Brandenburg

Potsdam

Brandenburgs Eisenbahngeschichte

518iXLIbv-L._SX385_L & H-Verlag

Brandenburg war einst ein Bahnland. So jedenfalls stellt sich für mich die umfangreiche Recherche von Jörg Raach und Matthias Baxmann dar, die sie im Auftrag des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege, anfertigten.

Das Buch „Faszination Eisenbahn – Eisenbahnkultur in Brandenburg“ (L & H Verlag) legt davon überzeugend Zeugnis ab.

Der illustrierte Band beschreibt auf knapp 250 Seiten das sternförmig von Berlin ausgehende System Eisenbahn mit historisch bedeutsamen Strecken, so der niederschlesisch-märkischen von Berlin über Frankfurt (Oder) nach Breslau. Ebenso werden Bahnhofsbauten vorgestellt, von denen viele heute unter Denkmalschutz stehen. Es beleuchtet nicht allein die Infrastruktur als Voraussetzung von Mobilität, sondern auch die Orte des Lokomotivbaus in Brandenburg (wie beispielsweise Orenstein und Koppel in Potsdam-Drewitz), von denen die AEG-Lokomotivfabrik in Hennigsdorf der heute noch bedeutsamster Standort ist.

Potsdam

Der Potsdam-Band

Potsdam Stadtschloss Landtag BrandenburgFoto: Bachtage Potsdam
Fortunaportal Potsdam
Fortunaportal Potsdam

Das ist ein Buch. Schwergewichtig in der Tat: rund fünf Kilogramm schwer. Oder noch mehr ?

Und fulminat, 30 x 40 Zentimeter.

Der in Potsdam beheimatete Verlag “h.f.ullmann” hat mit dem opulenten Bild-Text-Band „Potsdam –  Kunst, Architektur und Landschaft“ die mit dem UNESCO-Welterbestatus geadelte Potsdamer Kulturlandschaft in XXL vorgelegt. Das Standardwerk für die nächsten Jahre, so die Meinung von Experten.

Zwei Jahre hat der Fotograf Achim Bednorz mit der Dresdner Autorin Barbara Borngässer an dem Werk gearbeitet. Das Ergebnis adelt. Es ist wahrlich gelungen.

Vor einer ausführlichen Rezension nur so viel: Neben den Schlössern und Gärten werden auf 444 Seiten auch Sacrow, der Pfingstberg, Paretz und Caputh, die Pfaueninsel und zahlreiche Pretiosen der Stadt Potsdam vorgestellt. Einfühlsam und kenntnisreich u.a. das neue Stadtschloss (Landtag), das Alte Rathaus, die Stadttore und das Holländische Viertel, die Nikolakirche, Glienicker Brücke, der Wissenschaftspark auf dem Telegraphenberg sowie Villen des 20. Jahrhunderts. Selbst das Treppenhaus im heutigen Forum für Wissenschaft am Neuen Markt (dem Potsdam-Museum), die Halle der Biosphäre sowie das Hans-Otto-Theater fehlen nicht.

Jede Zeit hat ihren Potsdam-Band, ob Max Baur, Ernst Eichgrün oder wie sie alle heißen die Meister der beobachtenden und abbildenden Fotografie. Jetzt nun Achim Bednorz. Rolf Tomann ist der Herausgeber.

So einen Bildband gibt es selbst über Berlin noch nicht.

Preis: 79.00 Euro (Einführungspreis), ab Januar 2014: 99 Euro

 

Potsdam

Molina ist da

Mühle im FlämingMühle im Fläming

Pfingstmontag ist Mühlentag

Heute erhielt ich „Molina“ und bin begeistert. Molina ist das lateinische Wort für Mühle. Historische Mühlen und ihre Bewahrer stehen dann auch im Mittelpunkt der Zeitschrift „Molina – Mühlen und Menschen“, die soeben im Berliner terrapress-Verlag erstmalig erschienen ist. Herausgegeben wird das A4-Heft von zwei ausgewiesenen Mühlenexperten: Philipp Oppermann, tätig im Internationalen Mühlenmuseum Gifhorn, und Torsten Rüdinger, Müller der Historischen Mühle Potsdam-Sanssouci.

Sanssouci

So treffe ich dann auch auf alte Mühlen-Bekannte in dem ambitioniert gestalteten Heft, neben der Sanssouci-Mühle werden bispielsweise die Mühle von Berlin-Marzahn und die Jungfernmühle in Berlin-Buckow vorgestellt. Auch die Dreifach-Windmühle von Straupitz, wo das berühmte Leinöl nach alter Tradition erzeigt wird, im Spreewald ist dabei.

