Franken

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Franken: Ausgezeichnete Braukultur und regionale Küche

Über 50 ausgezeichnete Genussorte in Franken / Bierrekordgemeinde Aufseß / Kellerkultur in Forchheim / „BierWochen“ in der Fränkischen Schweiz / Bierstadt Bamberg / Spalter Aromahopfen / Klosterbiere und Kulmbacher Bierwoche / Bratwurst-Vielfalt

Es gibt viele Wege, um eine Landschaft kennenzulernen. Einer der schönsten führt sicherlich über ihre kulinarischen Schätze. In Franken geht das besonders gut, und dieser köstliche Umstand ist seit vergangenem Jahr quasi „amtlich“: Gemeinsam haben sich das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau auf die Suche nach den „100 Genussorten Bayern“ gemacht. Ziel ihres Wettbewerbs war es, Orte zu finden, die sich durch ihre kulinarischen Traditionen auszeichnen (www.100genussorte.bayern).  

Bio-Winzerin Anja Stritzinger aus Klingenberg i. Churfranken
Bio-Winzerin Anja Stritzinger aus Klingenberg i. Churfranken
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Nürnberg: Wo Albrecht Dürer seine letzte Ruhe fand

Nürnberg (20)

In wenigen Tagen ist Totensonntag (Ewigkeitssonntag). Da denke ich an meinen letzten Besuch in Nürnberg zurück. Es war im Spätsommer, als ich den Johannisfriedhof  besuchte. Als an der Sepulkralkultur Interessierter besuche ich regelmäßig Friedhöfe. Egal, wo wir gerade sind. Friedhöfe geben immer einen Einblick in die Geschichte und die Lebensgewohnheiten der Bevölkerung eines Ortes. Aber der Johannisfriedhof von Nürnberg ist ein besonderer Friedhof. Nicht nur weil dort viele Prominente ihre letzte Ruhe gefunden haben. Nein, auch weil es einer der ältesten mir bekannten Friedhöfe überhaupt ist.

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Highlights in Franken

Deutschland, Bayern, Rothenburg ob der Tauber, Marktplatz, Altstadt...Foto: Frankentourismus

Im Herzen Mittelfrankens liegt die Bilderbuchlandschaft der Fränkischen Schweiz. Östlich davon erstreckt sich die Fränkische Alb, weiter nordöstlich das Fichtelgebirge und der Frankenwald. Nordwestlich schließen sich die sanften Hügel der Haßberge und die Laubwälder des Steigerwaldes an. “Entdecker” der Fränkischen Schweiz sind die Dichter Ludwig Tieck und Heinrich Wilhelm Wackenroder, die um Pfingsten 1793 als Studenten von Erlangen aus die bis dahin unbeachtete Gegend erkundeten. Sie folgten malerischen Flusstälern, erkletterten Ritterburgen auf steilen Felsen, besuchten urige Dörfer und bestaunten den kunstvoll-märchenhaften Felsengarten Sanspareil bei Wonsees. Ihre Reseberichte wurden zum Bestseller der deutschen Romantik. Aus bescheidenen Dörfern wurden bald vornehme Luftkurorte, der ländliche Charakter blieb erhalten. Die Fränkische Alb ist landschaftlich ähnlich, aber touristisch weniger erschlossen.

Bayreuth

Auf das Konto der kunstsinnigen Markgräfin Wilhelmine geht das kostbar ausgestattete Neue Schloss, ein wunderschönes Barocktheater und die Eremitage, ein englischer Landschaftspark mit Lustschlössern und Wasserspielen.

Markgräfliches Opernhaus Bayreuth nach der Restaurierung, Blick zur Fürstenloge, die Ränge und die Decke Foto: Achim Bunz
Markgräfliches Opernhaus Bayreuth nach der Restaurierung, Blick zur Fürstenloge, die Ränge und die Decke Foto: Achim Bunz

Zu den berühmten Wagner-Festspielen strömen Politiker und Promis.

