Brandenburg

1 Stunde weg

Erster Storch bei Rühstädt gesichtet

Erster Storch bei Rühstädt, Foto: C. Herche, Naturwacht BrandenburgErster Storch bei Rühstädt, Foto: C. Herche, Naturwacht Brandenburg

Am Wochenende ist im Europäischen Storchendorf Rühstädt der erste Weißstorch des Jahres eingetroffen. Beobachtet wurde er auf einer Wiese unweit des Besucherzentrums des UNESCO-Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe – Brandenburg.

Die Ankunft des ersten Weißstorchs in Deutschlands storchenreichstem Dorf Rühstädt markiert den Auftakt der bevorstehenden Brutsaison, bei der sich in Rühstädt bis zu 30 Storchenpaare einfinden. Die frühen Ankömmlinge sind meist Westzieher, die auf der Iberischen Halbinsel oder im nordwestlichen Afrika überwintern. Sie haben eine kürzere Zugstrecke zu bewältigen als die Ostzieher, die das Mittelmeer östlich umfliegen.

Erster Storch bei Rühstädt, Foto: C. Herche, Naturwacht Brandenburg
Erster Storch bei Rühstädt, Foto: C. Herche, Naturwacht Brandenburg

Das brandenburgische Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe ist die storchenreichste Region Deutschlands und Rühstädt der Spitzenreiter mit den meisten Weißstorchbrutpaaren. Das Dorf trägt den Titel Europäisches Storchendorf und ist damit Teil eines europaweiten Netzwerks, das sich von Malpartida de Cáceres in Spanien über Mittel-, Osteuropa und den Balkan bis ins Dorf Eskikaraağaç in der Türkei erstreckt. Der Titel wird durch die Naturschutzorganisation Euronatur vergeben, wobei in jedem Land nur ein Europäisches Storchendorf die Auszeichnung trägt. Voraussetzung dafür ist neben einer intakten Storchenpopulation besonders das lokale Engagement für den Erhalt der Weißstorchkolonie. In Rühstädt besteht eine enge Kooperation zwischen dem Storchenklub, der Gemeinde sowie dem UNESCO-Biosphärenreservat. Das gemeinsame Engagement richtet sich hier auf den Erhalt der Nahrungsgebiete in den Elbauen durch Pflege- und Neuanlage von Amphibiengewässern, die Sicherung der Storchenhorste auf den Gebäuden und die Entwicklung von hochwertigen Naturerlebnisangeboten.

Wenn die Wetterlage auf den Zugrouten günstig ist, werden die Storchenbrutpaare zum Fest der Saisoneröffnung am 5. April im Besucherzentrum Rühstädt (Neuhausstraße 9) bereits ein Großteil der Nester auf den Dächern Rühstädts bezogen haben.

Rund 40 Brutstätten stehen den Störchen in Deutschlands storchenreichstem Dorf Rühstädt zur Verfügung. Die Nester wurden jetzt kontrolliert und für die neue Storchensaison fit gemacht. Bildquelle:J.Schormann/LfU.
Rund 40 Brutstätten stehen den Störchen in Deutschlands storchenreichstem Dorf Rühstädt zur Die Nester wurden jetzt kontrolliert und für die neue Storchensaison fit gemacht. Bildquelle:J.Schormann/LfU.

Die bekanntesten Storchenhorste Brandenburgs stehen in Linum, Rühstädt und Vetschau.

Auch am Rand von Potsdam, in Marquardt, kommen regelmäßig Störche und beziehen Ende März/Anfang April ihren Horst gegenüber vom Landgasthaus “Alter Krug”.

BücherFontane

Brandenburg – ein Jahrbuch für das Land 2019

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Mit dem Brandenburg-Heft durchs Jahr: Natürlich Brandenburg – ein Jahrbuch für das Land 2019. Mit der Eröffnung der Brandenburg-Halle auf der Grünen Woche legt das Agrar- und Umweltministerium das neue Jahrbuch „natürlich Brandenburg“ vor. Es ist ab sofort in der Halle erhältlich (Info-Stand des Ministeriums). Brandenburg – ein Jahrbuch für das Land 2019
Nach der Messe können die 120 Seiten umfassenden Hefte über die Pressestelle des Ministeriums kostenfrei bestellt werden. Das Gemeinschaftsprojekt aller Landkreise und kreisfreien Städte mit dem Ministerium widmet sich in diesem Jahr den drei Schwerpunkten: Angebote im Fontanejahr – Ländliche Ausflugsziele – Veranstaltungen.

Einzigartig und imposant: die Stadtmauer von Wittstock
Einzigartig und imposant: die Stadtmauer von Wittstock

Jahresthemen sind neben dem Fontanejahr die Landesgartenschau in Wittstock und das Landpartie-Jubiläum.

25 Jahre Landpartie

Bereits zum 25. Mal startet in diesem Jahr die Brandenburger Landpartie. Auch für das Jahrbuch „Natürlich Brandenburg“, das seit 1996 vom Ministerium herausgegeben wird, ist dies ein Anlass, mit einem Sonderkapitel darauf einzugehen. Die Landpartie versammelt unter ihrem Dach engagierte und innovative Unternehmer, die gern ihren Betrieb für die Besucher öffnen, weil sie etwas zum Vorzeigen, Kosten und Kaufen haben. Wenn Bauern in eine eigene Weiterverarbeitung beziehungsweise in den Verkauf einsteigen, wenn sie sich ein zusätzliches Standbein im Tourismus, als Energieproduzent oder als Reiterhof schaffen, dann ist dies genau das, was im Rahmen der gemeinsamen europäischen Agrarpolitik gewollt ist: Landwirtschaft und ländliche Entwicklung sind zwei Seiten einer Medaille, um Landleben lebenswert zu gestalten. So die Pressemitteilung des Ministeriums zu Brandenburg – ein Jahrbuch für das Land 2019.

 

 

 

Hier ein Auszug aus dem lesenswerten Heft“ genutzt werden.

Von Caputh nach Caputh – Fontane am Schwielow

Mit dem Landkreis Potsdam-Mittelmark laden die Stadt Werder (Havel) und die Gemeinde Schwielowsee 2019 ein, anlässlich des 200. Geburtstag Theodor Fontanes auf Wanderschaft durch die Region rund um den Schwielowsee zu gehen und die in seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ genannten Orte – insbesondere Werder, Caputh und Geltow – neu zu entdecken. Besucher können im Fontanejahr thematische Wanderungen mit dem Heimatverein Petzow buchen.

