “Romantik-Trend” des 19. Jahrhundert wurde die Stadt quasi wieder entdeckt und ist heute Ziel von Touristen aus aller Welt. Genau wie Heidelberg, vor dessen Toren sich der Neckar träge durch eine schöne Landschaft schlängelt. Auch Churfranken rund um Miltenberg lohnt unbedingt eine Reise. Hier lest ihr mehr zu Miltenberg.

Top-Ziele

Rothenburg ob der Tauber

Synonym für romantisches Mittelalter – aber auch für Busse voller fotografierender Touristen. Der reizhvollen Kulisse kann man sich trotzdem nicht entziehen – wer sie zu lieblich findet, besucht das Mittelalterliche Kriminalmuseum mit Folterinstrumenten.

Traumhafte Kulisse für Theater: Rothenburg o.d.T Foto: D.Weirauch
Traumhafte Kulisse für Theater: Rothenburg o.d.T Foto: D.Weirauch
Rothenburg_Reiterlesmarkt©RothenburgTourismusService-FotografWilliPfitzinger
Rothenburg_Reiterlesmarkt©RothenburgTourismusService-FotografWilliPfitzinger

Bad Wimpfen

Kaiser Friedrich I. Barbarossa ließ in dem heutigen Soleheilbad im 12. Jahrhundert die größte Kaiserpfalz nördlich der Alpen errichten. Die Pfalzkapelle und die romanischen Arkaden sind noch erhalten. Vom Blauen Turm blickt man weit übers Neckartal.

Heidelberg

Die Studentenhochburg mit der malerischen Burgruine über dem Neckar ist eine der romantischsten deutschen Städte. Zum Schloss und weiter auf den Hausberg, den Königsstuhl, fährt eine Standseilbahn.

Würzburg

Über der 1300 Jahre alten Stadt thront die Festung Marienburg, heute Mainfränkisches Museum mit Werken Tilmann Riemenschneiders. Von ihm stammen auch Grabmäler im gotischen Kiliansdom. Balthasar Neumann war der Architekt der Residenz mit dem berühmten Treppenhaus, dessen frei schwebendes Gewölbe ein riesiges Fresko des venezianischen Malers Tiepolo ziert (1750).

Hier geht es zur Seite von Frankentourismus.

Buchtipp: Empfehlenswerter Reiseführer

  • Franken von Ralf Nestmeyer
  • Michael Müller Verlag, 540 Seiten, ISBN 978-3-95654-198-8
  • 20,90 Euro, 2016
Schlösser und Burgen

Burgenstrasse: Kronach zeigt Cranach – Zeichungen

Kronach (84)

Kronach macht immer wieder Schlagzeilen. Am Wochenende findet “Kronach leuchtet” statt. Wer sich in die fränkische Stadt aufmacht, dem empfehle ich auch einen Besuch der dortigen “Fränkischen Galerie” auf der Festung Rosenberg,.

Noch bis zum 24. Juni 2018 zeigt die „Fränkische Galerie auf der Festung Rosenberg“ in Kronach die Ausstellung „Zeichnen in Cranachs Werkstatt“. Zu sehen sind 85 kostbare Handzeichnungen aus der Graphischen Sammlung der Universität Erlangen, die das unternehmerische Genie des in Kronach geborenen Renaissancekünstlers Lucas Cranach d. Ä. belegen. Sie zeigen, wie der Meister selbst für seine Auftraggeber sogenannte „Bestseller-Zeichnungen“ anfertigte, die in aller Regel auch beim Kunden blieben. Dieser konnte so die Pläne überdenken und nach eigenem Geschmack verändern. Angestellte der Cranach-Werkstatt arbeiteten die Kundenwünsche dann in die Entwürfe ein und erstellten später Kopien.

In der Werkstatt eines genialen „Maler-Unternehmers“

Der Geschäftsmann Cranach betreute sein Projekt nur so lange, bis die Aufgabe künstlerisch und programmatisch umrissen war. Die endgültige Ausführung wurde bewährten Meisterschülern übertragen. Die entstandenen Handzeichnungen wurden archiviert und dienten als Vorlagenvorrat. Auf ihrer Basis war die Werkstatt in der Lage – nach einem kurzen „Briefing“ durch den Meister – Großaufträge weitgehend selbstständig zu erledigen. Die Zeichnungen in der Ausstellung wurden in den 1520er Jahren im Zuge des Hallenser Großauftrags für Kardinal Albrecht geschaffen. Gezeigt werden unter anderem Entwürfe zu Flügelaltären oder die aus Meisterhand stammende Zeichnung „Musizierendes nacktes Paar“ .

