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Silberstadt Freiberg – mehr als Geschichte

Freiberg-2018 (41)Der Dom St. Marien ist eines der bekanntesten Baudenkmale Freibergs

Freiberg kannte ich schon aus den Romanen von Sabine Ebert. Und von verschiedenen Bergparaden sowie dem langwierigen Procedere in Sachen UNESCO-Weltkulturerbe. Freiberg und Annaberg-Buchholz gehören wie Marienberg, Schneeberg und Seiffen zu den wichtigen Orten im Weihnachtsland Erzgebirge. Also fuhren wir im Dezember wieder einmal hin. Freibergs Altstadt ist sehenswert. Die Stadt hat eine reiche Historie. Freiberg bietet so manches Kleinod und man ist immer wieder überrascht von der toll restaurierten Altstadt. Denn das war nicht immer so. Irgendwie atmet alles Geschichte. Selbst an kleine Details aus der Stadtgeschichte, wie die erste Gaslaterne, die hier 1811 brannte (es soll die erste Gaslaterne in Europa gewesen sein) wird erinnert.

Der Silberbergbau hat den sächsischen Ort reich gemacht Die Geschichte liest sich spannend. Die Stadt war wirtschaftliches Zentrum und Fernhandelsplatz mit bedeutender Münzstätte. Heute residiert das Oberbergamt in Freiberg. Die 1763 gegründete Bergakademie zählte unter anderem  Alexander Humboldt, Friedrich Wilhelm von Hardenberg (Novalis) und Theodor Körner zu ihren Schülern. In jüngster Zeit studierte Prinz Georg von Preußen, der jetzige Chef des Hauses Hohenzollern, an der berühmten TU Bergakademie Freiberg. Früher war es der Silberbergbau, der den Reichtum in die Stadt brachte, heute liegt der Schwerpunkt auf den Themen ressourcenschonende Energiegewinnung (Photovoltaik, Geothermie sowie Biomasse).

2019 soll die Entscheidung fallen, ob Teile der Montanregion des Erzgebirges zusammen mit dem böhmischen Erzgebirge auf die UNESCO-Welterbe-Liste kommen. In Freiberg jedenfalls ist schon Vorfreude zu spüren, wenngleich noch einige Hürden genommen werden müssen.

Einfachraus.eu empfiehlt einige der wichtigsten Sehenswürdigkeiten:

Weihnachtsmarkt und Bergparade

Der Weihnachtsmarkt gehört neben dem Striezelmarkt in Dresden und den Weihnachtsmärkten in Annaberg-Buchholz und Chemnitz zu den schönsten Weihnachtsmärkten in Sachsen und Deutschland.

Eingang zum Freiberger Weihnachtsmarkt, im Hintergrund das Rathaus
Eingang zum Freiberger Weihnachtsmarkt, im Hintergrund das Rathaus

Das alte Handelszentrum der Stadt ist der weitläufige Obermarkt. Vom 1897 aufgestellten Brunnen überblickt der Stadtgründer Markgraf Otto das Geschehen. Am auffälligsten ist das weiß leichtende Rathaus (1420-1474) mit der als Betstube für die Ratsherren bestimmte Lorenzkapelle im Turm und ein Glockenspiel aus Meißener Porzellan, das täglich um 11.15 Uhr und 16.15 Uhr ertönt.

Ein Spaziergang, am besten mit Stadtführer, lohnt. Zu den schönsten Gebäuden rundum zählen das Schönlebehaus (Nr. 1), ein dreigeschossiges Patrizierhaus vom Anfang des 16. Jahrhunderts, das ehemalige Kaufhaus (Nr. 16), Renaissancebau von 1545/1546 und das Lisskirchnerhaus (Nr. 17) von 1530 mit eindrucksvollem Frührenaissanceportal. Westlich vom Obermarkt steht die spätromanische Basilika Sankt Petri (1200), in der eine Silbermannorgel von 1735 zu Führungen und Konzerten erklingt.

