Reise

Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří ist UNESCO-Welterbe

ErzgebirgeAussengelände des Besucherbergwerkes Markus-Röhling-Stolln, Foto: Weirauch

Jubel, Freude und Erleichterung verbreiten sich, als heute das UNESCO-Welterbekomitee zur 43. Tagung in Baku, Aserbaidschan seine Entscheidung verkündet: die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří wird zum Welterbe erklärt. Damit finden über 20 Jahre Bemühungen auf dem Weg zum Welterbe ihren ersehnten Höhepunkt. Über 800 Jahre Bergbau führten im Erzgebirge zu einer einzigartigen Beziehung zwischen Mensch und Natur, die eine montane transnationale Kulturlandschaft von universellem Wert hervorbrachte. Die Stätte gilt als herausragendes Zentrum wissenschaftlich-technologischer Bergbauinnovation und als einzigartige montane Kulturlandschaft.

Noch heute erzählen traditionelle Bergparaden überall in der Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří von der jahrhundertelangen Bergbautradition.

„Die Aufnahme der Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří in die Liste der UNESCO-Welterbestätten ist für das gesamte Gebiet ein großartiger Erfolg. Ich freue mich sehr, dass die jahrelange Zusammenarbeit und intensiven Bemühungen auf dem Weg zum Welterbe mit der Verleihung des Titels gewürdigt werden“, sagt Ines Hanisch-Lupaschko, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Erzgebirge e.V.
Den außergewöhnlichen Wert und die Einzigartigkeit der Montanregion gilt es zu schützen, langfristig zu erhalten und dessen Vermittlung sicher zu stellen. „Der Tourismus kann hierbei entscheidend mitwirken, wobei das UNESCO-Welterbe mit seinen grenzübergreifenden 22 Bestandteilen das Potenzial hat, verbindend für das gesamte Erzgebirge auszustrahlen.“

Blick auf das Lehr- und Besucherbergwerk Riche Zeche in Freiberg

Die Bergbaugeschichte im Erzgebirge geht zurück auf erste Silberfunde im Jahr 1168 in der Nähe der heutigen Stadt Freiberg. Seitdem besiedelten Bergleute und Handwerker die Gegend und entdeckten weitere Erzvorkommen. Die Menschen im Erzgebirge entwickelten Organisationsformen und Technologien, die die Wirtschaft, staatliche Systeme und gesamtgesellschaftliche Umbrüche wie die Industrielle Revolution in ganz Europa entscheidend prägten. So wurde ab dem 16. Jahrhundert die Verwaltung und Führung der Bergwerke staatlich kontrolliert. Die neue Bergbaubürokratie legte den Grundstein für ein frühkapitalistisches Zahlungssystem: Die erstmals 1520 geprägten Silbertaler dienten mehrere Jahrhunderte als Vorbild für die Währungssysteme in vielen europäischen Staaten und gelten als Vorgänger des Dollars.

Im erzgebirgischen Freiberg wurde 1765 die älteste noch bestehende Bergakademie gegründet. Hier forschten namhafte Wissenschaftler, die das Wissen weit über die Region und Europa hinaustrugen, darunter Abraham Gottlob Werner, der als Mitbegründer der modernen Montanwissenschaft gilt, und der Naturforscher Alexander von Humboldt.

Die Anerkennung als Welterbestätte ist eine einmalige Chance, den Bekanntheitsgrad des Erzgebirges weltweit auszubauen und der Region neue Entwicklungsimpulse für den Tourismus mit auf den Weg zu geben.

Blick auf das Hauptgebäude des Bergwerkes "Alte Elisabeth"
Blick auf das Hauptgebäude des Bergwerkes “Alte Elisabeth”

Hintergrundinformationen:

35 Stätten standen in diesem Jahr auf der Nominierungsliste. Das Welterbekomitee der UNESCO setzt sich aus gewählten Vertretern aus 21 Nationen zusammen, die über die eingereichten Anträge entschieden haben. Die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří reiht sich nun in die Welterbeliste mit bisher 1.092 Stätten aus 167 Ländern ein.

