Reise

Ein Muss: Besuch auf dem Keukenhof

keu2Keukenhof mit Gärtner: © Keukenhof;

Das Blumenparadies „Keukenhof“ bei Lisse, nicht weit von Amsterdam entfernt, gehört zu den Sehenswürdigkeiten in den Niederlanden. Im mehr als 30 Hektar großen Keukenhof, auf Deutsch „Küchenhof“, blühen im Frühjahr über sieben Millionen Blumen. Er gilt weltweit als die wohl beste Möglichkeit, die verschiedenartigsten Tulpensorten zu bewundern. Glaubt man den Führern dort, so soll es mehr als 100 Varianten an Tulpen geben. Es lohnt sich also, den Besuch in Amsterdam mit einem Abstecher nach Lisse zu verbinden.

Einzigartige Farbenpracht auf dem Keukenhof

Schon die Anfahrt mit dem Auto oder auch mit dem Fahrrad lässt den Farbenreichtum im Keukenhof erahnen. Die Blumenzwiebeln, darunter Tulpen, Narzissen, Hyazinthen, Kaiserkronen, Iris, Lilien und Gladiolen, blühen ab Mitte April und berauschen mit ihrem Farbenreichtum. Die Gartenfachleute geben Tipps für die Gestaltung heimischer Beete.

Skulpturen inmitten der Blumen

Etwa 90 Lieferanten sind dafür verantwortlich, dass es jedes Jahr wieder die schönsten Zwiebelblumen zu sehen gibt. Der 32 Hektar große Park mit mehr als 2.500 Bäumen ermöglicht auf 15 Kilometern genussvolles Flanieren. Ebenso finden wechselnde Kunstausstellungen auf dem Keukenhof statt. Regelmäßig zu sehen sind auch 150 Skulpturen von 50 Künstlern. In Pavillons werden zudem verschiedene Blumenschauen präsentiert. Und zu kaufen gibt es jede Menge, vor allem Tulpenzwiebeln aus Amsterdam.

Buntes-Tulpenfeld, Quelle: NBTC
Buntes-Tulpenfeld, Quelle: NBTC

Tulpenregion um Amsterdam

Der Keukenhof liegt in der sogenannten holländischen Tulpenregion, der Bollenstreek. Von hier aus kann man mit dem Fahrrad in die umgebenden Orte oder bis nach Amsterdam fahren. Die meisten Tulpenbetriebe in Holland liegen im Noordoostpolder, in der Provinz Flevoland und in der Gegend namens Kop van Noord-Holland. Der Kop ist gar das größte zusammenhängende Blumenzwiebelgebiet in Holland. Alle drei Tulpen-Gegenden sind mit dem Auto nur eine halbe Stunde von Amsterdam entfernt. Die größte Blumenauktion der Welt, FloraHolland in Aalsmeer, liegt auch nur 30 Minuten von der niederländischen Hauptstadt entfernt.

Sehenswert sind auch die dem Keukenhof benachbarten Windmühlen. So findet man gleich 19 Stück, nebeneinander aufgereiht im Ort Kinderdijk.

Infos zum Keukenhof bei Lisse

  • Länderinfo | https://www.holland.com/de/tourist.htm
  • Info: | www.keukenhof.nl
  • geöffnet: | Mitte März – Mitte Mai tgl. 8 – 19.30 Uhr
  • Länderinfo | https://www.holland.com/de/tourist.htm
Potsdam

Der Potsdam-Band

Potsdam Stadtschloss Landtag BrandenburgFoto: Bachtage Potsdam
Fortunaportal Potsdam
Fortunaportal Potsdam

Das ist ein Buch. Schwergewichtig in der Tat: rund fünf Kilogramm schwer. Oder noch mehr ?

Und fulminat, 30 x 40 Zentimeter.

Der in Potsdam beheimatete Verlag “h.f.ullmann” hat mit dem opulenten Bild-Text-Band „Potsdam –  Kunst, Architektur und Landschaft“ die mit dem UNESCO-Welterbestatus geadelte Potsdamer Kulturlandschaft in XXL vorgelegt. Das Standardwerk für die nächsten Jahre, so die Meinung von Experten.