Dom Sankt Marien

Freibergs bedeutendste Sehenswürdigkeit ist der Dom Sankt Marien, von 1484 bis 1501 als spätgotische Hallenkirche erbaut. Hier ruhen die protestantischen Fürsten der albertinischen Linie zwischen 1540 und 1700.

Die um 1230 entstandene Goldene Pforte prunkt mit reichem Skulpturenschmuck.
Die um 1230 entstandene Goldene Pforte prunkt mit reichem Skulpturenschmuck

Sehenswert ist die Tulpenkanzel (1508-1510) von Hans Witten (um 1475-1521), ein Höhepunkt spätgotischer Bildhauerarbeit. Weiterhin besitzt der Dom die erste Silbermann-Orgel (1711-1741) des damals 27-jährigen Orgelbauers, eine romanische Kreuzigungsgruppe (um 1230) und mit der Grablege der sächsischen Kurfürsten der albertinischen Linie das bedeutendste Denkmal des italienischen Manierismus nördlich der Alpen. Die um 1230 entstandene Goldene Pforte prunkt mit reichem Skulpturenschmuck.

Infos

  • Dom St. Marien – Ev.-Luth. Domgemeinde Freiberg
  • Untermarkt 1, 09599 Freiberg
  • Tel. : +49 (0) 3731 22598
  • www.freiberger-dom.de
  • Führungen: gaedt@freiberger-dom.de

Traumhaft: Terra Mineralia

Im Nordwesten der Altstadt steht das auf Resten einer mittelalterlichen Burg im 16. Jahrhundert errichtete Renaissanceschloss Freudenstein, das mit der Terra Mineralia der Technischen Universität Bergakademie Freiberg eine weltweit einzigartige Mineraliensammlung beherbergt.

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Panorama-Terra Mineralia, die Eingangshalle, Foto Jan Rieger

Auf 1.500 Quadratmetern zeigt das Schloss Freudenstein im historischen Ambiente tausende Schönheiten aus allen Schichten der Erde. Die Terra Mineralia ist eine Sammlung, die von der Mäzenin Erika Pohl-Stroer in aufwendiger Arbeit und einen Zeitraum von über 50 Jahren erstellt und liebevoll gepflegt wurde. Ein besonderer Höhepunkt erwartet die Besucher im Erdgeschoss. Unter einem Renaissancegewölbe liegen dort, fein sortiert und beleuchtet, zauberhafte Edelsteine, seltene Meteoriten und die größten und schönsten Mineralstufen der ganzen Sammlung. Viele der Funde sind extrem selten oder sogar einmalig und eröffnen dem Betrachter einen überwältigenden Einblick in das vielfältige Farb- und Formenspektrum der Kristalle der Welt.

Panorama-terra_mineralia, Dauerausstellung der TU Bergakademie Freiberg, Eingangshalle_Foto Jan Rieger_Internetversion (2)
Terra Mineralia, Dauerausstellung der TU Bergakademie Freiberg, Foto Jan Rieger-Terra Mineralia

Die Terra Mineralia besitzt unter vergleichbaren Ausstellungen einen besonders hohen Schauwert. Denn obwohl natürlich auch die Forschung und Lehre der Freiberger Universität davon profitiert, erfolgte die Auswahl der Exponate vorrangig nach ästhetischen Gesichtspunkten.

Infos Terra Mineralia im Schloss Freudenstein

  • Schlossplatz 4, 09599 Freiberg
  • Tel.: +49 (0) 3731 394654
  • www.terra-mineralia.de
  • fuehrungen@terra-mineralia.de
  • www.freiberg-mineralia.de

Stadt-und Bergbaumuseum

Es gibt wohl keinen besseren Ort, um die Schätze eines der ältesten Museen Sachsens kennenzulernen, als den 500 Jahre alten spätgotischen Profanbau der Stadt Freiberg, den ehemaligen Domherrenhof. Hier hinter dem Dom ist das Stadt- und Bergbaumuseum untergebracht. Verschiedene Präsentationen führen in die Welt des hiesigen Bergbaus ein und zeigen wichtige Höhepunkte Freiberger Geschichte. Eine einmalige Kollektion von Kostbarkeiten zur Kulturgeschichte des Bergbaus rundet die Ausstellung ab.

