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Hilton-Offensive: Jeden Tag ein neues Hotel

Hilton Lake ComoFoto: HiltonHilton Lake ComoFoto: Hilton

Hilton-Offensive: Jeden Tag ein neues Hotel

Die Wiege dieses Unternehmers stand, wenn man es so deuten will,  in Deutschland. Da gab es einst die Mary Laufersweiler (1863 – 1956), die den Norweger Augustus Halvorsen Hilton (1854 – 1919) geheiratet hatte und ihm insgesamt sieben Kinder schenkte. eines davon war Conrad Hilton, von dem europäischen Einwanderungspaar nach der Geburt 1888 in San Antonio, US-Bundesstaat New Mexico, liebevoll umsorgt. Vor allem von der katholischen Mutter. Der Junge wusste sehr früh schon, wie er sein Leben gestalten würde – Hotels kaufen, bauen, führen. Aber was jetzt aus seiner Idee wird, hätte sich der junge Hilton seinerzeit nicht träumen lassen:

„Wir eröffnen jeden Tag ein neues Hotel“, kündigte Chris Nasetta an, der jetzige Boss des weltweiten operierenden Hotel-Konzerns – was das angesehene Springer-Blatt „Welt“ als „schwindelerregenden Wachstumskurs“ bezeichnete.

Doch g e n a u s o verlief Conrad Hiltons Leben und Wirken: In schwindelerregendem Auf und Ab.

Kaum mündig geworden, schrieb sich Conrad Hilton sowohl bei einer Militärakademie als auch der – heutige Bezeichnung – Santa Fee University of Art and Design ein. Er besuchte zudem Vorlesungen an einer Bergau-Hochschule. Kaum Zwanzig geworden, trat er der Republikanischen Partei bei und wurde als Abgeordneter in das erste (Landes)Parlament des sich gerade formierenden US-Bundesstaates New Mexico gewählt. Während des Ersten Weltkriegs diente er zwei Jahre lang in der US-Armee. Conrad Hilton war, dank seiner streng religiösen Mutter, engste verbunden mit der Katholischen Kirche. Er wurde angehalten, in der Kirche Halt und Trost zu suchen, früh schon etwa beim plötzlichen Tod seines geliebten Pony, oder später, wenn er vor finanziellen Tiefgründen stand. Auch sein lebenslanges philanthropisches Engagement ist auf seine tief verankerte Religiosität zurück zu führen.

Er wollte Banker werden, aber seine Hotel-Karriere wurde vom Vater begründet. Der betrieb im tiefsten Hinterland – Socorro County New Mexico – einen winzigen kleinen Tante-Emma-Laden. Um die Einnahmen zu steigern, gliederte er eine nur zehn Zimmerchen umfassende „Absteige“ an, leicht übertrieben „Hotel“ genannt. Dies Unternehmen lief so gut, dass der junge Conrad seinen Plan, Banker zu werden, aufgab. Stattdessen kaufte er mit geliehenen Geldern im kleinen texanischen Cisco das Mobley Hotel – mit immerhin 40 Zimmern. Dank der Öl-Booms in dieser Gegend war das außerordentlich erfolgreich – die Zimmer wurden teilweise zehnmal am Tag vermietet.  Selbst das Restaurant wurde deshalb zur Herberge umgestaltet. Das war 1919 – das Hotel hieß zwar noch nicht „Hilton“, aber damit blickt die heutige Hilton-Kette in diesem Jahr – 2019 – auf ihr 100jähriges Bestehen zurück.

Conrad Hilton „machte Geld“, mit diesem seinem ersten Hotel, so dass er weitere etablierte aufkaufte. Sie trugen dann alle seinen Namen. Während der „great depression“, der großen Weltwirtschaftskrise der Zwanziger Jahre, verlor er eine Reihe dieser Hotels – einmal war er sogar einer Pleite sehr nahe. Aus seinem „Fundus“ konnte er immerhin acht seiner Hotels retten und so erfolgreich weiter entwickeln, dass er immer neue Hotels kaufte oder baute.

Schillernd wie sein berufliches war Conrad Hiltons privates Leben. Das war auf seine erste Ehefrau zurück zu führen, Zsa Zsa Gabor. Die gebürtige Ungarin war ursprünglich, wie ihre Eltern, jüdischen Glaubens, besuchte aber eine katholische Mädchenschule. Als 16-Jährige wurde sie 1933 Zweitplatzierte im Schönheitswettbewerb zur „Miss Ungarn“. Das sollte sie prägen: Nach einer Ausbildung an der Wiener Musikakademie gab ihr Richard Tauber, der weltbekannte Tenor und Regisseur, eine Rolle in der Operette „Der Singende Traum“ – womit ihr Hollywood offen stand, wohin sie 1941 emigrierte. Sie spielte in rund 30 Filmen, ihre bekannteste Rolle war die der Tänzerin „Jane Avril“ in „Moulin Rouge“. Wegen ihrer acht Ehen, Dutzenden Liebschaften und Affären sowie nicht enden wollenden Klatschgeschichten galt sie schlechthin als „Das Hollywood“. Conrad Hilton war mit ihr von 1942 bis 1947 verheiratet. Sie starb, fast 100jährig, 2016 – er 1979 im Alter von 91 Jahren. Mit ihr hatte er die Tochter Constanze, die 2006 starb. Mit seiner zweiten Ehefrau – Mary Adelaide Barron – hatte Conrad Hilton drei Kinder. Die Masse seines Vermögens hinterließ er der Conrad N. Hilton Foundation.

Hilton Lake Como Foto: Hilton

Mit der heutigen Hilton Group geht ihr Chef Nassetta nicht minder zielstrebig, ja stürmisch um wie ihr Gründer Conrad Hilton das Zeit seines Lebens tat. Allein in den letzten Monaten gründete er drei neue Marken: Micro-Lifestyle für junge Geschäftsleute, die luxuriöse Marke LXR Hotels & Resorts und Signia als Kongress-orientiertes Unternehmen. Ein Micro-Lifestile soll bald schon in Berlin eröffnet werden.

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In Berlin eröffnete vor 2 Jahren ein Hampton bei Hilton.

 

 

Blick in ein Zimmer des Hampton by Hilton Berlin, Foto: Hampton by Hilton
Blick in ein Zimmer des Hampton by Hilton Berlin, Foto: Hampton by Hilton

 

 

 

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