Festspielhaus Bayreuth
Festspielhaus Bayreuth Foto: Weirauch
Bayreuth_Wahnfried-Konzerte-Richard-Wagner-Museum Foto: Richard Wagner Museum
Bayreuth_Wahnfried-Konzerte-Richard-Wagner-Museum Foto: Richard Wagner Museum

Bamberg

Die 1000-jährige Bischofs- und Kaiserstadt zählt zum Unesco-Welterbe. Auftakt machen das Alte Rathaus mitten in der Regnitz und eine “Klein-Venedig” genannte mittelalterliche Häuserzeile. Es folgen die Neue Residenz und der Dom mit Werken von Tilman Riemenschneider und Veit Stoss.

Bamberg Jubiläum UNESCO Welterbe, Foto: „BAMBERG Tourismus & Kongress Service/Stadtplanungsamt Bamberg, Foto: Luftbild Hajo Dietz“
Bamberg Jubiläum UNESCO Welterbe, Foto: „BAMBERG Tourismus & Kongress Service/Stadtplanungsamt Bamberg, Foto: Luftbild Hajo Dietz“

Nürnberg

Zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert erblühte die Freie Reichsstadt zum Zentrum von Politik, Handel, Kunst und Wissenschaft. Zu Füßen der Kaiserburg und im Schutz der Stadtmauer wirkte der Künstler Albrecht Dürer – sein Wohnhaus versetzt heute als Museum Besucher in das Leben und Denken der Renaissance.

Altmühltal

Zwischen Gunzhausen im Westen und Kehlheim im Osten windet sich die Altmühl durch breite Täler, Auen und vorbei an bizarren Felsen. Ob zu Fuß, mit dem Rad oder Schiff – Kulturgüter wie die Ritterburg Schloss Prunn, das barocke Eichstätt oder das weltberühmte Kloster Weltenburg am Donaudurchbruch bei Kelheim liegen am Weg.

Rothenburg ob der Tauber

Synonym für romantisches Mittelalter – aber auch für Busse voller fotografierender Touristen. Der reizvollen Kulisse kann man sich trotzdem nicht entziehen – wer sie zu lieblich findet, besucht das mittelalterliche Kriminalmuseum mit Folterinstrumenten.

Foto: Frankentourismus

 

Traumhafte Kulisse für Theater: Rothenburg o.d.T Foto: D.Weirauch
Traumhafte Kulisse für Theater: Rothenburg o.d.T Foto: D.Weirauch

Buchtipp: MARCO POLO Raus & Los! Fichtelgebirge, Frankenwald, Bayreuth

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Burgenstraße: Roth in Franken

Schloss Ratibor15Blick auf Schloss Ratibor in Roth, Foto: Stadt Roth - Tourist-Information

Dieser Tage war ich in Roth. Inmitten des Fränkischen Seenlandes und nur 7 Kilometer vom Rothsee entfernt, liegt die Kreisstadt Roth. “roth voll auf Draht” lautet der Slogan. Meine Erwartungen waren recht groß. Denn vor einigen Jahren, als Borten im Potsdamer Schlos Sanssouci erneuert wurden, sagte eine Restauratorin: “Wir haben diese in einer Fabrik Roth in der Nähe von Nürnberg herstellen lassen. Dort kann man das noch erleben.” Vonleonischer Industrie war die Rede. Leonisch, was ? Ich konnte mir wenig darunter vorstellen. Darüber später hier mehr. Es ist eine alte Kulturstadt. Die fränkische Stadt Roth blickt auf eine lange Geschichte zurück. Erstmals urkundlich erwähnt wurde sie im Jahre 1060, als Bischof Gundekar II von Eichstätt eine Kirche zu „Rote“ weihte. Im Jahr 2010 feierte Roth sein 950-jähriges Gründungsjubiläum Stadtjubiläum. In der Mitte des 14. Jahrhunderts erfolgte die Verleihung der Stadtrechte. Noch heute ist die damalige mittelalterliche Struktur im Stadtbild mit der an vielen Stellen erhaltenen Stadtmauer und dem breit ausladenden Markt als Zentrum, umrahmt von stattlichen Bürgerhäusern, gut abzulesen.

