FontaneSchlösser und Burgen

Preußische Sehnsuchtsorte,Teil 2: Paretz

Schloss Paretz im HavellandSchloss Paretz im Havelland, Foto: Weirauch
Schloss Paretz Foto: Weirauch

Zu den Sehnsuchtsorten in Brandenburg gehört Paretz mit dem Schloss der Königin Luise. Ruth Cornlesen vom gleichnamigen Schulbuchverlag und die Freunde der Preußischen Schlösser und Gärten halfen mit viel Geld, um aus dem verschandelten Schloss wieder ein Schmuckstück zu machen.

Und der Ort gewinnt immer mehr. Seit meinem Besuch 2008 hat sich viel verändert, obwohl einige Häuser mit dunklem DDR-Grauputz immer noch die Straße am Schlosss verschandeln, die Freundlichkeit und die Qualität der Speisen im “Gotischen Hauses” verbesserungsbedürftig sind.

Es tut sich aber viel. Auch, weil Helga Breuninger, den Freunden aus Süddeutschland bestens bekannt durch die gleichnamige Kaufhauskette, sich vor einigen Jahren in den Ort verliebt hat. Lokale Initiativen, einige bereits vor der Wende gegründet,  tun ihr Übriges. Mittlerweile gibt es auch wieder Übernachtungsmöglichkeiten und Angebote für Kinder,  wie der Storchenhof der Familie Hipp. Elke Backkhaus lädt dazu ein, auf  ihrer Louise-Kult-Tour auf den Spuren der beliebten Königin zu wandeln. Mittlerweile gibt es auch eine überregionale Königin-Luise-Route, leider kaum bekannt. Paretz lebt von den Vereinen, wie dem Paretzer Liebhabertheater, dem Verein historisches Paretz, der Feuerwehr  und vielen anderen engagierten Einwohnern. So dem Hobby-Müller Willi Schwetzke in seiner Bockwindmühle.

Nun entsteht die Paretz Akademie, finanziert von der Helga Breuninger Stiftung. Die Stifterin will mit der Paretz Akademie einen besonderen Ort der Begegnung schaffen, vergleichbar zu ihrer internationalen Konferenzinsel Wasan Island in Kanada (www.wasan-island.de). An der Paretzer Schleuse entsteht ein kreativer Lernort für Bildung und Beteiligung. Die Stifterin selbst nennt es ein „kreativen Ort des Lernens“. Vor allem geht es bei der Akademie um Bildung. In Paretz sollen Lehrer, Schüler und Eltern aus ganz Deutschland zusammen kommen, um von anderen, erfolgreicheren Bildungseinrichtungen zu partizipieren. Zweiter Schwerpunkt sind Kurse für Menschen aus Verwaltung, Politik und Bürgerschaft, um ihnen mehr Kompetenzen für demokratische Beteiligungsprozesse zu vermitteln. „Unsere Akademie ist nicht zuletzt auch ein Treff für Stiftungen aller Art, die hier lernen, mit öffentlichen Verwaltungen effizient zusammen zu arbeiten“. Und es soll um demografischen Wandel gehen, spannende Themen allemal.

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Dem Vorhaben im Havelland kann ich, selbst mittlerweile ein so genannter Best Ager, nur viel Glück wünschen.

Hier geht es zur Seite der Helga – Breuninger – Stiftung und hier zur Homepage der Stiftung Paretz..

Literaturtipp: sehr gut beschrieben ist Schloss Paretz und seine wechselvolle und zugleich spannende Geschichte im Band “Burgen, Schlösser und Herrenhäuser in Brandenburg”, herausgegeben vom “Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark“. Das Buch erschien im L & H Verlag und kostet  24,80 Euro.

