Franken

Schlösser und Burgen

Burgenstrasse: Sesslach

Sesslach (234)Im Landgasthof "Roter Ochse" bei Familie Franz gibt es die besten Schäufele

Heute wieder eine Etappe auf der Burgenstraße. Wir besuchen Seßlach, eine Stadt im oberfränkischen Landkreis Coburg. Begleiten Sie uns auf einem Burgenstrasse: Spaziergang durch Sesslach

Reise

Franken: Ausgezeichnete Braukultur und regionale Küche

Fränkische-Schweiz_BrauereitourFränkische-Schweiz Brauereitour Foto: FrankenTourismus/FRS/Hub

Über 50 ausgezeichnete Genussorte in Franken / Bierrekordgemeinde Aufseß / Kellerkultur in Forchheim / „BierWochen“ in der Fränkischen Schweiz / Bierstadt Bamberg / Spalter Aromahopfen / Klosterbiere und Kulmbacher Bierwoche / Bratwurst-Vielfalt

Es gibt viele Wege, um eine Landschaft kennenzulernen. Einer der schönsten führt sicherlich über ihre kulinarischen Schätze. In Franken geht das besonders gut, und dieser köstliche Umstand ist seit vergangenem Jahr quasi „amtlich“: Gemeinsam haben sich das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau auf die Suche nach den „100 Genussorten Bayern“ gemacht. Ziel ihres Wettbewerbs war es, Orte zu finden, die sich durch ihre kulinarischen Traditionen auszeichnen (www.100genussorte.bayern).   

Urlaubsland der Genussorte

Als die Gewinner feststanden, war klar: Franken ist als gesamte Region kulinarisch herausragend! Über 50 Mal ging die Auszeichnung ins Urlaubsland – von Abtswind im Steigerwald bis zur „Weininsel an der Mainschleife“ im Fränkischen Weinland. Erstaunlich oft taucht bei den fränkischen Gewinnern das Thema Bier in der Begründung der Jury auf. Wer Franken kennt, den wundert dies allerdings nicht. Schließlich gibt es nirgendwo mehr Brauereien als hier, darunter sehr viele Klein- und Kleinstbrauereien, die ausschließlich für den Ausschank in der eigenen Gaststätte brauen. Damit einher geht eine große Vielfalt an Biersorten und somit ist die fränkische Bierkultur für Genießer immer ein Gewinn.

Hier geht es zum Biergarten von Schlenkerla in Bamberg Ffoto: Weirauch
Hier geht es zum Biergarten von Schlenkerla in Bamberg Foto: Weirauch

Weltrekord für Bierliebhaber

Eine Region mit gleich mehreren „süffigen“ Genussorten ist die Fränkische Schweiz. Unter ihnen befindet sich mit Aufseß eine echte Weltrekordgemeinde: Sie hat zwar nur rund 1.300 Einwohner, dafür aber vier Brauereien. Mit dieser hohen Brauereidichte hat es die Gemeinde ins Guinessbuch der Rekorde geschafft. Darauf sind die Aufseßer natürlich stolz und laden dazu ein, ihre jahrhundertealte Braukultur kennenzulernen: zum Beispiel bei einem Bierkrimidinner oder bei einer Tour auf dem Brauereienweg (www.aufsess.de).

Diese Tour stellt ein hervorragendes Beispiel für die zahlreichen Wander- und Radwege dar, die sich in Franken dem Thema Bier widmen. Zu ihnen zählt auch der „13-Brauereien-Weg”, der ebenfalls zu den Gewinnern der „100 Genussorte Bayern” gehört. Er verbindet rund um Litzendorf, Memmelsdorf und Strullendorf Traditionsbrauereien, die zusammen rund 90 Biersorten anbieten. Gelegenheit, diese zu kosten, haben Besucher beim „Bierkulturfest“ in Memmelsdorf am 3. und 4. Mai 2019 (www.fraenkische-toskana.com).

Im Sommer geht es „auf’n Keller“

„Auf’n Keller“ führt der Weg zur Braukultur in Forchheim. Die Stadt in der Fränkischen Schweiz ist berühmt für ihr Annafest im Kellerwald (26. Juli bis 5. August 2019). Die dortigen Keller, 23 an der Zahl, sind typisch für die fränkische Bierkultur. Früher, als es noch keine Möglichkeit zur elektrischen Kühlung gab, wurde in diesen immer kühlen Felsstollen den Sommer über das Bier gelagert. Es bot sich an, das Bier gleich an Ort und Stelle auszuschenken und sich damit den mühsamen Weg von den im Wald gelegenen Kellern zurück zur Brauerei zu sparen. So entstand eine Tradition, die Sommer für Sommer in Franken mit viel Leidenschaft gepflegt wird.

Im Schatten großer Bäume macht man es sich auf dem Keller gemütlich, trinkt aus einem „Seidla“ – dem in Franken oft verwendeten Halbliter-Steinkrug – ein frisch gezapftes Kellerbier und lässt sich dazu ein typisches Kellergericht schmecken. Außerhalb der Festtage erschließt sich Forchheims Braukultur bei einer „Kulinarischen Bierverkostung“ oder auf dem „Walk of Beer“, einer Themenroute zwischen Innenstadt und Kellerwald (www.forchheim-erleben.de).