Mehr im Internet unter www.kronach.deoder  www.wege-zu-cranach.de

 

ReiseSchlösser und Burgen

Burgenstraße: Burg Rabenstein in der Fränkischen Schweiz

Burg Rabenstein (3) - Kopie - Kopie

Die Burg Rabenstein in der schönen Fränkischen Schweiz gelegen, ist Burghotel und Tagungs- und Eventlocation im historischen Ambiente. 22 stilvolle Zimmer, Burgrestaurant, mehrere Veranstaltungsräume und ein vielseitiges Rahmenprogramm laden in das 64 Hektar große Naturparadies ein. Sophien-Tropfsteinhöhle, Falknerei und Gutsschenke mit Biergarten sowie viele Wanderwege ziehen alljährlich nicht nur zu den Wochenenden viele Gäste auf die Burg. Wir waren hier: Burgenstraße: Burg Rabenstein in der Fränkischen Schweiz

Freundliche Begrüßung durch das Burgfräulein Foto: K.Weirauch

Burg Rabenstein ist die erste Station einer mehrtägigen Tour auf der Burgenstraße. Für ein paar Tage mal raus …, „entschleunigen“ in erwachender Natur, in Bewegung sein, Neues erleben und hautnah erfahren, Typisches essen … . Wir wollten direkt im Herzen der Fränkischen Schweiz im Städtedreieck Nürnberg-Bamberg-Bayreuth einen der wohl schönsten Teile  der Burgenstraße kennenlernen.

Reise

Burgenstrasse: Franken feiert den „Tag des Bieres“

Brauerei Mager) (17)

In Franken gibt es eine einzigartige Braukultur. Wir waren in Pottenstein in der Fränkische Schweiz. Dort trafen wir auf einer Tour entlang der Burgenstraße den jungen Braumeister Andreas Mager in seiner Brauerei. Ein engagierter junger Mann, der uns natürlich vom heutigen Tag des Bieres erzählte und vielen Intitiativen drumherum. Gefallen hat uns seine Aktion “Hopfen schafft Gemeinschaft”. Dahinter steckt ein gemeinsames Bierbrauen mit jungen Leuten, die er so mit der handwerklichen Kunst des Bierbrauens vertraut machen will. “Es gab eine Menge Spaß dabei. Und anschließend treffen sich die Abiturienten, um das Bier zu trinken.”

Der junge Braumeister Mager vor dem Sudkessel in Pottenstein Foto: Weirauch
Der junge Braumeister Andreas Mager vor dem Sudkessel in Pottenstein Foto: Weirauch

Über Pottenstein und die Brauereien hier später mehr.

Über 1.000 Jahre Braukultur mit jedem Schluck: Wer sich ein frisch gezapftes fränkisches Bier schmecken lässt, wird Teil einer einzigartigen Braulandschaft. Nirgendwo sonst gibt es eine so große Dichte an Brauereien wie in Franken. Mittelständische, Klein- und Kleinstbrauereien sorgen für eine unglaubliche Sortenvielfalt an handwerklich gebrauten Bieren. Genussvolle Begegnungen mit dieser Braukultur ermöglichen traditionsreiche Feste, Wander- und Radwege, Museen und Brauseminare.

