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1 Stunde wegPotsdam

Rund um die Insel Potsdam

Meierei Potsdam 2Meierei Potsdam, Foto: Meierei Potsdam

Rund um die Insel Potsdam ? Ja, das funktioniert ganz gut: Die Insel Potsdam lässt sich am besten per Schiff umrunden. Touristen aus aller Welt sind begeistert von den Schönheiten der Stadt Potsdam, von ihren Schlössern und Gärten und den berühmten Bauwerken verschiedener Epochen. Dass Potsdam aber auch eine riesige Insel und nur über  wenige Brücken mit Berlin sowie dem Umland verbunden ist, wissen die wenigsten. Abfahrt und Ziel solcher Touren ist meist das Anlegebecken an der Langen Brücke unterhalb des Hotels Mercure. Auch die Reederei Herzog bietet von Ketzin aus solche FahrtenRund um die Insel Potsdam  an.

Von Schloss zu Schloss

Wir besteigen das Schiff an der Langen Brücke, im Rücken des als Landtag wiederaufgebauten Potsdamer Stadtschlosses. Links die Speicherstadt mit den früheren Potsdamer Mühlenwerken. Einige Gebäude stammen noch von Karl Friedrich Schinkel und Ludwig Persius. In den letzten Jahren wurde dort kräftig gebaut – mittlerweile ist die sogenannte Speicherstadt ein beliebtes Wohnviertel.

Blick auf das Potsdamer Stadtzentrum, Foto: D. Weirauch

Rund um die Insel Potsdam

 

Blick auf die Speicherstadt
Blick auf die Speicherstadt
 In den Jahren 1891/1911 entstanden auf Hermannswerder die Gebäudekomplexe der Hoffbauerstiftung. Hermann Hoffbauer (1819-1884), Inhaber großer Handels- und Industriehäuser, stiftete Teile seines Vermögens für wohltätige Zwecke. Caritativ ist die Arbeit der Hoffbauer-Stiftung noch heute. Auf der Insel befinden sich ein evangelisches Gymnasium und das Inselhotel Potsdam.

Medaillenschmiede für Schwimmer und Ruderer

Rechts sehen wir dann das Gelände des einstigen Luftschiffhafens, heute ein beliebtes Sportzentrum. Zahlreiche Olympiasieger hatten hier ihre Wurzeln. Das angrenzende Kongresshotel erinnert mit einer kleinen Ausstellung an die Zeit, als auf dem Areal Luftschiffe hergestellt wurden. Auch Graf Zeppelin ist von dort aus gestartet. Wir fahren in den fünfeinhalb Kilometer langen und rund 1,3 Kilometer breiten Templiner See ein.

Schloss für eine Kurfürstin in Caputh

Auf der linken Seite taucht dann Caputh auf. Schon von weitem ist das Schloss Caputh zu sehen. 1998 nach umfangreicher Restaurierung wiedereröffnet, strahlt die Fassade in Ocker und Weiß den Passagieren entgegen.

Schloss Caputh
Schloss Caputh

Unsere Schiffsfahrt verläuft weiter durch das Caputher Gemünde. Beliebtes Fotomotiv ist die Seilfähre mit dem originellen Namen „Tussy“. Nach dem Passieren des Caputher Gemündes breitet sich der 5,5 Kilometer lange und zwei Kilometer breite Schwielowsee aus.

Havelländische Malerkolonie

Am südlichen Ende des Schwielowsees liegt Ferch. Bereits um die Jahrhundertwende war es ein beliebter Erholungsort für Künstler. Die dortigen Ausflugslokale sind im Sommer allein schon wegen der herrlichen Blicke über den Schwielowsee touristische Attraktionen. Nächste Anlegestelle ist Baumgartenbrück in Geltow.

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Idyllisch gelegen:Fährhaus Caputh

Der märkische Wanderer und Schriftsteller Theodor Fontane rühmte die Schönheit dieses Platzes und nannte ihn eine Brühlsche Terrasse am Schwielowsee. In Geltow befindet sich die sehenswerte Museumsweberei „Henni Jensch-Zeymer“.