Ebenso hat der Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark (in der Deutschen Gesellschaft)  in seiner Grauen Reihe eine Monographie zu dem Schloss herausgebracht. Das Heft ist gegen eine Spende beim Freundeskreis erhältlich. Adresse: Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark in der Deutschen Gesellschaft e. V., Voßstr. 22, 10117 Berlin
E-Mail: freundeskreis@deutsche-gesellschaft-ev.de

 

 

Schlösser und Burgen

Verwunschene Roseburg im Harz

Wirkt mittelalterlich: die Roseburg bei Ballenstedt, Foto: D.WeirauchWirkt mittelalterlich: die Roseburg bei Ballenstedt, Foto: D.Weirauch

Der Harz ist reich an Burgen, Schlössern, Stiftskirchen, Klöstern sowie Kaiserpfalzen. Meist sind die Bauten viele hundert Jahre alt. Mit Abstand das jüngste Schloss im Harz ist die auf einem Felsrücken aus Muschelkalk in Rieder, einem Ortsteil von Quedlinburg, errichtete Roseburg. Das weiträumige Areal mit den aus verschiedenen Baustilen zusammengewürfelten Gebäuden mutet wie ein Märchenschloss an. Es stammt aber aus der Neuzeit, wurde ab 1907 von einem bekannten Berliner Architekten errichtet. Bernhard Sehring galt zu Lebzeiten (1855-1941) als einer der Großen seiner Zunft in Deutschland. Von Sehring  stammen unter anderem das Theater des Westens in der Nähe des Berliner Bahnhofes Zoo, das Staatstheater in Cottbus, das Schauspielhaus in Düsseldorf sowie die Stadthalle in Görlitz. Für seine Entwürfe für die Berliner Museumsinsel erhielt der 1855 geborene Architekt im Jahr 1881 den renommierten Schinkelpreis. In Berlin gestaltete er auch das Künstlerhaus St. Lucas in Charlottenburg.

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Harzer Schloss Neuschwanstein

 

Dem Harz und der Gegend um Quedlinburg war der Architekt sehr verbunden. So entwarf Sehring auch die  Walpurgishalle auf dem Hexentanzplatz bei Thale. Dass Sehring mit der zwischen Gernrode und Ballenstedt gelegenen Roseburg sein Märchenschloss schuf, ist nur wenigen bekannt. Es ist eine Sensation, was man zu sehen bekommt, wenn man den Aufstieg zur Schlosspforte geschafft und den Eingang der eineinhalb Kilometer langen Umfassungsmauer durchschritten hat.

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Nach Jahren des Verfalls kümmern sich ein Verein sowie der neue aus Berlin stammende Eigentümer Rudolf Illmer um das skurrile Areal, das Architekt Sehring auf den Grundmauern einer bereits 963 erstmals urkundlich erwähnten Burg ab 1905 am Rande des Harzes als Alterswohnsitz gestaltete. Die Roseburg war nicht nur sein Sommersitz, sondern auch ein Ausstellungsort der bei seinen unzähligen Italienreisen zusammengetragenen Kunstwerke.

Sehenswerter Garten

Die eindrucksvolle, aber weitgehend aus Beton errichtete Burganlage hat keinerlei Vorbild in der Landschaft des sie umgebenden Harzes. Sehenswert ist auch der nach Prinzipien der englischen Parkarchitektur gestaltete Garten sowie der frühbarocke italienische Teil. 100 Meter lang ist die Wasserkaskade, die im Sommer zahlreiche Gäste zum Verweilen einlädt. In einem Aussichtsturm befindet sich ein Mausoleum. Sehring selbst, dem später das Geld für die Komplettierung der Anlage fehlte, wurde dort aber nicht beigesetzt.

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Spannend ist auch der mittelalterliche Wehrgang. Viele Besucher genießen einfach den Ausblick auf die weiten Wälder des Harzes oder einfach hinüber zum Schloss von Ballenstedt, wo Preußens Gartendirektor Peter Joseph Lenné einen bezaubernden Garten am Schlosshang gestaltete. Dieser wie auch der Park der Roseburg gehört zu 43 Parkanlagen in Sachsen-Anhalt, die sich den Besuchern im Netzwerk Gartenträume präsentieren. Ein Restaurant auf der Roseburg lädt Wanderer zu beschaulicher Rast ein. Regelmäßig finden mittlerweile auch kulturelle Veranstaltungen statt.

