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Star Wars – Besuch im Sand Tunesiens

Tunesien-2019 (40) - Kopie

Als ich einem Kollegen unlängst erzählte, dass ich in den Süden von Tunesien fahre, da war seine erste Reaktion: “Schau Dir unbedingt die Stätten an, wo Star Wars gedreht wurde.” Und so ganz nebenbei fügte er hinzu, dass ich doch einige Fotos mitbringen möge. Damit könne ich nicht nur ihm, sondern auch seinen Söhnen ein große Freude machen. Soviel sei verraten, der Kollege bekommt die Bilder.

An einem Drehort von „Star Wars“ in den Dünen von Nefta
An einem Drehort von „Star Wars“ in den Dünen von Nefta bei Ong Jemel
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Überraschend: Magdeburg und die Moderne

MagdeburgDie stadthalle gilt als Hauptwerk der klassischen Moderne, Foto: Weirauch

Von Berlin ist es nicht weit bis Magdeburg: rund 1,5 Stunden von Berlin aus mit dem Zug. Und doch runzeln manche immer wieder die Stirn, wenn ich ihnen Magdeburg als Reiseziel empfehle.Die Landeshauptstadt von Sachsen – Anhalt ist mehr als Otto und Straße der Romanik mit dem Dom.  Darüber haben wir hier schon oft berichtet. Aber Bauhaus und Moderne in Magdeburg ? Es ist eine Überraschung.

MD_Dom mit dem Hundertwasserbau Die Grüne Zitadelle©Magdeburg Marketing, Andreas Lander
Dom mit dem Hundertwasserbau Die Grüne Zitadelle©Magdeburg Marketing, Andreas Lander

Grand Tour der Moderne

Wir sind unterwegs auf der bundesweiten Grand Tour der Moderne. Sie führt auf einer eigens konzipierten Route durch die Geschichte der Moderne in Deutschland. 100 Orte vereinen sich hier mit einer Vielzahl spektakulärer, spannender und über die Zeiten erhalten gebliebener Gebäude. Dabei ist unter den für das Bauhausjubiläum besonders relevanten Bauten der 1920er Jahre Sachsen – Anhalt  so stark vertreten wie kein anderes. So zeichnet sich ein Bild von Sachsen-Anhalt als dem Land der Moderne. Diesmal geht es aber nicht nach Dessau, wo das Bauhaus wie eine Inkunabel bewundert wird.

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Quedlinburg – Sehenswerte Schau zu Lyonel Feininger

Quedlinburg

Eine sehenswerte Ausstellung ist derzeit in der Feiniger Galerie in Quedlinburg zu sehen. Die Ausstellung unternimmt erstmals den Versuch, den künstlerischen Aufbruch der Moderne am Beispiel eineQuedlinburg – Sehenswerte Schau zu Lyonel Feiningerr Künstlerfamilie sichtbar zu machen. Erinnern wir uns: s der Maler und Bauhaus-Meister Lyonel Feininger in die USA zurückkehrte, weil seine Werke von den Nationalsozialisten als „entartet“ diffamiert worden waren, übergab er einige seiner Arbeiten an den Quedlinburger Kunstsammler Dr. Hermann Klumpp, der sie in seiner Heimatstadt Quedlinburg verborgen hielt. Etwa 40 Exponaten sind heute in der Lyonel-Feininger-Galerie zu sehen.

Die Schau in der Feininger-Galerie in Quedlinburg nimmt die musisch-künstlerisch hoch begabte Familie in den Blick. So wird beispielsweise gezeigt, welchen Anteil Gattin Julia am Erfolg des späteren Bauhaus-Meisters hatte. Galerie-Direktor Michael Freitag recherchierte, bei eBay ersteigerte er Fotos von Feiningers Tochter Lore aus erster Ehe. Arbeiten von ihr sind erstmals zu sehen, im großen “Familienbild”.

Michael Freitag ist der Chef der Feininger-Galerie in Quedlinburg , Foto: Weirauch
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Ein Schwimmbad unter dem Kirchsaal

Blick in das Schwimmbad im Mutterhaus in Elbingerode Foto: WeirauchBlick in das Schwimmbad im Mutterhaus in Elbingerode Foto: Weirauch

Wie oft waren wir in den letzten Jahren schon im Harz. Auch durch Elbingerode sind wir dabei gefahren. Aber von diesem Kleinod der Moderne in Elbingerode haben wir nichts mitbekommen beim Durchfahren mit dem Auto. Die Schmalspurbahn (HSB) und das nahe Besucherbergwerk hatten uns interessiert. Aber die Moderne? Auch die gibt es im Harz und zwar im kleinen Ort Elbingerode am Übergang der Hochebene des Unterharzes zum bergigen Oberharz: das Hauptgebäude des Diakonissen-Mutterhauses. einfachraus.eu war jetzt dort auf einer Tour zu meist unbekannten Orten der Moderne in Sachsen-Anhalt.

