Erlebnistourismus

Reise

Erdöl-Erdgas-Museum im Emsland

Twist2©Gemeinde Twist, M. Müller

Umwelt- und Klimaschutz, Energiesparen und E-Mobilität bestimmen die Schlagzeilen in den Medien. Lokale Energiequellen ohne lange Transportwege werden von Experten als besonders umweltschonend bezeichnet. Öl als Rohstoff für Benzin, Diesel, Industrie und Kosmetik muss nicht aus den arabischen Ländern über das Meer transportiert werden. Auch im niedersächsischen Emsland sprudelt das schwarze Gold aus dem Boden – direkt am Naturschutzgebiet. Im Erdölmuseum in Twist erfahren Besucher, wie Erdöl gewonnen und verarbeitet wird.

Erdölmuseum in Twist wurde erweitert

Reise

Silberstadt Freiberg – mehr als Geschichte

Freiberg-2018 (41)Der Dom St. Marien ist eines der bekanntesten Baudenkmale Freibergs

Freiberg kannte ich schon aus den Romanen von Sabine Ebert. Und von verschiedenen Bergparaden sowie dem langwierigen Procedere in Sachen UNESCO-Weltkulturerbe. Freiberg und Annaberg-Buchholz gehören wie Marienberg, Schneeberg und Seiffen zu den wichtigen Orten im Weihnachtsland Erzgebirge. Also fuhren wir wieder einmal hin. Denn: Freibergs Altstadt ist sehenswert. Die Stadt hat eine reiche Historie. Freiberg bietet so manches Kleinod und man ist immer wieder überrascht von der toll restaurierten Altstadt. Denn das war nicht immer so. Irgendwie atmet alles Geschichte. Selbst an kleine Details aus der Stadtgeschichte, wie die erste Gaslaterne, die hier 1811 brannte (es soll die erste Gaslaterne in Europa gewesen sein) wird erinnert.

1 Stunde wegTipps

Erstes Kürbis-Food-Festival bei Karls

Karls 2018 (7)Karls Erlebnispark

Manche mögen Karls, andere nicht. Wir gehören zu den bekennenden Fans von Karls. Lecker statt langweilig: Dass eine liebevolle und kreative Zubereitung von Kürbisgerichten selbst den größten Kürbismuffel weich werden lässt, beweisen Karls Erlebnis-Dörfer während ihres ersten Kürbis-Food-Festivals. Zwischen dem 7. September und 3. November 2019 haben Besucher an den Karls-Standorten in Rövershagen bei Rostock, Zirkow auf Rügen, Koserow auf Usedom, Elstal bei Berlin und Warnsdorf bei Lübeck die Möglichkeit, sich acht außergewöhnliche Köstlichkeiten aus Kürbissen auf der Zunge zergehen zu lassen. Dabei kann jeder selbst entscheiden, wo und an welchem Tag er die perfekt abgeschmeckten Kürbisgerichte verköstigen möchte – das Ticket ist während der gesamten Kürbiszeit und in allen Karls Erlebnis-Dörfern gültig.

Süß und herzhaft

1 Stunde weg

Ausflugstipp. El Dorado Templin – die Westernstadt

El Dorado (234) Foto: Filmpark Babelsberg

Nur rund 70 Kilometer nördlich von Berlin, eingebettet in die reizvolle Landschaft der Uckermark, liegt am Röddelinsee der Ort, an dem man eine andere Welt betreten und den Wilden Westen live erleben kann: EL DORADO Templin. Duelle unter den Cowboys, mystische Indianertänze, actiongeladene Stuntshows – vielfältige Angebote für große und kleine Gäste bieten ein Abenteuer der besonderen Art. Die außergewöhnliche Atmosphäre dieses Ortes verspricht unvergessliche Stunden für die ganze Familie im EL DORADO Templin.

Reise

Besucherbergwerke im Erzgebirge

Bergwerk (8)

Unzählige Bergwerke, Stollen, Hammerwerke und Schmelzhütten gab es einst im Erzgebirge. Die Zeugen der verschiedenen Bergbauepochen reihen sich, vergleichbar Perlen an einer Schnur, entlang der mehr als 250 Kilometer langen Sächsisch-Böhmischen Silberstrasse. Mit „Glück Auf“ begrüßen die rund  20 Besucherbergwerke im Erzgebirge ihre Besucher und entführen sie auf eine einmalige Abenteuer- und Entdeckungstour durch die mehr als 800-jährige Bergbaugeschichte vom Silber- über den Steinkohle- bis zum Uranbergbau.

einfachraus.eu  stellt Besucherbergwerke im Erzgebirge an der Silberstraße vor, die man unbedingt besuchen sollte.