Inselstadt Werder

Das Schiff fährt weiter nach Werder, die Inselstadt ist vor allem während der Baumblüte ein viel besuchtes Ausflugsziel. Unter der Eisenbahnbrücke hindurch gelangt man auf den Großen Zernsee. Mit rund 250 Hektar ist er einer der größten Seen in der wasserreichen Landschaft um Potsdam. Am linken Havelufer liegt der beschauliche Ort Phöben. Im Göttinsee beginnt der 1874 bis 1878 gebaute Sacrow-Paretzer Kanal.

Mühle auf der Insel Werder
Mühle auf der Insel Werder, Foto: D.Weirauch

In Werder steigen wir aus und schauen uns die Inselstadtan. Dort gibt es mit dem Dolci e gelati eine der wohl besten Eiscafes im Umland von Berlin. Hier mehr zum Eiscafe.

Mario Farruggio kreiert täglich ein neues Eis für seine Gäste, Foto: D.Weirauch
Mario Farruggio kreiert täglich ein neues Eis für seine Gäste, Foto: D.Weirauch
Eis essen in Werder: Dolci E Gelati, Mario Ferrugio, Foto: D.Weirauch
Eis essen in Werder: Dolci E Gelati, Mario Ferrugio, Foto: D.Weirauch

Schloss Paretz – Rückzugsort für eine Königin

Linkerhand liegt Paretz. Der spätere König Friedrich Wilhelm III. erwarb 1795 das Gut und ließ sich hier von David Gilly in den Jahren 1796/97 ein Schloss errichten – „Schloss-Still-im-Land“. Mit diesem Ort verbindet sich vor allem die Erinnerung an die populäre Königin Luise, die hier auf dem Land das Glück fand, das sie in den großen Residenzen von Berlin und Potsdam so sehr vermisste.

Schloss Paretz im Havelland
Schloss Paretz im Havelland, Foto: D.Weirauch

Rosenkreuzer in Marquardt – Fontane schwärmte

Während der Fahrt über den Schlänitzsee kommt Schloss Marquardt in Sicht. Es gilt als das geheimnisvollste Schloss im Havelland. Heute ein Ortsteil von Potsdam, erinnert man sich dort an die Zeiten, als Preußenkönig Friedrich Wilhelm II. hier in einer geheimnisvollen blauen Grotte spiritistische Sitzungen mit dem Geheimbund der Rosenkreuzer abgehalten haben soll.

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Das Schloss Marquardt gehört heute einem Münchner Investor, es wird vorrangig für Filmaufnahmen und Hochzeiten vermietet. In den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts war es ein beliebtes Ausflugshotel des Hotelkonzerns Kempinski.

Schloss Marquardt im Sommer 2016

Mit viel Liebe richtet Christian Schulze die Festtafel her, Foto: D.Weirauch

Wo einst Adlon und Siemens logierten

Weiter geht es über den Sacrow-Paretzer Kanal, es folgen der Fahrlander See und der schmale Weiße See mit Neu-Fahrland am Nord- und Nedlitz am Südufer. Prächtige Villen, wie die Villa für Louis Adlon, den Berliner Hotelkönig, erinnern an einstige Größen.

Von hohen Bäumen verdeckt ist der „Heinenhof“, 1909/11 im Auftrag von Carl Friedrich von Siemens durch den Berliner Architekten Otto March errichtet. Das Anwesen mit einem großen Park steht 2015 zum Verkauf. Prächtig restauriert ist dagegen die Villa „Dieringshofen“, zu DDR-Zeiten Sitz der amerikanischen Militärmission und mittlerweile privat genutzt. Weiter geht unsere Fahrt Rund um die Insel Potsdam.

Gepflegte Biere in der Meierei auf der Insel Potsdam

Schon ist der Jungfernsee erreicht. Auf der rechten Seite an der Bertinistraße ist die weiß leuchtende Villa Jacobs wie Phönix aus der Asche vom Berliner Architektenehepaar Ludes komplett neu erbaut worden.