Blick auf das Rathaus der fränkischen Stadt Roth, Foto: Stadt Roth - Tourist-Information
Blick auf das Rathaus der fränkischen Stadt Roth, Foto: Stadt Roth – Tourist-Information

Auf dem Marktplatz und in der Altstadt reihen sich viele Sehenswürdigkeiten aneinander, die zu Fuß mit Hilfe des Prospekts „Historischer Rundgang“ gut erkundet werden können. Das Wahrzeichen und Schmuckstück der Stadt Roth ist das Schloss Ratibor. Das zwischen 1535 und 1538 von Markgraf Georg „dem Frommen“ errichtete repräsentative Jagdschloss wurde von den Einkünften des Regenten aus seinen schlesischen Besitzungen, vor allem der Fürstentümer Oppeln und Ratibor, finanziert. Mit dem idyllischen Innenhof, dem gemütlichen Garten und beeindruckendem Schlossgraben bildet das Ensemble mitten in der Stadt eine Oase der Ruhe.

Blick auf die Befestigung von Schloss Ratibor, Foto: Stadt Roth - Tourist-Information
Blick auf die Befestigung von Schloss Ratibor, Foto: Stadt Roth – Tourist-Information

Stadtgarten von Roth Foto: Stadt Roth - Tourist-Information
Stadtgarten von Roth Foto: Stadt Roth – Tourist-Information

Hauptattraktion und größter Raum des Schlosses ist der Prunksaal. In seiner Gestaltung erinnert er an italienische Säle der Spätrenaissance und des Frühbarocks. In weiteren Räumen des Schlosses ist das Stadtmuseum untergebracht.

Die Besucher von Roth können die Stadt und die Umgebung über ein sehr gut ausgebautes Rad- und Wanderwegenetz entdecken. Das Museum Schloss Ratibor, das Fabrikmuseum und der Historische Eisenhammer lassen auch bei schlechtem Wetter keine Langweile aufkommen. Aber auch Schloss- und Stadtführungen, Themenstadtführungen und geführten Radwanderungen sind ein besonderes Erlebnis.

Der Rothsee hat mit 220 Hektar Wasserfläche eine beachtliche Größe, Foto: Stadt Roth - Tourist-Information
Der Rothsee hat mit 220 Hektar Wasserfläche eine beachtliche Größe, Foto: Stadt Roth – Tourist-Information

Die Kulturfabrik, eines der renommiertesten Gastspieltheater der Region, besticht durch eine breite Programmpalette mit Ausstellungen, Theater, Kabarett, Tanz, Lesungen und Konzerten aller Stilrichtungen. Ein Höhepunkt in der Kulturfabrik sind die jährlich stattfindenden Bluestage mit Spitzenmusikern aus aller Welt.

Der Schaukeldrahtzug.Die auf der Schaukel sitzende Figur eines Drahtziehers stammt von dem Staufer Stahlkünstler Thomas Volkmar Held, Foto: Weirauch
Der Schaukeldrahtzug.Die auf der Schaukel sitzende Figur eines Drahtziehers stammt von dem Staufer Stahlkünstler Thomas Volkmar Held, Foto: Weirauch

Wie kommt man hin ? Die Kreisstadt Roth ist bequem per Bahn, Bus oder über die Autobahnen A6 und A9 zu erreichen. Die Fahrzeit von Roth nach Nürnberg mit der Bahn beträgt nur rund  20 Minuten.