1 Stunde weg

Ausflugstipp: Dessau-Wörlitzer Gartenreich

Wörlitz - Mitteldeutscher Verlag

So eine Ballung von Weltkulturerbe ist  weltweit einmalig. Bauhaus Dessau, Gartenreich Dessau Wörlitz und Lutherstätten in Wittenberg. Gleich drei UNESCO-Welterbestätten liegen unmittelbar nebeneinander. Ausflugstipp: Dessau-Wörlitzer Gartenreich

Einzigartige Kulturlandschaft an der Elbe

Das Dessau-Wörlitzer Gartenreich ist eine europaweit bedeutende Kulturlandschaft in Sachsen-Anhalt, 100 Kilometer von Berlin und 70 Kilometer von Leipzig entfernt. Das weitgehend nach englischem Vorbild angelegte Gartenreich zwischen der Bauhausstadt Dessau und der Lutherstadt Wittenberg umfasst eine Fläche von 142 Quadratkilometern entlang der Elbe im Biosphärenreservat Mittelelbe.

Seekonzert im Wörlitzer Park© Kulturstiftung DessauWörlitz, Foto: Heinz Fräßdorf
Seekonzert im Wörlitzer Park© Kulturstiftung DessauWörlitz, Foto: Heinz Fräßdorf

Zum Gartenreich gehören die Schlösser und Parks Luisium, Georgium, Mosigkau, Großkühnau, Leiner Berg, Sieglitzer Berg, Oranienbaum und Wörlitz. Zur Eintragung in das Weltkulturerbe erklärte die UNESCO im Jahr 2000: „Das Gartenreich Dessau-Wörlitz ist ein gelungenes Beispiel für die Umsetzung philosophischer Prinzipien der  Aufklärung in einer Landschaftsgestaltung, die Kunst, Erziehung  und Wirtschaft harmonisch miteinander verbindet.“

Eiserne Brücke im Schlosspark Wörlitz
Eiserne Brücke im Schlosspark Wörlitz Copyright © Kulturstiftung Dessau-Wörlitz, Foto: Heinz Fräßdorf

Wörlitzer Park ist Herzstück

Der Wörlitzer Park ist das Herzstück des Gartenreiches. Schöpfer war Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau. „Vater Franz“, wie der Fürst heute noch genannt wird, lehnte den Barockgarten ab und suchte für seine Gartenschöpfung Vorbilder, die sich an der Natur orientierten.

Blick aus dem Schloss Wörlitz, Foto: D.Weirauch
Blick aus dem Schloss Wörlitz, Foto: D.Weirauch

Vorwiegend englische Elemente flossen in seinen Park ein: offen und transparent sollte das Areal sein. Jahre später „kopierte“ der preußische Kronprinz Friedrich Wilhelm II. für den Neuen Garten in Potsdam die Wörlitzer Anlagen.

Einzigartig in Europa

Der Wörlitzer Park galt als frühester und größter Landschaftsgarten nach englischem Muster auf dem europäischen Kontinent.

Leopold Friedrich Franz von Anhalt-Dessau, Kopie von Wilhelm Hartkopf nach dem Original von Anton von Maron aus dem Jahre 1766.
Leopold Friedrich Franz von Anhalt-Dessau, Kopie von Wilhelm Hartkopf nach dem Original von Anton von Maron aus dem Jahre 1766.Dessau-Wörlitz, Foto: Heinz Fräßdorf

Schloss Wörlitz – England und Antike in einem Haus

Schloss Wörlitz, der Gründungsbau des deutschen Klassizismus, wurde für den Fürsten Franz nach Entwürfen von Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff errichtet. Es enthält die originale Inneneinrichtung vom Ende des 18. Jahrhunderts und beherbergt kostbare Sammlungen antiker Plastiken, Gemälde und Gefäße aus der Produktion der berühmten Wedgwood-Manufaktur.