Foto: Meierei PotsdamDahinter reihen sich auf der Insel Potsdam Landhäuser, die eher an kleine Schlösser erinnern: beispielsweise die Villa Gutmann, sie gehört der Familie der Schauspielerin Nadja Uhl oder die Villen Kensington, Ulmenhof oder Mendelssohn-Bartholdy.

Cecilienhof und Glienicker Brücke

Nach der Meierei kommt der Neue Garten mit Schloss Cecilienhof ins Bild. Um die im Vordergrund sichtbare marode Muschelgrotte kümmert sich ein Verein. Die einstige sogenannte Borkenküche und die mit Borken verkleidete Eremitage wurden nach 2000 von den beiden Potsdamer Rotary Klubs wieder aufgebaut.

Schloss Cecilienhof in Potsdam, Foto: D.Weirauch
Schloss Cecilienhof in Potsdam, Foto: D.Weirauch
Braumeister Jürgen Solkowski von der Meierei Potsdam, Foto: D.Weirauch

Im Vordergrund leuchten nun das Schloss von Klein-Glienicke sowie das Casino. Linkerhand die Heilandskirche von Sacrow, etwas weiter entfernt die Pfaueninsel.

Villa Bergmann in der Berliner Vorstadt
Villa Bergmann in der Berliner Vorstadt

Unter der Glienicker Brücke hindurch, vorbei an der Villa Schöningen, gleitet das Schiff dann hinüber in den Tiefen See und mit einem Blick nach links auf Schloss und Park Babelsberg nähern wir uns nach fast vier Stunden wieder dem Potsdamer Hafen.

Schiffbauergasse Potsdam

Doch zuvor kommen wir an der Schiffbauergasse vorbei und begegenen dann im Hafen Potsdam dem legendären, noch mit kohle beheizten Dampfschiff “Gustav”.

Dort endet unsere Fahrt Rund um die Insel Potsdam.

 

Dampfschiff Gustav auf der Havel, Foto: D.Weirauch
Dampfschiff Gustav auf der Havel, Foto: D.Weirauch

Informationen

  • Start/Ziel: Hafen der Weißen Flotte gegenüber Hauptbahnhof Potsdam
    Anfahrt: S-Bahn 7, RE 1 oder mit dem Auto Zufahrt über Breite Straße, Schlossstraße und am Lustgarten (Parkplätze: hinter dem Lustgarten)
  • Adresse: Weiße Flotte Potsdam, Lange Brücke 6, 14 467 Potsdam
  •  Telefon: 0331/27 592-10/-20/-30
  • Internet: www.schiffahrt-in-potsdam.de
  • Internet: www.reederei-herzog.de

Hier gibt es weitere Tipps für einen Besuch in Potsdam.

hier ein gutes Buch über Potsdam.

Reise

Zu Besuch in Harzer Besucherbergwerken

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Wo einst Bergleute mit im Harz mit Schlegel und Eisen kostbare Bodenschätze freilegten, offenbaren sich heute dem Besucher faszinierende Welten unter Tage. 20 Erlebnisbergwerke, Bergbaumuseen und Hüttenbetriebe gibt es allein im Harz. myEntdecker stellt einige davon vor.

Röhrigschacht: 300 Meter tiefes Bergwerk

Erste Station: Besucherbergwerk „Röhrigschacht“ in Wettelrode (bei Sangerhausen im Mansfelder Land). Die Ausrüstung der Besucher mit Kittel, Grubenlampe und Schutzhelm lässt schon an Tücken der tiefen Finsternis denken. Dann drängt sich die Seilschaft, werden die Teilnehmer der Reise in die Tiefen des Gebirges hier genannt,  in den Förderkorb.

Rasselnd schließt sich das Gitter am Förderkorb, der anruckt und dann mit  3,25 m/ Sek. in die Tiefe gleitet. Die Fahrt mit der Grubenbahn in 283 Meter Tiefe durch dürftig beleuchtete Stollen gehört für Jung und Alt zu den wohl einprägsamsten Attraktionen in einem Schaubergwerk. Vor Ort sind dann auf einer Führungsstrecke die Abbaumethoden der Jahrhunderte anschaulich dargestellt. Staub, Hitze, ewige Nacht werden vorstellbar. Über  uns befindet sich Sangerhausen mit dem Europa Rosarium.