Schloss Caputh, Foto: D. Weirauch
Schloss Caputh, Foto: D. Weirauch

Es gibt eine musikalische Ortsbestimmung „Mit Fontane von Caputh (Schwielowsee) nach Caputh (Schottland)“ durch die Fercher Obstkistenbühne und eine Ausstellung im Heimathaus Geltow. Der Cultura e. V. wird sich mit einer musikalischen Lesung, zwei Fachvorträgen und einem fotografischen Streifzug auf Fontanes Spuren begeben. In Werder kann man ihm auf dem Fontanewanderweg durch Obst- und Weingärten nachspüren.

Skulptur im Glindower Ziegelringofen

Auch wird man Fontane kulinarisch erleben können. Die Ziegeleien um Werder, wieder von Glindow, werden in Fontanes Werk ausführlich beschrieben. Künstlerisch findet sich dieses Thema in einer Skulptur wieder, die anlässlich des Festjahrs im Hoffmannschen Ringofen gebrannt und zur zentralen Eröffnung am 30. Juni in der Petzower Kirche in der Ausstellung präsentiert wird.

Ziegelringofen Glindow Foto: Weirauch
Ziegelringofen Glindow am Glindower See bei Potsdam, Foto: Weirauch

Informationen zu Fontane rund um den Schwielowsee

Kultur- und Tourismusamt Schwielowsee
Straße der Einheit 3, 14548 Schwielowsee
Tel. 033209 70899
info@schwielowsee-tourismus.de
www.schwielowsee-tourismus.de

Tourismusamt Werder (Havel)
Kirchstraße 6/7, 14542 Werder (Havel)
Tel. 03327 783322
tourismus@werder-havel.de
www.werder-havel.de

Ein Jahrbuch für das Land Brandenburg 2019. Fontanejahr – Ländliche Ausflugsziele – Veranstaltungen. Herausgegeben vom Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg, Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Henning-von-Tresckow-Straße 2 – 13, 14467 Potsdam.

Bestellmöglichkeiten des Hefts außerhalb der Brandenburg-Halle:

per Mail: pressestelle@mlul.brandenburg.de

per Telefon: 0331/ 866 7237 oder 7019

 

1 Stunde weg

Es wird noch süßer in Karls Erlebnis-Dorf

Eiswelt in Karls Erlebnis-Dorf Elstal, Foto: Kärstin WeirauchPrinzessinnenträume aus Eis in der gerade eröffneten 4. Eiswelt in Karls Erlebnis-Dorf Elstal, Foto: Kärstin Weirauch

Pünktlich zur Adventszeit wird es süßer in Karls Erlebnis-Dorf Elstal.as Thema: “Träumen, erleben und genießen im größten Gummibeerchen-Land”. Unter diesem Motto lädt Robert Dahl, Inhaber von Karls Erlebnis-Dorf, ab dem 1. Dezember 2018 seine kleinen und großen Gäste in die Erlebniswelt nach Elstal ein. Karls Lieblingsfrucht – die Erdbeere – hat sich auf die Winterzeit eingestellt.

Ein kleine Prinzessin aus Eis reitet auf der Schnecke, die bei den Erdbeeren nichts zu suchen hat, Foto: Kärstin Weirauch
Ein kleine Prinzessin aus Eis reitet auf der Schnecke, die bei den Erdbeeren nichts zu suchen hat, Foto: Kärstin Weirauch

“Komm ins Erdbeerkönigreich” – eisig ist es in der 4. Eiswelt, die in Karls Erlebnis-Dorf Elstal zu erleben ist. In der größten Eisfigurenausstellung Deutschlands regieren Königin und König im Erdbeerkönigreich. Auf einer Fläche von 2.000 Quadratmetern versetzen an 14 Stationen erdbeerige Eislandschaften aus 300 Tonnen Eis Besucher ins Staunen. Auf der faszinierenden Reise durch die minus sieben Grad kalte Erlebniswelt werden fantastische Tierwelten zwischen gefrorenen Erdbeerpflänzchen präsentiert, Einblicke in Karls riesige Erdbeertunnel gegeben und das Schloss des einzig wahren Erdbeerkönigs vorgestellt.

Komplett aus farbigem Eis: der Porsche Traktor, Foto: K.Weirauch

Ob überdimensionale Prinzessinnen-Kutsche, Fedfahrzeug Porsche-Trecker, Erdbeer-Produnktionshalle, Erdbeer-Prinzessin, Schloss des einzig wahren Erdbeer-Königs sowie Hummel, Biene, Schnecke u. a..  24 internationale Künstler aus zwölf Ländern haben unter der künstlerischen Leitung des bewährten Othmar Schiffer-Belz (der seit dem Jahr 2004 bereits 17 Eis-, Schnee- und Sandfiguren-Ausstellungen von Karls Erlebnis-Dörfern inszeniert hat), 24 zauberhafte Eisfiguren erschaffen, die mit Licht- und Musikeffekten eine einzigartige Ausstellung um geeiste Rutschen und eine royale Eisbar inszenieren. Erstmals wird mit farbigem Eis gearbeitet, das die Eisshow noch bunter und farbenfroher macht. 300 Tonnen Eis wurden verarbeitet.

Bis November 2019 ist die 4. Eiswelt in Karls Erlebnis-Dorf zu sehen.

Freizeitspaß und Beerengeschlemmer

Die Eiswelt ist Teil des gerade eröffneten  neuen “Gummibeerchen”-Lands. So ist das Karls Erlebnis-Dorf eben, eine neue Attraktion kommt selten allein: Ab morgen können Leckermäuler noch eine weitere spektakuläre Erlebniswelt in Besitz nehmen. Wie Erdbeerbonbons und Erdbeermarmelade in Karls Erlebnis-Dorf hergestellt werden, weiß ja schon jedes Kind. Ab morgen, dem 1. Dezember 2018, lernt man nun auch alles über die Gummibeerchen-Herstellung im Gummibeerchen-Land. Heute klappte alles schon ganz gut, lustig wie die vielen Gummibeerchen im “Zementmischer” durchgeschüttelt wurden.

Vergrößerte Manufaktur stellt selbstgemachte Gummibeerchen her Foto: Karls Erlebnis-Dorf
Vergrößerte Manufaktur stellt selbstgemachte Gummibeerchen her Foto: Karls Erlebnis-Dorf

Es macht nicht nur den Kindern Spaß bei der Herstellung der beliebten Süßigkeit zuzuschauen, auch die Erwachsenen waren kamen im wahrsten Sinne auf ihre “Kosten”. Und sie schmecken natürlich nach Erdbeeren, wie soll es auch anders sein. Die Leckerbissen werden allesamt von Hand hergestellt und bestehen zu 55 Prozent aus echten Früchten. Bis zu 24 Stunden trocknen die fertigen Fruchtgummis im Beerchen-Ruheraum. Und im Gummibeerchen-Land steht natürlich nicht nur das Gummibeerchen im Mittelpunkt. Im Zentrum der wohl kuriosesten Indoor-Erlebniswelt der Region Berlin-Brandenburg erwarten ab morgen auch bezaubernde Fahrgeschäfte und Attraktionen wie ein Free-Fall-Tower (“Saftpresse) sowie ein historisches Karussel (“Beerenschleuder”) ihre Gäste.