Hier finden Sie weitere Reisetipps für den Harz.

Informationen zur Roseburg

Im Internet: | www.roseburg-gartentraeume.de, 

www.roseburg-harz.de

Öffnungszeiten: Nov. – März 11.00 – 16.00 Uhr
April – Okt. 10.00 Uhr – 18.00 Uhr
Einlass bis 17.30 Uhr
Eintritt: Erwachsene 3 EuroFührungen auf AnfrageDas Mitführen von (angeleinten) Hunden ist erlaubt!Anschrift: Roseburg, 06493 Ballenstedt / OT Rieder

Buchtipp: Anke Werner: Gartenträume, Historische Parks in Sachsen-Anhalt, Kulturreisen in Sachsen-Anhalt
Band 3, Fotografien von Janos Stekovics, Verlag Stekovics, 12,80 Euro

Hier gibt es weitere Tipps für den Harz.

 

Best Ager

Typfasten mit Ralf Moll

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Diäten bringen nichts. Das sind auch meine Erfahrungen. Irgendwann setzt der Jojo-Effekt ein. “Was haben wir schon alles in den letzten Jahren ausprobiert.” Nichts habe so  richtig geholfen,  höre ich immer wieder.Typfasten mit Ralf Moll.

Fasten auf Sylt, Foto: D. Weirauch

Auch die oft praktizierte Methode „FdH“ führt zu einem Basen- und Nährstoffmangel mit vielen sauren Zwischenprodukten im Stoffwechsel. Warum also nicht einmal in schöner Umgebung, auf La Palma, mit netten Menschen zusammen Fastenwandern zu praktizieren ? Wir haben es nun ausprobiert und waren begeistert.  Unser Fastenleiter Ralf Moll gilt als Erfinder des Typfastens, einer Weiterentwicklung der Fastenmethode nach dem Arzt Otto Buchinger.

Von Ralf Moll sind unter anderem folgende Bücher erschienen: Schlank statt sauer – mit Gisela Held und “Individuell fasten”  (beide im Südwest Verlag).

Nein,  keine Nulldiät oder nur dünne Suppen. Sondern sonnengereifte Früchte (Früchtefasten),  frisch gepresste Säfte oder leckere  Gemüsesuppen (Suppenfasten) kamen auf den Tisch.  Für viele ist das Einstellen des Körpers auf einen gesunden Säure-Basen-Haushalt der erste Schritt zu einem gesunden Leben. Denn nichts steht dem Wunsch nach Gewichtsabnahme mehr im Weg als ein übersäuerter, blockierter Stoffwechsel.
„Fit in 7 Tagen“,  Energie tanken, seine Akkus wieder auffüllen, sich verwöhnen lassen und sich einfach wieder wohl fühlen in „seiner Haut“, das ist das Ergebnis nach einer Woche Typfasten.

Typfasten mit Ralf Moll

Der schönste Nebeneffekt: wir sind gewandert und haben die wohl  schönste Insel der Kanaren La Palma mit ihren vielen Eigenheiten bei ausgiebigen Wanderungen kennengelernt. Und besonders beeindruckt haben während oftmals anstrengender Wanderungen die grandiosen Ein- und Ausblicke in die Landschaft. Der Roque de los Muchachos und die Caldera de Taburiente sind uns nun gut vertraut. Aber auch Tazacorte, Puerto Naos oder Los Llanos de Ariadne haben wir besucht.

Fasten liegt deutschlandweit und darüber hinaus im Trend.