  • Informationen zu Roth gibt es hier:
  • Tourist-Information im Schloss Ratibor
  • Hauptstraße 1
  • 91154 Roth,
  • Tel.: 09171/848-513.
  • Roth im Internet: www.stadt-roth.de

Blick auf das Fabrikgebäude „Obere Mühle 4“, in dem sich das Fabrikmuseum Roth befindet, Foto: Weirauch
Blick auf das Fabrikgebäude „Obere Mühle 4“, in dem sich das Fabrikmuseum Roth befindet, Foto: Weirauch

Roth – Voll auf Draht

Unbedingt sehenswert ist in Roth das Fabrikmuseum der Leonischen Industrie, welches 2003 mit dem Bayerischen Museumspreis ausgezeichnet wurde. Ich habe selten in einem technischen Museum auf der Route der Industriekultur soviele funktionsfähige Maschinen der Drahtverarbeitung gesehen. Dank an Dr. Wilhelm Gimm, der mit seinen Mitarbeitern und dem Historischen Verein  die Wrinnerung an die einst die Region in und um Roth prägende leonische Industrie wachhält. Dem Museum können wir nur viele Besucher, vor allem Schulklassen und nicht nur an der Technik Interessierte wünschen.

Gezeigt werden der Weg des grob gezogenen Drahtes durch Feinzug und Plätterei, die Herstellung und das Vergolden der Gespinste sowie die Weiterverarbeitung auf Webstühlen und anderen Maschinen bis hin zur Verpackung der fertigen Ware. Foto: Weirauch
Gezeigt werden der Weg des grob gezogenen Drahtes durch Feinzug und Plätterei, die Herstellung und das Vergolden der Gespinste sowie die Weiterverarbeitung auf Webstühlen und anderen Maschinen bis hin zur Verpackung der fertigen Ware. Foto: Weirauch

Beim geführten Rundgang durch das Museum bekommt der Besucher einen Einblick in die Produktion, Foto: Weirauch
Beim geführten Rundgang durch das Museum bekommt der Besucher einen Einblick in die Produktion, Foto: Weirauch

Informationen zum sehenswerten Fabrikmuseum Roth
Obere Mühle 4
91154 Roth

Telefon 09171/60564

Sportlich zur genussvollen Familienzeit

Frankentourismus teilt für 2019 mit: Die kommenden Monate werden abwechslungsreich in Roth: Die Sport- und Kulturstadt im Fränkischen Seenland hat die wichtigsten Veranstaltungen im Prospekt „Highlights 2019“ zusammengefasst. Kulturelles wie die Aufführungen der Rother Schlosshofspiele (20. Juli bis 11. August 2019), die Rother Bluestage (29. März bis 7. April 2019) oder die Konzerte des Stadtorchesters gehören ebenso dazu wie sportliche Höhepunkte. Zu letzteren zählen der weltbekannte Triathlon „DATEV Challenge Roth“ (4. bis 8. Juli 2019), der „MEMMERT Rothsee Triathlon“ (22. und 23. Juni 2019) oder der Fitnesstag am Rothsee (12. Mai 2019). Gemütlicher geht es zu beim Spargelfest (11. Mai 2019) oder beim Festival der Wirte (14. bis 16. Juni 2019). Abwechslungsreiche Angebote für Familien bieten unter anderem die „Moonlight Sports-Night“ (10. Mai 2019) oder der Familien-Museumstag im Schloss Ratibor (27. Juli 2019). Erhältlich ist der Prospekt unter anderem in der Tourist-Information im Schloss Ratibor sowie als Download (www.stadt-roth.de).

Bücher

Top five in Nürnberg

Nürnberg (1)

Die fünf Kilometer lange Nürnberger Stadtmauer, deren Grundriss einem Parallelogramm ähnelt, gehörte zu den größten im spätmittelalterlichen Europa. Die jetzige Mauer wurde 1452 vollendet. Im Gegensatz zu vielen anderen Städten von Nürbergs Größenordnung blieb die Stadtumwallung bis heute fast vollständig erhalten, nur einige zhusätzliche Durchbrüche wurden vorgenommen, um das steigende Verkehrsaufkommen zu bewältigen.

