Reise

Hermannsdenkmal bei Detmold

Hermanndenkmal

Es ist eines der bekanntesten Denkmale Deutschlands und Europas und eines der beliebtesten Ausflugsziele: das Hermannsdenkmal bei Hiddesen südwestlich von Detmold im Teutoburger Wald. Mehr als 500.000 Besucher kommen jährlich, um das schon von weitem zu sehende Hermannsdenkmal aus der Nähe zu erleben und die 360 Grad-Fernsicht über das Lipper Land in Nordrhein-Westfalen  zu genießen. Die Kolossalstatue wurde zwischen 1838 und 1875 nach Entwürfen von Ernst von Bandel erbaut und im August 1875 eingeweiht.

Was hat es für eine Geschichte?

Das Denkmal erinnert an den legendären Cheruskerfürsten Arminius. Natürlich an die sogenannte Schlacht im Teutoburger Wald. Damals im Jahre 9 brachten germanische Stämme unter der Führung von Arminius den drei römischen Legionen unter ihrem Kriegsherrn Publius Quinctilius Varus eine entscheidende Niederlage bei.

Architekt Ernst von Bandel erlebte die Einweihung des Denkmals nicht mehr Foto: Weirauch
Architekt Ernst von Bandel erlebte die Einweihung des Denkmals nicht mehr Foto: Weirauch

Die Figur des Hermann ist Sage und Schreibe 26,57 Metern hoch. Das gesamte Denkmal misst 53,46 Meter. Der Kirchturm meiner Heimatstadt hatte 49 Meter Höhe. Insofern war ich erstaunt über den Reisen – Hermann. Es ist die höchste Statue Deutschlands. Von 1875 bis zur Erbauung der Freiheitsstatue 1886 galt das Hermannsdenkmal als die  höchste Statue der westlichen Welt. Kupferplatten. Sie wiegt mitsamt der Standplatte, auf der sie befestigt ist, 42,80 Tonnen. Zu sehen ist eine überlebensgroße Figur mit antikisierender Rüstung und Flügelhelm. Der rechte Arm ist emporgestreckt und hält ein Schwert, das 7 Meter misst und etwa 550 Kilo wiegt und von der Firma Krupp gespendet worden ist. Nationaldenkmäler waren damals große Mode.  Erinnern will ich an die Walhalla in der Nähe von Regensburg oder das die Germania darstellenden Niederwalddenkmals bei Rüdesheim am Rhein. Ebenfalls ein Hingucker bei jeder Autobahnfahrt: Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Porta Westfalica.

Standort des Hermanndenkmal

Auch der Standort für das Denkmal soll historische Bezüge haben. Das Hermannsdenkmal steht in der Großer Hünenring genannten Ringwallanlage auf der stark bewaldeten, 386 Meter hohen Grotenburg. Denn die Varusschlacht soll im Teutoburger Wald stattgefunden haben. Heute wissen wir aber:  wahrscheinlich fand die Schlacht bei Kalkriese in der Nähe von Bramsche in Niedersachsen statt.

Die Entstehung des Denkmals ist nicht von seinem Erbauer, dem Bildhauer Ernst von Bandel zu trennen. Dieser widmete sich zeitlebens dem Denkmalprojekt und versuchte insbesondere in der Zeit der Bauunterbrechung weitere finanzielle Unterstützung für die Vollendung zu finden. Während der Arbeiten lebte Bandel zeitweise in einem unterhalb des Denkmals errichteten Blockhaus, der Bandel-Hütte, die man noch besichtigen kann. Bandel konnte die feierliche Einweihung im Jahr 1875 noch erleben; er starb 1876.

Der Umlaufbereich auf dem Sandstein-Sockel des Denkmals kann gegen Eintrittsgeld bestiegen werden. Von dort kann man eine 360°-Aussicht genießen. So blickt man über die Berglandschaft des Naturparks Teutoburger Wald / Eggegebirge, aber beispielsweise auch bis zum Habichtswald bei Kassel und zum Köterberg bei Höxter. Die Figur selbst kann zwar bestiegen werden, ist aber für die Öffentlichkeit geschlossen. So wird erzählt, dass einmal jemand aus einem Nasenloch gefallen sei und daraufhin die Figur für Besucher gesperrt wurde. Ob es stimmt?

