ReiseSchlösser und Burgen

In Ziegenhain steht die Wiege der Konfirmation

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Eine der wichtigsten Errungenschaften der Reformation war die Einführung der Konfirmation, die sich vom hessischen Ziegenhain in alle Welt verbreitete. In der „Ziegenhainer Kirchenzuchtordnung“, die 1539 in der von Landgraf Philipp ausgebauten Festung Ziegenhain (heute Schwalmstadt) unter Mitwirkung des Reformators Martin Bucer erlassen wurde, legte man fest, dass Kinder systematisch im Katechismus unterrichtet werden sollten, ehe man sie konfirmierte und damit zum Abendmahl zuließ.

Diese Regelung war das Ergebnis eines Kompromisses mit der Bewegung der Täufer, die als radikale Protestanten die Taufe nur Erwachsenen, nicht aber Kindern zugestehen wollten.

Die Konfirmation war als Bestätigung der Kindertaufe gedacht. Dies war die Geburtsstunde der Konfirmation, die heute weltweit von evangelischen Christen gefeiert wird.

Mit der „Ziegenhainer Kirchenzuchtordnung“ wurde hier 1539 die Konfirmation unter Philipp dem Großmütigen „erfunden“. Foto: D.Weirauch
Mit der „Ziegenhainer Kirchenzuchtordnung“ wurde hier 1539 die Konfirmation unter Philipp dem Großmütigen „erfunden“. Foto: D.Weirauch

Seit Oktober 2017 kann sich die Stadt Schwalmstadt mit dem Titel „Konfirmationsstadt“ schmücken.

Weitere Informationen unter www.konfirmationsstadt.de.

Erlebbare Angebote:

Gästeführung durch die historische Wasserfestung Ziegenhain mit ausführlichen Erläuterungen zur Geburtsstunde der Konfirmation. Es gibt einen Pilgerpfad: Der 21 Kilometer lange Weg verbindet fünf Kirchengemeinden und lädt zur Begegnung mit dem Katechismus ein.

 

  • Infos/Kontakt
  • Schwalm-Touristik e.V.
  • Paradeplatz 7
  • 34613 Schwalmstadt-Ziegenhain
  • Tel: +49 (0) 6691 207 400
  • Fax: +49 (0) 6691 207 44 400
  • schwalmstadt@rotkaeppchenland.de
  • www.schwalmstadt.de

Ebenfalls sehenswert: Spieskappel

Luther übernachtetet 1529 im Kloster Spieskappel

Nach Zerstörungen im 16. Jahrhundert stehen heute noch Teile des Langhauses und das nördliche Seitenschiff. Der einstige romanische Turm wurde 1500-1504 durch einen spätgotischen Turm ersetzt.

Im Oktober 1529 fanden auf dem Marburger Schloss auf Einladung von Landgraf Philipp die Marburger Religionsgespräche statt. Es war eine Auseinandersetzung zwischen dem lutherischen und dem reformierten Zweig der Reformation, also zwischen Martin Luther und Ulrich Zwingli. Auf seiner Reise zu diesen Gesprächen übernachtete Martin Luther in der Nacht vom 28. September auf den 29. September 1529 in den Klostergebäuden in Spieskappel. Eine noch vorhandene Rechnung belegt, dass Luther mit einer Reisegruppe und 36 Pferden hier versorgt wurde.

Die Klosterkirche Spieskappel dient der Gemeinde Frielendorf heute als Pfarrkirche und ist wegen der bemerkenswerten Akustik regelmäßig Veranstaltungsort geistlicher und weltlicher Konzerte.

Vom 14. – 21.Mai 2017 findet im Klosterpark Spieskappel ein Bildhauersymposium statt, bei dem 6 namhafte Künstler aus ganz Deutschland Kunstwerke aus Holz zum Thema „Katechismus“ erstellen werden. Diese Skulpturen werden den 5 Kirchen, die an dem Pilgerpfad Katechismusweg liegen und der Klosterkirche Spieskappel, zugeordnet. Das Bildhauersymposium ist eine Kooperation mit dem Kunstwerkhof Großropperhausen und dem Kultursommer Nordhessen.

Im Lutherjahr 2017 soll die Klosterkirche täglich geöffnet sein. Falls die Kirche dennoch einmal verschlossen ist, ist der Schlüssel für die Kirche im Evangelischen Pfarramt, Bilderfeld 15, 34621 Frielendorf, Telefon 05684-421, oder bei Herrn Klaus-Dieter Paethke, Tel. 05684-1035, erhältlich. Dort werden auch gerne Führungen für Einzelpersonen und Gruppen vermittelt.

  • Infos/Kontakt:
    Touristinfo Frielendorf
  • Ziegenhainer Str. 2
  • 34621 Frielendorf
  • Tel. 05684 7827
  • Fax 05684 7927
  • frielendorf@rotkaeppchenland.de
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