Einen köstlichen Einstieg in die Bierkultur ermöglichen übrigens die „BierWochen“ in der Fränkischen Schweiz. Vom 6. März bis 23. April 2019 bieten die teilnehmenden Gastronomen jeweils mindestens drei Gerichte an, in denen Bier verarbeitet wird, darunter Starkbier-Süppchen, Bierburger mit Süßkartoffel-Pommes oder fränkisches Weißbiereis mit Blaubeerkompott. Der Zeitraum der „BierWochen“ wurde bewusst gewählt: Am 6. März 2019 beginnt die Fastenzeit, in der nach alter Klostertradition oftmals zu Bier als Nahrungsmittel gegriffen wird. Der 23. April 2019 dagegen ist der „Tag des Deutschen Bieres“ – der Tag, an dem 1516 das „Bayerische Reinheitsgebot“ verkündet wurde (www.fraenkische-schweiz.com).

„Flüssiges Brot“ für Frankens Mönche

Die Mönche, die sich mit Bier als „flüssigem Brot“ über die karge Fastenzeit retteten, prägten auch die Bierkultur in anderen fränkischen Genussorten. In der UNESCO-Welterbestadt Bamberg, das berühmt für sein fast schon legendäres Rauchbier ist, liegt der Ursprung der Braukultur auf dem Michelsberg, wo Benediktiner-Mönche bereits im 12. Jahrhundert das Braurecht innehatten. Heute ist im ehemaligen Kloster das „Fränkische Brauereimuseum“ zu Hause, in dem neben Führungen auch Gelegenheit zu unterhaltsamen Bierseminaren besteht. Ideal, um in die Bamberger Bierkultur einzutauchen, sind zudem Angebote wie die „BierSchmeckerTour” oder die Führungen „Leidenschaft für Gerstensaft“ und „Bier – Das Bamberger Herzblut“.

Bamberg Jubiläum UNESCO Welterbe, Foto: „BAMBERG Tourismus & Kongress Service/Stadtplanungsamt Bamberg, Foto: Luftbild Hajo Dietz“
Bamberg Jubiläum UNESCO Welterbe, Foto: „BAMBERG Tourismus & Kongress Service/Stadtplanungsamt Bamberg, Foto: Luftbild Hajo Dietz“

Während die Braugeschichte in Bamberg seit fast 1.000 Jahren keinerlei Lücken aufweist, war der Anbau von Hopfen als wichtige Bierzutat vor rund 100 Jahren beendet. Lange schien dies endgültig, bis eine alteingesessene Bamberger Gärtnerfamilie sich wieder darauf besann: Seit einigen Jahren werden im Bamberger Erlebnis-Hopfengarten nun wieder verschiedene Hopfenarten angebaut, die in der hauseigenen Brauerei – übrigens der kleinsten der insgesamt elf Brauereien der Stadt – verarbeitet werden und Thema von Führungen und Seminaren sind (www.bamberg.info/bier).

Aromatischer Klassiker

Beim „grünen Gold“, wie der Hopfen auch genannt wird, führt kein Weg an Spalt vorbei. Dieser Genussort im Fränkischen Seenland ist berühmt für den „Spalter Aromahopfen“, der hier nachweislich seit 1341 angebaut wird. Wie aus Hopfen Bier wird, erzählt das außergewöhnliche „HopfenBierGut“. Die Besucher spazieren in diesem interaktiven Museum unter anderem durch einen begehbaren Braukessel oder stimmen sich an der Aromastation auf die Vielfalt der Spalter Biere ein. Neu im Museum ist die „ProBierStund“: Immer am ersten Donnerstag im Monat verkosten ausgebildete Biersommeliers mit den Teilnehmern in lockerer Atmosphäre ausgewählte Biere. Eine weitere Spalter Besonderheit sind die Bürger der Stadt: Sie alle sind Eigentümer der einzigen kommunal geführten Brauerei in Deutschland. 2019 feiert diese Stadtbrauerei ihr 140-jähriges Bestehen mit einem großen Brauereifest am 11. und 12. Mai 2019 (www.hopfenbiergut.de).

Wallfahrten zur Bierkultur

Seit Jahrhunderten pilgern Bierliebhaber in den Genussort Bischofsheim an der Rhön – genauer gesagt zum Franziskaner-Kloster auf dem Kreuzberg. Es ist tatsächlich ein Wallfahrtsort mit langer Tradition – seit 1731 wird hier außerdem das berühmte Kreuzberger Klosterbier gebraut, das direkt vor Ort ausgeschenkt wird (www.bischofsheim.info). Auch die Benediktinermönche im Kloster Plankstetten blicken auf eine lange Braugeschichte zurück. Das Kloster bei Berching im Naturpark Altmühltal, ebenfalls ein ausgezeichneter Genussort, legt viel Wert auf die Naturbelassenheit seiner Produkte. Das gilt beim Bier ebenso wie bei den Köstlichkeiten, die aus der Landwirtschaft oder der Bäckerei des Klosters stammen (www.kloster-plankstetten.de).

Ein Wahrzeichen des Obermain•Jura ist die Basilika Vierzehnheiligen über Bad Staffelstein. Die berühmte Wallfahrtskirche ist zwar keine Braustätte, dafür hat sich quasi unter ihrem Schutz eine leidenschaftlich gepflegte Bierkultur entwickelt. Stolze zehn Brauereien gibt es im Stadtgebiet von Bad Staffelstein. Sie sind auch das Ziel von gleich drei Tourenvorschlägen für Radfahrer. Zur Auswahl stehen die „Main-Brauerei-Tour“, die „Fünf-Brauereien-Tour“ und die „Pilger-Brauerei-Tour“. Wer die geballte Bier-Kompetenz der Stadt kennenlernen will, besucht einfach das Bad Staffelsteiner Bierbrauereifest am 15. August 2019 (www.bad-staffelstein.de).

