Berlin

1 Stunde weg

Asisi Panorama erinnert an die Berliner Mauer

Panorama-img_8368Mauer-Panorama in Berlin, Foto: Weirauch

Für Berlin–Besucher ist das Asisi Panorama am legendären Checkpoint Charlie ein Muss. Inmitten des 18 Meter hohen zylindrischen Stahlkörpers kann man sich auf 900 Quadratmetern in den Alltag an der Berliner Mauer in den 80er Jahren versetzen. Vom vier Meter hohen Podest inmitten des Panoramas schaut man auf eine beeindruckende Szenerie. Das Panorama beschreibt eindrucksvoll eine Situation an der Berliner Mauer, von Kreuzberg im Westen aus.

Asisi Panorama zeigt Berlin in den 80ern

Yadegar Asisis Panorama über das geteilte Berlin lässt den Betrachter staunend einen fiktiven Herbsttag erleben. Das 60 Meter lange und 15 Meter hohe Rundbild über die 1961 gebaute und 1989 überwundene Berliner Mauer ist Yadegar Asisis bislang persönlichstes Panoramakunstwerk.

Der Künstler  sagt über sein Werk: „Ich habe in den 80er Jahren in Kreuzberg an und mit der Mauer gelebt. Das Panorama bündelt einen Teil meiner Erfahrungen in vielen Szenen und Details.“ Ausgehend von der realen Situation zwischen Sebastianstraße und Dresdner Straße hat er die Bildkomposition so umgesetzt, dass dem Betrachter in vielen Details kleine Geschichten erzählt werden. „Sowohl Topographie als auch Zeitgeschichten sind aber verdichtet und künstlerisch überhöht. Der Betrachter entdeckt Details, die so nicht alle zeitgleich oder an einem Ort geschehen wären.“

Blick in das Asiss Panorama in Berlin, Foto: D.Weirauch
Blick in das Asiss Panorama in Berlin, Foto: D.Weirauch

Alltag im Westen – Grenzegime im Osten

Größer kann der Unterschied nicht sein beim Betrachten des Panoramas: Szenen beim Kreuzberger Wohnungsumzug, als Graffiti-Maler an der Mauer, als Gäste am Imbiss oder als Betrunkene, die aus einer Eckkneipe kommen. Auf den grauen Fassaden im Osten sind DDR-Parolen in Weiß auf rotem Grund zu sehen, während auf den grauen Kreuzberger Fassaden bunte West-Reklamen leuchten.

asisi-panorama-the-wall-birds-eye-view-photo-janni
asisi-panorama-the-wall-birds-eye-view-photo-janni

Es wirkt surreal. Das alternative Leben in SO 36 in West-Berlin mit seinen Punks, besetzten Häusern, einer Wagenburg oder einem Streichelzoo in Kreuzberg ist völlig getrennt vom Leben des hinter der Berliner Mauer liegenden Ost-Berlin.

Alltag an und mit der Mauer

Es hat etwas Gespenstisches. Auf der einen Seite das pralle Leben, auf der anderen Seite der Wachturm mit zwei den Todesstreifen und Kreuzberg beobachtenden Grenzsoldaten. Ein Großteil der Fenster auf Ostberliner Seite ist zugemauert. Todesstreifen und Grenzanlagen trennen Westteil und Ostteil, BRD und DDR, Kapitalismus und Kommunismus. Erinnerungen bei Besuchern des Panoramas werden wach: Das 60 Meter lange Riesenrundbild zeigt, wie banal alltäglich und subtil grausam zugleich die Normalität der geteilten Stadt war.

asisi-panorama-the-wall-worms-eye-view-c-asisi
asisi-panorama-the-wall-worms-eye-view-c-asisi

Darum geht es Asisi: Alltag an und mit der Mauer, außerhalb der tragischen Ereignisse. Sein Tenor: In Ost wie West hatte man sich damit arrangiert, daran möchte Asisi erinnern und hofft, dass das Panorama anregt, darüber nachzudenken. „Ich bin heute erschrocken über unsere gelebte Normalität in der damaligen Zeit“, stellt Asisi fest.

