Reise

Franken: Ausgezeichnete Braukultur und regionale Küche

Über 50 ausgezeichnete Genussorte in Franken / Bierrekordgemeinde Aufseß / Kellerkultur in Forchheim / „BierWochen“ in der Fränkischen Schweiz / Bierstadt Bamberg / Spalter Aromahopfen / Klosterbiere und Kulmbacher Bierwoche / Bratwurst-Vielfalt

Es gibt viele Wege, um eine Landschaft kennenzulernen. Einer der schönsten führt sicherlich über ihre kulinarischen Schätze. In Franken geht das besonders gut, und dieser köstliche Umstand ist seit vergangenem Jahr quasi „amtlich“: Gemeinsam haben sich das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau auf die Suche nach den „100 Genussorten Bayern“ gemacht. Ziel ihres Wettbewerbs war es, Orte zu finden, die sich durch ihre kulinarischen Traditionen auszeichnen (www.100genussorte.bayern).  

Bio-Winzerin Anja Stritzinger aus Klingenberg i. Churfranken
Bio-Winzerin Anja Stritzinger aus Klingenberg i. Churfranken

Urlaubsland der Genussorte

Als die Gewinner feststanden, war klar: Franken ist als gesamte Region kulinarisch herausragend! Über 50 Mal ging die Auszeichnung ins Urlaubsland – von Abtswind im Steigerwald bis zur „Weininsel an der Mainschleife“ im Fränkischen Weinland. Erstaunlich oft taucht bei den fränkischen Gewinnern das Thema Bier in der Begründung der Jury auf. Wer Franken kennt, den wundert dies allerdings nicht. Schließlich gibt es nirgendwo mehr Brauereien als hier, darunter sehr viele Klein- und Kleinstbrauereien, die ausschließlich für den Ausschank in der eigenen Gaststätte brauen. Damit einher geht eine große Vielfalt an Biersorten und somit ist die fränkische Bierkultur für Genießer immer ein Gewinn.

Hier geht es zum Biergarten von Schlenkerla in Bamberg Ffoto: Weirauch
Hier geht es zum Biergarten von Schlenkerla in Bamberg Foto: Weirauch

Weltrekord für Bierliebhaber

Eine Region mit gleich mehreren „süffigen“ Genussorten ist die Fränkische Schweiz. Unter ihnen befindet sich mit Aufseß eine echte Weltrekordgemeinde: Sie hat zwar nur rund 1.300 Einwohner, dafür aber vier Brauereien. Mit dieser hohen Brauereidichte hat es die Gemeinde ins Guinessbuch der Rekorde geschafft. Darauf sind die Aufseßer natürlich stolz und laden dazu ein, ihre jahrhundertealte Braukultur kennenzulernen: zum Beispiel bei einem Bierkrimidinner oder bei einer Tour auf dem Brauereienweg (www.aufsess.de).

Diese Tour stellt ein hervorragendes Beispiel für die zahlreichen Wander- und Radwege dar, die sich in Franken dem Thema Bier widmen. Zu ihnen zählt auch der „13-Brauereien-Weg”, der ebenfalls zu den Gewinnern der „100 Genussorte Bayern” gehört. Er verbindet rund um Litzendorf, Memmelsdorf und Strullendorf Traditionsbrauereien, die zusammen rund 90 Biersorten anbieten. Gelegenheit, diese zu kosten, haben Besucher beim „Bierkulturfest“ in Memmelsdorf am 3. und 4. Mai 2019 (www.fraenkische-toskana.com).

Im Sommer geht es „auf’n Keller“

„Auf’n Keller“ führt der Weg zur Braukultur in Forchheim. Die Stadt in der Fränkischen Schweiz ist berühmt für ihr Annafest im Kellerwald (26. Juli bis 5. August 2019). Die dortigen Keller, 23 an der Zahl, sind typisch für die fränkische Bierkultur. Früher, als es noch keine Möglichkeit zur elektrischen Kühlung gab, wurde in diesen immer kühlen Felsstollen den Sommer über das Bier gelagert. Es bot sich an, das Bier gleich an Ort und Stelle auszuschenken und sich damit den mühsamen Weg von den im Wald gelegenen Kellern zurück zur Brauerei zu sparen. So entstand eine Tradition, die Sommer für Sommer in Franken mit viel Leidenschaft gepflegt wird.

