1 Stunde weg

Ostertipp: auf die Insel Töplitz

Marquardt2020 (5)
 Hier ein Tipp für einen längeren Osterspaziergang oder auch eine Radtour zu Ostern. Wir haben sie heute ausprobiert und dabei Überraschendes entdeckt.

Startpunkt Marquardt

Gestartet sind wir in Marquardt (Haltepunkt der RB 21). Blick hoch zum Storchennest gegenüber der Dorfkirche, direkt unter dem Lavendelhof. Die Störche brüten schon.

Marquardt Störche

Marquardt

Weiter über die Eisenbahnbrücke (Sacrow-Paretzer-Kanal) Richtung Grube. Auch hier ein Storch im Nest entdeckt.Havel Schifffahrt

Storchennest in Grube 

Nach einem Abstecher in der Kirche von Grube folgen wir rechterhand dem Radweg F 2.2. Auf dem alten Winterdeich der Wublitz geht es hinaus nach Nattwerder.

Schweizer Kolonisten in Nattwerder

Im kleinsten Ortsteil Potsdams befindet sich die älteste Kirche der Stadt. Schon von weitem grüßt das frisch restaurierte Gotteshaus durch die lange Pappelallee. Der Ort am Rande des Golmer Luchs kann Geschichte erzählen. Der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm hatte nach dem 30-jährigen Krieg Ackerbauern und Viehzüchter aus der Schweiz in die Mark Brandenburg eingeladen.

Kirche von Nattwerder, Foto: D. Weirauch
Kirche von Nattwerder, Foto: D. Weirauch

Konzerte in Dorfkirche

14 calvinistische Familien aus Bern kamen per Schiff über Rhein, Elbe und Havel bis ins Golmische Bruch. Er schenkte ihnen Häuser und Privilegien. Sie siedelten in Golm, Töplitz und Nattwerder. Ihren Pfarrer brachten sie mit. Und der Landesherr ließ für sie 1690 eine eigene Kirche bauen.

40 alte Grabmale laden heute davor zum historischen Spaziergang ein. Große Kreuze prägen das Bild, auf den Steinen sind die Namen der Schweizer Familien zu lesen. Die unter Denkmalschutz stehende Kirche und der Friedhof gelten als Geheimtipp. Seit 1996 erklingt auch die kleine Orgel wieder. Das nächste Konzert findet am 1. Mai 16.30 Uhr  statt.

Vom Golmer Luch nach Töplitz

Wenig weiter, durch das Golmer Luch, über  die zur Bundesgartenschau 2001 errichtete Wublitzbrücke führt uns der Radweg F 3.1. über die Insel Töplitz. Im Naturschutzgebiet Wolfsbruch steht unzähligen Vogelarten ein ideales Brut- und Rückzugsgebiet zur Verfügung. Die Inselroute durchstreift auf 14 Kilometern alle Landschaftsformen, die das Havelland zu bieten hat. Von den breiten Schilfgürteln mit den sich anschließenden Erlenbruchwäldern und den tiefliegenden Wiesen bis hin zur unbewaldete Kuppe des Alten Weinberges.

Weingut Klosterhof Töplitz: Besenwirtschaft

Dort treffen wir Andreas Schultz,  neben Ludolf Artymowytsch und Grit Wellnitz einer der  Betreiber des Weingutes Klosterhof Töplitz, und kehren in die Besenwirtschaft ein. Auf dem Weinberg werden auf 2,3 Hektar verschiedene Weiß- und Rotweinsorten in Bioqualität angebaut. Wir steigen auf den 54 Meter hohen Weinberg und genießen den weiten Blick in das Havelland – einfach toll. Das Weingut ist das erste und einzige Brandenburger Bio-Weingut. Zurzeit wachsen auf dem 2,5 Hektar großen Weinberg 7.000 Rebstöcke, insgesamt 9.000 sollen es einmal werden.

Regent, Bacchus, Weißburgunder, Cabernet Blanc und Pinotin

Nebenher entdecken wir die ersten Knospen an den Weinreben und freuen uns schon auf die gemeinsame Weinlese im Herbst. Regent, Bacchus, Grauburgunder, Weißburgunder, Cabernet Blanc, Riesling und Pinotin  gedeihen in der sonnigen und südexponierten Lage von Töplitz.