Pferde und Ratten im einstigen Bergwerk

Über Pferde im Schacht ist etwas zu erfahren und über Ratten, die wohlgelitten waren, weil sie den Bergmann vor den Gefahren schlechter Luft warnten. Gerne ließen die Bergleute auch mal „die Ratte quieken“, wenn sie nach oben wollten, um ihren Durst zu löschen. Die lebenden Warnmelder sollten gefährliche Wetter im Schacht ankündigen, quiekten natürlich auch, wenn man sie in den Schwanz kniff. Wenn’s der Obersteiger sah, waren fünf Groschen Strafe fällig.

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Grube Glasebach in Straßberg

Zweite Station: Grube „Glasebach“ in Straßberg. Dem Drängeln einer Frau ist es zu verdanken, dass die kleine Gemeinde Straßberg in der Nähe von Ballenstedt heute über eines der bekanntesten Besucherbergwerke im Harz verfügt. Erika Lohrenz, Vorsitzende des Montanvereins, kämpfte bereits zu DDR-Zeiten um den Erhalt des Berwerkes. Als Anlage von „nationaler Bedeutung“ wurde die Grube schon bald nach 1990 vom Deutschen Bergbaumuseum in Bochum eingestuft. 300 Jahre Bergbaugeschichte des Unterharzes werden mit der kleinen Flussspatgrube lückenlos bis in die Neuzeit dokumentiert. Relikte einer hölzernen Wasserkunst können ebenso bestaunt werden wie der eichene Ausbau der Stollen. Über Tage kann man eine komplette Grubenrettungsstelle anschauen.

Mansfeld-Museum im Humboldt-Schloss Hettstedt

Wenige Kilometer weiter im Wippertal, hinter Großörner im Hettstedter Ortsteil Burgörner-Altdorf, betritt man historischen Boden. Hier entwickelten Bergbauingenieure die erste deutsche Dampfmaschine Wattscher Bauart, entstand in Hettstedt die erste deutsche Maschinenfabrik der Dampfindustrie und verläuft mit fast 32 Kilometern der längste Stollen seiner Art im mitteleuropäischen Bergbau. Im Mansfeld-Museum im Humboldt-Schloss trifft Mitteldeutsche Industriegeschichte auf eine berühmte Familiengeschichte: Im barocken Herrenhaus lernte der Naturforscher Wilhelm von Humboldt 1788 seine spätere Frau Caroline von Dacheröden kennen.

Mansfeld-Museum in Hettstedt-Burgörner, Foto: D.Weirauch
Mansfeld-Museum in Hettstedt-Burgörner, Foto: D.Weirauch

Erste deutsche Dampfmaschine Wattscher Bauart

Das Mansfeld-Museum zeigt auf zwei Etagen im Humboldt-Schloss und einem ausgedehnten Freigelände Gegenstände und Dokumente zur über 800-jährigen Bergbau- und Hüttengeschichte, sowie der Mineralogie und Geologie des Kupferschiefers im Mansfelder Land. Auch die bis heute in Hettstedt existierende Halbzeugindustrie wird dargestellt.

Nachbau der Hettstedter Dampfmaschine in Hettstedt- Burgörner
Nachbau der Hettstedter Dampfmaschine in Hettstedt- Burgörner

Eine Attraktion ist der originalgetreue und voll funktionsfähige Nachbau der ersten deutschen Dampfmaschine Wattscher Bauart. Diese diente ab 1785 auf dem König-Friedrich-Schacht bei Hettstedt zum Antrieb von Wasserpumpen.
Etwa drei Kilometer vom Museum entfernt, erinnerte 1890 der Verein Deutscher Ingenieure mit einem Maschinendenkmal an den Einsatz der damals noch Feuermaschine genannten Dampfmaschine. Übrigens erfolgte der Bau auf der Grundlage einer von Friedrich dem Großen im Schloss Sanssouci ausgestellten Kabinettsorder.