Robert Dahl, der Chef des Familienbetriebes mit dem Maskottchen Karlchen, Foto: K.Weirauch
Robert Dahl, der Chef des Familienbetriebes mit dem Maskottchen Karlchen, Foto: K.Weirauch

Im Außenbereich öffnet ein großes Beerchen-Autoscooter seine Pforten. Allerlei Zirkusinterieur vermittelt zur Adventzeit nostalgisches Kirmes-Flair und macht den “Jahrmarktbesuch” zur Zeitreise für Jung und Alt.

Der Eintritt in Karls neues Gummibeerchen-Land ist frei. Es empfiehlt sich aber eine Tageskarte (12 Euro) oder Jahreskarte (33 Euro) zu kaufen, um alle Attraktionen “erleben” zu können. Die Jahreskarte kann auch für die anderen Karls Erlebnis-Dörfer (u.a. rostock – Rövershagen) genutzt werden.

Ausblick 2019/2020

Langweilig wird es nie – ein Markenzeichen von Karls Erlebnis-Dorf. Und so kündigte der Unternehmer bereits für den 13. April 2019 “Karls Erdbeer-Plansch” an. soviel sei verraten:  zehn spektakuläre Wasser-Attraktionen erwarten dann Groß und Klein.

Sprüht vor neuen Ideen: Robert Dahl, der Chef des Familienbetriebes, Foto: K.Weirauch
Sprüht vor neuen Ideen: Robert Dahl, der Chef des Familienbetriebes, Foto: K.Weirauch

Und es geht weiter….. Ab 2020 lädt dann ein “Erdbeer-Hotel” seine Gäste ein, gleich im Erlebnis-Dorf zu übernachten. Das erscheint sinnvoll, denn ein Tag reicht fast nicht aus, um alle Erlebniswelten in Karls Erlebnis-Dorf intensiv wahrzunehmen. Eines ist sicher, die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen werden immer neue Attraktionen für ihre Gäste bereit halten.

Freifallspaß in der „Saftpresse“ in Karls Gummibeerchen-Land Foto: Karls Erlebnis-Dorf

Karls Erlebnis-Dorf
Adresse: Zur Döberitzer Heide 1, 14641 Elstal (bei Berlin)

Anreise: Aus Richtung Nord und Süd: A 10 (Berliner Ring), Abfahrt 26: Berlin-Spandau, anschließend B5 Richtung Berlin-Spandau/-Zentrum, Ausfahrt: Karls Erlebnis-Dorf: Aus Wustermark durch den Ort, dann Richtung Berlin/Dyrotz. In das Navigationssystem bitte “Karls Erlebnis-Dorf”- Zur Döberitzer Heide 1, 14641 Elstal eingeben. Vor Ort sind ausreichend kostenfreie Parkplätze vorhanden.
Alle 60 Minuten verkehrt die Buslinie 668 (Bhf. Elstal-Wustermark-Zur Döberitzer Heide 1). Mit dem Zug aus Richtung Berlin Hbf. bis zu Bhf. Wlstal, weiter mit der Buslinie 668 zur Haltestelle “Zum Erlebnis-Dorf”.

 

Weitere Informationen:
www.eiskunstwerke.com
www.karls.de

Bild 2: Unterwegs im Beerchen-Autoscooter (Karls Erlebnis-Dorf)
Unterwegs im Beerchen-Autoscooter Foto: Karls Erlebnis-Dorf
Bild 3: Schlittschuhlaufen vor Karls neuem Gummibeerchen-Land (Karls Erlebnis-Dorf)
Schlittschuhlaufen vor Karls neuem Gummibeerchen-LandFoto: Karls Erlebnis-Dorf
Potsdam

Rheinsberg – eine Spurensuche

Rheinsberg (1)

Es ist Samstag,  die Sonne scheint, wieder zieht es uns hinaus, um auf Fontane-Spurensuche zu wandeln. Über die Autobahn wollen wir nach Rheinsberg im Landkreis Ostprignitz-Ruppin   gelangen. Die vielen Baustellen auf der A10 bis zur Abfahrt Neuruppin helfen uns, zu entschleunigen. Wir nutzen die Zeit, um in unserem Reiseführer uns auf unseren Zielort Rheinsaberg (Mark) einzulesen. Und nebenbei freuen wir uns auf ein Frühstück, vielleicht mit dem Blick auf das Schloss Rheinsberg?

Rheinsberg hat ein Verkehrsproblem

Kurz vor 9 Uhr erreichen wir das kleine Städtchen  Rheinsberg, suchen nach einem Parkplatz, den wir gut ausgeschildert nahe der Mühlenstraße finden. Es kann losgehen mit unserer Stippvisite. Über die Mühlengasse wollen wir in die Stadt gelangen. Dabei werden unsere Blicke auf Schilder und Transparente an den Häusern gelenkt, die auf ein Verkehrsproblem in Rheinsberg aufmerksam machen.

Schwerlastverkehr durch die enge Mühlenstraße macht nicht nur die Häuser kaputt, die Risse sind deutlich zu sehen, vor allem auch die Einwohner leiden täglich. Am Wochenende sind zwar die LKW aus dem Straßenverkehr verschwunden, dafür kommen aber die vielen Touristen – meist mit dem Auto. Man kann der Stadt nur wünschen, dass eine Lösung gefunden wird. Da das Problem nicht erst seit gestern auftritt, ist das aber wohl nicht zu erwarten. Kaum vorstellbar, wie es hier bei Starkregen oder im Winter aussieht und mit Baumstämmen beladene Schwerlasttransporter durch die enge Straße donnern.

Das Problem einer Umgehungsstraße werde schon seit rund 20 Jahren zwischen der Stadt Rheinsberg und dem Land Brandenburg diskutiert. Auch um die Instandsetzung der Mühlenstraße gehe es immer wieder. Für ein würdiges Entree zu einer so pittoresken Stadt wie Rheinsberg es nun einmal ist, taugt die Mühlenstraße mit ihren vielen Schildern nicht. Wir merken: hier wehren sich Bürger und wollen auf Phantomschmerzen aufmerksam machen.So entsteht Politikverdrossenheit.

