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ReiseSchlösser und Burgen

Burgen und Schlösser: Neuer Geist in altem Gemäuer

Cadolzburg (2)Blick auf die Cadolzburg Foto: D.Weirauch

Neuer Geist in altem Gemäuer. Wie Burgen und Schlösser an der Burgenstraße mit kreativen Ideen vor dem Verfall gerettet werden. Burgen und Schlösser faszinieren die Menschen seit eh und je – seien es die Bauwerke an sich oder die Vorstellung, wie Menschen hier früher gelebt haben. Doch solch alte Gemäuer sind teuer im Unterhalt und Erhalt – nichtsdestotrotz fühlen sich viele Burgbesitzer ihren Ahnen und der Gesellschaft gegenüber verpflichtet, die historischen Gebäude für die Nachwelt zu erhalten. Auch an der Burgenstraße, die quer durch Süddeutschland zu über 70 Burgen und Schlössern führt, gibt es unterschiedlichste, oft kreative Ideen, wie die Bauten am Leben erhalten werden können …und nicht nur das: Wie ihnen neues, spannendes Leben eingehaucht wird. Hier einige Beispiele.

Schlösser und Burgen

Burg Falkenstein im Harz

Burg Falkenstein im HarzBurg Falkenstein im Harz Foto: Weirauch

Hoch über dem romantischen Fluss Selke erhebt sich, ganz in der Nähe von Gernrode, auf einem Bergsporn die Burg Falkenstein im Harz. Der Aufstieg von Meisdorf aus ist anstrengend. Einmal oben angekommen wird man belohnt mit einem prächtigen Ausblick über die riesigen Wälder des Ostharzes. Sie ist sehenswert: Burg Falkenstein im Harz.

Burg Falkenstein im Harz Foto: Weirauch
Burg Falkenstein im Harz Foto: Weirauch

Mittelalterliche Burg Falkenstein

Trotz vieler Umbauten wahrte die Burg bis heute ihren mittelalterlichen Charakter. Die hochmittelalterliche Burg gehört ebenfalls wie der Dom von Halberstadt und Schloss Ballenstedt zur Straße der Romanik.  Errichtet in der ersten Hälfte des 12. Jh., soll der Legende nach Eike von Repgow hier den Sachsenspiegel verfasst haben. 1437 übernahmen die Herren von der Asseburg die Anlage.
Im 19 Jh. weilten u. a. Friedrich Wilhelm IV. von Preußen und Bismarck auf der Burg. Seit 1946 ein Museum, kann man heute eindrucksvolle Räume wie den Rittersaal, die Herrenstube, die Burgkapelle, die neogotischen „Königszimmer“ oder die Alte Küche besichtigen.
Ausstellungen informieren über die Geschichte der Burg und den „Sachsenspiegel“. Im Sommerhalbjahr zeigt der Falkenhof Greifvögel im freien Flug. Eindrucksvoll sind die Geschwindigkeit des Federspielfalken oder der Sturzflug des Adlers.

Beim Gang durch die Ausstellung erfährt man viel Interessantes. Etwa, dass die Grafen von der Asseburg-Falkenstein im 19. Jahrhundert den Titel eines preußischen Hofjägermeister tragen durften und aus Berlin den preußischen Baumeister Friedrich August Stüler (von dem so bedeutende Bauwerke wie die Neue Synagoge in Berlin oder das Belvedere auf dem Pfingstberg in Potsdam stammen) zu Rate zogen, um einige Innenräume im Stil der sogenannten „Babelsberger“ Neogotik auszugestalten.

Burg Falkenstein im Harz

Burg Falkenstein im Harz

1843 besuchte auch Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. die Burg während einer Jagd in den Wäldern des Harzes. In der recht kleinen Burgkapelle der Burg Falkenstein können unlängst wiederhergestellte hochmittelalterliche Glasfenster bestaunt werden.

Mit der Harzquerbahn unterwegs
Mit der Harzquerbahn unterwegs, Foto: D.Weirauch

Falken und Adler steigen in die Lüfte

Nach dem Ritteressen in der Burggaststätte schauen wir zu, wie sich Falken, Adler und andere Greifvögel über die Gemäuer erheben, Pavel Sihelsky ist einer der erfahrensten Falkner Mitteldeutschlands.

 

Falknervorführung auf Burg Falkenstein
Falknervorführung auf Burg Falkenstein, Foto: D. Weirauch
Adler im Anflug
Adler im Anflug

Auf Burg Falkenstein soll Eike von Repgow seinen „Sachsenspiegel“ geschrieben haben. Zu sehen gibt es in Burg Falkenstein das Biedermeierzimmer mit dem wertvollen Pleyel-Flügel aus dem Jahr 1840.

Gedenkstein für Eike von Repgow, Foto: Dieter Weirauch
Gedenkstein für Eike von Repgow, Foto: Dieter Weirauch

Jetzt ist es Zeit für eine Erkundungstour. Mit dem Kremser oder zu Fuß geht es einen gemächlichen Weg Richtung Gartenhaus. Von dort kommt man entweder zum als Geheimtip geltenden, zwölf Hektar großen Park mit 175 Arten und Gattungen einheimischer und fremder Gehölze in dem kleinen Ort Degnershausen oder wandert weiter im Tal der Selke zum Schlosshotel Meisdorf.

Informationen zum Falkenstein

Schlosshotel Meisdorf

Heinrich Heine beschrieb in seiner Harzreise die Selke als zärtlich, aber auch fröhlich dahinplätschernden Fluss. Unser Weg führt ganz in der Nähe zur Konradsburg, einem der Höhepunkte der Straße der Romanik. Über den Ort Ballenstedt kommen wir in den zu Quedlinburg gehörenden Ortsteil Rieder mit der Roseburg.

Der Bauherr Bernhard Sehring, der Architekt des Berliner Theaters des Westens in Berlin und des Jugendstiltheaters von Cottbus, hatte sich zwischen 1905 und 1925 das auf einer Anhöhe gelegene, noch heute von einer Wehrmauer umgebene Park- und Bauensemble als architektonisches Vermächtnis und Privatwohnsitz ausgewählt.

Schloss Meisdorf im Selketal
Schloss Meisdorf im Selketal

Nächste Station ist Gernrode, wo wir nach einem Besuch der romanischen Stiftskirche der Kuckucksuhrenfabrik einen Besuch abstatten und mit der von einer Dampflok gezogenen Selketalbahn durch herbstlich gefärbte Wälder nach Alexibad fahren. Da wurde erst 1810 als erster Badeort des damaligen Fürstentums Anhalt gegründet.

Aanreise in den Harz u.a. mit Fahrtziel Natur der Bahn AG

Hier finden Sie weitere Tipps zu Sehenswürdigkeiten im Harz.

Ganz in der Nähe: Die Konradsburg.

Die Konradsburg bei Meisdorf im Harz
Die Konradsburg bei Meisdorf im Harz

 

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