Emsland

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Moor im Emsland: Eine Landschaft im Umbruch

papenburg-4emsland-papenburg Von-Velen-Anlage: unterhaltsame Führung im Freilichtmuseum zu den Anfängen der Moorsiedlung Papenburg

Das Moor: eine Landschaft voller Gefahren und Geschichten, voller Geister und Gottheiten – und von unschätzbarem Wert für Natur und Mensch. Der machte sich schnell daran, das Moor zu erobern und Torf abzubauen. Der schwarze Stoff ist nicht nur ein gutes Brennmaterial, auch Blumen oder Gemüse profitieren davon. Als Substrat landet der Torf noch heute in vielen Gärten. Etwa vier Prozent der Landesfläche Deutschlands bestehen aus Moorböden, 70 Prozent davon liegen im Norden der Republik. Der überwiegende Teil wird heute landwirtschaftlich genutzt. Bereits im 19. Jahrhundert begann man im Emsland an der deutsch-niederländischen Grenze, die Moore mit Hilfe von Gräben und Drainagen zu entwässern und die Böden zu düngen, um sie landwirtschaftlich zu nutzen. Nach dem Zweiten Weltkrieg gingen die Bauern dazu über, mit großem technischen Aufwand das Moor nutzbar zu machen. „Mit riesigen Pflügen wurden quasi Zebrastreifen ins Moor gefräst und der Sand nach oben geholt“, berichtet Tiemeyer, Forschungsgruppenleiterin am Thünen-Institut für Agrarrelevante Klimaforschung in Braunschweig. Die Sandstreifen sollten stützen und entwässern.

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Erlebnisreiches Emsland

Wenn ein Kreuzfahrtschiff durch grüne Kuhweiden zu schippern scheint, dann ist garantiert die MEYER WERFT nicht weit. Und nicht nur die macht Niedersachsens größten Landkreis so besonders.

Paddler schätzen die unzähligen Zuflüsse und Kanäle rund um Hase und Ems, Reiter die insgesamt 1100 Kilometer langen ausgeschilderten und vernetzten Reitwege. Emsland, das heißt radeln mit Flachlandgarantie durch eine Kanal- und Moorlandschaft im Grenzgebiet. Der deutsch-niederländische Naturpark Bourtanger Moor-Bargerveen bietet einen Einblick, wie es im einst größten zusammenhängenden Moor Mitteleuropas aussah. Ein Hauch von Adel durchweht die Schlösser und Herrensitze wie das Barockschloss Clemenswerth oder Gut Düneburg mit seinem Golfpark. In und um das Schloss Dankern mit seinem See hat indes Deutschlands größtes Freizeit- und Ferienzentrum sich einen Namen gemacht und damit den Ruf des Emslands als “Familienland” gefestigt. An der Straße und Radroute der Megalithkultur sowie im Emsland Archäologie Museum in Meppen geht es auf eine Reise in die Vergangenheit. Das Emsland ist aber auch ein Gartenland mit zahlreichen Parks, Kloster- und Bauerngärten und schließlich Europas größtem Gartenbauunternehmen, zu besichtigen im Erlebnispark Emsflower.

Kanäle prägen Papenburg, Deutschlands älteste – und längste – Fehnkolonie. Diese Siedlungen in den Mooren sind einst durch ein Entwässerungssystem aus Kanälen entstanden. Der Hauptkanal zeugt bis heute davon. Mit ihren Nebenkanälen und Klappbrücken strahlt die Stadt ein ganz eigenes Flair aus. Wer mehr über die Historie wissen will, informiert sich in Papenburgs ältestem Gebäude, den Alten Amtshaus am Hauptkanal, heute Heimatmuseum der Fehnkolonie.

Die Stadt hat zudem eine lange Schiffbautradition. Immerhin zählte man noch im 19. Jahrhundert rund 20 Werften. Über die Kanäle verteilt finden sich zudem sechs maritime Schiffnachbauten aus jener Zeit, darunter die berühmte Brigg “Friederike von Papenburg”. Sie bilden ein einzigartiges Freilichmuseum auf dem Wasser. Die Kähne wirken wie Miniaturen im Vergleich zu den Ozeanriesen, die heute in Papenburg vom Stapel laufen. Als einzige Schiffschmiede ist nur noch die MEYER WERFT übrig geblieben – mit den modernsten Anlagen im Schiffbau weltweit. Über ihre gigantischen Ausmaße staunen nicht nur Kinder im Besucherzentrum. Kulturhungrige ergänzen die Schiffswissenschaft mit Ausstellungen, Konzerten und Theateraufführungen im Forum Alte Werft.

 

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Deutschlands Dallas liegt im Emsland

p1170059emsland-stationenÖlförderungsanlage im Emsland, Foto: D.Weirauch

Bei Erdölförderung denken die meisten an die USA. Doch auch hierzulande wird der Schmierstoff für Wirtschaft und Autos mit 100 Bar Druck aus dem Boden gepumpt. Die flächenmäßig größten Erdölfelder auf dem Festland liegen im deutsch-niederländischen Grenzgebiet. Deutschlands Dallas liegt im Emsland

Dort im Emsland jährlich rund 230.000 Tonnen Öl gefördert. Im Zentrum des Erdölfördergebietes liegt die kleine Stadt Gemeinde Twist. Den Ort kann man scherzhaft als “Dallas von Deutschland” bezeichnen. Twist bildet zugleich auch das Herzstück des deutsch-niederländischen Naturpark Bourtanger Moor – Bargerveen, einem riesigen Rückzugsgebiet für Vögel. Darunter die seltenen  Blaukehlchen, Neuntöter oder Rotmilan. Auch seltene Pflanzen, so Schnabelried, Pfeifengras und Glockenheide, haben dort  ihr Zuhause.

Radtour von Twist durch Deutschlands größtes Erdölfördergebiet auf dem Festland über den „Moor-Energie-Erlebnispfad“
Radtour von Twist durch Deutschlands größtes Erdölfördergebiet auf dem Festland über den „Moor-Energie-Erlebnispfad“, Foto: D.Weirauch
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Radtrouten: das Emsland ist bunt, nicht bergig

p1170059emsland-stationenÖlförderungsanlage im Emsland, Foto: D.Weirauch

 Urlaub mit „Flachland-Garantie“ bietet das Emsland. Die höchsten Erhebungen in der deutsch-niederländischen Grenzregion befinden sich rund 91 Meter über dem Meeresspiegel. Wer beim Radfahren Steigungen wie im Schwarzwald oder in den Alpen scheut, ist hier goldrichtig.

Radroute für  „Weicheier

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