Im Gespräch mit Betroffenen erfuhren wir, dass die Stadtpolitik heillos verstritten ist. Anfang des Jahres kam mit Frank-Rudi Schwochow (BVB/Freie Wähler) ein junger Bürgermeister ins Amt. Auf ihm liegen nun alle Hoffnungen. Denn Rheinsberg hat noch mehr Probleme als die Mühlenstraße. Dazu gehören ein halbfertiges Rathaus und die immer wieder eingeforderten Radwege. An einem Radwegekonzept arbeitet man seit langem.

Es kann so einfach sein

Wir fragen uns, warum man nicht mehr Parkplätze ean den Zugängen des Städtchen anlegt und dann mit Wägelchen oder Bimmelbahn – wie in anderen Städten auch – die Touristen in die Innenstadt befördert.  Es gibt zwar einen Parkplatz gegenüber dem Schloßpark. Aber da parkt kaum jemand für 8 Euro Tagessatz. Alle wollen in die Stadt und vor allem durch die Stadt hindurch. Denn die großen Hotels, wie das Maritim – Hafendorf, befinden sich am Rheinsberger See am anderen Ende von Rheinsberg. Auch Pferdefuhrwerke könnten diese Aufgabe übernehmen. Denn es gibt solche im Ort. Noch stehen zwei auf dem Triangelplatz  vor dem Schloss. Angesichts des schier überbordenen Verkehrs scheinen die Touristen auf eine Fahrt zu verzichten. In der prallen Sonne stehen die ausgemergelt wirkenden Tiere in zwei Gespannen mit ihren Fuhrleuten. Der Mann im Blaumann, die Frau in schwarzer Hose, sie warten auf Gäste. Kein herzliches Willkommen, keine Aufsteller, wohin die Fahrt überhaupt geht und wie teuer die Kutshcfahrt wird – alles wirkt wenig einladend. Mit  Wien oder Salzburg ist das nicht zu vergleichen. Es kann so einfach sein…

Im Ratskeller speiste Fontane

Nun gut, wir wollten frühstücken, der Ratskeller hatte noch geschlossen, allerdings zog uns die Speisekarte in den Schaukästen auch nicht sonderlich an. Vier A4 Seiten mit Magneten befestigt hingen kraftlos, zum Teil auch schon verblichen in den Kästen. auf dem schwarzen Aufsteller vor der Gaststätte konnten man lesen, dass „Spargel aus“ ist, die Spinnweben an der Tür und der Markise waren auch nicht sehr einladend.

Wir fragten einen Rheinsberger, der uns mit einer Einkaufstasche entgegenkam, wo man schnell und gut frühstücken könne. Er empfahl uns die Fleischerei Endler, direkt der Kirche gegenüberliegend. Ein guter Tipp, wir bekamen zwei Pott Kaffee und belegte Brötchen, alles frisch angefertigt, deshalb dauerte es etwas länger. Störte uns und die anderen wartenden Gäste aber nicht, vor der Fleischerei konnte man an Tischen sein „Frühstück“ genießen – mit Blick auf die Kirche. Der war allerdings eingeschränkt – Händler mit Kleidung – wie überall in brandenburgischen Städten zu finden – boten ihre Ware feil.

Warum kein Wochenmarkt mit Obst und Gemüse aus der Umgebung? Auch ein Blick in die Kirche war uns nicht möglich, wir hätten uns vorher anmelden müssen – Personalmangel auch hier.  woanders kann man auch während der Bauarbeiten, die derzeit in Rheinsberg ophl statttfinden, hineinschauen können: durch eine geöffnete Tür.

Nicht sehr einladend präsentiert sich am Samstag der Platz vor der Kirche, kein regionaler Händler bietet Obst oder Gemüse an, Foto: Weirauch
Nicht sehr einladend präsentiert sich am Samstag der Platz vor der Kirche, kein regionaler Händler bietet Obst oder Gemüse an, Foto: Weirauch

Also ging es weiter auf unserer Spurensuche … vielleicht können wir ja erstmal über eine kleine Schiffsfahrt die Gegend vom Wasser aus genießen? Da würde uns auch der Verkehr nicht stören, der die Besucher Rheinsbergs daran hindert, am Marktplatz die Straße zu überqueren, um über das Schlossareal zum Schiffsanleger zu gelangen.

Dem Berliner Jürgen Graf ist es u.a. zu verdanken, das Kronprinz Friedrich wieder vor dem Schlosseingang steht, Foto: Weirauch
Dem Berliner Jürgen Graf ist es u.a. zu verdanken, das Kronprinz Friedrich wieder vor dem Schlosseingang steht, Foto: Weirauch

Das Standbild von Friedrich II. steht zwar mittig auf dem Triangelplatz, scheint die Besucher förmlich in das Schloss ziehen zu wollen, allein der durchfließende Autoverkehr schien das verhindern zu wollen. Es dauert eine weile, bevor man über die Straße gelangt. Wie schön wäre doch ein verkehrsberuhigte Stadt Rheinsberg ?

Schifffahrt auf dem Grienericksee

Schließlich waren wir an der Anlegestelle für Fahrgastschiffe, hübsche holzgeschnitzte Figuren schmücken das Ufer, Bänke laden zum Verweilen und Träumen ein, der Blick auf den Rheinsberger See beruhigt, eine Schifffahrt bei dem wunderbaren Wetter wäre schön, wir möchten aber an Deck den Ausblick genießen, leider war jeder Platz belegt. Andere Anbieter waren an der Anlegestelle nicht zu finden, also ging es am Wasser zurück in den Park. In Rheinsberg muß man sich eben vorher anmelden, so begehrt ist die Reederei Halbeck.

Stark frequentiert sind die Schiffe der Reederei Halbeck, Foto: K.Weirauch
Stark frequentiert sind die Schiffe der Reederei Halbeck, Foto: K.Weirauch

Endlich kamen wir zum Schloss

Musik lockte uns aus der Ferne. Am Schlosstheater vorbei gelangten wir zum Schloss. Im Innenhof probten jungen Musiker für das Abendkonzert. Eine kleine Überraschung, auch für eine Schulanfängerin mit ihren Gästen, die die Treppen zum Innenhof hinaufstiegen.

