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Sachsen stellt Industriekultur aus: 4. Sächsische Landesausstellung - EINFACHRAUS.EU
Reise

Sachsen stellt Industriekultur aus: 4. Sächsische Landesausstellung

Landesausstellung Sachsen Zwickau

Boom. 500 Jahre Industriekultur in Sachsen

Ursprünglich sollte die Landesausstellung Boom. 500 Jahre Industriekultur in Sachsen mit der großen Zentralausstellung im Audi-Bau Zwickau und an sechs weiteren Schauplätzen in Westsachsen am 25. April 2020 eröffnet werden. Aufgrund der COVID-19-Pandemie musste die Eröffnung im März zunächst auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Seither laufen an allen Standorten die Vorbereitungsarbeiten weiter, um für den neuen Eröffnungstermin vorbereitet zu sein. Über das exakte Datum und die Laufzeit der Ausstellung wird in den nächsten Tagen in enger Abstimmung mit den Schauplätzen und den Verantwortlichen des Jahrs der Industriekultur entschieden werden. Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung, Hauptförderer der Zentralausstellung und Partner des Vermittlungsprogramms, wird unvermindert zusammen mit den beteiligten sächsischen Sparkassen an ihrem Engagement festhalten.

Landesausstellung Sachsen Zwickau
Kultfahrzeug

Staatsministerin Barbara Klepsch betonte jetzt »Wir haben alle die Hoffnung, dass es auch im Kulturbereich wieder zu Lockerungen kommt. Das ist in der Kultur, die von den realen Begegnungen der Menschen lebt, besonders kompliziert. Die Abweichung von der Normalität hat im Falle der Industriekultur und im Falle dieser Landesausstellung schon jetzt zu außergewöhnlichen Ergebnissen mit dem besonderen Begleitprogramm zu Corona geführt. Industriekultur ist ein Kernpunkt der Identität unseres Landes. Dieses wichtige Erbe wollen wir – trotz der aktuell schwierigen Lage – mit dieser Landesausstellung gebührend würdigen.

Landesausstellung Sachsen Zwickau

Zentralausstellung im Audi-Bau Zwickau

Der Kurator Thomas Spring hob die Aktualität des Ausstellungstitel hervor: »Das Motto der Landesausstellung lautet bekanntlich ‚Boom‘ und spielt damit darauf an, dass die Sachsen nach wirtschaftlichen Krisen immer wieder einen Wiederaufstieg geschafft haben – durch Fleiß, Zusammenhalt und Erfindungsgeist! Und so wird es nach meiner festen Überzeugung auch nach der Corona-Krise kommen.« Thomas Spring stellte während der Pressekonferenz auch den fertiggestellten Katalog zur Landesausstellung vor. Wissenschaftliche und journalistische Beiträge namhafter Autoren und Autorinnen veranschaulichen darin die Entwicklungen und Innovationen Sachsens zwischen Technik und Gesellschaft. Der im Sandstein-Verlag, Dresden, erschienene 384 Seiten starke Band kann für 29 € bereits jetzt im Buchhandel erworben werden.

Was man sich unbedingt anschauen sollte

Dampfmaschine in der Nussschale

Miniatur, ca. 1893, Walnuss, Metall, Samt, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Museum für Sächsische Volkskunst mit Puppentheatersammlung.

Das kleine Wunderwerk erinnert an ein barockes Weltbild: Im Zentrum des Kosmos steht eine Maschine. Sie setzt in Sachsen buchstäblich die Welt in Gang. Bergwerkspumpen genauso wie Lokomotiven und Dampfschiffe. Und sie erweitert den Aktionsraum: Fabriken, die anfangs an Wasserläufen gebaut werden mussten, weil man die Wasserkraft als Antrieb für die Maschinen brauchte, konnten dank der Dampfmaschine nun überall errichtet werden. Bei der Weltausstellung 1893 in Chicago zeigt die Firma Max Kohl aus Chemnitz mit Fokus auf Präzisionsmechanik eine Dampfmaschine in der Nussschale, die für die sächsische Ingenieurskunst stehen soll.

