Mobilität

Eisenbahner mit Herz

IMG_8297RB 21 beim Koppeln auf dem Bahnhof Potsdam - Golm, Foto: D.Weirauch

Mein Lieblingsschaffner Heiko Schmidt – Dworschak hat es fast bis nach oben geschafft. In die Spitzengruppe des seit 2011 von der Allianz pro Schiene ausgerichtetem Wettbewerb. Der freundliche Zugbegleiter wurde von Kunden vorgeschlagen und von einer Jury, aus Vertretern von Bahnkundenverbänden und Gewerkschaften, ausgesucht.

Heiko Schmidt-Dworschak, der Eisenbahner mit Herz, Foto: D.Weirauch

Eisenbahner mit Herz

Heiko Schmidt-Dworschak fährt u.a. auf der RE 1 Berlin Brandenburg/Magdeburg und auf der RB 21 Berlin – Wustermark. Schon 2013 wurde er für den Wettbewerb nominiert.

Damals schrieben seine Fans :

Mit Leib und Seele auf dem Zug

„Manche Zugbegleiter nuscheln, sprechen zu schnell oder zu langsam, stellen sich nicht namentlich vor, flüstern oder brüllen“, schreibt die Pendlerin Birgit Stärke. Ihr Lieblingszugbegleiter fährt auf dem RE1 von Magdeburg nach Frankfurt Oder und macht keinen dieser Fehler: Heiko Schmidt-Dworschak spricht seine Durchsagen klar verständlich und in einer sehr angenehmen Stimmlage. Auch insgesamt übt er seinen Job mit Leib und Seele aus: Noch nie hat sie ihn anders als gut gelaunt erlebt, immer hat er ein freundliches Wort für seine Reisenden. Sogar ungehaltene Fahrgäste kann er beschwichtigen, während er mit seiner umgänglichen Art den Pendlern den Tag erhellt. „Für mich ist er der Eisenbahner mit Herz“, schreibt die Einsenderin.

Bereicherung für gestresste Pendler

Man kann als Pendler noch so müde sein, wenn Heiko Schmidt-Dworschak die Ansage macht, ist alles bester Laune. Aber nicht nur Pendler gewinnt er mit seiner positiven Energie. Auch kleine Zugfahrer wissen, dass sie bei ihm ihren Fahrschein schon mal selber abknipsen dürfen. Eine echte Bereicherung bei der stressigen Pendelei, schreibt Nora Graff.

Heiko Schmidt-Dworschak, der Eisenbahner mit Herz, Foto: D.Weirauch

Vorschläge für 2016 gesucht

Danke Heiko Schmidt-Dworschak für die freundliche Art, aber auch danke an alle anderen  Zugbegleiter. Deren Namen sollte man sich merken, weil es  2016  wieder den Wettbewerb “Eisenbahner mit Herz”  geben wird. Sie tragen ja alle Namensschilder. Ich mache schon mal den Anfang und setze auf die Vorschlagliste: Frau Gillert, Frau Weinreich, Frau Wolf, Frau Wolter, Frau Sporn, Frau Lucke, Frau Koss, Frau Kuppler, Frau Meinhold, Herr Gillert, Frau Schmidt,   Frau Bahlin, Frau und Herr Ulke, Frau Hackbarth, Frau Schwentasch und  …………………….

Wer weitere Vorschläge hat, bitte melden !!!!

 

Reise

Mühlentag: Fahrländer Mühle

Mühle in Fahrland, am Rande von Potsdam, Foto: D.WeirauchMühle in Fahrland, am Rande von Potsdam, Foto: D.Weirauch

Die Historische Mühle von Sanssouci kennt wohl jeder Potsdamer. Aber die Bockwindmühle in Fahrland, einem Ortsteil der Landeshauptstadt ?

 

Für viele Potsdamer war es der wohl erste Besuch in der Bockwindmühle von Fahrland im Norden von Potsdam. Andere wiederum berichteten am heutigen Mühlentag von ihren Erlebnissen, die sie zu DDR-Zeiten in der Mühle hatten.

Mühlenexperte Claus Wartenberg

Mühlenexperte und Ortsbürgermeister Claus Wartenberg führte stündlich durch das technische Denkmal. Und er wusste viel zu berichten. Denn Claus Wartenberg ist von Hause aus Denkmalspfleger. Mühlenbesitzer Günter Watzke freute sich besonders, dass der Oberbürgermeister Jann Jakobs bei seinem Besuch heute Vormittag Hilfe zusagte. Die Mühle braucht jeden Cent.

Rund 200.000 Euro wird die Instandsetzung der in den letzten Jahren arg heruntergekommenen Mühle kosten.