Reiche Zeche und Alte Elisabeth

Das Besucherbergwerk Freiberg verdankt seine Entstehung dem Silbererzbergbau. Hier findet man heute einmalig auf der Welt eine Stelle, wo der Beginn und das planmäßige Ende eines Bergbaureviers konzentriert dargestellt sind. Bei einer Befahrung des Lehrbergwerkes „Reiche Zeche“ kann der Besucher in eine Welt voller Geheimnisse eintauchen.

Seit knapp 100 Jahren betreibt die Technische Universität Bergakademie das Forschungs- und Lehrbergwerk, zu dem seit Beginn der 90er Jahre ein Besucherbetrieb gehört. Das Besucherbergwerk steht unter dem Label „Silberbergwerk“ den Touristen und Gästen offen. Der „Reiche Zeche“-Schacht mit seinem weiträumigen Grubenfeld bietet den Besuchern die Möglichkeit, auf gesicherten vertikalen und horizontalen Auffahrungen von insgesamt 14 km Länge und bis in eine Tiefe von 150 m den Freiberger Gangerzbergbau bis in das 14. Jahrhundert zu erforschen. Betreiber des „Silberbergwerkes“ ist der Förderverein „Himmelfahrt Fundgrube“ e.V.

Hinein in den Förderkorb und dann ab nach unten
Hinein in den Förderkorb und dann ab nach unten
Die Grubenbahn passt haargenau in den Stollenquerschnitt
Die Grubenbahn passt haargenau in den Stollenquerschnitt
Manja Seifert und Marco Alicete vom Förderverein Himmelfahrt Fundgrube in Freiberg/Sachsen e.V. Foto: Weirauch
Manja Seifert und Marco Alicete vom Förderverein Himmelfahrt Fundgrube in Freiberg/Sachsen e.V. Foto: Weirauch

Mettenschichten

Ein besonderes Erlebnis sind die Mettenschichten untertage. Die Mettenschichten werden von Mitgliedern des Fördervereins des Silberbergwerkes sowie der Historischen Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft durchgeführt. Die Mettenschicht war in früheren Zeiten zum Ende des Jahres die letzte Schicht der Bergleute und wurde immer besonders feierlich gestaltet.

Die Historische Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft pflegt mit Aufzügen und Paraden in Uniformen und Trachten, aber auch durch Geselligkeit mit Bergbier Jahrhunderte alte Traditionen.

Im Wilhelmstollen findet die Mettenschicht statt
Im Wilhelmstollen findet die Mettenschicht statt

“Alte Elisabeth” mit Dampfmaschine

1856 entstand auf der „Reichen Zeche“ das historische Huthaus, in dem 1864 in der Scheidebank eine Betstube mit Orgelpositiv eingerichtet wurde. Die Betstube, die letzte noch original erhaltene des sächsischen Silberbergbaus, wird heute für bergmännisch-traditionelle Veranstaltungen und Eheschließungen genutzt. Infos: Besucherbergwerk Freiberg, Fuchsmühlenweg 9, 09599 Freiberg, Internet: silberbergwerk-freiberg.de

Die “Alte Elisabeth”, zur “Reichen Zeche” zugehörig, kann nur auf Voranmeldung besichtigt werden. Foto: Weirauch

4. Sächsische Landesausstellung 2020

Im Jahr 2020 können Besucher der 4. Sächsischen Landesausstellung im Forschungs- und Lehrbergwerk Tradition und Erfindergeist 150 Meter unter Tage erleben und sich von der authentischen Atmosphäre eines noch aktiven Bergwerkes beeindrucken lassen. Auf spannende Weise werden große und kleine Gäste erfahren, wie Bergbau gestern und heute funktioniert, und wie Fragen der Rohstoffgewinnung zukunftsträchtig gelöst werden können. Dazu ist geplant, den untertägigen musealen Lehrpfad in einen Wissenserlebnispfad umzugestalten. Interessante Forschungsvorhaben präsentiert eine Forschungstour, die den Besucher entlang ausgewählter Versuchsstände ins offene Grubenfeld führen wird.