Festivals rund um Hopfen, Wasser und Malz

Gebraut werden die fränkischen Biere streng nach dem „Bayerischen Reinheitsgebot“, das am 23. April 1516 verkündet wurde und seitdem Hopfen, Wasser und Malz sowie später die Hefe als einzige Brauzutaten festlegte. Der Geburtstag des Reinheitsgebots am 23. April, dem „Tag des Bieres“, wird in Franken natürlich gefeiert. Rund um Eichstätt und Beilngries im Naturpark Altmühltal lädt so die „Bayerische Bierwoche“ (20. April bis 6. Mai 2018) dazu ein, das kulinarische Zusammenspiel von regionalen Bierspezialitäten und kreativer Küche, von Brauereiführungen, Bierwanderungen und Bierarrangements zu genießen (www.bayerische-bierwoche.de). Die UNESCO-Welterbestadt Bamberg, in der im Jahr 1122 bierbrauende Mönche den Grundstein für die große Bamberger Bierkultur legten, feiert am 23. April 2018 den „Tag des Bieres“ auf dem Maxplatz. Mitten in der Altstadt lernt man dabei die elf Bamberger Brauereien kennen und kostet sich durch die unterschiedlichsten Biersorten: darunter mit dem „Ungespundeten“ und dem „Rauchbier“ zwei Bamberger Bierlegenden (www.bamberg.info/tagdesbieres).

Fränkische-Schweiz Brauereitour Foto: FrankenTourismus/FRS/Hub

Bierkultur und genussvolle Geheimtipps

Natürlich wird in Franken nicht nur anlässlich des Reinheitsgebots gefeiert – und bei so viel Braukultur wundert es nicht, dass manche Bierfeste längst selbst Kultstatus erreicht haben: Mitten dabei ist man so etwa bei der „Erlanger Bergkirchweih“ (17. bis 28. Mai 2018), beim „Fränkischen Bierfest“ im Nürnberger Burggraben (30. Mai bis 3. Juni 2018), dem „Annafest“ in Forchheim (20. Juli bis 30. Juli 2018) oder bei der  „Kulmbacher Bierwoche“ (28. Juli bis 5. August 2018). Dazu gesellen sich viele Bierfeste, die vielfach noch als genussvolle Geheimtipps gelten. Sieben Brauereien, rund 30 Biersorten, kulinarische Spezialitäten, ein Braumobil und eine Malzbar erwarten etwa die Besucher des Bierkulturfests in Memmelsdorf in der Fränkischen Schweiz (4. bis 5. Mai 2018, www.fraenkische-toskana.com).

Bierkreationen auf dem Teller

Das Bierbrauer-Gulasch ist bereits ein hervorragendes Beispiel für die köstliche Rolle, die das Bier in der fränkischen Küche spielt. Wer in einem der vielen Brauerei-Gasthöfe einkehrt, lässt sich deshalb das Bier nicht nur im „Seidla“, sondern auch als Zutat in vielen kulinarischen Kreationen schmecken. Da werden deftige Klassiker wie eine „Fränkische Bierhaxe“, „Bierfleisch mit Schmorzwiebeln“ oder „Weißbiersenf-Koteletts“ serviert, aber auch ungewöhnliche Gerichte wie eine „Hopfengebeizte Lachsforelle“ oder ein „Biermelonensalat“. Auch als süße Verführung machen sich die malzigen Aromen des fränkischen Biers hervorragend, etwa in Form eines „Bieramisus“ oder eines schokoladigen „Rauchbier-Bömbchens“.

Aktive Wege zur Biervielfalt

Appetit auf diese Köstlichkeiten holt man sich auf den zahlreichen Rad- und Wanderwegen, die mitten hinein in die Bierkultur führen. Da ist man zum Beispiel in den Haßbergen auf dem Sulzfelder „Biergartenwanderweg“ unterwegs, auf dem am 10. Mai 2018 die Eröffnung der neuen Wandersaison gefeiert wird (www.gemeindesulzfeld.de). Am gleichen Tag wandert man beim „Spalter Bierwandertag“ im Fränkischen Seenland zu Musik und Leckereien in den Gasthäusern des Spalter Hügellandes (www.spalt.de).

Hier geht es zur informativen Seite von Frankentourismus.

https://www.einfachraus.eu/burgenstrasse-franken-feiert-den-tag-des-bieres/chst gibt es hier mehr zum Bierland Franken, entlang der Burgenstraße.