Davon zeugt die wachsende Zahl von Fastenwandergruppen und Fastenhäusern zwischen Nordsee, Schwarzwald, Allgäu und Österreich. So ist Fastenwandern in der Toskana oftmals ein Jahr im Voraus ausgebucht.
Auch Fasten und Reiten sowie Fasten und Golfspielen werden angeboten.
Ebenso Fasten und Tanz, der Beispiele gibt es viele.
Fragen werden meistens gern beantwortet. Aber es gibt auch Fastenleiter, die nur das Notwendigste sagen. Darunter leiden vor allem Erstfaster. Der Erfahrungsbericht der Schweizer Schriftstellerin Blanca Imboden auf ihrer Homepage ist nur die sogenannte Spitze des Eisberges.
Eine gute Hilfe bei der Vorbereitung ist die Homepage von Familie Engel aus Hittisau in Österreich. Immer gelobt werden u.a. der Bachtelhof , der renommierte Fastenarzt Dr. med. Henk C.  Hietkamp im Gräflichen Parkhotel zu Bad Driburg (Detox und FX-May) sowie Menschels Resort ind Bad Sobernheim  (Felke-Kur) sowie das traditionelle und auch modifiziert angebotene Fasten in verschiedenen Klöstern. Bekannt ist dafür u.a. das Kloster Hegne der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz am Bodensee im Landkreis Konstanz in Baden-Württemberg.

Empfehlenswert ist immer auch ein Blick in entsprechende Foren, so auf Fasten für alle und Heilfastenkur.de
Fasten liegt ist Trend. Das befand auch mehrmals, 2007 (Autor: Jörg Blech) und zuletzt in einer Titelgeschichte  2011 der Spiegel.

Fasten hilft bei vielen Beschwerden

Gesundheitsexperten empfehlen bei bestimmten Krankheiten, wie Diabetes Typ 2, Fettstoffwechselstörungen, Übergewicht, Gelenk-, Muskel- und Sehnenbeschwerden, zu fasten. Doch die Diskussion dazu ist kontrovers.  Für das Gesund Magazin und die Tageszeitung Die Welt schrieb ich mehrmals ausführlich über meine ganz eigenen Erfahrungen des Fastens.

Heilfasten ist keine Nulldiät, sondern trainiert die Bereitschaft, verzichten zu können und bewusst etwas für die Gesundheit zu machen. Ich jedenfalls fühle mich nun wieder topfit.
Mein wichtigster Tipp aber an die Fasteninteressenten: wählt den Veranstalter gut aus, schaut nicht nur auf die Homepage,  sondern hört Euch bei fastenerfahrenen Freunden um. Es wird höchste Zeit, das Fastenhäuser, Fastenleiter und Fastenhotels regelmäßig zertifiziert werden. Denn nur so kann Qualität bewertet werden. Sonst mehren sich bald die Stimmen, dass Fastenwillige nur abgezockt werden. Von gesundheitlichen Sorgen einzelner Fastender und Kommunikationsproblemen in der Gruppe  wegen fehlender Sozialkompetenz der Fastenleiter ganz zu schweigen.

Typfasten mit Ralf Moll

Wir machten mit dem Team von Ralf Moll bereits das 2. Mal beste Erfahrungen. Übrigens kommen 75 Prozent der Teilnehmer bei Typfasten wieder: in das  Fastenhaus im Schwarzwald oder eben nach La Palma oder in die Toskana. Schaut selbst, die Bilder erzählen „Lachen ist basisch“.

Typfasten mit Ralf Moll, Foto: Weirauch
Typfasten mit Ralf Moll

 

Typfasten mit Ralf Moll
Typfasten mit Ralf Moll
Best Ager

Besuch im größten Bunker Berlins

Unter den noch erhaltenen Bunkern in Berlin gilt der Hochbunker Heckeshorn auf dem Gelände des DRK-Blutspendedienstes als Exot. “Mit seinen sechs Ebenen ister der stabilste und größte Berlins”, sagt Reiner Janick. Er gehörte 1997 zu den Gründern des Vereins Berliner Unterwelten und kennt alle wichtigen Bunker in der Stadt und im Umland. In Berlin gibt es noch 250 bis 300 intakte oder teilweise zugeschüttete Anlagen. Rund 1000 gab es im Zweiten Weltkrieg.

Unlängst führte Janick durch den Koloss in Heckeshorn mit vier Meter dicken Wänden und Decken. Die Besucher waren erstaunt sein: In dem 20 Meter hohen sowie breiten und 70 Meter langen Bauwerk kann innerhalb von 48 Stunden ein komplettes Krankenhaus in Betrieb genommen werden. Alle Anlagen sind intakt. Der Verein hat vom Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf den Auftrag erhalten, die Funktionsfähigkeit zu gewährleisten.