Zusatzausstellungen sind an folgenden Standorten geplant:

  • Industriemuseum Chemnitz (Maschinenbau)
  • Eisenbahnmuseum Chemnitz-Hilbersdorf (Eisenbahn und Gütertransport)
  • Tuchfabrik Gebrüder Pfau in Crimmitschau (Textilindustrie)
  • Bergbaumuseum Oelsnitz/Erzgebirge (Steinkohlebergbau)
  • Horch-Museum Zwickau (Automobilindustrie)
  • Himmelfahrt Fundgrube Freiberg (Erzbergbau, Ressourcenmanagement)

Infos zum Besucherbergwerk

  • Um die touristische Nutzung der Anlagen über- und untertage kümmert sich seit 1992 der Freiberger Förderverein Himmelfahrt Fundgrube e.V.
  • Adresse: Fuchsmühlenweg 09, 09599 Freiberg | Tel: 03731 394571
  • Internet: www.besucherbergwerk-freiberg.de

Markus-Röhling-Stollen

Nach 600 Metern Fahrt mit einer kleinen Grubenbahn durch teilweise enge Stollen können die Besucher den im Ortsteil Frohnau der Bergstadt Annaberg-Buchholz gelegenen Markus-Röhling-Stollen besichtigen. Eindrucksvolle Zeugnisse aus der Zeit des Silber- und Kobaltbergbaus von 1733 bis 1857 und des Uranbergbaus aus DDR-Zeiten kann man in dem Besucherbergwerk erleben. Hauptattraktion ist das neun Meter hohe Kunstrad, das von Mitgliedern des Vereins Altbergbau originalgetreu und voll funktionsfähig nachgebaut wurde.

Info: Besucherbergwerk „Markus-Röhling-Stolln“, Sematalstraße 15, 09456 Annaberg-Buchholz, OT Frohnau

 Annaberg-Buchholz: Im Gößner

1995 wurde im Zentrum der Bergstadt Annaberg-Buchholz ein Schaubergwerk eröffnet. „Im Gößner“ befindet sich direkt gegenüber der berühmten St. Annenkirche. Nirgendwo in Deutschland gibt es eine derartige Konstellation, wo auf engstem Raum der Ursprung der Stadt, in diesem Falle die Silberfunde, und die davon ausgehende Wirkung auf Stadtentwicklung, Architektur und Kunst in Augenschein genommen werden können.

Das Erzgebirgsmuseum in Annaberg-Buchholz, Foto: D. Weirauch
Das Erzgebirgsmuseum in Annaberg-Buchholz, Foto: D. Weirauch

Der Eingang befindet sich direkt auf dem Hof des Erzgebirgsmuseum. Die Gäste erhalten im Besucherbergwerk einen Eindruck vom über 500-jährigen Silberabbau in der Erzgebirgsregion. (Info: Erzgebirgsmuseum, Große Kirchgasse 16, 09456 Annaberg-Buchholz, Internet: annaberg-buchholz.de

Zinngrube Ehrenfriedersdorf

Das Besucherbergwerk Zinngrube Ehrenfriedersdorf gehört zum Sächsischen Industriemuseum und repräsentiert den erzgebirgischen Gangerzbergbau auf Zinn- und Silbererz vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. Die Einfahrt erfolgt über eine Seilfahrtsanlage bis in 100 Meter Tiefe. Während der Führung werden die Erkundung, Gewinnung und Förderung von Erz vermittelt, funktionsfähige Bergbaugeräte demonstriert und die schweren Arbeitsbedingungen der Bergleute erlebbar gemacht.

Asthma-Heilstollen

Das besondere Klima unter Tage wird im Asthma-Heilstollen zur Behandlung von Patienten mit Erkrankungen der oberen Atemwege genutzt. Selber einmal Bergmann sein und mit Schlägel und Eisen arbeiten ist genauso möglich wie eine ausgedehnte Grubenfahrt. Adresse: Sächsisches Industriemuseum Besucherbergwerk „Zinngrube Ehrenfriedersdorf“, Am Sauberg 1, 09427 Ehrenfriedersdorf, Internet: zinngrube.de

Tiefer Molchner Stolln

Das Besucherbergwerk Tiefer Molchner Stolln Pobershau ist eines der ältesten und schönsten Museumsbergwerke im Erzgebirge. Hier können die Besucher hautnah die schwierige Arbeit der Bergleute erleben. Durch das Mundloch von 1822 wird eingefahren. Man sieht trocken gesetzte Bogen- und Kreuzgewölbe aus alter Zeit, geologische Aufschlüsse, gebrannte Weitungen des Zinnbergbaus, Gangabbau und vieles mehr.