Hinter dem Dom öffnet sich der Untermarkt mit dem Domherrenhof . Das Museum gilt als eines der ältesten bürgerlichen Museen des Bundeslandes Sachsen. Thematisierte Dauerausstellungen behandeln etwa den Freiberger Bergbau und die spätgotische Sakralkunst. Museumsleiterin Andrea Riedel (sie leitete u.a. bereits das UNESCO-Welterbe Rammelsberg in Goslar)  berichtet von umfangreichen Umbau- und Erweiterungsvorhaben in den kommenden Monaten. Mit dem Abbild einer „silbernen Pforte“ soll der Ergänzungsbau des Stadt- und Bergbaumuseums künftig bereits von Weitem das Thema Silber nach außen tragen. Nach über 20 Jahren ist die Dauerausstellung mittlerweile veraltet. Dies betrifft ihre Inhalte, die Präsentation als auch die Vermittlungstechniken. Multimediale Angebote sind derzeit überhaupt nicht vorhanden. Damit ergibt sich durch den Ergänzungsbau nicht nur eine neue Eingangssituation, sondern auch eine Neubetrachtung des gesamten Museumskonzepts. Als wir uns verabschieden, gewinnen wir den Eindruck: das Museum ist auf einem guten Weg. Frau Riedel hofft ebenso wie viele Freiberger, dass es 2019 mit der Anerkennung des UNESCO-Welterbes für die Montane Kulturlandschaft Erzgebirge/Krušnohoři klappt.

Infos Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg

  • Am Dom 1, 09599 Freiberg
  • Tel.: +49 (0) 3731 20250
  • www.museum-freiberg.de
  • info@museum-freiberg.de

Lehr- und Besucherbergwerk „Himmelfahrt Fundgrube“

In die Wiege des sächsischen Bergbaus führte uns am Folgetag der  Besuch des Lehr- und Besucherbergwerks „Himmelfahrt Fundgrube“. Die Schächte „Reiche Zeche“ (Bergbautechnik vom 14. Jahrhundert bis heute) sowie „Alte Elisabeth“ (u.a. die Dampfförderanlage aus dem Jahr 1848) sind attraktive Besuchermagnete. Leider war die “Alte Elisabeth” während unseres Besuches offiziell nicht zugänglich.

Hinein in den Förderkorb und dann ab nach unten
Hinein in den Förderkorb und dann ab nach unten

Das Strecksystem mit einer begehbaren Gesamtlänge von 20 Kilometern kann im Rahmen von Führungen erkundet werden. Hier erfähren die Gäste mehr zu den sehenswerten Besucherbergwerken im Erzgebirge.

Im Vorraum des Silberbergwerkes Himmelfahrt Fundgrube kann man ein mechanisches Silberbergwerk bestaunen
Im Vorraum des Silberbergwerkes Himmelfahrt Fundgrube kann man ein mechanisches Silberbergwerk bestaunen

Seit knapp 100 Jahren betreibt die Technische Universität Bergakademie das Forschungs- und Lehrbergwerk, zu dem seit Beginn der 90er Jahre ein Besucherbetrieb gehört. Das Besucherbergwerk steht unter dem Label „Silberbergwerk“ den Touristen und Gästen offen. Der „Reiche Zeche“-Schacht mit seinem weiträumigen Grubenfeld bietet den Besuchern die Möglichkeit, auf gesicherten vertikalen und horizontalen Auffahrungen von insgesamt 14 km Länge und bis in eine Tiefe von 150 m den Freiberger Gangerzbergbau bis in das 14. Jahrhundert zu erforschen. Betreiber des „Silberbergwerkes“ ist der Förderverein „Himmelfahrt Fundgrube“ e.V.