Zwei Jahre hat der Fotograf Achim Bednorz mit der Dresdner Autorin Barbara Borngässer an dem Werk gearbeitet. Das Ergebnis adelt. Es ist wahrlich gelungen.

Vor einer ausführlichen Rezension nur so viel: Neben den Schlössern und Gärten werden auf 444 Seiten auch Sacrow, der Pfingstberg, Paretz und Caputh, die Pfaueninsel und zahlreiche Pretiosen der Stadt Potsdam vorgestellt. Einfühlsam und kenntnisreich u.a. das neue Stadtschloss (Landtag), das Alte Rathaus, die Stadttore und das Holländische Viertel, die Nikolakirche, Glienicker Brücke, der Wissenschaftspark auf dem Telegraphenberg sowie Villen des 20. Jahrhunderts. Selbst das Treppenhaus im heutigen Forum für Wissenschaft am Neuen Markt (dem Potsdam-Museum), die Halle der Biosphäre sowie das Hans-Otto-Theater fehlen nicht.

Jede Zeit hat ihren Potsdam-Band, ob Max Baur, Ernst Eichgrün oder wie sie alle heißen die Meister der beobachtenden und abbildenden Fotografie. Jetzt nun Achim Bednorz. Rolf Tomann ist der Herausgeber.

So einen Bildband gibt es selbst über Berlin noch nicht.

Preis: 79.00 Euro (Einführungspreis), ab Januar 2014: 99 Euro

 

Reise

Der Potsdamer Ortsteil Sacrow

Blick auf ein Doppelhaus in SacrowBlick auf ein Doppelhaus in Sacrow

Wunderschön zwischen Buchenwäldern und Seen eingebettet liegt Sacrow. Der kleine beschauliche Ortsteil von Potsdam grenzt direkt an Kladow, das zu Berlin-Spandau gehört.

Am Meedehorn in Sacrow
Am Meedehorn in Sacrow

Promis entdeckten Sacrow für sich

In den ersten 40 Jahren des 20. Jahrhunderts ließen sich in Sacrow viele Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Kultur nieder. Die Landhäuser sind sehenswert.

Einen Spaziergang beginnt man am besten im Schlosspark. Der 1773 entstandene Park schließt den Kranz der Gartenanlagen um den Potsdamer Jungfernsee. Ein Fächer von Sichten geht von der Gartenseite des kleinen Schlosses Sacrow aus hinüber auf Jägerhof und „Große Neugierde“ in Glienicke (den Pavillon auf der Glienicker Brücke) und den Flatowturm im Babelsberger Park. Sehr gut kann man auch die Silhouette von Potsdam mit der Nikolaikirche sehen.

  Sacrow lag im Grenzgebiet

Zu Zeiten der Berliner Mauer lagen der Sacrower Park wie auch der gesamte Ort im Grenzgebiet. Nach Verwilderung und Zerstörung durch die Berliner Mauer begann ab 1994 die Wiederherstellung des Gartens durch die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten. Das Schloss lädt im Sommer zu Ausstellungen ein, im Winter ist es geschlossen.

Spender restaurierten die Heilandskirche

Nach dem Besuch des Schlosses gehen wir zum Ufer des Jungfernsees, vorbei an der mit Spendenmitteln des Vereins der Freunde der Preußischen Schlösser und Gärten restaurierten Römerbank und erblicken linkerhand die Heilandskirche. Sie wurde 1841 im Auftrag Friedrich Wilhelms IV. von Ludwig Persius als Saalkirche mit einem separaten Glockentum am sogenannten Port von Sacrow erbaut. Zu Zeiten des Mauerbaus wurde die Kirche im Innern zerstört. Seit 1989 brachten Spender und engagierte Gemeindemitglieder viel Geld für die Sanierung des Gotteshauses und der Orgel auf.

Schloss Sacrow im Frühling
Schloss Sacrow im Frühling

Gartenkolonie Meedehorn mit Wasserblick

Linkerhand verlassen wir den Park, gehen über die Fährstraße Richtung Meedehorn, wo uns ein reetgedecktes Haus den Weg weist. Dahinter, in der Laubenkolonie, empfängt ein kleines Gartenrestaurant „Zum Meedehorn“. Und auf dem Weg dorthin entdecken wir immer wieder Stelen mit Informationen zum Berliner Mauerradweg.