Schwerpunktthema dieser Ausgabe ist die Frage: Können die Mühlen des vorindustriellen Zeitalters gleichzeitig Denkmale und Produktionsbetriebe sein? In einer Zeit, da natürliche, unbelastete Lebensmittel immer mehr nachgefragt sind, werden auch traditionelle Herstellungsverfahren zunehmend wiederentdeckt. „Molina“ befragt Praktiker, Wissenschaftler, Denkmalschützer und andere nach ihrer Meinung zur Zukunft des „produzierenden Denkmals“.

molina_I_2013.indd

Deutschlandweit erste Publikation: Molina

Eine wichtige und vor allem lange erwartete Publikation ist das. Auf den 66 Seiten des Heftes werden Menschen vorgestellt, die sich für den Erhalt gefährdeter Mühlen einsetzen, Mühlen werden als bewahrenswertes Kulturerbe präsentiert und es geht um die Aussichten auf eine Europäische Kulturstraße der Mühlen. Es gibt aber auch praktische Tipps rund um die Mühlentechnik, Mühlenprodukte und neu erschienene Mühlen-Bücher. Das reich bebilderte Heft soll dazu beitragen, die Faszination, die historische Wind-, Wasser-, Dampf- und Elektromühlen ausüben, auch für künftige Generationen zu bewahren

„Molina“ wendet sich sowohl an Fachleute wie auch an interessierte Laien. Sie erscheint vorerst einmal im Jahr im Berliner Verlag terra press und Beide sind die Autoren der im gleichen Verlag erschienenen „Kleinen Mühlenkunde“. „Molina“ kostet 9,80 Euro und ist im gut sortierten Zeitschriftenhandel zu haben, kann aber auch über den Shop des Verlages unter www.terrapress.de bestellet werden. Der Mühlentag zu Pfingsten

Klappern gehört hier noch zum Handwerk

Deutschlandweit haben Pfingstmontag über 1.000 Mühlen geöffnet, darunter auch viele historische Wind- und Wassermühlen, und warten auf interessierte Besucher. Für die Region Berlin-Brandenburg koordiniert die Mühlenvereinigung Berlin-Brandenburg e.V. den Mühlentag. Es können insgesamt 73 Mühlen an 70 Standorten besucht werden – in Berlin 8 Mühlen und in Brandenburg 65. Nicht nur in Niedersachen gibt es eine Mühlenstrasse, auch in Brandenburg reihen sich in manchen Gegenden, wie im Fläming, Mühlen eng aneinander.

Viele Gastgeber bieten nicht nur die traditionellen Besichtigungen und Führungen an, sondern locken mit Kulturprogrammen und Mühlenfesten.

Unterschiedliche Programme sind zu erleben – von fachkundigen Führungen über technische Vorführungen bis hin zu kleinen Festen an der Mühle, beispielsweise an der Bockwindmühle von Willi Schwetzke in Paretz bei Potsdam. Auch die Wassermühle in Plessa (Elbe-Elster) ist sehenswert.

 

 

Mühle in Paretz am Ortsausgang
Mühle in Paretz am Ortsausgang

Viele der Mühlen, wie die Historische Mühle am Schloss Sanssouci in Potsdam,  öffnen traditionell seit Jahren an diesem Tag.  Es gibt aber auch neue Teilnehmer zu entdecken. Zu ihnen gehören  die Mühle Tornow im Landkreis Oberhavel oder die Mühle Hornow im Landkreis Spree-Neiße. In Triglitz bei Putlitz  (Prignitz)  hat die Familie Koebe eine völlig zerfallene Wassermühle vor dem endgültigen Verschwinden gerettet und liebevoll restauriert. Ähnlich ist es bei der Mühle Tornow nahe Fürstenberg/Havel. Dort hat die Familie Schneider eine gelungene Nachnutzung der still liegenden Wassermühle gefunden. Heute lässt es sich im historischen Ambiente gut speisen und übernachten. Die Mühle in Hornow (Spree-Neiße) ist ein besonderes Exemplar – im Kern eine Bockwindmühle, die zu einer Motormühle umgerüstet wurde. Daher wird man die Windmühlenflügel vergeblich suchen. Der Mühlenverein und die Eigentümerin Irene Nitzschke haben sich dem überkommenen Erbe der ehemaligen Getreidemühle angenommen und insbesondere im vergangenen Jahr mit hohem Eigenengagement und einigen Fördermitteln die bauliche Hülle der Mühle sanieren können. Die Bockwindmühle in Bamme im Havelland zählt zu den ältesten in Brandenburg.  Hier muß der Verein noch viel klappern, um die vom Sturm vor einigen Jahren zerstörte Mühle wieder herzurichten.