Mittlerweile wird Wein vielerorts in Brandenburg wieder angebaut, so auf dem  Werderaner Wachtelberg, in Schlieben, auf dem Klausberg in Potsdam und im Lausitzer Seenland (Großräschen und Wolkenberg) sowie in Guben und auch im Garten des Kanzlerschlosses  Meseberg. Auf dem Winzerberg inmitten von Potsdam hat der Verein Winzerberg im vergangenen Jahr 99 Reben gesetzt. Mehr infos zum Weinland Brandenburg gibt es hier. Eine Weinkarte zu allen derzeit 26 Weinstandorten im Land Brandenburg brachte unlängst der Berliner Verlag terra press heraus.

Blick zum Grunewaldturm nach Berlin

An die Wiederbelebung der Weinbautradition denken wir beim Innehalten auf dem Töplitzer Weinberg. Vom Weinberg kann man ein wundervolles Panorama genießen: den Kaiser-Wilhelm-Turm im Grunewald und den Funkturm auf dem Schäferberg in Berlin Wannsee.

„Hol über“ in Göttin

Wir fahren weiter nach Göttin am Ende der Insel Töplitz. Das stählerne „Hol über“ erinnert an die Zeit, als es über den Göttinsee noch eine Fährverbindung nach Phöben gab. Über einen Auenwald folgen wir dem Radweg, vorbei an Kirschplantagen, nach Leest. Hier haben Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, im Volksmund auch als Mormonen bezeichnet, ihr Begegnungszentrum.

Zurück in Potsdam – Marquardt

Über die Autobahnbrücke gelangen wir wieder auf die Straße Richtung Grube. Auf der Wublitzbrücke lohnen ein Innehalten und der Rundum-Blick. Wir sind wieder in Potsdam, denn Grube und Marquardt sind die nördlichen Ortsteile der Landeshauptstadt Potsdam.

Kirche ist geöffnet

Wir kehren im gemütlichen Landgasthof „Zum alten Krug“ ein und beobachten das Storchenpaar – hoch oben gegenüber der Dorfkirche. Die übrigens fast jeden Tag im Rahmen von „Offene Kirchen“ geöffnet ist.

Marquardt, Ortsteil von Potsdam
Marquardt, Ortsteil von Potsdam

Im Schloss: Ulrich Tukur als Prof. Grzimek

Im Schloss, einst edle Kempinski-Adresse vor den Toren Berlins, steht gerade Ulrich Tukur vor der Kamera. Er spielt Zoodirektor Bernhard Grzimek, den ersten Naturschützer der Bundesrepublik und Frankfurter Zoodirektor. Grzimek hätte heute seine Freude gehabt: bei so vielen Störchen, Bibern, Kühen, Pferden und Eichhörnchen, denen wir auf der Rundtour begegnet sind.

Schloss Marquardt im Frühjahr, Foto: D.Weirauch

Infos zu Töplitz

Führungen
über den Weinberg und durch die Kellerei werden auf Anfrage durchgeführt. Bei diesen Besichtigungen lernen die Besucher den gesamten Herstellungsprozess des Weines kennen. Das Weingut Klosterhof Töplitz liegt in ruhiger Alleinlage.. Der Radweg F3.1 verläuft in unmittelbarer Nähe (600 Meter) des Betriebs.

Gastronomie
Immer am Wochenende und an Feiertagen öffnet ab 12 Uhr die Besenwirtschaft, sie bietet innen 60 und auf der Terrasse bis zu 120 Plätze. Die Küche legt viel Wert auf eine regionale und saisonale Herkunft der Lebensmittel, die Wochenkarte wird immer neu geschrieben. Besucher können die Weine probieren und kleine Speisen dazu genießen. Bei schönem Wetter geht es auf den Weinberg hinauf zur Laube, dafür gibt die Küche der Besenwirtschaft einen Picknickkorb mit Wein, Essen und Geschirr mit.

Schlösser und Burgen

Auf Märkischer Schlössertour Kultur und Geschichte aktiv erleben

Fotos: Weirauch und TMB Brandenburg

Romantische Schlösser, geheimnisvolle Ruinen, repräsentative Herrenhäuser – sie alle sind Zeugen vergangener Zeiten und üben bis heute eine unglaubliche Faszination aus. So wechselvoll die Geschichte und unterschiedlich die Baustile von Herrschaftssitzen auch sind, eines haben sie gemeinsam: Sie sind beeindruckend und waren zu Glanzzeiten für das bürgerliche Volk unerreichbar. Heutzutage aber sind sie jedermann zugänglich und erlauben eine Zeitreise in vergangene Tage. Im Seenland Oder-Spree, östlich von Berlin, präsentieren sich auf engstem Raum so viele prachtvolle und gut restaurierte Adelssitze wie wohl nirgendwo sonst in Deutschland.