Landesausstellung Sachsen Zwickau
Die wohl kleinste Dampfmaschine ist in Zwickau zu sehen Foto: Weirauch

Trabi & Treuhand: 1945 bis 1995

Für die Sonderrolle der Wismut steht in der Ausstellung die Sonderanfertigung der Zwillingsschreibmaschine Optima M 12: Mit einer deutschen und einer kyrillischen Tastatur ausgestattet, die auf gleicher Ebene arbeiten, verdeutlicht sie die Symbolik dieses “Staats im Staate”. Die Wiedervereinigung wurde wirtschaftlich von der Treuhandanstalt vollzogen und hinterließ neben Massenarbeitslosigkeit viele Enttäuschungen und Frustrationen in der Bevölkerung. Gegen Ende der 1990er Jahre ging es endlich ökonomisch wieder bergauf.Landesausstellung Sachsen Zwickau Landesausstellung Sachsen Zwickau

4. Sächsische Landesausstellung

BOOM. 500 JAHRE INDUSTRIEKULTUR IN SACHSEN
Ein Projekt des Freistaates Sachsen, durchgeführt vom Deutschen Hygiene-Museum

Die Landesausstellung lässt die Region Südwestsachsen im »Jahr der Industriekultur« als ein bedeutendes Zentrum der europäischen Industrialisierung lebendig werden. Die große Zentralausstellung im Audi-Bau Zwickau, die vom Deutschen Hygiene-Museum durchgeführt wird, präsentiert ein breites kulturhistorisches Panorama der sächsischen Industrieentwicklung.Parallel dazu finden an sechs Orten der sächsischen Industriegeschichte branchenspezifische Schauplatzausstellungen statt:
»AutoBoom« im August Horch Museum Zwickau,

»MaschinenBoom« im Industriemuseum Chemnitz,

 

Industriekultur 2020: 1995 bis 2020 und darüber hinaus

Das letzte Ausstellungskapitel begreift sich als eine Art Prototypen-Werkstatt für eine neue, umfassende Industriekultur, die Traditionspflege und Zukunftsvisionen vereint, Erfindergeist mit Unternehmertum verbindet und mit einem offenen, kreativen Milieu eine neue Aufbruchsstimmung verbreitet.Landesausstellung Sachsen Zwickau

Service

Tagesticket Vollzahler: 10 Euro, Das Tagesticket kann in der Zentralausstellung oder an einer der Schauplatzausstellung erworben werden. Es gilt für den einmaligen Besuch der Zentralausstellung und zum Kauf je einer bis zu 25 Prozent rabattierten Karte für die Schauplatzausstellungen. Für den Schauplatz Freiberg gelten besondere Anmeldebedingungen.

Mit einem Ticket der Zentralausstellung kann man am Besuchstag kostenlos die Busse und Bahnen im Verkehrsverbund Mittelsachsen und der SVZ benutzen.

Aufgrund der aktuellen Corona-Auflagen ist die Anzahl der Personen, die sich gleichzeitig in der Zentralausstellung aufhalten dürfen, derzeit beschränkt. Um größere Ansammlungen und Staus zu verhindern, kann die Zentralausstellung darum nur mit einem Zeitfensterticket besucht werden. Die Tickets beinhalten Timeslots im Halbstundentakt und sind im Webshop und an der Museumskasse erhältlich.

Die sechs Schauplatzausstellungen auf einen Blick:

  1. AutoBOOM
    August Horch Museum Zwickau: 11. Juli bis 31. Dezember 2020
    Audistraße 7, 08058 Zwickau
  2. MaschinenBOOM
    Industriemuseum Chemnitz: 11. Juli bis 31. Dezember 2020
    Zwickauer Straße 119, 09112 Chemnitz
  3. EisenbahnBOOM
    Eisenbahnmuseum Chemnitz-Hilbersdorf: 11. Juli bis 1. November 2020
    Frankenberger Straße 172, 09131 Chemnitz
  4. KohleBOOM
    Bergbaumuseum Oelsnitz/Erzgebirge: 11. Juli bis 31.Dezember 2020
    Pflockenstraße 28, 09376 Oelsnitz/Erzgebirge
  5. TextelBOOM
    Tuchfabrik Gebr. Pfau Crimmitschau: ab 11. Juli 2020
    Leipziger Straße 125, 08451 Crimmitschau
  6. SilberBOOM
    Forschungs- und Lehrbergwerk Silberbergwerk Freiberg: 11. Juli bis 31. Dezember 2020
    Fuchsmühlenweg 9, 09599 Freiberg, www.silberbergwerk-freiberg.de

Weitere Informationen unter https://www.boom-sachsen.de/

und auf www.facebook.com/boom.sachsen

Katalog erschien im Sandstein Verlag

Boom. 500 Jahre Industriekultur in Sachsen

Sandstein Verlag Industriekultur
Cover: Sandstein Verlag Industriekultur
Herausgeber: Thomas Spring; Deutsches Hygiene-Museum Dresden
384 Seiten, 266 meist farbige Abb., ISBN 978-3-95498-544-9
Preis des Bandes:  29 Euro. Hier geht es zur Homepage des Sandstein Verlages

Besucherbergwerke im Erzgebirge

 

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