Auch die Bockwindmühle in Vehlefanz, Landkreis Oberhavel, und die Scheunenwindmühle von Saalow sind wieder dabei. Ebenso die Holländer Windmühle von Straupitz (Spreewald), Europas letzte Windmühle mit drei produzierenden Müllereigewerken unter einem Dach: Mahlen, Sägen und Öl.  Dort erklärt der kundige Müller auch, wie das typische Klappergeräusch in den Mühlen zustande kommt. Das vom Vierknack verursachte Rütteln des Rüttelschuhs verursacht das vielzitierte “Klappern der Mühle”. Eine Attraktion auch die Bekemühle in Dannenwalde, hinter Kyritz gelegen.  Zwischen 10 und 18 Uhr erwarten Ute und Frank Martens zahlreiche Gäste.

Die große Paltrockmühle der Familie Melior in Langerwisch (Potsdam-Mittelmark) ist weithin sichtbar – besonders wenn sich die Flügel drehen.  Jörg-Peter Melior oder sein Sohn Peter erklären gern den Besuchern das Innenleben und wie der Weg vom Korn zum Mehl funktioniert.  Die daneben stehende kleine Windmühle ist nicht ganz so alt, aber nicht weniger interessant. Das Miniaturexemplar einer Bockwindmühle im Maßstab 1:4 wurde 1938 in Paretz bei Ketzin für den Sohn des damaligen Müllermeisters  erbaut.

 

Lohnenswert auch ein Besuch in der Salvey-Mühle in Gartz/Geestow im unteren Odertal. Im Naturpark „Uckermärkische Seen“ und im Naturschutzgebiet „Stromtal“ liegt die Wassermühle Gollmitz, mittlerweile genießt die liebevoll restaurierte Mühle Kultstatus ob ihres kulturellen Freizeitangebotes.

Noch Mitte des 19. Jh. gab es in der damaligen Provinz Brandenburg z.B. 1.141 Getreide-Wassermühlen und 2.198 Getreide-Bockwindmühlen, aber auch 381 Ölmühlen und 110 Lohmühlen. Die Dampfkraft hatte zu dieser Zeit erst in 57 Mühlen Einzug gehalten. „Heute zählen wir etwas über 1.000 Einträge im Standortverzeichnis des Mühlenarchivs der Mühlenvereinigung Berlin-Brandenburg e.V.“ berichtet Torsten Rüdinger von der Mühlenvereinigung Berlin-Brandenburg.

In Brandenburg gibt es noch 27 gewerbliche Mühlen, in denen heute noch Getreide verarbeitet wird, so u.a. in Müllrose,  Bensdorf und die Mühle Wolter in  Buchow-Karpzow (zwischen Falkenrehde und  Wustermark) . Zwei von ihnen, die Obermühle in Gottsdorf und die Mühle Paulick in Müschen sind  bereits am Mühlentag zu besichtigen. Für die nächsten Jahre wünscht sich Rüdinger, dass der Mühlentag nicht nur auf die historischen Mühlen beschränkt bleibt, sondern die gewerblichen Betriebe diesen Tag auch für sich entdecken.

Strom wird u.a. erzeugt in der Kathfelder Mühle in Pritzwalk und in der Perleberger Stadtmühle.  Andreas Plagemann, der Besitzer der Kathfelder Mühle an der Dömnitz, liefert 60.000 Kilowattstunden pro Jahr an die Pritzwalker Stadtwerke.  Auf vier Etagen der Mühle erhält der Besucher Einblick in die Vergangenheit und Gegenwart der Prignitzer Mühlenlandschaft. Auch im benachbarten Wolfshagen soll demnächst mit Wasserkraft der Stepenitz Strom erzeugt werden. So will es ein Förderverein.

Informationen zu allen am 18. Deutschen Mühlentag geöffneten Mühlen gibt es auf  der Homepage der Mühlenvereinigung Berlin-Brandenburg e.V.   in der Rubrik “Mühlentag”. Dort kann das Teilnehmerverzeichnis mit allen Informationen als Datei herunter geladen werden. Eine von der edition terra gemeinsam mit der Mühlenvereinigung herausgegebene Landkarte verzeichnet zudem einen Großteil der interssantesten Mühlen im Land.