 Besucherbergwerke Harz – Informationen

  •  ErlebnisZentrum Bergbau Röhrigschacht Wettelrode
  • Adresse: Lehde, 06526 Sangerhausen (Ortsteil Wettelrode)
  • Infos und Anmeldung: Tel. +49 (0)3464 587816
  • Röhrigschacht im Internet: www.roehrigschacht.de
  • Mansfeld Museum im Humboldt-Schloss: Schlossstraße 7, 06333 Hettstedt, Tel.: 03476/200753, geöffnet: Mi-So: 13 – 17 Uhr, Eintritt: 3, erm. 1 Euro. Internet: mansfeld-museum.hettstedt.de
  • Schaubergwerk „Büchenberg“
  • Anfahrt: an der B 244 zwischen Elbingerode und Wernigerode, Abfahrt in Richtung Heimburg.
  • Adresse: Büchenberg 2, 38855 Elbingerode, T: +49 39454 42200
  • Büchenberg im Internet: www.schaubergwerk-elbingerode.de
  • Grube Glasebach: Glasebacher Weg, 06493 Harzgerode OT Straßberg, Tel. 039489 226,  im Internet: www.strassberg-harz.de

Harzer Bergwerksmuseen: Arbeitsgemeinschaft Harzer Bergbau und Hüttenmuseen, c/o Das Oberharzer Bergwerksmuseum, 38678 Clausthal-Zellerfeld, Tel. 05323/81633, Internet: www.harzerbergwerksmuseen.de

Orte des Harzes, vor allem der Nationalpark Harz, sind gut erreichbar mit Fahrtziel Natur der Deutschen Bahn.

Der Harz im Internet: www.harzinfo.de

Reise

Feine Musik im Erzgebirge

Schwarzenberg, Musikfest Erzgebirge 2014Schwarzenberg, Musikfest Erzgebirge 2014

Das Erzgebirge war mir bislang vor allem durch die Bergaufzüge und als Weihnachtsland bekannt. Und als Land mit den meisten Besucherbergwerken, rund 40 soll es geben.

Eber es gibt mehr als das.

Am Wochenende ist das 3. Musikfest Erzgebirge zu Ende gegangen. Für die
außergewöhnliche Interpretation von Joseph Haydns »Jahreszeiten« unter der Leitung von
Intendant Hans-Christoph Rademann gab es von den fast eintausend Konzerthörern in der
St. Georgenkirche in Schwarzenberg stehende Ovationen.

Am Wochenende endete das 3. Musikfest Erzgebirge !

Über 7.500 Besucher hatten in den letzten Tagen 13 Veranstaltungen an den zwölf Spielorten
des Festivals, von Annaberg-Buchholz bis Zschopau, von Eibenstock bis Freiberg besucht
und dem Musikfest eine Auslastung von über 90 Prozent beschert. International
renommierte Künstler ins Erzgebirge einzuladen und den Einwohnern und ihren Gästen ein
kulturell hochkarätiges Programm zu bieten: dieses Ziel sei aufgegangen, bilanzierten die
Festivalmacher. Dirigenten wie Václav Luks, Helmuth Rilling oder Masaaki Suzuki gaben sich
diesmal die Ehre. Der Dresdner Kammerchor, das Pera Ensemble mit dem Dresdner
Barockorchester, der RIAS Kammerchor und die Sächsische Staatskapelle musizierten auf
höchstem Niveau. Innovative Konzertformate wie das “Nach(T)klang”-Konzert, bei dem sich
drei Ensembles musikalisch um eine CD-Produktion durch Deutschlandradio Kultur
bewarben, das große “Erzgebirgische Sängerfest”, aber auch die neuen Familienkonzerte im
Rahmen des »Jungen Musikfestes« waren Publikumserfolge.
“Keine Angst vor Qualität!” – der Leitspruch Rademanns lockte auch viele internationale
Musikliebhaber an. Der Musikfest-Schirmherr, Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler, zeigte
sich am letzten Konzerttag glücklich über die Entwicklung, die das Festival genommen hat:
künstlerisch sei es längst auf dem Niveau des Leipziger Bachfestes und der Dresdner
Musikfestspiele angekommen.
Das nächste Musikfest Erzgebirge findet vom 9. bis zum 18. September 2016 statt.