Gute Biere, gutes Essen und gute Gesellschaft

Eine richtige Bierstadt also, dieses Bad Staffelstein. Damit befindet sie sich in Franken in bester Gesellschaft! Das merkt jeder, der zum Beispiel in Kulmbach im Frankenwald zu Gast ist. Die Biere dieser „Heimlichen Hauptstadt des Bieres“ sind weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Auch in Sachen Biergeschichte ist Kulmbach eine Institution, lebendig vermittelt im „Bayerischen Brauereimuseum“. Außerdem steht in der Stadt ein Termin im Kalender, der zu den Höhepunkten der fränkischen Bier- und Festtradition zählt: Alljährlich lockt die „Kulmbacher Bierwoche“ (27. Juli bis 4. August 2019) bis zu 120.000 Besucher an. Zu Füßen der mächtigen Plassenburg dreht sich dann alles um gute Biere, gutes Essen und gute Gesellschaft (www.kulmbach.de).

Die Plassenburg ist ein Vermächtnis der fränkischen Herrscher aus dem Hause Hohenzollern. Auch Bayreuth ist eine Hohenzollern-Stadt, wie unter anderem das UNESCO-Welterbe Markgräfliches Opernhaus beweist. Ob die Liebe zur Bierkultur etwas mit dieser Vergangenheit zu tun hat, sei dahingestellt. Sicher ist allerdings, dass die Fichtelgebirgsstadt als Genussort ebenfalls ein ideales Ziel für Bierliebhaber darstellt: dank Bierkutscher- oder Genussführungen, der Braumeistertour oder „Maisel’s Bier-Erlebnis-Welt“ (www.bayreuth-tourismus.de).

Menü der Regionen

Nun lebt der Mensch nicht vom „flüssigen Brot“ alleine – und das muss er in Franken auch nicht, denn die Spezialitäten der ausgezeichneten Genussorte ergeben ein köstliches Menü. Darunter sind zum Beispiel feine Leckereien wie vom „Iphöfer Eichelschwein“ aus dem Fränkischen Weinland, zartes „Frankenhöhe-Lamm“ aus dem Romantischen Franken oder köstlicher „Aischgründer Karpfen“ aus dem Steigerwald. Ein Erlebnis ist außerdem der Besuch einer typischen Heckenwirtschaft – also jenen Gastwirtschaften im Weinland Franken, die nur zu bestimmten Zeiten im Jahr geöffnet haben und in denen die Winzer selbst zum Gastgeber werden. Zum Wein werden hier bodenständige Brotzeiten serviert: Im Genussort Bürgstadt im Spessart-Mainland kommen hier zum Beispiel regionaltypische Spezialitäten wie Winzerstangen, Winzerblatz oder Bratwürste auf den Tisch (www.buergstadt.de). Hier geht es zu der Region.

Apropos Bratwurst: Die gehört zum fränkischen Menü der Spezialitäten selbstverständlich dazu! Obwohl, die eine fränkische Bratwurst gibt es gar nicht, stattdessen lässt man sie sich in vielen Variationen schmecken, die sich sowohl in der Zusammensetzung und den Gewürzen als auch in der Größe deutlich unterscheiden. Die bekannteste stammt sicherlich aus dem Genussort Nürnberg. Die berühmten Nürnberger Rostbratwürste dürfen nur im Stadtgebiet nach festgeschriebener Rezeptur hergestellt werden und sind gleichzeitig auch die kleinsten in der fränkischen Bratwurst-Riege (www.nuernberger-bratwuerste.de). Ganz andere Dimensionen herrschen im Fränkischen Weinland, wo sich die „Sulzfelder Meterbratwurst“ als köstliche Schnecke auf dem Teller ringelt (www.sulzfeld-main.de).

Gipfel der fränkischen Bratwurst

Mit Ansbach und Coburg sind zwei weitere fränkische Genussorte ohne ihre Bratwurst kaum vorstellbar. Die Ansbacher Bratwurst gehört ebenfalls zu den stattlicheren Varianten und kann sogar auf eine ältere urkundliche Erwähnung als das bayerische Bier zurückblicken. Das und vieles mehr erfahren die Teilnehmer der „Ansbacher Bratwurstführung“ (www.ansbach.de).

Nicht zu vergessen die aromatisch-knusprige Verführung, die die Region Coburg.Rennsteig bereithält: Hier brutzelt die Coburger Bratwurst über dem Feuer von Kiefernzapfen (www.coburg-tourist.de).

Coburger Bratwürste werden traditionell auf einem Rostgrill über dem Feuer von Kiefernzapfen gebraten. Foto: Weirauch
Coburger Bratwürste werden traditionell auf einem Rostgrill über dem Feuer von Kiefernzapfen gebraten. Foto: Weirauch

Was die Bratwurst alles zu bieten hat, zeigt am 2. Juni 2019 der „Fränkische Bratwurstgipfel“ im Genussort Pegnitz in der Fränkischen Schweiz.Weitere Zutaten im großen Menü der fränkischen Spezialitäten sind süße Leckereien wie die Dettelbacher Muskatzinen aus dem Fränkischen Weinland, Grünkern aus dem Lieblichen Taubertal, Kräuterwissen im Nürnberger Land oder die besondere Verbindung von Wein- und Bierkultur in den Haßbergen. Mehr darüber liest man in der aktuellen Themenzeitung „Genießerland“, die kostenlos über FrankenTourismus erhältlich ist und als Blätterkatalog online zur Verfügung steht. Gleiches gilt für die Broschüre „Franken – Heimat der Biere.“, die zu einer Entdeckungsreise durch Frankens Bierkultur einlädt.

Weitere Informationen und Prospekte gibt es hier:   

  • FrankenTourismus
  • Pretzfelder Straße 15, 90425 Nürnberg
  • Telefon 0911/94151-0, Fax 0911/94151-10
  • info@frankentourismus.de,
  • Internet: www.frankentourismus.de

 

 Hier  weitere Beiträge auf einfachraus.eu zum schönen Franken.