Blick in den Innenhof von Schloss Rheinsberg, Foto: Weirauch
Blick in den Innenhof von Schloss Rheinsberg, Foto: Weirauch
Der Start in das Schulleben mit Musik in traumhafter Umgebung – ein Augenblick, der sicher unvergesslich bei allen Beteiligten bleibt.
Der Start in das Schulleben mit Musik in traumhafter Umgebung – ein Augenblick, der sicher unvergesslich bei allen Beteiligten bleibt, Foto: Weirauch

Schloss Rheinsberg war ursprünglich eine befestigte Burg an der Nordgrenze der Mark Brandenburg, später ein Renaissanceschloss des Landadels. 1734 kaufte es der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. samt umliegenden Ländereien für seinen Sohn, den Kronerben Friedrich. 1736 zog Friedrich mit seiner zwangsweise Angetrauten  Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel-Bevern ein. Der Kronprinz verbrachte seine glücklichsten Jahre auf einer Baustelle. Sein Jugendfreund, Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff ließ in nur drei Jahren Bauzeit das Ensemble in seiner heutigen Form entstehen. Der zur Seeseite hin vielgliedrige Bau mit den den südlichen und nördlichen Gebäudeflügel abschließenden Türmen macht Schloss Rheinsberg so unverwechselbar.

Im Kavaliershaus neben dem Schlosstheater residiert u.a. die Musikakademie, Foto: Weirauch

Seine wirkliche Blüte erlebte Schloss Rheinsberg erst unter dem 14 Jahre jüngeren Bruder Heinrich des Kronprinzen. 1752 übernahm dieser das Schloss und lebte dort bis zu seinem Tod im Jahr  1802. In jenen Jahren wurde Rheinsberg zu einem Anziehungspunkt für die feine Gesellschaft aus ganz Europa. Hier zeigte sich, was Mode war, in Literatur, Musik, Theater. Mittendrin Prinz Heinrich als Impressario eine galanten Hofes. Das Schloss und vor allem der Park, so wie wir sie heute erleben können, haben in dieser Zeit ihre Vollendung gefunden.

Wo Prinz Heinrich ruht

Unweit des Schlosses, in der Nähe des Heckentheaters befindet sich die Grabstätte von Prinz Heinrich, die er selbst entworfen hat: eine Pyramide mit abgebrochener Spitze, versehen mit einer Bronzetafel mit Inschrift in französischer Sprache: „Lob oder Tadel berühren den nicht mehr, der in der Ewigkeit ruht. Aber die süße Hoffnung verschönt die letzten Augenblicke dessen, der seine Pflichten erfüllte … Sie begleitet mich im Sterben.“

Einen Blickfang – wie vom Schloss Sanssouci auf den Ruinenburg – gibt es auch vom Schloss Rheinsberg aus auf den direkt gegenüberliegenden Obelisk. Prinz Heinrich widmete ihn den „vergessenen Helden“ des Siebenjährigen Krieges. Fontane bezeichnete diesen Obelisk als „die vielleicht größte Sehenswürdigkeit Rheinsbergs“. Heinrich wollte nicht nur seinem Bruder Friedrich Wilhelm (1722-1758), der 1744 als Thronfolger des kinderlosen Friedrich bestimmt worden war, nach taktischen Fehlern als General im Siebenjährigen Krieg unehrenhaft aus der Armee verstoßen wurde und mit nur 36 Jahren kurz darauf auf Schloss Oranienburg verstarb, vor dem Vergessen bewahren. Die Ehrung gilt auch weiteren Offizieren.

Der Sockel des Obelisk ist mit 28 Medaillons besetzt, Foto: Weirauch
Der Sockel des Obelisk ist mit 28 Medaillons besetzt, Foto: Weirauch

Der Sockel des Obelisk ist mit 28 Medaillons besetzt, die an jeweils ein Schicksal in dem mörderischen Krieg erinnern. Nicht genannt wird sein Bruder Friedrich (1712-1786), König (ab 1740) und oberster Heerführer. Mit dem letzten Satz der Ehrung für den General von Zieten gibt es einen weiteren Seitenhieb den Bruder. Der Text für General Hans Joachim  von Zieten (1699-1786) lautet in der Übersetzung Fontanes so: „General von Zieten erreichte ein ebenso glückliches wie ehrenvolles Alter. Er siegte in jedem Gefechte. Sein kriegerischer Scharfblick, vereinigt mit einer heroischen Tapferkeit, sicherte ihm den glücklichen Ausgang jedes Kampfes. Aber was ihn über alle erhob, waren seine Redlichkeit, seine Uneigennützigkeit und seine Verachtung aller derer, welche auf Kosten der unterdrückten Völker sich bereicherten.“

In seinen “Wanderungen durch die Mark Brandenburg” setzte Theodor Fontane der Stadt Rheinsberg ein literarisches Denkmal. Später machte Kurt Tucholsky Rheinsberg zur charmanten Erfüllung unbeschwerter Liebe. Auch heute kann sich kaum ein Besucher dem Charme des Ortes entziehen.

Auf dem Rückweg zum Auto führt uns unser Weg vorbei an der Tourist-Information. Wir wollen noch erkunden, welche Veranstaltungen im Fontane-Jahr 2019 geplant sind. Leider konnte man uns keine Auskunft geben, wir erhielten aber ein gedrucktes Programm mit geplanten Veranstaltungen im Fontane-Jahr im Land Brandenburg. Beim Durchblättern fanden wir dann auch Programmhinweise für Rheinsberg. Fontane ist ja noch weit weg…

Auch unsere Rückfahrt sorgte für Entschleunigung. Richtung Lindow mussten wir am Rande von Rheinsberg am unbeschrankten Bahnübergang wegen des roten Signals und des nicht enden wollenden Signals warten. Sehr lange, ein Zug kam nicht, dafür kamen sowohl von der Gegenseite als auch von unserer Seite Autos, die bei rot über die Gleise fuhren. Gefährlich … Was war los?

Die Niederbarnimer Bahn hat Probleme mit der automatischen Schaltung. Erst ein Anruf brachte die Lösung. Auf dem Fahrrad kam eine männliche Person, die das Signal ausschalten konnte. Es soll schon desöfteren zu solchen Staus gekommen sein.

Informationen zu Rheinsberg

Tourist-Information
Remise am Schloss/Mühlenstraße 15a, 16831 Rheinsberg
Tel. 033931 34940
www.tourist-information-rheinsberg.de
Öffnungszeiten: 1. April – 31. Oktober: Mo-Do 10-17 Uhr, Fr-Sa 10-18 Uhr, So und Feiertag 10-16 Uhr
1. November – 31. März: Mo-Do 10-16 Uhr, Fr 10-17 Uhr, Sa 10-13 Uhr, So und Feiertag geschlossen

Gasthof und Fleischerei Endler
Mühlenstraße 14, 16831 Rheinsberg
Tel. 033931 2079
www.gasthof-endler.de

Weiterführende Literatur
Joachim Nölte: Seenland Ruppin – Ein Wegbegleiter. Edition Terra. Berlin 2016

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Tipps für Herbstferien: Kraniche gucken in Linum

Kranichzug: mit NABU das Naturschauspiel vor  den Toren Berlins erlebenKranichzug: mit NABU das Naturschauspiel vor den Toren Berlins erleben

In Berlin und Brandenburg beginnen heute die Herbstferien. einfachraus.eu und die TMB bieten einige Tipps.