Burgviertel

In dem unterhalb der Burg gegelegenen Viertel sind zahlreiche Kneipen und Gaststätten zu finden. Ein Rummel durch die engen Straßen und Gassen im nordwestlichen Teil der Stadtbefestigung vermittelt eine gute Vorstellung davon, wie Nürberg vor dem Krieg ausgesehen haben dürfte. Unterhalb des Burgviertels befinden sich die Felsengänge mit ihren historischen Wasserstollen: sie sind nur im Rahmen einer Führung begehbar. Die bis zu vier Etagenin den Sandstein geschlagenen unterirdischen Anlagen verfügen über ein ausgeklügeltes System zur selbstätigen Durchlüftung dieses weitläufigen Labyrinthes. Im Laufe der Jahrhunderte hatten die Keller und Gänge verschiedene Funktionen: Sie dienten der Wasserversorgung, als Bier- und Weinkeller, zur Lagerung von Lebensmitteln, und im Zweiten Weltkrieg wurde in den Felsengängen ein großer wurde in den Felsegängen ein großer Teil der Nürberger Kunstschätze untergebracht, wo sie die Kriegsereignisse unbeschadet überstanden haben.

Dürerhaus

Das aus dem frühen 15. Jahrhundert stammende Gebäude steht am Tiergärtnertorplatz. Albrecht Dürer hatte es 1509 erworben und bis zu seinem Tod im Jahre 1528bewohnt. Somit dürften viele seiner bekanntesten Bilder hier entstanden sein. Das Haus wurde später allerdings mehrfach veröndert: so stammt z. B. der 1898 hierher versetzte Giebelerker von einem anderen Gebäude (ursprünglich befand sich am Dürerhaus ein Aufzugserker). Das Haus wurde im frühen 19. Jahrhundert ein Wallfahrtsort für Romantiker und Künstler. 1828, zum 300. Geburtstag Dürers, kaufte es die Stadt Nürnbergs. Heute befindet sich hier ein Museum, das Nürnbergs berühmtesten Sohn vorbildlich in den Mittelpunkt der Dauerausstellung rückt. Ein Lob verdient das ansprechende museumsdidaktische Konzept, das Dürer dem Besucher multimedial näher bringt.

In einer rekonstruierten Werkstatt wird gezeigt, wie damals Leim und Farben hergestellt wurden und wie Holzschnitte, Kupferstiche und Tafelbilder entstehen. Seit dem Sommer 2012 werden in einem neu eingerichteten Saal hochwertige Kopien aus städtischem Besitz präsentiert. Da die Reichsstadt Nürnberg immer wieder Originalgemälde an Herrscher wie den bayerischen Kurfürsten Maximilian abgeben musste, entstand der Wunsch, Dürers Gemälde wenigstens in adäquaten Kopien zu besitzen. In der Dachgalerie kann man sich zudem das “Graphische Kabinett” ansehen, das Wechselausstellungen aus den Beständen der Graphischen Sammlung der Stadt Nürnberg zeigt. In einer authentisch nachgebildeten Malerwerkstatt werden zudem künstlerische Techniken demonstriert. Touchscreens und interaktive Medienstationen erleichtern den Zugang zu Dürers Werk.

Dürerhaus
Albrecht-Dürer-Straße 39, 90403 Nürnberg
Tel. +911 231 2568
Öffnungszeiten: Di, Mi 10-17 Uhr, Do 10-20 Uhr, Fr 10-17 Uhr, Sa-So 10-18 Uhr, Mo geschlossen
albrecht-duerer-haus@stadt.nuernberg.de
www.museen.nuernberg.de

Sankt Johannis Friedhof

Der traditionsreiche Stadtteil im Westen der Altstadt verfügt mit seinen Hesperidengärten und dem Johannisfriedhof über zwei kulturelle Highlights. Der in seiner Anlage einzigartige Johannisfriedhof kann zu den künstlerisch und kulturgeschichtlich bedeutendsten Friedhöfen in Europa gezählt werden.