Groß Rietz

Schlösser und Herrenhäuser

PotsdamSchlösser und Burgen

Der Flötenspieler von Sanssouci

Historische Mühle SanssouciAn der Historischen Mühle Sanssouci, Foto: D.Weirauch

Zwei Dinge sind in Sanssouci beständig: die Kartoffeln auf dem Grab Friedrich des Großen und der Flötenspieler am Eingangstor gegenüber der Historischen Mühle. Auch bei Kälte treffe ich auf diesen freundlichen Mann mit der Querflöte. Heute schien die Sonne, es war warm und er spielte wieder………………..

Anders als vor einem Jahr. Damals lag Schnee und es war bitterkalt. Heute strahlender Sonnenschein und 19 Grad.

Damals traf ich dort Agris Jacobsohns bei Minusgraden an. Sobald sich Touristen nähern, hebt er an und spielt, dankbar für jede klingende Münze. Musik von Friedrich dem Großen spielt er meist, aber auch die vom fritzischen Lehrer Johann Joachim Quantz. Mozart, Vivaldi, Schubert – sein Repertoire ist groß. Manch einer hat ihn schon zur privaten Geburtstagsfeier nach Hause abgeworben. Denn der Flötenspieler ist studierter Musiker.

 der nach eigenem Bekunden schon mehrere Jahre in Potsdam Flöte spielt und in Parknähe wohnt.  Manchmal treffe ich auch seinen ebenfalls aus Lettland stammenden Musikerkollegen Helmut Sabers.

Beide Männer in der historisierenden Uniform mit der Perücke und den Schnallenschuhen sind für mich die heutigen „Flötenspieler von Sanssouci“. Es lohnt da einige Minuten zu verweilen. Besonders lustig, wenn sich Touristen aus dem asiatischen Raum nähern. Manch einer posiert dann mit dem vermeintlichen König Friedrich für ein Erinnerungsfoto.

Allerdings war heute wenig los im Park, die Zeit der Touristenscharen kommt ab Mai. Bis dahin hat man den Flötenspieler von Sanssouci meist für sich.

Reise

Wanderung auf den Brocken im Harz

Der Berg ruftDer Brocken ist mit 1.141 Metern Höhe der höchste Berg im Harz und in ganz Norddeutschland

Wer den Brocken zusammen mit „Brocken-Benno“ erklimmen will, der muss früh aufstehen oder flinke Beine haben. Denn, ob bei Hagel, Regen oder Schneetreiben – seit 1989 wandert der Harzer Benno Schmidt jeden Tag auf den Brocken. Bislang mehr als 7000  Mal. Er wandert zeitig los und ist so geübt, dass er für die Tour nur zwei Stunden braucht. Wanderung auf den Brocken im Harz

Brocken: höchster Gipfel Norddeutschlands

Im Dezember 1989 gehörte „Brocken-Benno“ zu den Tausenden Demonstranten, die die Grenzöffnung erzwangen. Seit dem Mauerbau im August 1961 war der mit 1141 Metern höchste Berg im Norden Deutschlands militärisch besetzt. 90.000 Kilometer ist Brocken-Benno, der 2012 seinen 80. Geburtstag auf dem Brocken feierte, seitdem gelaufen, rund 30 Paar Schuhe verschliss er bei seinen Wanderungen.

Von der Steinernen Renne auuf dem Weg zum Brocken

Während der zweistündigen Wanderung von Schierke auf den Berggipfel kann der versierte Wanderleiter viel erzählen. Etwa über das wechselhafte Wetter hoch oben, denn die Herausgehobenheit des Brockens in der Norddeutschen Tiefebene führt regelmäßig zu extremen Wetterlagen.

Wanderung auf den Brocken im Harz

Schnee fällt hier manchmal noch im Mai, und selbst wenn es im Tal hochsommerlich warm ist, muss man auf dem Gipfel meist eine Jacke anziehen.  Wolkenhäuschen, Teufelskanzel und Hexenaltar wird der Brocken auch genannt – einiges hängt mit dem Wetter zusammen. Ich selbst war in den letzten Jahren zehnmal auf dem Brocken und nur zweimal hatte ich gutes Wetter dort oben.

Auf dem Brocken

Von Ilsenburg auf den Gipfel

Mein schönster Weg hinauf auf den Brocken beginnt in Ilsenburg. Hinter dem dortigen Nationalparkhaus begrüßt uns „Prinzessin Ilse“, der namensgebende kleine Fluss, und begleitet den Weg glucksend und plätschernd. Wir folgen ihrem Lauf vorbei an prächtigen Rotbuchen, Traubeneichen, Moosen und Flechten. Der Blick vom Ilsestein, 150 Meter steil aufragend, zum knapp zehn Kilometer Luftlinie entfernten Brockenmassiv ist atemberaubend.