Reise

111 Deutsche Biere

Es gibt Städte, in denen gehen die Touristen mit gebeugtem Haupt, um ein kunstvoll verlegtes Straßenpflaster zu bewundern. In anderen sind ihre Augen auf Schaufensterhöhe. Und in Bamberg? Dort ist zu beobachten, dass Menschen, die einen Stadtführer in der Hand halten, außergewöhnlich oft ihren Kopf in den Nacken legen – speziell dann, wenn sie vor einem der zahllosen historischen Gasthöfe stehen. Zum Beispiel vor dem äußerlich bescheidenen Fachwerkjuwel der Brauerei Spezial. An diesem zieht ein besonders kunstvoll geschiedetes Exemplar eines Brauereiauslegers die Blicke himmelwärts. Vom stolzen Adler und einem nicht weiniger majestätischen Löwen bis hin zur in Gold gefassten Himmelskönigin Maria reicht sein Figurenschmuck. Und natürlich darf auch ein sechszackiger Stern, das Symbol der Brauer, nicht fehlen.

Zu lange sollte man sich von seiner Schönheit aber nicht aufhalten lassen, denn der wahre Schatz des Hauses wartet drinnen in der unkapriziösen, eng bestuhlten, dabei aber urgemütlichen Wirtsstube. Das bernsteinbraune Rauchbier mit der schlichten Bezeichnung “Lager”, welberühmt und einer der Gründe für Bambergs Stellung als Top-Destination des globalen Biertourismus, ist im Vergleich zu seinem noch berühmteren Vetter, dem Schlenkerla, ein feinsinnig melder Geselle. Keine Spur jenes Schinkenaromas, das viele mit diesem Biertyp gleichsetzten (einem, der Name sagt es, mit geräuchertem Malz gebrauten). In der Version des Spezial verleiht die außerhalb Frankens nur höchst selten gebäuchliche Zutat dem Trunk eine rätselhafte, magische, die Gaumenknospen öffnende Würzigkeit. Daher ist das Lager auch für Neugierige hochkompatibel, für die ein Brotzeitschinken auf Brot gehört. Nachbestellt wird es übrigens stumm: einfach den Krug neben den Bierdeckel stellen. Gebräut wird im Spezial seit 1536 – und das Rauchmalz kommt noch immer aus eigener Produktion.

Informationen

  • Brauerei Spezial
    Obere Königstraße 10, 96052 Bamberg
    Tel. 0951 24304
    www.brauerei-spezial.de

 Genusslektüre für Liebhaber der Braukultur

„Süffige“ Lektüre aus Bamberg: Das neue Bamberger Biermagazin bietet Geschichten rund um die herausragende Bierkultur der UNESCO-Welterbestadt. Ein Schwerpunkt der diesjährigen Ausgabe sind zum Beispiel die historischen Bierstile, die in Bamberg gebraut werden. Auch die Brauereien selbst blicken oft auf eine jahrhundertealte Geschichte zurück: Gemeinsam bringen es die elf Bamberger Brauereien auf ein Durchschnittsalter von über 340 Jahren – und hier ist die Geschichte der nahezu 70 Brauereien im Bamberger Land noch nicht berücksichtigt. Zugleich weckt das Magazin die Vorfreude auf den Sommer und damit auf die Kellersaison: den Monaten also, in denen man sein frisch gezapftes Bier im Schatten von großen Bäumen „auf’m Keller“ genießt. Für köstliches Bier braucht es Hopfen – und der wird nach fast 100 Jahren nun wieder direkt in Bamberg angebaut: So berichtet das Magazin auch von den Führungen und Workshops, die der Bamberger Hopfengarten anbietet (www.bamberg.info).

Premiere für ein neues Genuss- und Kulturevent

Vom 28. März bis zum 14. April 2019 feiert in Bamberg ein neues Genuss- und Kulturevent Premiere: In dieser Zeit steht beim „BamBierla“ die Bierkultur im Mittelpunkt. Ein neues Volksfest will das „BamBierla“ nicht sein, stattdessen setzt es auf ein Programm, bei dem das Bier als „flüssiges Gold“ richtig glänzen kann. Bei über 50 Veranstaltungen arbeiten Brauereien, Einzelhändler, Restaurants und weitere Partner zusammen. Dazu gehören Bierverkostungen, kreative Bier-Menüs mit ausgewählter Bierbegleitung oder „Food-Pairings“, bei denen sich zum Beispiel zeigt, wie gut Bier und Schokolade zusammenpassen. Lesungen setzen spannende Geschichten zur Bierkultur in Szene und bei Biertouren spazieren die Teilnehmer selbst zum „Ort des Geschehens“. Komplett wird das Programm mit Brau- und Kochkursen, Bierwanderungen oder Bier-Yoga. Es empfiehlt sich, die gewünschten Veranstaltungen zeitig zu buchen; außerdem bietet der Bamberg Kongress & Tourismus Service eine Reisepauschale mit Übernachtungen und mehreren Programmpunkten zum ersten „BamBierla“ an (bambierla.de, www.bamberg.info).