Im Schatten großer Bäume macht man es sich auf dem Keller gemütlich, trinkt aus einem „Seidla“ – dem in Franken oft verwendeten Halbliter-Steinkrug – ein frisch gezapftes Kellerbier und lässt sich dazu ein typisches Kellergericht schmecken. Außerhalb der Festtage erschließt sich Forchheims Braukultur bei einer „Kulinarischen Bierverkostung“ oder auf dem „Walk of Beer“, einer Themenroute zwischen Innenstadt und Kellerwald (www.forchheim-erleben.de).

Einen köstlichen Einstieg in die Bierkultur ermöglichen übrigens die „BierWochen“ in der Fränkischen Schweiz. Vom 6. März bis 23. April 2019 bieten die teilnehmenden Gastronomen jeweils mindestens drei Gerichte an, in denen Bier verarbeitet wird, darunter Starkbier-Süppchen, Bierburger mit Süßkartoffel-Pommes oder fränkisches Weißbiereis mit Blaubeerkompott. Der Zeitraum der „BierWochen“ wurde bewusst gewählt: Am 6. März 2019 beginnt die Fastenzeit, in der nach alter Klostertradition oftmals zu Bier als Nahrungsmittel gegriffen wird. Der 23. April 2019 dagegen ist der „Tag des Deutschen Bieres“ – der Tag, an dem 1516 das „Bayerische Reinheitsgebot“ verkündet wurde (www.fraenkische-schweiz.com).

„Flüssiges Brot“ für Frankens Mönche

Die Mönche, die sich mit Bier als „flüssigem Brot“ über die karge Fastenzeit retteten, prägten auch die Bierkultur in anderen fränkischen Genussorten. In der UNESCO-Welterbestadt Bamberg, das berühmt für sein fast schon legendäres Rauchbier ist, liegt der Ursprung der Braukultur auf dem Michelsberg, wo Benediktiner-Mönche bereits im 12. Jahrhundert das Braurecht innehatten. Heute ist im ehemaligen Kloster das „Fränkische Brauereimuseum“ zu Hause, in dem neben Führungen auch Gelegenheit zu unterhaltsamen Bierseminaren besteht. Ideal, um in die Bamberger Bierkultur einzutauchen, sind zudem Angebote wie die „BierSchmeckerTour” oder die Führungen „Leidenschaft für Gerstensaft“ und „Bier – Das Bamberger Herzblut“.

Bamberg Jubiläum UNESCO Welterbe, Foto: „BAMBERG Tourismus & Kongress Service/Stadtplanungsamt Bamberg, Foto: Luftbild Hajo Dietz“
Bamberg Jubiläum UNESCO Welterbe, Foto: „BAMBERG Tourismus & Kongress Service/Stadtplanungsamt Bamberg, Foto: Luftbild Hajo Dietz“

Während die Braugeschichte in Bamberg seit fast 1.000 Jahren keinerlei Lücken aufweist, war der Anbau von Hopfen als wichtige Bierzutat vor rund 100 Jahren beendet. Lange schien dies endgültig, bis eine alteingesessene Bamberger Gärtnerfamilie sich wieder darauf besann: Seit einigen Jahren werden im Bamberger Erlebnis-Hopfengarten nun wieder verschiedene Hopfenarten angebaut, die in der hauseigenen Brauerei – übrigens der kleinsten der insgesamt elf Brauereien der Stadt – verarbeitet werden und Thema von Führungen und Seminaren sind (www.bamberg.info/bier).