 Nazi-Gegner wohnten in Sacrow

Von der Fährstraße aus gelangen wir nach wenigen Metern auf die Krampnitzer Straße und biegen rechts in die Kladower Straße ein, vorbei an restaurierten Landhäusern. In den ersten 40 Jahren des 20. Jahrhunderts ließen sich hier viele Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Kultur nieder. Dazu gehörten unter anderen Jörgen Rasmussen, Eigentümer der DKW-Fahrzeugwerke, führende Vertreter der Deruluft (der späteren Deutschen Lufthansa), aber auch der später von den Nazis hingerichtete Widerstandskämpfer Hans von Dohnanyi. Das Haus Kladower Straße 6 etwa erbaute Friedrich Wolfgang Unger-Kempinski, er gehörte zur dritten Generation der Gründerfamilie des Hotelkonzerns. Sie alle nutzten die guten Kontakte, die sich im exklusiven Sacrower Mikrokosmos leicht herstellen ließen.

Schloss Sacrow bei Potsdam
Schloss Sacrow bei Potsdam

Heute wieder Wohnort der Prominenz

Am Ende der Straße biegen wir in den Weg „Am Hämphorn“ ein. Das Haus ganz hinten links gehörte einst dem jüdischen Regisseur Erik Charrell, während seiner Zeit in Sacrow entstand 1931 sein Film „Der Kongress tanzt“. Auch heute befinden sich einige Häuser im Besitz Prominenter. Der FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher zum Beispiel wohnte bis zu seinem Tod 2014 in Sacrow. Auf dem kleinen Dorffriedhof am Ortseingang fand er seine letzte Ruhe.

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Beliebter Badesee

Zurück, über die Straße hinweg, führt uns ein Waldweg zur Badestelle Am Sacrower See, der für sein klares Wasser gerühmt wird. Nach dem Bad gehen wir über den Weinmeisterweg zur Gärtnerei Schulz und kehren im gegenüberliegenden Restaurant „Zum Sacrower See“, Weinmeisterweg 1 ein. Fischliebhaber schätzen dort die Havelländische Fischpfanne.

Blick von der Sacrower Heilandskirche auf das Dampfschiff "Gustav"
Blick von der Sacrower Heilandskirche auf das Dampfschiff “Gustav”

Gestärkt geht’s anschließend über Weinmeisterweg und Krampnitzer Straße zurück zum Parkplatz. Nicht weit entfernt liegt auch die sogenannte Römerschanze, eine aus der Bronzezeit stammende Befestigungsanlage.

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Station des Berliner Mauer-Radweges

Sacrow ist auch eien wichtige station des „Berliner Mauer-Radweg“.  Die geschichtsträchtige Fahrrad-Route führt an wichtigen und bekannten Erinnerungsplätzen vorbei. Namen stehen erinnernd für Ereignisse: Checkpoint Charlie, Potsdamer Platz, Invalidenfriedhof, Bernauer Straße oder eben der Ort Sacrow.

  • Sacrow – Informationen
  • Anfahrt: bis Parkplatz am Ortseingang, von der B2 bei Krampnitz in Richtung Sacrow abbiegen. Oder über kleine Zufahrtsstraße von Berlin-Kladow aus.
  • mit ÖPNV von Potsdam aus: Bus 697, Haltestelle Schloss Sacrow. Wassertaxi: Haltepunkt Sacrow (Heilandskirche)
  • Buchtipp: „Der Berliner Mauer-Radweg“, Verlag Esterbauer, 13,90 Euro

Öffnungszeiten am 9. September 2018

11 – 20 Uhr (sonst 21. Juli bis 7. Okt. Fr – Mo 11 – 18 Uhr geöffnet)

Führungen

Themenführungen stündlich 14 – 17 Uhr durch ars sacrow e.V., Kastellan Günter Voegele, Küsterin Regina Mollenhauer und Uwe Held, Schlossgärtner