Gezeigt werden ein funktionsfähiges Kunstgezeug, die Arbeit mit Schlegel und Eisen sowie die Froschlampe. Im von der Wismut in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts angelegten Teil des Schaubergwerkes können die Besucher in einer Art Zeitreise den Gegensatz zwischen mittelalterlichem und DDR-Bergbau erkunden. Info: Schaubergwerk Molchner Stolln Pobershau, Amtsseite-Dorfstraße 67, 09496 Marienberg OT Pobershau, Internet: molchner-stolln.de

Bergwerk Bernsteinzimmer

Beim Rundgang durch das Besucherbergwerk in Deutschneudorf erfährt man Interessantes zur Geschichte des Fortuna-Stolln und zum Mythos Bernsteinzimmer. Lange wurde das ausgelagerte Bernsteinzimmer hier vermutet. Manch einer glaubt heute noch daran, es dort in der tiefe des Berges zu finden. Zum Besucherbergwerk gehört die Gaststätte Huthaus mit Galerie und Steigerstube. Außerdem haben nicht nur Technikinteressierte die Möglichkeit, eine 220-PS-Einzylinder-Kolbendampfmaschine, eine Schachtkaue und eine Mineralienschleiferei zu besichtigen. (Schaubergwerk Fortuna, Deutschkatharinenberg 14, 09548 Deutschneudorf, Internet: fortuna-bernstein.de)

Zinnkammern Pöhla

Nach einer drei Kilometer langen untertägigen Zugfahrt in kleinen, engen Bergmannswagen im Stollen beginnt in den riesigen Zinnkammern eine Führung durch die Arbeitswelt des Bergmanns. In den größten Zinnkammern Europas kann man viel Interessantes über die Geheimnisse des Wismutbergbaus erfahren. Zudem gibt es Lasershows, Konzerte und verschiedene Veranstaltungen unter Tage. Höhepunkt in diesem Besucherbergwerk sind die Mettenschichten in der Weihnachtszeit, in der Bergmannsorchester in einer der Zinnkammern, etwa der Bergkapelle Thum, aufspielen. Hier lohnt  eine rechtzeitige Reservierung.(Info: Besucherbergwerk Zinnkammern Pöhla e.V, Luchsbachtal 19, 08340 Schwarzenberg / OT Pöhla,, Internet: zinnkammern.de)

Steinkohlenbergwerk Oelsnitz

Eine 1800 PS starke Dampfmaschine in Aktion sehen – das ist im Bergbaumuseum Oelsnitz möglich. Das Industriedenkmal besitzt auch ein eigenes Kinderbergwerk. Am Fuße des markanten, fast 60 Meter hohen Förderturms des Bergbaumuseums Oelsnitz steht auf einem Hügel ein kleiner Bruder. Er beherbergt eine Spielförderanlage, über die Kinder „Bodenschätze“ aus dem Kinderbergwerk fördern. Unter dem Förderturm gibt es verwinkelte Gänge zu entdecken. In der Sandspiellandschaft fesselt die Suche nach fossilen Abdrücken von Karbonpflanzen. Die Pflanzen selbst können dann im einmaligen „Karbonwald“ des Museums bestaunt werden.

Wer nach diesen ersten Entdeckungen Lust auf mehr hat, sollte sich eine Erlebnisführung im Bergbaumuseum nicht entgehen lassen: Ob Grubenlampentour oder eine Schatzsuche im Bergwerk, in dem Ende der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts eingerichteten Museumsbergwerk ist für jeden etwas dabei. Einst arbeiteten hier bis zu 1000 Bergleute und förderten in mehreren Schichten täglich bis zu 6000 Hunte Steinkohle nach oben. (Info: Bergbaumuseum Oelsnitz, Pflockenstraße 28, 09376 Oelsnitz/Erzgebirge, Internet: bergbaumuseum-oelsnitz.de

Wissenswertes zu Besucherbergwerken

Befahrung

Besuch einer Grube. Der Bergmann geht oder läuft nicht unter Tage, er fährt, auch wenn er z.B. eine Leiter (Fahrt) hinabsteigt. Im 20. Jahrhundert wurden die Bergwerke aber tatsächlich durch kleine Bahnen befahren, die auch das Gestein abtransportierten.