Berühmte Zitate zur Berliner Mauer

Die von Eric Babak komponierte Begleitmusik sowie eine auf Zeit und Ort abgestimmte Geräuschkulisse runden das Panoramaereignis ab. Zu hören sind unter anderem Walter Ulbrichts Spruch „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen“ und J.F. Kennedys legendärer Satz „Ich bin ein Berliner“.

Panorama-img_8339

Fotos von Zeitzeugen

Bevor man in die Stahlrotunde tritt, stimmen im Vorraum über hundert Fotomotive von Zeitzeugen aus der Zeit der Berliner Mauer und den Tagen des Mauerfalls 1989 auf das einmalige Projekt ein. Dazu werden Filmausschnitte aus der Filmdokumentation „Bis an die Grenze – Der private Blick auf die Mauer“ von Claus Oppermann und Gerald Grote gezeigt. 2014 wurden private Aufnahmen vom Mauerfall 1989 ergänzend gegenüber gestellt, die die Freude über das Ereignis widerspiegeln.

Asisi Panorama ist langfristig zu sehen

Das Panorama ist langfristig am Checkpoint Charlie zu sehen. Parallel wird in der „Black Box“ auf dem gegenüberliegenden Grundstück rechts der Friedrichstraße eine Dokumentation des Berliner Senats zum Kalten Krieg gezeigt.

Interessant auch die technischen Daten des 60 Meter langen auf Polyester-Spezialfaser im Sublimationsdruckverfahren gedruckten Panoramabildes. Es besteht aus 20 Stoffbahnen, zu seiner Herstellung waren 2.900 Meter vernähtes Garn erforderlich. Das entspricht der Strecke vom Checkpoint Charlie zum Roten Rathaus.

Panoramen in Dresden, Leipzig und Pforzheim

Von Yadegar Asisi kann man weitere Panoramen bestaunen, darunter in Dresden (Dresden im Barock), Leipzig („GREAT BARRIER REEF – Wunderwelt Korallenriff“, im Gasometer Pforzheim (Rom 312) sowie in Rouen (Amazonien).

Asisi Panorama – Informationen

  • Adresse: asisi Panorama Berlin am Checkpoint Charlie, Friedrichstraße 205, 10117 Berlin
  • Tel: 0341/35 55 34-0
  • Mail: service@asisi.de
  • Internet: www.asisi.de
  • Geöffnet: täglich von 10 – 18 Uhr
  • Eintritt: 10, ermäßigt 8 Euro, Dienstag Azubi- und Studententag (5 Euro Eintritt)
  • Anfahrt: M29 (U-Bahn Kochstraße / Checkpoint Charlie);  M48 (U-Stadtmitte/Leipziger Straße), Keine Parkplätze, ausser zwei Behindertenparkplätze, vorhanden.
  • Tiere: sind in der Ausstellung nicht erlaubt
  • Weitere asisi-Panoramen gibt es u.a. in Berlin, Dresden, Pforzheim und Lutherstadt Wittenberg.
Reise

Von Berlin nach Stettin für 10 Euro

Stettin Rund um den Altmarkt von Stettin entstand eine  Häuserreihe komplett neu. Foto: D.WeirauchRund um den Altmarkt entstand eine Häuserreihe komplett neu. Foto: D.Weirauch

Achtung, die Meldung ist überholt: 2019 kostete der VBB- Anstoßtarif 11 Euro, mehr Infos gibt es hier.