Die meisten der 500 Besucher, die heute die Bockwindmühle besuchten, einte das Gefühl: die neuen Besitzer können es schaffen, dass sichin zwei bis drei Jahren die Windmühlenflügel wieder im Wind drehen können. Der große Vorteil: es gibt viele Zusagen der Hilfe, auch ein Mühlenbauer wurde gefunden und im Innern ist der Großteil des Interieurs noch erhalten.

Es machte Freude, wie die Dorfgemeinschaft heute  rund um die Mühle zusammensaß und fachsimpelte. Mit dabei u.a. der Bürgerverein Fahrland und Umgebung e.V., der Treffpunkt Fahrland e.V., die Freiwillige Feuerwehr Fahrland, die Angelfreunde Fahrland e.V. sowie der Werderaner Weinverein.

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Jahrelang verfiel die Mühle

Günter Watzke hatte die marode Bockwindmühle vor zwei Jahren bei einer Zwangsversteigerung erworben hatte. Aus Leidenschaft – die muss sehr groß sein, denn die Mühle hat gar keine Flügel mehr.

Bockwindmühle von Fahrland am Rande von Potsdam
Bockwindmühle von Fahrland am Rande von Potsdam

Bevor sie wieder in den Wind gedreht werden kann, sind umfangreiche Sicherungsarbeiten notwendig. So soll der Unterbau komplett entkernt und die Mühle als Ganzes einmal angehoben werden. Später folgen dann die Erneuerung der Außenhaut der Bockwindmühle sowie die Restaurierung des Innenlebens mitsamt Mahlwerk. Diverse Teile, wie der sogenannte Hammerbalken, auf dem die Mühlenkonstruktion ruht, muss komplett erneuert werden.

Einst Kulisse für DEFA-Filme

Übrigens, so weiß Watzke, war die Fahrländer Bockwindmühle bis 1968 in Betrieb, danach diente sie als Veranstaltungsort sowie als Kulisse für Filmaufnahmen. So wurde der DEFA-Märchenfilm „Der große und der kleine Klaus“ dort gedreht.

Fahrländer Mühle in den 70er Jahren auf einer Postkarte
Fahrländer Mühle in den 70er Jahren auf einer Postkarte

Weitere Infos gibt es hier auf der Mühlenseite der Fahrländer Mühle

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Gerade erschien ist die 3. Ausgabe der Mühlenzeitschrift Molina.

 

Hier kann die Zeitschrift bestellt werden.

Reise

“Bismarck-Museum” in Bad Kissingen

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Otto von Bismarck trank gern den Wein “Forster Ungeheuer”. Nicht nur in seinem Schloss Friedrichsruh bei Hamburg, sondern auch während seiner zahlreichen Kuraufenthalte in Bad Kissingen.

Original eingerichtete Bismarckwohnung

An den Reichskanzler wird dort in einem Museum erinnert. Es ist eines der originellsten Museen für Otto von Bismarck: das Bismarck-Museum in der Oberen Saline in Bad Kissingen.

Das kleine liebevoll gestaltete Bismarck-Museum befindet sich in sieben Räumen und einem großen Festsaal in der Oberen Saline. Lange waren die Räume, die der Reichskanzler Otto Fürst von Bismarck während seiner Kuraufenthalte in Bad Kissingen bewohnte, kaum bekannt. Jahrzhentelabng hatten nur eingeweihte zutritt. So überdauerten die räume weitgehend unversehrt die Zeiten.

Bismarck weilte 14 Mal in Bad Kissingen

Insgesamt 14 Mal weilte der erste Kanzler des deutschen Kaiserreiches von 1874 bis 1893 zur Kur in Bad Kissingen. Dementsprechend gibt es eine Menge erinnerungen an ihn. Das Bismarck-Museum gliedert sich in zwei Abteilungen: einmal die historische Bismarck-Wohnung mit dem originalen Interieur der Bismarck-Aufenthalte in Bad Kissingen und Museumsräume, in denen der Makrokosmos der Bismarck’schen Politik im Mikrokosmos des Weltbades Bad Kissingen gezeigt wird.

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Historische Bismarck-Wohnung

Die Stadt Bad Kissingen wirbt damit, dass ihr originelles  Bismarck-Museum das einzige Museum in der Bundesrepublik ist, wo Otto von Bismarck an einem historischem “Wohnort” Entscheidungen von weltpolitischer Bedeutung gefällt hat. Dazu gehören beispielsweise das sogenannte Kissinger Diktat aus dem Jahr 1877 und Bismarcks Entschließung vom Sommer 1880, mit der Arbeiterversicherung der staatlichen Sozialpolitik neue wege zu weisen. Auch nach seien Entlassung 1890 war es Bad Kissingen, wo Bismarck durch Reden und die damals übliche Entgegennahme von Huldigungen zum populärsten Mann des damaligen Deutschen Reiches wurde.