Aktionen

14 Uhr Schlossführung, 15 Uhr Kirchenführung, 16 Uhr Parkführung, 17 Uhr Führung durch die Ausstellung, 11 – 18 Uhr Ausstellung im Schloss von Jürgen Böttcher, Strawalde: Der Kreis schliesst sich, 18.30 Uhr Filmvorführung im Spiegelsaal/Kino: Gärtner führen keine Kriege

Kontakt

Christina Schachtschabel, ars sacrow e.V., Tel.: 0151 18748082, E-Mail: c.schachtschabel@gmx.de

Lilly Stock, ars sacrow e.V., Tel.: 0170 5351854, E-Mail: lilly.stock@t-online.de
Reise

Technikgeschichte: Einzigartige Holländermühle in Straupitz

Mühle in StraupitzMühle in Straupitz, Foto: D.Weirauch

Europas letzte und einzige produzierende “Dreifach-Windmühle” steht in Straupitz im Spreewald, nahe Burg. Die voll funktionsfähige Mühle kann täglich besichtigt werden. Technikgeschichte: Einzigartige Holländermühle in Straupitz

Leinöl aus der Mühle

Sie ist eine Rarität, da sie drei historische Mühlen unter einem Dach vereinigt:  Mahl-, Öl- und Sägemühle. Bis 1964 war die verstaatlichte Mühle in Betrieb, danach verfiel sie. Nach der Wende bemühte sich ein Verein um Klaus Rudolph um die Wiederherstellung und schaffte mit Unterstützung von Förderern wie der Deutschen Stiftung Denkmalschutz,  was zuvor keiner geglaubt hat: 2002 war die Mühle komplett saniert.

Straupitz

Bis zu 30.000 Besucher kommen pro Jahr in das produzierende technische Denkmal.  Derzeit ist Gerd Nowak, ein Nachfahre der einstigen Müllerfamilie, der Chef der Mühle. Die Mühle in dieser backsteinernen Form gibt es seit 1810.  Vorher befand sich dort eine hölzerne Bockwindmühle. Die Kornmühle hat eine Mahlleistung von rund einer Tonne täglich. In der Ölmühle wird auch heute noch Leinöl gepresst. Viele Besucher kommen mehrmals im Jahr, um das frisch gepresste Straupitzer Leinöl in der Mühle zu erwerben. Dem Öl wird eine gesundheitsfördernde Wirkung zugeschrieben. Was macht den Lausitzer stark? “Leinöl und Quark” ist ein Lieblingssatz in der Region.

Mühle in Straupitz

Die Technik der Sägemühle stammt aus dem Jahre 1885. Sie wird nur noch zu Vorführungszwecken angetrieben.  Die als Holländermühle errichtete Mühle ist rund 15 Meter hoch und hat eine Flügelspannweite von 22 Meter. Insgesamt erstreckt sich die Mühle von Straupitz über fünf Etagen.

Schinkels Kirche

Eine weitere Sehenswürdigkeit in Straupitz ist die von Preußens Stararchitekten Karl Friedrich Schinkel, von dem auch in Berlin viele Bauten stammen, im Stil einer altrömischen Basilika errichtete Kirche.  Die in den Jahren 1827-1832 erbaute Kirche ist mit den 40 Meter hohen Doppeltürmen schon von weitem zu sehen.

Straupitz ist zudem ein reizvoller Ausgangspunkt für Wanderungen in die nahegelegene Spreewaldniederung oder für Bootsfahrten Richtung Burg.

  • Infos
  • Adresse: |Mühlenverein Holländermühle e.V. Straupitz, Laasower Str. 11 a, Tel. 035475
  • Info:| https://www.windmuehle-straupitz.de/
  • geöffnet:| Montag 10 – 18 Uhr, Dienstag bis Freitag 9 – 18 Uhr, Samstag u. Sonntag 10 – 18 Uhr
  • TMB: | www.reiseland-brandenburg.de
  • Schinkelkirche in Straupitz, Foto: D.Weirauch
    Schinkelkirche in Straupitz, Foto: D.Weirauch

Hier geht es zum Hotel Seinerzeit in Schlepzig.