Dafür dürfen die Bunkerexperten in der von 1941 bis 1943 nach Plänen des Zehlendorfer Architekten Eduard Jobst Siedler gebauten Anlage Führungen anbieten. Sie diente dem Stab der Luftflotte Mitte – ab 1944 “Luftflotte Reich” – als Befehlsstand, weiß Janick. “Von hier aus wurde die gesamte Luftverteidigung in einem Umkreis von 200 Kilometern geleitet. Auch wurden die Befehle, wann genau die Sirenen zu heulen hatten, gegeben. Später verschanzte sich der Wehrmachtsführungsstab auf seiner Flucht von Wünsdorf in Richtung Flensburg für kurze Zeit im Bunker. Es soll auch Überlegungen gegeben haben, Hitler dort unterzubringen. “Es existiert kaum ein so spannender Ort wie dieser, der bis in die Neuzeit funktioniert,” sagt Historiker Janick. Während der Berlin-Blockade 1948/49 nutzte die Landespostdirektion den Bunker als Sendestelle für die drahtlosen Fernsprechverbindungen mit West-Deutschland. Später war dort die Radio-Sendestation des “Rias”-Vorläufers “Dias”. Nach Fertigstellung des Sendemastes auf dem Schäferberg wurden einige Räume für die Pathologie der benachbarten Lungenfachklinik Heckeshorn genutzt.

Besuch im größten Bunker Berlins

Für rund acht Millionen D-Mark wurde der Bunker ab 1986 komplett umgebaut. Seine neue Zweckbestimmung: ein Notkrankenhaus für 600 Personen. Das Krankenhaus sollte im “Ernstfall” 407 Patienten, 120 Ärzte und Pfleger aufnehmen. Noch vier Jahre nach dem Fall der Mauer war das Krankenhaus einsatzbereit. 2001 erfolgte dann der Rückbau. Die komplette medizinische Ausstattung wurde an ehemalige Gegner im Kalten Krieg verschenkt. Allerdings, so Janick, unterliegt die Anlage noch heute der sogenannten Zivilschutzbindung. Im Bunker befinden sich heute neben den vier Operationssälen und der Röntgenabteilung auch zahlreiche Bettenräume sowie zwei Notstromaggregate, eine große Luftschutzanlage, die Wasserversorgung mit Tiefbrunnen sowie ein Aufzug und Großküche. Im Vergleich zu den übrigen 22 Zivilschutzanlagen Berlins, die eine maximale Aufenthaltsdauer von bis zu 14 Tagen gewährleisten, soll der Hochbunker 40 Tage sicher sein.

Reiner Janick möchte mit dem Verein Berliner Unterwelten dieses einmalige Gebäudeensemble der Öffentlichkeit zugänglich machen. Sein Wunsch ist, dass der Ernstfall – terroristische Anschläge, Giftgaskatastrophen, Flugzeugabstürze oder andere große Unglücke – niemals eintritt.

Potsdam

Karl Foerster Stauden in Bornim

Karl Foerster Garten Potsdam

Herbstbesuch bei Karl Foerster.  Sein Garten und Haus sind ein Mekka für Gartenfreunde. Zumal es in der benachbarten Gärtnerei jede Menge Pflanzen gibt.  Und Tipps gratis dazu. 1910 erwarb Karl Foerster in Potsdam-Bornim, nördlich von Park Sanssouci, ein 5.000 Quadratmeter großes Areal. Die Gegend gehörte zu der von Peter Josef Lenné verschönerten Landschaft um Potsdam. 1911 wurde das Wohnhaus im Landhausstil errichtet und bis 1912 entstanden auf dem ehemaligen Ackergelände ein Schaugarten und eine Anzuchts- und Versuchsfläche für Stauden. Hier testete Foerster viele seiner Züchtungen auf ihre Widerstandsfähigkeit und Frosthärte. Der Garten und das Wohnhaus stehen seit 1981 unter Denkmalschutz. Im Rahmen der Bundesgartenschau in Potsdam 2001, wurde der Garten in enger Zusammenarbeit von Marianne Foerster und dem Berliner Gartenarchitekt Martin Heisig, der von 1957-1960 eine Gärtnerlehre bei Karl Foerster absolvierte, wieder instand gesetzt und der Öffentlichkeit dauerhaft zugänglich gemacht.