Stettin ist so etwas wie die Vorstadt von Berlin… Früher gab es ja mal einen Stettiner Bahnhof in Berlin, heute fahren die Züge meist vom Bahnhof-Gesundbrunnen ab. Wenn wir heute nach Stettin fahren, dann auch meist mit dem Zug. Die Fahrzeit für die 150 Kilometer Strecke beträgt in der Regel weniger als zwei Stunden. Leider ist die Strecke nur einspurig und nicht elektrifiziert. Oftmals muß man in Angermünde umsteigen. Ansonsten wäre man schneller in der modernen und weltoffenen Hafenstadt .

stettin2013-ich_326

Potsdam

Architekturführer Potsdam lädt zum Spaziergang durch das „Arkadien des Nordens“

Architekturführerimage-9929502-233707195-2-weblarge_0_5637223eca16897f1f2576d36912c5ae_1Chr. Gößmann

Ab 12. März kommt ein neuer Architekturführer Potsdam (DOM publishers) in den Handel.

Babelsberg und Sanssouci: das ist wohl das erste, was man mit Potsdam assoziiert. Doch die ehemalige preußische Residenz- und heutige Landeshauptstadt Brandenburgs hat weit mehr zu bieten als Filmstadt und Sommerschloss: eine einzigartige Schlösser- und Parklandschaft inmitten der idyllischen Seenkette der Havel, ein bedeutendes historisches Architekturerbe und einen attraktiven Wohnort für Berlinmüde und so manchen Prominenten.

Architekturführerimage-9929502-233706860-2-weblarge_0_dac34f399747896f0977a30ed4549873_1

Potsdam als Sehnsuchtsort

Im Architekturführer Potsdam von DOM publishers zeigt Autorin Uta Keil die Entwicklung der Garnisons- und Soldatenstadt als militärisches und politisches Zentrum der preußischen Herrschaft auf der einen, und dem Sehnsuchtsort im idyllisch antik-italianisierenden Gewand der Residenzstadt auf der anderen Seite. Letzteres brachte der Stadt den Namen „preußisches Arkadien“ ein. So war Potsdam schon immer eine Stadt der Herrscher, auch im Nationalsozialismus, der sich die preußische Tradition zunutze machte.

Typische Bauten der Ostmoderne

Während der DDR wiederum fielen noch erhaltene stadtbildprägende Bauten der sozialistischen Stadtplanung zum Opfer: das Stadtschloss und die Garnisonkirche sind die prominentesten Beispiele. Doch neben gesichtslosen Plattenbauten entstanden auch typische Bauwerke der Ostmoderne, die heute denkmalgeschützt sind. Die Kontroversen um Neu- und Wiederaufbau von Garnisonkirche und des im Sommer 2014 vom Landtag bezogenen Stadtschlosses werden in diesem Buch ebenso thematisiert wie der Bau neuer Stadtquartiere, etwa das Bornstedter Feld, das Kirchsteigfeld oder die Speicherstadt.

Chr. Gößmann
Chr. Gößmann

Mehr als 200 Bauten werden vorgestellt

Gegliedert nach Epochen, präsentiert dieser Architekturführer mehr als 200 Bauten und Projekte der Stadt vom Absolutismus bis in die Gegenwart. Harald Bodenschatz und Erich Konter führen in die Stadtentwicklung der jeweiligen Epochen ein. Ein Exkurs nach Babelsberg, kurze Portraits wichtiger Architekten und andere Zusatzinformationen machen das Buch zu einem angenehmen und praktischen Begleiter beim Spaziergang durch das „Arkadien des Nordens“.

Chr. Gößmann
Chr. Gößmann

 Uta Keil: Potsdam, Architekturführer, 348 Seiten, über 300 Abbildungen, ISBN 978-3-86922-185-4 (deutsch), 38 Euro, DOM publishers, Berlin

Die Autorin: Uta Keil, Jg. 1971, Geschichts- und Literaturstudium in Berlin, freie Redakteurin und Lektorin. Mitarbeit an zahlreichen Veröffentlichungen zur Architektur und Stadtgeschichte, darunter Luftbildatlas Köln (2011), Architekturführer Usbekistan (2012).

 

error: Content is protected !!