Übrigens informiert die Homepage von Musik in Sachsen über aktuelle Termine und Bewertungen der Konzerte.

Reise

Endlager Gorleben

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Gorleben ist heute in aller Munde. Diesmal geht es um das Zwischenlager. Das so genannte Transportbehälterlager Gorleben als Zwischenlager für Behälter (unter anderem die deutschen Castoren und die französischen TN 85) mit abgebrannten Brennelementen und verglasten hochradioaktiven Abfällen.

gorleben09 (80)Diese oberirdische Betonhalle – nicht das Erkundungsbergwerk – ist das Ziel der stattfindenden Atommülltransporte vom nordfranzösischen La Hague, wo diese Abfälle deutscher Kernkraftwerke aufgearbeitet wurden. Zwei Kilometer entfernt ist das für ein Endlager vorgesehene Erkundungsbergwerk.

Ich war schon einmal dort in 800 Meter Tiefe.. Freizügig kann jeder dort in das Bergwerk einfahren, ein  Anruf beim Bundesamt für Strahlenschutz t genügt, um auf die Warteliste zu kommen. Möglichst sollte eine Gruppe zusammen kommen. Auch die einstigen Schachtanlagen Konrad und Morsleben können besichtigt werden.

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Der Betreiber des Erkundungsbergwerks ist die DBE mbH, die zu 75 Prozent der GNS und zu 25 Prozent der bundeseigenen Energiewerke Nord GmbH gehört. Schaut Euch an, wie es dort unten aussieht.

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Reise

Dampfspektakel in Mildenberg

Könen ist gefragt beim Dampfpflügen in Friedersdorf bei Seelow. Foto: Agrarbildungszentrum Schönbrunn in LandshutEin Ungetüm aus Stahl beim Dampfpflügen in Friedersdorf bei Seelow. Foto: Agrarbildungszentrum Schönbrunn in Landshut Foto: Agrarbildungszentrum Schönbrunn in

Eine Veranstaltung, die kaum zu toppen ist. Das war das 14. Dampfspektakel am Wochenende im Zigeleipark von Mildenberg bei Zehdenick (OHV). Diese Bilder sprechen für sich.

Alles stimmte, das Wetter, die in der Sonne blitzenden Dampfmaschinen, die gute Laune der Aussteller und viele freudig strahlende Gesichter angesichts der fauchenden und vor sich hin stampfenden großen und kleinen Dampfmaschinen.

Attraktionen waren die Dampf-Feuerwehr aus den Niederlanden, das Sägewerk sowie die Dampf-Loren-Eisenbahn. Neben der traditionellen Parade der Dampfmaschinen im ehemals größten Ziegeleirevier Europas gab es den ganzen Tag über Vorführungen.

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Am 10. und 11. August ist Treckertreff

Im August sehen wir sicher viele Gäste beim Treckertreffen wieder. Das Dampfspektakel hat alle Chancen den mittel- und süddeutschen Treffen dieser Art den Rang ablaufen. Zumindest im Mansfeldmuseum von Hettstedt, einst von meinem Freund Dietmar Carstens für Dampfmodelle aus vielen Ländern initiiert,  sah es in den vergangenen Jahren recht mau aus. Aber Mildenberg, Dresden und Alt Schwerin spielen mittlerweile ganz oben mit. Technik Trumpf aus Opas Tagen ist wieder im Kommen.

Reise

Brockenbahn: Mit Dampf im Kessel auf schmaler Spur

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Einer Erlebnisfahrt in die Natur kommt eine Fahrt mit der schnaufenden Brockenbahn gleich. Sie erinnert an Kindheitstage. Ich war gerade fünf Jahre alt, als meine Eltern mich mit auf den den höchsten Berg des Harzes nahmen. Nach der Grenzziehung 1961 war die Strecke tabu, die Brockenbahn hatte ihren Betrieb eingestellt.

