Schlösser und Burgen

Hier kommt der Echte Stonsdorfer her

Polen-Stohnsdorf (2)Blick auf Schloss Stohnsdorf im Hirschberger Tal, Foto: Klaus Klöppel

Hier kommt als der Echte Stonsdorfer her. Kam, so muß man heute sagen. Die „Stonsdorferei“ in dem malerisch im Vorland des Riesengebirges gelegenen kleinen Ortes Stonsdorf (Staniszów) ist seit 1945 verwaist. Der legendäre Kräuterlikör wird seitdem in Norddeutschland hergestellt. Kredenzt wird der Echte Stonsdorfer Likör, hergestellt von Berentzen, aber längst wieder im schmuck restaurierten Schloss Stonsdorf. Dank Waclaw Dzida, der aus dem einst den Grafen Reuß gehörenden Schloss nach Jahren des Leerstandes ein Schlosshotel der Extraklasse machte. Gastfreundlich geht es zu in dem von Waclaw Dzida und seiner Familie betriebenen Schlosshotel. Der Hotelier gehörte mit der Familie von Küster aus dem nahen Lomnitz zu den ersten erfolgreichen Hoteliers im Hirschberger Tal nach 1990. „Jedes Haus ist anders, jedes hat eine andere Atmosphäre”, sagt Dziada. “Wir unterscheiden uns, die Kundschaft unterscheidet sich ja auch.”

Bei der Restaurierung wurde viel originales Interieur verwendet. Wie in Lomnitz sind die Zimmer mit historischen Möbeln ausgestattet. Nach Ansicht von Denkmalpfleger Arne Franke wirkt Stonsdorf recht authentisch. Bemerkenswert sind neben den barocken Stückdecken auch die teilweise mit Intarsien versehenen Parkettböden, die unter weitgehender Wahrung der originalen Beläge erhalten wurden. Die Küche im Schloss lässt nichts zu wünschen übrig. Gekocht wird nicht nur deftig, es gibt auch Gerichte mit mediterranen Bezügen.

Blick in den Park von Stohnsdorf im Hirschberger Tal während eines Konzertes, Foto: Klaus Klöppel
Blick in den Park von Stohnsdorf im Hirschberger Tal während eines Konzertes, Foto: Klaus Klöppel

Ein Erlebnis ist auch der gut gepflegte 3,5 Hektar großen Park, den man durch ein klassizistisches Portal erreicht. Darüber thront das Wappen der einstigen Eigentümerfamilie. Mehrere Terrassen im Park laden zum Verweilen ein, Liegestühle stehen für den Erholungssuchenden bereit. Und von überall her hat man einen bezaubernden Ausblick auf den nahen Prudelberg. Im hinteren Teil gelangt man vom Park in den Wald oder kann an den Ufern zweier Teiche wieder zurück zum Schloss Stonsdorf gelangen. Teile des Parks sind als französischer Garten angelegt.
Lohnenswert ist auch der Besuch des in Wirtschaftsgebäude gegenüber eingerichteten Wellnessbereiches mit Schwimmbad und Fitnessgeräten. Für einen Ausflug ins Riesengebirgsvorland stehen Mountainbikes mit E-Motor bereit. Und wer Kunst kaufen will, dem sei die im einstigen Pferdestall eingerichtete Galerie mit internationaler Kunst empfohlen.

Blick auf Schloss Stohnsdorf im Hirschberger Tal, Foto: Klaus Klöppel
Blick auf Schloss Stohnsdorf im Hirschberger Tal, Foto: Klaus Klöppel

Stonsdorf wirkt recht gelungen. Übrigens hat Hotelier Waclaw Dzida für die Restaurierung einen polnischen Denkmalschutzpreis erhalten. Neben Ausflügen nach lomnitz sollte man auch das nur wenige Kilometer entferntes Schloss Wernersdorf (Pakoszów) besuchen, ein kleines Luxushotel. Besitzer ist ein saarländisches Ärztepaar, der Mann entstammt der Familie, die das Objekt vor 1945 besaß.

Schloss Stonsdorf – Infos
Anfahrt: von Hirschberg (Jelenia Góra) aus sind es nur wenige Kilometer.
Palac Staniszów (Schloss Stonsdorf),
58-500 Jelenia Gora, Staniszów 100
Telefon 0048/ 75/755 84 45,
Internet: www.schlossstonsdorf.de, www.palacstaniszow.pl
Mail: hotel@palacstaniszow.pl
Doppelzimmer ab 75 Euro,

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