Reise

Nürnberg: Wo Albrecht Dürer seine letzte Ruhe fand

Nürnberg (20)

In wneigen Tagen ist Totensonntag (Ewigkeitssonntag). Da denke ich an meinen letzten Besuch in Nürnberg zurück. Es war im Spätsommer, als ich den Johannisfriedhof  besuchte. Als an der Sepulkralkultur Interessierter besuche ich regelmäßig Friedhöfe. Egal, wo wir gerade sind. Friedhöfe geben immer einen Einblick in die Geschichte und die Lebensgewohnheiten der Bevölkerung eines Ortes. Aber der Johannisfriedhof von Nürnberg ist ein besonderer Friedhof. Nicht nur weil dort viele Prominente ihre letzte Ruhe gefunden haben. Nein, auch weil es einer der ältesten mir bekannten Friedhöfe überhaupt ist.

Die Anlage ging aus einem im 13. Jahrhundert entstandenen Siechkobelfriedhof (Siechkobel: Gebäude zur Unterbringung von Kranken und Aussätzigen) und einem 1395 geweihten Pestfriedhof hervor. Infolge der Pestzüge, die Nürnberg immer wieder heimsuchten, erging 1518 ein Ratsbeschluss, dass niemand mehr innerhalb der Stadtmauern beigesetzt werden durfte. Seitdem fanden die Bürger des Ortsteiles Sebald auf dem Johannisfriedhof ihre letzte Ruhestätte. Dieser historische Kern bildet heute den nordöstlichen Teil der Anlage. Er ist gekennzeichnet durch die gerasterte Anordnung großenteils einheitlicher Steinplatten, die an Sarkophage erinnern und mit kunstvollen Epitaphien versehen sind.

Bedeutende Nürnberger Künstler wie Albrecht Dürer und Veit Stoß wurden hier bestattet. Die innerhalb der Friedhofsmauern stehende, seit der Reformation evangelische Johanniskirche mit ihrer charakteristischen roten Fassade entstand gegen Ende des 14. Jahrhunderts. Sehenswert in ihrem Inneren sind der Hochaltar und der nördliche Steinaltar.

Vermutlich Hans Beheim schuf in den Jahren 1513 bis 1515 die spätgotische sogenannte “Holzschuherkapelle” am Ostrand des Johannisfriedhofes. Der Johannisfriedhof wurde wiederholt als schönster Friedhof Deutschlands ausgezeichnet. Nürnberger bezeichnen ihn gern auch als ihren Rosenfriedhof.

Hesperidengärten

Benahcbart dem Johannisfriedhof sind die Heseperidengärten. Das Ensemble im Stadtteil Sankt Johannis besteht aus drei parallel verlaufenden barocken Ziergärten, die einst im Auftrag Nürberger Patrizier angelegt wurden. Es erstreckt sich zwischen einem Gärtnerhaus und einem den Eingang der Anlage markierenden hufeisenförmigen Fachwerkhaus. Angelehnt an die Lustgärten der Adligen, sind die mit Zierbrunnen und Statuen versehenen Gärten in unterschiedliche Bereiche gegliedert, darunter ist auch ein Abschnitt mit Zitrusbäumen. Ein Bürgerverein regte die Restaurierung der Anlage, die vom Finanzbauamt übernommen wurde. Geplant ist eine Erweiterung in östlicher Richtung.

 

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