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Reise

Nürnberg: Wo Albrecht Dürer seine letzte Ruhe fand

Nürnberg (20)

In wenigen Tagen ist Totensonntag (Ewigkeitssonntag). Da denke ich an meinen letzten Besuch in Nürnberg zurück. Es war im Spätsommer, als ich den Johannisfriedhof  besuchte. Als an der Sepulkralkultur Interessierter besuche ich regelmäßig Friedhöfe. Egal, wo wir gerade sind. Friedhöfe geben immer einen Einblick in die Geschichte und die Lebensgewohnheiten der Bevölkerung eines Ortes. Aber der Johannisfriedhof von Nürnberg ist ein besonderer Friedhof. Nicht nur weil dort viele Prominente ihre letzte Ruhe gefunden haben. Nein, auch weil es einer der ältesten mir bekannten Friedhöfe überhaupt ist.

Die Anlage ging aus einem im 13. Jahrhundert entstandenen Siechkobelfriedhof (Siechkobel: Gebäude zur Unterbringung von Kranken und Aussätzigen) und einem 1395 geweihten Pestfriedhof hervor. Infolge der Pestzüge, die Nürnberg immer wieder heimsuchten, erging 1518 ein Ratsbeschluss, dass niemand mehr innerhalb der Stadtmauern beigesetzt werden durfte. Seitdem fanden die Bürger des Ortsteiles Sebald auf dem Johannisfriedhof ihre letzte Ruhestätte. Dieser historische Kern bildet heute den nordöstlichen Teil der Anlage. Er ist gekennzeichnet durch die gerasterte Anordnung großenteils einheitlicher Steinplatten, die an Sarkophage erinnern und mit kunstvollen Epitaphien versehen sind.

Bedeutende Nürnberger Künstler wie Albrecht Dürer und Veit Stoß wurden hier bestattet. Die innerhalb der Friedhofsmauern stehende, seit der Reformation evangelische Johanniskirche mit ihrer charakteristischen roten Fassade entstand gegen Ende des 14. Jahrhunderts. Sehenswert in ihrem Inneren sind der Hochaltar und der nördliche Steinaltar.

Vermutlich Hans Beheim schuf in den Jahren 1513 bis 1515 die spätgotische sogenannte “Holzschuherkapelle” am Ostrand des Johannisfriedhofes. Der Johannisfriedhof wurde wiederholt als schönster Friedhof Deutschlands ausgezeichnet. Nürnberger bezeichnen ihn gern auch als ihren Rosenfriedhof.

Hesperidengärten

Benahcbart dem Johannisfriedhof sind die Heseperidengärten. Das Ensemble im Stadtteil Sankt Johannis besteht aus drei parallel verlaufenden barocken Ziergärten, die einst im Auftrag Nürberger Patrizier angelegt wurden. Es erstreckt sich zwischen einem Gärtnerhaus und einem den Eingang der Anlage markierenden hufeisenförmigen Fachwerkhaus. Angelehnt an die Lustgärten der Adligen, sind die mit Zierbrunnen und Statuen versehenen Gärten in unterschiedliche Bereiche gegliedert, darunter ist auch ein Abschnitt mit Zitrusbäumen. Ein Bürgerverein regte die Restaurierung der Anlage, die vom Finanzbauamt übernommen wurde. Geplant ist eine Erweiterung in östlicher Richtung.

Informationen zu Nürnberg gibt es bei Nürnberg Tourismus.

Buchtipp: Architekturführer Nürnberg Taschenbuch,  Autor: Richard Woditsch

Architekturführer Nürnberg von Richard Woditsch, DOM publishers Berlin, Reisebegleiter in die Frankenmetropole, 134 × 245 mm, 368 Seiten, 500 Abbildungen, Softcover, ISBN 978-3-86922-276-9, www.dom-publishers.com  – www.gisela-graf.com

Das Buch kostet im Buchhandel 38 Euro.

 

Der im Verlag Dom publishers erschienene Architekturführer Nürnberg kostet 38 Euro
Der im Verlag Dom publishers erschienene Architekturführer Nürnberg kostet 38 Euro
Reise

Highlights in Franken

Deutschland, Bayern, Rothenburg ob der Tauber, Marktplatz, Altstadt...Foto: Frankentourismus

Im Herzen Mittelfrankens liegt die Bilderbuchlandschaft der Fränkischen Schweiz. Östlich davon erstreckt sich die Fränkische Alb, weiter nordöstlich das Fichtelgebirge und der Frankenwald. Nordwestlich schließen sich die sanften Hügel der Haßberge und die Laubwälder des Steigerwaldes an. “Entdecker” der Fränkischen Schweiz sind die Dichter Ludwig Tieck und Heinrich Wilhelm Wackenroder, die um Pfingsten 1793 als Studenten von Erlangen aus die bis dahin unbeachtete Gegend erkundeten. Sie folgten malerischen Flusstälern, erkletterten Ritterburgen auf steilen Felsen, besuchten urige Dörfer und bestaunten den kunstvoll-märchenhaften Felsengarten Sanspareil bei Wonsees. Ihre Reseberichte wurden zum Bestseller der deutschen Romantik. Aus bescheidenen Dörfern wurden bald vornehme Luftkurorte, der ländliche Charakter blieb erhalten. Die Fränkische Alb ist landschaftlich ähnlich, aber touristisch weniger erschlossen.

Bayreuth

Auf das Konto der kunstsinnigen Markgräfin Wilhelmine geht das kostbar ausgestattete Neue Schloss, ein wunderschönes Barocktheater und die Eremitage, ein englischer Landschaftspark mit Lustschlössern und Wasserspielen.