Und Dies nicht nur deshalb, weil hier die berühmtesten Söhne Nürbergs, darunter auch Albrecht Dürer, Veit Stoß, Willibald Pirckheimer und Wenzel Jamnitzer begraben liegen. Die Epitaphien, die die ansonsten schlichten und gleich ausgerichteten liegenden Sandsteingrabmäler zieren, sind ein wahres Bilderbuch der Sozialgeschichte. Die Inschriften und Wappen künden von der sozialen Stellung des Toten, erzählen von seinem Beruf (Bäcker, Steinmetz Brauer etc.), seinen Kindern oder ob er keine, eine oder fünf Ehefrauen überlebt hat.

Beim gemütlichen Umherschlendern kann man auch leicht die eine oder andere kuriose bzw. humormistische Darstellung entdecken. Die Grabstätten wurden des Öfteren neu vergeben; so ruhen im Grab von Albrecht Dürer (Nr. 649) außer ihm und seiner Frau Agnes noch fünf Personen, die im Heilig-Geist-Spital gestorben waren, sowie drei Kupferstecher. Als man 1811 das Grab öffnete, um Dürers Genie an den Ausmaßen seines Schädels nachzuweisen, konnte man ihm schon keinen der gefundenen Schädel mehr zuordnen.

Das seit der Renaissance verstärkt ausgeprägte Bewusstsein für die Natur und der barocke Hang zur Repräsentation führten zur Anlage der Hesperidengärten in Johannis. Man pflanzte und züchtete in der Frühen Neuzeit hier bis zu 93 verschiedenen Arten von Zitrusfrüchten. Die für die damaligen Verhältnisse extrem teuren und seltenen Zitrus- und Pomeranzenfrüchte sorgten für ein exotisches Flair. In Johannis bildeten diese Gärten einen zusammenhängenden Komplex, der sich von der Johannisstraße bis hinunter zur Hallerwiese und dem Riesenschritt erstreckte. Der typische Grundriss eines Hesperidengartens (Hesperiden waren in der antiken Mythologie Nymphen, aus deren Garten Herakles drei goldene Äpfel entwendete) bestand aus einem hufeisenförmigen Vorderhaus, einem Aufzuchtbereich, dem eigentlichen Ziergarten – dem sich ein Obst- und Gemüsegarten mit einer freien, ungenutzten Fläche anschloss – und aus dem abschließenden Gartenhaus.

Sankt Johannis-Friedhof
Johannisstraße 47, 90419 Nürnberg
Tel. +911 330516
Öffnungszeiten: April bis Oktober täglich 8-20 Uhr
friedhof@st-johannis-nuernberg.de
www.st-johannisfriedhof-nuernberg.de

Was man in der Umgebung von Nürnberg unbedingt sehen sollte:

Schwabach

Die alte Markgrafenstadt Schwabach, der kleinsten kreisfreien Städte Deutschlands, schließt den Nürnberger Ballungsraum nach Süden hin ab. Für die erfolgreiche Sanierung des alten Stadtbildes wurde Schwabach 1979 als einzige deutsche Stadt mit der “Europa-Nostra-Medaille” belohnt.
Eine lange Tradition hat das Handwerk des Goldschlagens und der Nadelherstellung. In über 40 Länder der Welt werden alljährlich fünf Milliarden Nadeln aus Schwabach exportiert. Das Hämmern der Goldschläger bestimmt seit Jahrhunderten den Rhythmus der Stadt, auch wenn heute nur noch fünf Betriebe gezählt werden, im Gegensatz zu den 127 Goldschlägereien von 1924. Sie beschäftigten rund 1000 Personen und verarbeiteten eine Tonne Rohgold.