Schloss Wörlitz - der erste klassizistische Bau auf dem europäischen Kontinent
Schloss Wörlitz – der erste klassizistische Bau auf dem europäischen Kontinent, Foto: D.Weirauch
Festsaal im Schloss Wörlitz© Kulturstiftung DessauWörlitz, Foto: Heinz Fräßdorf,
Festsaal im Schloss Wörlitz© Kulturstiftung DessauWörlitz, Foto: Heinz Fräßdorf,

Das Gotische Haus in den Wörlitzer Anlagen

Das Gotische Haus birgt im Inneren eine einmalige Sammlung mit Glasgemälden vom ausgehenden 15. bis zum 17. Jahrhundert sowie eine bemerkenswerte neugotische Ausstattung. Es war das „Liebensnest“ des Fürsten Franz mit der Gärtnerstochter Louise Schoch.

Bibliothek im Gotischen Haus im Wörlitzer Park,

Oranienbaum – Ein kleines Stück Holland und China

Oranienbaum, nur acht Kilometer von Wörlitz entfernt,  ist ein auf geometrischem Grundriss errichtetes Ensemble aus Stadt, Schloss und Park und zudem ein in Deutschland seltenes Beispiel für eine weitgehend niederländisch geprägte Barockanlage.

Chinesisches Haus im Park Oranienbaum, Copyright © Kulturstiftung Dessau-Wörlitz, Foto: Heinz Fräßdorf
Copyright © Kulturstiftung Dessau-Wörlitz, Foto: Heinz Fräßdorf
Nickfigur im Chinesischen Haus Oranienbaum, Copyright © Kulturstiftung Dessau-Wörlitz, Foto: Heinz Fräßdorf

Henriette Catharina, Fürstin von Anhalt-Dessau und geborene Prinzessin von Oranien-Nassau hatte eine kleine Ansiedlung als Ort für ihren Sommersitz ausgewählt und ihm zuvor den Namen Oranienbaum verliehen.

Ausflugstipp: Dessau-Wörlitzer Gartenreich

Oranienbaum ist Teil der  überregionalen Oranierroute. Stationen sind neben Oranienburg auch Stolberg im Harz und das niederländische Schloss Het Loo.

Mosigkau – Perle des Rokoko

Das nur wenige Kilometer westlich des Dessauer Stadtzentrums gelegene Rokoko-Schloss Mosigkau wurde von Prinzessin Anna Wilhelmine von Anhalt-Dessau von 1752 bis 1755 als Sommerresidenz erbaut. Das heute liebevoll als das kleine Sanssouci bezeichnete Haus kann zwar nicht mit der Glanzentfaltung des Potsdamer Vorbildes konkurrieren, von seinem ländlichen Charme und seiner Anmut geht allerdings ein unvergleichlicher Reiz aus. Trotz der überlieferten Sittsam- und Sparsamkeit der Bauherrin galt die Sommerresidenz bereits zu ihren Lebzeiten als Ort für muntere Geselligkeit. Schloss und Garten waren für höfische Vergnügungen wie Spiel, Tanz und Konversation einfach wie geschaffen. Nach dem Tod der Besitzerin wurde es entsprechend ihren Wünschen in ein „Hochadeliges Damenstift“ umgewandelt, das bis zu seiner Schließung durch die  Bodenreform im Jahr 1945 insgesamt 46 ledigen adeligen Damen Heimstatt war.

Schloss Mosigkau, Kulturstiftung DessauWörlitz, Foto: Heinz Fräßdorf

Die Schlossanlage Mosigkau gehört zu den wenigen noch heute weitgehend erhalten gebliebenen Rokokoensembles. Die Anlage wurde von 1752 bis 1757 für die Prinzessin Anna Wilhelmine von Anhalt-Dessau (1715–1780) ganz nach ihren Vorstellungen und Wünschen errichtet und diente ihr 23 Jahre lang als Aufenthaltsort in den wärmeren Monaten. Die Lieblingstochter des Alten Dessauers verfügte, dass nach ihrem Ableben in ihrem Sommerschloss ein Hochadeliges Fräuleinstift eingerichtet wird. Dazu hinterließ sie äußerst detaillierte Angaben, die nachweislich eingehalten wurden.

Stiftsdamenwohnung in Mosigkau© Kulturstiftung Dessau-Wörlitz, Foto: Heinz Fräßdorf
Stiftsdamenwohnung in Mosigkau© Kulturstiftung Dessau-Wörlitz, Foto: Heinz Fräßdorf

Den Höhepunkt der Gesamtanlage bildet der Galeriesaal im Corps de Logis. Der Raum enthält in vertieften Wandfeldern in einer in Deutschland einzigartigen barocken lückenlosen Hängung bedeutende Gemälde hauptsächlich flämischer und holländischer Meister.