Schlösser und Burgen

Schloss Altdöbern

altdöbern12 (15)

Eine lohnenswerte Ausstellung habe ich im einst sächsischen Altdöbern bei Calau in der Lausitz entdeckt. Nicht weit von der Autobahn Berlin – Dresden entfernt.

„Ein Licht in der gelehrten Welt – Altdöbern: Ein Zentrum der Kunst- und Kulturgeschichte im 18. Jahrhundert” im Rahmen des Themenjahres von Kulturland Brandenburg 2012 “Kommt zur Vernunft! Friedrich der Zweite von Preuszen”.

Die Besichtigung  einiger historischen Räume von Schloss Altdöbern wird mit einer Ausstellung begleitet – eine Kooperation der Gemeinde Altdöbern und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Thema sind neben der Baugeschichte des Schlosses, seiner Ausstattung durch Dresdner Hofkünstler und dem Park die Biografie Carl Heinrich von Heinekens sowie Neuigkeiten zum sächsisch-preußischen Kulturtransfer.
Noch bis 14. Okt. 2012, Öffnungszeiten: Sa und So 10 bis 18 Uhr, Schloss und Park Altdöbern, Informationen: Tel. 0331/5 81 60 und www.kulturland-brandenburg.de.

Und Kaffee und Kuchen gibt es bei einer charmanten Gartenfee gleich nebenan.

Nachdem das historische Gewächshaus und die zugehörigen Gärten jahrzehntelang verfielen, wurden sie durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz nach historischem Vorbild wieder hergestellt. Heute ist die barocke Gestaltung wieder erlebbar und alle Raum- und Gebäudebeziehungen wiederhergestellt. Die Orangerie wird von der couragierten Sonja Wettig als Café, Hofladen und Verkaufsgewächshaus genutzt. Die Wiedergewinnung dieses einzigartigen Kulturdenkmals fördert den Kulturtourismus.

Der zwischen Orangerie und Gärtnereihaus befindliche Gartenbereich ist wieder als Schaugarten mit Stauden- und Sommerblumenbepflanzung angelegt. So ist die barocke Gestaltung wieder erkennbar, die Raum- und Gebäudebeziehungen wieder hergestellt.

Die Nutzung als Café, Hofladen und Verkaufsgewächshaus gilt als Initialzündung für das ebenfalls in Wiederherstellung befindliche Schloss und die weiteren Nebengebäude.

Schloss Altdöbern ist eines von 15 Schlössern und Herrenhäusern in Brandenburg, die die Brandenburgische Schlösser GmbH in den letzten 16 Jahren gesichert und saniert hat. Diese Denkmale sind zwar nicht immer mit den mit den Preußischen Königsschlössern vergleichbar, doch prägen sie baugeschichtlich und künstlerisch die Landschaften Brandenburgs.  Ja, und noch etwas erlebte ich dort.
Die Parkanlage des Schlosses wird von der Altdöberner Jugendbauhütte Gartendenkmalpflege betreut. Die Jugendlichen, die hier ein Freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege absolvieren, erhalten bei ihrem ganzjährigen Einsatz im Freien einen unmittelbaren Eindruck von der Vielfalt gartendenkmalpflegerischer Aufgaben. In sechs über das Jahr verteilten Seminarwochen studieren sie zudem neben der Bedeutung des europäischen Kulturerbes die Besonderheiten dieser Form der Denkmalpflege. Und sie verstehen zu feiern mit den Jugendlichen vor Ort. Eine tolle Gemeinschaft .

Literaturtipp: sehr gut beschrieben ist Schloss Altdöbern im Band “Burgen, Schlösser und Herrenhäuser in Brandenburg”, herausgegeben vom “Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark“. Das Buch erschien im L & H Verlag und kostet  24,80 Euro. Ebenso hat der Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark (in der Deutschen Gesellschaft)  in der sogenannten Grauen Reihe eine Monographie zu dem Schloss herausgebracht.  Diese ist gegen eine Spende beim Freundeskreis erhältlich.

Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark
in der Deutschen Gesellschaft e. V.
Voßstr. 22
10117 Berlin
Tel. (030) 88 412 266
Fax (030) 88 412 223
E-Mail: freundeskreis@deutsche-gesellschaft-ev.de

Bürozeiten: Montag bis Freitag: 10:00 – 15:00 Uhr

error: Content is protected !!