Mit nur einem Besuch erschließt sich der Reichtum, den wir Karl Foerster verdanken, sicherlich nicht. Deshalb lohnt es sich durchaus, die Anlage zu den verschiedenen Jahreszeiten zu besuchen.

Karl Foerster legte stets großen Wert darauf, dass sein Bornimer Garten jedem interessierten Besucher offen stand. Marianne Foerster, die im März 2010 verstarb, führte diese Tradition bis zu ihrem Tode fort.

Bereits im Jahr 2001 wurde durch den Stifter Wolfgang Behr die Marianne Foerster-Stiftung gegründet, die von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in Bonn treuhänderisch verwaltet wird. Aus den Erträgen des Stiftungskapitals werden Pflege und Erhaltung des Anwesens gefördert.Mehr Informationen über den Karl-Foerster-Garten gibt es hier: www.denkmalschutz.de/foerstergarten.html

Übrigen sind Zustifter willkommen.Nun wird der Wissenschaftliche Beirat der Marianne Foerster-Stiftung gemeinsam mit dem Testamentsvollstrecker zunächst Lösungen insbesondere für die denkmalgerechte Bewahrung von Haus und Inventar erarbeiten. In einigen Räumen des Obergeschosses soll ein fachkundiger Bewohner einziehen. Der für das Leben und Werk von Karl und Marianne Foerster wichtige Erdgeschossbereich soll sorgsam dokumentiert, inventarisiert und soweit möglich in der überkommenen Gestalt bewahrt bleiben. Zu besonderen Anlässen sollen diese Räume auch interessierten Besuchern zugänglich sein.

Da das Anwesen außen wie innen restaurierungsbedürftig ist, will die Marianne Foerster Stiftung und ihr Wissenschaftlicher Beirat in den kommenden Jahren die Bemühungen intensivieren, Mittel für die würdevolle Erhaltung des Gebäudes einzuwerben. Ein weiterer Schwerpunkt ist die fachliche und finanzielle Unterhaltung des bedeutendsten Privatgartens Potsdams.

1 Stunde wegFontaneSchlösser und Burgen

Ausflugstipp: Schloss Paretz

paretzSchloss Paretz im Havelland, D.Weirauch

Seit zehn Jahren gibt es das Schlossmuseum in Paretz, dem lieblichen kleinen Dorf im Havelland, gleich hinter Potsdam gelegen. Von Berlin sind es eine knappe Autostunde. Die königlichen Wohnräume des Erdgeschosses mit ihren Möbeln, Gemälden, Grafiken und den berühmten Paretzer Papiertapeten waren vor zehn Jahren im Schloss Paretz  erstmals seit Jahrzehnten wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Hier der Ausflugstipp: Schloss Paretz.

Schloss Paretz im Havelland
Schloss Paretz im Havelland

Anlässlich des 10jährigen “Schlossgeburtstages”  gibt es  am 30. Oktober vielfältige Aktionen, kann im Schloss und Ort Paretz Neues entdeckt und Altvertrautem wieder begegnet werden.  Das Schloss Paretz kann an diesem Tag entweder individuell oder im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Die Schlossführung “Was gibt’s da noch im Schloss zu sehen ?” bietet Gelegenheit, auch Bereiche des Hauses kennen zu lernen, die dem Publikum sonst verschlossen bleiben.

“Amouren bei Hofe”

Die Theater-Führung “Amouren bei Hofe” entführt in die Zeit vor 200 Jahren und macht mit den Sitten und Gepflogenheiten des höfischen Lebens  am Schloss Paretz vertraut.