Buchtipp (Emons)

Bücher

5 Topziele in Franken

Ansbach (12) - Kopie

“Frische Fahrt ins Romantische Franken” So lautet der Titel eines Reiseführers, den Jörg Berghoff im Gmeiner Verlag herausbrachte. 66 Lieblingsplätze hat der Reisejournalist darin aufgelistet.

Soviel sei verraten: die Lektüre lohnt. Immer, wenn ich in Franken unterwegs bin, schlage ich in dem Führer nach und lasse mich neu inspirieren. Das romantische Franken ist weit mehr als eine werbewirksame Erfindung pfiffiger Tourismus-Marketingstrategen oder Rückzugsort zivilisationsmüder Aussteiger. Jörg Berghoff erklärt es so : “Es liegt zugegebenermaßen etwas abgeschieden zwischen Frankenhöhe und dem Steigerwald im Norden, dem Hesselberg im Süden, zwischen Rothenburg ob der Tauber und Dinkelsbühl im Westen und der Metropolregion Nürnberg im Osten. Damit erfüllt es zwar alle Kriterien für ein Gebiet, in dem sich jeder romantisch veranlagte Mensch schnell wie zu Hause fühlen kann. Doch das Romantische Franken auf inszeniertes Mittelalter, Fachwerkromantik und Seelenlandschaften zu reduzieren, wird ihm nicht gerecht. Die heutige Ästhetik ist nicht spurlos an ihm vorbeigegangen, manch neuer Museumsbau wirkt eher puristisch-postmodern und auch als Wirtschaftsstandort mit innovativen Unternehmen vor allem in der Kunststoffverarbeitung hat sich die Gegend international einen Namen gamacht. Das auch lauthals zu verkünden, ist eine andere Sache.” Aus den 66 Zielen habe ich 5 ausgewählt, hier sind sie:

Hier 5 Topziele in Franken:

Ansbach – Markgräfliche Residenz

Die ehemalige Residenz der Markgrafen von Brandenburg-Ansbach hat noch heute ein wenig vom Flair eines Fürstertums. Durch ihre historischen Mauern weht das elegante, prunkvolle, unbeschwerte Lebensgefühl des Rokoko, vergeblich sucht man hier das fränkische Klischee von Fachwerk im Zuckerbächerstil. Die Stadt schwelgt vielmehr in barocken Fassaden und versteckten Renaissance-Innenhöfen.

Das hat sie hauptsächlich dem wohl exravagantesten Vertreter des Hohenzollerngeschlechts Karl Wilhelm Friedrich, dem “Wilden Markgrafen”, zu verdanken. Um den sinnenfrohen, den Lustbarkeiten zugeneigten Herrscher ranken sich viele Legenden, sicher ist, dass seine Jagdleidenschaft ihm nicht nur die damals größte Falknerei Europas einbrachte, sondern auch manch anderes Pläsier zwischen Puder und Perücken.

Die preußische Prinzessin Friederike Luise wurde 1729 mit 15 Jahren in Berlin mit Carl Wilhelm Friedrich, Markgraf von Brandenburg-Ansbach (1712–1757), dem „wilden Markgrafen“, verheiratet.  Ihr Bruder König Friedrich II. unterstützte sie mit einer Apanage und erhielt im Gegenzug ein Regiment Soldaten aus Ansbach (ebenso erging es seiner in Bayreuth verheirateten Schwester Wilhelmine. Diese nicht aus Preußen stammenden Truppen haben erfolgreich für Preußen gekämpft; sie erscheinen im Text zum Hohenfriedberger Marsch: „Auf Ansbach Dragoner, auf Ansbach-Bayreuth“.