© Kulturstiftung DessauWörlitz, Foto: Heinz Fräßdorf
© Kulturstiftung DessauWörlitz, Foto: Heinz Fräßdorf

Luisium – Ein privates Refugium für die Fürstin

Der klassizistische Landsitz der Fürstin Louise von Anhalt-Dessau gilt als das Meisterwerk Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorffs. Heute erscheint es als die idyllischste der zwischen Dessau und Wörlitz gelegenen Anlagen. Fürst Franz ließ das kleine Landhaus „Luisium“ durch Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff  von 1774 bis 1778 für seine Gattin als privaten Wohnsitz erbauen. Franz hatte seiner zehn Jahre jüngeren Frau das Haus und die Hälfte des so genannten Vogelherds aus Anlass ihres 30. Geburtstags geschenkt. Die Ehe der beiden stand unter keinem so guten Stern, obwohl sich beide sehr darum bemühten. Die preußische Prinzessin Louise, Nichte von Preußenkönig Friedrich II.,  und Cousine des Fürsten Franz, war auf Betreiben des Preußenkönigs vierzehnjährig mit ihrem Cousin verlobt worden. Trotzdem reißen gegenseitige Achtung und Respekt füreinander nie ab. Louise bleibt eine wichtige Partnerin, übernimmt in Abwesenheit ihres Gatten die Überwachung der Bau- und Gartenarbeiten. In den warmen Monaten zieht sie sich jedoch in ihr Refugium, das nach ihr benannt wurde, zurück.

Das Luisium in Dessau, Foto: IMG Sachsen-Anhalt mbH
Das Luisium in Dessau, Foto: IMG Sachsen-Anhalt mbH

Fürst Franz bleibt die Liebe zum bezaubernden Luisium erhalten. In seiner späten Lebenszeit zog er sich in das Luisium zurück, wo er auch verstarb.Die kleinen Räume und Kabinette des bezaubernden Landhauses mit ihren feinen Stuckdekorationen und Wandgemälden sind weitgehend original ausgestattet.

Großkühnau – Ein Weinberg in der Elbaue

Das Schloss, im Westen von Dessau gelegen,war 1780 für den Prinzen Albert von Anhalt-Dessau, dem Bruder des Fürsten Franz, fertig gestellt worden. Vom Besitzer wurde es schlicht „Haus” genannt und war zu seiner Zeit sehr einfach und solide eingerichtet.

Der Landschaftsgarten von Kühnau bildet sowohl zeitlich als auch räumlich den Abschluss des Gartenreiches. Malerisch am See neben der Kirche befindet sich das Kühnauer Schloss.

Im Inneren des Schlosses wurde, bis auf den mit Dekorationsmalerei ausgestatteten Festsaal im ersten Obergeschoss, auf jeglichen künstlerischen Schmuck verzichtet. Seit Januar 1998 ist das Schloss das Domizil der Hauptverwaltung der Kulturstiftung Dessau Wörlitz.

Georgium – Ein weitläufiger Landschaftsgarten

Das Georgium ist neben den Wörlitzer Anlagen der kunsthistorisch bedeutendste Landschaftspark englischen Stils im Gartenreich Dessau-Wörlitz. Er wurde von Prinz Johann Georg, dem jüngeren Bruder des Fürsten Franz geschaffen und nach ihm benannt.

Der Park am Sieglitzer Berg

Nach 1777 ließ Fürst Franz im Ellbogen westlich des alten Fischerdorfes Vockerode, später vor allem durch sein Kraftwerk bekannt, einen Waldpark anlegen. Er liegt auf einer vom Hochwasser freien Anhöhe und umfasst etwa 25 Hektar. In der Entstehungszeit wurde der Park als „geordnete Wildnis“ beschrieben. Genau diese Wirkung soll beabsichtigt gewesen ein.

Geniale Aufklärungsideen

Wie keine andere Landschaft reflektiert das Gartenreich Wörlitz die Bildungsideale der Aufklärung. Das Landesverschönerungsprogramm des Fürsten begründete die bis heute andauernde anhaltende überregionale Würdigung. Sehenswert sind aber nicht nur die Schlösser und Parkanlagen, sondern auch die Kirchen und Kleinarchitekturen, darunter als Ferienwohnungen nutzbare Wallwachhäuser, die in die Auenlandschaft eingebettet sind. Auf engstem Raum ist so im Wörlitzer Gartenreich Kulturgeschichte, von Barock über Rokoko bis hin zum Klassizismus erlebbar. Die Einheit aus Natur und Kunst, Ökologie und Ökonomie hält getreu dem Fürstenmotto „Schönes mit dem Angenehmen zu verbinden“ bis heute für jedermann etwas bereit.