Markgräfliches Opernhaus Bayreuth nach der Restaurierung, Blick zur Fürstenloge, die Ränge und die Decke Foto: Achim Bunz
Markgräfliches Opernhaus Bayreuth nach der Restaurierung, Blick zur Fürstenloge, die Ränge und die Decke Foto: Achim Bunz

Zu den berühmten Wagner-Festspielen strömen Politiker und Promis.

Festspielhaus Bayreuth
Festspielhaus Bayreuth Foto: Weirauch
Bayreuth_Wahnfried-Konzerte-Richard-Wagner-Museum Foto: Richard Wagner Museum
Bayreuth_Wahnfried-Konzerte-Richard-Wagner-Museum Foto: Richard Wagner Museum

Bamberg

Die 1000-jährige Bischofs- und Kaiserstadt zählt zum Unesco-Welterbe. Auftakt machen das Alte Rathaus mitten in der Regnitz und eine “Klein-Venedig” genannte mittelalterliche Häuserzeile. Es folgen die Neue Residenz und der Dom mit Werken von Tilman Riemenschneider und Veit Stoss.

Bamberg Jubiläum UNESCO Welterbe, Foto: „BAMBERG Tourismus & Kongress Service/Stadtplanungsamt Bamberg, Foto: Luftbild Hajo Dietz“
Bamberg Jubiläum UNESCO Welterbe, Foto: „BAMBERG Tourismus & Kongress Service/Stadtplanungsamt Bamberg, Foto: Luftbild Hajo Dietz“

Nürnberg

Zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert erblühte die Freie Reichsstadt zum Zentrum von Politik, Handel, Kunst und Wissenschaft. Zu Füßen der Kaiserburg und im Schutz der Stadtmauer wirkte der Künstler Albrecht Dürer – sein Wohnhaus versetzt heute als Museum Besucher in das Leben und Denken der Renaissance.

Altmühltal

Zwischen Gunzhausen im Westen und Kehlheim im Osten windet sich die Altmühl durch breite Täler, Auen und vorbei an bizarren Felsen. Ob zu Fuß, mit dem Rad oder Schiff – Kulturgüter wie die Ritterburg Schloss Prunn, das barocke Eichstätt oder das weltberühmte Kloster Weltenburg am Donaudurchbruch bei Kelheim liegen am Weg.

Rothenburg ob der Tauber

Synonym für romantisches Mittelalter – aber auch für Busse voller fotografierender Touristen. Der reizvollen Kulisse kann man sich trotzdem nicht entziehen – wer sie zu lieblich findet, besucht das mittelalterliche Kriminalmuseum mit Folterinstrumenten.

Foto: Frankentourismus

 

Traumhafte Kulisse für Theater: Rothenburg o.d.T Foto: D.Weirauch
Traumhafte Kulisse für Theater: Rothenburg o.d.T Foto: D.Weirauch

Buchtipp: MARCO POLO Raus & Los! Fichtelgebirge, Frankenwald, Bayreuth

Reise

Burgenstraße: Roth in Franken

Schloss Ratibor15Blick auf Schloss Ratibor in Roth, Foto: Stadt Roth - Tourist-Information

Dieser Tage war ich in Roth. Inmitten des Fränkischen Seenlandes und nur 7 Kilometer vom Rothsee entfernt, liegt die Kreisstadt Roth. “roth voll auf Draht” lautet der Slogan. Meine Erwartungen waren recht groß. Denn vor einigen Jahren, als Borten im Potsdamer Schlos Sanssouci erneuert wurden, sagte eine Restauratorin: “Wir haben diese in einer Fabrik Roth in der Nähe von Nürnberg herstellen lassen. Dort kann man das noch erleben.” Vonleonischer Industrie war die Rede. Leonisch, was ? Ich konnte mir wenig darunter vorstellen. Darüber später hier mehr. Es ist eine alte Kulturstadt. Die fränkische Stadt Roth blickt auf eine lange Geschichte zurück. Erstmals urkundlich erwähnt wurde sie im Jahre 1060, als Bischof Gundekar II von Eichstätt eine Kirche zu „Rote“ weihte. Im Jahr 2010 feierte Roth sein 950-jähriges Gründungsjubiläum Stadtjubiläum. In der Mitte des 14. Jahrhunderts erfolgte die Verleihung der Stadtrechte. Noch heute ist die damalige mittelalterliche Struktur im Stadtbild mit der an vielen Stellen erhaltenen Stadtmauer und dem breit ausladenden Markt als Zentrum, umrahmt von stattlichen Bürgerhäusern, gut abzulesen.

Blick auf das Rathaus der fränkischen Stadt Roth, Foto: Stadt Roth - Tourist-Information
Blick auf das Rathaus der fränkischen Stadt Roth, Foto: Stadt Roth – Tourist-Information

Auf dem Marktplatz und in der Altstadt reihen sich viele Sehenswürdigkeiten aneinander, die zu Fuß mit Hilfe des Prospekts „Historischer Rundgang“ gut erkundet werden können. Das Wahrzeichen und Schmuckstück der Stadt Roth ist das Schloss Ratibor. Das zwischen 1535 und 1538 von Markgraf Georg „dem Frommen“ errichtete repräsentative Jagdschloss wurde von den Einkünften des Regenten aus seinen schlesischen Besitzungen, vor allem der Fürstentümer Oppeln und Ratibor, finanziert. Mit dem idyllischen Innenhof, dem gemütlichen Garten und beeindruckendem Schlossgraben bildet das Ensemble mitten in der Stadt eine Oase der Ruhe.