PotsdamSchlösser und Burgen

Römische Bäder in Potsdam

Römische Bäder Foto: SPSG/ Hans BachRömische Bäder Foto: SPSG/ Hans Bach

In unmittelbarer Nähe zu Schloss Charlottenhof liegen, eingefügt in den vom Gartenarchitekten Peter Joseph Lenne` gestalteten Landschaftspark, die Römischen Bäder. Die Bauausführung hatten Friedrich Schinkel und Ludwig Persius. Der Kronprinz begleitete den Entwurfsprozess durch eine Fülle eigener Zeichnungen. Die einzelnen Gebäude setzen sich aus der Erinnerung Italienreise des königlichen Bauherrn und Schinkels zusammen. Erst um 1840 wurde das Ensemble, nach zehnjähriger Bauzeit, fertiggestellt.Römische Bäder in Potsdam

Die Römischen Bäder spiegeln die „Italiensehnsucht“ des Bauherrn wider. Verschiedene Stilrichtungen wurden in dem Bauensemble zusammengeführt. Zu den Römischen Bädern gehört auch das im Stil italienischer Landhäuser des 15. Jahrhunderts errichtete Hofgärtnerhaus. In dessen Untergeschoss lädt im Jahr 2014 die Gartenausstellung “Von Blumenkammern und Landschaftszimmern – Der Garten im Innenraum 1740–1860”. Vielfältige Exponate, so  Gemälde, Zeichnungen, Fotografien, Objekte aus Eisenguss und Porzellan, verdeutlichen, welche Bedeutung die Menschen im 18. und 19. Jahrhundert dem Garten beimaßen und wie sich die Sicht auf das Grün im Laufe der Zeit veränderte.

Das heute auch als Wohnhaus für Mitarbeiter der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten genutzte Gebäude  ist durch eine Pergola mit dem benachbarten griechischen Tempel verbunden. Den Tempel hatte der König seinem Sohn zum 35. Geburtstag geschenkt. Eine offene Arkadenhalle auf der anderen Seite ist Räumen vorgelagert, die einem römischen Wohnhaus nachgebildet sind. Darin ist ein Baderaum eingerichtet, den man besichtigen kann. Es handelt sich um den Versuch, den Typ eins pompejischen Hauses mit der einen antiken Therme u verbinden. So ist das Römische Bad, in dem nie gebadet wurde, aus der romantischen Fantasie des königlichen Italienliebhabers entstanden Schinkel nahm Pompeji auch bei den Wandmalereien als Vorbild. Ausgeschmückt werden die Römischen Bäder mit Kopien römischer Skulpturen. Auch der antike Kentauren-Sarkophag, ein Brunnen mit wasserspeiendem Butt gegenüber dem sogenannten Gehilfenhaus am Eingang zu den Römischen Bädern sowie Beete mit südländischem Gemüse und üppiger Pflanzenschmuck wecken Assoziationen zu Italien.

Für den Besucher auf dem fast 300 Hektar großen Park von Sanssouci bilden die Römischen Bäder eine in sich geschlossene eigene Welt und sind doch Teil eines zusammengehörigen Ganzen.

Das nostalgische Ensemble der Römischen Bäder grenzt an den Maschinenteich, der im Winter auch heute gern als Eiskunstlauffläche bei Potsdamern und Besuchern des Parkes genutzt wird. Der künstliche Teich hat seinen Namen von einem Dampfmaschinenhaus mit Pumpstation, das nicht mehr existiert.

Römische Bäder in Potsdam

Für Italienliebhaber sind die Römischen Bäder wie auch das Schloss Charlottenhof der Einstieg in eine mehrstündige Wanderung zum Thema „Italien an der Havel“. Denn In wohl keiner anderen deutschen Stadt ist die Sehnsucht nach dem Süden so ausgeprägt, wie in Potsdam. Davon zeugen viele Gebäude, wie die zahlreichen Turmvillen von Ludwig Persius in der Potsdamer Innenstadt. bauten unter italienischem Einfluss im Park von Sanssouci sind die Villen Liegnitz und Illaire, die Meierei am Kuhtor, das Hippodrom und die Fasanerie.