Kraniche gucken in Linum

In der Teichlandschaft rund um Linum im Ruppiner Seenland rasten im Herbst zehntausende Kraniche bevor sie sich in wärmere Gefilde aufmachen. Es handelt sich dabei um einen der größten Kranichrastplätze Europas. Die flachen Teiche und die angrenzenden nassen Wiesen bieten ideale Bedingungen, weil die Vögel dort genügend Nahrung finden. Am Dienstag wurden 74.000 Kraniche gezählt, laut NABU soviel wie seit Jahren nicht mehr.

Fotos mit LumixFZ 200 aufgenommen
Fotos mit LumixFZ 200 aufgenommen Foto: Weirauch

Die Storchenschmiede Linum bietet jeden Herbst zahlreiche Exkursionen und Veranstaltungen zum morgendlichen und abendlichen Einflug der faszinierenden Vögel an.

Weitere Informationen / Termine für Veranstaltungen: Storchenschmiede Linum, Nauener Straße 54, 16833 Linum, Telefon: 033922. 50500; Anmeldungen für die Bus-Exkursionen, NABU-Geschäftsstelle Berlin: 030. 986 08 37-0 oder 986 41 07, Weitere Infos hier: kraniche-linum.de

Infos zur NABU Storchenschmiede

  • Nauener Straße 54
  • 16833 Linum
  • Tel.: (033922) 50500
  • Mail: storchenschmiede@nabu-berlin.de
  • Mi.-Fr. von 10 bis 16 Uhr
  • Sa., So. und Feiertage von 10 bis 18 Uhr
  • Mo & Di Ruhetage
  • Anreise: hier gibt es Infos.

Familienradtour zu Ribbecks Birnbaum

Und es kam die goldene Herbsteszeit und die Birnen leuchteten weit und breit“, heißt es in Theodor Fontanes Gedicht über den „Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“, das die Schulkinder in Deutschland seit mehr als 100 Jahren lernen.

Frau Wesche, die Birnenfee von Ribbeck, Foto: D.Weirauch
Frau Wesche, die Birnenfee von Ribbeck, Foto: D.Weirauch

Das kleine Dorf im Havelland machte Fontane damit bekannt, ohne jemals selber dort gewesen zu sein. Auch wenn der berühmte Birnbaum im Jahr 1911 einem Sturm zum Opfer fiel – in Ribbeck dreht sich auch heute noch sehr viel um die Birne und damit auch um Fontane. Los geht die 28 Kilometer lange Radtour in Nauen, dass von Berlin aus auch bequem mit der Bahn erreichbar ist. Ebenfalls an der Strecke, in Groß Behnitz, befindet sich das ehemalige Landgut des Lokfabrikanten Albert Borsig, der diesen Standort im 19. Jahrhundert zu einem Mustergut aufbaute und das heute ein beliebtes Ausflugsziel ist. www.havelland-tourismus.de

Das Holländische Viertel

Bei dem zweitägigen Workshop für Kinder zwischen 8 und 12 Jahren werden die Besonderheiten von Potsdams berühmten Stadtviertel vorgestellt. Sie erfahren nicht nur, warum die Holländer nach Potsdam gekommen sind, sondern auch warum ein Haus ein Fundament braucht, wie unterschiedlich Giebel aussehen können und welche Funktionen welche Räume haben.Einkaufen im Holländischen Viertel Potsdam, Foto: D. Weirauch

Termine: 23. und 24.10.18 jeweils 9:30-12:30, Preis: 5,00 Eur p.P./ Veranstaltungsort: Jan Boumann Haus, Mittelstraße 8, 14467 Potsdam, Anmeldung und Information: p.groetschel@jan-bouman-haus.de

Tiergeschichten im Theater am Rand (Seenland Oder-Spree)

Wenn in Peter Hacks’ Kindergedichten und -geschichten das tierische Personal die Bühne betritt, passieren wundersame Dinge: Ein Bär geht verkleidet als Förster zum Maskenball, die Katze Isabo raucht wie ein Mynheer und denkt nicht mehr ans Mäusefangen, der Käfer, der sich auf der Wiese sonnt, wird zum Philosophen, und Frau Tausendfuß, die große Wäsche macht, ist mit eher praktischen Problemen konfrontiert, muss sie doch tausend Socken auf die Leine klammern. Die schönsten Tiergeschichten von Peter Hacks liest Christian Steyer, die Stimme von „Elefant, Tiger & Co.“im Theater am Rand im Oderbruch. Er verleiht diesen Klassikern der Kinderliteratur eine ganz neue Note. Termin: 28.10.18, 16 Uhr, Veranstaltungsort: Theater am Rand, Zollbrücke Nr. 16, 16259 Oderaue, www.theateramrand.de

Herbstferienprogramm im Senftenberger Schloss (Lausitzer Seenland)

Die Gänsefeder war einst das wichtigste Schreibinstrument. Im Ferienprogramm schneiden die Kinder eine Feder selbst zu und probieren, wie man mit ihr schreiben kann. Zudem soll es um die Tinte gehen. Mit der kann man nicht nur schreiben, sondern auch malen. In China und Japan entwickelte sich die besondere Kunst der Tuschemalerei. Die künstlerische Gestaltung von Schriftzeichen steht ebenso auf dem Programm wie die Herstellung von Faltbildern mit Tintenklecksen. Geeignet für Kinder ab 7 Jahren, eine Anmeldung wird empfohlen.

Festung und Schloss Senftenberg, Foto: D.Weirauch
Festung und Schloss Senftenberg, Foto: D.Weirauch

Termine: 17./24.10, 15 Uhr/ Preis: 3,00 Eur/ Veranstaltungsort:Museum Schloss und Festung Senftenberg, Schloßstraße, 01968 Senftenberg, www.museum-osl.de

Unterwegs mit dem „Pollo“ (Prignitz)

Sie dampft und schnaubt auf der neun Kilometer langen Strecke von Lindenberg nach Mesendorf. Es ist die einzige Schmalspurbahn Brandenburgs, die die Prignitzer nur liebevoll als ihren „Pollo“ bezeichnen. Betrieben wird die Strecke vom Verein Prignitzer Kleinbahnmuseum Lindenberg, der 2018 sein 25-jähriges Jubiläum feiert. Seitdem ist eine Fahrt mit dem Pollo durch die scheinbar unendliche Weite der Prignitzer Landschaft ein ganz besonderes Erlebnis.