Informationen zum Weltkulturerbe Gartenreich mit Wörlitz

  • Info:| www.gartenreich.com
  • Buchtipp: Erhard Hirsch: Dessau-Wörlitz, Aufklärung und Frühklassik, Kulturreisen in Sachsen-Anhalt, Band 5, Verlag Stekovics, 16,80 EUR
  • im Mitteldeutschen Verlag erschien im März 2017 zum Schloss Wörlitz der profunde Band:
  • Kulturstiftung DessauWörlitz (Hg.)
    Schloss Wörlitz
    Architektur, Interieur, Sammlungen, Bewohner
    Architecture, Interior, Collections, Residents
    deutsch/englisch
    256 S., geb., 220 × 280 mm, s/w- und Farbabb.
    ISBN 978-3-95462-770-7


  • Friedrich Wilhelm Freiherr von Erdmannsdorff (1736–1800) ist der Begründer der klassizistischen Baukunst in Deutschland. Unter dem Eindruck von Reisen durch Italien und England an der Seite seines Fürsten Leopold II. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau (1740–1817) entwarf er für diesen das „Fürstlich Anhalt-Dessauische Landhaus zu Wörlitz“. Während der nur vierjährigen Bauzeit hielt sich Erdmannsdorff ein knappes Jahr in Rom auf, sandte Entwürfe nach Dessau und tätigte für die Innenausstattung Kunstankäufe. Im März 1773 konnte der Fürst seinen Gästen das modernste Schloss des europäischen Festlandes präsentieren. Das Außergewöhnliche ist seine programmatisch klassizistische Ausstattung mit einem Bestand an bedeutenden Gemälden, Antiken und an Kunsthandwerk wie Keramiken von Wedgwood oder Bronzestatuetten von Giacomo Zoffoli (1731–1785).
    2017 wird die Restaurierung von Schloss Wörlitz, der Perle des deutschen Klassizismus, weitgehend abgeschlossen sein, so dass die Besucher dann das fast vollständig erhaltene originale Interieur im neuen Glanz erleben können. Der aus diesem Anlass erscheinende reich bebilderte Band führt den Leser mit stimmungsvollen Fotografien und kenntnisreichen Beiträgen auf einer persönlichen Erkundungstour durch das »Landhaus«.
    Mit Beiträgen von Ingo Pfeifer, Uwe Quilitzsch, Wolfgang Savelsberg, Kristina Schlansky und Annette Scholtka.

Empfehlenswerte Übernachtung

  • „Zum Hauenden Schwein“
  • Erdmannsdorffstrasse 69
  • 06785 Oranienbaum-Wörlitz
  • Telefon: 03 49 05 / 30 19 0
  • Telefax: 03 49 05 / 30 71 7
  • Website: www.zumhauendenschwein.de

 

Hier weitere Beiträge zum Wörlitzer Gartenreich

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https://www.einfachraus.eu/ausflugstipp-gartenreichsommer-in-woerlitz/

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https://www.einfachraus.eu/ausflugstipp-das-chinesische-haus-von-oranienbaum/

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https://www.einfachraus.eu/dessau-woerlitzer-gartenreich/

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https://www.einfachraus.eu/23320-2/

 

https://www.einfachraus.eu/15242-2/

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https://www.einfachraus.eu/der-feuerspruehende-vulkan-in-woerlitz/

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https://www.einfachraus.eu/13954-2/

 

BücherFontane

Mit Fontane in die Sommerfrische

Sommerfrische

Theodor Fontane, dessen 200. Geburtstag in diesem Jahr vor allem im Land Brandenburg begangen wird, hat uns neben bedeutenden Romanen und den 0517ielgelesenen “Wanderungen durch die Mark Brandenburg” auch eine Menge Tagebücher und Briefe hinterlassen. Und der Schriftsteller weilte oft und gerne unter anderem im Harz, im Riesengebirge, Karlsbad sowie Nord- und Ostsee. Leider werden Fontanes Arbeitsaufenthalte an anderen Orten als in Brandenburg oftmals noch unter den Tisch gekehrt. 

Umso verdienstvoller ist es, dass Bernd W. Seiler uns in seinem solide recherchierten Band mit zu einzelnen Stationen zu “Fontanes Sommerfrischen” mitnimmt. Das Buch erschien im Berliner Quintus-Verlag (Verlag Berlin BB) und besticht neben Reisebeschreibungen aus Fontanes Feder mit vielen historischen Postkarten und zeitgenössischen Abbildungen. Wer sich mit Fontanes Sommerfrischen beschäftigt und mehr als über die Wanderungen erfahren will, dem sei der Band wärmstens empfohlen.