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Ja, man kann sagen, dass Bad Kissingen neben der Reichshauptstadt Berlin mehr als jede andere deutsche Stadt mit dem Leben und Wirken des Reichsgründers verknüpft war.

Übrigens kam Otto von Bismarck mit seinem eigenen Salonwagen nach Bad Kissingen. Der Salonwagen ist im DB – Eisenbahnmuseum in Nürnberg zu bestaunen.

Das museale Angebot ergänzen Ausstellungen und Veranstaltungen. Der Museumsshop lädt zum Stöbern ein.

  • Informationen zum Bismarck-Museum Bad Kissingen
  • Adresse: Museum Obere Saline, Obere Saline 20,  97688 Bad Kissingen, Telefon: (0971) 807-1230
  • Email: mos@stadt.badkissingen.de
  • Internet: https://www.museum-obere-saline.de/
  • Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag von 14 bis 17 Uhr
  • Eintrittspreise: Erwachsene 3, ermäßigt 1,50 Euro, Familienkarte (Eltern mit ihren Kindern)  6 Euro
  • Parken: Parkplätze (auch für Busse) sind an der Oberen Saline vorhanden.
  • Anfahrt: mit dem Stadtbus Linie 6, mit dem Fahrrad oder zu Fuß (ca. 3 km) auf der Salinenpromenade entlang der Fränkischen Saale, mit dem “Dampferle” ab Rosengarten bis zum “Bismarck-Denkmal”, ab dort ebener Fußweg (800 m).
  • Mehr Infos zu Otto von Bismarck gibt es hier: https://www.bismarck2015.com

 

Reise

Besuch bei Lange & Söhne in Dresden

Lange & Söhne in DresdenGesehen bei Lange & Söhne in Dresden: 1815 JAHRESKALENDER in Rotgold Foto: Lange & Söhne

Wenige Schritte von der Dresdner Frauenkirche entfernt kommen Uhrenliebhaber in der  Boutique von A. Lange & Söhne auf ihre Kosten. Ein Securitymitarbeiter öffnet freundlich die Tür. Im Flagshipstore von Lange & Söhne in Dresden geht es dezent zu. Interessenten können die aktuelle Kollektion der Feinuhrmacherei der im sächsischen Glashütte beheimateten Firma kennenlernen und sich mit den Ursprüngen und Werte der Traditionsmarke vertraut machen.

Potsdam

Bei Königin Luise in Potsdam

 

Im Cafe Franz. Schubert in Potsdam, Allee nach Sanssouci 2

Das war ein Käsekuchen – so wie einst bei Muttern ! Nach alten Rezept gebacken und genossen in  in gemütlicher Atmosphäre. Bei dem Wetter heute: Sonnenschein und eisiger Wind, stapfte ich vom Luisenplatz Richtung Grünes Gitter zum Schloss Sanssouci. Doch ein angenehmer Kaffeeduft ließ mich an der Allee nach Sanssouci innehalten. Das Cafe „Franz. Schubert“ war geöffnet und ich ging hinein.  In einer Stunde probierte ich zwei Stücke des leckeren Kuchens   und erfuhr wohl (fast) alles über die legendäre preußische Königin, die heute immer noch sehr beliebt ist. Unternehmerin  Barbara Schubert gilt  in Potsdam und darüber hinaus als so etwas wie die personifizierte Königin Luise. Und wirkt dabei preußisch bescheiden und tatkräftig – in all ihrem Tun. Und sie schaut über den Tellerand hinaus. So konnte sie mittlerweile auch den legendären Königin-Luise-Bund wieder begründen. Die „Luisen-Bräute“-Stiftung stattete seinerzeit mittellose junge Frauen mit einer Mitgift aus. Weil die Stiftung ihren Sitz in der Potsdamer Garnisonkirche hatte, wünscht sich Barbara Schubert, die Tradition der „Luisen-Bräute“ mit der nun bald wiederaufgebauten  Garnisonkirche in moderner Form  aufleben zu lassen.

Luise mein Schatz – komm uff`n Luisenplatz

Potsdam

Villen gucken: Exklusive Lage: Promi-Villen in Babelsberg

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Babelsberger Spaziergang am Griebnitzsee: ehemalige Bauleitung, Foto: D.Weirauch

Einem aufgeblättertem Geschichtsbuch und Architekturführer gleicht ein Spaziergang entlang der prächtig restaurierten Villen in der Villenkolonie Neubabelsberg. Ausgangspunkt für den Streifzug zu den Villen für die an der Potsdamer Konferenz von Juli bis August 1945 im Schloss Cecilienhof anwesenden Regierungschefs  der USA, England und der Sowjetunion und ihrer Delegationen an der Karl-Marx-  und Virchow-Straße ist der Bahnhof Griebnitzsee an der Rudolf-Breitscheid-Straße.