Pollo dampft durch die Prignitz, Foto: Medienkontor
Pollo dampft durch die Prignitz, Foto: Medienkontor

In den Herbstferien gibt es gleich mehrere Fahrtage: am 27. Und 28.10. (Fackelfahrt und Herbstdampf) sowie am 31.10. (Herbstdampf), das Museum ist an allen Fahrtagen jeweils von 10 bis 17 Uhr geöffnet, ww.pollo.de

Tipps

Großtrappen gucken

Balz der Großtrappen, Foto: D.WeirauchBalz der Großtrappen, Foto: D.Weirauch

Zuerst die freudige Nachricht. Insgesamt gibt es derzeit 259 Großtrappen in Deutschland.  1997 waren es nur noch 57 dieser einzigartigen Vögel. Die meisten dieser schwersten flugfähigen Vogel leben im Bundesland Brandenburg. Das Gewicht einer Großtrappe mit bis zu 17 Kilogramm ist vergleichbar mit dem Gewicht eines Rehes, erläutert Norbert Eschholz von der Staatlichen Vogelschutzwarte Brandenburg.

Norbert Eschholz kümmert sich um die Großtrappen in den Belziger Landschaftswiesen Foto: Weirauch
Norbert Eschholz kümmert sich um die Großtrappen in den Belziger Landschaftswiesen Foto: Weirauch

Großtrappen sind einzigartig: Die Männchen können eine Größe von über einem Meter und eine Flügelspannweite von bis zu zweieinhalb Metern erreichen. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts war die Großtrappe in Europa weit verbreitet. Heute ist sie in den meisten Ländern ausgestorben. Lediglich in Spanien und Ungarn gibt es größere Vorkommen.

Foto: D. Weirauch
Das Männchen der Großtrappe  kann bis zu 17 Kilogramm schwer werden. Foto: D. Weirauch

Als ich das erste mal Großtrappen sah, hatte ich Mühe das Schauspiel zu verstehen. Ich sah nur ein weißes Knäuel. Um von den Hennen erhört zu werden, strengen die Hähne sich mächtig an und verwandeln dazu zeitweise komplett ihre Gestalt. Sie klappen ihr weißes Untergefieder nach außen und blasen ihren Halssack beträchtlich auf. Ein tolles und schön anzusehendes Spektakel.

In Deutschland leben die meisten Tiere im Land Brandenburg sowie in Sachsen-Anhalt. Auch in Österreich gibt einige dieser imposanten Tiere, wie heute auf einer Tagung in Kuhlowitz bei Belzig mitgeteilt wurde.

Die schlechte Nachricht kommt jetzt: Trotz aller Erfolge sind die Großtrappen auch weiterhin vom Aussterben bedroht. Gefahren drohen ihnen von sogenannten Beutegreifern wie Füchsen oder Waschbären, Minks oder Windrädern und einer zu intensiven Landwirtschaft. In Spanien leben rund 30.000 Exemplare.

400 Großtrappen in Österreich

Größere Bestände an Großtrappen gibt es in Ungarn, in Russland und in der Ukraine. An der österreichischen Grenze zu Ungarn ist ebenfalls eine Population zu finden, so  der Österreicher Dr. Rainer Raab. Der Zoologe ist Mitteleuropas Großtrappenkoordinator.

„Märkischer Strauß“

Die Großtrappe, auch gern als „Märkischer Strauß“ bezeichnet, fasziniert nicht nur Experten. Ja, es kann so einfach sein. Auch für den Tourismus bringen die Grosstrappen Gäste in die Reiseregion Fläming. Die farbenfrohe Balz der Großtrappen locken inzwischen viele Besucher ins Land, nicht nur aus ganz Europa, sondern sogar aus Übersee. Vor allem Engländer sind regelrecht vernarrt in diese auch als “great bustard” bezeichneten Tiere. Experten aus 13 Ländern tauschen derzeit sich in Kuhlowitz bei Bad Belzig über Strategien zum Schutz der Großtrappen aus. Organisator der Konferenz ist das Verbindungsbüro des UN-Übereinkommens zum Schutz wandernder, wildlebender Arten.

Auf einen Schlag: mindestens zehn Großtrappen Foto: Weirauch
Auf einen Schlag: mindestens zehn Großtrappen Foto: Weirauch

Alljährliche Trappenbalz

Und das Land Brandenburg kann stolz auf das Erreichte sein. So sagte Staatssekretärin Dr. Carolin Schilde: „Es ist in Brandenburg gelungen, über die Ländergrenzen hinweg mit Sachsen-Anhalt die Großtrappe vor dem Aussterben zu retten. Dabei arbeiten staatliche Naturschützer und Mitglieder des Fördervereins Großtrappenschutz mit Landwirten zusammen, mit Jägern, um den Druck durch Beutegreifer zu reduzieren, mit Energieunternehmen, um Stromleitungen zu markieren oder unter die Erde zu bringen, mit Landschaftsplanern und mit allen, die dazu beitragen können, für Großtrappen geeignete Lebensräume zu entwickeln beziehungsweise zu bewahren. Die aktuell positive Bestandsentwicklung in den drei verbliebenen Brandenburger Großtrappengebieten in einer durchaus agrarisch genutzten Landschaft zeigen, dass hier Landwirtschaft, Naturschutz und Jagd hier erfolgreich an einem Strang ziehen. Das erreichte Niveau der Schutzbemühungen zu halten, wird die Aufgabe der kommenden Jahre sein.“

Foto: Weirauch
Foto: Weirauch

Anspruchsvoller Schützling

Der ursprüngliche Lebensraum der Großtrappen waren weiträumige Steppenlandschaften. Mit den Rodungen im Mittelalter entstanden Acker-, Wiesen- und Weidelandschaften. Dies sind für Trappen attraktive Lebensräume, die sie schnell besiedeln. Im 18. und 19. Jahrhundert gehörten die großen Vögel zu den typischen, weit verbreiteten Arten der mitteleuropäischen Agrarlandschaften. Trappen benötigen weite, übersichtliche und störungsarme Gebiete ohne Bebauung. In der Brut- und Aufzuchtzeit gehören sie zu den anspruchsvollsten Vögeln. Ihre Brut- und Aufzuchtzeit zieht sich über viele Wochen hin, in denen die am Boden brütende Art besonders empfindlich ist.