Kastellan Matthias Marr von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin Brandenburg, und Susanne Weber von der von der Stuttgarter Kaufhauserbin Helga Breuninger initiierten Stiftung Paretz geleiten Gäste durch den Ort und zeigen, wie inmitten des von dem Berliner Stararchitekten David Gilly geplanten und umgesetzten Musterdorfes heute  Altes und Neues aufeinander treffen.

Kinderführung   “Eingezwängt und trotzdem frei”

Für die kleinen Gäste von Schloss Paretz steht die Kinderführung   “Eingezwängt und trotzdem frei” auf dem Programm, bei der sich Mädchen und Jungen im Alter von 5–12 Jahren kostümieren können.

Übrigens findet sich ein umfangreicher von mir geschriebener Beitrag über das bürgerschaftliche Engagement der verschiedenen Stifter, so Ruth Cornelsen für die Schloßtapeten, oder auch der Stifter für den Eiskeller und das Pumpenhaus in der Berliner Morgenpost.

Die Stifterin aus Stuttgart

Bedauerlich ist, dass es wegen des Engagement von Frau Breuninger in dem Dorf bei Potsdam zu Dissonanzen  mit der  alteingesessenen Dorfbevölkerung kommt, wie der Beitrag in der MAZ Havelland aufzeigt.

Ausflugstipp: Schloss Paretz

Eines ist jedoch klar: nur von Luft und Liebe allein kann so ein Museumsdorf  nicht erhalten werden.  Und Arbeitsplätze in der früheren LPG oder dem Volkseigenen Gut gibt es längst nicht mehr. Da bleibt vor allem das Tourismusgewerbe: Pensionen und Gastronomie.  Und einige historische Gebäude, gerade in Schlossnähe, brauchen dringend mehr als eine Auffrischungskur. Der graue trostlose DDR-Kratzputz und der Zahn der Zeit nagen an der Bausubstanz, etwa dem Schüttboden und früheren Amtshaus.

Paretz ist heute ein Ortsteil der Stadt Ketzin/Havel. Es ist mit seiner unberührten Natur und seiner vielfältigen Tierwelt ein reizvolles Ausflugsziel des Landes Brandenburg und lädt zu ausgedehnten Spaziergängen, Wander-, Rad- oder Bootstouren auf der Havel ein.

Auf dem Königsweg von Potsdam nach Paretz

Paretz hat mehr Glück als das benachbarte Marquardt, übrigens beide Orte waren zu Lebzeiten von Preußenkönig Friedrich Wilhelm III. und Königin Luise, durch einen Luisen-Weg entlang der Wublitz miteinander verbunden. In Marquardt hält seit Anfang der 90er Jahre ein Immobilienbesitzer aus München das Schloss fest in seinem Portfolio. Immer wieder bietet er es zum Verkauf an, nichts passiert. Das Schloss, einst als Kempinski-Hotel des feinen Berlins in den 20er und 30er Jahren eine Topadresse, verkommt.

Schloss Paretz im Havelland
Schloss Paretz im Havelland

Und Berliner und Touristen aus aller Herren Länder sollten in Paretz als Freunde und nicht als Eindringlinge begrüßt werden. Zu wünschen wäre auch, dass wie in den 20er Jahren wieder mehr Gaststätten für das leibliche Wohl der Gäste sorgen.

Storchenhof der Familie Hipp

Mit dem gastfreundlichen Storchenhof hat Claudia Hipp und ihr Team bereits einen guten Anfang gemacht. Auch das Schülercafe in der von der Stiftung Paretz aufwendig sanierten Kulturscheune kann, wenn es denn mal geöffnet hat, den ersten Kaffeedurst stillen. Und endlich gibt es neben dem Storchenhof, in dem auch ein großer Seminarraum, zum Tagen gemietet werden kann und bis zu 20 Personen in schicken Zimmern wohnen können, auch wieder eine Luisen-Pension im Ort. Stilvolles Wohnen im Landhaus Luise. Einfach toll.

Und wer will, der kann sich höchstselbst mit einer kostümierten Königin (Elke Backhaus)  auf eine facettenreiche Louisen-Kult-Tour begeben.

Weitere Informationen auf der Homepage der Stiftung Paretz.

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