Brockenbahn verkehrt wieder seit 1992

Seit Juli 1992 verkehren Züge auch wieder auf den wetterumtosten Brocken, dem mit 1141 Metern höchsten Gipfel Norddeutschlands. Das ist ein schönes Stück Arbeit für die rund 700 PS starken Dampfrösser. Sie kommen als reine Adhäsionsbahnen (Reibungsbahnen) ohne Zahnräder oder ähnliche Hilfsmittel aus. Von Wernigerode oder Nordhausen aus kann man mit der Harzquerbahn bis zum Bahnhof Drei Annen Hohne fahren. Von dort aus geht es dann in fast einstündiger Fahrt durch tiefe Wälder und mehrere Serpentinen hinauf zum Brocken. Nächster Bahnhof ist Schierke auf 685 Metern Höhe, bevor nach fast 20 Kilometern auf 1125 Metern der Bahnhof Brocken erreicht wird. Die Reisenden erleben bei der Anfahrt ein überwältigendes Panorama des Nationalparks Hochharz.

Auch im Winter ist eine Bahnfahrt im schneereichen Oberharz von besonderem Reiz. Dem Reisenden bieten sich tiefverschneite Tannenwälder, schneeverwehte Hochflächen, und bei klarer Bergluft am Brocken lässt sich ein phantastischer Ausblick ins weite Land genießen. Das Brockenplateau bietet mit Hexenklause im Brockenhotel und den Ausstellungen im Brockenhaus Abwechslung für den mehrstündigen Aufenthalt.

 Auf dem Brocken

Erste Fahrt war im Jahr 1899

Der erste Zug fuhr bereits 1899 auf den Brocken. In der Regel bedienen derzeit sieben Dampfloks der Harzer Schmalspurbahnen (HSB) aus den 1950er Jahren den fahrplanmäßigen Zugbetrieb im ganzen Jahr. Von besonderer Kostbarkeit sind die acht historischen Dampfloks. Die älteste, eine Malletlok, stammt aus dem Jahr 1897. Eine andere Lok wurde 1939 gebaut.

Auch im Winter auf den Brocken

Im Winter fahren zum Brocken maximal sechs Zugpaare am Tag. Davon werden vier von und nach Wernigerode durchgebunden. Im Sommer ist der Verkehr auf täglich elf Zugpaare verdichtet. Der schnellste Zug benötigt 49 Minuten zum Gipfel. Die Harzer Schmalspurbahnen mit Sitz in Wernigerode betreiben das mit 140 Kilometern längste zusammenhängende Schmalspurstreckennetz in Deutschland. Mehr als 1,2 Millionen Gäste sind jährlich mit den teilweise historischen Dampfzügen unterwegs. Wanderer freuen sich über den Anblick der altmodischen Bahn, die immer wieder laut pfeifend ihre Durchfahrt ankündigt.

Mit der Harzquerbahn unterwegs
Mit der Harzquerbahn unterwegs

Brockenbahn – Verbindungen

Verbindungen gibt es im Schnitt etwa einmal pro Stunde ab Wernigerode (Stationen: Wernigerode Westerntor, Wernigerode Hochschule Harz, Wernigerode – Hasserode, Steinerne Renne, Drei Annen Hohne, Schierke, Brocken), Fahrplan der Harzer Schmalspurbahnen (gültig bis 1. November 2015) unter dem blau unterlegten Link.

Informationen zur Brockenbahn:

  • Fahrkarten:  Brockentarif (gilt von allen Stationen der HSB): einfache Fahrt 24, Hin- und Rückfahrt 37 Euro, Kinder bis 11 J. 12/18,50 Euro (Stand: Juli 2015), Sitzplatzreservierung für Gruppen ab 10 Personen: Tel. 03943/558153 oder kundenservice@hsb-wr.de
  • Brockenbahn und Harzer Schmalspurbahnen im Internet: www.hsb-wr.de

Hier finden Sie weitere Reisetipps für den Harz

Blick vom Brocken auf Wernigerode, Foto: D.Weirauchp
Blick vom Brocken auf Wernigerode, Foto: D.Weirauchp