Unter https://whc.unesco.org/en/sessions/43COM/ sind die Videobeiträge der 43. Tagung des UNESCO-Welterbekomitee einsehbar.

Hinter dem Antrag der Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří bzw. dem Verein Welterbe Montanregion Erzgebirge e.V. stehen drei Landkreise sowie 32 Städte und Gemeinden. Mehr als tausend Menschen waren bis dato am Prozess des Bottom-up-Projektes beteiligt – von Bürgern und Vereinsmitgliedern über Kommunen bis hin zu Gremien in Ministerien. Der Tourismusverband Erzgebirge e.V. unterstützt diesen Prozess als Projektpartner stellvertretend für seine Mitglieder und touristischen Träger in der Region.

Hier geht es zu weiteren Beiträgen über das Erzgebirge in Sachsen.

Vor dem Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg erinnert ein Hunt an die Zeit des Bergbaus
Vor dem Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg erinnert ein Hunt an die Zeit des Bergbaus

Die 17 Sächsischen Bestandteile der Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří

Insgesamt setzte sich die Nominierung aus 22 Bestandteilen zusammen: 17 auf deutscher und fünf auf tschechischer Seite. Die ausgewählten Denkmale, Natur- und Kulturlandschaften repräsentieren in ihrer Gesamtheit die wichtigsten Bergbaugebiete und Epochen des sächsisch-böhmischen Erzbergbaus. Jeder Bestandteil setzt sich aus verschiedenen Einzelobjekten bzw. Landschaften zusammen (allein etwa 400 auf sächsischer Seite!). Neben über- und untertägigen Sachzeugen des Montanwesens, wurden auch historische Stadt- und Bergbaulandschaften, wie z. B. Haldenzüge berücksichtigt. Nur in der Verbindung aller 22 Bestandteile liegt die Bedeutung der künftigen Welterbestätte im Sinne der UNESCO begründet. Um zu einer umfassenden Vermittlung des montanhistorischen Erbes der Region beizutragen, wurden zusätzliche Standorte als „assoziierte Objekte“ zum Welterbe definiert.

Hier geht es zu einer Karte, die die einzelnen Stationen des UNESCO-Welterbes zeigt.

Dazu gehört beispielsweise das Fördergerüst des Arno-Lippmann-Schachts gehört neben der gewaltigen Pinge zu den markantesten Wahrzeichen des Altenberger Bergbaus in der Erlebnisheimat Erzgebirge. Der Bestandteil Altenberg-Zinnwald der Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří steht für eine Zinn-Bergbaulandschaft, in der ihr mehr über den Abbau verschiedener Zinnerzlagerstätten, wegweisende Wasserwirtschaftssysteme und neue Technologien für die Erzaufbereitung ab dem 15. Jahrhundert erfahren könnt.

Die Montanregion Erzgebirge wird hier gut erläutert.

Hier kommt ihr zur Seite von Sachsen-Tourismus.

In das UNESCO-Welterbe wurde auch das

Augsburger Wassermanagement-System

aufgenommen. Das Wassermanagement-System der Stadt Augsburg wurde in mehreren Phasen seit dem 13. Jahrhundert entwickelt. Es umfasst ein Kanalsystem, Wassertürme mit Pumpwerken aus dem 15. bis 17. Jahrhundert, eine ehemals durch Wasser gekühlte Stadtmetzgerei, drei Prachtbrunnen sowie Wasserkraftwerke, die auch heute noch nachhaltig Strom erzeugen. Die aus diesem Wasserwirtschaftssystem entstandenen technologischen Innovationen machen die Stadt Augsburg bis heute zu einem Vorreiter des Wasserbaus.

Auf einfachraus lesen Beiträge zu UNESCO-Welterbestätten, u.a.

+ Rhätische Bahn

+ Schloss Sanssouci und Schlösser in Berlin

+ Alberobello in Apulien

+ Matera in Italien

+ Fürst PücklerPark in Bad Muskau

+ Silberbergwerk Tarnowitz in Polen

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