Blick auf die Befestigung von Schloss Ratibor, Foto: Stadt Roth - Tourist-Information
Blick auf die Befestigung von Schloss Ratibor, Foto: Stadt Roth – Tourist-Information

Stadtgarten von Roth Foto: Stadt Roth - Tourist-Information
Stadtgarten von Roth Foto: Stadt Roth – Tourist-Information

Hauptattraktion und größter Raum des Schlosses ist der Prunksaal. In seiner Gestaltung erinnert er an italienische Säle der Spätrenaissance und des Frühbarocks. In weiteren Räumen des Schlosses ist das Stadtmuseum untergebracht.

Die Besucher von Roth können die Stadt und die Umgebung über ein sehr gut ausgebautes Rad- und Wanderwegenetz entdecken. Das Museum Schloss Ratibor, das Fabrikmuseum und der Historische Eisenhammer lassen auch bei schlechtem Wetter keine Langweile aufkommen. Aber auch Schloss- und Stadtführungen, Themenstadtführungen und geführten Radwanderungen sind ein besonderes Erlebnis.

Der Rothsee hat mit 220 Hektar Wasserfläche eine beachtliche Größe, Foto: Stadt Roth - Tourist-Information
Der Rothsee hat mit 220 Hektar Wasserfläche eine beachtliche Größe, Foto: Stadt Roth – Tourist-Information

Die Kulturfabrik, eines der renommiertesten Gastspieltheater der Region, besticht durch eine breite Programmpalette mit Ausstellungen, Theater, Kabarett, Tanz, Lesungen und Konzerten aller Stilrichtungen. Ein Höhepunkt in der Kulturfabrik sind die jährlich stattfindenden Bluestage mit Spitzenmusikern aus aller Welt.

Der Schaukeldrahtzug.Die auf der Schaukel sitzende Figur eines Drahtziehers stammt von dem Staufer Stahlkünstler Thomas Volkmar Held, Foto: Weirauch
Der Schaukeldrahtzug.Die auf der Schaukel sitzende Figur eines Drahtziehers stammt von dem Staufer Stahlkünstler Thomas Volkmar Held, Foto: Weirauch

Wie kommt man hin ? Die Kreisstadt Roth ist bequem per Bahn, Bus oder über die Autobahnen A6 und A9 zu erreichen. Die Fahrzeit von Roth nach Nürnberg mit der Bahn beträgt nur rund  20 Minuten.

  • Informationen zu Roth gibt es hier:
  • Tourist-Information im Schloss Ratibor
  • Hauptstraße 1
  • 91154 Roth,
  • Tel.: 09171/848-513.
  • Roth im Internet: www.stadt-roth.de

Blick auf das Fabrikgebäude „Obere Mühle 4“, in dem sich das Fabrikmuseum Roth befindet, Foto: Weirauch
Blick auf das Fabrikgebäude „Obere Mühle 4“, in dem sich das Fabrikmuseum Roth befindet, Foto: Weirauch

Roth – Voll auf Draht

Unbedingt sehenswert ist in Roth das Fabrikmuseum der Leonischen Industrie, welches 2003 mit dem Bayerischen Museumspreis ausgezeichnet wurde. Ich habe selten in einem technischen Museum auf der Route der Industriekultur soviele funktionsfähige Maschinen der Drahtverarbeitung gesehen. Dank an Dr. Wilhelm Gimm, der mit seinen Mitarbeitern und dem Historischen Verein  die Wrinnerung an die einst die Region in und um Roth prägende leonische Industrie wachhält. Dem Museum können wir nur viele Besucher, vor allem Schulklassen und nicht nur an der Technik Interessierte wünschen.

Gezeigt werden der Weg des grob gezogenen Drahtes durch Feinzug und Plätterei, die Herstellung und das Vergolden der Gespinste sowie die Weiterverarbeitung auf Webstühlen und anderen Maschinen bis hin zur Verpackung der fertigen Ware. Foto: Weirauch
Gezeigt werden der Weg des grob gezogenen Drahtes durch Feinzug und Plätterei, die Herstellung und das Vergolden der Gespinste sowie die Weiterverarbeitung auf Webstühlen und anderen Maschinen bis hin zur Verpackung der fertigen Ware. Foto: Weirauch

Beim geführten Rundgang durch das Museum bekommt der Besucher einen Einblick in die Produktion, Foto: Weirauch
Beim geführten Rundgang durch das Museum bekommt der Besucher einen Einblick in die Produktion, Foto: Weirauch

Informationen zum sehenswerten Fabrikmuseum Roth
Obere Mühle 4
91154 Roth

Telefon 09171/60564

Sportlich zur genussvollen Familienzeit

Frankentourismus teilt für 2019 mit: Die kommenden Monate werden abwechslungsreich in Roth: Die Sport- und Kulturstadt im Fränkischen Seenland hat die wichtigsten Veranstaltungen im Prospekt „Highlights 2019“ zusammengefasst. Kulturelles wie die Aufführungen der Rother Schlosshofspiele (20. Juli bis 11. August 2019), die Rother Bluestage (29. März bis 7. April 2019) oder die Konzerte des Stadtorchesters gehören ebenso dazu wie sportliche Höhepunkte. Zu letzteren zählen der weltbekannte Triathlon „DATEV Challenge Roth“ (4. bis 8. Juli 2019), der „MEMMERT Rothsee Triathlon“ (22. und 23. Juni 2019) oder der Fitnesstag am Rothsee (12. Mai 2019). Gemütlicher geht es zu beim Spargelfest (11. Mai 2019) oder beim Festival der Wirte (14. bis 16. Juni 2019). Abwechslungsreiche Angebote für Familien bieten unter anderem die „Moonlight Sports-Night“ (10. Mai 2019) oder der Familien-Museumstag im Schloss Ratibor (27. Juli 2019). Erhältlich ist der Prospekt unter anderem in der Tourist-Information im Schloss Ratibor sowie als Download (www.stadt-roth.de).