Blick auf das Hauptgebäude des Bergwerkes "Alte Elisabeth"
Blick auf das Hauptgebäude des Bergwerkes “Alte Elisabeth”

4. Sächsische Landesausstellung 2020

Im Jahr 2020 können Besucher der 4. Sächsischen Landesausstellung im Forschungs- und Lehrbergwerk Tradition und Erfindergeist 150 Meter unter Tage erleben und sich von der authentischen Atmosphäre eines noch aktiven Bergwerkes beeindrucken lassen. Auf spannende Weise werden große und kleine Gäste erfahren, wie Bergbau gestern und heute funktioniert, und wie Fragen der Rohstoffgewinnung zukunftsträchtig gelöst werden können. Dazu ist geplant, den untertägigen musealen Lehrpfad in einen Wissenserlebnispfad umzugestalten. Interessante Forschungsvorhaben präsentiert eine Forschungstour, die den Besucher entlang ausgewählter Versuchsstände ins offene Grubenfeld führen wird.

Zusatzausstellungen sind an folgenden Standorten geplant:

  • Industriemuseum Chemnitz (Maschinenbau)
  • Eisenbahnmuseum Chemnitz-Hilbersdorf (Eisenbahn und Gütertransport)
  • Tuchfabrik Gebrüder Pfau in Crimmitschau (Textilindustrie)
  • Bergbaumuseum Oelsnitz/Erzgebirge (Steinkohlebergbau)
  • Horch-Museum Zwickau (Automobilindustrie)
  • Himmelfahrt Fundgrube Freiberg (Erzbergbau, Ressourcenmanagement)

Infos zum Besucherbergwerk

Um die touristische Nutzung der Anlagen über- und untertage kümmert sich seit 1992 der Freiberger Förderverein Himmelfahrt Fundgrube e.V.

Adresse: Fuchsmühlenweg 09, 09599 Freiberg | Tel: 03731 394571

Internet: www.besucherbergwerk-freiberg.de

Hier geht es zu den gestaffelten Preisen/je nach Führung.

Tourist-Information Silberstadt Freiberg

Buchtipp: Sabine Eberts Bestseller-Romane haben die Silberstadt Freiberg und ihre spannende wie auch für ganz Sachsen prägende Geschichte weit über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt gemacht: Sechs Romane beleuchten Freibergs frühe Jahre, als die Besiedlung der Region einsetzte, zwei weitere zeigen, dass Freibergs Geschichte auch mit der Völkerschlacht eng verwoben ist – und auch aus ihrer neuen Romanreihe ‘Schwert und Krone’ ist das Erzgebirge nicht wegzudenken. Hier geht es zur Homepage von Sabine Ebert.

Wo Übernachten

  • Hotel Kreller
  • Am Obermarkt, Fischerstraße 5, 09599 Freiberg
  • Telefon: o3731 35900
  • www.hotel-kreller.de

Praktisch eingerichtete Zimmer in einem freundlichen Haus mitten in der Stadt. Auch ein Restaurant gehört dazu. Parkplätze auf dem Innenhof des Hotels (fünf Euro pro Nacht) oder im 50 Meter entfernten Parkhaus „Altstadt“ (Zufahrt über die Schillerstraße)

Anfahrt nach Freiberg

Autobahn A4, Abfahrt Siebenlehn und dann über die B 101, in Freiberg dem Hotelleitsystem folgen. Bei Anreise mit der Bahn kann ein Transfer zum Hotel organisiert werden, ebenso zu den Flughäfen Dresden, Leipzig und Berlin.

Hier geht es zu weiteren Erlebnissen in Freiberg: Was ist ein Bauerhase ?

Und hier die wichtigsten Besucherbergwerke im Erzgebirge mit “Reiche” Zeche”, dem Lehrbergwerk der TU Bergakademie Freiberg.

Die Recherche in Freiberg und Sachsen wurde unterstützt von TMGS Sachsen und Stadt Freiberg. Vielen Dank.

Hier geht es zur Homepage der Silberstraße: http://www.silberstrasse.de/

Hier geht es zu den Top – Besucherbergwerken im Erzgebirge.