Ziel von Läufern

Das Hermannsdenkmal ist Startort des jährlich im April ausgetragenen Hermannslaufs, an dem etwa 7000 Läufer und Walker teilnehmen. Auch sonst ist das Hermannsdenkmal wichtiger Werbefaktor der Region. Um die Besucherzahlen zu verbessern, entstand im Frühjahr 1999 die Idee, den Hermann einzukleiden. Am 16. Juli 1999 legten die Initiatoren mit Hilfe eines Hubsteigekrans der Hermannsfigur ein riesiges, aus 130 m² Stoff gefertigtes blau-weißes Trikot des Fußballvereins Arminia Bielefeld an. Für diese Aktion erhielten sie 2001 den Eintrag in das Guinness-Buch der Rekorde.

Seit 2008 gehört das Hermannsdenkmal zur Straße der Monumente, ein auf Initiative des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig gegründetes Netzwerk deutscher Denkmale und Erinnerungsorte. Seit 2009 finden regelmäßig Veranstaltungen auf der Waldbühne am Hermannsdenkmal statt, wie Comedy- und Musikveranstaltungen. Das Mondscheinkino wird alljährlich im Juli und August über mehrere Wochen auf der Waldbühne veranstaltet. Es ist mit 999 Plätzen das größte Freiluftkino Ostwestfalens.

Wie kommt man hin?

Mit dem Auto kann man bis zum Parkplatz am Denkmal fahren: Über die B 1 und die B 239 und zum Schluss über kleinere Nebenstraßen ist es durch gute Ausschilderung – Touristische Ziele und Hermannsdenkmal – einfach zu erreichen.

Infos und Öffnungszeiten

Geöffnet; 01. März bis 5. November: 9.00 bis 18.30 Uhr, November bis 28. Februar: 9.30 bis 16.00 Uhr,  Achtung: Witterungsbedingte Änderungen vorbehalten. Bei Schnee- und Eisglätte wird das Denkmal gesperrt.

Tourist-Info am Hermannsdenkmal

April bis 05. November: 10.00 bis 18.00 Uhr,  November bis Ende März: samstags und sonntags von 12.00 bis 16.00 Uhr, (Weihnachten und Neujahr geschlossen)

Eintritt zur Besteigung des Denkmals

  • Erwachsene: 3,50, Kinder 1,50 Euro
  • Kombi-Ticket Besteigung Externsteine und Hermannsdenkmal
  • Die Besteigung der zwei touristischen Highlights Lippes zum Sparpreis:
  • Erwachsene: 4,50, Kinder (bis 14 Jahre): 1,50 Euro
  • Das Kombiticket berechtigt zum einmaligen Aufstieg auf beide Denkmäler innerhalb einer Saison.

2018 Deutscher Wandertag am Hermannsdenkmal

Viele neue Angebote und mehr Qualität rund ums Wandern sowie ein Großereignis bietet der Teutoburger Wald in diesem Jahr seinen Gästen. Neben den klassischen Qualitäts-Fernwanderwegen, wie Hermannsweg und Eggeweg, die zusammen die Hermannshöhen bilden, sowie dem Hansaweg, gibt es für Wanderer auch immer mehr attraktive kürzere Rundwanderwege. Diese sind, ebenso wie die genannten Etappen-Fernwanderwege, vom Deutschen Wanderverband als Qualitätswege ausgezeichnet und kommen den sich wandelnden Nachfragebedürfnissen entgegen. Darüber hinaus wird der 118. Deutsche Wandertag vom 15. – 20.08.2018 in Lippe-Detmold bis zu 50.000 Wanderfreunde in die Region locken.

Das Hermannsdenkmal im Internet.

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