Villen gucken in Babelsberg

Truman Villa

Erste Station ist die Karl-Marx-Straße 2. In der 1891/92 für die Verlegerfamilie Carl Müller-Grote errichteten Villa residierte der amerikanische Präsident Harry S. Truman. Seit 1998 ist die Friedrich-Naumann-Stiftung Eigentümerin des Gebäudes. Im Garten ließ die der FDP nahestehende Stiftung Anfang der 2000er Jahre einen Büro-Flachbau errichten.

Die Trumanvilla, Foto: D.Weirauch
Die Trumanvilla in Babelsberg, Foto: D.Weirauch

Churchill Villa

Wenige Schritte weiter, an der Virchowstraße 23, steht „Haus Urbig“, eine von drei Bauten des berühmten Architekten Mies van der Rohe in der Villenkolonie. Während der Potsdamer Konferenz wohnten die britischen Premiers Winston Churchill und Clement R. Atlee in der zwischen 1915 und 1917 für den jüdischen Bankier Franz Urbig errichteten Villa. heute gehört die villa dem SAP-Unternehmer und Potsdamer Mäzen Hasso Plattner (Palais Barberini).

Villa Urbig, Virchowstraße 23, wurde von Ludwig Mies van der Rohe geplant, Foto: Weirauch
Villa Urbig, Virchowstraße 23, wurde von Ludwig Mies van der Rohe geplant, Foto: Weirauch

Stalins Domizil

Auf dem Weg Richtung  Stalin-Villa kommen wir an weiteren interessanten Gebäuden vorbei. In einigen von ihnen wohnten Stars der benachbarten  Filmstadt Babelsberg, in anderen Industrielle aus Berlin. Leider können nicht mehr alle Villen vom ab 1990 direkt am Griebnitzsee entlangführenden Uferweg besichtigt werden. Denn von der Wasserseite aus sind die Villen am schönsten. Seit einigen Jahren sind Teile des Weges wegen Eigentumsstreitigkeiten gesperrt. Fast am Ende der Karl-Marx-Straße Richtung Babelsberger Park eine weitere Berühmtheit: die “Villa Herpich”, heute Sitz des Bauindustrieverbandes. In das 1910/11 von Alfred Grenander für den Teppichfabrikanten Paul Herpich errichtete Haus zog 1945 während der Potsdamer Konferenz Stalin ein.

Die sogenannte Stalinvilla in Babelsberg, Foto: Weirauch
Die sogenannte Stalinvilla in Babelsberg, Foto: Weirauch

Sehenswert: Villa Sarre

Gegenüber wandern wir den Bergweg hoch und stehen in der Spitzweggasse 6 vor der „Villa Sarre“. Die Turmvilla ließ sich Friedrich Sarre 1906 bauen und gestaltete sie ganz nach seinen Interessen als Kunsthistoriker und Archäologe. In einem Arkadengang unter dem Walmdach ist ein zwölf Meter langer Löwenfries aus blauen Kacheln zu sehen. Das Original befindet sich im Berliner Pergamonmuseum. Mit dem kleinen Landhaus in der benachbarten Nummer 3 gab Ludwig Mies van der Rohe sein Debüt als Architekt.

Villen der Stars

Übrigens blieb nach dem Ende der Potsdamer Konferenz die Rote Armee in Babelsberg und zäunte das Viertel ein. Als sich 1952 die Sowjets zurückzogen, lag die Villenkolonie mitten im Grenzgebiet der damaligen DDR und durfte nur mit einem besonderen Ausweis betreten werden. Kindergärten und Behörden zogen in die Gebäude ein, auch Einrichtungen der Stasi. In elf Häusern, darunter die Urbig-Villa und das Haus Wentzel-Heckmann, residierte beispielsweise die Hochschule für Film und Fernsehen “Konrad Wolf”.

Nach der Wende erhielten die Alteigentümer beziehungsweise deren Erben die Gebäude in meist desolatem Zustand zurück, verkauften die Villen oder ließen sie denkmalgerecht sanieren. Regelmäßig veranstalten Reiseführer Wanderungen zu den Villen der Teilnehmer der Potsdamer Konferenz sowie zu den Villen der berühmten Schriftsteller, Verleger, Filmgrößen, Maler und Künstler. Heinz Rühmann, Marika Rökk, Marlene Dietrich, Fritz Lang, Hans Albers, Asta Nielsen, Angelica Domröse und Winfried Glatzeder hatten dort ihr Zuhause.

S-Bahnhof-Griebnitzsee, Foto: D.Weirauch
S-Bahnhof-Griebnitzsee, Foto: D.Weirauch
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