Bergstreittag in Schneeberg

Bergstreittag wird jedes Jahr zum Maria Magdalena-Fest am 22. Juli begangen. Er erinnert an einen der ersten Lohnstreiks überhaupt vor über 500 Jahren. Höhepunkt ist die große Bergparade mit rund 600 Teilnehmern, die immer um 18 Uhr in Schneeberg-Neustädtel beginnt und 19 Uhr zum Berggottesdienst in der prächtigen St. Wolfgangskirche übergeht. Ab 20.30 Uhr werden dann auf dem Marktplatz die erzgebirgischen Bergmärsche musiziert. Schneeberg ist die einzige Stadt im Erzgebirge, in der im Sommer eine Bergparade abgehalten wird. Auch in Schneeberg gibt es ein Besucherbergwerk, das aber nur nach Anmeldung an bestimmten Tagen besichtigt werden kann. (Info: schneeberg.de)

Montanregion

Alljährlich am ersten Wochenende im Juni finden im Erzgebirge die Erlebnistage „Montane Kulturlandschaft Erzgebirge“ statt. In der gesamten Region werden dann Wanderungen durch die Montanlandschaft, bergbauliche Führungen über- und untertage sowie zahlreiche andere Veranstaltungen in Bergstädten, Schlössern und Burgen angeboten. Das böhmisch-sächsische Erzgebirge soll von der Unesco als Weltkulturerbe anerkannt werden. Eine Entscheidung wird 2019 erwartet. Das Welterbegebiet umfasst auf der sächsischen Seite des Erzgebirges zahlreiche Einzelobjekte, darunter auch Besucherbergwerke und andere technische Relikte. Den Welterbestatus sollen unter anderem die historische Altstadt von Schneeberg, Freiberg und die Bergbaulandschaft rund um Oelsnitz/Erzgebirge erhalten.

Weitere Bergwerke gibt es im Erzgebirge, darunter das Schaubergwerk „Herkules-Frisch-Glück, das Besucherbergwerk Waschleithe.  Sehenswert auch das an der Silberstrasse gelegene Kalkwerk Lengefeld. Informationen zu weiteren Schaubergwerken unter: www.silberstrasse.de

Traumwelt bei Wendt & Kühn in Seiffen

Besucher-Bergwerke Erzgebirge

Reise

Zu Besuch in Harzer Besucherbergwerken

Harz-älter (24)

Wo einst Bergleute mit im Harz mit Schlegel und Eisen kostbare Bodenschätze freilegten, offenbaren sich heute dem Besucher faszinierende Welten unter Tage. 20 Erlebnisbergwerke, Bergbaumuseen und Hüttenbetriebe gibt es allein im Harz. myEntdecker stellt einige davon vor.

Röhrigschacht: 300 Meter tief

Erste Station: Besucherbergwerk „Röhrigschacht“ in Wettelrode (bei Sangerhausen im Mansfelder Land). Die Ausrüstung der Besucher mit Kittel, Grubenlampe und Schutzhelm lässt schon an Tücken der tiefen Finsternis denken. Dann drängt sich die Seilschaft, werden die Teilnehmer der Reise in die Tiefen des Gebirges hier genannt,  in den Förderkorb.

Rasselnd schließt sich das Gitter am Förderkorb, der anruckt und dann mit  3,25 m/ Sek. in die Tiefe gleitet. Die Fahrt mit der Grubenbahn in 283 Meter Tiefe durch dürftig beleuchtete Stollen gehört für Jung und Alt zu den wohl einprägsamsten Attraktionen in einem Schaubergwerk. Vor Ort sind dann auf einer Führungsstrecke die Abbaumethoden der Jahrhunderte anschaulich dargestellt. Staub, Hitze, ewige Nacht werden vorstellbar. Über  uns befindet sich Sangerhausen mit dem Europa Rosarium.

Pferde und Ratten

Über Pferde im Schacht ist etwas zu erfahren und über Ratten, die wohlgelitten waren, weil sie den Bergmann vor den Gefahren schlechter Luft warnten. Gerne ließen die Bergleute auch mal „die Ratte quieken“, wenn sie nach oben wollten, um ihren Durst zu löschen. Die lebenden Warnmelder sollten gefährliche Wetter im Schacht ankündigen, quiekten natürlich auch, wenn man sie in den Schwanz kniff. Wenn’s der Obersteiger sah, waren fünf Groschen Strafe fällig.