Weitere Informationen

Baedeker, Deutschland Osten, 3. Auflage 2013, ISBN 978-3-8297-1360-3

www.baedecker.com

Tipps

Tropical Islands gehört jetzt Spaniern

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9ereits im Dezember wurde der Kauf zwischen Neu- und Alteigentümer beschlossen. Das Kartellamt stimmte dem Deal Anfang Januar zu. Am Mittwoch fand der Eigentümerwechsel statt. Dieser ist auch mit einer Veränderung in der Geschäftsführung verbunden. Nach einer zweiwöchigen Übergabe wird Michiel Illy das Unternehmen Ende Januar verlassen. Der Niederländer Wouter Dekkers wird neuer Geschäftsführer des tropischen Resorts.

Foto: Tropical Islands
Foto: Tropical Islands

Neuer Chef für Tropical Islands

Michiel Illy war im September 2017 angetreten, um das tropische Urlaubsresort im Süden Brandenburgs weiterzuentwickeln. Die ersten Schritte wurden mit dem Bau des Jungle Splashs sowie der Erweiterungen auf dem 630 Hektar großen Außengelände eingeleitet. Ab Februar soll Dekkers die Geschicke des Tropical Islands Resorts lenken. „Ich freue mich auf die anstehenden Aufgaben. Michiel Illy hat in seiner Zeit bereits die ersten Schritte zum Ausbau der Anlage eingeleitet. Daran wollen wir anknüpfen.“ Vertreter von Parques Reunidos bedankten sich herzlich für die hervorragende Arbeit von Michiel Illy.

Wouter Dekkers ist seit dem Jahr 2000 in der Branche tätig, darunter für die Freizeitparkkette Six Flags Entertainment Corporation und den Movie Park Germany. Zuvor war Dekkers Direktor des niederländischen Themenparks und ​​Resorts Slagharen, der ebenfalls Teil der spanischen Gruppe Parques Reunidos ist. Seit seinem Start im Jahr 2014 hat Dekkers seine Spuren in dem niederländischen Themenpark hinterlassen, die finanziellen Wachstumsziele erreicht und eine wichtige Rolle bei der Weiterentwicklung gespielt.

Foto: Tropical Islands
Foto: Tropical Islands

 

Hier Beiträge von einfachraus.eu zum tropical island.

Das ganze Jahr hindurch gibt es im Tropical Islands rund um die Uhr etwas zu erleben: ob Piratenschatzsuche im Tropino Kinderclub, rasante Abfahrten von dem, nach Angaben der Betreiber, höchstem Rutschenturm Deutschlands, ein Ballonflug über den Tropenwald, eine Führung durch den Regenwald oder eine aufregende Fahrt im African Jungle Lift. Bei so vielen Aktionen kann keine Langeweile aufkommen. In der Nähe liegen der Spreewald, das Slawendorf Raddusch und das neue Lausitzer Seenland.

Informationen zu Tropical Island

  • Adresse: Tropical-Islands-Allee 1, 15910 Krausnick, Tel.: 035477-605050
  • Internet: www.tropical-islands.de
  • geöffnet: Mo.–So. 6–24 Uhr, Sauna ab 9 Uhr
  • Eintritt: Erwachsene 49 Euro für Badebereich inklusive Sauna, ermäßigt 39,50 Euro, Tropen pur: 42, ermäßigt 33 Euro,
  • Anfahrt: Regionalexpress RE 2, Regionalbahn RB 24 bis Station Brand Tropical Islands, von dort kostenloser Shuttle
Reise

Zu Besuch in Harzer Besucherbergwerken

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Wo einst Bergleute mit im Harz mit Schlegel und Eisen kostbare Bodenschätze freilegten, offenbaren sich heute dem Besucher faszinierende Welten unter Tage. 20 Erlebnisbergwerke, Bergbaumuseen und Hüttenbetriebe gibt es allein im Harz. myEntdecker stellt einige davon vor.

Röhrigschacht: 300 Meter tiefes Bergwerk

Erste Station: Besucherbergwerk „Röhrigschacht“ in Wettelrode (bei Sangerhausen im Mansfelder Land). Die Ausrüstung der Besucher mit Kittel, Grubenlampe und Schutzhelm lässt schon an Tücken der tiefen Finsternis denken. Dann drängt sich die Seilschaft, werden die Teilnehmer der Reise in die Tiefen des Gebirges hier genannt,  in den Förderkorb.