Auf dem Brocken

Zu bedenken ist, dass der Weg anspruchsvoll ist. 800 Höhenmeter sind zu überwinden, der Weg birgt Steigungen und Gefälle von 15 Prozent. Gute Wanderschuhe sollte man schon tragen und bequeme Kleidung, in der man weder friert, noch zu sehr ins Schwitzen gerät. Lieber eine Schicht mehr mitnehmen, denn zwischen dem Startpunkt Ilsenburg und dem Brockengipfel herrscht in der Regel ein Temperaturunterschied von zehn Grad. Für den Aufstieg von elf Kilometern sind etwa drei Stunden einzuplanen. Oft auch mehr, denn unterwegs gibt es viel zu sehen. Dieser Weg ist etwas weniger begangen als die anderen von Schierke oder Torfhaus aus. Erst oben auf dem Gipfel wird es voll.

Sa kommt sie: die Dampflok, fast 60 Jahre alt. Foto: Weirauch
Sa kommt sie: die Dampflok, fast 60 Jahre alt. Foto: Weirauch

Still ist es auf diesem Weg. Nur das Pfeifen der Dampflok der Brockenbahn ist ab und zu zu hören.

Die Bahnfahrt auf den Brocken ist ein Muss für viele Bahn-Fans. Jährlich bringt die Harzer Schmalspurbahn Tausende Harz-Gäste, Urlauber und Wanderer auf den höchsten Gipfel des Landes Sachsen-Anhalt. Wenn es das Wetter zulässt, ziehen die mit Kohle befeuerten Dampfloks das ganze Jahr über die Waggons den Berg hinauf. Im Frühling warten Sonderfahrten auf die Reisenden.

www.hsb-wr.de

Weitere Wander-Infos: www.harzinfo.de

Hier die einzelnen Wanderwege hinauf zum Brocken.

Anreise zum Nationalpark Harz mit den Angeboten von Fahrtziel Natur.

hier geht es zu einer weiteren Attraktion im Harz.

Hier eine Zusammenfassung auf der Harzseite.

Reise

Naumburg – die Domstadt

Blick auf Naumburg

Naumburg, um das Jahr 1000 an der Kreuzung zweier Handelsstraßen angelegt, kann man von verschiedenen Seiten entdecken. Eingebettet in die idyllische Burgen- und Weinregion an Saale und Unstrut ist Naumburg ein lohnendes Reiseziel für Liebhaber von Kultur, Natur und kulinarischen Genüssen. Naumburg – die Domstadt

Dom “St. Peter und Paul”

Am beliebtesten ist aber der Start der Stadtführung mit einem Besuch des berühmten Domes. Der Dom ist das meistbesuchte Bauwerk an der “Straße der Romanik”. Aufgrund seiner romanisch-gotischen Architektur und wegen der hochgotischen Monumentalskulptur und Bauornamentik gehört er zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern des Mittelalters. Die Mitte des 13. Jahrhunderts vom so genannten Naumburger Meister geschaffenen lebensgroßen Stifterstandbilder im Westchor (die bekanntestes Paare sind Ekkehard und Uta sowie Hermann und Regelindis) sowie die Darstellung der Passionsgeschichte am Westlettner beeindrucken durch ihre realitätsnahe Gestaltung. Bau- und kulturgeschichtlich bedeutsam sind die spätromanische Krypta, der Ostlettner und die mittelalterlichen Glasfenster sowie der Domschatz. Neben dem Dom St. Stephanus und St. Sixtus zu Halberstadt, der Stiftskirche St. Servatius in Quedlinburg und dem Dom St. Johannes und St. Laurentius Merseburg zählt der Naumburger Dom zu den Höhepunkten der Straße der Romanik. Neben dem Dombezirk hat Naumburg aber auch eine bedeutende Bürgerstadt. Erst 1832 wurden Bürgerstadt und Domstadt vereinigt. Naumburg verbindet mit Altenburg (Thüringen) eine enge Geschichte.  So finden 2014 zwei Sonderausstellungen in beiden Städten statt, diei n Naumburg trägt den Titel: “Glanzlichter. Meisterwerke zeitgenössischer Glasmalerei im Naumburger Dom”, die in Altenburg “Georg Spalatin. Steuermann der Reformation.”