Aromatischer Klassiker

Beim „grünen Gold“, wie der Hopfen auch genannt wird, führt kein Weg an Spalt vorbei. Dieser Genussort im Fränkischen Seenland ist berühmt für den „Spalter Aromahopfen“, der hier nachweislich seit 1341 angebaut wird. Wie aus Hopfen Bier wird, erzählt das außergewöhnliche „HopfenBierGut“. Die Besucher spazieren in diesem interaktiven Museum unter anderem durch einen begehbaren Braukessel oder stimmen sich an der Aromastation auf die Vielfalt der Spalter Biere ein. Neu im Museum ist die „ProBierStund“: Immer am ersten Donnerstag im Monat verkosten ausgebildete Biersommeliers mit den Teilnehmern in lockerer Atmosphäre ausgewählte Biere. Eine weitere Spalter Besonderheit sind die Bürger der Stadt: Sie alle sind Eigentümer der einzigen kommunal geführten Brauerei in Deutschland. 2019 feiert diese Stadtbrauerei ihr 140-jähriges Bestehen mit einem großen Brauereifest am 11. und 12. Mai 2019 (www.hopfenbiergut.de).

Wallfahrten zur Bierkultur

Seit Jahrhunderten pilgern Bierliebhaber in den Genussort Bischofsheim an der Rhön – genauer gesagt zum Franziskaner-Kloster auf dem Kreuzberg. Es ist tatsächlich ein Wallfahrtsort mit langer Tradition – seit 1731 wird hier außerdem das berühmte Kreuzberger Klosterbier gebraut, das direkt vor Ort ausgeschenkt wird (www.bischofsheim.info). Auch die Benediktinermönche im Kloster Plankstetten blicken auf eine lange Braugeschichte zurück. Das Kloster bei Berching im Naturpark Altmühltal, ebenfalls ein ausgezeichneter Genussort, legt viel Wert auf die Naturbelassenheit seiner Produkte. Das gilt beim Bier ebenso wie bei den Köstlichkeiten, die aus der Landwirtschaft oder der Bäckerei des Klosters stammen (www.kloster-plankstetten.de).

Ein Wahrzeichen des Obermain•Jura ist die Basilika Vierzehnheiligen über Bad Staffelstein. Die berühmte Wallfahrtskirche ist zwar keine Braustätte, dafür hat sich quasi unter ihrem Schutz eine leidenschaftlich gepflegte Bierkultur entwickelt. Stolze zehn Brauereien gibt es im Stadtgebiet von Bad Staffelstein. Sie sind auch das Ziel von gleich drei Tourenvorschlägen für Radfahrer. Zur Auswahl stehen die „Main-Brauerei-Tour“, die „Fünf-Brauereien-Tour“ und die „Pilger-Brauerei-Tour“. Wer die geballte Bier-Kompetenz der Stadt kennenlernen will, besucht einfach das Bad Staffelsteiner Bierbrauereifest am 15. August 2019 (www.bad-staffelstein.de).

Gute Biere, gutes Essen und gute Gesellschaft

Eine richtige Bierstadt also, dieses Bad Staffelstein. Damit befindet sie sich in Franken in bester Gesellschaft! Das merkt jeder, der zum Beispiel in Kulmbach im Frankenwald zu Gast ist. Die Biere dieser „Heimlichen Hauptstadt des Bieres“ sind weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Auch in Sachen Biergeschichte ist Kulmbach eine Institution, lebendig vermittelt im „Bayerischen Brauereimuseum“. Außerdem steht in der Stadt ein Termin im Kalender, der zu den Höhepunkten der fränkischen Bier- und Festtradition zählt: Alljährlich lockt die „Kulmbacher Bierwoche“ (27. Juli bis 4. August 2019) bis zu 120.000 Besucher an. Zu Füßen der mächtigen Plassenburg dreht sich dann alles um gute Biere, gutes Essen und gute Gesellschaft (www.kulmbach.de).

Die Plassenburg ist ein Vermächtnis der fränkischen Herrscher aus dem Hause Hohenzollern. Auch Bayreuth ist eine Hohenzollern-Stadt, wie unter anderem das UNESCO-Welterbe Markgräfliches Opernhaus beweist. Ob die Liebe zur Bierkultur etwas mit dieser Vergangenheit zu tun hat, sei dahingestellt. Sicher ist allerdings, dass die Fichtelgebirgsstadt als Genussort ebenfalls ein ideales Ziel für Bierliebhaber darstellt: dank Bierkutscher- oder Genussführungen, der Braumeistertour oder „Maisel’s Bier-Erlebnis-Welt“ (www.bayreuth-tourismus.de).