Bücher

Top five in Nürnberg

Nürnberg (1)

Die fünf Kilometer lange Nürnberger Stadtmauer, deren Grundriss einem Parallelogramm ähnelt, gehörte zu den größten im spätmittelalterlichen Europa. Die jetzige Mauer wurde 1452 vollendet. Im Gegensatz zu vielen anderen Städten von Nürbergs Größenordnung blieb die Stadtumwallung bis heute fast vollständig erhalten, nur einige zhusätzliche Durchbrüche wurden vorgenommen, um das steigende Verkehrsaufkommen zu bewältigen.

Burgviertel

In dem unterhalb der Burg gegelegenen Viertel sind zahlreiche Kneipen und Gaststätten zu finden. Ein Rummel durch die engen Straßen und Gassen im nordwestlichen Teil der Stadtbefestigung vermittelt eine gute Vorstellung davon, wie Nürberg vor dem Krieg ausgesehen haben dürfte. Unterhalb des Burgviertels befinden sich die Felsengänge mit ihren historischen Wasserstollen: sie sind nur im Rahmen einer Führung begehbar. Die bis zu vier Etagenin den Sandstein geschlagenen unterirdischen Anlagen verfügen über ein ausgeklügeltes System zur selbstätigen Durchlüftung dieses weitläufigen Labyrinthes. Im Laufe der Jahrhunderte hatten die Keller und Gänge verschiedene Funktionen: Sie dienten der Wasserversorgung, als Bier- und Weinkeller, zur Lagerung von Lebensmitteln, und im Zweiten Weltkrieg wurde in den Felsengängen ein großer wurde in den Felsegängen ein großer Teil der Nürberger Kunstschätze untergebracht, wo sie die Kriegsereignisse unbeschadet überstanden haben.

Dürerhaus

Das aus dem frühen 15. Jahrhundert stammende Gebäude steht am Tiergärtnertorplatz. Albrecht Dürer hatte es 1509 erworben und bis zu seinem Tod im Jahre 1528bewohnt. Somit dürften viele seiner bekanntesten Bilder hier entstanden sein. Das Haus wurde später allerdings mehrfach veröndert: so stammt z. B. der 1898 hierher versetzte Giebelerker von einem anderen Gebäude (ursprünglich befand sich am Dürerhaus ein Aufzugserker). Das Haus wurde im frühen 19. Jahrhundert ein Wallfahrtsort für Romantiker und Künstler. 1828, zum 300. Geburtstag Dürers, kaufte es die Stadt Nürnbergs. Heute befindet sich hier ein Museum, das Nürnbergs berühmtesten Sohn vorbildlich in den Mittelpunkt der Dauerausstellung rückt. Ein Lob verdient das ansprechende museumsdidaktische Konzept, das Dürer dem Besucher multimedial näher bringt.

In einer rekonstruierten Werkstatt wird gezeigt, wie damals Leim und Farben hergestellt wurden und wie Holzschnitte, Kupferstiche und Tafelbilder entstehen. Seit dem Sommer 2012 werden in einem neu eingerichteten Saal hochwertige Kopien aus städtischem Besitz präsentiert. Da die Reichsstadt Nürnberg immer wieder Originalgemälde an Herrscher wie den bayerischen Kurfürsten Maximilian abgeben musste, entstand der Wunsch, Dürers Gemälde wenigstens in adäquaten Kopien zu besitzen. In der Dachgalerie kann man sich zudem das “Graphische Kabinett” ansehen, das Wechselausstellungen aus den Beständen der Graphischen Sammlung der Stadt Nürnberg zeigt. In einer authentisch nachgebildeten Malerwerkstatt werden zudem künstlerische Techniken demonstriert. Touchscreens und interaktive Medienstationen erleichtern den Zugang zu Dürers Werk.

Dürerhaus
Albrecht-Dürer-Straße 39, 90403 Nürnberg
Tel. +911 231 2568
Öffnungszeiten: Di, Mi 10-17 Uhr, Do 10-20 Uhr, Fr 10-17 Uhr, Sa-So 10-18 Uhr, Mo geschlossen
albrecht-duerer-haus@stadt.nuernberg.de
www.museen.nuernberg.de

Sankt Johannis Friedhof

Der traditionsreiche Stadtteil im Westen der Altstadt verfügt mit seinen Hesperidengärten und dem Johannisfriedhof über zwei kulturelle Highlights. Der in seiner Anlage einzigartige Johannisfriedhof kann zu den künstlerisch und kulturgeschichtlich bedeutendsten Friedhöfen in Europa gezählt werden.

Und Dies nicht nur deshalb, weil hier die berühmtesten Söhne Nürbergs, darunter auch Albrecht Dürer, Veit Stoß, Willibald Pirckheimer und Wenzel Jamnitzer begraben liegen. Die Epitaphien, die die ansonsten schlichten und gleich ausgerichteten liegenden Sandsteingrabmäler zieren, sind ein wahres Bilderbuch der Sozialgeschichte. Die Inschriften und Wappen künden von der sozialen Stellung des Toten, erzählen von seinem Beruf (Bäcker, Steinmetz Brauer etc.), seinen Kindern oder ob er keine, eine oder fünf Ehefrauen überlebt hat.