Rasselnd schließt sich das Gitter am Förderkorb, der anruckt und dann mit  3,25 m/ Sek. in die Tiefe gleitet. Die Fahrt mit der Grubenbahn in 283 Meter Tiefe durch dürftig beleuchtete Stollen gehört für Jung und Alt zu den wohl einprägsamsten Attraktionen in einem Schaubergwerk. Vor Ort sind dann auf einer Führungsstrecke die Abbaumethoden der Jahrhunderte anschaulich dargestellt. Staub, Hitze, ewige Nacht werden vorstellbar. Über  uns befindet sich Sangerhausen mit dem Europa Rosarium.

Pferde und Ratten im einstigen Bergwerk

Über Pferde im Schacht ist etwas zu erfahren und über Ratten, die wohlgelitten waren, weil sie den Bergmann vor den Gefahren schlechter Luft warnten. Gerne ließen die Bergleute auch mal „die Ratte quieken“, wenn sie nach oben wollten, um ihren Durst zu löschen. Die lebenden Warnmelder sollten gefährliche Wetter im Schacht ankündigen, quiekten natürlich auch, wenn man sie in den Schwanz kniff. Wenn’s der Obersteiger sah, waren fünf Groschen Strafe fällig.

Stolbergstolberg harz - blick zum schloss hochkant

Grube Glasebach in Straßberg

Zweite Station: Grube „Glasebach“ in Straßberg. Dem Drängeln einer Frau ist es zu verdanken, dass die kleine Gemeinde Straßberg in der Nähe von Ballenstedt heute über eines der bekanntesten Besucherbergwerke im Harz verfügt. Erika Lohrenz, Vorsitzende des Montanvereins, kämpfte bereits zu DDR-Zeiten um den Erhalt des Berwerkes. Als Anlage von „nationaler Bedeutung“ wurde die Grube schon bald nach 1990 vom Deutschen Bergbaumuseum in Bochum eingestuft. 300 Jahre Bergbaugeschichte des Unterharzes werden mit der kleinen Flussspatgrube lückenlos bis in die Neuzeit dokumentiert. Relikte einer hölzernen Wasserkunst können ebenso bestaunt werden wie der eichene Ausbau der Stollen. Über Tage kann man eine komplette Grubenrettungsstelle anschauen.

Mansfeld-Museum im Humboldt-Schloss Hettstedt

Wenige Kilometer weiter im Wippertal, hinter Großörner im Hettstedter Ortsteil Burgörner-Altdorf, betritt man historischen Boden. Hier entwickelten Bergbauingenieure die erste deutsche Dampfmaschine Wattscher Bauart, entstand in Hettstedt die erste deutsche Maschinenfabrik der Dampfindustrie und verläuft mit fast 32 Kilometern der längste Stollen seiner Art im mitteleuropäischen Bergbau. Im Mansfeld-Museum im Humboldt-Schloss trifft Mitteldeutsche Industriegeschichte auf eine berühmte Familiengeschichte: Im barocken Herrenhaus lernte der Naturforscher Wilhelm von Humboldt 1788 seine spätere Frau Caroline von Dacheröden kennen.

Mansfeld-Museum in Hettstedt-Burgörner, Foto: D.Weirauch
Mansfeld-Museum in Hettstedt-Burgörner, Foto: D.Weirauch

Erste deutsche Dampfmaschine Wattscher Bauart

Das Mansfeld-Museum zeigt auf zwei Etagen im Humboldt-Schloss und einem ausgedehnten Freigelände Gegenstände und Dokumente zur über 800-jährigen Bergbau- und Hüttengeschichte, sowie der Mineralogie und Geologie des Kupferschiefers im Mansfelder Land. Auch die bis heute in Hettstedt existierende Halbzeugindustrie wird dargestellt.