Informationen

  • Adresse: Residenz Ansbach, Bayerische Verwaltung der Staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, Schloss- und Gartenverwaltung Ansbach,
  • Promenade 27, 91522 Ansbach
  • Tel. 0981 9538390
  • www.schloesser.bayern.de

Ansbach – Kaspar-Hauser-Museum

Eine eigenständige Abteilung im Markgrafenmuseum ist Kaspar Hauser gewidmet, ein Buchladen um die Ecke und manch Speis und Trank in den Gasthöfen.  Es sind weniger die sehenswerten Exponate wie jene blutbefleckte Leinenhose, die 1996 das Wochenmagazin “Der Spiegel” gentechnisch untersuchen ließ, um zu beweisen, dass er kein badischer Erbprinz war. Wer weiß denn schon, ob die Hose tatsächlich von Kaspar getragen wurde? Nein, es ist die besondere Stille der Räume, ihre Anordnung, das gedämpfte Licht und eine geheimnisvolle Atmosphäre, die jeden Besucher umgibt und der sich keiner entziehen kann.

Im Museum für Kaspar Hauser können Besucher abstimmen, Foto: D.Weirauch
Im Museum für Kaspar Hauser können Besucher abstimmen, Foto: D.Weirauch
An dieser Stelle im Hofgarten von Ansbach soll Kaspar Hauser ermordet worden sein, Foto: D.Weirauch
An dieser Stelle im Hofgarten von Ansbach soll Kaspar Hauser ermordet worden sein, Foto: D.Weirauch

Informationen

  • Adresse: Markgrafen-Museum Ansbach, Kaspar-Hauser-Platz 1, 91522 Ansbach
  • Tel. 0981 9775056
  • www.ansbach.de

Heilsbronn – Münster St. Marien und Jakobus

Das Münster, ursprünglich eine romanische Basilika, hat viele An- und Umbauten erlebt, nicht aber seine würdevolle Ausstrahlung verloren. Kunstschätze wie Altäre aus den Werkstätten eines Albrecht Dürer, Lucas Cranach, die Grablege der Markgrafen oder die Pietà eines unbekannten Künstlers aus dem 16. Jahrhundert laden mich immer wieder aufs Neue zum meditaiven Verweilen ein. Auch ohne Heilwasser ist Heilsbronn zur Perle im Romanischen Franken geworden.

Informationen

  • Adresse: Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Heilsbronn, Pfarrgasse 8, 91560 Heilsbronn
  • Tel. 09872 1297
  • www.Heilsbronn-Evangelisch.de

Rothenburg ob der Tauber

Die Silhouette des mittelalterlichen anmutenden Rothenburg ob der Tauber wird geprägt von zahlreichen Türmen der Stadtmauer, aber auch von imposanten Kirchenbauten wie der St.-Jakobs-Kirche. Die gotische Basilika und ihr Heilig-Blut-Altar des berühmten Würzburger Bildhauers Tilman Riemenschneider, zwischen 1499 und 1505 angefertigt, ist noch heute Ziel vieler Pilger. Jörg Berghoff gibt einen Tipp ” Ein Besuch der Stadtpfarrkirche lohnt sich allemal. Doch wie so oft gibt es auch in Rothenburg kleine Perlen zu finden, die sich eher verstecken, als dass sie das Licht der Berühmtheit suchen. Die Rothenburger Franziskanerkirche ist solch eine Entdeckung, von außen eher unscheinbar, innen aber umso größer in ihrer Ausstrahlung.”

Informationen

  • Adresse: Franziskanerkirche, Kirchengemeinde St. Jakob
  • Herrengasse, 91541 Rothenburg ob der Tauber
  • Tel. 09861 700620
  • www.rothenburgtauber-evangelisch.de

Buchtipp: Jörg Berghoff: Frische Fahrt ins Romantische Franken. Türme, Teiche, Traditionen.

Gmeiner Verlag Meßkirch, 14,99 Euro

Jörg Berghoff, geboren 1954 in Erbach/Rheingau, ist Buchhändler, Winzermeister und Pressesprecher, war im Verlagsmarketing sowie als Lektor und Redakteur tätig. 1998 gründete er mit PRB ein Pressebüro für Touristik, Kultur und Sport.

von Jörg Berghoff und Thomas Burgert ist im Gmeiner Verlag der Titel

An Altmühl und Donau: Lieblingsplätze zum Entdecken

erschienen.

Hier geht es zu weiteren Sehenswürdigkeiten in Franken und hier zur Seite von Frankentourismus.

error: Content is protected !!