Das Blattgold eignet sich übrigens nicht nur zum Verzieren von Kunstgegenständen und Verschließen von Operationswunden, man kann es auch trinken. Es schwimmt nämlich im Schwabacher Goldwasser, einem Gewürzlikör mit feinen Goldplättchen. Heute profitiert und leidet Schwabach gleichermaßen von seiner Nähe zu Nürnberg. Mode- und anderen Fachgeschäften fällt es schwer, sich gegen die scheinbar übermächtige Konkurrenz zu behaupten. Und auch eine ansprechende Kneipen- und Cafészene sucht man vergeblich. Viele Schwabacher trauern noch den Zeiten nach, als in den 1980er Jahren noch das New Wave und das Lichtspielhaus Publikum aus Nürnberg anlockte.

Roth ist voll auf Draht

Inmitten des Fränkischen Seenlandes und nur 7 Kilometer vom Rothsee entfernt, liegt die Kreisstadt Roth. “roth voll auf Draht” lautet der Slogan. Meine Erwartungen waren recht groß. Denn vor einigen Jahren, als Borten im Potsdamer Schlos Sanssouci erneuert wurden, sagte eine Restauratorin: “Wir haben diese in einer Fabrik Roth in der Nähe von Nürnberg herstellen lassen. Dort kann man das noch erleben.” Vonleonischer Industrie war die Rede. Leonisch, was ? Ich konnte mir wenig darunter vorstellen. Hier findet ihr mehr dazu.

Informationen zu Nürnberg gibt es bei Nürnberg Tourismus.

Buchtipp

Nürnberg im Verlag DOM Publishers

von Richard Woditschek

Nürnberg nimmt einen besonderen Platz in der deutschen Geschichte ein: Ort der Reichstage des Heiligen Römischen ­Reiches Deutscher Nation, bedeutendes Zentrum des deutschen Humanismus, aber auch »Stadt der ­Reichsparteitage« der NS-Zeit sowie Stätte der Kriegsverbrecherprozesse. Heute ist die Stadt das wirtschaftliche und kulturelle Zen­trum der Metropolregion Nürnberg sowie ein bedeutender Industrie- und Messe­standort. Dieser Architekturführer, entstanden in Zusammenarbeit mit Studierenden der Fakultäten Architektur und Design der ­Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm, ist eine umfassende Dokumentation der vielschichtigen Architektur ­Nürnbergs. In zehn Rundgängen, die vom Zentrum bis zur Peripherie führen, werden insgesamt 245 Bauten aus rund 800 Jahren Stadt­geschichte vorgestellt. Ergänzt wird diese Darstellung durch neun Essays, die die Hintergründe der bau­lichen Ent­wicklungen in dieser bedeutsamen deutschen Stadt beleuchten.

Guides

Der im Verlag Dom publishers erschienene Architekturführer Nürnberg kostet 38 Euro
Der im Verlag Dom publishers erschienene Architekturführer Nürnberg kostet 38 Euro

Reise

Burgenstraße kulinarisch: “Schluck” in Kronach

Kronach (84)

Unlängst waren wir in Kronach zu Besuch. Am abend lernten wir ein tolles Bier in einem tollen Gasthaus kennen. Die Sorte hieß “Schluck” der Kronacher Antlabräu. Das Bier wird im Gasthaus gebraut.

Die etikette sind lesenswert,m sie verraten einiges zum Bier: Vorne signalisieren die bauchigen 0,33-Liter-Fläschchen dem Durstigen, dass ihn ein nicht so recht traditionelles Stöffchen erwartet, denn sie sind frech mit einem langhalsigen Comic-Schwarm im Superman-Kostüm dekoriert. Obwohl als Zutaten nur Hopfen, Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz und Hefe aufgeführt sind, leugnet die knapp gehaltene Beschreiung, dass es sich um ein Bier handelt. “Untergäriger Hopfentrunk” hat Braumeister Markus Ort stattdessen als Bezeichnung gewählt. Warum? Aus rechtlichen Gründen. So erfahren wir vom freundlichen Kellner.

Martin Dorschke und  Norbert Krines klärenin dem Buch “111 fränkische Biere, die man getrunken haben muss” auf. sort heißt es: ,In der 1516 für das Herzogtum Bayern festgeschriebenen Brauordnung (die übrigens Dutzende regionale Vorgänger hatte) ist als Getreide ausschließlich Gerste erlaubt. Bier aus Weizen war in dieser Zeit südlich der Donau generell verboten. Die änderte sich erst im Jahr 1602, seither durften die bayerischen Herzöge auch dort Weizenbiere brauen und verkaufen – aber nur diese.”