Stolbergstolberg harz - blick zum schloss hochkant

Grube Glasebach in Straßberg

Zweite Station: Grube „Glasebach“ in Straßberg. Dem Drängeln einer Frau ist es zu verdanken, dass die kleine Gemeinde Straßberg in der Nähe von Ballenstedt heute über eines der bekanntesten Besucherbergwerke im Harz verfügt. Erika Lohrenz, Vorsitzende des Montanvereins, kämpfte bereits zu DDR-Zeiten um den Erhalt des Berwerkes. Als Anlage von „nationaler Bedeutung“ wurde die Grube schon bald nach 1990 vom Deutschen Bergbaumuseum in Bochum eingestuft. 300 Jahre Bergbaugeschichte des Unterharzes werden mit der kleinen Flussspatgrube lückenlos bis in die Neuzeit dokumentiert. Relikte einer hölzernen Wasserkunst können ebenso bestaunt werden wie der eichene Ausbau der Stollen. Über Tage kann man eine komplette Grubenrettungsstelle anschauen.

Mansfeld-Museum in Hettstedt

Wenige Kilometer weiter im Wippertal, hinter Großörner im Hettstedter Ortsteil Burgörner-Altdorf, betritt man historischen Boden. Hier entwickelten Bergbauingenieure die erste deutsche Dampfmaschine Wattscher Bauart, entstand in Hettstedt die erste deutsche Maschinenfabrik der Dampfindustrie und verläuft mit fast 32 Kilometern der längste Stollen seiner Art im mitteleuropäischen Bergbau. Im Mansfeld-Museum im Humboldt-Schloss trifft Mitteldeutsche Industriegeschichte auf eine berühmte Familiengeschichte: Im barocken Herrenhaus lernte der Naturforscher Wilhelm von Humboldt 1788 seine spätere Frau Caroline von Dacheröden kennen.

Mansfeld-Museum in Hettstedt-Burgörner, Foto: D.Weirauch
Mansfeld-Museum in Hettstedt-Burgörner, Foto: D.Weirauch

Erste deutsche Dampfmaschine

Das Mansfeld-Museum zeigt auf zwei Etagen im Humboldt-Schloss und einem ausgedehnten Freigelände Gegenstände und Dokumente zur über 800-jährigen Bergbau- und Hüttengeschichte, sowie der Mineralogie und Geologie des Kupferschiefers im Mansfelder Land. Auch die bis heute in Hettstedt existierende Halbzeugindustrie wird dargestellt.

Nachbau der Hettstedter Dampfmaschine in Hettstedt- Burgörner
Nachbau der Hettstedter Dampfmaschine in Hettstedt- Burgörner

Eine Attraktion ist der originalgetreue und voll funktionsfähige Nachbau der ersten deutschen Dampfmaschine Wattscher Bauart. Diese diente ab 1785 auf dem König-Friedrich-Schacht bei Hettstedt zum Antrieb von Wasserpumpen.
Etwa drei Kilometer vom Museum entfernt, erinnerte 1890 der Verein Deutscher Ingenieure mit einem Maschinendenkmal an den Einsatz der damals noch Feuermaschine genannten Dampfmaschine. Übrigens erfolgte der Bau auf der Grundlage einer von Friedrich dem Großen im Schloss Sanssouci ausgestellten Kabinettsorder.

Besucherbergwerke Harz – Informationen

  •  ErlebnisZentrum Bergbau Röhrigschacht Wettelrode
  • Adresse: Lehde, 06526 Sangerhausen (Ortsteil Wettelrode)
  • Infos und Anmeldung: Tel. +49 (0)3464 587816
  • Röhrigschacht im Internet: www.roehrigschacht.de
  • Mansfeld Museum im Humboldt-Schloss: Schlossstraße 7, 06333 Hettstedt, Tel.: 03476/200753, geöffnet: Mi-So: 13 – 17 Uhr, Eintritt: 3, erm. 1 Euro. Internet: mansfeld-museum.hettstedt.de
  • Schaubergwerk „Büchenberg“
  • Anfahrt: an der B 244 zwischen Elbingerode und Wernigerode, Abfahrt in Richtung Heimburg.
  • Adresse: Büchenberg 2, 38855 Elbingerode, T: +49 39454 42200
  • Büchenberg im Internet: www.schaubergwerk-elbingerode.de
  • Grube Glasebach: Glasebacher Weg, 06493 Harzgerode OT Straßberg, Tel. 039489 226,  im Internet: www.strassberg-harz.de

Harzer Bergwerksmuseen: Arbeitsgemeinschaft Harzer Bergbau und Hüttenmuseen, c/o Das Oberharzer Bergwerksmuseum, 38678 Clausthal-Zellerfeld, Tel. 05323/81633, Internet: www.harzerbergwerksmuseen.de

Orte des Harzes, vor allem der Nationalpark Harz, sind gut erreichbar mit Fahrtziel Natur der Deutschen Bahn.

Der Harz im Internet: www.harzinfo.de

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