Nachbau der Hettstedter Dampfmaschine in Hettstedt- Burgörner
Nachbau der Hettstedter Dampfmaschine in Hettstedt- Burgörner

Eine Attraktion ist der originalgetreue und voll funktionsfähige Nachbau der ersten deutschen Dampfmaschine Wattscher Bauart. Diese diente ab 1785 auf dem König-Friedrich-Schacht bei Hettstedt zum Antrieb von Wasserpumpen.
Etwa drei Kilometer vom Museum entfernt, erinnerte 1890 der Verein Deutscher Ingenieure mit einem Maschinendenkmal an den Einsatz der damals noch Feuermaschine genannten Dampfmaschine. Übrigens erfolgte der Bau auf der Grundlage einer von Friedrich dem Großen im Schloss Sanssouci ausgestellten Kabinettsorder.

 Besucherbergwerke Harz – Informationen

  •  ErlebnisZentrum Bergbau Röhrigschacht Wettelrode
  • Adresse: Lehde, 06526 Sangerhausen (Ortsteil Wettelrode)
  • Infos und Anmeldung: Tel. +49 (0)3464 587816
  • Röhrigschacht im Internet: www.roehrigschacht.de
  • Mansfeld Museum im Humboldt-Schloss: Schlossstraße 7, 06333 Hettstedt, Tel.: 03476/200753, geöffnet: Mi-So: 13 – 17 Uhr, Eintritt: 3, erm. 1 Euro. Internet: mansfeld-museum.hettstedt.de
  • Schaubergwerk „Büchenberg“
  • Anfahrt: an der B 244 zwischen Elbingerode und Wernigerode, Abfahrt in Richtung Heimburg.
  • Adresse: Büchenberg 2, 38855 Elbingerode, T: +49 39454 42200
  • Büchenberg im Internet: www.schaubergwerk-elbingerode.de
  • Grube Glasebach: Glasebacher Weg, 06493 Harzgerode OT Straßberg, Tel. 039489 226,  im Internet: www.strassberg-harz.de

Harzer Bergwerksmuseen: Arbeitsgemeinschaft Harzer Bergbau und Hüttenmuseen, c/o Das Oberharzer Bergwerksmuseum, 38678 Clausthal-Zellerfeld, Tel. 05323/81633, Internet: www.harzerbergwerksmuseen.de

Orte des Harzes, vor allem der Nationalpark Harz, sind gut erreichbar mit Fahrtziel Natur der Deutschen Bahn.

Der Harz im Internet: www.harzinfo.de

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Feine Musik im Erzgebirge

Schwarzenberg, Musikfest Erzgebirge 2014Schwarzenberg, Musikfest Erzgebirge 2014

Das Erzgebirge war mir bislang vor allem durch die Bergaufzüge und als Weihnachtsland bekannt. Und als Land mit den meisten Besucherbergwerken, rund 40 soll es geben.

Eber es gibt mehr als das.

Am Wochenende ist das 3. Musikfest Erzgebirge zu Ende gegangen. Für die
außergewöhnliche Interpretation von Joseph Haydns »Jahreszeiten« unter der Leitung von
Intendant Hans-Christoph Rademann gab es von den fast eintausend Konzerthörern in der
St. Georgenkirche in Schwarzenberg stehende Ovationen.

Am Wochenende endete das 3. Musikfest Erzgebirge !

Über 7.500 Besucher hatten in den letzten Tagen 13 Veranstaltungen an den zwölf Spielorten
des Festivals, von Annaberg-Buchholz bis Zschopau, von Eibenstock bis Freiberg besucht
und dem Musikfest eine Auslastung von über 90 Prozent beschert. International
renommierte Künstler ins Erzgebirge einzuladen und den Einwohnern und ihren Gästen ein
kulturell hochkarätiges Programm zu bieten: dieses Ziel sei aufgegangen, bilanzierten die
Festivalmacher. Dirigenten wie Václav Luks, Helmuth Rilling oder Masaaki Suzuki gaben sich
diesmal die Ehre. Der Dresdner Kammerchor, das Pera Ensemble mit dem Dresdner
Barockorchester, der RIAS Kammerchor und die Sächsische Staatskapelle musizierten auf
höchstem Niveau. Innovative Konzertformate wie das “Nach(T)klang”-Konzert, bei dem sich
drei Ensembles musikalisch um eine CD-Produktion durch Deutschlandradio Kultur
bewarben, das große “Erzgebirgische Sängerfest”, aber auch die neuen Familienkonzerte im
Rahmen des »Jungen Musikfestes« waren Publikumserfolge.
“Keine Angst vor Qualität!” – der Leitspruch Rademanns lockte auch viele internationale
Musikliebhaber an. Der Musikfest-Schirmherr, Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler, zeigte
sich am letzten Konzerttag glücklich über die Entwicklung, die das Festival genommen hat:
künstlerisch sei es längst auf dem Niveau des Leipziger Bachfestes und der Dresdner
Musikfestspiele angekommen.
Das nächste Musikfest Erzgebirge findet vom 9. bis zum 18. September 2016 statt.

