Reise

Kloster Kirchberg am Schwarzwaldrand

Blick vom Kloster Kirchberg, Foto WeirauchBlick zum Kloster Kirchberg, Foto Weirauch

Kloster Kirchberg am Rande des Schwarzwaldes ist eine Überraschung. Verlässt man Renfritzhausen, einen Ortsteil von Sulz am Neckar, so muss man noch etwa drei Kilometer auf der von Obstbäumen gesäumten Straße fahren oder auf ruhigen Wanderwegen gehen, bis man die gewaltige Klosteranlage erreicht. Zur Belohnung gibt es in der Klosterschenke eine Stärkung.

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Nonnen gründeten Kloster Kirchberg

Schon von weitem ist es auf der Hochfläche zu erkennen. Das ehemalige Dominikanerinnenkloster liegt idyllisch auf einer bewaldeten Anhöhe zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb.  Über seine wechselvolle Geschichte erfährt der Besucher im Klosterlädle, links hinter dem Eingangsportal. Oder bei angebotenen Führungen. Zahlreiche Bücher und Faltblätter geben Auskunft. Die Geschichte des Klosters reicht bis in das Jahr 1095 zurück. 1245 zogen die ersten Dominikanerinnen ein. Die 1749 fertiggestellte barocke Anlage prägt noch heute das imposante Erscheinungsbild.

Ackerbauschule im Kloster Kirchberg

Nach der Säkularisation des Kloster 1806 wurde Kloster Kirchberg offiziell aufgelöst, bis 1865 konnten die Nonnen aber wohnen bleiben. 1851 wurde in den Gebäuden eine Ackerbauschule eingerichtet, die Zöglinge konnten in der Johanniskirche beten. Später verfielen die Klostergebäude, verschiedene Pächter bewirtschafteten das Gelände. Erst 1958 zogen mit der evangelischen St. Michaelsbruderschaft und dem Berneucher Dienst wieder religiöses und geistliches Leben in die Gemäuer.

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St. Michaels Gemeinschaft lädt ein

Kloster Kirchberg bietet seinen Gästen die Möglichkeit, geistliches Leben zu erfahren. Das Einkehr- und Tagungshaus ist heute geistiges Zentrum der Berneuchener Gemeinschaft. Es gilt weithin als ein Ort, an dem gelebte Spiritualität, Religion, Geschichte und Kultur zusammengehören.  Der Name der Gemeinschaft  geht auf das Rittergut Berneuchen in der Neumark (heute Polen) zurück, wo sich in den 20er Jahren  evangelische Laien und Theologen zu Diskussionsveranstaltungen trafen. 1988 entstand aus dem damaligen Berneucher Dienst die Gemeinschaft St. Michael, die offen ist und Gäste herzlich willkommen heißt. Diese können  am geistlichen Leben der Brüder und Schwestern teilnehmen.

Blick zur Burg Hohenzollern

Pro Jahr finden mehr als 100 Veranstaltungen und Kurse statt. Dazu gehören Einkehrtage ebenso wie Gesundheitsseminare und kreative Lehrgänge, darunter Tanz und Ikonenmalerei. Neben einem Besuch der 1237 erbauten gotischen Klosterkirche sollte man sich unbedingt  die Kunstsammlung von Helmut Uhrig (1906–1979) anschauen. Uhrig schuf Altäre, Glasfenster, Kanzeln und Taufsteine. Sehenswert ist auch der Klosterfriedhof mit Gräbern von Nonnen und Mitgliedern der Gemeinschaft St. Michael.

Vom Friedhof aus hat man einen phantastischen Blick auf die gegenüberliegende Burg Hohenzollern auf der benachbarten Schwäbischen Alb.

Reizvolle Ziele in der Umgebung

Einen Abstecher lohnt auch das einstige Kloster Bernstein, in dem sich in den 50er Jahren die unter anderem von den Künstlern HAP Grieshaber und Paul Kälberer geleitete Kunstschule „Bernstein“ befand. Heute ist das vorwiegend landwirtschaftlich genutzte Kloster ein Ort der Ruhe und eine Begegungsstätte. Informationen über die Kunstschule erfährt man in der Dauerausstellung des Wasserschlosses Glatt, dass ebenfalls zur Großgemeinde Sulz am Neckar gehört.

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  • Kloster Kirchberg – Infos für Besucher
  • Besichtigung: auf eigene Faust oder Führungen Mai bis Oktober sonntags um 15 Uhr
  • Klosterschenke: Di-So und an Feiertagen 13-17.30 Uhr, Mai bis Oktober, So und Feiertage ab 12 Uhr, Tel.: 07454/883-130
  • Aktuelle Infos: www.klosterkirchberg.de
  • Kontakt: Tel.: 07454/883-100
  • Adresse: Berneuchener Haus/Kloster Kirchberg, 72172 Sulz/Neckar

 

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