Menü der Regionen

Nun lebt der Mensch nicht vom „flüssigen Brot“ alleine – und das muss er in Franken auch nicht, denn die Spezialitäten der ausgezeichneten Genussorte ergeben ein köstliches Menü. Darunter sind zum Beispiel feine Leckereien wie vom „Iphöfer Eichelschwein“ aus dem Fränkischen Weinland, zartes „Frankenhöhe-Lamm“ aus dem Romantischen Franken oder köstlicher „Aischgründer Karpfen“ aus dem Steigerwald. Ein Erlebnis ist außerdem der Besuch einer typischen Heckenwirtschaft – also jenen Gastwirtschaften im Weinland Franken, die nur zu bestimmten Zeiten im Jahr geöffnet haben und in denen die Winzer selbst zum Gastgeber werden. Zum Wein werden hier bodenständige Brotzeiten serviert: Im Genussort Bürgstadt im Spessart-Mainland kommen hier zum Beispiel regionaltypische Spezialitäten wie Winzerstangen, Winzerblatz oder Bratwürste auf den Tisch (www.buergstadt.de). Hier geht es zu der Region.

Apropos Bratwurst: Die gehört zum fränkischen Menü der Spezialitäten selbstverständlich dazu! Obwohl, die eine fränkische Bratwurst gibt es gar nicht, stattdessen lässt man sie sich in vielen Variationen schmecken, die sich sowohl in der Zusammensetzung und den Gewürzen als auch in der Größe deutlich unterscheiden. Die bekannteste stammt sicherlich aus dem Genussort Nürnberg. Die berühmten Nürnberger Rostbratwürste dürfen nur im Stadtgebiet nach festgeschriebener Rezeptur hergestellt werden und sind gleichzeitig auch die kleinsten in der fränkischen Bratwurst-Riege (www.nuernberger-bratwuerste.de). Ganz andere Dimensionen herrschen im Fränkischen Weinland, wo sich die „Sulzfelder Meterbratwurst“ als köstliche Schnecke auf dem Teller ringelt (www.sulzfeld-main.de).

Gipfel der fränkischen Bratwurst

Mit Ansbach und Coburg sind zwei weitere fränkische Genussorte ohne ihre Bratwurst kaum vorstellbar. Die Ansbacher Bratwurst gehört ebenfalls zu den stattlicheren Varianten und kann sogar auf eine ältere urkundliche Erwähnung als das bayerische Bier zurückblicken. Das und vieles mehr erfahren die Teilnehmer der „Ansbacher Bratwurstführung“ (www.ansbach.de).

Nicht zu vergessen die aromatisch-knusprige Verführung, die die Region Coburg.Rennsteig bereithält: Hier brutzelt die Coburger Bratwurst über dem Feuer von Kiefernzapfen (www.coburg-tourist.de).

Coburger Bratwürste werden traditionell auf einem Rostgrill über dem Feuer von Kiefernzapfen gebraten. Foto: Weirauch
Coburger Bratwürste werden traditionell auf einem Rostgrill über dem Feuer von Kiefernzapfen gebraten. Foto: Weirauch

Was die Bratwurst alles zu bieten hat, zeigt am 2. Juni 2019 der „Fränkische Bratwurstgipfel“ im Genussort Pegnitz in der Fränkischen Schweiz.Weitere Zutaten im großen Menü der fränkischen Spezialitäten sind süße Leckereien wie die Dettelbacher Muskatzinen aus dem Fränkischen Weinland, Grünkern aus dem Lieblichen Taubertal, Kräuterwissen im Nürnberger Land oder die besondere Verbindung von Wein- und Bierkultur in den Haßbergen. Mehr darüber liest man in der aktuellen Themenzeitung „Genießerland“, die kostenlos über FrankenTourismus erhältlich ist und als Blätterkatalog online zur Verfügung steht. Gleiches gilt für die Broschüre „Franken – Heimat der Biere.“, die zu einer Entdeckungsreise durch Frankens Bierkultur einlädt.

Weitere Informationen und Prospekte gibt es hier:   

  • FrankenTourismus
  • Pretzfelder Straße 15, 90425 Nürnberg
  • Telefon 0911/94151-0, Fax 0911/94151-10
  • info@frankentourismus.de,
  • Internet: www.frankentourismus.de

 

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