Beim gemütlichen Umherschlendern kann man auch leicht die eine oder andere kuriose bzw. humormistische Darstellung entdecken. Die Grabstätten wurden des Öfteren neu vergeben; so ruhen im Grab von Albrecht Dürer (Nr. 649) außer ihm und seiner Frau Agnes noch fünf Personen, die im Heilig-Geist-Spital gestorben waren, sowie drei Kupferstecher. Als man 1811 das Grab öffnete, um Dürers Genie an den Ausmaßen seines Schädels nachzuweisen, konnte man ihm schon keinen der gefundenen Schädel mehr zuordnen.

Das seit der Renaissance verstärkt ausgeprägte Bewusstsein für die Natur und der barocke Hang zur Repräsentation führten zur Anlage der Hesperidengärten in Johannis. Man pflanzte und züchtete in der Frühen Neuzeit hier bis zu 93 verschiedenen Arten von Zitrusfrüchten. Die für die damaligen Verhältnisse extrem teuren und seltenen Zitrus- und Pomeranzenfrüchte sorgten für ein exotisches Flair. In Johannis bildeten diese Gärten einen zusammenhängenden Komplex, der sich von der Johannisstraße bis hinunter zur Hallerwiese und dem Riesenschritt erstreckte. Der typische Grundriss eines Hesperidengartens (Hesperiden waren in der antiken Mythologie Nymphen, aus deren Garten Herakles drei goldene Äpfel entwendete) bestand aus einem hufeisenförmigen Vorderhaus, einem Aufzuchtbereich, dem eigentlichen Ziergarten – dem sich ein Obst- und Gemüsegarten mit einer freien, ungenutzten Fläche anschloss – und aus dem abschließenden Gartenhaus.

Sankt Johannis-Friedhof
Johannisstraße 47, 90419 Nürnberg
Tel. +911 330516
Öffnungszeiten: April bis Oktober täglich 8-20 Uhr
friedhof@st-johannis-nuernberg.de
www.st-johannisfriedhof-nuernberg.de

Was man in der Umgebung von Nürnberg unbedingt sehen sollte:

Schwabach

Die alte Markgrafenstadt Schwabach, der kleinsten kreisfreien Städte Deutschlands, schließt den Nürnberger Ballungsraum nach Süden hin ab. Für die erfolgreiche Sanierung des alten Stadtbildes wurde Schwabach 1979 als einzige deutsche Stadt mit der “Europa-Nostra-Medaille” belohnt.
Eine lange Tradition hat das Handwerk des Goldschlagens und der Nadelherstellung. In über 40 Länder der Welt werden alljährlich fünf Milliarden Nadeln aus Schwabach exportiert. Das Hämmern der Goldschläger bestimmt seit Jahrhunderten den Rhythmus der Stadt, auch wenn heute nur noch fünf Betriebe gezählt werden, im Gegensatz zu den 127 Goldschlägereien von 1924. Sie beschäftigten rund 1000 Personen und verarbeiteten eine Tonne Rohgold.

Das Blattgold eignet sich übrigens nicht nur zum Verzieren von Kunstgegenständen und Verschließen von Operationswunden, man kann es auch trinken. Es schwimmt nämlich im Schwabacher Goldwasser, einem Gewürzlikör mit feinen Goldplättchen. Heute profitiert und leidet Schwabach gleichermaßen von seiner Nähe zu Nürnberg. Mode- und anderen Fachgeschäften fällt es schwer, sich gegen die scheinbar übermächtige Konkurrenz zu behaupten. Und auch eine ansprechende Kneipen- und Cafészene sucht man vergeblich. Viele Schwabacher trauern noch den Zeiten nach, als in den 1980er Jahren noch das New Wave und das Lichtspielhaus Publikum aus Nürnberg anlockte.

Roth ist voll auf Draht

Inmitten des Fränkischen Seenlandes und nur 7 Kilometer vom Rothsee entfernt, liegt die Kreisstadt Roth. “roth voll auf Draht” lautet der Slogan. Meine Erwartungen waren recht groß. Denn vor einigen Jahren, als Borten im Potsdamer Schlos Sanssouci erneuert wurden, sagte eine Restauratorin: “Wir haben diese in einer Fabrik Roth in der Nähe von Nürnberg herstellen lassen. Dort kann man das noch erleben.” Vonleonischer Industrie war die Rede. Leonisch, was ? Ich konnte mir wenig darunter vorstellen. Hier findet ihr mehr dazu.

Informationen zu Nürnberg gibt es bei Nürnberg Tourismus.

Buchtipp

Nürnberg im Verlag DOM Publishers

von Richard Woditschek

Nürnberg nimmt einen besonderen Platz in der deutschen Geschichte ein: Ort der Reichstage des Heiligen Römischen ­Reiches Deutscher Nation, bedeutendes Zentrum des deutschen Humanismus, aber auch »Stadt der ­Reichsparteitage« der NS-Zeit sowie Stätte der Kriegsverbrecherprozesse. Heute ist die Stadt das wirtschaftliche und kulturelle Zen­trum der Metropolregion Nürnberg sowie ein bedeutender Industrie- und Messe­standort. Dieser Architekturführer, entstanden in Zusammenarbeit mit Studierenden der Fakultäten Architektur und Design der ­Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm, ist eine umfassende Dokumentation der vielschichtigen Architektur ­Nürnbergs. In zehn Rundgängen, die vom Zentrum bis zur Peripherie führen, werden insgesamt 245 Bauten aus rund 800 Jahren Stadt­geschichte vorgestellt. Ergänzt wird diese Darstellung durch neun Essays, die die Hintergründe der bau­lichen Ent­wicklungen in dieser bedeutsamen deutschen Stadt beleuchten.

Guides

Der im Verlag Dom publishers erschienene Architekturführer Nürnberg kostet 38 Euro
Der im Verlag Dom publishers erschienene Architekturführer Nürnberg kostet 38 Euro

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