Ein Erbe dieses kuriosen bierhistorischen Details: Die aktuelle, 1993 verabschiedete Fassung des Reiheitsgebots setzt der Verwendung von Weizenmehl weiterhin eine Grenze, die jeder  Vernunft entbehrt. Verwendet werden darf es nur, wenn es obergärig vergoren wird (also mit einer für das Weißbier typischen Hefe, die nach getraner Arbeit im Gärbottich nach oben steigt). Der “Schluck” aber ist mit einer untergärigen gebraut (mit einer Hefesorte also, die nach unten sinkt und eigentlich für Pils- und Lagerbiere vorgesehen ist). Geschmacklich ist der mit reichlich Hopfen aromatisierte naturtrübe “Schluck” beides – Kellerpils und Weizen – in einem. Ein flüssiger Gesetzesverstoß. Soweit die autoren. Fazit: ein toller Gesetzesverstoß dieses Bier aus Kronach. Mein Tipp: Man sollte es dort trinken, wo es gebraut wird.

Informationen zum gastfreundlichen Wirtshaus

Antlabräu und Braugasthof ‘s Antla, Amtsgerichtsstraße 21, 96317 Kronach

Internet: www.antla.de

Martin Dorschke, Norbert Krines, 111 fränkische Biere, die man getrunken haben muss, Emons Verlag GmbH, 2017.

 

Vom steintrockenen Herrenpils über das vollmundige und naturtrübe Zwickl bis hin zum Rauchbier, Bambergs »flüssigem Schinken«: Nirgendwo auf der Welt ist die Biervielfalt größer als in Franken. In 275 Brauereien entstehen dort über 2.000 Sorten. Auch die Einheimischen kennen davon meist nur einen Bruchteil, denn jeder Ort trinkt am liebsten seine eigenen Märzen, Pilsner und Bockbiere – und viele werden wie anno dazumal nur aus dem Fass und nur im eigenen Wirtshaus ausgeschenkt. Norbert Krines hat sie alle verkostet und mit Martin Droschke die 111, die man unbedingt getrunken haben muss, zu einem Genussführer durch Deutschlands Bierparadies zusammengestellt.

Autorenportrait

  • Martin Droschke

    Martin Droschke, geboren 1972 in Augsburg, zog 1992 zum Studium der Philosophie, Pädagogik und Geschichte nach Nürnberg. Er arbeitete als freier Journalist und Literaturkritiker u.a. für den »Tagesspiegel«, die »taz« und die »Süddeutsche Zeitung« und lebt heute als freier Werbetexter und Autor in Coburg. Er beschäftigt sich seit einem Urlaub in Pilsen, der Geburtsstadt des gleichnamigen Bierstils, intensiv mit Gerstensäften und veröffentlichte bereits verschiedene Bücher zum Thema Bier.

    mehr über diesen Autor

  • Norbert Krines

    Norbert Krines wurde 1973 im fränkischen Kulmbach geboren, der sogenannten »heimlichen Hauptstadt des Bieres«. Zum Studium der Germanistik, Sozialkunde und Geschichte wechselte er nach Bamberg, in die wahre Hauptstadt des Bieres, wo er als freier Autor und Dozent für Deutsch als Fremdsprache lebt. Seit 2001 ist er aktiver Heimbrauer. Im Januar 2011 startete er den Blog »Bier des Tages«, für den er jeden Tag ein Bier aus einer fränkischen Brauerei degustierte und beschrieb. Gemeinsam mit Martin Droschke veröffentlichte er 2016 den »Craft Beer-Führer Franken«.

    Hier ein weiterer Bericht zum Thema Craftbiere.

    und hier geht es zur Burgenstraße.

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