Auf dem Alten Markt in Potsdam ist Italien auch mehrfach zu Hause. Klausberg. Die dortige barocke Nikolaikirche erhielt 1752 bis 1754 eine Schaufassade nach dem Vorbild der römischen Basilika S. Maria Maggiore. Und Jan Bouman schuf das Alte Rathaus in Anlehnung an einen nicht realisierten Entwurf von Andrea Palladio für den Palazzo Angarone in Verona. Derzeit wird gegenüber dem Stadtschloss der im 2. Weltkrieg zerstörte Palast Barberini wieder errichtet. Mäzen Hasso Plattner will dort künftig seine private Kunstsammlung präsentieren.

Endpunkt eines Spazierganges durch Preußisch Arkadien ist die Glienicker Brücke mit der benachbarten Villa Schöningen, ebenfalls von Preußens Stararchitekten Ludwig Persius erbaut. Entlang der Schwanenallee haben wir dann mit der Heilandskirche von Sacrow und Pfaueninsel zwei wichtige Punkte im Blick. Auch das Belvedere auf dem Pfingstberg hat italienische Bezüge. Als 1840 mit dem Bau begonnen wurde, sollte es eine freie Variation von Motiven zweier bedeutender italienischer Renaissance-Villen werden: der Casino-Anlage der Villa Caprarola und dem Belvedere der Villa d’Este in Tivoli.

Römische Bäder – Infos

1.11. –  Mitte April: geschlossen

Mitte April bis Ende Oktober

Montag: geschlossen

Dienstag – Sonntag: 10 – 18 Uhr

Eintritt: 5, ermäßigt 4 Euro

 

Reise

Von der Steinernen Renne zum Brocken

Auf dem Brocken

Bisher kannten wir nur den Aufstieg zum Brocken von Schierke, Torfhaus oder Ilsenburg, den legendären Heinrich-Heine- oder den Goetheweg. Dank der tollen innovativen Webseite Jensunterwegs kennen wir nun auch den abwechlungsreichen Weg vom Waldgasthaus “Steinerne Renne” über den Höllenstieg zum Brockenbett und dann weiter zum mit 1141 Metern höchsten Berg Norddeutschlands. Der Wanderweg lohnt.

Der Berg ruft

Als Ausgangspunkt wählten wir das Waldhotel “Steinerne Renne”, hinter Wernigerode-Hasserode tief im Wald gelegen. Das traditionsreiche Hotel ist in recht gutem Zustand. Von unserem Zimmer hatten wir einen tollen Blick auf den Wasserfall, das Rauschen begleitete uns in den Schlaf.

Leider sind die Wirtsleute mit Wandertipps recht zurückhaltend. Sie erzählen dem Gast schon bei der Begrüßung, dass sie jeden Tag 17 Stunden arbeiten müssen und keine Zeit zum Wandern haben. Schade, etwas mehr Gastfreundschaft hätten wir uns gewünscht. Auch die Küche ist verbesserungsbedürftig.

Leider wurden die bei holidaycheck von anderen Reisenden abgegebenen kritischen Bewertungen zum Service und der Küche in dem Hotel bestätigt. Schade. Aber der Harzer ist von jeher etwas spröde, vielleicht tauen die Menschen bei einem längeren  Ferienaufenthalt etwas auf. Liebenswürdigkeit auf dem zweiten Blick, wie man so sagt. Eine Überraschung hingegen war das Sektfrühstück anlässlich meines Geburtstages. Das verdient Anerkennung.

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Ein Tipp. Vielleicht sollte die Pächterin der “Steinernen Renne” statt weißem Krankenhauskittel einfach traditionelle Harzer Tracht tragen. Die Gäste wären begeistert, denn das Gasthaus könnte unter den besten 3 im Harz firmieren. Es sind immer die sogenannten Kleinigkeiten….

Sehenswert ist hingegen die kleine Ausstellung mit Modelleisenbahnen (vornehmlich Lokomotiven)  im Gastraum. Sie zeichnet den Gastwirt als Hobbyeisenbahner aus. Dafür begleiteten uns bei der Wanderung am nächsten Morgen die Pfiffe der Dampflok der Brockenbahn bis zum Gipfel. Wir stiegen über den bei Wandereren zu Unrecht gefürchteten Höllenstieg durch den Nationalpark Harz bis nach oben….

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