Ein gutes Fernglas braucht, wer Großtrappen bei der Balz beobachten will Foto: Weirauch
Ein gutes Fernglas braucht, wer Großtrappen bei der Balz beobachten will Foto: Weirauch

Küken frisst Tausende Insekten

Zudem ist der Nahrungsbedarf der Küken in den ersten Wochen enorm: etwa tausend große Insekten pro Tag werden benötigt. Dies erfordert eine artenreiche Pflanzenwelt, in der viele Insekten, Spinnen, Würmer und andere wirbellose Tierarten leben. Intensivere Landnutzung, Verkehr, Bebauung, Energieanlagen, aber auch Raubtiere wie der Fuchs machen der Art zu schaffen.

Brandenburg war einst eine Hochburg der Großtrappen in Deutschland. Das ist auch der Grund für den Spitznamen „Märkischer Strauß“. Während die Oberschicht die Vögel früher aus jagdlicher und kulinarischer Sicht schätzte, klagten Bauern, dass sich Großtrappen an ihren Gemüsekulturen gütlich taten.

Verein Großtrappenschutz

Gut getarnt in der Belziger Landschaft sind die Großtrappen Foto: Weirauch
Gut getarnt in der Belziger Landschaft sind die Großtrappen Foto: Weirauch

Mit Genehmigung des preußischen Königs Friedrich II. gingen die Märker deshalb ab 1753 daran, die Großtrappen zu vertreiben. Noch Anfang des 20. Jahrhunderts mussten Schulkinder Trappeneier auf den Feldern sammeln. 1939 lebten in den Grenzen der Mark Brandenburg noch etwa 3.400 Trappen. Das war mehr als die Hälfte der damals in Deutschland heimischen Tiere. In den folgenden Jahrzehnten sanken dann die Bestände rapide.

Landwirte als Partner

Ein erstes Schutzprogramm startete schon zu DDR-Zeiten, in den 70-Jahren, als es noch weit über tausend Großtrappen gab. Es musste sich jedoch auf ausgewählte Gebiete konzentrieren. Dies waren das Havelländische Luch, die Belziger Landschaftswiesen und grenzübergreifend mit dem heutigen Sachsen-Anhalt das zwischen Genthin und Ziesar gelegen Fiener Bruch. Vor zwei Jahrzehnten schien das Schicksal der Art in Deutschland mit nur noch 57 Vögeln besiegelt. Nur noch fünf Vögel gab es in Sachsen-Anhalt.

Beobachtungsturm in den BelzigerLandschaftswiesen, bei Freienthal, Foto: Weirauch
Beobachtungsturm in den Belziger Landschaftswiesen, bei Freienthal, Foto: Weirauch

In den Neunzigerjahren machten die aufwendigen Schutzbemühungen die schwerste flugfähige Vogelart des Landes weithin bekannt. Der Schutz umfasst ein breites Spektrum an Maßnahmen von Lebensraumverbesserungen zur Minimierung von Störungen, zum Beispiel durch Besucherlenkung, oder die Bestandsstützung durch Auswilderung von Jungvögeln, die von Menschenhand aufgezogen wurden. Die extensive Bewirtschaftung der Landwirtschaftsflächen ist dauerhaft erforderlich und kommt auch vielen anderen Tier- und Pflanzenarten zugute.

Auf diesen Flächen wurden bereits zahlreiche Rote-Liste-Arten nachgewiesen, darunter auch solche, die in Brandenburg bereits als ausgestorben galten. „Die Landwirte in den drei Großtrappenschutzgebieten bleiben damit die wichtigsten Verbündeten für die Vogelschutzwarte und den Förderverein Großtrappenschutz“, so das Fazit.

Großtrappen brauchen Ruhe, Hinweis auf dem Weg zum Beobachtungsturm Foto: Weirauch
Großtrappen brauchen Ruhe, Hinweis auf dem Weg zum Beobachtungsturm Foto: Weirauch

„Ein Wermutstropfen bleibt die Tatsache, dass außerhalb der gezäunten Areale nur zwei Jungvögel flügge geworden sind“, heißt es in der Bilanz für 2015 der Vogelschutzwarte Buckow. Daher sehen die staatlichen Naturschützer fuchssichere Einzäunungen von 15 bis 30 Hektar Umfang als derzeit beste Strategie an, um mit dem hohen Druck auf die Bruten durch Beutegreifer, darunter füchse und Waschbären, umzugehen. Mit dem Gespür für Sicherheit suchen viele freilebende Großtrappen-Hennen diese eingezäunten Flächen gezielt zur Brut auf. Sobald die Jungvögel fliegen können, nutzen viele der Vogel-Familien die umliegenden Flächen.

Insgesamt gibt es wieder 259 Großtrappen in Deutschland. Seit dem Inkrafttreten des Memorandums of Understanding für die Großtrappe im Jahr 2001 ist die Tagung in Bad Belzig die vierte Mitgliedsstaatenkonferenz und die erste, die in Deutschland stattfindet. Die Tagung wird von dem in Bonn ansässigen Verbindungsbüro des UN-Übereinkommens zum Schutz wandernder, wildlebender Tierarten (Convention on Migratory Species CMS – Bonner Konvention) in Zusammenarbeit mit dem Brandenburger Umweltministerium und der zum Landesamt für Umwelt gehörenden Staatlichen Vogelschutzwarte mit Sitz in Nennhausen organisiert.

Marcus Borchert vom Verein Großtrappenschutz informiert einfachraus.eu über Beobachtungsmöglichkeiten. Beobachtungen von Großtrappen erfordern ein gutes Fernglas, Ausdauer und viel Glück. Im Winter halten sich die Trappen in kleinen Gruppen vor allem auf Rapsäckern auf. Balzzeit der scheuen Tiere ist von Mitte März bis Mitte Mai. In dieser Zeit werden geführte Wanderungen und Beobachtungstermine angeboten.

Großtrappen gucken

 ❏ im Naturschutzgebiet „Belziger Landschaftswiesen“

  • Staatliche Vogelschutzwarte Außenstelle Baitz, Im Winkel 13, 14822 Brück, OT Baitz
  • Veranstalter: Naturwacht Hoher Fläming
  • Naturparkzentrum Hoher Fläming in Raben; Tel. 033848/60004, E-Mail: info@flaeming.net
  • Empfohlene Anreise: RE 7 bis Bahnhof Baitz, von dort ca. 15 min. Fußweg

 ❏ im Gebiet des Havelländischen Luches

Förderverein Großtrappenschutz e.V. in Buckow bei Nennhausen.  Etwa 2 km südöstlich, nahe Garlitz, stehen direkt im Balzgebiet zwei Beobachtungstürme, die frei zugänglich sind.
 Förderverein Großtrappenschutz e.V.Buckower Dorfstraße 34

 

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