Foto: Sachsen-Anhalt Tourismus

Glasmalerei im Dom

Im Mittelpunkt der Bürgerstadt steht der Marktplatz, Bürgerhäuser aus der Zeit des Barock und der Renaissance umrahmen den großen viereckigen Platz. Den Marktbrunnen krönt die Figur des Heiligen Wenzel, Schutzpatron der Stadt. Gleich dahinter lohnt ein Aufstieg auf den 72 Meter hohen Turm der Wenzelskirche. Der Turm ist städtisch und die Wohnung in 52 Metern Höhe beherbergte bis um 1995 eine Türmerin. Von dort oben ist der Ausblick überwältigend. Weit kann man zu den sonnenbeschienenen   Talhängen von Saale und Unstrut schauen, die sich bei Naumburg vereinigen. Seit dem Mittelalter wird in der Gegend von Naumburg, Schulpforta und Freyburg bekanntllich auch Wein angebaut.

Naumburg
Töpfermarkt in Naumburg

St. Wenzel

Nicht versäumen sollte man ein Konzert in der Wenzelskirche, jeweils Mittwoch, Samstag und Sonntag bringen Organisten die von Zacharias Hildebrandt im Jahre 1746 erbaute Orgel zum Klingen. Johann Sebastian Bach und Gottfried Silbermann übernahmen die Prüfung dieses Instruments, das heute überregional als Juwel barocker Orgelbautradition gilt. Für eine Besichtigung der spätgotischen Kirche, die 1510/1520 ihr Westportal und 1724 im Innern eine barocke Ausstattung erhielt, sollte man sich Zeit lassen. Sehenswert sind u. a. der barocke Hochaltar von 1680 sowie zwei Gemälde aus der Werkstatt von Lucas Cranach d. Ä.  Bemerkenswert ist auch die Grabplatte des August von Leubelfing, Page des Schwedenkönigs Gustav II. Adolf.

Lohenswert sind auch Streifzüge durch die verwinkelten Gassen entlang der Stadtmauer, die noch in Teilen erhalten ist – ein gutes Beispiel ist das Marientor. Im Innern der Anlage finden im Sommer Open-air-Konzerte sowie Theateraufführungen statt.

Die Naumburger Straßenbahn Foto: D.Weirauch
Die Naumburger Straßenbahn Foto: D.Weirauch

Nietzsches Haus

An der Stadtmauer entdeckt man auch das Nietzsche-Haus. Es war zwischen 1858 und 1897 das Wohnhaus Franziska Nietzsches, die 1850 mit ihren beiden Kindern Friedrich und Elisabeth nach dem Tod ihres Mannes nach Naumburg zog. Friedrich Nietzsche verbrachte den Großteil seiner Kindheit und Jugend in Naumburg. Hier besuchte er die Elementarschule und das Domgymnasium und auch nachdem er 1858 die Freistelle im nahegelegenen Internat Schulpforta erhalten hatte, besuchte er die Mutter oft am Weingarten 18. Neben dem Museum entstand 2002 ein Dokumentationszentrum, das sehr eindrucksvoll die Ausstellung zum Leben Nietzsches in seinem Elternhaus ergänzt. Ein weiteres Nietzsche-Museum befindet sich in Weimar, 230 Kilometer von Naumburg entfernt.

Bad Kösen Sachsen Anhalt

Hier geht es zu weiteren Sehenswürdigkeiten in Sachsen – Anhalt.

Potsdam

Brandenburgs Eisenbahngeschichte

Eisenbahn BuchL & H-Verlag

Brandenburg war einst ein Bahnland. So jedenfalls stellt sich für mich die umfangreiche Recherche von Jörg Raach und Matthias Baxmann dar, die sie im Auftrag des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege, anfertigten.

Das Buch „Faszination Eisenbahn – Eisenbahnkultur in Brandenburg“ (L & H Verlag) legt davon überzeugend Zeugnis ab.

Der illustrierte Band beschreibt auf knapp 250 Seiten das sternförmig von Berlin ausgehende System Eisenbahn mit historisch bedeutsamen Strecken, so der niederschlesisch-märkischen von Berlin über Frankfurt (Oder) nach Breslau. Ebenso werden Bahnhofsbauten vorgestellt, von denen viele heute unter Denkmalschutz stehen. Es beleuchtet nicht allein die Infrastruktur als Voraussetzung von Mobilität, sondern auch die Orte des Lokomotivbaus in Brandenburg (wie beispielsweise Orenstein und Koppel in Potsdam-Drewitz), von denen die AEG-Lokomotivfabrik in Hennigsdorf der heute noch bedeutsamster Standort ist.