Übrigens informiert die Homepage von Musik in Sachsen über aktuelle Termine und Bewertungen der Konzerte.

Reise

Endlager Gorleben

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Gorleben ist heute in aller Munde. Diesmal geht es um das Zwischenlager. Das so genannte Transportbehälterlager Gorleben als Zwischenlager für Behälter (unter anderem die deutschen Castoren und die französischen TN 85) mit abgebrannten Brennelementen und verglasten hochradioaktiven Abfällen.

gorleben09 (80)Diese oberirdische Betonhalle – nicht das Erkundungsbergwerk – ist das Ziel der stattfindenden Atommülltransporte vom nordfranzösischen La Hague, wo diese Abfälle deutscher Kernkraftwerke aufgearbeitet wurden. Zwei Kilometer entfernt ist das für ein Endlager vorgesehene Erkundungsbergwerk.

Ich war schon einmal dort in 800 Meter Tiefe.. Freizügig kann jeder dort in das Bergwerk einfahren, ein  Anruf beim Bundesamt für Strahlenschutz t genügt, um auf die Warteliste zu kommen. Möglichst sollte eine Gruppe zusammen kommen. Auch die einstigen Schachtanlagen Konrad und Morsleben können besichtigt werden.

gorleben09 (102)

Der Betreiber des Erkundungsbergwerks ist die DBE mbH, die zu 75 Prozent der GNS und zu 25 Prozent der bundeseigenen Energiewerke Nord GmbH gehört. Schaut Euch an, wie es dort unten aussieht.

gorleben09 (95)

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Dampfspektakel in Mildenberg

Könen ist gefragt beim Dampfpflügen in Friedersdorf bei Seelow. Foto: Agrarbildungszentrum Schönbrunn in LandshutEin Ungetüm aus Stahl beim Dampfpflügen in Friedersdorf bei Seelow. Foto: Agrarbildungszentrum Schönbrunn in Landshut Foto: Agrarbildungszentrum Schönbrunn in

Eine Veranstaltung, die kaum zu toppen ist. Das war das 14. Dampfspektakel am Wochenende im Zigeleipark von Mildenberg bei Zehdenick (OHV). Diese Bilder sprechen für sich.

Alles stimmte, das Wetter, die in der Sonne blitzenden Dampfmaschinen, die gute Laune der Aussteller und viele freudig strahlende Gesichter angesichts der fauchenden und vor sich hin stampfenden großen und kleinen Dampfmaschinen.

Attraktionen waren die Dampf-Feuerwehr aus den Niederlanden, das Sägewerk sowie die Dampf-Loren-Eisenbahn. Neben der traditionellen Parade der Dampfmaschinen im ehemals größten Ziegeleirevier Europas gab es den ganzen Tag über Vorführungen.

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Am 10. und 11. August ist Treckertreff

Im August sehen wir sicher viele Gäste beim Treckertreffen wieder. Das Dampfspektakel hat alle Chancen den mittel- und süddeutschen Treffen dieser Art den Rang ablaufen. Zumindest im Mansfeldmuseum von Hettstedt, einst von meinem Freund Dietmar Carstens für Dampfmodelle aus vielen Ländern initiiert,  sah es in den vergangenen Jahren recht mau aus. Aber Mildenberg, Dresden und Alt Schwerin spielen mittlerweile ganz oben mit. Technik Trumpf aus Opas Tagen ist wieder im Kommen.

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